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Irankrieg

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Martha
 Martha
Themenstarter
Beiträge : 1349

Guten Abend.

Meine Gedanken sind in Israel.

Die USS Ford (Flugzeugträger) wird morgen in Haifa erwartet. Es fliegen ständig F16-Jets in den Norden, um die Hisbollah in Schach zu halten. Es sind unterirdisch Krankenhäuser eingerichtet. Im TV werden die Leute über versch. Angriffszenarien unterrichtet.

Es liegt Unheil in der Luft. Jede*r weiß, daß das, was kommt, furchtbar wird. Weil Krieg immer furchtbar ist. Und man kann dem nicht entfliehen. 

Gott, schütze Israel.

 

 

 

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552 Antworten
Martha
 Martha
Themenstarter
Beiträge : 1349

Berichten von Iran International und weiteren Medien wie der Bild-Zeitung zufolge haben die iranischen Behörden das Mindestalter für die Teilnahme an kriegsbezogenen Unterstützungsrollen im März 2026 sogar auf zwölf Jahre gesenkt. 

Ein Vertreter der iranischen Revolutionsgarden (IRGC) gab bekannt, dass Kinder ab 12 Jahren nun offiziell für "kriegsbezogene Unterstützungsrollen" und Sicherheitsdienste, wie Patrouillen in Teheran, rekrutiert werden

Beobachter wie Iran International vermuten, dass das Regime aufgrund hoher Verluste unter den regulären Sicherheitskräften und sinkender Moral auf Minderjährige zurückgreift.

Quellen:

"Children as young as 12 can join war support, IRGC says", iranintl.com, Mar 26, 2026, 12:33 GMT,

"Wenn sie sich freiwillig melden - Kinder ab zwölf sollen in Teheran patrouillieren", mbild.de, 26.03.2026

martha antworten
9 Antworten
Jigal
 Jigal
(@jigal)
Beigetreten : Vor 6 Jahren

Beiträge : 5557

@martha Eigentlich ist das Mindestalter 17, steht vermutlich in den Genfer Konventionen.

 

jigal antworten
Lucan-7
(@lucan-7)
Beigetreten : Vor 15 Jahren

Beiträge : 28054

@martha 

Berichten von Iran International und weiteren Medien wie der Bild-Zeitung zufolge haben die iranischen Behörden das Mindestalter für die Teilnahme an kriegsbezogenen Unterstützungsrollen im März 2026 sogar auf zwölf Jahre gesenkt. 

Ein Vertreter der iranischen Revolutionsgarden (IRGC) gab bekannt, dass Kinder ab 12 Jahren nun offiziell für "kriegsbezogene Unterstützungsrollen" und Sicherheitsdienste, wie Patrouillen in Teheran, rekrutiert werden

Beobachter wie Iran International vermuten, dass das Regime aufgrund hoher Verluste unter den regulären Sicherheitskräften und sinkender Moral auf Minderjährige zurückgreift.

Mit solchen Berichten bin ich etwas vorsichtig...

Iran International gehört der Opposition an, und die Bild schreibt eh was sie will. Und diese Behauptung passt halt sehr gut zu den Einsätzen der Kindersoldaten, die im Iran-Irak Krieg eiskalt in die Minenfelder getrieben wurden, um sie auf diese Weise zu räumen.

Nun ist das immer noch dieselbe Regierung, und die würde sicher nicht zögern, so etwas wieder zu tun... aber ich denke nicht, dass die derartige Einsätze zu diesem Zeitpunkt nötig hätte. Und ich glaube auch nicht, dass sie dem Ausland eine solche propagandistische Vorlage liefern würde - die Erzählung passt einfach zu gut: Die iranische Regierung ist am Ende und muss Kinder rekrutieren, so wie damals, als die Jungen skrupellos in den Tod geschickt wurden.

Es kann sein, dass das der Wahrheit entspricht. Aber ich halte auch Propaganda für denkbar. Da muss man mit allen Berichten von allen Seiten zur Zeit wirklich sehr vorsichtig sein.

lucan-7 antworten
Martha
 Martha
(@martha)
Beigetreten : Vor 3 Jahren

Beiträge : 1349

@lucan-7 

Da muss man mit allen Berichten von allen Seiten zur Zeit wirklich sehr vorsichtig sein.

