Attentat auf [Gestrichen, MfG AleschaMod] Kirk
Es wird so langsam immer heftiger. Attentate auf Demokraten, auf Republikaner. Hier bei Kirk macht Trump ein pompöses Thema, bei den erschossenen Demokraten damals nur ein paar lapidare Worte.
Und was macht Trump, er zündelt mit den Worten. Gibt Demokraten permanent die Schuld wenn in Amerika was nicht läuft wie er es gerne hätte.
Irgendwoher kenne ich das und es endete am Ende in einer Katastrophe.
Der Bürgerkrieg rückt immer näher und ich glaube, die Russen werden es eiskalt ausnutzen...die Chinesen erst recht.
Trump ist sowas von *piep*
Ich habe jetzt mal die Überschrift Deines Beitrags geändert.
Du hast ja inzwischen mehrfach Rückmeldung bekommen, warum der gestrichene Begriff nicht angemessen ist.
Zur Selbstreflektion empfehle ich folgenden Spiegel-Artikel: Warum ich aufhören muss, ständig Leute als Nazis zu bezeichnen
Gruß
AleschaMod
Veröffentlicht von: @aleschaIch frage mich sowieso, wie Frau von Storch ihr Reden und Handeln mit der Lehre Jesu unter einen Hut bringt. Das muss doch kognitive Dissonanzen auslösen.
Sie tritt gegen Abtreibung ein. 😬
Veröffentlicht von: @ledwa70@martha Was möchtest du mir mitteilen?
Dass ich das grimmige Gesicht, welches nach meiner Interpretation impliziert, dass du dich ärgerst, dass sie gegen Abtreibung ist, nicht ganz ernst nehme.
Wie ich lese, befürwortest du Abtreibung (auch) nicht.
Sie tritt gegen Abtreibung ein.
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Und deswegen darf sie die Lehre Jesu und die 10 Gebote ignorieren?
Gegen Abtreibungen sein, aber finden, dass man gegen Menschen, die bereits geboren sind, die Schusswaffe einsetzen darf?
Darf, wer gegen Abtreibung ist, deswegen Andersdenkende verleumden?
Ich bin selbst gegen Abtreibungen, aber in der Bibel steht nirgends explizit, dass man nicht abtreiben darf. Dafür steht ziemlich viel über den Umgang mit seinen Nächsten. Und hier sehe ich nicht, dass sie sich von dem, was Jesus lehrt, großartig leiten lässt.
Du hast schon gelesen, was ich geschrieben habe, oder warum meinst Du, mich von etwas überzeugen zu müssen, was ich auch so schon denke? Nirgendwo habe ich behauptet, dass das Abtreibungsverbot im Gegensatz zu den 10 Geboten oder zur Nächstenliebe stünde.
Es kann höchstens passieren, dass Interessenkonflikte vorkommen. Und da hat Kirk z.B. gemeint, dass, wenn seine 10jähige Tochter durch eine Vergewaltigung schwanger würde, das durch die Vergewaltigung entstandene Kind geboren werden würde. Es gibt ja auch Abtreibungsgegner, die zugunsten des Ungeborenen Gesundheit und Leben der Mutter aufs Spiel zu setzen bereit sind. Und dafür finde ich keine Rechtfertigung in der Bibel.
Auf den Kern meiner Aussage gehst Du dagegen mit keinem Wort ein. Schade.
Ach, und dann sind alle anderen Themen egal. Hauptsache Abtreibungen werden kriminalisiert.
Ich dachte Nächstenliebe wäre das worum es im Christentum geht. Aber ok, scheinbar geht es nur um Abtreibungen; dann ignorieren wir die Nächstenliebe einfach.
Menschliches Leben zu pflegen und zu erhalten auch.
Und da sehe ich bei vielen Abtreibungsgegnern eine Diskrepanz. Einerseits Abtreibung verbieten wollen, dann aber an der Gesundheitsvorsorge und Sozialleistungen sparen wollen, politische Gegner verleumden, gegen Migranten hetzen und so weiter. Passt für mich irgendwo nicht zusammen.
In den USA hat jetzt eine Schwangere, die von der ICE eingefangen wurde, dank der groben Behandlung und Verweigerung von medizinischer Versorgung, ihr Baby verloren. (Quelle habe ich leider nicht parat)
Nochmal: Gegen Abtreibung zu sein ist richtig und wichtig. Aber kein Freibrief dafür, die Nächstenliebe gegenüber bereits geborenem Leben zu vernachlässigen oder gar mit Füßen zu treten.
Ich sehe nicht, wieso das gegeneinander stehen soll. Das Rechtsgut Leben ist klar wichtiger als körperliche Gesundheit oder irgendwelche Sozialleistungen. Wer Leben schützen will, der muss nicht notwendigerweise auch für besondere Bemühungen bei Gesundheit und Sozialleistungen sein.
Für mich ist Teil des Lebensschutzes freilich auch, dass man nicht nur auf den Erhalt des Lebens achtet, sondern dem auch einen gewissen Mindeststandard zuerkennt.
Leben aktiv zu beenden oder bewusst Hilfe zu unterlassen ist allerdings eine ganz andere rote Linie als die Frage, ob Kindergeld nötig ist, wieviel Mutterschutz es gibt und wieviele verpflichtende U-Untersuchungen.
Wer Leben schützen will, der muss nicht notwendigerweise auch für besondere Bemühungen bei Gesundheit und Sozialleistungen sein.
Da gebe ich Dir recht.
Nur leider sind die, die sich den Schutz des ungeborenen Lebens auf die Fahnen geschrieben haben, teilweise auch die, die Sozialleistungen einschränken und im Gesundheitswesen sparen wollen. Und die dann womöglich auch gegen Verhütung sind, oder, wie in den USA, getötete Schulkinder als Kollateralschaden des Rechts auf Waffenbesitz betrachten. Jedesmal, wenn irgendwo wieder einer mit einer Schnellfeuerwaffe o.ä. um sich schießt, gibt es nichts als "thoughts and prayers".
Und da fängt für mich die Heuchelei an.
Judenhass, Ausländerfeindlichkeit, Transfeindlichkeit, Verbreitung von nachweislichen Lügen, Verharmlosung der NS Verbrechen, Kürzung/Abschaffung von Sozialleistungen etc. Das alles hat nichts mit Nächstenliebe zu tun, ist aber Programm der AfD. Da bringt dann der heuchlerische Versuch mit dem Thema Abtreibung religiöse Menschen einzufangen auch nichts.
Ich verstehe schon, dass das Thema für Christen wichtig ist und Wähler zieht.
Leben ist das fundamentale Rechtsgut und der Staat muss gerade die Schwachen schützen. Ohne Leben kannst du dir alle anderen Rechte schenken, egal wie schön sie formuliert sind.
Und deine anderen Schlagwörter - naja, das sind nur deine Zuschreibungen (Hass, Feindlichkeit) und auch dann sind sie nachrangig zu Leben.
Und es gibt ohnehin keine Partei, mit der man zu 100% übereinstimmt. Ich selbst stimme mit meiner Partei (CSU und später CDU) in den Wahlomaten meist nur zu ca. 2/3 überein.
Ich verstehe schon, dass das Thema für Christen wichtig ist und Wähler zieht.
Leben ist das fundamentale Rechtsgut und der Staat muss gerade die Schwachen schützen. Ohne Leben kannst du dir alle anderen Rechte schenken, egal wie schön sie formuliert sind.
Warum setzen sie sich dann nicht für eine allgemeine Krankenversicherung ein, sondern stemmen sich vielmehr aggressiv dagegen - obwohl damit viele Leben gerettet werden könnten?
Warum setzen sie sich für Schusswaffen ein, obwohl zehntausende Menschen dadurch jedes Jahr sterben?
Es stimmt einfach nicht, dass die Christen dort sich für "das Leben" einsetzen würden. Darum geht es nicht. Es geht um politische Macht und die Herrschaft der Weissen.
Wenn dann so ein paar Nicht-Weisse in irgendwelchen Slums verrecken oder irgendwo ein paar Kinder an einer Schule massakriert werden, dann interessiert die das nicht die Bohne. Ein kurzes Gebet, wenn's denn sein muss... und dann ist das erledigt und man kann sich wieder gegen Abtreibung engagieren...
Du versuchst sehr dramatisch und unfair zu sein.
Ich denke, dass ich mit so jemandem nicht diskutieren möchte.
Du versuchst sehr dramatisch und unfair zu sein.
An welchem Punkt genau? Wie passt es denn zusammen, ungeborenes Leben schützen zu wollen (egal wen es betrifft)- und bereits geborenes Leben zu vernachlässigen, wenn es nicht zum eigenen Umfeld gehört?
In den USA sterben Leute einerseits zu tausenden an Schusswaffen, für deren Besitz sich die evangelikale Rechte einsetzt (Kirk selbst als gläubiger Christ fand die Verluste akzeptabel), und an der Tatsache, dass sich viele Leute eine medizinische Behandlung nicht leisten können, was eben jene evangelikale Rechte auch nicht weiter stört - im Gegenteil setzen sie sich dafür ein, dass es keine allgemeine Krankenversicherung gibt, so dass eine gute medizinische Versorgung Leuten mit gutem Einkommen vorbehalten bleibt.
Was ist daran "dramatisch und unfair", vielleicht abgesehen davon, dass man hier und da auch mal Evangelikale findet, die das anders sehen (Das sind aber nicht jene aus dem MAGA-Umfeld)?
Du hast behauptet, diese Christen würden sich "für das Leben" einsetzen. Und das stimmt einfach nicht.
Ich denke, dass ich mit so jemandem nicht diskutieren möchte.
Du wirst schon wissen, warum...
Was soll da unfair gewesen sein?
Die AfD ist eine gesichert rechtsextreme Partei, die mit dem Thema "Abtreibung" religiöse Stimmen fängt. Das Leben ist denen aber vollkommen egal. Ansonsten sähe deren Sozialprogramm vollkommen anders aus. Aber wen interessiert schon geborenes Leben. Die AfD interessiert sich dafür auf jeden Fall nicht. Da müsste man ja echte Lösungen bieten können.
Das mit der Krankenversicherung hat mE mit dem Selbstverständnis vieler Amerikaner zu tun, verantwortlich zu sein. Es gibt auch viele ärmere nicht weiße, die eine Krankenversicherung ablehnen.
Das Recht auf Schusswaffen hat ebenso mit dem Selbstverständnis zu tun und ja, die Waffenindustrie füttert das natürlich.
Aber wenn man einen Notruf absetzt, weil man zuhause überfallen wird, die nächste Polizeistation etliche Meilen entfernt ist, will man vielleicht nicht unbedingt wer weiß wie lange auf die cops warten.
Und Gangster kommen immer an Waffen, also hofft man da auf das Prinzip der Abschreckung.
Übrigens gibt es doch einige evangelikale Christen in den USA, die sich bei sogenannten Armenspeisungen einsetzen, ledige oder arme Mütter tatkräftig unterstützen, Armen oder in Not geratenen Familien Häuser bauen, Freizeitangebote für benachteiligte Kinder anbieten, und und und. Man kümmert sich.
Das bekommt man vielleicht hier nicht so mit, aber das ist dort wohl relativ normal.
Das mit der Krankenversicherung hat mE mit dem Selbstverständnis vieler Amerikaner zu tun, verantwortlich zu sein. Es gibt auch viele ärmere nicht weiße, die eine Krankenversicherung ablehnen.
ja, das ist diese Mentalität, dass die Leute, die arm sind, an ihrer Situation selber schuld sind. Was angesichts der industriellen Ausbeutung der Vergangenheit schon etwas zynisch ist... aber das wird anscheinend tatsächlich so sehr verbreitet geglaubt.
Das Recht auf Schusswaffen hat ebenso mit dem Selbstverständnis zu tun und ja, die Waffenindustrie füttert das natürlich.
Aber wenn man einen Notruf absetzt, weil man zuhause überfallen wird, die nächste Polizeistation etliche Meilen entfernt ist, will man vielleicht nicht unbedingt wer weiß wie lange auf die cops warten.
Das gilt für Gegenden, wo meilenweit kaum jemand wohnt. Aber in Städten ist das kaum zu begründen. Und Kriminelle bekommen natürlich sehr leicht eine Schusswaffe. Hierzulande aber nicht... es gab ja Amokläufe, wo die Leute sich selbst eine Waffe basteln mussten, weil sie eben sonst keine bekamen. Das ist schon ein gewisses Hindernis.
Was glaubst du wohl, wie die Islamisten hierzulande drauf wären, wenn die sich nach Belieben Schusswaffen kaufen könnten...?
Wage ich mir gar nicht vorzustellen...
Übrigens gibt es doch einige evangelikale Christen in den USA, die sich bei sogenannten Armenspeisungen einsetzen, ledige oder arme Mütter tatkräftig unterstützen, Armen oder in Not geratenen Familien Häuser bauen, Freizeitangebote für benachteiligte Kinder anbieten, und und und. Man kümmert sich.
Das bekommt man vielleicht hier nicht so mit, aber das ist dort wohl relativ normal.
Natürlich gibt es da solche und solche, das ist mir auch klar. Aber die "politisierten" Evangelikalen haben da halt schon eine sehr große Macht - jetzt mehr denn je.
Natürlich gibt es da solche und solche
Manchmal sind so ne auch die solchen.
Gerade in den USA gibt es die Meinung, Hilfe für Leute in Not müsse privat organisiert sein und nicht vom Staat. Wenn einer entlassen wird, geht unter seinen Kollegen der Hut rum, um ihn für die Zeit der Arbeitslosigkeit (ohne AL-Versicherung) etwas unter die Arme zu greifen.
Das Problem ist ja: Jemand, der halbwegs gut vernetzt ist, findet garantiert immer Hilfe, wenn er abstürzt. Aber wenn ein ganze Stadtvierteln aus Benachteiligten besteht, kann es schon sein, dass niemand die sieht - außer der staatlichen Wohlfahrt, die im Vergleich zu uns nur lächerlich ist.
Gerade in den USA gibt es die Meinung, Hilfe für Leute in Not müsse privat organisiert sein und nicht vom Staat. Wenn einer entlassen wird, geht unter seinen Kollegen der Hut rum, um ihn für die Zeit der Arbeitslosigkeit (ohne AL-Versicherung) etwas unter die Arme zu greifen.
Das ist dann wohl eine Machtfrage.
Die Leute wollen selbst entscheiden, wer Hilfe bekommt und wer nicht... und sie akzeptieren keinen Staat, der Geld ohne Ansehen der Person verteilt.
Veröffentlicht von: @aleschaGegen Abtreibungen sein, aber finden, dass man gegen Menschen, die bereits geboren sind, die Schusswaffe einsetzen darf?
Die Staatsgewalt darf die Schusswaffe einsetzen.
Veröffentlicht von: @aleschaDarf, wer gegen Abtreibung ist, deswegen Andersdenkende verleumden?
Was das angeht, tun sich beide Seiten nichts.
Veröffentlicht von: @aleschaIch bin selbst gegen Abtreibungen, aber in der Bibel steht nirgends explizit, dass man nicht abtreiben darf.
Du willst ernsthaft behaupten, dass du unsicher bist, ob Jesus etwas gegen Abtreibungen hat?
Die Staatsgewalt darf die Schusswaffe einsetzen.
Gegen Flüchtlinge an der Grenze? Seit wann?
Was das angeht, tun sich beide Seiten nichts.
Mag sein. Ändert nichts an der Tatsache, dass, wer behauptet, ein Christ zu sein, sich bemühen sollte, sowas zu unterlassen. Seit wann ist ein "die anderen machen das aber auch" eine Rechtfertigung dafür, dass man selbst gegen Gebote verstößt?
