Das Scheitern in Afghanistan
Der militärische Einsatz in Afghanistan ist am Wochenende endgültig gescheitert. Die afghanische Armee war (trotz militärischer Überlegenheit) zu keinem Kampf gegen die Taliban bereit, Afghanistan ist wieder da, wo es vor 20 Jahren war. Mit dem Unterschied, dass westliche Staaten künftig keine Truppen mehr schicken, egal was die Taliban künftig tun werden.
Der Zusammenbruch wurde erst wenigen in Jahren, dann in wenigen Monaten erwartet. Am Ende waren es wenige Wochen und Tage.
Wie es scheint kann und soll man daraus etwas lernen.
Aber was?
Wie seht ihr die Lage? Wie sehr ihr die Zukunft?
Moinsen,
ich tu mich schwer mit der Bewertung. Nachdem ich einige Experten und Ex-Generäle dazu gehört habe die sagen, das sei halt eine eigene, fremde Kultur und die könnten und wöllten mit Demokratie und westlichen Werten nix anfangen neige ich fast dazu, das ähnlich zu bewerten wie ich das mit den Ur-Einwohnern mancher zwar entdeckter, aber noch nicht erforschter Stämme tue bzgl. christlicher Mission: In "Frieden" lassen. Welchen Sinn ergibt es, ein Land zu besetzen, in dem 90% der Bewohner lieber in alten Traditionen leben wollen und nur ein vergleichsweise kleiner Teil in den größeren Städten Fortschritt und Aufklärung will?
Ein ehemaliger afghanischer Kumpel von mir hat mir mal Fotos aus der Besatzungszeit der Sowjets gezeigt: Ein Paradies im Vergleich zu der Taliban-Zeit. "Blühende Landschaften" sozusagen, mit gut ausgestatteten Geschäften, unverschleierte Frauen in damals moderner Kleidung, usw. Er sagt, das sei die beste Zeit seines Lebens gewesen, bis die Taliban kamen.
Was sollten wir daraus lernen? Vielleicht sollten wir es unterlassen, fremden Völkern unsere Vorstellung vom Leben überstülpen zu wollen und denen, die ihr altes Leben nicht (mehr) wollen, eine Zukunft bei uns anbieten (wir = die "zivilisierten" Länder - was man eben unter "zivilisiert" so versteht).
Meine erste Vorstellung war, diese vergleichweise kleine Gruppe an Kämpfern "einfach auszulöschen". Aber das haben die Soviets versucht, der Westen, lange vor dem haben wohl die Briten auch schon versucht, dort Fuß zu fassen.
Zu guter Letzt: Wenn den Westen die dikatorische Art des Islamismus aus menschenrechtlichen Gründen so sehr stört - warum versucht man es nicht erstmal mit Pakistan? Oder mit Saudi-Arabien? Die einen haben die Bombe, die anderen das Öl. Zuallererst also sollte man sich klar werden, was die wirklichen Beweggründe für ein Eingreifen - egal wo auf der Welt - sind.
Präsident Biden sagte bei seiner Ansprache als Allererstes sinngemäß: "Wir wollten verhindern, dass aus diesem Land je wieder Terrorismus exportiert wird. Nie wollten wir dort ein demokratisches System installieren". Und einer seiner letzten Sätze war (ebenso sinngemäß) "wir sind mit unserem Ziel, das Land demokratischer zu machen gescheitert." Verstehe das wer will.
Was mögen sie für Gedanken und Gefühle haben in diesen Momenten?
Hier spricht ein Vater eines gefallenen, französischen Soldaten.
Peter Struck, Verteidigungsminister
*wathamwajelacht*
Veröffentlicht von: @alf-melmacPeter Struck, Verteidigungsminister
Veröffentlicht von: @alf-melmac*wathamwajelacht*
Kleine Korrektur: Nicht die Freiheit, sondern die Sicherheit Deutschlands war es wohl, die nach dem Herrn Struck am Hindukusch verteidigt würde.
Schtümmt, mir gefällt der Satz "Wenn man keine Ahnung hat, einfach mal die Klappe halten." von Peter Struck sowieso besser. Den soll er mal zum SPD-Gesundheitsexperten Lauterbach gesagt haben. 😀
Veröffentlicht von: @staffanKleine Korrektur: Nicht die Freiheit, sondern die Sicherheit Deutschlands war es wohl, die nach dem Herrn Struck am Hindukusch verteidigt würde.
Tatsächlich, das war das falsche Zitat des falschen Zitats
Veröffentlicht von: @alf-melmacPeter Struck, Verteidigungsminister
Veröffentlicht von: @alf-melmac*wathamwajelacht*
Ich gehe ja wirklich nicht zu den Menschen, die ein Fan von Peter Struck sind.