Sicherlich. 

Nur der Vollständigkeit halber: "RadioFreeEuropa/RadioLiberty" und "The Times of Israel" berichten auch darüber. 

martha antworten
Lucan-7
(@lucan-7)
Beigetreten : Vor 15 Jahren

Beiträge : 28054

@martha 

Nur der Vollständigkeit halber: "RadioFreeEuropa/RadioLiberty" und "The Times of Israel" berichten auch darüber. 

Die werden solche Meldungen auch dankbar aufgreifen.

Eindeutig wäre es, wenn die Revolutionsgarden selbst dergleichen bestätigen. Dann ist es klar.

So weiss man es halt nicht genau...

 

lucan-7 antworten
Martha
 Martha
(@martha)
Beigetreten : Vor 3 Jahren

Beiträge : 1349

@lucan-7 

Eindeutig wäre es, wenn die Revolutionsgarden selbst dergleichen bestätigen.

Auf die Gefahr hin, dass ich penetrant wirke:

Hier kündigt Rahim Nadali, stellv. Kommandeur der Revolutionsgarden für Groß-Teheran, am Donnerstag, 26.03.26, im staatl. Fernsehen #Iran die Umsetzung eines Plans zur Rekrutierung von Bürgern "ab 12 Jahren" für den Sicherheitsdienst an.

Du findest diesen Clip auf Instagramm, Facebook und x, der Screenshot stammt vom Account eines franz. Reporters, Armin Arefi. 

 

 

martha antworten
Lucan-7
(@lucan-7)
Beigetreten : Vor 15 Jahren

Beiträge : 28054

@martha 

Auf die Gefahr hin, dass ich penetrant wirke:

Nö... es ist doch gut, wenn man etwas nachträglich verifizieren kann. 

Ich habe ja nicht gesagt, dass es definitiv falsch ist - nur dass man mit Informationen vorsichtig sein sollte.

Ich habe das inzwischen auch aus anderen Quellen gehört, es scheint also tatsächlich etwas dran zu sein.

Für mich etwas seltsam, denn wenn das wahr ist, dann wäre die iranische Armee verzweifelter als es momentan den Anschein hat. Und dann wundert es mich, dass dergleichen Signale so offen nach aussen getragen werden.

 

lucan-7 antworten
Martha
 Martha
(@martha)
Beigetreten : Vor 3 Jahren

Beiträge : 1349

@lucan-7 

wenn das wahr ist, dann wäre die iranische Armee verzweifelter als es momentan den Anschein hat. 

Du hörst ja auch bei Heinrich 'rein, wie ich hier las. 

Seinen - und anderen Berichten - zufolge würde ich die iran. Armee  nicht unbedingt als verzweifelt einschätzen.

Sie sind einfach anders. Shiiten (so genannte "12er Schiiten"), die das Ganze mit sich und ihrem Glauben ausmachen (hier empfehle ich Torsten Frey).

Vllt sehen sie 12Jährige mit anderen Augen. Man kann ja auch nachlesen, dass sie zu früheren Aufständen Kinder in diesem Alter gefoltert haben. 

Vllt wird man in dieser Glaubensgemeinschaft eher zum Mann, als anderswo? 

martha antworten
Martha
 Martha
(@martha)
Beigetreten : Vor 3 Jahren

Beiträge : 1349

Nachtrag zu

Hier empfehle ich Torsten Frey.

Sorry, ich meine Tom David Frey. 😄

martha antworten
Lucan-7
(@lucan-7)
Beigetreten : Vor 15 Jahren

Beiträge : 28054

@martha 

Du hörst ja auch bei Heinrich 'rein, wie ich hier las. 

Seinen - und anderen Berichten - zufolge würde ich die iran. Armee  nicht unbedingt als verzweifelt einschätzen.

Richtig. Ich weiss seine Analysen vor allem deshalb zu schätzen, weil er in seinen Einschätzungen immer sehr vorsichtig ist. Also, was kann man aufgrund der Quellen ziemlich sicher sagen, und was muss man eher mit Vorsicht betrachten?

Es ist ziemlich sicher, dass die iranische Armee nach wie vor funktioniert... aber wie gut das Zusammenspiel funktioniert, das ist dann doch fraglich.