Du willst ernsthaft behaupten, dass du unsicher bist, ob Jesus etwas gegen Abtreibungen hat?
Nein. Will ich nicht. Allerdings ist dieser Punkt in seiner Absolutheit auch unter Christen strittig, weil eben in der Bibel nirgends explizit Abtreibung erwähnt wird. Nirgends steht "Du sollst nicht deine Leibesfrucht töten" o.ä. Aber ich will hier keine Abtreibungsdebatte führen, das ist off topic und wurde hier schon mehrfach durchexerziert. Du hast nach meiner Meinung gefragt, und meine Meinung ist, dass für Gott auch ungeborenes Leben wertvoll ist und Abtreibung falsch.
Was ich allerdings sage, ist, dass ich nirgends lese, dass der Umstand, dass jemand gegen Abtreibungen ist, der Freibrief dafür ist, sich nicht an andere Gebote und Lehren halten zu müssen.
Kirchenvertreter haben schon deutlich gemacht, dass eine Mitgliedschaft in der AfD ein Ausschlusskriterium für Kirchenämter ist, weil die AfD schlicht menschenverachtende Positionen vertritt, die gegen das sind, was Jesus gepredigt hat.
Und ich verstehe auch jene Christen nicht, die Trump toll finden, nur weil er gegen Abtreibung ist. Der Mann ist ein notorischer Lügner, verurteilter Sexualstraftäter (und man darf gespannt sein, was im Zusammenhang mit den Epstein Files noch ans Licht kommt), er gibt falsch Zeugnis gegen andere, er hetzt, er betreibt eine menschenfeindliche Politik. Aber Hauptsache, er ist gegen Abtreibungen, als ob ungeborenes Leben wertvoller sei als geborenes.
Ist gegen Abtreibung zu sein das einzige Merkmal christlichen Glaubens und christlicher Politik?
Veröffentlicht von: @aleschaAber Hauptsache, er ist gegen Abtreibungen, als ob ungeborenes Leben wertvoller sei als geborenes.
Ist gegen Abtreibung zu sein das einzige Merkmal christlichen Glaubens und christlicher Politik?
Nö. Er ist ja auch noch gegen Homosexualität.
@chai Für die Schlümpfe war das ein Grund warum sie von Christen gewählt wurden und es gibt immer noch welche denen die radikalen Ansichten egal sind. Da unterscheiden sie sich nicht von Trump Anhängern.
Familie ist für mich auch Vater Mutter Kind(er). Ich kenne eine Erzieherin im Kinderheim. Da kommen Kinder aus Familien die zwar so aufgebaut sind, die Kinder dort aber trotzdem schlecht aufgehoben sind. Es gibt nun auch homosexuelle Paare bei denen Kinder behütet aufwachsen. Ich bin nicht homosexuell und ich bin kein Katholik.
Die Aussage von Papst Franziskus, wer bin ich dass ich diese Leute veruteile? sehe ich aber als richtig an.
Ja und ich glaube es gibt unter Homosexuellen auch Menschen die Jesus gefunden haben.
Und was passiert nun ...?
Die Tat selbst bleibt unentschuldbar, abscheulich und durch nichts zu rechtfertigen. Niemand verdient einen gewaltsamen Tod, schon gar nicht auf offener Bühne. Doch dass drei Tage später eine Ansprache wie eine Rede an die Nation folgt, die weniger Trauerarbeit als Mobilisierung ist, wirft Fragen auf. Es wirkt wie ein Lehrbuchbeispiel dafür, wie Rechtspopulismus Menschen in Funktionsträger verwandelt, wie Empathie durch Pathos ersetzt und echtes Innehalten durch Kampfrhetorik übertönt wird. Das zu sehen, finde ich schockierend
Besonders bemerkenswert ist der Tonfall: Erika Kirk beschrieb ihren Mann als „Märtyrer“, der nun „die herrliche Krone des Märtyrers“ trage. Damit verschiebt sie den Diskurs von einem tragischen Verbrechen hin zu einem religiös aufgeladenen Narrativ, das den Getöteten nicht nur ehrt, sondern sakral überhöht. Das ist die wahre Botschaft dieser Rede – nicht Stille, nicht Nachdenklichkeit ..
L'Chaim
Nun, ich habe mir die ganze Rede angesehen und angehört und bin der Meinung, man kann ihren ersten öffentlichen Auftritt auch etwas anders bewerten als du.
Aber du bist mit deiner Ansicht konform mit den meisten deutschen Medien, soweit ich die Schlagzeilen und einige Texte überflogen habe.
Warum soll ich das überhaupt bewerten, was sie gesagt hat?
Bei einem Thema wie diesem sind doch die Meinungen vieler hier schon längst klar. Und auch die Grenzmarkierungen und was „richtig“ ist und was „falsch“. Und auf den Stress hab ich keine Lust, mich in diese Diskussion voll reinzuhängen und mich hinterher vielleicht aufzuregen.
Wer meint, er oder sie müsse C. Kirk oder seine Frau verurteilen, muss das eben tun. Und wenn du oder jemand anders der Meinung ist, dieses Video sei „gefährlich“, dann warnt eben davor. 🤷♀️
Aber ich finde, jeder sollte sich da selbst eine Meinung zu bilden dürfen.
Ich finde, es reicht nicht aus, nur den Wikipedia Artikel zu lesen oder Blogs oder Zeitungen.
Für die meisten hier scheint Trump ja fast schon Satan persönlich zu sein und ein C. Kirk, der wenn er ihn unterstützt hat und auch kontroverse Meinungen vertrat, wohl fast genauso schlimm.
Muss jeder selber wissen und verantworten.
Ich habe mir lieber ein paar Videos angeschaut, wie Charlie Kirk mit Studenten diskutiert hat.
Ich hab es mir angeschaut - und man kann es als Rede auf einen Menschen sehen, der vor allem Gottes Botschaft, das Evangelium unter die Menschen bringen wollte als sein größtes Ziel.
Von seinen politischen Aktivitäten sprach sie nur zu anfang und stellt sie als nebensächlich dar. Sie wirbt, für das patriarchale Familienbild als einzig christlich mögliches.
Und sie trägt die Verbindung von politischer Aktivität und christlichem Glauben weiter, die bei den rechts-konservativen in Amerika so beliebt ist.
Wie kann ein ernsthafter chrisitlicher Jugendlicher nicht Fan von diesem Mann sein nach dieser Rede? Und sich turning point USA nicht anschließen?
Sie überhöht ihren Mann (was ich einer trauernden Witwe, zwei Tage nach dem Tod ihres Mannes nicht übelnehmen kann) und verspricht natürlich sein Lebenswerk weiter zu führen. Und das tut sie schon in ihrer Rede. Und wenn ich mir anhöre, was sie über ihn sagt, würde nachdenklich und innehalten nicht passen. Das kann sie nicht tun, wenn man hört, was sie über sein Lieblingswort (earn) und seine Lebensphilosophie spricht. Sie muss aktiv sein. Da gibt es keine Zeit zur Nachdenklichkeit.
Keine Frage, sie stand voll hinter dem Mann und seinen Ansichten (er ist ja auch das Oberhaupt der Familie und kennt sich damit bei allem besser aus, was so mit Politik und so zu tun hat. Denn auch das gehört zu diesem propagierten Familienbild. Eine Stay-at-home-Mum, die sich nicht um Politik und so kümmert und ganz dem Familienoberhaupt vertraut in den Fragen).
Das gefährliche an der Rede, ist nicht die Überhöhung ihres Mannes als Märtyrer - das gefährliche ist, dass sie sich nur auf ihn mehr als Missionar für das Christentum darstellt, als dass sie sagt für was seine Organisation wirklichs steht. Für was sie wirklich wirbt sich anzuschließen. Denn die Organisation ist hoch politisch konservativ-rechts-pro-trump und funktioniert recht sicher auch ohne Kirk weiter. Eine Organisation, deren Events von der NRA gesponsert werden. Das gefährliche ist, dass sie zum Kampf aufruft.
Und das alles in einer eh schon hoch explosiven politischen Lage.
Veröffentlicht von: @channuschkaIch hab es mir angeschaut - und man kann es als Rede auf einen Menschen sehen, der vor allem Gottes Botschaft, das Evangelium unter die Menschen bringen wollte als sein größtes Ziel.
???
Frohe Botschaft des Evangeliums unseres Herrn Jesus Christus?
Ich fasse Deine Antwort nicht, im Blick auf diesen Trump-Anbeter ???
Wake up, MAGA 🙁
L'Chaim
Sorry ... Es ging wohl Richtung Goldapfel ...
Manchmal wird einem hier schon schwindlig im Lesen, Wahrnehmen, Sortieren und Antworten 😉
L'Chaim
Nett, wie du dich über seine Frau lustig machst und sie als selbstgewähltes „weibliches Dummerchen“ darstellst oder nur als Witwe, die sich selbst so dargestellt hat?
Ich weiß viel zu wenig über sie und ihren Alltag als Ehefrau und Mutter zweier Kleinkinder bzw. über ihren Ehealltag.
Aber sicher weißt du da mehr.
Ich bin hier jetzt eindeutig raus.
Immer wieder interessant, wie unterschiedlich Menschen hören und sehen.
Ich beschäftige mich immer wieder mit den Lehren, die so in den USA in christlichen Kreisen kursieren. Gibt es gute Podcasts zu. Daher weiß ich, was hinter diesem Bild für eine Lehre steht.
Denn was manche hier zu vergessen scheinen, ist, dass die Rede dieser Frau nicht einsam im luftleeren Raum steht, sondern auch als Teil des großen Bildes der MAGA-Bewegung gesehen werden muss, von der Kirk und seine Frau überzeugte Unterstützer sind; dass man nicht vergessen darf, was der Mann wirklich gepredigt hat und für was seine Organisation eintritt.
Das ist nicht die Verkündigung des Evangeliums, wie sie es uns glauben machen will, sondern turning point USA steht für eine rückwärtsgewande Gesellschaft, zurück in die 50er, Frauen für Kinder, Küche, Kirche (sobald sie geheiratet haben, davor können sie sich kurz mal selbstverwirklichen), wer nicht ins zweigeschlechtliche Menschenbild passt wird bestraft und ganz wichtig - Vorherrschaft der Weißen.
Aber wenn man genug von Christus spricht, dann scheinen manche Christen das gerne mal auszublenden.
Übringens mach ich mich nicht über sie lustig. Ich hab mehrfach geschrieben, dass ich verstehe, warum sie sagt, was sie sagt, eben weil mir der Hintergrund klar ist.
Da gibt es sicherlich jede Menge Podcasts zu.🙂
Hast du auch meine Antwort an dich genau gelesen? Dann wüsstest du, wo ich was als lustig machen empfunden habe.
Aber wie gesagt, ich bin hier jetzt raus.
Weil ich das da hinterstehende Welt bild und die Rolle der Frau dargestellt und auf sie bezogen habe. Hey, ihr Mann stand dafür. Sie steht für dieses Weltbild. Da wird sie doch die Rolle auch einnehmen.
Was ist an Kinder, Küche, Kirche falsch und rückwärtsgewandt? Sehr viele Menschen leben so oder würden gerne so leben. Lass doch andere Menschen so leben, wie sie leben möchten.
Ich schließe mich vollumfänglich Channuschka an:
Wenn sie das nicht als einzig von Gott gewolltes Familienmodel verkaufen würden und als Gottes Aufgabe für die Frau, dann wäre es mir ja tatsächlich total egal.
Und möchte hinzufügen, dass die Bibel noch ganz andere weibliche Rollenbilder vorzuweisen hat, als die Kinder-Kirche-Küche-Hausfrau. Man lese nur mal, was die Frau in Sprüche 31, 10-31 so alles macht. Die Frau geht Erwerbstätigkeiten nach, auch außer Haus.
Sehr viele Menschen leben so oder würden gerne so leben. Lass doch andere Menschen so leben, wie sie leben möchten.
Kein Ding.
Zum Problem wird das allerdings, wenn eine Regierung hergehen möchte und Menschen, die andere Lebensmodelle haben, benachteiligt.
Äh, doch.
Kommt allerdings darauf an, wie weit "zurück" man gehen möchte. Dass es sich weite Teile der Bevölkerung erlauben konnten, dass die Frau nichts zum Erwerb der Familie beitrug, ihr Wirkungskreis nur auf die eigenen vier Wände beschränkt war und die Kinder ausschließlich von der Mutter betreut wurden, ist historisch gesehen eine Randerscheinung.
Und dort, wo man es sich erlauben konnte, wurde erst das Stillen, dann die Erziehung delegiert. Man hatte Ammen, Kindermädchen und Hauslehrer.
Deswegen meine Frage, wie das Frauenbild aus Sprüche 31 zu "Kinder, Küche, Kirche" passt, und was man unter "traditionell" versteht.
Veröffentlicht von: @aleschaÄh, doch.
Kommt allerdings darauf an, wie weit "zurück" man gehen möchte. Dass es sich weite Teile der Bevölkerung erlauben konnten, dass die Frau nichts zum Erwerb der Familie beitrug, ihr Wirkungskreis nur auf die eigenen vier Wände beschränkt war und die Kinder ausschließlich von der Mutter betreut wurden, ist historisch gesehen eine Randerscheinung.
Und dort, wo man es sich erlauben konnte, wurde erst das Stillen, dann die Erziehung delegiert. Man hatte Ammen, Kindermädchen und Hauslehrer.
Deswegen meine Frage, wie das Frauenbild aus Sprüche 31 zu "Kinder, Küche, Kirche" passt, und was man unter "traditionell" versteht.
Wobei man auch so ehrlich sein muss, zuzugeben, dass es auch Frauen außerhalb der frommen Denkblase gibt, die gern zuhause sind.
Nicht jede will ihre Kinder delegieren.
Das Problem ist halt, dass man sich das auch leisten können muss. Auch das Pausieren muss ja genau geplant werden.
Und wenn ich so an die Frauen in meiner Familie denke - es ist nicht so, dass die nichts getan haben.
Wobei man auch so ehrlich sein muss, zuzugeben, dass es auch Frauen außerhalb der frommen Denkblase gibt, die gern zuhause sind.
Wieviele sind das wohl? Im meinem Umkreis kenne ich keine, selbst im frommen Kuchen wird es weniger.
Nicht jede will ihre Kinder delegieren.
Ne, manche sehn ihre Kinder auch als Projekt.
Veröffentlicht von: @derelchWobei man auch so ehrlich sein muss, zuzugeben, dass es auch Frauen außerhalb der frommen Denkblase gibt, die gern zuhause sind.
Wieviele sind das wohl? Im meinem Umkreis kenne ich keine, selbst im frommen Kuchen wird es weniger.
Ich kenne einige. Und es geht ja auch nicht um 'für immer daheimbleiben'.
Aber evtl. die ersten Lebensjahre des Kindes. Die Zeit, in der Bindung aufgebaut wird und Beziehung wächst.
Ein Jahr Elterngeld ist dafür keine lange Zeit.
Nicht jede will ihre Kinder delegieren.
Ne, manche sehn ihre Kinder auch als Projekt.
Natürlich gibt es die. Kenn ich auch. Aber darum geht's mir gar nicht.
Es geht mir einfach darum, dass es nicht 'rückständig' ist, wenn eine Mutter ihr Kind in seiner Entwicklung begleiten und diese 'Arbeit' nicht anderen überlassen will.
Aber evtl. die ersten Lebensjahre des Kindes. Die Zeit, in der Bindung aufgebaut wird und Beziehung wächst.
