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Der Thread zur Bundestagswahl

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tristesse
Themenstarter
Beiträge : 17058

Nanu 🤨

Noch kein Thread zu den gestrigen Wahlergebnissen?

Seid Ihr überrascht, was habt Ihr erwartet, welche Parteien sind Sieger / Verlierer und wie geht es jetzt dann wohl weiter?

Trissi

Antwort
289 Antworten
Deborah71
Beiträge : 16283

Es ist gut, dass keiner im Alleingang regieren kann. So gibt es anregend vorwärtsstrebende und besonnen ausgleichende Kräfte in der kommenden Koalition, egal, wie sie sich zusammensetzen wird.

deborah71 antworten


MrOrleander
Beiträge : 2133

Bereit, weil Ihr es seid!
Offenbar sind die meisten Menschen in Deutschland nicht bereit.

Selbst die Jungen haben vor den Grünen noch die FDP bevorzugt, wenn auch nur knapp. Aber daß das überhaupt überein geht, jung und FDP, und das im Angesicht der klimatischen Katastrophe, die auf uns zurollt, hat mich doch sehr überrascht. FFF und Luisa Neubauer als Sprachrohre ihrer Generation? Wohl eher doch nicht.

Ein gutes Ergebnis der Wahl hätte für mich anders ausgesehen. Immerhin werden die Grünen an der Regierung beteiligt werden (so denn nicht doch noch eine GroKo-Neuauflage droht). Ein Lichtblick in einem sonst eher düsteren Szenario.

mrorleander antworten
5 Antworten
Orangsaya
(@orangsaya)
Beigetreten : Vor 5 Jahren

Beiträge : 2894
Veröffentlicht von: @mrorleander

elbst die Jungen haben vor den Grünen noch die FDP bevorzugt, wenn auch nur knapp.

Mich überrascht es auch. Auf der andern Seite zeigt sich hierdurch, dass ein passabler Teil der Jugend nicht auf Pessimismus und Protest polen lässt. Das ist auch gut so. Was mich schon seid längerem Überrascht, dass Frauen zu einem hohen Anteil die FDP vorziehen. Die FDP der Vergangenheit verkörpert zwar auch einen liberalen Feminismus, der ist aber nicht im gesellschaftlichen Bewusstsein, wie der linke Feminismus. Die FDP der Gegenwart hat Frauen bestenfalls eher als Beiwerk an der Spitze. Trotzdem hat sie einen Zuspruch von Frauen, dass es die Partei stärkt.

Veröffentlicht von: @mrorleander

Ein gutes Ergebnis der Wahl hätte für mich anders ausgesehen. Immerhin werden die Grünen an der Regierung beteiligt werden (so denn nicht doch noch eine GroKo-Neuauflage droht). Ein Lichtblick in einem sonst eher düsteren Szenario.

Was am Ende bei einem Kanzler rauskommt, weiß man nie vorher, sondern hinterher.
Kohl wurde nicht für besonders schlau gehalten. Er konnte kein Englisch, der Eichbornverlag hatte seine Dissertation veröffentlicht, mit den Kommentaren, die sein Doktorvater dazuschrieb. Zum Beispiel, dieses Buch haben sie nie gelesen. Man machte Witze über ihn, wie dumm er doch sei. Trotzdem wurde es ein Kanzler, der deutsche Geschichte machte. Einmal wegen seiner internationalen Erfolge für die Wiedervereinigung, zum andern mit weniger Gewicht, seine erfolgreiche Arbeit mit Mitterand. Das war ein Wegbereiter für die EU.
Schröder wollte die Zahl der Arbeitslosen halbieren, Also von vier Millionen auf zwei Millionen, am Ende seiner Amtszeit hatten wir fünf Millionen Arbeitslose. Seine Politik, hatte die PDS stark gemacht. Das was für die AfD Merkel war, war für die Linken Schröder.
Merkel hatte bei Amtsantritt eine harte konservative Linie, die bröckelte mit den Jahren. Ob man es gut findet, oder nicht, dass hat auch das Wahlergebnis für die CDU bestimmt. Beim Bund und bei den Ländern.

Eine GroKo-Neuauflage ist im Moment nicht sehr wahrscheinlich. Aber was wäre denn daran für die praktische Politik schlecht? Man kann nicht sagen, dass die GroKo erfolglos war. Bei der Bankenkrise, wurde weiterer Schaden abgewendet. Es hätte viel mehr Folgekrisen geben können. Durch die Corona-Krise, um die nächste schlimme Krise zu nennen, hat die GroKo uns auch geführt. Selbst wenn man ruhig mehr Kritik anwenden sollte/dürfte, im europäischen Vergleich, sind wir bislang gut durchgekommen. Ich glaube, dass mit einer neuen Regierung, Deutschland nicht so wirtschaftlich stabil durchs Land geführt wird.

orangsaya antworten
Lucan-7
(@lucan-7)
Beigetreten : Vor 12 Jahren

Beiträge : 15627
Veröffentlicht von: @mrorleander

Selbst die Jungen haben vor den Grünen noch die FDP bevorzugt, wenn auch nur knapp. Aber daß das überhaupt überein geht, jung und FDP, und das im Angesicht der klimatischen Katastrophe, die auf uns zurollt, hat mich doch sehr überrascht.

Eigentlich nicht... es passt doch sehr gut zu einer Generation, die Influencern, Konsum und der Illusion leicht verdienten Geldes aufgewachsen ist. Dass sich da ein großer Teil für die FDP erwärmen kann wundert mich nicht unbedingt.

Ob diese Generation ihre Ideale auch dauerhaft beibehalten wird muss sich dann noch zeigen.

lucan-7 antworten
MrOrleander
(@mrorleander)
Beigetreten : Vor 19 Jahren

Beiträge : 2133
Veröffentlicht von: @lucan-7

Dass sich da ein großer Teil für die FDP erwärmen kann wundert mich nicht unbedingt.