Einzelne Kommendeure sind nach wie vor in der Lage, Drohnen und Raketen abzuschiessen. Und man ist in der Lage, die Schiffe in der Hormus Passage zu bedrohen.

Wie sehr das alles noch koordiniert abläuft... das vermag aber keiner von ausserhalb so recht einzuschätzen.

 

Sie sind einfach anders. Shiiten (so genannte "12er Schiiten"), die das Ganze mit sich und ihrem Glauben ausmachen (hier empfehle ich Torsten Frey).

Vllt sehen sie 12Jährige mit anderen Augen. Man kann ja auch nachlesen, dass sie zu früheren Aufständen Kinder in diesem Alter gefoltert haben. 

12 Jahre alte Kinder können in keinem Fall mit erwachsenen Soldaten mithalten. Ihr Einsatz ist daher immer ein Akt der Verzweiflung. Ein Land, das noch an seiner Zukunft interessiert ist, schickt nicht seine Kinder sinnlos in den Krieg.

Im Irak Krieg war das noch etwas anders, weil die Minenräumung - bei aller Grausamkeit - noch militärisch sinnvoll war. Der Iran hatte jede Menge Einwohner, ein paar tausend tote Kinder spielten da keine Rolle, wenn man eiskalt mathematisch vorging.

Gegen die US-Armee können 12 jährige allerdings nichts ausrichten. Sie können weder Bodentruppen aufhalten noch Kampfjets abschiessen. Dafür braucht es qualifiziertere Kräfte.

Insofern würde ich das als klares Zeichen militärischer Schwäche werten...

lucan-7 antworten


Jigal
 Jigal
Beiträge : 5557

@martha Israel nach den Parlamentswahlen | H. Marquardt im Gespräch mit Johannes Gerloff #164 (02/04/2015)

Brennpunkt Nahost nach der Wahl 2015, Bibi wurde wiedergewählt, inzwischen ist er der Ministerpräsident mit der längsten Amtszeit. Aktuell ist damals schon gab es Leute in Deutschland die meinten er wäre rechts und er solle weg.

Die Israelis haben anders gewählt.

Interessant ist dabei, von Frau Livni hört man gar nichts mehr, Araber wählen die Partei von Lieberman, der eigentlich weiter rechts ist als der Likud.

 

jigal antworten
2 Antworten
Martha
 Martha
(@martha)
Beigetreten : Vor 3 Jahren

Beiträge : 1349

@jigal 

Brennpunkt Nahost nach der Wahl 2015, Bibi wurde wiedergewählt

Wenn Ofer Waldmann richtig liegt, würden aktuell 80% Israelis den aktuellen Einsatz im Irankrieg befürworten und 40% Netanyahu wiederwählen.

Er wird nach wie vor verantwortlich für den Sicherheitsdefekt am 07.10.23 gemacht.

Und genauso, wie er die Verantwortung für den 12-Tag-Krieg und die aktuellen  Einsätze im Iran übernimmt, soll er auch die Verantwortung für die Niederlage von damals übernehmen. 

(Quelle: Ofer Waldman, Historiker und Leiter des Tel Aviv-Büros der Heinrich-Böll-Stiftung bei Lanz am 25.03.26)

martha antworten
Jigal
 Jigal
(@jigal)
Beigetreten : Vor 6 Jahren

Beiträge : 5557

@martha Nun deutsche Parteien würden sich über 40 % freuen. Interessant in dem Beitrag ist ja auch, man kann Israel nicht mit Deutschland vergleichen. Johannes schätzt  Bibi politisch als konservativ wie CDU ein.  In den deutschen Medien ist er eher weiter rechts.

jigal antworten
AWHler
 AWHler
Beiträge : 1408

@martha 

Lese gerade die neuesten, völlig entfesselten Verlautbarungen und Zerstörungsankündigungen Trumps ... und wenn es nicht wieder seine Spielchen sind im Zugehen auf die nächsten 24 Stunden und die kommenden Tage, dann befürchte ich, dass der Geisteskranke tatsächlich austickt ... 

https://www.spiegel.de/

L'Chaim

awhler antworten
1 Antwort
Martha
 Martha
(@martha)
Beigetreten : Vor 3 Jahren

Beiträge : 1349

@awhler 

Lese gerade die neuesten, völlig entfesselten Verlautbarungen und Zerstörungsankündigungen Trumps ..