Das ist unabhängig davon, ob die Eltern einer Erwerbstätigkeit nachgehen.
Ein Jahr Elterngeld ist dafür keine lange Zeit.
3 JAhre Elternzeit, davon min. 12 Monate bezahlt. Damit sind Deutsche gegenüber anderen Europäern priviligiert.
Es geht mir einfach darum, dass es nicht 'rückständig' ist, wenn eine Mutter ihr Kind in seiner Entwicklung begleiten und diese 'Arbeit' nicht anderen überlassen will.
Es ist Nonsens zu behaupten, die Kinder von erwerbstätigen Eltern würden von anderen erzogen.
Veröffentlicht von: @derelchEs ist Nonsens zu behaupten, die Kinder von erwerbstätigen Eltern würden von anderen erzogen.
Wie gesagt, ich muss hier keine Grundsatzdiskussion anfangen.
Aber natürlich bleibt's nicht aus, dass auch Andere meine Kinder erziehen, wenn sie den ganzen Tag dort sind.
Und das ist auch grundsätzlich nicht schlimm.
Es ging mir nur um die ersten Jahre und da sehe ich viel Stress bei jungen Eltern.
Im Kinderhort der DDR hat man die Kleinsten schon zu sozialistischen Persönlichkeiten erzogen.
Sehr erfolgreich war das nicht, sonst wäre die DDr 1989 nicht einfach implodiert.
Selbstverständlich wurde man auch in einer DDR-Kita kein Kommunist, wenn die Eltern das nicht wollten.
Die Diktatur davor hat erst mit 6 Jahren angefangen im Jungvolk.
Dort hat die nationalsozialistische Erziehung schon vor dem 6. Lebensjahr angefangen. Nämlich im Elternhaus und sie wurde nach dem Krieg noch fortgesetzt, weil die Grundsätze der nationalsozialistischen Kindererziehung nicht einfach verschwunden sind.
Das NS-Erziehungspamphlet "Die deutsche Frau und ihr erstes Kind" wurde leicht angepasst bis in die 80er Jahre verkauft, wie erfolgreich entzieht sich meiner Kenntnis.
Veröffentlicht von: @derelchDas NS-Erziehungspamphlet "Die deutsche Frau und ihr erstes Kind" wurde leicht angepasst bis in die 80er Jahre verkauft, ...
Wenn man dieses Buch (oder eben das Denken dahinter) kennt, braucht man sich über vieles nicht mehr wundern.
Selbstverständlich wurde man auch in einer DDR-Kita kein Kommunist, wenn die Eltern das nicht wollten.
"Wenn die Eltern das nicht wollten" - wie erklärst Du Dir dann, dass es durchaus Kinder gibt, die sich spätestens in der Jugend oder im Erwachsenenalter von dem, was die Eltern wollen, distanzieren?
Sei es eine bestimmte politische Gesinnung, Religion, bestimme Werte...
Nach dem was ich durch Biographien o.ä. mitbekommen habe, haben die meisten Kinder erst mal die Propaganda geglaubt. Oppositionell wurden sie in der Regel durch Erfahrungen, z.B. als aufmüpfige Teenager.
Wenn die Eltern direkt vom Regime bedrängt wurden (was die Kinder ja auch mitbekamen), haben die Kinder i.d.R. auf der Seite der Eltern gestanden.
Aber sonst?
@hkmwk Es gab auch Eltern, die nicht vom Regime bedrängt wurden, aber trotzdem kritisch waren. Tendenziell wohl eher in Kirchenkreisen - aber zahlenmäßig-prozentual ist das wohl schwer nachzuweisen im Nachhinein.
Und die Kinder waren genauso kritisch wie die Eltern, oder haben sie erst mal nicht verstanden, was die Eltern am System auszusetzen hatten?
Du kannst ja mal in deinem Gedächtnis nachforschen, ob du dich als Kind für Politik interessiert hast.
Es mag zwar schwer vorstellbar sein, aber das Leben eines DDR-Bürgers bestand nicht hauptsächlich darin sich mit dem Sozialismus und dem Klassenkampf zu beschäftigen.
"Wenn die Eltern das nicht wollten"
Ja, ich bin nach wie vor der Meinung, dass die generelle Werteprägung im Elternhaus stattfindet, egal wo und wann.
Der Druck der auf Kindern und Jugendlichen lastete war durch die Jahrzehnte der DDR nicht immer gleich hoch und auch regional verschieden. Die DDR-Kindergärten sind auch nicht mit nordkoreanischen Umerziehungslagern vergleichbar.
wie erklärst Du Dir dann, dass es durchaus Kinder gibt, die sich spätestens in der Jugend oder im Erwachsenenalter von dem, was die Eltern wollen, distanzieren?
Das ist doch relativ normal. Es gibt Phasen, da ist einfach alles Sch... was die Alten machen oder sagen. Das jemand aus Protest Kommonist wird, ist heutzutage viel wahrscheinlicher als in der DDR-Zeit.
Der Druck der auf Kindern und Jugendlichen lastete war durch die Jahrzehnte der DDR nicht immer gleich hoch und auch regional verschieden.
Sehr wichtig. Ob man von fünfziger oder achtziger Jahren spricht, ist schon ein ziemlicher Unterschied.
Ich war in einem evangelischen Kindergarten und habe dort nichts - aber auch wirklich nichts - vom "System" mitbekommen.
Von wem wird denn ein Kind erzogen, wenn es von 7 bis 17 Uhr in der Kita ist?
Es gibt in deinem Dorf eine Kita die so lange offen ist? Gratuliere. Ich kenne da andere Stories aus BW.
Es ist nicht so wahrscheinlich, dass ein Kind 50h pro Woche in der Kita ist. Und wenn doch sind noch 118h übrig. Die Eltern erziehn das Kind.
Es gibt in deinem Dorf eine Kita die so lange offen ist? Gratuliere. Ich kenne da andere Stories aus BW.
Ja, tatsächlich. Von Montag bis Donnerstag.
Es ist nicht so wahrscheinlich, dass ein Kind 50h pro Woche in der Kita ist.
Wenn beide Eltern Vollzeit berufstätig sind und pendeln müssen - wie stellst Du Dir das vor?
Dem "traditionellen" Familienmodell steht ja das moderne gleichberechtigte gegenüber, in der die Frau so bald wie möglich wieder am Erwerbsleben teilnimmt, und zwar nicht nur in Teilzeit - das wäre ja auch ein berufliches Zurückstecken.
Dass es nicht so ist liegt auch daran, dass es solche Angebote nicht oder nicht in ausreichendem Maße gibt. Das ist ja auch einer der Gründe, warum viele Alleinerziehende Aufstocker sind.
Und wenn doch sind noch 118h übrig.
Hmm. Bleiben wir mal bei dem, was an unserem Ort möglich ist. Mo-Do von 7 bis 17 Uhr und Freitag bis 14.30 Uhr. Mama und Papa arbeiten Vollzeit und müssen pendeln. Wenn die Eltern die angebotene Zeit ausreizen müssen, weil ihr Vollzeitjob inkl. Weg zum Arbeitsplatz nichts anderes erlaubt und keine Oma und Opa in Rente vor Ort sind, haben wir schon 47,5 Stunden. O.k, da sind von Mo-Fr die Kinder 72,5 Stunden zuhause - davon verschlafen sie aber die meiste Zeit. Wir haben es bei Kindern ja nicht mit Menschen zu tun, denen 6 Stunden Schlaf reichen. Unter der Woche werden in diesem Rechenbeispiel die Kinder definitiv mehr von Erzieher:innen erzogen als von den Eltern. O.k., dann kommt das Wochenende.
Trotzdem ist Deine Aussage "Es ist Nonsens zu behaupten, die Kinder von erwerbstätigen Eltern würden von anderen erzogen." schlicht falsch. Natürlich werden sie auch von anderen erzogen. Was glaubst Du, was die Erzieher:innen in Kitas machen?
Als meine Kinder noch in den Kindergarten und Grundschule gingen gab es nur das Angebot bis 14.30. Das war nur möglich, weil ich Teilzeit arbeitete. Von 9-13 Uhr. Wenn man dann noch über eine Stunde pendelt - die alltäglichen Störungen im Stuttgarter VVS mal außen vor gelassen - kommt man damit hin. Einen Vollzeitjob kann man so knicken.
Und selbst da erwartete man von der Mutter umgehende Verfügbarkeit, mehr als einmal erhielt ich den Anruf, ich möge mein Kind abholen. Lustig, wenn man mindestens eine Stunde unterwegs ist. Und auch mein Mann hätte mehr als eine halbe Stunde gebraucht, selbst wenn er sofort den Arbeitsplatz hätte verlassen können. (Zum Glück waren meine Eltern vor Ort, und als die es mal nicht waren konnte ich den großen Bruder zum Abholen schicken.)
Mal durchrechnen:
Also wenn die Kinder 72,5 Stunden in der Woche in der Kita sind und 72,5 Stunden wach zu Hause, und jeden Tag 8 Stunden (weniger wird es nicht sein) schlafen, und zuhause genauso lange wach sind wie in der Kita, schlafen sie in der Kita 16,5 Stunden.
So viel Mittagsschlaf … 😂
Veröffentlicht von: @hkmwkMal durchrechnen:
Also wenn die Kinder 72,5 Stunden in der Woche in der Kita sind und 72,5 Stunden wach zu Hause, und jeden Tag 8 Stunden (weniger wird es nicht sein) schlafen, und zuhause genauso lange wach sind wie in der Kita, schlafen sie in der Kita 16,5 Stunden.
So viel Mittagsschlaf … 😂
72,5 Stunden Kita +72,5 Stunden Zuhause = 145 Stunden
7 x 8 Stunden Schlaf = 56 Stunden
145 + 56 = 201 Stunden
7 Tage x 24 Stunden = 168 Stunden
Ich habe anders gerechnet:
8 Stunden Schlaf pro Tag: 56 Stunden in der Woche, bleiben 112 Stunden wach.
Genauso lange wach in Kita wie zuhause: Jeweils 56 Stunden.
72,5 Stunden in Kita.
Also 16,5 Stunden Schlaf in der Kita, und 39,5 Stunden Schlaf zuhause. Zusammen mit den 56 Stunden wach 95,5 Stunden zuhause.
Also insgesamt 168 Stunden in der Woche.
8 Stunden Schlaf pro Tag: 56 Stunden in der Woche, bleiben 112 Stunden wach.
Du hast keine Kinder oder? Kinder im Kitaalter schlafen erheblich länger als 8h.
Und alle anderen dürfen gerne mal überlegen, was ein Kind in der Kita eigentlich den ganzen Tag macht und wieviele Kinder von einer Person betreut werden.
Du hast keine Kinder oder?
Oder hat Kinder und ist/war in Vollzeit berufstätig. Woher soll er wissen, wie lange Kinder so schlafen? 😉
Und alle anderen dürfen gerne mal überlegen, was ein Kind in der Kita eigentlich den ganzen Tag macht
Mein Ältester hat die Frage, was er denn im Kindergarten heute so gemacht habe, stets mit "Nichts!" beantwortet.
Ich weiß allerdings, dass das nicht stimmt.
und wieviele Kinder von einer Person betreut werden
Der Betreuungsschlüssel ist nicht optimal, und da gibt es natürlich auch keine 1:1 Betreuung.
Trotzdem finde ich es unzulässig zu behaupten, dass in der Kita keine Erziehung stattfände. Außerdem ist nicht immer gesagt, dass Eltern ihre Kinder erziehen. Da kann es durchaus vorkommen, dass die Kita das eine oder andere Defizit beheben muss.
Du hast keine Kinder oder?
Stimmt.
Aber ich habe eine Mindestzahl an Schlafstunden in der Kita berechnet, und dazu vorsichtig geschätzt. Ich zitiere mich mal selbst:
und jeden Tag 8 Stunden (weniger wird es nicht sein)
Veröffentlicht von: @hkmwk... ich habe eine Mindestzahl an Schlafstunden in der Kita berechnet, und dazu vorsichtig geschätzt. Ich zitiere mich mal selbst:
und jeden Tag 8 Stunden (weniger wird es nicht sein)
Stimmt. Weniger dürfte es nicht sein.
Aber Du hast nicht berücksichtigt, dass Kinder nicht immer berechenbar sind.
Meine nahmen sich die von Dir angenommenen acht Stunden nämlich selten am Stück.
Veröffentlicht von: @hkmwkHältst du (mindestens) 16,5 Stunden Schlaf pro Woche in der Kita für einen realistischen Wert?
Wie gesagt - meine haben ungern (und unregelmäßig) geschlafen und waren nicht in der KiTa.
Kingergarten von morgens (Stress beim Hinbringen, weil Langschläfer) bis mittags um 12 (Stress beim Abholen, weil Tradwife-bedingtes Kochen) und manchmal nachmittags (auch irgendwie stressig) ...
Und irgendwie hat sich bei jeder meiner Töchter das Konzept geändert ...
"Meine nahmen sich die von Dir angenommenen acht Stunden nämlich selten am Stück."
Ja ja... wie heißt es bei Rolf Zuckowski... "Nur in der Nacht, da fing ich an zu schrei´n, war´n alle wach, dann schlief ich wieder ein". Aus "Als ich ein Baby war":
@hkmwk Ich liebe Zahlenspielereien.
Und ich bin froh, dass meine Kinder keine 70 Stunden in der Woche außer Haus (außer bei der Oma) betreut wurden.
Das mit dem Schlafen ist so eine Sache - meine Töchter schliefen nie auf Knopfdruck.
Ja, tatsächlich. Von Montag bis Donnerstag.
Nicht schlecht. Aber nicht lang genug für zwei Vollzeitjobs. Auch ohne Pendeln, wobei ich nicht so genau weiss bei welchem Zeitaufwand oder Entfernung dir der Begriff pendeln in den Sinn kommt.
Wenn beide Eltern Vollzeit berufstätig sind und pendeln müssen - wie stellst Du Dir das vor?
Ich stell mir das garnicht vor. Ich sagte ja schon, dass es nicht für den Regelfall halte, dass ein Kind 50h pro Woche in einer Kita ist.
Dem "traditionellen" Familienmodell steht ja das moderne gleichberechtigte gegenüber, in der die Frau so bald wie möglich wieder am Erwerbsleben teilnimmt, und zwar nicht nur in Teilzeit - das wäre ja auch ein berufliches Zurückstecken.
Sorry aber das sind beides patriarchalische Lebensentwürfe und das Schwarz/weiss-Denken, was das hervorbringt, ist nun wirklich nicht zeitgemäss.
Zeitgemäss wäre wenn, sich die Eltern sowohl die Erwerbstätigkeit, als auch die Carearbeit zu ähnlichen Anteilen leisten. Teilzeit arbeiten ist nicht zurück stecken. Seien wir mal ehrlich, es sind vielleicht 10 bis 15% der Arbeitnehmer, die von ihrer Persönlichkeit her geeignet sind, Führungspositionen zu übernehmen. Und selbst die könnten weniger als Vollzeit arbeiten und die Arbeitgeber werden sich anpassen müssen, weil sie sonst keine Leute mehr finden.
Es ist Boomerdenken, dass Zeitaufwand und Erfolg miteinander einhergehen. Das ist vorbei. Auch Leitungspositionen kann man problemlos in Teilzeit erledigen. Es ist u.U. saumässig anstrengend, weil man sich viel besser organisieren muss.
Alle Jobs die ausschliesslich aus Daily Business bestehen, kann man sowieso problemlos in Teilzeit machen. Auch in niedrigen Pensen.