Ich kann natürlich auch nur vermuten, denke aber, daß es eher nicht mit 'Influencern und Konsum' zu tun hat, zumal die FDP nicht damit wirbt, mit ihr sei das schnelle Geld zu machen (wohl aber, es, so denn einmal vorhanden, zu behalten). M.E. läßt sich der Erfolg eher auf Corona zurückführen: Die FDP hat die Schutzmaßnahmen stets kritisch begleitet und im Zweifel für deren zeitigere Aufhebung plädiert; so wird sie nun womöglich als Partei der wiedererlangten Freiheit angesehen, was gerade für junge Menschen enorm wichtig ist.

Veröffentlicht von: @lucan-7

Ob diese Generation ihre Ideale auch dauerhaft beibehalten wird muss sich dann noch zeigen.

Ich werde zunehmend skeptisch, ob es 'die' Ideale einer Generation überhaupt gibt.

mrorleander antworten
love.israel
(@love-israel)
Beigetreten : Vor 4 Jahren

Beiträge : 125

Offenbar haben sich die Grünen ausgemalt, dass die Freitagsdemonstrationen sie ins Amt spülen wird. Wer als Schüler an Freitagen demonstriert ist unter 20 Jahre alt, steht am Beginn der Ausbildung, bzw. Studium und ohne böse Absicht behaupte ich mal: muss noch viel lernen. Lebenserfahrung kommt eben mit dem Alter.

Das typsche Grün*innen ist gut ausgebildet, meist mit Studium, gutem Einkommen in städtischer Umgebung. Da liegen zwischen dem Schüler und dem Grünen locker mal 20 bis 30 Jahre Altersunterschied. Auf einen Wahlauftrag durch ganz junge Leute zu warten, war wohl nicht so klug.

Die Personalie Baerbock war auch keine gute Entscheidung und trotz aller Versicherungen: die Chemie zwischen Habeck und Baerbock stimmt nicht. Das war peinlich, dass der Nicht-Kanzlerkandidat durchs Land tourt und sich verhält wie ein Kanzlerkandidat. Auffällig auch, dass in der Woche vor der Wahl bei seinen Reden das Wort Baerbock noch nicht einmal ausgesprochen wurde.

love-israel antworten
Banji
 Banji
(@banji)
Beigetreten : Vor 20 Jahren

Beiträge : 3583

Zumal auch die meisten Plakate irgendwie ga-ga waren, so dass die Plakate von "Die Partei" mit der Inschrift "Hä?" unter den Grünen-Plakate richtig platziert waren.
Und sie haben offensichtlich auch nicht die Jugendlichen in Scharen in die Wahlarme der Grünen getrieben, was sie vllt. erhofft hatten.

banji antworten
Clay
 Clay
Beiträge : 1328
Veröffentlicht von: @tristesse

Seid Ihr überrascht, was habt Ihr erwartet

Nein, das erwartete Ergebnis ist eingetreten, lediglich ein höheres Abschneiden der AfD hatte ich befürchtet.

Veröffentlicht von: @tristesse

welche Parteien sind Sieger / Verlierer

Verlierer:
CDU - weil sie sich aus Parteiproporz für den falschen Kandidaten entschieden haben;
AfD - Gott sei Dank! Aber leider bleiben sie im Bundestag;
Linke - leider kommen sie durch die Direktmandate trotzdem in den Bundestag;
Grüne - weil sie ihr Wahlziel weit verfehlt haben - Gott sei Dank!

Gewinner:
SPD - sie haben endlich wieder den Stimmenanteil, der ihnen zusteht
FDP - wohl aus taktischen Gründen

Veröffentlicht von: @tristesse

wie geht es jetzt dann wohl weiter?

Viele Wähler haben wohl taktisch gewählt, indem sie die FDP stärken wollten, um Rot-Rot-Grün zu verhindern. Das ist gelungen.
Andere haben trotzdem CDU gewählt, weil sie dadurch hofften, dass sie wieder stärkste Kraft wird. Sie befürchteten, dass sie das nicht wird, wenn sie ihre Stimme der FDP geben. Das ist nicht gelungen.

Nun gibt es zwei mögliche Dreierbündnisse. Welches es wird, entscheidet sich bei den Grünen und der FDP. Beide wollen regieren, fraglich ist nur mit wem. Die Grünen wollen Scholz als Kanzler; die FDP lieber Laschet. Dabei geht es nicht darum, wer der bessere Kanzler wäre, sondern mit wem kann man am ehesten die eigenen Ziele umsetzen.

Meine Prognose:
Rot-Grün-Gelb.
Es wäre für die CDU gut, nach 16 Jahren Regierungspartei mal wieder in die Opposition zu gehen, um sie zu regenerieren. Ob es für Deutschland gut ist, bleibt abzuwarten.
Da in jedem Fall die Grünen in der Regierung sind, wird der Klimaschutz ganz oben auf der Agenda stehen. Das ist sehr gut, wenn es rational und nicht ideologisch umgesetzt wird. Andere Programmpunkte der Grünen werden, wenn sie erfolgreich durchs Parlament gehen, dafür sorgen, dass Deutschland weiter christliche Werte einbüßt. Somit wäre mir Schwarz-Grün-Gelb als kleineres Übel lieber.