Leider finde ich über deinen Link diese Verlautbarungen nicht. Meinst du Trumps Post auf Truth Social, der mit den Worten "God Bless the Great People of Iran" endet?

Um den Wahnsinn vollkommen zu machen, sollen wohl junge Iraner und Amtsträger Menschenketten um Kraftwerke und andere wichtige Einrichtungen bilden, um diese als "menschliche Schutzschilde" vor US-Luftangriffen zu bewahren.

 

 

martha antworten


Martha
 Martha
Themenstarter
Beiträge : 1349

Mittwoch nach Ostern

Eins kann wohl aktuell festgehalten werden: 

Diese ganze Aktion, wie sie sich darstellt, hat die Umstrukturierung der geopolitischen Gemengelage im Nahen Osten stark  beschleunigt. 

 

martha antworten
16 Antworten
DerElch
(@derelch)
Beigetreten : Vor 24 Jahren

Beiträge : 1899

@martha 

Was denn für eine Umstrukturierung?

derelch antworten
Martha
 Martha
(@martha)
Beigetreten : Vor 3 Jahren

Beiträge : 1349
Veröffentlicht von: @derelch

@martha 

Was denn für eine Umstrukturierung?

Die USA spielen eine zentrale Rolle bei der Sicherung der Straße von Hormus und wollen verhindern, dass diese blockiert wird.

An diesem Punkt, der im Iran-Irak-Krieg schon mal sehr präsent war (1979ff), ist Trump wieder angekommen und muss sich fragen lassen, ob Amerika tatsächlich noch Teil einer globalen Seemacht ist (einen Supermachstatus besitzt), oder sich von anderen diktieren lassen muss, wer passieren darf und zu welchem Preis.

Anders herum gesehen wird die Welt weniger abhängig von einer Ordnungsmacht und dadurch komplexer, aber auch instabiler. China und Russland bieten schon mal Hilfe an...

martha antworten
Lucan-7
(@lucan-7)
Beigetreten : Vor 15 Jahren

Beiträge : 28054

@martha 

An diesem Punkt, der im Iran-Irak-Krieg schon mal sehr präsent war (1979ff), ist Trump wieder angekommen und muss sich fragen lassen, ob Amerika tatsächlich noch Teil einer globalen Seemacht ist (einen Supermachstatus besitzt), oder sich von anderen diktieren lassen muss, wer passieren darf und zu welchem Preis.

Das ist keine Frage des Könnens, sondern des Wollens.

Natürlich ist es für die USA militärisch kein Problem, die Straße von Hormus zu sichern. Dazu müsste allerdings ein nicht unerheblicher Teil der Küste besetzt und gesichert werden. Dafür sind auch die Mittel vorhanden - aber das wäre dann ein "richtiger Krieg", den Trump ja gar nicht führen wollte.

Es ist also keine Frage der militärischen Möglichkeiten, sondern des politischen Willens.

lucan-7 antworten
Martha
 Martha
(@martha)
Beigetreten : Vor 3 Jahren

Beiträge : 1349

@lucan-7 

keine Frage der militärischen Möglichkeiten, sondern des politischen Willens.

Es ist nicht nur „Wollen vs Können“, fast wichtiger ist: „zu welchem Preis und mit welcher Eskalationskontrolle“.

martha antworten
Lucan-7
(@lucan-7)
Beigetreten : Vor 15 Jahren

Beiträge : 28054

@martha 

Es ist nicht nur „Wollen vs Können“, fast wichtiger ist: „zu welchem Preis und mit welcher Eskalationskontrolle“.

Genau darum geht es ja beim "Wollen": Ist man politisch dazu bereit, den notwendigen Preis zu bezahlen?

Die USA hätten rein militärisch den Vietnamkrieg locker gewinnen können. Aber das hätte dann eben hunderttausende von weiteren toten US-Soldaten bedeutet - und diesen Preis wollte niemand mehr für einen derartig sinnlosen Krieg bezahlen. So etwas hätte die Regierung auch nicht mehr durchsetzen können. Und deshalb haben die USA den Krieg beendet.