Trotzdem ist Deine Aussage "Es ist Nonsens zu behaupten, die Kinder von erwerbstätigen Eltern würden von anderen erzogen." schlicht falsch. Natürlich werden sie auch von anderen erzogen. Was glaubst Du, was die Erzieher:innen in Kitas machen?
In erster Linie betreuen und beschäftigen. Neben der Vermittlung von diversen Fähigkeiten, werden natürlich grundsätzliche Werte des Miteinanders und Selbstständigkeit vermittelt und gelebt, dann hörts aber auch schon schnell auf, es sei denn man erwischt übergriffige Betreuungspersonen. Kommt mal vor.
Kinder schlafen auch in der Kita und eine Menge Zeit geht für Essen, Schlafen, Anziehen, Abziehen, Kommen, Gehenm spielen und durch die Gegend latschen drauf. Dazu kommen bis zu 8 Kinder pro Betreuer. Soll mir keiner erzählen, dass da Zeit ist für grossartig Erziehungsarbeit.
Und selbst da erwartete man von der Mutter umgehende Verfügbarkeit, mehr als einmal erhielt ich den Anruf, ich möge mein Kind abholen.
Das ist natürlich immer noch ein Problem. Es werden immer die Mütter angerufen, selbst wenn an dem Tag der Vater zuständig ist.
Nicht schlecht. Aber nicht lang genug für zwei Vollzeitjobs.
Genau.
Auch ohne Pendeln, wobei ich nicht so genau weiss bei welchem Zeitaufwand oder Entfernung dir der Begriff pendeln in den Sinn kommt.
Ich bin über eine Stunde gependelt (einfache Strecke), mein Mann war zum Arbeitsplatz auch mehr als eine halbe Stunde unterwegs. Jetzt mal ohne Berücksichtigung diverser Störungen im S-Bahn-Verkehr, Staus etc. Das ist der Nachteil, wenn man auf dem Land lebt. Da ist der Arbeitsplatz nicht immer im 10-km-Umkreis.
Ich stell mir das garnicht vor. Ich sagte ja schon, dass es nicht für den Regelfall halte, dass ein Kind 50h pro Woche in einer Kita ist.
Andererseits sagst Du selbst, dass das 47,5-Stunden-Angebot unserer Kita nicht für zwei Vollzeitjobs reicht.
Und das dürfte auch einer der Gründe sein, warum einer der Partner - meist die Frau - beruflich zurücksteckt. Selbst dann, wenn sie gerne wieder voll in den Beruf einsteigen würde.
Sorry aber das sind beides patriarchalische Lebensentwürfe und das Schwarz/weiss-Denken, was das hervorbringt, ist nun wirklich nicht zeitgemäss.
Eine in Vollzeit arbeitende Frau ist ein patriarchalischer Lebensentwurf? Das musst Du mir jetzt erklären. Bis jetzt hielt ich das für eine eher feministische Forderung.
Teilzeit arbeiten ist nicht zurück stecken.
Da bin ich Deiner Meinung. Vermittelt wird zum Teil aber was anderes. Ich habe schon den Eindruck, dass in der öffentlichen Debatte ein Kind oder Kinder als Karrierehindernis und Armutsfalle dargestellt werden.
Zeitgemäss wäre wenn, sich die Eltern sowohl die Erwerbstätigkeit, als auch die Carearbeit zu ähnlichen Anteilen leisten.
Klingt gut, scheitert aber in nicht wenigen Familien beispielsweise an Einkommensunterschieden. Oder daran, dass der AG nicht mitmacht.
Das Recht auf Teilzeit ist das eine. Das gegen unwillige Arbeitgeber durchzusetzen das andere. Nicht selten läuft das dann darauf hinaus, dass man sich woanders einen Job suchen kann.
Seien wir mal ehrlich, es sind vielleicht 10 bis 15% der Arbeitnehmer, die von ihrer Persönlichkeit her geeignet sind, Führungspositionen zu übernehmen.
Ich rede hier auch nicht unbedingt von Führungspositionen. Nicht jeder, der Vollzeit arbeitet, ist in einer Führungsposition.
Und selbst die könnten weniger als Vollzeit arbeiten und die Arbeitgeber werden sich anpassen müssen, weil sie sonst keine Leute mehr finden.
So weit sind wir hier in Deutschland leider noch nicht. In anderen Ländern (wie z.B. Schweden, glaube ich) ist es völlig selbstverständlich, wenn auch eine Person in einer Führungsposition um 14.30 Uhr sagt: Sorry, ich bin jetzt raus, ich muss mein Kind von der Kita abholen.
Während hierzulande noch die Frage erörtert wird, wie frau Beruf und Kinder denn unter einen Hut bringen will (Männer müssen sich da nicht rechtfertigen, weil nach wie vor davon ausgegangen wird, dass das die Mutter macht).
In erster Linie betreuen und beschäftigen. Neben der Vermittlung von diversen Fähigkeiten, werden natürlich grundsätzliche Werte des Miteinanders und Selbstständigkeit vermittelt und gelebt, dann hörts aber auch schon schnell auf, es sei denn man erwischt übergriffige Betreuungspersonen. Kommt mal vor.
Kinder schlafen auch in der Kita und eine Menge Zeit geht für Essen, Schlafen, Anziehen, Abziehen, Kommen, Gehenm spielen und durch die Gegend latschen drauf. Dazu kommen bis zu 8 Kinder pro Betreuer. Soll mir keiner erzählen, dass da Zeit ist für grossartig Erziehungsarbeit.
Die hauptsächliche Erziehungsarbeit geschieht - idealerweise - natürlich durch die Eltern, aber die "grundsätzlichen Werte des Miteinanders und der Selbstständigkeit" werden, wie Du richtig sagst, eben auch von dem Personal in den Kitas geleistet.
Und für mich gehören die Vermittlung von diversen Fähigkeiten eben auch zur Erziehung.
Es gibt in deinem Dorf eine Kita die so lange offen ist?
Kita bedeutet Kindertagesstätte. Eine Einrichtung, die wesentlichen kürzer offen ist als die von Alescha angegebenen 7-17 ist keine Kita, sondern ein Kindergarten.
Kita bedeutet Kindertagesstätte. Eine Einrichtung, die wesentlichen kürzer offen ist als die von Alescha angegebenen 7-17 ist keine Kita, sondern ein Kindergarten.
Äh nein. Die Begriffe sagen rein garnichts über Öffnungszeiten aus. KITA ist der Oberbegriff für Kinderkrippe und Kindergarten. Kindergarten ist die KITA für 3 bis 6jährige.
Wir haben das ja auch so gehalten, dass ich daheim geblieben bin, bis die Kinder im Kindergarten waren. Weil wir die Erziehung nicht vor dem 3. Geburtstag delegieren wollten. Bei drei Kindern sind das 9 Jahre Elternzeit.
In der konservativ-gläubigen oder neuerdings in der Tradwife-Bubble wird aber davon geschwärmt, dass Frauen noch länger daheim bleiben oder nur geringfügig beschäftigt sind, damit die Familie mittags eine warme Mahlzeit hat und die Kinder Ansprache, wenn sie heim kommen (aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass viele auch froh sind, wenn sie erstmal ihre Ruhe haben, wenn sie von der Schule heimkommen).
Das ist ja auch o.k. so, wenn die Frau das so will (wenn es allein um den Haushalt gegangen wäre, wäre bei uns übrigens mein Mann in Elternzeit gegangen, der hat da ein besseres Händchen dafür) und es finanziell passt, denn dieses Familienmodell muss man sich ja erst mal leisten können.
Aber da fängt es schon an. Mit der Unterstellung, dass man sich das sehr wohl leisten könne, die Leute aber lieber einen luxuriösen Lebenstil mit Flugreisen etc. haben wollen.
Es geht mir dementsprechend nicht darum, dass Leute dieses Tradwife-Dasein toll finden. Jeder wie er möchte. Es geht mir darum, in welcher Weise das propagiert wird.
Veröffentlicht von: @aleschaWir haben das ja auch so gehalten, dass ich daheim geblieben bin, bis die Kinder im Kindergarten waren. Weil wir die Erziehung nicht vor dem 3. Geburtstag delegieren wollten. Bei drei Kindern sind das 9 Jahre Elternzeit.
In der konservativ-gläubigen oder neuerdings in der Tradwife-Bubble wird aber davon geschwärmt, dass Frauen noch länger daheim bleiben oder nur geringfügig beschäftigt sind, damit die Familie mittags eine warme Mahlzeit hat und die Kinder Ansprache, wenn sie heim kommen (aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass viele auch froh sind, wenn sie erstmal ihre Ruhe haben, wenn sie von der Schule heimkommen).
Das ist ja auch o.k. so, wenn die Frau das so will (wenn es allein um den Haushalt gegangen wäre, wäre bei uns übrigens mein Mann in Elternzeit gegangen, der hat da ein besseres Händchen dafür) und es finanziell passt, denn dieses Familienmodell muss man sich ja erst mal leisten können.
Aber da fängt es schon an. Mit der Unterstellung, dass man sich das sehr wohl leisten könne, die Leute aber lieber einen luxuriösen Lebenstil mit Flugreisen etc. haben wollen.
Es geht mir dementsprechend nicht darum, dass Leute dieses Tradwife-Dasein toll finden. Jeder wie er möchte. Es geht mir darum, in welcher Weise das propagiert wird.
Im Endeffekt war ich eine 'Tradwife', ohne diesen Begriff zu kennen.
Die ersten Jahre, weil es 'normal' war, länger zuhause zu sein als heute. Und dann fiel mir ein Nachmittags-Job vor die Füße, als meine Jüngste kurz vorm dritten Geburtstag war. Das hat sich dann so gezogen - ich war morgens daheim, wenn sie nach und nach aus dem Haus getröpfelt sind und mittags, als sie wieder zuhause eintröpfelten. Das war ja nie zeitgleich und ich fand's auch schön, wenn jedes ein bissel Zeit für sich allein hatte.
Und als ich dann wieder 'voll durchstarten' wollte, hatte ich ein chronisch krankes Kind und später einen ziemlich kranken Mann. Und als der wieder leidlich hergestellt war, kamen die Senioren ...
Somit blieb's bei stundenweisen Nachmittags-Jobs. War einfach praktischer.
Und nein - es war nicht anders zu organisieren.
Das mit dem Haushalt und mir war nie eine gute Kombination - unter lauter 'guten' Hausfrauen fühlt man sich da schon ein bissel unpassend. Aber da hat der liebe Gott wohl jeden Sinn für sowas bei mir vergessen.
Finanziell wär's einfacher gewesen, wenn ich mehr Geld verdient hätte - praktisch hätt's nicht hingehauen.
Natürlich ist das auch blöd für die Rente, aber der Zug ist durch.
Hab ich's so gewollt? Nein, mein Lebensplan sah irgendwann mal anders aus.
Hat sich so ergeben und es ist ok so.
Im Endeffekt war ich eine 'Tradwife', ohne diesen Begriff zu kennen.
Warst du eigentlich nicht. Zum einen warst du erwerbstätig und zum anderen hast du wohl kaum aufgerüscht dem Eheman die Tür geöffnet und ihm prompt sein wohlverdientes Abendessen serviert, nachdem du tagsüber der Welt im Internet Märchen über dein tolles Leben erzählt hast.
Ja, man wundert sich. Aufgeräumte und durchgewischte Wohnung, es wird gekocht und gebacken, die Kinder versorgt und perfekt gestylt muss man ja auch sein... und trotzdem hat man Zeit, diesen Livestyle auf Insta, TikTok und Co zu präsentieren.
Veröffentlicht von: @aleschaJa, man wundert sich. Aufgeräumte und durchgewischte Wohnung, es wird gekocht und gebacken, die Kinder versorgt und perfekt gestylt muss man ja auch sein... und trotzdem hat man Zeit, diesen Livestyle auf Insta, TikTok und Co zu präsentieren.
Und selbstverständlich ist die Dame noch sozial engagiert und im Elternbeirat etc. und schafft's auch noch, regelmäßig was für die körperliche Fitness (und damit Attraktivität) zu tun ...
Dabei kann sie dann nebenbei auch noch die dritte, vierte, fünfte Fremdsprache lernen ...
Von daher wär die Rechnung mit den über 200 Wochenstunden vielleicht gar nicht schlecht.
Ach nee - 'Organisation ist alles' 🤣
Veröffentlicht von: @hkmwkIch habe nur mit 168 Wochenstunden gerechnet! Allerdings hat nicht jeder aufgepasst und die Rechnung verstanden.
Hab's ja kapiert.
Aber bei dem, was manche Menschen (angeblich) in einen Tag packen können, reichen 24 Stunden nicht immer aus.
Tja, so ne Zeitmaschine aus Science Fiction, bei der für einen die Zeit langsamer läuft, wär schon schön.
Obwohl: Wenn für einen die Zeit um 10% langsamer läuft, ist die Umgebung für einen selbst um ca. 30° kühler, entsprechend mehr bei größerer Zeitdehnung …
Oh, nicht genug nachgedacht. Da die Temperatur mit der kinetischen Energie der Moleküle zusammenhängt, die in erster Annäherung zur Geschwindigkeit proportional ist, wären 55° ein besserer Schätzwert für die Temperaturabnahme bei 10% Zeitdehnung.
Veröffentlicht von: @hkmwkOh, nicht genug nachgedacht. Da die Temperatur mit der kinetischen Energie der Moleküle zusammenhängt, die in erster Annäherung zur Geschwindigkeit proportional ist, wären 55° ein besserer Schätzwert für die Temperaturabnahme bei 10% Zeitdehnung.
Für solche Zahlenakrobatik reicht mein Frauenhirn nicht aus.
Das muss immer überlegen, wie lange es dauert, wenn man drei Eier kochen will und ein Ei zehn Minuten braucht ...
Es geht um physikalische Formeln, insbesondere E=mv².
wie lange es dauert, wenn man drei Eier kochen will und ein Ei zehn Minuten braucht ...
Kommt auf die Umstände an. Im einfachsten Fall auch 10 Minuten, weil es vor allem darauf ankommt, dass das Wasser heiß genug ist.
Aber in der Praxis wirken sich die zusätzlichen Eier auch aus. Nur wie genau, hängt von so vielen Faktoren ab, dass wohl niemand eine Formel aufgestellt hat.
Ich bin jedenfalls auch überfordert.
Ich sehe "Kinder, Küche, Kirche" nicht als rückwärtsgewandt und halte das für ein Totschlagargument. Es erklärt nichts. Es verurteilt nur.
Die Hausfrau trägt genauso zum Familieneinkommen bei wie der Mann. Das ist Arbeitsteilung.
Der Wirkungskreis ist auch nicht auf die eigenen vier Wände beschränkt. Da ist nur die Küche. Kinder finden nur teilweise Zuhause statt und Kirche ist weitgehend außerhalb.
Die Hausfrau ist nicht Zuhause weggesperrt und dreht Däumchen. Insofern sehe ich auch keinen Gegensatz zu Sprüche 31.
Veröffentlicht von: @johnnydIch sehe "Kinder, Küche, Kirche" nicht als rückwärtsgewandt und halte das für ein Totschlagargument. Es erklärt nichts. Es verurteilt nur.
Die Hausfrau trägt genauso zum Familieneinkommen bei wie der Mann. Das ist Arbeitsteilung.
Der Wirkungskreis ist auch nicht auf die eigenen vier Wände beschränkt. Da ist nur die Küche. Kinder finden nur teilweise Zuhause statt und Kirche ist weitgehend außerhalb.
Die Hausfrau ist nicht Zuhause weggesperrt und dreht Däumchen. Insofern sehe ich auch keinen Gegensatz zu Sprüche 31.
Ich stimme Dir mal weitestgehend zu.