LG.
Clay

Nachtrag vom 27.09.2021 1355
PS. Eine Groko will keiner mehr, auch nicht mit umgekehrtem Vorzeichen.

clay antworten
2 Antworten
Jigal
 Jigal
(@jigal)
Beigetreten : Vor 2 Jahren

Beiträge : 2748

der Stimmenanteil der ihnen zusteht? Wie ist das zu verstehen, unter 30 % ist richtig. Früher hatte eine Volkspartei 40 % plus um den Kanzler zu stellen.

jigal antworten
Clay
 Clay
(@clay)
Beigetreten : Vor 2024 Jahren

Beiträge : 1328
Veröffentlicht von: @jigal

der Stimmenanteil der ihnen zusteht?

um eine politische Größe zu sein, die gleichwertig neben anderen Parteien steht. Je mehr Koalitionsmöglichkeiten es gibt, umso lebendiger ist die Demokratie.
Früher war die FDP das Zünglein an der Waage, ob es Schwarz-Gelb oder Rot-Gelb wurde. Das fand ich noch nie gut.
In den USA gibt es nur ein Zwei-Parteien-System, was für mich nicht demokratisch ist, weil eine Partei die andere bekämpft, und das Land bleibt dabei auf der Strecke.

clay antworten


Jack-Black
Beiträge : 2112

Noch nicht bereit.
Hatte es ungefähr so kommen sehen. Die Grünen hatten es mit der Kür von Frau Baerbock zur Kanzlerkandidatin verbockt, einen Politikwechsel einzuleiten. Nun müssen sie, egal ob mit Jamaika oder Ampel, immer am Katzentisch neben der FDP sitzen und haben in jeder dieser beiden Regierungsoptionen eigentlich mit zwei Gegnern in der Koalition zu tun, falls sie (wessen ich mir eben keineswegs sicher bin), wirklich in Sachen Klimapolitik was Substantielles erreichen möchten.

Ist mir aber auch wurscht, denn die Deutschen wollten eben gerade keine merkliche Richtungsänderung, das wurde ihnen, falls sie's selbst gerade mal vergessen zu haben drohten, dann in den Vorwahl-Exegesen und Kandidatentriell-Inszenierungen auch immer mal wieder so erklärt (insbesondere wenn die Anchormen in den Tagesthemen und dem Heutejournal ihre weitschweifigen "Einleitungen" zu den neuesten Umfrageergebnissen vom Stapel ließen.

Die Deutschen sind eindeutig nicht bereit, sich dem Problem des Klimawandels zu stellen. Sie halten sich die Augen und Ohren zu und denken, dass, wenn sie nur genug Druck auf ihre Politiker machen, sich die Naturgesetze danach richten werden. Das unterscheidet sie übrigens nicht von den US-Amerikanern oder Franzosen oder Briten oder...

Vorher schrieb ich's schon in einem anderen Forum: Die Deutschen brauche noch mindestens eine, vermutlich gar zwei Legislaturperioden, bis sich die Folgen unserer Vogel-Strauß-Politik so sehr aufgeschaukelt haben, dass ernsthaft deutsches Blut fließt. Zukünftige Flutkatastrophen und Dürren werden es irgendwann unmöglich machen, deren wirtschaftliche Folgen noch mit Zig-Milliarden-Plastern zu überkleben, wie es jetzt nach der Flutung des Ahrtals geschah: Das Geld wird nicht da sein, um an allen sich neu eröffnenden Fronten zur Wählerberuhigung ausgeschüttet zu werden: Für's Militär sollen Extra-Milliarden ausgegeben werden, die Babyboomer gehen in Rente, die unter Rot-Schwarz fahrlässige Digital-Politik wird ins wirtschaftliche Kontor schlagen, die Arm-Reich-Schere, was Bildungs- und Lebenschancen angeht, geht ständig weiter auseinander, die Coronapandemie ist noch nicht ausgestanden...
Und nun wird die Pendlerpauschalenerhöhung energischer verfolgt als die CO2-Bepreisung und so getan, als seien die bösen Ökos schuld, dass die Inflation auf etwas hinweist, was unausweichlich kommen wird: dass die Leute sich nicht mehr soviel Ressourcenverbrauch werden leisten können, dass Konsumverzicht zwingen kommen wird.

Statt dessen setzen drei von vier potentiell regierungsfähigen Parteien auf das Wünsch-Dir-Was-Mantra vom Wachstum. Heldenonkelfigur Olaf Scholz ganz vorneweg.

Vier weitere verlorene Jahre. Ich tippe sogar auf acht weitere verlorene Jahre. In einem Land, wo es schon eine eigentliche Selbstverständlichkeit wie die, dass die Blaunen nicht zur Regierungsbildung gebraucht werden, als großartige Sache bejubelt wird.
Ach, was reg ich mich groß auf? Unter den Erstwählern hat die FDP die meisten Stimmen bekommen. Die wollen es scheinbar auch nicht anders, warum sollte ich Kinderloser mir Sorgen hinsichtlich der nächsten Generationen machen, wenn die selbst es nicht so sonderlich interessiert?

Ich prophezeihe: In rund zehn Jahren, wird das Gejammer zu einer Lautstärke anschwellen, gegen das die Queerdenker-Demos von heute noch kindergeburtstagig wirken dürften.
Aber dann wird's zu spät sein, noch umzulenken. Und die Wand, gegen die wir ungebremst fahren, wird sich nicht um's Gejammer scheren und auch nicht, nur da die Deutschen Wähler "keine Veränderung mögen", beiseite springen.

jack-black antworten
3 Antworten
Lucan-7
(@lucan-7)
Beigetreten : Vor 12 Jahren

Beiträge : 15627

Tja.

Ich sehe es inzwischen ähnlich pessimistisch.

Wenn wissenschaftliche Prognosen, die sich in der Realität immer wieder bestätigen, lediglich als eine Alternative betrachtet werden, die allein durch genügend Ignoranz von selbst verschwinden wird - dann ist den Menschen tatsächlich nicht mehr zu helfen.