Es geht also nicht allein um die militärisch-technische Umsetzbarkeit - sondern eben auch um den Willen, die militärischen Notwendigkeiten auch umzusetzen.

Deshalb geht es in einem Krieg ja auch immer darum, eben diesen Willen zu brechen... also den Gegner zur Aufgabe zu bewegen. Und das hängt nicht immer allein von der militärischen Stärke des Gegners ab - sondern von dessen Bereitschaft, den Krieg weiter zu führen.

lucan-7 antworten
DerElch
(@derelch)
Beigetreten : Vor 24 Jahren

Beiträge : 1899

@lucan-7 

Die USA hätten rein militärisch den Vietnamkrieg locker gewinnen können.

Das ist eine hanebüchene Behauptung. 20 Jahre hatten sie für das "locker" Zeit.  

derelch antworten
Lucan-7
(@lucan-7)
Beigetreten : Vor 15 Jahren

Beiträge : 28054

@derelch 

Das ist eine hanebüchene Behauptung. 20 Jahre hatten sie für das "locker" Zeit. 

Es gibt einen Unterschied zwischen "militärisch" und "politisch".

Hätten die USA gegen Vietnam den gleichen Aufwand betrieben wie gegen das "3. Reich", dann hätten sie diesen Krieg auch gewonnen. Oder willst du etwa behaupten, Nordvietnam sei eine militärische Supermacht gewesen, die den USA ebenbürtig war? Dann hätten die ja längst ganz Asien beherrschen müssen...

Die USA waren aber politisch nicht dazu bereit, derartig viel zu investieren. Denn dafür hätten sie eine Invasion mit Bodentruppen im Norden Vietnams durchführen müssen. Dann wären die Verluste unter US Soldaten aber untragbar hoch gewesen - das hätte sich politisch nicht durchsetzen lassen. Was aber nichts daran ändert, dass die militärischen Voraussetzungen dafür gegeben waren.

Wäre die Bevölkerung der USA von der Notwendigkeit dieses Krieges überzeugt gewesen und hätten sich entsprechend viele Freiwillige gemeldet - dann wäre die Sache vermutlich anders ausgegangen.

Aber die militärischen Ressourcen, die man bereit war in diesen Krieg zu stecken - insbesondere die Verluste an Menschenleben, die man bereit war zu akzeptieren - waren begrenzt. Deshalb hat man die Niederlage letztlich akzeptiert.

lucan-7 antworten
Jack-Black
(@jack-black)
Beigetreten : Vor 5 Jahren

Beiträge : 5912

@lucan-7 Aber die militärischen Ressourcen, die man bereit war in diesen Krieg zu stecken - insbesondere die Verluste an Menschenleben, die man bereit war zu akzeptieren - waren begrenzt.

Also nix mit "locker".

jack-black antworten
Lucan-7
(@lucan-7)
Beigetreten : Vor 15 Jahren

Beiträge : 28054

@jack-black 

Also nix mit "locker".

Nach militärischen Gesichtspunkten, wo Menschenleben einfach nur Ressourcen sind, die verrechnet werden, wäre der Sieg "locker" möglich gewesen. Die USA haben genug Einwohner, um sich notfalls eine Million Tote leisten zu können. Und so viele wären es vermutlich gar nicht gewesen.

Politisch hätte man das natürlich weniger "locker" gesehen... aber das habe ich ja geschrieben.

lucan-7 antworten
Jack-Black
(@jack-black)
Beigetreten : Vor 5 Jahren

Beiträge : 5912

@lucan-7 Nach militärischen Gesichtspunkten, wo Menschenleben einfach nur Ressourcen sind, die verrechnet werden, wäre der Sieg "locker" möglich gewesen.

Das ist keine militärische*, sondern eine militaristische Betrachtungsweise. Der gemäß dann also jeder Phyrrussieg als locker bezeichnet werden könnte.

Locker bedeutet indes nicht: rechnerisch überlegen. Sondern es bedeutet: mühelos, ohne nennenswerten Aufwand.

Ein Sieg, der mehrere hunderttausende Gefallene auf der eigenen Seite bedeutet, ist kein lockerer, sondern ein teuer erkaufter Sieg.