Und dieser Begriff 'Nur-Hausfrau' trägt halt auch zum mangelnden Selbstwert einer solchen bei.
Manchmal geht's einfach nicht anders.
Und ich behaupte mal, dass es in jedem Familiengefüge eine 'Nur-Hausfrau' geben muss, die vieles abpuffert, wozu Vollzeit-Berufstätige gar keine Zeit haben.
Wobei das Konzept Tradwife nochmal ein anderes zu sein scheint.
Das wäre praktisch, ja. Diese rüstige Oma oder kinderlose Tante kenne ich nur aus den Erinnerungen meiner kinderreichen Vorfahren.
Die gar nicht erwerbstätige Hausfrau gibt es in unserer Grundschulklasse nur sehr selten. Und das ist ein Querschnitt der Bevölkerung am Rande der Innenstadt einer Landeshauptstadt.
Es gibt viel Teilzeit und nahezu Vollzeit mit großer zeitlicher Flexibilität (meistens von der Frau). Nur wenige lassen ihr Kind möglichst komplett fremdbetreuen. Da gibt es auch nicht genug Angebote, die zuverlässig funktionieren, zB eine Nachbarin musste ihre Anstellung für ein paar Jahre aufgeben und komplett selbständig arbeiten, weil das Kind eine Erkrankung hat und die Eltern das häufig überwachen mussten.
Es ging mir ja bei dem Begriff Kinder-Küche-Kirche um das Konzept, dass sich die Frau ausschließlich um Kinder, Ehemann, Haushalt und außer Haus noch in der Kirchengemeinde oder ehrenamtlich engagiert, aber nicht beruflich im Sinne einer Erwerbstätigkeit.
Die in Teilzeit erwerbstätige Frau fällt da ja schon raus, das ist ja schon keine Nur-Hausfrau mehr und hat auch andere Tätigkeiten als Kinder, Küche und Kirche.
Und da muss man einfach sehen, dass Mütter sich da verschiedenen Erwartungshaltungen ausgesetzt sehen:
Bleibt man zuhause, womöglich noch sogar dann, wenn die Kinder schon im Kindergarten oder gar schon in der Schule sind, ist man die Glucke.
Geht man arbeiten, ist man die Rabenmutter. Allenfalls ein Minijob oder ein Teilzeitjob ist gestattet, Hauptsache die Kinder haben ein warmes Essen auf dem Tisch, wenn sie mittags heimkommen.
Jetzt mal überspitzt formuliert.
Männer sind diesen Erwartungen übrigens so gut wie gar nicht ausgesetzt. Sie müssen sich weder dafür rechtfertigen, dass sie durchgehend in Vollzeit tätig sind, noch dafür, ob man überhaupt Kinder hat und wenn ja, wie viele (die Geburtenrate wird ja auch ausschließlich an der Frau festgemacht, und da ist es dann die böse Karrierefrau, die kein oder nur ein Kind bekommt. Als ob es zum Kinderzeugen keine zwei Personen brauchen würde. Und dann: kein oder ein Kind ist zu wenig, zwei sind ideal, ab drei gilt man für manche schon als asozial).
Veröffentlicht von: @aleschaUnd da muss man einfach sehen, dass Mütter sich da verschiedenen Erwartungshaltungen ausgesetzt sehen:
Bleibt man zuhause, womöglich noch sogar dann, wenn die Kinder schon im Kindergarten oder gar schon in der Schule sind, ist man die Glucke.
Geht man arbeiten, ist man die Rabenmutter. Allenfalls ein Minijob oder ein Teilzeitjob ist gestattet, Hauptsache die Kinder haben ein warmes Essen auf dem Tisch, wenn sie mittags heimkommen.
Jetzt mal überspitzt formuliert.
Männer sind diesen Erwartungen übrigens so gut wie gar nicht ausgesetzt. Sie müssen sich weder dafür rechtfertigen, dass sie durchgehend in Vollzeit tätig sind, noch dafür, ob man überhaupt Kinder hat und wenn ja, wie viele (die Geburtenrate wird ja auch ausschließlich an der Frau festgemacht, und da ist es dann die böse Karrierefrau, die kein oder nur ein Kind bekommt. Als ob es zum Kinderzeugen keine zwei Personen brauchen würde. Und dann: kein oder ein Kind ist zu wenig, zwei sind ideal, ab drei gilt man für manche schon als asozial).
Mir sind diese Gedankengänge durchaus geläufig.
Ich wüsste aber auch nicht, wie man dieses Dilemma auflösen könnte.
Denn natürlich gibt es Glucken und Rabenmütter.
Und natürlich sind Männer da ein bissel außen vor - schließlich haben sie weder Gebärmutter noch Brüste.
Und bei manchen kinderreichen Familien hab ich mir ja auch schon Fragen gestellt ...
Und natürlich sind Männer da ein bissel außen vor - schließlich haben sie weder Gebärmutter noch Brüste.
Wobei auch nicht jede Frau stillen kann oder will, aber mal davon abgesehen: Dass es schon aus biologischen Gründen näher liegt, dass die Frau zuhause bleibt (den Gender Pay Gap, der auch noch eine Rolle spielt lassen wir jetzt mal außen vor) - geschenkt. Ich selber habe meine Kinder über ein Jahr gestillt und erst abgestillt, als ich schon mit dem jeweils nächsten schwanger war (und das letzte dann mit dreieinhalb), das geht schlecht, wenn man berufstätig ist. Auch wenn es inzwischen Regelungen für stillende Mütter gibt.
Warum die Frage, wie viele Kinder es sind, aber nach wie vor an den Müttern festgemacht wird, erklärt sich dadurch nicht, denn die Gebärmutter bringt ohne Beteiligung des Penis nichts hervor.
Man diskutiert ständig über Frauen, die angeblich aus Karrieregründen keine Kinder wollen. Nicht aber über die vielen Männer, die keinen Bock auf Kinder haben. Oder sich erstmal Zeit lassen wollen. Zeit, die Frauen eben in dem Umfang nicht haben.
Ich meine hier das Ideal, dass sich die Frau ausschließlich um Mann und Kinder kümmert.
Insofern sehe ich auch keinen Gegensatz zu Sprüche 31.
Die Frau betreibt hier u.a. Landwirtschaft und Handel, trägt also nicht nur passiv zum Familieneinkommen bei wie die Frau, die dem alleinverdienenden Ehemann, wie es so schön heißt, den Rücken freihält, sondern sie trägt aktiv durch eigene Tätigkeit zum Familieneinkommen bei. Auf heutige Verhältnisse übertragen: Die Frau ist außer Haus berufstätig.
Das ist schon ein Unterschied zu dem in manchen christlichen Kreisen propagierten Ideal von der Frau, die sich ausschließlich um Kinder und Ehemann kümmert und ansonsten nur in der Kirche oder Ehrenämtern.
Und als Historikerin kann ich Dir sagen, dass die Frau in Sprüche 31 der Normalfall war. Also die Frau, die in der Landwirtschaft, in der Werkstatt, im Laden, später in Manufakturen und Fabriken tätig war. Kinder wurden mit zur Arbeit genommen und ggf. ruhiggestellt. Sobald sie konnten wurden sie an der Arbeit beteiligt. Das, was von manchen Christen als traditionelle Familie präsentiert wird, ist historisch gesehen eine Randerscheinung.
Die Hausfrau ist nicht Zuhause weggesperrt und dreht Däumchen
Ich habe nirgends behauptet, dass dem so sei.
Auf heutige Verhältnisse übertragen: Die Frau ist außer Haus berufstätig.
Na ja, Heimarbeit (bzw. modern Homeoffice) wär auch ne Parallele.
Aber auf jeden Fall berufstätig. Wer ne möglichst enge Parallele will: in Selbstständigkeit.
Veröffentlicht von: @derelchWelche eigene Zukunft?
Hab gehört, Kinder ziehn irgendwann aus und dann stellst sich vielleicht die Frage nach dem Leben danach.
Also eigentlich stellt es sich schon im Teenageralter.
Kinder sind die Zukunft. Und die ersten Jahre sind sie keine Teenager.
Keine Sorge - ich hab praktisch immer 'nebenbei' gearbeitet, seit meine Töchter im Kindergarten waren.
Aber halt immer 'nur' stundenweise, was sich negativ auf die Rente auswirkt.
Rente ist ein guter Punkt. Da können einer Frau, die zugunsten ihrer Familie auf eine Erwerbstätigkeit verzichtet hat, schon mal die Tränen kommen.
Ja, da gibt es Müttergeld und sonst nicht viel. Woher auch? Die Rente wird danach bemessen, was viel und wie lange man eingezahlt hat.
Lebt man sein komplettes Arbeitsleben als Hausfrau, muss man anders vorsorgen als über arbeitsbezogene Abzüge. Dafür gibt es private Lebensversicherungen usw.
Veröffentlicht von: @johnnydJa, da gibt es Müttergeld und sonst nicht viel. Woher auch? Die Rente wird danach bemessen, was viel und wie lange man eingezahlt hat.
Lebt man sein komplettes Arbeitsleben als Hausfrau, muss man anders vorsorgen als über arbeitsbezogene Abzüge. Dafür gibt es private Lebensversicherungen usw.
Und genau da beißt sich die Katze in den Schwanz.
Woher soll eine Familie mit einem Einkommen noch Versicherungsbeiträge zahlen?
Sind ja nicht alles Gutverdiener, manchmal ist halt auch ein Partner krank.
Ja, mit einem Einkommen kommt man nicht aus, wenn man davon alles finanziert. Bei meinen Eltern ging das noch. Die konnten so sechs Kinder großziehen.
Für mich heute ist das unvorstellbar und wir stellen uns bei dem Einkommen pro Arbeitsstunde nicht gerade ganz hinten an.
Veröffentlicht von: @johnnydJa, mit einem Einkommen kommt man nicht aus, wenn man davon alles finanziert. Bei meinen Eltern ging das noch. Die konnten so sechs Kinder großziehen.
Für mich heute ist das unvorstellbar und wir stellen uns bei dem Einkommen pro Arbeitsstunde nicht gerade ganz hinten an.
War bei uns ähnlich. Wir waren vier Kinder, mein Vater war im Staatsdienst und hat Schicht gearbeitet, es gab zwei alte Leute im Haus - da wär's für die Mama praktisch gar nicht möglich gewesen, noch 'nebenbei' zu arbeiten.
Wir waren vier Kinder, mein Vater war im Staatsdienst und hat Schicht gearbeitet, es gab zwei alte Leute im Haus - da wär's für die Mama praktisch gar nicht möglich gewesen, noch 'nebenbei' zu arbeiten.
Da sind jetzt aber eher die alten Leute das Problem, oder?
Wir haben drei Kinder, aber sobald die alle im Kindergarten/in der Schule waren war es mir wieder möglich, zumindest 20 Stunden zu arbeiten. Die Kinder waren ja bis zum frühen Nachmittag versorgt. Und inzwischen sind die zwischen 14, 16 und 18, die können sich um sich selber kümmern (ganz abgesehen davon, dass die mehrmals in der Woche sowieso Mittagsschule haben und selbst erst um 16 Uhr heim kommen), d.h. eigentlich könnte ich wieder Vollzeit arbeiten.
Anders ist es jetzt mit der Betreuung meiner Eltern, die seit ein paar Jahren Unterstützung brauchen. Da hat man dann schon ein Problem, wenn man die Arzttermine um seine Arbeitszeiten stricken muss. Jetzt ist ja aber mein Mann in Rente.
Veröffentlicht von: @aleschaWir waren vier Kinder, mein Vater war im Staatsdienst und hat Schicht gearbeitet, es gab zwei alte Leute im Haus - da wär's für die Mama praktisch gar nicht möglich gewesen, noch 'nebenbei' zu arbeiten.
Da sind jetzt aber eher die alten Leute das Problem, oder?
Nee, das Problem war das Gesamtpaket. Vater im Vier-Tage-Schichtdienst, der bei Frühschicht um 12 sein warmes Essen wollte, Kinder in Schule, Kindergarten und noch ganz klein oder Kindergarten (damals noch mit starren Öffnungszeiten und musste zu Fuß hingebracht und abgeholt werden), alte Tante mit Demenz, Hausumbau und großer Garten ...
Die Mama war gut ausgelastet.
Anders ist es jetzt mit der Betreuung meiner Eltern, die seit ein paar Jahren Unterstützung brauchen. Da hat man dann schon ein Problem, wenn man die Arzttermine um seine Arbeitszeiten stricken muss. Jetzt ist ja aber mein Mann in Rente.
Ich betrachte die Betreuung der Senioren durchaus als Job. Und kriege dafür von der Pflegekasse ein paar Rentenpunkte gutgeschrieben.
Ich betrachte die Betreuung der Senioren durchaus als Job. Und kriege dafür von der Pflegekasse ein paar Rentenpunkte gutgeschrieben.
Ja.
Hilft einem nur nicht, wenn man noch drei Kinder versorgen und Schulden fürs Haus abzahlen muss.
Und wenn das eigene Minijob-Gehalt zur Hälfte für die Krankenkasse draufgeht.
Bei meinen Eltern ging das noch. Die konnten so sechs Kinder großziehen.
Das ging aber auch damals nicht bei allen.
Meine Eltern hatten nur ein Kind, haben sich dann aber eine Eigentumswohnung gekauft (weil sie nichts zur Miete fanden) und waren entsprechend verschuldet.
Sobald ich in den Kindergarten kam, ging meine Mutter arbeiten. Abends, wenn mein Vater heim kam, da in den 70er Jahren die Öffnungszeiten unseres Kindergartens keine Mütter vorsah, die mittags arbeiteten. Sobald ich in die Schule kam waren dann familienfreundlichere Arbeitszeiten möglich.
Meine Eltern haben ein Haus gebaut, ging nur mit Tricks wie ein Kredit vom Bruder unter der Hand, so dass das für Bank und Behörden als Eigenkapital zählte. Und viel Eigenarbeit nach Feierabend.
Das Haus war nötig, weil dich das vierte Kind ankündigte (vermute ich, denn es wurde ne Fehlgeburt, bin über den Zeitablauf nicht völlig sicher). Mein jüngstes Geschwister kam dann später.
Und das als Arbeiter, und meine Mutter ging erst Arbeiten, als die Kinder aus der Grundschule waren … da gab's schon Einschränkungen, die für mich normal waren, arm hab ich mich nie gefühlt.
Veröffentlicht von: @hkmwk… da gab's schon Einschränkungen, die für mich normal waren, arm hab ich mich nie gefühlt.
Es war 'normal', dass es wenig 'Luxus' gab.
Wir wurden nicht rumgekutscht (war aber auch alles fußläufig oder mit dem Fahrrad erreichbar), trugen gebrauchte Klamotten (davon hab ich heut noch ein leichtes Trauma), fuhren auf der Straße Rollschuh (machte Spaß) und hatten mittags frei (wenn die Hausaufgaben gemacht waren). ...
Ja, und es gab damals keine Klassenfahrten nach England, Spanien oder exotischere Orte. Man brauchte für die Schule kein Computer etc.
Meine Kinder trugen und tragen z.T. auch gebrauchte Klamotten und haben auch nicht jeden Schnickschnack wie XBox und Co. bekommen. Trotzdem habe ich den Eindruck, dass Kinder zu haben heute teurer ist als früher.
Es gibt Berechnungen, wonach ein Kind in Deutschland bis zur Volljährigkeit im Durchschnitt etwa 140.000 bis 165.000 Euro kostet.
Veröffentlicht von: @aleschaJa, und es gab damals keine Klassenfahrten nach England, Spanien oder exotischere Orte. Man brauchte für die Schule kein Computer etc.