Klimaschutz wird erst dann eine Rolle spielen, wenn der Klimawandel und seine Auswirkungen von der Mehrheit nicht mehr geleugnet werden kann.
Dann wird das 2% Ziel längst Geschichte sein, und man wird über 4% und 5% Ziele sprechen, um die jährlichen Katastrophen zumindest auf dem Stand zu halten, der ein Überleben weiterhin möglich macht...

lucan-7 antworten
Suzanne62
(@suzanne62)
Beigetreten : Vor 4 Jahren

Beiträge : 7535
Veröffentlicht von: @jack-black

Die Grünen hatten es mit der Kür von Frau Baerbock zur Kanzlerkandidatin verbockt, einen Politikwechsel einzuleiten.

Ob sie mit Habeck mehr Stimmen geholt hätten, weiß man nicht.

Veröffentlicht von: @jack-black

Nun müssen sie, egal ob mit Jamaika oder Ampel, immer am Katzentisch neben der FDP sitzen

Von "Katzentisch" würde ich da nicht sprechen. Wenn sie sich mit der FDP auf eine gemeinsame Linie einigen können (was zwar schwierig, aber nicht ausgeschlossen scheint), befinden sich die beiden "kleinen" Parteien doch in einer recht komfortablen Situation: sie können Scholz und Laschet zum Kanzler-Casting antreten lassen und sich dann für denjenigen entscheiden, der das bessere Angebot macht.
Bisher haben sie ja bei ihren Vor-Sondierungen sehr professionell verhalten: da ist nichts nach draußen gedrungen.
Es ist doch auch nicht so, als hätte die FDP nicht kapiert, dass Klimaschutz kein Luxus , sondern zwingend notwendig ist.

suzanne62 antworten
Jack-Black
(@jack-black)
Beigetreten : Vor 2 Jahren

Beiträge : 2112
Veröffentlicht von: @suzanne62

Ob sie mit Habeck mehr Stimmen geholt hätten, weiß man nicht.

Die meisten Kaffeesatzleser vermuten das allerdings. 😉

Veröffentlicht von: @suzanne62

Es ist doch auch nicht so, als hätte die FDP nicht kapiert, dass Klimaschutz kein Luxus , sondern zwingend notwendig ist.

Meine These ist, dass die deutschen Wähler (so wie der weit überwiegende Teil der Bürger im Westen) das noch nicht kapiert haben. Und die FDP hat nur kapiert, dass es opportuner ist, Einsicht vorzutäuschen.

jack-black antworten
BeLu
 BeLu
Beiträge : 4166

Die Ergebnisse liegen recht nah an den letzten Umfragen, daher war der Ausgang der Wahl jetzt nicht so überraschend. Positiv finde ich, dass es an beiden politischen Rändern Verluste gegeben hat, auch wenn 10% für die AfD immer noch deutlich zu viel sind.

In gewisser Weise interessant finde ich, dass die FDP und die Grünen jetzt erst mal miteinander reden wollen. Je nachdem, wie diese Gespräche ausgehen, könnten sie entscheiden, ob es eher eine Ampel oder eine Jamaika-Koalition gibt.

belu antworten


Banji
 Banji
Beiträge : 3583

Woher kam denn der plötzliche Auftrieb für die SPD? Das hat mich überrascht, zudem Scholz einfach nur langweilig ist.
Welche Wähler sind wohin gewandert? Die Ex-Linken-Wähler vielleicht zu den Grünen oder zurück zur SPD, aber wohin die Ex-AfD-Wähler? Zurück zur CDU kanns ja nicht sein, die hat ja massiv Stimmen verloren.
Zurück zu den Nichtwählern? Zur FDP?

Ansonsten freue ich mich über das schöne Ergebnis für die Linken. Der Wermuttropfen: die blöden Direktmandate für die Linken.

banji antworten
25 Antworten
love.israel
(@love-israel)
Beigetreten : Vor 4 Jahren

Beiträge : 125
Veröffentlicht von: @banji

Woher kam denn der plötzliche Auftrieb für die SPD? Das hat mich überrascht, zudem Scholz einfach nur langweilig ist.

Genau deshalb wurde er gewählt: langweilig und hat sich keinen Fehler erlaubt. Sehr konzentriert und nicht besonders mitteilungsfreudig bei Interviews.

DKP, MLPD und auch Die Linke sind eben Relikte aus dem 19. Jahrhundert, die braucht kein Mensch mehr.

love-israel antworten
Banji
 Banji
(@banji)
Beigetreten : Vor 20 Jahren

Beiträge : 3583
Veröffentlicht von: @love-israel

Genau deshalb wurde er gewählt: langweilig und hat sich keinen Fehler erlaubt. Sehr konzentriert und nicht besonders mitteilungsfreudig bei Interviews.

In einem anderen Thread hieß es so ähnlich wie:
"Scholz wird gewählt. Aber keiner weiß warum."

😀

banji antworten
Liberatus
(@liberatus)
Beigetreten : Vor 20 Jahren

Beiträge : 130

Relikte aus dem 19. Jahrhundert

DKP, MLPD und auch Die Linke sind eben Relikte aus dem 19. Jahrhundert, die braucht kein Mensch mehr.

Wenn man das als Argument ernst nimmt, dann ist die Liste der entbehrlichen Relikte aber noch länger:

Eisenbahn, Auto, elektrisches Licht, Telefon, digitale Kommunikation, Operation unter Narkose, Sozialversicherung usw.

Auch die SPD ist übrigens so ein Relikt aus dem 19. Jahrhundert:

Als erste Vorläufer der Partei gelten der 1863 gegründete Allgemeine Deutsche Arbeiterverein und die 1869 gegründete Sozialdemokratische Arbeiterpartei, die sich 1875 zur Sozialistischen Arbeiterpartei Deutschlands zusammenschlossen. Ihren heutigen Namen gab sich die Partei 1890. Sie gilt als älteste noch bestehende Partei Deutschlands.
https://de.wikipedia.org/wiki/Sozialdemokratische_Partei_Deutschlands

liberatus antworten
Tamaro
 Tamaro
(@tamaro)
Beigetreten : Vor 5 Jahren

Beiträge : 1128
Veröffentlicht von: @liberatus

Wenn man das als Argument ernst nimmt, dann ist die Liste der entbehrlichen Relikte aber noch länger:

Veröffentlicht von: @liberatus

Eisenbahn, Auto, elektrisches Licht, Telefon, digitale Kommunikation, Operation unter Narkose, Sozialversicherung usw.