Nach Deiner militaristischen Perspektive, die mir nun schon des öfteren in unterschiedlichen Zusammenhängen aufgefallen ist und die sich freilich mit dem zeitgeistigen Militarismus nach der obrigkeitlich verkündeten "Zeitenwende" deckt, könnte man ja dann wieder denen zustimmen, die behaupteten, das wilhelminische Reichsheer sei im Felde eigentlich unbesiegt geblieben und hätte den ersten Weltkrieg locker gewinnen können, wenn ihm nicht dummerweise von der Heimatfront aus der Dolch in Form mangelnden politischen Rückhalts in den Rücken gerammt worden wäre.

 

*Eine militärische Betrachtungsweise bezieht alle wirksamen Faktoren mit in ihre Analysen ein, unter anderem auch, welche militärischen Ressourcen tatsächlich zur Verfügung stehen und nicht nur zur Verfügung stünden, falls sie zur Verfügung gestellt würden. Mit dem, was einem von der Politik zur Verfügung gestellt werden sollte, lässt sich allein noch kein Gegner besiegen, schon erst recht nicht locker. Die vielen hunderttausend Mann Kanonenfutter, mittelst denen der von Dir behauptete lockere Sieg in Vietnam erreicht worden wäre, standen dem us-amerikanischen Militär de facto nicht zur Verfügung. Die nucleare Option hingegen verbot sich wegen China. Deswegen verlor es, das us-amerikanische Militär, diesen Krieg für sein Land militärisch. Und das war auch gut so.

Besser noch wäre es übrigens gewesen, wenn diese Lektion etwas besser verstanden worden wäre. Aber nun nimmt man ja gerade die Gelegenheit wahr, Geschichte sich wiederholen zu lassen; und da passt das Personal zum Sprichwort: Als Farce.

jack-black antworten
Lucan-7
(@lucan-7)
Beigetreten : Vor 15 Jahren

Beiträge : 28054

@jack-black 

Das ist keine militärische*, sondern eine militaristische Betrachtungsweise. Der gemäß dann also jeder Phyrrussieg als locker bezeichnet werden könnte.

Das wäre es, wenn es für mich die einzig relevante Sichtweise wäre - aber das ist es nicht. Denn selbstverständlich zählt jedes einzelne Menschenleben.

Nur: Im Krieg zählt eben nicht mehr das einzelne Menschenleben, sondern die Ressourcen. Und die Ressource "Mensch" ist ebensowenig endlos vorhanden wie die Ressource "Munition" oder "Treibstoff", weshalb man damit nicht verschwenderisch umgehen sollte.

Natürlich ist so eine Denkweise absolut kaltherzig. Aber mit Warmherzigkeit gewinnt man keinen Krieg.

 

Locker bedeutet indes nicht: rechnerisch überlegen. Sondern es bedeutet: mühelos, ohne nennenswerten Aufwand.

Richtig. Die USA hätten einfach nur ihre Kriegsmaschinerie anwerfen müssen, auf Kriegswirtschaft umstellen, ein paar hunderttausend Soldaten mehr einziehen müssen - und Nordvietnam hätte keine Chance gehabt.

Es fehlte nicht an der Möglichkeit - es fehlte am Willen. In der Bevölkerung hatte kaum noch jemand Verständnis für diesen Krieg. Politisch wäre das kaum durchzusetzen gewesen.

Aber das heisst nicht, dass es die Möglichkeit dazu nicht gegeben hat.

 

Nach Deiner militaristischen Perspektive, die mir nun schon des öfteren in unterschiedlichen Zusammenhängen aufgefallen ist und die sich freilich mit dem zeitgeistigen Militarismus nach der obrigkeitlich verkündeten "Zeitenwende" deckt, könnte man ja dann wieder denen zustimmen, die behaupteten, das wilhelminische Reichsheer sei im Felde eigentlich unbesiegt geblieben und hätte den ersten Weltkrieg locker gewinnen können, wenn ihm nicht dummerweise von der Heimatfront aus der Dolch in Form mangelnden politischen Rückhalts in den Rücken gerammt worden wäre.

Du kapierst es wieder nicht.

Wo waren denn die industriellen Ressourcen, die Deutschland 1918 noch zur Verfügung standen? Hatten die eine vergleichbare Industrieleistung wie die USA während des Vietnamkrieges?