Ich war bei Elternabenden öfters mal die 'Spaßbremse', wenn über Klassenfahrten gesprochen wurde, bei denen eine halbe Woche teurer war als eine Woche Familienurlaub im Schwarzwald.
Meine Kinder trugen und tragen z.T. auch gebrauchte Klamotten und haben auch nicht jeden Schnickschnack wie XBox und Co. bekommen. Trotzdem habe ich den Eindruck, dass Kinder zu haben heute teurer ist als früher.
Es gibt Berechnungen, wonach ein Kind in Deutschland bis zur Volljährigkeit im Durchschnitt etwa 140.000 bis 165.000 Euro kostet.
Ich denke auch, dass Kinder haben heute teurer ist als früher.
Allein die technische Aufrüstung, die einfach mal vorausgesetzt wird, um an Informationen zu kommen, kriegt man ja auch nicht geschenkt.
Ich war bei Elternabenden öfters mal die 'Spaßbremse', wenn über Klassenfahrten gesprochen wurde, bei denen eine halbe Woche teurer war als eine Woche Familienurlaub im Schwarzwald.
Nur, dass bei uns sowas nicht auf Elternabenden beschlossen wird. Das ist einfach so. Heute Abend fährt unser Jüngster für fast eine Woche nach England. Vor zwei Jahren war es unsere Tochter, und dass unser Ältester nicht in England war, lag an Corona.
Und das ist ja nicht alles. Schullandheime, ein- oder mehrtägige Fahrten zu irgendwelchen Documentas oder Städtereisen mit KZ-Gedenkstättenbesuch, Fahrten nach Berlin, etc. etc.
Wobei man sagen muss, dass man da für Leute, die sich das nicht so ohne weiteres leisten können, auch Lösungen sucht. Für sowas gibt es ja ein spezielles "Sparschwein" an den Schulen.
Veröffentlicht von: @aleschaWobei man sagen muss, dass man da für Leute, die sich das nicht so ohne weiteres leisten können, auch Lösungen sucht.
Für sowas gibt es ja ein spezielles "Sparschwein" an den Schulen.
'Ohne weiteres' leisten können sich das längst nicht alle. Aber wenn die alle maunzen, ist dieses 'Sparschweinchen' recht schnell leer.
Die unterschiedlichen Schulen meiner Töchter haben das mit der Unterstützung recht unterschiedlich gehandhabt - einmal reichte das Wissen um den kranken Vater für eine Ermäßigung, einmal war's komplizierter. Und es war dann trotz Zuschuss noch recht teuer.
Ja, das stimmt. Bei meinen Eltern war es ein sicheres Gehalt im höheren Dienst und Vermögen über Generationen hinweg gab es in unserer Familie allenfalls zuletzt vor der Flucht zum Ende des Zarenreiches aus Russland und Baltikum. Da waren meine Eltern also nicht gerade die privilegierte Ausnahmeerscheinung - ob das Lebensmodell so freiwillig war, weiß ich nicht. Mein Zwillingsbruder ist körperbehindert und dann laufen Kinder noch weniger nebenher als sonst und Kindergarten war bei uns in Niederbayern nur dazu da, damit die Kinder kurz mal miteinander spielen. An arbeitende Mütter hatte da niemand gedacht. Finanziell ging es aber irgendwie.
Bei meinen Kindern hingegen waren Doppelverdiener schon klar eingeplant - aber nur im Kindergarten (ab fast vier Jahre bei uns; abgesehen von Corona, wo wochenlang nicht auf Fremdbetreuung zu setzen war). Der Rückschritt kam dann wieder in der Grundschule als die Kinder plötzlich mittags Schluss hatten und in der auch nicht gerade günstigen Betreuung alles Mögliche lernten, aber nicht, wie man so Hausaufgaben macht, dass man Erfolg und hinreichend Freude daran hat.
Es hängt sehr viel an Eltern; Bildungserfolg wird ein Stück weit "vererbt". Ganztags-Grundschulkinderbetreuung wird das nicht ändern. So bin ich dreimal die Woche mittags Zuhause und sorge selbst für zB Mittagessen, Hausaufgaben, Lesen, Finnisch und Cello üben. Irgendwann kriegen die Kinder das selbst hin oder haben Nachmittagsunterricht; dann werden wir auch an unsere eigene Rente denken.
Bei meinen Kindern hingegen waren Doppelverdiener schon klar eingeplant - aber nur im Kindergarten (ab fast vier Jahre bei uns; abgesehen von Corona, wo wochenlang nicht auf Fremdbetreuung zu setzen war). Der Rückschritt kam dann wieder in der Grundschule als die Kinder plötzlich mittags Schluss hatten und in der auch nicht gerade günstigen Betreuung alles Mögliche lernten, aber nicht, wie man so Hausaufgaben macht, dass man Erfolg und hinreichend Freude daran hat.
Als unsere Kinder in Kiga und Grundschule waren, gab es an beiden Einrichtungen ein Betreuungsangebot bis 14:30 Uhr (an der Grundschule hieß das Kernzeit, kurz Kerni). Für eine längere Betreuung hätten die Grundschule in einen anderen Teilort gefahren werden müssen.
Solche Betreuungszeiten sind für zwei in Vollzeit tätige Eltern auch schon eine Herausforderung.
Ohne die Nur-Hausfrauen und Minijobberinnen wäre der Schulbetrieb an der Grundschule auch gar nicht möglich. Ausflüge funktionierten nur mit Mamataxis, man brauchte Mamas, die im Schwimmunterricht und bei Bundesjugendspielen bei der Aufsicht halfen, Mamas, die bei Projekttagen mit bastelten und kochten, Mamas, die für irgendwelche Bazare backten.
Es hängt sehr viel an Eltern; Bildungserfolg wird ein Stück weit "vererbt"
Ja, in Deutschland ist das krasser in anderen Ländern. Und da widerspreche ich Dir, ein Grund dafür ist, dass es dort nicht so sehr darauf ankommt, wer zuhause die Kinder fördert.
Brutal formuliert: Was bringt es dem Bildungserfolg, wenn Mama und Papa zwar daheim sind, aber zu den sog. Bildungsfernen gehören?
Gerade während Corona und des ganzen Heimunterricht-Theaters habe ich mich gefragt: Ich als studierte Anglistin und Historikerin kann die Sprachen abdecken, mein Mann als Ingenieur die MINT-Fächer. Was machen aber Kinder, deren Eltern noch nicht mal richtig Deutsch können?
Du redest hier von Cello und Finnisch, es gibt Eltern, die können nicht mal richtig Englisch, geschweige denn so beliebte zweite oder dritte Fremdsprachen wie Französisch, Spanisch und Latein. Meinst Du nicht, dass da Kinder, deren Eltern kein so hohes Bildungsniveau wie unsereiner vorweisen können, in einer Ganztagesschule mit qualifiziertem Personal U.U. eine bessere Chance auf einen Bildungserfolg haben?
Wir liegen derzeit bei 33h (Samstag ist ein voller Arbeitstag) und bei mir 40h Arbeitsstunden pro Woche. Das geht, weil ich in der Arbeit enorm flexibel sein kann und viel Arbeit auf die Schulferien lege, in denen ich meist Strohwitwer bin.
Meine Frau ist auch bei allem Möglichen dabei, was die Schule betrifft, ob Elternvertretung, Begleitung zu Klassenausflügen oder Abkürzungen in die Psychiatrische Praxis ermöglichen (wo meine Frau arbeitet).
In der 2. Klasse ging es irgendwann mit Hobbies los und wir haben gemerkt, dass wir nicht noch immer wieder Abends irgendwelche Hausaufgaben durchgehen können; dann gehen wir uns nur gegenseitig auf die Nerven und am Ende hassen alle dann die Schule. Das muss also vor den Hobbies erledigt sein.
Das Konzept "Hausaufgaben" und wie wichtig das ist, kannte meine Frau so vorher nicht. Ich halte das hier für ein enormes Selektionskriterium. Überlässt man die Kinder sich selbst oder kümmert man sich, macht man die Mindest-Hausaufgaben oder auch selbstverständlich die "freiwilligen" Aufgaben, liest man Bücher, macht man etwas in den Ferien, bereitet man sich auf Tests vor,...
Den Umgang mit Hausaufgaben können alle Eltern vermitteln. Cello kann ich auch nicht, aber für das Üben sorgen. Die Schulinhalte sind in der Grundschule nicht schwer, sind keine spezifisch deutschen Inhalte und es gibt haufenweise Unterstützung und das Internet. Es braucht dafür keine besondere Vorbildung oder Intelligenz; es braucht vor allem Rücksichtnahme, feste Zeiten und Beständigkeit. Meine Schwester war Sonderschulkind und bekommt das super hin mit ihren Kindern.
Ob Kinder aus bildungsfernen Familien in einer Ganztagsschule besser aufgehoben sind? Schwierig. Es braucht jedenfalls ein Vorbild (die Clique?), es braucht Anleitung. Es braucht aber auch die Ruhe dafür.
Ich kenne unsere Grundschulkinderbetreuung (rund 250 Kinder) ein wenig von innen, weil ich im Vorstand engagiert bin - wir haben dort keine Grundschullehrer angestellt, sondern Sozialarbeiter, Erzieher, Studenten, Quereinsteiger in Teilzeit,... wo sollen die schulpädagogisch qualifizierten Kräfte auch herkommen und wer soll die bezahlen. Bei einem Betreuungsschlüssel mit zweistellig Kindern ist es schnell vorbei mit Hausaufgabenhilfe; dann ist der Fokus eher bei dem, der gerade am meisten stört.
Da gab es die Hausaufgabenzeit, klar. Was darin passierte war Zufall. Und ob die erledigten Hausaufgaben dann vollständig oder richtig waren, hat niemand überprüft. Das kann ja ruhig mal so sein; ein Dauerzustand ist das nicht.
Wird das in der weiterführenden Schule besser? Mal schauen. Die Kinder werden ja zunehmend selbständiger und können ihre Aufgaben selbst erledigen. Ich rechne jetzt nicht damit, dass ich mit den Kindern Latein oder Französisch pauke oder etwas darin etwas erkläre.
@johnnyd Da seid Ihr ganz schön strukturiert.
Meine Kinder hatten keine so intensiven Hausaufgabenzeiten und haben höchst selten mehr als die Mindest-Hausaufgaben gemacht und irgendwie hat's auch geklappt. Deinen Optimismus bezüglich der weiterführenden Schulen teile ich allerdings nicht.
Insgesamt sind auch Kinder, die in weiterführende Schulen gehen, (zumindest am Anfang) noch lange nicht 'groß' und brauchen manchmal auch Unterstützung bei der Umstellung.
Den Umgang mit Hausaufgaben können alle Eltern vermitteln
Da sind wir uns einig.
Die Schulinhalte sind in der Grundschule nicht schwer, sind keine spezifisch deutschen Inhalte und es gibt haufenweise Unterstützung und das Internet.
Dachte ich auch - bis ich mich mit den Aufgaben konfrontiert sah, die meine Kinder aus der Schule mit heim brachten. Unser Jüngster war noch in der Grundschule, als dank Corona das Homeschooling über uns hereinbrach. Mein Mann und ich mussten öfter mal die älteren Geschwister fragen, wie die Aufgaben nun zu lösen sind, weil sich die Lösungs- und Rechenwege teils doch deutlich von dem unterschieden, was wir in der Grundschule gelernt hatten.
Es braucht aber auch die Ruhe dafür.
Die kann man aber auch zuhause nicht immer garantieren. Das klappt in Familien, wo jeder sein Zimmer hat. Es soll aber auch noch Familien geben, wo das nicht gegeben ist.
Das ist auch individuell verschieden. Ich denke da an Corona zurück, manche Schüler haben da in den Ferienmodus geschaltet - das sind eher Kinder, die an der Schule besser aufgehoben sind, es gab Schüler, die waren ganz froh, daheim arbeiten zu können ohne von Mitschülern oder Lehrern genervt zu werden.
Ist ja bei Erwachsenen nicht anders. Der eine ist im Büro produktiver, der andere im Homeoffice.
Ich kenne unsere Grundschulkinderbetreuung (rund 250 Kinder) ein wenig von innen
Ich auch, ich habe mal in der Kernzeit reingeschnuppert und habe jetzt 2 Jahre Sprachförderung gemacht.
Eigentlich braucht es da tatsächlich eher Leute mit einer pädagogischen oder - noch besser- sozialpädagogischen Ausbildung. Da sitzen mitunter Kinder mit Migrationshintergrund mit Sprachdefiziten, sondern auch Kinder, die auch nach zwei oder drei Jahren Grundschule noch nicht lesen können. Oder die einfach schwierig im Verhalten sind. Manchmal habe ich die Hälfte der Zeit damit verbringen müssen, persönliche Differenzen zwischen den Anwesenden irgendwie in den Griff zu kriegen. Alles Sachen, für die ich nicht ausgebildet bin.
Aber jemanden mit der entsprechenden Ausbildung kann man wahrscheinlich eher nicht für einen Minijob gewinnen.
Wie es im die Qualifikation des Lehrpersonals bestellt ist weiß ich jetzt leider nicht.
dann ist der Fokus eher bei dem, der gerade am meisten stört.
Ja, das kenne ich.
Und ob die erledigten Hausaufgaben dann vollständig oder richtig waren, hat niemand überprüft.
Ob die richtig sind soll eigentlich auch nicht überprüft werden. Weil die Lehrer anhand der Hausaufgaben überprüfen sollen, wo das Kind leistungsmäßig steht. Ich dachte ja immer, dass das in den Klassenarbeiten festgestellt wird, aber je nun... Ich konnte mir in der Kerni nicht verkneifen, Kinder zu korrigieren oder zumindest beim Lösungsweg zu unterstützen. Man musste auf jeden Fall einen Vermerk für die Lehrerin machen.
Ganz schlimm als Mutter fand ich ja da die Zeiten, als in der Grundschule Lesen und Schreiben noch nach der Reichen-Methode, a.k.a. "Lesen durch Schreiben" gelehrt wurde. Und die Klassenlehrerin unser beiden älteren Kinder den Eltern ausdrücklich gesagt hat, dass wir die Kinder nicht korrigieren sollten.
Wird das in der weiterführenden Schule besser? Mal schauen. Die Kinder werden ja zunehmend selbständiger und können ihre Aufgaben selbst erledigen.
Unsere drei waren bzw. sind auf einer Gemeinschaftsschule, also einer Schule, wo alle drei Leistungsstufen zumindest anfangs gemeinsam unterrichtet werden. Die Schule ist als Ganztagesschule konzipiert, allerdings gilt das auch nur für drei Tage in der Woche, an zwei ist keine Mittagsschule. Da gibt es dann die sog. Perle, persönliche Lernzeit, in der sog. Lernpfade abzuarbeiten sind. D.h., dass die Schüler, wenn sie aus der Schule kommen, ihre Hausaufgaben schon erledigt haben sollten. Lediglich Repetieren des Stoffes sollte noch daheim erledigt werden, später feilt man auch noch zu Hause an Präsentationen herum.
Gewünscht ist, dass sich die Schüler da auch gegenseitig unterstützen. Aber auch hier gibt es die Totalverweigerer. Ich war mal für ein Schuljahr, noch während Corona, eine pädagogische Hilfskraft im Rahmen des Programms "Lernen mit Rückenwind". Und da hatte ich auch so Kandidaten, die sich mit ihren Lernpfaden schwer taten oder ganz verweigerten. Rein theoretisch müssen Schüler, die ihre Lernpfade nicht schaffen, gewissermaßen nachsitzen. In der Praxis aber kommt es vor, dass sie mit der Nichterledigung durchkommen, weil sich der Lehrer nicht kümmern kann oder will.