Peter sagte diesen Satz auf die Frage, inwiefern der Bundeswehreinsatz mit dem Grundgesetz vereinbar sei.
Daraufhin antwortete er vielleicht zu kurz und knapp: "Deutschland wird auch am Hindukusch verteidigt."
Er hat den Satz danach ja mehrfach erläutert. Auch in seinem Buch hat hat dies Raum eingenommen. Er meinte unsere Freiheit und Sicherheit und dies nur auf Deutschland alleine bezogen, sondern im Rahmen unserer Bündnispartner. Damit hatte Struck Recht. Nach dem Angriff auf Amerika, wurde der Bündnisfall ausgerufen, vom Parlament wurde der Einsatz der Bundeswehr beschlossen und somit deckte sich der Einsatz deutscher Soldaten am Hindukusch mit dem Grundgesetz und das war ja auch die Frage des Journalisten. Das Struck Deutschland isoliert gesagt hat, war so richtig, wie irreführend. Im Nordatlantikvertrag heißt es unter anderem." Sie sind entschlossen, die Freiheit, das gemeinsame Erbe und die Zivilisation ihrer Völker, die auf den Grundsätzen der Demokratie, der Freiheit der Person und der Herrschaft des Rechts beruhen, zu gewährleisten.“ Das betrifft auch Deutschland, aber nicht nur Deutschland.
Der Grund, warum Struck so angegriffen wurde ist aus meiner Sicht ein anderer. Peter Struck war in der SPD ursprünglich eine Leitfigur für die dunkelrote Sozialdemokratie. Er entwickelte sich aber mit der politischen Verantwortung zur realistischen Sozialdemokratie und diesen Schritt gingen seine Anhänger nicht mit, sondern waren enttäuscht. Aus der Enttäuschung seiner Anhänger entwickelte sich ein Angriff seiner Anhänger. Das war aus meiner Sicht das Dilemma von Struck.
Veröffentlicht von: @alf-melmacPeter Struck, Verteidigungsminister
*wathamwajelacht*
Mal von der Abwandlung des Zitates abgesehen... spätestens seit den 70er Jahren ist klar, dass Frieden und Stabilität in Deutschland nur unter Berücksichtigung globaler Entwicklungen garantiert werden können... Genscher und seine "Scheckbuchdiplomatie" haben das dann so unauffällig perfektioniert, dass die deutsche Bevölkerung an den Rest der Welt keine Gedanken mehr verschwenden musste.
Heute sind jene, die von Geldern und Zuwendungen des Westens profitierten, allerdings so stark geworden, dass wir sie nicht mehr ignorieren können.
Ich hab was witziges auf Twitter dazu gefunden:
Dass Menschen, die von demokratischen Staaten zerbombt und bedrohnt werden, nur selten überzeugte Demokraten werden, hat Ardubancel der Ältere bereits in eine Schrifttafel gekeilt, die kürzlich in einer Sedimentschicht aus der jüngeren Kreidezeit gefunden wurde.
Bomben zur Demokratie...
Veröffentlicht von: @johannes22Dass Menschen, die von demokratischen Staaten zerbombt und bedrohnt werden, nur selten überzeugte Demokraten werden, hat Ardubancel der Ältere bereits in eine Schrifttafel gekeilt, die kürzlich in einer Sedimentschicht aus der jüngeren Kreidezeit gefunden wurde.
Das hat sogar ziemlich oft funktioniert... über Japan wurden sogar Atombomben abgeworfen.
Und kurz darauf war es eine Demokratie, genau wie Deutschland, da wurden vorher ganze Städte zerstört.
Übrigens anders als in Afghanistan, wo man die Städte hat stehenlassen...
Veröffentlicht von: @johannes22Dass Menschen, die von demokratischen Staaten zerbombt und bedrohnt werden, nur selten überzeugte Demokraten werden, hat Ardubancel der Ältere bereits in eine Schrifttafel gekeilt, die kürzlich in einer Sedimentschicht aus der jüngeren Kreidezeit gefunden wurde.
Stimmt, dass das WTC mit Flugzeugen zerbombt wurde, hat mich und ich glaube auch die Amerikaner auch, nicht davon überzeugt, dass der Islam die wahre Religion ist. 😌
Davon abgesehen, dass der Spruch ein Fake ist 🤓 !
Welcher demokratische Staat hat den zur Kreidezeit einen anderen Staat zerbombt damit, damit er ein demokratischer Staat wird?
Ich würde denen die so einen Unfug verbreiten empfehlen, es erstmal mit Laotse zu versuchen. Zumindest solange bis sie wissen, was überhaupt die Kreidezeit ist.
Dir würde ich empfehlen mit deinem Sohn im Westfalenpark zu geben. Da gibt es vermutlich heute noch Exponate, die dies veranschaulichen.
Veröffentlicht von: @orangsayaDavon abgesehen, dass der Spruch ein Fake ist 🤓 !