Am Willen fehlte es dem deutschen Heer im übrigen nicht... die wären weiter vorgestürmt, wenn man es ihnen gesagt hätte. Und die nötigen Mittel dafür gehabt hätte. Aber die hatte man eben nicht mehr.

Und nachdem das klar war hatte dann auch die Marine, genauer die Matrosen, keine Lust mehr auf einen letzten Opfergang, der ja angedacht war - aber an der Niederlage nichts geändert hätte.

 

Mit dem, was einem von der Politik zur Verfügung gestellt werden sollte, lässt sich allein noch kein Gegner besiegen, schon erst recht nicht locker. Die vielen hunderttausend Mann Kanonenfutter, mittelst denen der von Dir behauptete lockere Sieg in Vietnam erreicht worden wäre, standen dem us-amerikanischen Militär de facto nicht zur Verfügung.

Natürlich standen die zur Verfügung. Einwohner hatten die USA damals schliesslich genug. Wir reden hier ja nicht von Luxemburg.

Es ist so wie ich sagte: Es fehlte der politische Wille, die vorhandenen Ressourcen (Menschen, Industrie) entsprechend einzusetzen.

 

Deswegen verlor es, das us-amerikanische Militär, diesen Krieg für sein Land militärisch. Und das war auch gut so.

Ob es "gut" war ist immer eine Frage der Perspektive (gut für wen?). Aber die militärische Niederlage beruhte auf der politischen Entscheidung, den Krieg nicht mehr fortzuführen.

Anders als etwa Deutschland am Ende des 2. Weltkrieges - da wollte man seitens der Politik den Krieg noch weiter fortsetzen - konnte es aber nicht mehr, weil man die Mittel nicht mehr hatte.

Der Unterschied sollte doch wohl klar sein?

 

lucan-7 antworten
Jigal
 Jigal
(@jigal)
Beigetreten : Vor 6 Jahren

Beiträge : 5557

@martha Nun Nasser hat auch diese Meerenge blockiert, das Ergebnis nannte man später "Sechstagekrieg", danach war Gaza, Jordanien westlich des Jordan und der Sinai israelisch besetzt.

Israel hat danach Land gegen Frieden angeboten, was die arabische Liga in Karthoum abgelehnt hat.

In den Friedensverträgen viele Jahre später wollte Ägypten nur den Sinai und Jordanien wollte Wasser.

Gaza und das Westjordanland wollte niemand haben, die waren eher froh, dass Israel diese Leute an der Backe hat.

jigal antworten
der_alte
(@der_alte)
Beigetreten : Vor 22 Jahren

Beiträge : 1829

@lucan-7 eine Frage was der Iran einzusetzen bereit ist und dass er schon viel einzusetzen bereit war zeigte der erste Golfkrieg Irak-Iran:

https://www.welt.de/geschichte/article216259488/Erster-Golfkrieg-Und-dann-sprengten-sich-die-Kinder-selbst-in-die-Luft.html

Und solche Bilder würden sich heute durch soziale Medien in Blitzesschnelle verbreiten.

Und wieviele Bilder von gefangenen eigenen Soldaten nähme die US-Bevölkerung hin ohne dass massiver Druck entstünde?

Die Bilder vom Konflikt in Vietnam sorgten damals für massiven Druck in der Heimat wie erste heute mit den modernen Massenmedien / sozialen Netzen?

Viele Unbekannte in der Gleichung (oder @ga2 ? 🤨 ).

der_alte antworten
Jigal
 Jigal
(@jigal)
Beigetreten : Vor 6 Jahren

Beiträge : 5557

@der_alte  Vietnam war ein Krieg mit Wehrpflichtigen, die Streitkräfte der USA sind alles Freiwillige, das ist anders.

jigal antworten
der_alte
(@der_alte)
Beigetreten : Vor 22 Jahren

Beiträge : 1829

@jigal trotzdem würden die Bilder wirken, wenn da dann ggf. schwerverletzte eigene Soldaten gezeigt würden.

Die Bilder der Geiseln von 1979 wirkten auch und das waren auch keine Wehrpflichtigen.