Jaaa, endlich mal jemand der's checkt! Danke! 😊

Die beliebten Bezeichnungen wie mittelalterlich, steinzeitlich, nicht mehr zeitgemäss usw. sind keine Argumente, nie.

tamaro antworten
paramaribo1954
(@paramaribo1954)
Beigetreten : Vor 9 Monaten

Beiträge : 510
Veröffentlicht von: @love-israel

DKP, MLPD und auch Die Linke sind eben Relikte aus dem 19. Jahrhundert, die braucht kein Mensch mehr.

Die ersten beiden genannten sind ja rein kommunistischen Parteien,
die brauchen wir wirklich nicht mehr. Die sind auch so gut wie tot.
Bei der Partei Die Linke wäre ich da nicht so sicher. Wenn die sich noch kräftig mausern würden, kämen in Zukunft noch wichtige Aufgaben zu.

P.

paramaribo1954 antworten
Alescha
(@alescha)
Beigetreten : Vor 20 Jahren

Beiträge : 6036
Veröffentlicht von: @banji

Welche Wähler sind wohin gewandert?

Bitteschön:
https://www.spiegel.de/politik/deutschland/bundestagswahl-2021-ergebnis-der-waehlerwanderung-im-detail-a-cebdad34-f727-4f07-b5d1-fe39d1245275

alescha antworten
Banji
 Banji
(@banji)
Beigetreten : Vor 20 Jahren

Beiträge : 3583

Oh, vielen Dank. Das war ja interessant.

banji antworten
Tinkerbell
(@tinkerbell)
Beigetreten : Vor 2024 Jahren

Beiträge : 1488

Echt?
Mich überrascht das nicht wirklich, vom Gefühl her wurde doch eh nicht nach Partei, sondern Kanzlerkandidat/in gewählt. Armin Laschet ist der nette Onkeltyp, aber eben niemand, den man ernsthaft auf internationalem Parkett sehen will. Die Grünen hätten bessere Chancen mit Robert Habeck gehabt - für die ältere, sehr konservative Wählerschaft ist Annalena Baerbock null attraktiv. Zu jung, nicht sonderlich sympathisch, zu bemüht, soll sich mal lieber um ihre Kinder kümmern. Olaf Scholz gewinnt dadurch, dass die beiden anderen noch schwächer sind als er und man sich an seine ganzen Klopse im Laufe der Zeit nicht so erinnert. Baerbocks Buch und Laschets Lachen bei Steinmeiers Rede waren gefühlt erst gestern - was der gute Olaf so alles im Laufe seiner politischen Karriere angestellt und wieder vergessen hat, gerät darüber ganz in Vergessenheit.

Interessant ist auch, dass die Erstwähler so scharf auf die FDP sind. Was nur einen Schluss zulässt: Man schaut weniger, was die tatsächlich wollen und vorhaben, sondern eher, was für ein Lebensgefühl einem das selbst verleiht - wer FDP wählt, wird bestimmt mal ein reicher Zahnarzt, Jurist oder Immobilienhai 😌 Gleich schon mal vorgesorgt!

tinkerbell antworten
BeLu
 BeLu
(@belu)
Beigetreten : Vor 20 Jahren

Beiträge : 4166
Veröffentlicht von: @tinkerbell

Interessant ist auch, dass die Erstwähler so scharf auf die FDP sind. Was nur einen Schluss zulässt: Man schaut weniger, was die tatsächlich wollen und vorhaben, sondern eher, was für ein Lebensgefühl einem das selbst verleiht - wer FDP wählt, wird bestimmt mal ein reicher Zahnarzt, Jurist oder Immobilienhai 😌 Gleich schon mal vorgesorgt!

Ich vermute eher, dass da das Thema Bürgerrechte mit rein gespielt hat, das sich die FDP auf die Fahnen geschrieben hat.
Dass die FDP eine Partei der Besserverdienenden ist, ist bei den Jüngeren vielleicht nicht so präsent. Sie ist ja auch seit mittlerweile 8 Jahren nicht mehr auf Bundesebene in Regierungsverantwortung.

belu antworten
Jack-Black
(@jack-black)
Beigetreten : Vor 2 Jahren

Beiträge : 2112

Ich hörte gestern bei der Gartenarbeit im Radio, dass im Vorfeld der Wahl Experten sich die Umweltpolitik- bzw. Klimawandel-Wahlprogramme der unterschiedlichen Partien angeschaut hätten und das der FDP dabei als das stimmigste abschnitt.

Junge Wähler hatten noch nicht die Gelegenheit wie meinereiner, das tatsächliche Treiben der FDP über die Jahrzehnte hinweg zu beobachten, und sind insofern, wenn sie sachthemengemäß wählen möchten, vermutlich stärker auf das angewiesen, was die Parteien so in ihren Wahlprogrammen stehen haben. Dass nirgends soviel gelogen wird wie vor Wahlen und nach der Jagd - diese Erfahrung kommt irgendwann später...

Veröffentlicht von: @belu

Dass die FDP eine Partei der Besserverdienenden ist, ist bei den Jüngeren vielleicht nicht so präsent.

Eigentlich sind die Grünen inzwischen die Partei der Besserverdienenden. Die FDP hatte in der Vergangenheit vor allem bei Leuten Stimmen geholt, die eine latente Sozialstatusverlust-Angst hatten: bei kleinbürgerlichen Spießern, die befürchteten, aus der Mittelschicht "runterzurutschen" mehr als bei der Besserverdienende Klientel, die sie de facto politisch "bedienten".