Ich rechne jetzt nicht damit, dass ich mit den Kindern Latein oder Französisch pauke oder etwas darin etwas erkläre.
Solltest Du aber. Meine Tochter zumindest war ganz dankbar, dass ich mit ihr ihre Präsentationen auf Englisch und Französisch nochmal durchgehen konnte. Unser Ältester hat auch schon meine Unterstützung in Anspruch genommen, als es um eine Kommunikationsprüfung in Englisch ging. Auch mit einem gelegentlichen Abfragen von Vokabeln ist zu rechnen (da wurde ich dann plötzlich mit Spanisch konfrontiert).
Es braucht dafür keine besondere Vorbildung oder Intelligenz; es braucht vor allem Rücksichtnahme, feste Zeiten und Beständigkeit.
Es hat ja nun aber doch Gründe, warum in Deutschland wie kaum einem anderen Land die schulische Laufbahn vom Elternhaus abhängt.
Guck mal hier:
https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2024/06/PD24_N031_21_12.html
Oder hier, im internationalen Vergleich: https://www.wuebben-stiftung-bildung.org/wp-content/uploads/2024/11/WST-47-001-WOHER-UND-WOHIN-WEB_final.pdf
Mein Mann und ich mussten öfter mal die älteren Geschwister fragen, wie die Aufgaben nun zu lösen sind, weil sich die Lösungs- und Rechenwege teils doch deutlich von dem unterschieden, was wir in der Grundschule gelernt hatten.
Bei uns gibt es Elterngruppen für Fragen und die Kinder bringen ja haufenweise anderes Material mit, anhand dessen das Thema erklärt und mit dem sie geübt haben. Man muss sich halt auf die Terminologie und Lösungswege einlassen und darf nicht eigene, möglicherweise fortgeschrittene, Lösungswege hineinlesen. Und ansonsten melden wir zurück, dass wir das nicht verstanden haben oder wenn es zuviel Hausaufgaben waren; diese Rückmeldung will die Lehrerin auch haben.
Ob die richtig sind soll eigentlich auch nicht überprüft werden. Weil die Lehrer anhand der Hausaufgaben überprüfen sollen, wo das Kind leistungsmäßig steht. Ich dachte ja immer, dass das in den Klassenarbeiten festgestellt wird, aber je nun... Ich konnte mir in der Kerni nicht verkneifen, Kinder zu korrigieren oder zumindest beim Lösungsweg zu unterstützen. Man musste auf jeden Fall einen Vermerk für die Lehrerin machen.
Die Hausaufgaben sollen auch immer in zehn Minuten erledigt werden laut Lehrerin. joah 😆
Hausaufgaben sind zum Üben da. Wenn die Hausaufgaben richtig sind, dann spricht doch sehr viel dafür, dass das Kind gut geübt hat. Ich habe auch nicht den Eindruck, dass Hausaufgaben im Unterricht systematisch und detailliert kontrolliert werden. Und die Leistungsüberprüfung geht sehr schnell im Unterricht; dort ist ohnehin vieles auf Kommunikation und Wettbewerb ausgerichtet. Wer als Mathekönig heimkommt, der kann den Stoff.
Ganz schlimm als Mutter fand ich ja da die Zeiten, als in der Grundschule Lesen und Schreiben noch nach der Reichen-Methode, a.k.a. "Lesen durch Schreiben" gelehrt wurde. Und die Klassenlehrerin unser beiden älteren Kinder den Eltern ausdrücklich gesagt hat, dass wir die Kinder nicht korrigieren sollten.
Das ist nur eine Arbeitserleichterung für die Grundschullehrer; nach der 4. Klasse sind die Kinder eh weg und bei den Kindern aus 'akademischen' Haushalten wird die richtige Schreibweise durch viel Lesen vor Augen geführt oder generell diese Regel ignoriert. Wir bringen den Kindern die richtige Schreibweise bei; besonders streng bei Wörtern, die sie nur abzuschreiben haben.
Es hat ja nun aber doch Gründe, warum in Deutschland wie kaum einem anderen Land die schulische Laufbahn vom Elternhaus abhängt.
Ja, die Korrelation gibt es natürlich und in Deutschland ist sie vergleichsweise stark.
Schule ist hier recht standardisiert, geht eher wenig individuell auf die Kinder ein - etwa mit regelmäßigen Leistungsstandgesprächen und mehreren Stunden pro Woche individueller Schwerpunktsetzung. Zugegebenermaßen tut sich da Einiges, was sich aber vor allem in einer Herabsetzung des verlangten Standards niederzuschlagen scheint.
Hausaufgaben sind in Deutschland enorm wichtig und darin vor allem die Beständigkeit. Klar können Hausaufgaben auch mal weniger sauber ausfallen; eine generelle Linie wie Hausaufgabenzeit einigermaßen sinnvoll genutzt wird, muss man als Erwachsener vorgeben und eng begleiten.
Ein weiterer Schlüssel liegt im Lesen. Wer liest, der erweitert sein Vokabular enorm und kann die Unterrichtsinhalte mit bekanntem Wissen verknüpfen, also leichter lernen. Wir lesen sehr regelmäßig und die Kinder beantworten im Anschluss Fragen dazu in Antolin. https://antolin.westermann.de/
Eltern mit hohem Bildungsabschluss legen Wert auf diese individuelle Förderung, Hausaufgabenerledigung und Lesen und bezahlen oft zusätzlich Geld dafür, dass ihre Kinder eher einen höheren als einen niedrigeren Bildungsabschluss erreichen. Das ist gerade dann relevant, wenn der Bildungsweg durch die Leistungen nicht eindeutig vorgezeichnet ist.
Natürlich sollte auch nicht unter den Tisch fallen, dass wir in Deutschland gute berufliche Ausbildungen haben, die woanders schon ein Studium erfordern. Das verfälscht die unmittelbare Vergleichbarkeit mit anderen Ländern.
Bei uns gibt es Elterngruppen für Fragen
Ja, bei unserer Tochter gab es während Corona dann auch so eine Elterngruppe.
Und ansonsten melden wir zurück, dass wir das nicht verstanden haben oder wenn es zuviel Hausaufgaben waren; diese Rückmeldung will die Lehrerin auch haben.
Wenn es bei Euch so läuft/lief ist da ja toll, wir hatten leider das Pech, dass unser Grundschullehrer einen da ziemlich alleine ließ. Besonders schlimm war das während Corona während des Homeschoolings. Das Feedback war äußerst dürftig, Rückfragen blieben einfach unbeantwortet.
Wir waren froh, als wir die Grundschulzeit hinter uns hatten, weil sich der Lehrer bei unseren zwei jüngsten als Vollkatastrophe erwies.
Man muss sich halt auf die Terminologie und Lösungswege einlassen und darf nicht eigene, möglicherweise fortgeschrittene, Lösungswege hineinlesen.
Ja richtig. Ich musste da bei Lehrerschmidt Nachhilfe nehmen, oder mir einiges von meinen Kindern erklären lassen.
Die eigenen Lösungswege sind nämlich nicht fortschrittlich, sondern alter Tobak aus den 60er-bis 80er Jahren. Macht man heute ganz anders.
Wenn die Hausaufgaben richtig sind, dann spricht doch sehr viel dafür, dass das Kind gut geübt hat.
Oder Mama/Papa/ein älteres Geschwister daneben saßen.
Ich denke tatsächlich, dass die in der Schule erledigten Hausaufgaben bzw. Lernpfade da eher einen Rückschluss zulassen, denn da hockt niemand daneben und kaut einem die Lösung vor. Im Idealfall sieht der Lehrer dann anhand der Fehler, wo es noch klemmt (dass das ab einer gewissen Klassengröße nicht immer funktioniert ist leider auch so).
Das ist nur eine Arbeitserleichterung für die Grundschullehrer; nach der 4. Klasse sind die Kinder eh weg und bei den Kindern aus 'akademischen' Haushalten wird die richtige Schreibweise durch viel Lesen vor Augen geführt oder generell diese Regel ignoriert.
Ja, dachte ich auch. Zu unserem Leidwesen mussten wir feststellen, dass es nicht ganz so einfach ist. Das Kind muss nämlich auch wollen (und wenn sie dann wollen, sprechen sie dann auf der weiterführenden Schule auch der Grundschulempfehlung Hohn).
Und Antolin ist uns natürlich ein Begriff. 😀
Eltern mit hohem Bildungsabschluss legen Wert auf diese individuelle Förderung, Hausaufgabenerledigung und Lesen und bezahlen oft zusätzlich Geld dafür, dass ihre Kinder eher einen höheren als einen niedrigeren Bildungsabschluss erreichen. Das ist gerade dann relevant, wenn der Bildungsweg durch die Leistungen nicht eindeutig vorgezeichnet ist.
Richtig, und genau da liegt das Problem. Deswegen hängt der schulische Erfolg in Deutschland so extrem vom Elternhaus ab.
In der Coronazeit hatten wir glücklicherweise keine Schulkinder. Die Kinder waren fast vier, wir hatten gerade die Eingewöhnung im Kindergarten durch und dann kam der erste Lockdown.
Die Kinder lieben Antolin; die Lehrerin meinte, dass man bis zum Ende der Grundschulzeit tausend Punkte sammeln sollte. Das hatten wir nach dem ersten Schuljahr schon; mittlerweile hat jeder von den beiden so viele Punkte gesammelt wie der Rest der Klasse zusammen nicht. 🤩
Ich verstehe die ganze Aufregung um das Reden dieser Frau nicht.
Und etwas mehr Empathie hätte ich mir auch erwartet.
Dafür, dass ihr Mann vor Kurzem während einer Predigt von einem 22Jährigen abgeknallt wurde, wirkt sie auf mich sehr gefasst.
Zu Beginn bricht an manchen Stellen ihre Stimme weg. Aber das Bild, dass ihr Mann jetzt direkt an der Seite Jesu steht, gibt ihr Halt und Trost.
Frau Kirk beschreibt ihren Mann als einen Zeugen, der für das Wort Gottes einstand.
Und sieht ihn nun mit einer Märtyrerkrone bei Jesus stehen - das ist Wohl der Teil ihrer Ansprache, der viele Menschen aufregt.
Warum eigentlich?
"Der Begriff "Märtyrer" bedeutet "Zeuge" und bezieht sich auf Personen, die aufgrund ihres Glaubens getötet wurden,
Die Märtyrerkrone ist eine spätere Entwicklung, die aus der christlichen Tradition hervorgeht.
Es ist ein Symbol für den Preis, der für die Leiden und den Glauben gezahlt wird, ähnlich wie eine Siegeskrone.
Das Konzept der "Krone des Lebens" für jene, die den Prüfungen und der Versuchung des Todes standhalten, ist auch Teil der biblischen Lehre, insbesondere im Neuen Testament." (Zusammenfassung KI bei Google...)
Sie fasst das, was ihm auf dem Herzen lag, noch mal zusammen
Epheser 5,25: Ihr Ehemänner, liebt eure Frauen, wie Christus die Gemeinde liebte u gab sich für sie hin.
und holt sich Trost und Kraft aus der Bibel
Römer 8,82: Wir wissen aber, dass denen, die Gott lieben, alle Dinge zum Besten dienen, zum Guten zusammenwirken, denen, die nach dem Vorsatz berufen sind
Und dann wird sie kämpferisch und lässt alle wissen, dass sein Werk jetzt erst recht weitergeht - wohl in dem Glauben, dass dieses furchtbare Geschehen der letzten Tage irgendwie und irgendwann auch etwas Gutes haben wird.
@martha Hat das rassistische Paar Kirk jemals den Hammerangriff auf den Mann von Pelosi verurteilt und Mitgefühl bekundet? Nein, im Gegenteil! Kirk hat den Angriff sogar in einer Talkshow gefeiert und den Täter als Patrioten tituliert. Nachzulesen u.a. bei RPO. Ich wundere mich, dass einige ChristInnen den Hater noch glorifizieren!
Veröffentlicht von: @1-ichthys@martha Hat das rassistische Paar Kirk jemals den Hammerangriff auf den Mann von Pelosi verurteilt und Mitgefühl bekundet? Nein, im Gegenteil! Kirk hat den Angriff sogar in einer Talkshow gefeiert und den Täter als Patrioten tituliert. Nachzulesen u.a. bei RPO.
Ich kannte Herrn Kirk bis zum Video, das auf x seinen Mord festhielt, nicht.
Ich habe versucht, mich in die trauernde Frau hineinzuversetzen.
Ich wundere mich, dass einige ChristInnen den Hater noch glorifizieren!
Diese Wahrnehmung teile ich nicht und empfinde sie gleichzeitig als unverschämt übergriffig.
Schade dass ich das hier erst jetzt lese. Heute Nachmittag nach den 15:30 Gottesdienst (ich bin in einer anderen Zeitzone) kam das Gespräch auch auf den Mord an Kirk. Der wurde als jemand dargestellt, der zwar politisch begonnen hat, aber sich immer mehr auf den Glauben konzentriert hat. Da hat wohl die Rede der Witwe gewirkt …
Und ein Argument, dass mich sprachlos machte: Auf meinen Hinweis, dass Kirk ja dazu aufrief, dem Täter, der Pelosis Mann angegriffen hat, die Anwaltskosten zu zahlen, meinte jemand, die Demokraten hätten ja auch den Randalierern (rioters) bei den BLM-Protesten die Anwaltskosten gezahlt, das sei also eine Replik darauf gewesen.
Einer gegen drei (es waren noch mehr am Tisch, aber die waren nicht aus den USA und wohl auch nie länger dort gewesen), ich habe nicht weiter diskutiert.
Tja also, ich kann dazu erst mal nichts mehr sagen.
Es ist für mich verwirrend, wie sich auch hier in diesem Forum "Lager auftun".
Gott sieht das ❤️ an, während der Mensch nur das sieht, was vor Augen ist.
Und da sind die Wahrnehmungen sehr verschieden, wie in den Beiträgen nachzulesen ist.
Ich kann deine Verwirrung verstehen.
Die erste hatte ich, als es damals um COVID und Impfungen ging.
Leider habe ich mich auch von dem, was so durch die Medien ging, etwas mit anstecken lassen und habe emotional reagiert. Manches durfte (irgendwann?) nicht mehr in Frage gestellt werden.
Eine sachliche Aufarbeitung für Deutschland, unabhängig und kritisch fern aller parteipolitischen Positionen, steht leider noch aus und ich weiß nicht, inwiefern es hier noch dazu kommen wird. Zu sehr ist man inzwischen in D bemüht, alles was auch nur ansatzweise in Richtung AfD Position/Meinung geht, für undenkbar und unsagbar zu halten. Leider macht man dadurch nichts besser.
Off topic
Was die AfD betrifft: Als Sächsin sehe ich der Tatsache ins Auge, dass diese bei der nächsten Landtagswahl 2029 durchaus die meisten Stimmen bekommen kann.
Davor hat mir lange Zeit gegraut.
Doch inzwischen graut es mir vor den Linken noch viel mehr.
Und damit will ich's hier mal belassen...
Gute Nacht. 🌛
OT-Ende
@martha Und dann wird sie kämpferisch und lässt alle wissen, dass sein Werk jetzt erst recht weitergeht - wohl in dem Glauben, dass dieses furchtbare Geschehen der letzten Tage irgendwie und irgendwann auch etwas Gutes haben wird.
Hast Du mal in ihre Augen geschaut, als sie das verkündet hat. Ich habe da viel Hass und Bereitschaft zur Rache gesehen. Ich will Ihr das in ihrem Zustand und ihrer Situation gerne zugestehen. Christlich vorbildlich fand ich das nicht. Da war nichts von Feindesliebe.