Unterstützung für den jetzigen Einsatz ist in den USA eh dünn wenn ich mir so die Stimmung im Netz anschaue, auch bei Unterstützenden von Präsident Trump, die tlw. erbittert sein weil er "keine neuen Krieg" versprach und die dieses Versprechen nun gebrochen sehen.

Die Gegnerschaft ist da nicht nur bei zu erwartenden Opponenten wie "The Squad" um AOC und Tlaib.

Ehemalige Unterstützer wie Tucker Carlson haben sich gewandelt oder auch Candace Owens die sich m.E. auch massiv gewandelt hat. Oder die früher starke Unterstützerin Marjorie Green, die nun gegen ihn steht.

der_alte antworten
DerElch
(@derelch)
Beigetreten : Vor 24 Jahren

Beiträge : 1899

@martha 

An diesem Punkt, der im Iran-Irak-Krieg schon mal sehr präsent war (1979ff), ist Trump wieder angekommen und muss sich fragen lassen, ob Amerika tatsächlich noch Teil einer globalen Seemacht ist (einen Supermachstatus besitzt), oder sich von anderen diktieren lassen muss, wer passieren darf und zu welchem Preis.

Ernsthaft?

derelch antworten
Martha
 Martha
Themenstarter
Beiträge : 1349

Heute ist in Israel der alljährliche Gedenktag für die Opfer der Shoa u den jüd. Widerstand. Für 2 Minuten heulen die Sirenen und ein ganzes Land kommt zum Stillstand.

Heute empfängt Rubio israelische und libanesische Botschafter zu Gesprächen im Rahmen der Bemühungen um einen Waffenstillstand.

Die deutsche Berichterstattung erschlägt die Hörenden zuerst mit der Info, dass Merz Israels Regierungschef Netanjahu per Telefon aufgefordert hätte, er soll die militärischen Einsätze im Süden des Libanon beenden.

Und schiebt nach:

"Nach Angaben von Regierungssprecher Kornelius sprach sich Merz in einem Telefonat außerdem dafür aus, dass die Hisbollah ihre Waffen niederlegt."

Wann wird man je versteh'n? 

👇

"Sag mir, wo die Blumen sind", Hannes Wader

 

 

 

martha antworten
3 Antworten
Lucan-7
(@lucan-7)
Beigetreten : Vor 15 Jahren

Beiträge : 28054

@martha 

Die deutsche Berichterstattung erschlägt die Hörenden zuerst mit der Info, dass Merz Israels Regierungschef Netanjahu per Telefon aufgefordert hätte, er soll die militärischen Einsätze im Süden des Libanon beenden.

Und schiebt nach:

"Nach Angaben von Regierungssprecher Kornelius sprach sich Merz in einem Telefonat außerdem dafür aus, dass die Hisbollah ihre Waffen niederlegt."

Dann verstehe ich nicht, warum Merz nicht einfach direkt dazu auffordert, alle Waffen weltweit nieder zu legen. Dann hätten wir endlich Weltfrieden.

Aber vielleicht würde er dann selber merken, dass sich das so etwas komisch anhört, wenn ein Politiker das sagt. Man könnte ihn ja glatt für weltfremd halten...

lucan-7 antworten
Martha
 Martha
(@martha)
Beigetreten : Vor 3 Jahren

Beiträge : 1349

@lucan-7 

Man könnte ihn ja glatt für weltfremd halten...

Ich befürchte, er sagt es zu uns Deutschen. Wir wollen ja im Weltgetöse auch 'was von ihm hören.

Aber eig hat er innerpolitisch und bezüglich der Ukraine (ist heute nicht Selenskyj mit Teilen seiner Regierung in Berlin?) genug zu tun.

martha antworten
Lucan-7
(@lucan-7)
Beigetreten : Vor 15 Jahren

Beiträge : 28054

@martha 

Ich befürchte, er sagt es zu uns Deutschen. Wir wollen ja im Weltgetöse auch 'was von ihm hören.

Natürlich ist es eine rein innenpolitische Botschaft. Dass da irgendjemand außenpolitisch ernsthaft darauf reagieren wird glaubt er selbst wohl kaum. Deshalb finde ich das auch so erbärmlich. Er muss halt was sagen, also sagt er irgendwas...

 

lucan-7 antworten


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