Inzwischen haben sie schlauerweise ein neues Narrativ in die Welt gesetzt: dass sich die sozialen und ökologischen Probleme nur durch technologischen Fortschritt lösen ließen. Das Narrativ sieht so aus: "Um dem Klimawandel zu begegnen, braucht Deutschland seinen technologischen Vorsprung, und für den braucht die Wirtschaft Steuersenkungen und keine sozialistischen Experimente." Das ist alter Wein in neuen Schläuchen und läuft auf den faktischen Markenkern der FDP hinaus, der darin besteht, "die Privaten" zu pampern. Aber dass dem so ist - das zu durchschauen braucht man schon ein wenig Langzeitbeobachtung. Für Neuwähler, die, seit sie denken können, nur CDU und SPD als Regierungsparteien auf Bundesebene kennen, ist die FDP im gleichen Maße "Oppositionspartei" wie es die LINKE oder die Grünen sind. Auch wenn das Geschäft, das einst die FDP in der Regierungskoalition betrieb: den Reichen zu geben und die Armen der römischen Dekadenz (sprich: als selbst schuld, weil faul) zu zeihen und alles, was wirtschaftspolitisch nicht neoliberal daherkommt, sofort unter Maxismus-Verdacht zu stellen, seit ihrem Wechsel in die Opposition ja brav von der CDU weiter betrieben wurde. Siehe die Rotes-Socken-Kampagne der an ihrem untauglichen Kanzlerkandidaten schier verzweifelnden Union, die ja nicht etwa darin bestand, christliche oder soziale Werte zu adressieren, sondern den Kapitalismus gegen die "rote Gefahr" zu verteidigen.
Was die Wahlkampfmanöver angeht, muß man vor der FDP den Hut ziehen: da verhielt sie sich smart. Übrigens auch insofern, als Herr Lindner als Posterboy schlicht besser und jünger aussieht als die Top-Kandidaten der anderen Parteien. Wer meint, das spiele keine Rolle, wird auch Wahlplakate für irrelevant halten.

jack-black antworten
JohnnyD
(@johnnyd)
Beigetreten : Vor 21 Jahren

Beiträge : 1340
Veröffentlicht von: @jack-black

sind insofern, wenn sie sachthemengemäß wählen möchten, vermutlich stärker auf das angewiesen, was die Parteien so in ihren Wahlprogrammen stehen haben.

So lernt man das im Sozialkundeunterricht. Das haben die Schüler richtig gemacht.

johnnyd antworten
Jack-Black
(@jack-black)
Beigetreten : Vor 2 Jahren

Beiträge : 2112

Richtig wählen

Veröffentlicht von: @johnnyd

So lernt man das im Sozialkundeunterricht. Das haben die Schüler richtig gemacht.

Naja, wenn man schlicht nicht die Zeit hat, sich über die, die da zur Wahl stehen, detailliert ein Bild zu machen, kommt das auch so ungefähr hin.

Dass inzwischen der Wahlomat gerade bei Neu-Wählern eine Relevanz hat, wissen freilich auch die Parteien und sehen zu, dass sie dort "gut abschneiden".

In anderem Zusammenhang wurde hier vor Monaten mal über KI diskutiert, und in dem Zusammenhang fiel mir einer der Vorteile von persönlichen Softwareagenten ein, die in der Zukunft womöglich (ich vermute: wahrscheinlich) einige unserer wichtigsten Entscheidungen für uns treffen werden. Unter anderem eben auch die Entscheidung, wo wir bei Wahlen unser Kreuz hin machen. Das wäre ja gemäß unseren Interessen relativ leicht optimierbar, wenn wir nur wüßten,

a) welche Parteien mit welchem Wahlprogramm antreten
b) welche Kandidaten mit welcher Abstimmungshistorie für die Parteien antreten
c) welche zukünftigen Koalitionen zukünftig möglich sind
d) was unsere tatsächlichen politischen Interessen sind

Für Ottonormalverbraucher scheitert es schon an a).
Wesentlich wichtiger als das, was auf dem Papier (oder der Parteien-Hompage) steht, ist allerdings schon mal b). Denn aus dem Abstimmungsverhalten in der Vergangenheit läßt sich verläßlicher auf das Abstimmungsverhalten in der Zukunft schließen, weil es in seiner Gesamtheit ja die wahren Intentionen der Abgeordneten besser abbildet.
Punkt c) ist wesentlich weniger Kaffeesatzleserei, wenn man all die Informationen mit einfließen lassen kann, die so in den Umfragen vor der Wahl zusammenkommen.
Punkt d) ist für die meisten Leute (da mag ich mich nicht ausschließen) scheinbar klar, tatsächlich aber verwechseln wir ständig unsere Interessen mit unseren Meinungen. Ein persönlicher Softwareagent wird mich zukünftig wesentlich besser kennen als ich mich selbst - weil der die Tatsachen von meinem durch Eitelkeit, Vergeßlichkeit und Manipulierbarkeit geprägten Selbstbild besser zu unterscheiden weiß. Wenn mein Softwareagent beispielsweise weiß, dass ich auf ein bestimmtes Medikament zu bezahlbaren Preisen angewiesen bin, mein eigentlicher Lieblingskandidat aber in der Vergangenheit bei Abstimmungen immer so votierte, dass im Fall seiner Wahl dieses Medikament höchstwahrscheinlich exorbitant teurer wird - dann wird er mich davor bewahren, diesem Kandidaten meine Stimme zu geben.
Wenn mein persönlicher Softwareagent über mich weiß, dass ich drei Kinder und sieben Enkel habe, zu denen allen ich in regem persönlichen Kontakt stehe, wird er, davon ausgehend, dass mir sehr viel an diesen jungen Leuten liegt, bei einem Wahlvorschlag auch deren (zukünftige) Interessen mit berücksichtigen und z.B. den Kandidaten, der gegen ein einzuführendes Tempolimit (und allgemein gegen alles, was das private Autofahren einschränken würde) streitet, nicht vorschlagen, obwohl ich doch auch gegen ein Tempolimit und für billigen Sprit bin. Denn mein Softwareagent weiß, dass ich in der Praxis allerhöchstens einmal im Jahr für knappe 3 Kilometer mal über 130 km/h fahre, Spritpreiserhöhungen darüberhinaus mein Finanzbudget überhaupt nicht spürbar belasten würden - kurz: dass mein Kriterium, dessentwegen ich jenen Kandidaten womöglich wählen würde, für mich praktisch irrelevant ist - während aber eben dieser Kandidat für eine Politik auf Kosten kommender Generationen steht und damit mein persönliches Interesse an einer glücklichen Zukunft meiner Kinder und Enkel durch seine Wahl gravierend beeinträchtigt würde. (Eine gegensätzliche Interessenlage ist ebenso möglich: Dass ich keine Kinder und überhaupt keine relevanten sozialen Beziehungen zu Jüngeren habe, aber viel mit dem Auto unterwegs bin, regelmäßig dabei schnell fahre und ein durchaus hoher Anteil meiner regelmäßigen Kosten an den Tankstellen entsteht...)