Guten Morgen.
Das habe ich mit "kämpferisch" umschrieben.
Die Frau ist doch keine Übermenschin. Sie musste letzte Woche miterleben, wie ihr Mann und der Vater ihrer Kinder vor ihren und den Augen aller Welt (Medien) einem Gewaltverbrechen zum Opfer wurde.
Sie ist schockiert, sie trauert. Da wechseln Emotionen im Fluge. Und eine große, große Wut ist davon die mindeste, die sie aus sich heraus schleudern kann - was sie im Übrigen nicht tat. Sie hatte sich körperlich im Griff. Bis auf die Augen, die auch als "Spiegel der Seele" bezeichnet werden.
(Apropos: kennst du die Trauerphasen von Kübler-Ross?)
Veröffentlicht von: @johnnydDie Witwe Erika Kirk trauert und nimmt Abschied...
Sie tut eben darüber hinaus - in und mit ihrer Rede - viel mehr, leider.
Ich habe deshalb differenziert und die Trauer und den Schmerz von der Agitation getrennt. Darauf lege ich Wert.
Und wenn Erika Kirk DIESE Art der Präsenz in der Öffentlichkeit selbst gewählt hat, dann ist nichts Unanständiges daran, darauf zu reagieren, auch kritisch - das ist nicht pietätlos.
L'Chaim
Veröffentlicht von: @johnnydJetzt ist die Witwe auch noch selbst daran schuld, dass sie sich zu Wort meldet und ihre Trauer versucht in Worte zu fassen.
Lasst doch euren Hass stecken.
"Jetzt ist die Witwe ...." ---- Wer sagt das?
"Lasst doch ..." ---- Und wer ist mit dem Hass-Vorwurf gemeint?
L'Chaim
Jetzt ist die Witwe auch noch selbst daran schuld, dass sie sich zu Wort meldet und ihre Trauer versucht in Worte zu fassen.
Wenn sie nur das getan hätte, würde sie nicht kritisiert.
Und wenn du meinst, dass sie das, was ihr vorgeworfen wird, nicht getan hat, dann gehe konkret auf die Vorwürfe ein.
Die Geschichte kennt Trauerreden, die zugleich politischen Zwecken dienten. Oktavians Rede zu Cäsars Begräbnis beispielsweise. Der hat auch den Schmerz über den Verlust seines Onkels in Worte gefasst - aber eben nicht nur das getan!
Von , Augen wurde erst später gesprochen, dass wäre off-topic.
Aber wieso die Rede nicht aufwühlend war, also was an der Analyse falsch ist,nach der sie es war - das solltest du schon erklären.
Ups Tippfehler mit falscher automatischer Korrektur.
Es ging nicht um aufwühlend, sondern aufstachelnd o.ä. Ich gebe zu, dass ich nicht mehr weiß, welches Wort ich genau im Sinn habe.
Jetzt ist die Witwe auch noch selbst daran schuld, dass sie sich zu Wort meldet und ihre Trauer versucht in Worte zu fassen.
Lasst doch euren Hass stecken.
Noch ein Kommentar dazu: Die Witwe trauert nicht einfach - sie zelebriert ihre Trauer öffentlich und instrumentalisiert diese für eine politische Botschaft.
Und das kann man natürlich kritisieren. Denn es geht nicht um die persönliche Trauer, sondern um die politische Rede.
Bin ich die einzige, die es unverhältnismäßig findet, dass einem Mensch nach seinem Tod mehr medialer Aufmerksamkeit zuteil wird als im Leben?
Ich behaupte mal kühn, dass die meisten hier erst nach Kirks Tod erfahren haben wer er war und wofür er stand (Ausnahmen bestätigen die Regel).
Mir geht es jedenfalls so und wer bin ich, über ihn zu urteilen?
Ich finde es immer schlimm und tragisch, wenn ein Mensch gewaltsam aus dem Leben gerissen wird und natürlich gilt den Angehörigen Mitgefühl. Da gibt es nichts zu freuen und nichts zu beklatschen, egal ob einer rechts, links, schwarz, weiß, Christ oder Nichtchrist ist.
Mehr muss ich dazu nichts sagen, der Beitrag ist sowieso schon länger geworden als gedacht.
Bin ich die einzige, die es unverhältnismäßig findet, dass einem Mensch nach seinem Tod mehr medialer Aufmerksamkeit zuteil wird als im Leben?
Um ein weiteres von über 40.000 jährlichen Schusswaffenopfern in den USA geht es hier nicht. Es geht um Politik.
Die mediale Aufmerksamkeit gilt weniger dem Opfer, sondern wie die Trump Regierung und ihre Anhänger das Attentat einseitig für ihre politische Agenda instrumentalisieren.
Denn während Angriffe auf Demokraten weitgehend toleriert oder sogar bejubelt werden wird der Sarg eines rechten Influencers mit einer Regierungsmaschine transportiert und vom Vizepräsidenten begleitet.
Darüber muss geredet werden. Denn die Regierung macht deutlich, dass Respekt, Meinungsfreiheit, Menschenrechte und Wohlwollen der Mächtigen ausschließlich für Menschen mit der "richtigen" politischen Gesinnung gilt, während alle anderen als Abschaum zu betrachten sind.
Das ist es, was Faschismus im wesentlichen ausmacht. Und die Schamlosigkeit, mit der die Republikaner diese Gesinnung inzwischen vertreten sagt einiges über den Zustand der USA aus... und auch darüber, was uns selbst erwartet, wenn wir das Erstarken dieser Kräfte auch hierzulande zulassen.
Bin ich die einzige, die es unverhältnismäßig findet, dass einem Mensch nach seinem Tod mehr medialer Aufmerksamkeit zuteil wird als im Leben?
Im Leben war er (vor allem für ausländische Medien) nur ein Teil von etwas größerem (der MAGA-Unterstützer). Sein Tod und vor allem, die Art wie er gestorben ist, hat ihn aus der Masse herausgerissen und zu etwas besonderen gemacht. Und deshalb wird nun über ihn berichtet.
Und auch wenn ich zu tiefst verabscheue für was Kirk stand und was er beworben hat - seine Angehörigen und Freunde tun mir trotzdem Leid. Sie haben nicht einen politischen Akteur verloren, sondern einen Menschen, den sie liebten und der ihnen wichtig war.
Und auch wenn ich zu tiefst verabscheue für was Kirk stand und was er beworben hat - seine Angehörigen und Freunde tun mir trotzdem Leid. Sie haben nicht einen politischen Akteur verloren, sondern einen Menschen, den sie liebten und der ihnen wichtig war.
Ich hab mich bisher nur kurz mit seinem Podcast befasst (ja- erscheint den Diskurss gesucht zu haben und damit eine große Ausnahmeerscheinung zu sein. Ich hab mir nicht viel davon selbst angehört. Manche meinen, er wäre auf Gegenargumente schlecht eingegangen. Aber immerhin hat er andere Positionen zugelassen.) und dann noch etwas mehr mit seiner Organisation und seinen politischen Standpunkten. Und darauf bau ich meine Aussagen auf.
Denn bei allem was man so ließt, war er vor allem für seine politischen Standpunkte bekannt und daher sehe ich auch da seinen Einfluss am größten und da steht er eben doch im großen Widerspruch zu meinen Idealen und Werten.
@channuschka Denn bei allem was man so ließt, war er vor allem für seine politischen Standpunkte bekannt und daher sehe ich auch da seinen Einfluss am größten und da steht er eben doch im großen Widerspruch zu meinen Idealen und Werten.
In einer stark polarisierten Debatte, in der sich die Gegenseite meist als wirkliche Feinde betrachten, war er eine Ausnahmeerscheinung, weil er auf die Gegenseite nicht sofort feindlich einging, sondern mit der Gegenseite debattierte, sicher seine extreme Haltungen vertrat, aber die Gegenseite zumindest anhörte sich mit ihnen offen austauschte.
In vielen Debatten war er damit erfolgreich und so war denn die MAGA Seite mit ihm zufrieden und konnte es sein.
Dann gab es eine solche Debatte an der Universität Cambridge. Dort traf er auf eine gut vorbereitete Frau, die ihn in seinen Argumenten komplett zerlegte.
Hier eine Diskussion mit dieser sympathischen jungen Frau, wo sie berichtet, wie sich vorbereite und wie seine Argumente, Themen und Positionen absehbaren waren und wie sie somit auf die "Knackpunkte" ganz direkt und treffend eingehen konnte:
https://www.youtube.com/watch?v=Zn0_2iACV-A
Die ganze Magie von Charlie Kirk war damit gebrochen - Tilly Middlehurst hatte ihn entzaubert und damit vorgemacht, wie so etwas gelingt. Ihre Haupttaktik war, ihn zu zwingen, zu sagen, was die Umsetzung seiner Ideen praktisch für Auswirkungen haben.
Schon vorher war Charlie Kirk von rechter Seite kritisiert worden, weil er zu weich, zu offen auf den "Gegner" einging. Wenn man nach einem Motiv, ihn hart aus dem Spiel hinauszunehmen, gab, dann könnte das die Entscheidung gewissen sein, ihn nicht zu einem Propagandisten werden zu lassen, der sich ab jetzt von Intellektuellen regelmäßig lächerlich zu machen und so der Bewegung zu schaden.
Der Täter kommt ja aus einem Umfeld, das an sich Charlie Kirk unterstützen sollte und das, wie so viele Amerikaner, ein extremes Verhältnis zu Waffen hat. Ich halte es für möglich, dass MAGA ein weich gewordenes Glied in ihrer Kette umgebracht hat, um die harte Schale nicht weich erscheinen zu lassen.
Wenn er jetzt als Heiliger aufgebaut werden soll, dann sollte nicht vergessen werden, dass er nicht von seinen wirklichen Gegnern in Bezug auf die Menschen, gegen die er argumentierte, sondern von Menschen aus seinem eigenen Lager umgebracht wurde, die kein Interesse an Argumentationen sondern nur an autoritären Vorgaben haben (plus eventuell Waffengewalt).
In einer stark polarisierten Debatte, in der sich die Gegenseite meist als wirkliche Feinde betrachten, war er eine Ausnahmeerscheinung, weil er auf die Gegenseite nicht sofort feindlich einging, sondern mit der Gegenseite debattierte, sicher seine extreme Haltungen vertrat, aber die Gegenseite zumindest anhörte sich mit ihnen offen austauschte.
In vielen Debatten war er damit erfolgreich und so war denn die MAGA Seite mit ihm zufrieden und konnte es sein.
Ich halte das für einen Trick. Für eine rhetorisch geschulte Person ist es kein Problem, jedes beliebige Argument niederzubügeln. Dazu gibt es Techniken.
Vergleichbare Veranstaltungen kenne ich von den Salafisten in Köln um Pierre Vogel. Die haben sich auch der "öffentlichen Diskussion" vor versammelten Menschen gestellt, dabei jedoch ausschließlich ihre Propaganda betrieben.
Entscheidend ist, welche Werte jemand wirklich vertritt. Und Kirk war niemand, der wirklich an Meinungsvielfalt oder allgemeinen Menschenrechten interessiert war. Dem ging es ausschließlich darum, sein rechtes Narrativ zu verbreiten und die Menschen weiter zu spalten.
In einer stark polarisierten Debatte, in der sich die Gegenseite meist als wirkliche Feinde betrachten, war er eine Ausnahmeerscheinung, weil er auf die Gegenseite nicht sofort feindlich einging, sondern mit der Gegenseite debattierte, sicher seine extreme Haltungen vertrat, aber die Gegenseite zumindest anhörte sich mit ihnen offen austauschte.
Da wäre ich vorsichtig mit dieser Einschätzung, ihn als Ausnahmeerscheinung einzuordnen. Nur weil er gute Manieren hat, macht ihn das nicht weniger radikal.
Es erinnert mich an eine Talksendung irgendwann vor der letzten Bundestagswahl, als Björn Höcke, der am mit Abstand respektvollste Agierende war den anderen Teilnehmern gegenüber….was so Umgangston und Ausredenlassen anging.
Der Täter kommt ja aus einem Umfeld, das an sich Charlie Kirk unterstützen sollte und das, wie so viele Amerikaner, ein extremes Verhältnis zu Waffen hat. Ich halte es für möglich, dass MAGA ein weich gewordenes Glied in ihrer Kette umgebracht hat, um die harte Schale nicht weich erscheinen zu lassen.
Wenn er jetzt als Heiliger aufgebaut werden soll, dann sollte nicht vergessen werden, dass er nicht von seinen wirklichen Gegnern in Bezug auf die Menschen, gegen die er argumentierte, sondern von Menschen aus seinem eigenen Lager umgebracht wurde, die kein Interesse an Argumentationen sondern nur an autoritären Vorgaben haben (plus eventuell Waffengewalt).
Jetzt driftest du in den Bereich der Verschwörungserzählungen ab und machst ihn und seine egal wie furchtbare politische Position und seinen großen Einfluss, damit auch noch für weniger extreme gangbar...
Gaaaanz gefährlich!
@channuschka Gaaaanz gefährlich!
Ich habe jetzt dafür gebetet, dass Gott die ganze Sache bis ins letzte Detail mit allen Hintergründen aufklärt und es öffentlich wird. So wird das alles dann alles ganz klar und hell und eine geäußerte Vermutung wird ungefährlich bzw. unnötig, weil jeder ja alles klar sieht.
Dann hoff ich einfach, dass es so kommt. Und zwar zeitnah und ich erst in dreißig Jahren in den Geschichtsbüchern, wenn es um Gründe für den Ausbruch des Bürgerkrieges geht oder den Beginn einer faschistischen Diktatur in den USA.
@meriadoc Ich habe wie die meisten wohl den Namen Charlie Kirk erst nach seinem Tod erstmals gehört.
Die Bewertung seines Wirkens ist so polar, wie es die polare Stimmung in den USA entspricht - und vielleicht auch bei uns.
Hier ein hochinteressanter Beitrag zu diesem Ansatz:
https://www.youtube.com/watch?v=-Xr1JqawjL8
Danach war Charlie Kirk eine überzeugter Christ, der bemüht war durch offenen Diskurs grade auch mit Andersdenkenden die christlichen Werte und Haltungen deutlich zu machen und so Irrtümer auszuräumen.
Er war kein Menschenfeind. Er war den Linken ein Dorn im Auge. Er war für Donald Trump und Leute wie er haben sicher dazu beigetragen, dass Trump Präsident wurde.
Der vermutliche Täter kam übrigens aus einer gefestigten christlichen Familie mit Liebe zu Waffen.
Vielleicht zeigt sich hier ein Kernproblem. Ein Charlie Kirk, der über fairen offenen (herrschaftsfreien) Diskurs Positionen vertritt und dafür wirbt, wird mit massiver physischer Gewalt umgebracht. Demokratie und Hau-Drau-und-Schluss-Denke passen nicht zusammen. Übrigens sind auch Diffamierung, Niederschreien, Mobben etc. Techniken, die einen Diskurs physischer Gewalt unterwerfen, so dass dieser nicht länger offen und herrschaftsfrei ist.
Wer die westliche Zivilisation retten, wer Demokratie bewahren will, der muss sich dafür einsetzen, dass ein offener und herrschaftsfreier Diskurs möglich wird und praktiziert wird - wie Charlie Kirk dies getan hat!
Hier ein hochinteressanter Beitrag zu diesem Ansatz:
Dass nun ausgerechnet der Focus anderen Journalisten handwerkliche Mängel attestiert, ist schon sehr putzig.