Und zwar so offensichtlich, dass es Absicht ist, dass der Leser das merkt.
Helmut
und was genau daran ist witzig? Hat Mohamed bzw. seine Nachfolger etwa Afghanistan durch Verteilen des Korans in ein islamisches Land verwandelt? Dein Witz gibt dem gewaltsamen Vorgehen recht. Das ist eher befremdlich und/oder erstaunlich uninformiert.
Es gibt inzwischen einige Presseberichte die sich damit befassen, wie es dazu kommen konnte daß Afghanistan gefallen ist.
Sie addieren sich zu dem was ich eigentölich schon seit Monaten denke: Der Grund ist, daß niemand, wirklich niemand den Afghanen zugehört hat.
- Den Befürwortern des militärischen Eingreifens ging es zunächst nur um "unsere Sicherheit". Daran interessiert, einen funktionierenden Staat aufzubauen, waren zu wenige.
- Den Gegnern des milirtärischen Eingreifens ging es darum, sich selbst den Heiligenschein aufzusetzen und sich selbst zu beweihräuchern, was man für ein toller weiser moralisch überlegener Pazifist man doch sei.
- Der ersten Gruppe, das habe ich mit einem Hardcore-Militaristen den ich hier auf FB dann auch blocken musste, selbst erlebt, war nicht begreiflich zu machen, was für einen immensen Schaden der Drohnenkrieg anrichtet: Daß es natürlich Hass auf den Westen erzeugt, wenn eine Kampfdrohnen 10 Einheimische zerfetzt während der der die Drohne steuert tausende km entfernt im bequemen Sessel sitzt.
- Die USA schafften für die afghanische Armee tonnenweise Hightech-Spielzeuge an... die die Afghanen nicht nutzen konnten. Jedenfalls nicht ohne westliche Techniker.
- Sinnvoller wäre es gewesen darauf zu achten, daß die Soldaten regelmäßig Sold bekommen und außerdem ausreichend Essen. Das geschah nicht.
- Trump kündigte 2020 den Abzug an, ab da blieb für die afghanische Armee auch die Luftunterstützung durch die US-Truppen aus. Spätestens jetzt verloren die afghanischen Soldaten jeden Optimismus und jede Motivation.
- Daß die Bundeswehr, bzw. Bundesregierung und Bundestag, stets bei den Amis mitgedackelt sind statt eine eigene Strategie zu haben, zeigt sich jetzt bitter bei der Evakuierungsaktion. Nur 7 Personen haben die Amis zur ersten Bundeswehrmaschine auf dem hinteren Teil des Flughafens gelassen.
Und weitere Punkte mehr.
Das Kernproblem bestand in Nichtzuhören, Nichternstnehmen der Einheimischen und einem Mangel an klaren Zielen, was man erreichen will.
War alles umsonst?
Nein, das nicht.
20 Jahre lang konnten Mädchen in die schule gehen, einige sogar studieren. 20 Jahre lang war das Leben in diesem sehr armen Land zwar nicht das tollste, aber weit besser und freier als unter den Taliban. Und es fällt mir schwer zu glauben, daß die letzten 20 Jahre keine Spuren hinterlassen haben.
Jedes Mädchen das in die Schule gehen konnte war es das alles wert.
Hast Du gut zusammengefasst. Leider war und ist es so. Ein leuchtendes Grün dafür.
Drohnenkrieg steht für die Verachtung von Menschen
Veröffentlicht von: @blackholeDer ersten Gruppe, das habe ich mit einem Hardcore-Militaristen den ich hier auf FB dann auch blocken musste, selbst erlebt, war nicht begreiflich zu machen, was für einen immensen Schaden der Drohnenkrieg anrichtet: Daß es natürlich Hass auf den Westen erzeugt, wenn eine Kampfdrohnen 10 Einheimische zerfetzt während der der die Drohne steuert tausende km entfernt im bequemen Sessel sitzt.
Allerdings.
Wieviel Verachtung für das jeweilige Land in so einem "Drohnenkrieg" zum Ausdruck kommt kann man sich schnell vergegenwärtigen, wenn man sich einmal vorstellt, die USA würden ihren Drohnenkrieg auch in Europa führen... was das für ein Skandal wäre und welche Proteste und politischen Verwerfungen daraus entstünden kann man sich wohl kaum vorstellen.
Aber in "solchen Ländern" ist das schon irgendwie OK... weil, die haben das irgendwie verdient... am besten nicht drüber nachdenken.
"Drohnenkrieg" ist nichts weiter als die Hinrichtung beliebiger Personen und zufällig Umstehender ohne Gerichtsverfahren und ohne öffentliche Rechtfertigung.
Mit "Krieg" hat das nicht viel zu tun...
Opium, Steuern, Erpressung
Devisenreserven sind in USA