Richtig zu wählen (hinsichtlich unserer tatsächlichen Interessen) ist eigentlich eine Kunst, die wir mangels Informationen und mangels der Fähigkeit, komplexe Zusammenhänge zu überblicken, kaum hinkriegen. Indem ich als älterer Wähler ein bißchen mehr Erfahrungswissen über die Parteien und Kandidaten mitbringe, befinde ich mich in einem ziemlich geringen Wissensvorsprung zu den Neuwählern - gemessen daran, wie groß der Wissensvorsprung eines persönlichen Softwareagenten wäre, der Zugriff nicht nur auf die Informationen über Kandidaten und Parteien, sondern auch über mich und meinen Lebensstil hätte.

jack-black antworten
Lucan-7
(@lucan-7)
Beigetreten : Vor 12 Jahren

Beiträge : 15627

Manche Leute halten außerirdisches Leben in weiteren Dimensionen für denkbar... andere glauben an "Softwareagenten", die uns verlässlich beraten können...

Hat halt jeder so seine Macken 😉

lucan-7 antworten
Jack-Black
(@jack-black)
Beigetreten : Vor 2 Jahren

Beiträge : 2112
Veröffentlicht von: @lucan-7

andere glauben an "Softwareagenten", die uns verlässlich beraten können...

Der Wahlomat ist schon so ein Softwareagent, das von mir oben dargelegte Konzept ist ja nun keine Zauberei, sondern würde ähnlich wie der Wahlomat funktionieren - nur, dass da eben mehr Paratmeter mit einfließen würden.

Ich würde entsprechend eine Wette anbieten, weiß aber nicht, wie meine finanziellen Angelegenheiten in 20 Jahren aussehen.

Veröffentlicht von: @lucan-7

Hat halt jeder so seine Macken 😉

Kein Dissens in dieser Frage. 😛

jack-black antworten
Jigal
 Jigal
(@jigal)
Beigetreten : Vor 2 Jahren

Beiträge : 2748

Der Wahl o Mat verarbeitet die komplexen Wahlprogramm und wird von der Bundeszentrale für politische Bildung gefüttert.

Ich kenne übrigens zwei Erstwähler die sich genau Herrn Habeck und Herrn Lindner live angeschaut haben.

jigal antworten
Lucan-7
(@lucan-7)
Beigetreten : Vor 12 Jahren

Beiträge : 15627
Veröffentlicht von: @jack-black

Der Wahlomat ist schon so ein Softwareagent, das von mir oben dargelegte Konzept ist ja nun keine Zauberei, sondern würde ähnlich wie der Wahlomat funktionieren - nur, dass da eben mehr Paratmeter mit einfließen würden.

Dass man den Wahl-O-Mat noch weiter optimieren und personalisieren kann steht außer Frage... da wird in Zukunft sicher noch einiges passieren.

Meine Kritik bezieht sich eher auf deine Einschätzung, dass irgendwann eine KI uns und unsere Bedürfnisse besser kennt als wir selbst... und auch in der Lage ist, auf dieser Basis Entscheidungen in unserem Interesse zu fällen.

Die Folge: "Ich brauche ein bestimmtes Medikament" - "Partei X will Medikamente teurer machen" - "Ich wähle daher besser Partei Y" ist ja noch nachvollziehbar.

Aber Wahlentscheidungen sind ja wesentlich komplexer als das - und sie lassen sich kaum in mathematische Formeln pressen. Geschweige denn, dass unsere "wahren Bedürfnisse" erkannt werden könnten - denn da gibt es immer wieder Widersprüche.

So handeln Raucher oder Extremsportler gegen ihr gesundheitliches Interesse. Und ein Rechtspopulist mag sich selbst dann bestätigt fühlen, wenn die von ihm gewählte Partei dafür sorgt, dass es ihm persönlich wirtschaftlich schlechter geht - Hauptsache irgendwer anders leidet noch mehr!

Dass eine KI irgendwann in der Lage sein wird, die konfuse Lage menschlicher Bedürfnisse und Neigungen sinnvoll zu kategorisieren... das halte ich für ausgeschlossen.

Man sollte das Bedürfnis der Menschen, unvernünftige Dinge zu tun nicht unterschätzen...

lucan-7 antworten
Jack-Black
(@jack-black)
Beigetreten : Vor 2 Jahren

Beiträge : 2112
Veröffentlicht von: @lucan-7

Man sollte das Bedürfnis der Menschen, unvernünftige Dinge zu tun nicht unterschätzen...

Ja. Es soll ja auch Allergiker geben, die es bevorzugen, Speisekarten, verfasst in für sie unbekannten Sprachen, im Restaurant zu deuten, statt einfach den Kellner zu fragen, ob in Tagesmenü Nr.3 nun Nüsse enthalten sind oder nicht.

Jeder nach seiner Facon. Sobald sich herauskristallisiert, dass eine Software besser für mich entscheidet, als ich selbst das vermöchte, werde ich diese Software - wenn ich sie denn bezahlen kann* - auch entsprechend nutzen.

Allein schon, weil ich dann, wenn ich mich nach der Wahl über die Politik der gerade von mir gewählten Partei ärgere, dann wieder jemanden habe, dem ich die Schuld für meine "Unvernunft" zuschieben kann. 😊

*Die Konkurrenz auf diesem Gebiet wird meiner Hoffnung nach die Preise schnell drücken.

jack-black antworten
Lucan-7
(@lucan-7)
Beigetreten : Vor 12 Jahren

Beiträge : 15627
Veröffentlicht von: @jack-black

Sobald sich herauskristallisiert, dass eine Software besser für mich entscheidet, als ich selbst das vermöchte, werde ich diese Software - wenn ich sie denn bezahlen kann* - auch entsprechend nutzen

Das mag für dich zutreffen. Andere werden dieselbe Software aus demselben Grund vehement ablehnen.

Seitdem wir wieder mal erleben durften, wie massiv Menschen Maßnahmen ablehnen, die darauf abzielen ihr eigenes Leben zu retten bin ich da wenig optimistisch.

Veröffentlicht von: @jack-black

Allein schon, weil ich dann, wenn ich mich nach der Wahl über die Politik der gerade von mir gewählten Partei ärgere, dann wieder jemanden habe, dem ich die Schuld für meine "Unvernunft" zuschieben kann. 😊

Das wäre wohl das einzig relevante Verkaufsargument... 😉

lucan-7 antworten
Suzanne62
(@suzanne62)
Beigetreten : Vor 4 Jahren

Beiträge : 7535
Veröffentlicht von: @tinkerbell

wer FDP wählt, wird bestimmt mal ein reicher Zahnarzt, Jurist oder Immobilienhai 😌 Gleich schon mal vorgesorgt!

Nö. Der Direktkandidat für meinen Wahlkreis ist selbstständiger Elektriker-Meister.
Und wenn ich mich so in der FDP hier vor Ort umschaue: Ja, da gibt es tatsächlich einen Immobilienmakler - allerdings kein "Hai", sondern es handelt sich um ein alteingesessenens Familienunternehmen, das zwar (bäh, pfui!) mit seinen Mietshäusern Geld verdient, aber es handelt sich durchweg um bezahlbare Wohnungen, die in gutem Zustand gehalten werden.
Und ja, es gibt da auch ein paar Mediziner und Juristen, vor allem aber viele Handwerker, Gastronomen und Einzelhändler - grundsolide, anständige und hart arbeitende Menschen, vor denen ich den größten Respekt habe und deren Horror vor einem weiteren Lockdown ich uneingeschränkt teile.

suzanne62 antworten
JohnnyD
(@johnnyd)
Beigetreten : Vor 21 Jahren

Beiträge : 1340
Veröffentlicht von: @tinkerbell

Interessant ist auch, dass die Erstwähler so scharf auf die FDP sind. Was nur einen Schluss zulässt: Man schaut weniger, was die tatsächlich wollen und vorhaben, sondern eher, was für ein Lebensgefühl einem das selbst verleiht - wer FDP wählt, wird bestimmt mal ein reicher Zahnarzt, Jurist oder Immobilienhai 😌 Gleich schon mal vorgesorgt!

Ich schließe etwas anderes daraus:
Die jungen Wähler wollen mehr Bewegung sehen und zwar konstruktiv. Daher kommen nur kleinere Parteien in Frage, die Aussicht auf Regierungsbeteiligung haben. Extremparteien wurden ausgeschlossen.
Wahlen werden weiterhin in der Mitte gewonnen.

johnnyd antworten
lhoovpee
(@lhoovpee)
Beigetreten : Vor 6 Jahren

Beiträge : 2240
Veröffentlicht von: @banji

Woher kam denn der plötzliche Auftrieb für die SPD?

Von Laschet 😀

lhoovpee antworten
tristesse
(@tristesse)
Beigetreten : Vor 2024 Jahren

Beiträge : 17058

Das war lustig 😀

tristesse antworten
Banji
 Banji
(@banji)
Beigetreten : Vor 20 Jahren

Beiträge : 3583

Vielleicht auch von Baerbock? Oder von der Einsicht der Wähler: Sooo schlecht ist die SPD nun auch wieder nicht? Oder von Wahlrückkehrern aus der Linken?

banji antworten
lhoovpee
(@lhoovpee)
Beigetreten : Vor 6 Jahren

Beiträge : 2240

Die größten Schwung an Zugewinne hat die SPD durch ehemalige CDU-Wähler erhalten. 16,6% der SPD-Wähler haben 2017 CDU gewählt. 10,4% der SPD-Wähler waren 2017 Nicht-Wähler. 6,9% haben 2017 Die Linke gewählt. Nur 5,8% der SPD Wähler haben 2017 Grün gewählt.

https://www.zeit.de/politik/deutschland/2021-09/waehlerwanderung-bundestagswahl-2021-wahlergebnis-stimmen-parteien

lhoovpee antworten
MrOrleander
(@mrorleander)
Beigetreten : Vor 19 Jahren

Beiträge : 2133
Veröffentlicht von: @banji

Woher kam denn der plötzliche Auftrieb für die SPD? Das hat mich überrascht, zudem Scholz einfach nur langweilig ist.

Aber er hat keine Fehler gemacht. Jedenfalls nicht im Wahlkampf. Und die Fehler seiner Vergangenheit ließen sich nicht in Stimmen für die Grünen oder die CDU ummünzen.

mrorleander antworten
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