Missbrauch innerhalb der Familie und Vergebung
Guten Tag an alle☀️!
Hier ein Thema das ich schwierig finde, aber wichtig:
Wenn innerhalb der Familie Missbrauch geschieht (ich beziehe das nicht! auf sexuellen Missbrauch- das wäre ein anderes Thema), damit meine ich Drohungen und Einschüchterungen, Machtmissbrauch allgemein, Schläge, Beleidigungen, Herabwürdigungen usw., ist dann Jesus Forderung immer wieder dem Täter zu vergeben, wenn er Reue zeigt und sich entschuldigt, sinnvoll? legitim? heilend? oder einfach nur falsch?
Stumpft man dann nicht irgendwann ab als Betroffener, wenn trotz immer wieder bekundeter Reue die Aktionen sich nicht ändern? Kann man ewig vergeben, ich meine gefühlsmässig? Ist da nicht irgendwann die Luft raus?
Was meint ihr? Ist das realistisch, diese Forderung? Lebbar?
Viele Grüße,
⭐️
ist dann Jesus Forderung immer wieder dem Täter zu vergeben, wenn er Reue zeigt und sich entschuldigt, sinnvoll? legitim? heilend? oder einfach nur falsch?
Stumpft man dann nicht irgendwann ab als Betroffener, wenn trotz immer wieder bekundeter Reue die Aktionen sich nicht ändern? Kann man ewig vergeben, ich meine gefühlsmässig? Ist da nicht irgendwann die Luft raus?
Ja, ich denke, die Gefahr besteht tatsächlich, vor allem, wenn die Vergebung aus der Unfreiheit heraus stattfindet, z.B. wenn man sich Anerkennung erhofft oder aus Lebensangst auf keinen Fall die Abhängigkeit lösen will. Es ist halt ganz gut, wenn man zuerst die innere Freiheit findet und innerlich bei sich bleibt, am besten mit Jesus zusammen. Dann kann man vergeben und sich gleichzeitig innerlich (oder auch, wenns sein muss, äußerlich) vom Täter und seinen Taten emanzipieren.
Täter, die immer wieder in ihre alten Muster fallen, leben davon, dass auch die Opfer immer wieder in dieselben Muster verfallen und darüber manipulierbar sind. Wenn dich das interessiert, kannst du mal bei Vera F. Birkenbihl schauen. Sie hat darüber geforscht und sehr interessante Zusammenhänge entdeckt.
"Täter, die immer wieder in ihre alten Muster fallen, leben davon, dass auch die Opfer immer wieder in dieselben Muster verfallen und darüber manipulierbar sind."
Deshalb macht man ja auch keine Psychotherapie, solange noch Täterkontakt besteht. Es würde ohnehin so gut wie alle therapeutischen Erfolge sabotiert. Darüber hinaus, kann eine Therapie für ein Opfer - und auch den Therapeuten -von Übergriffen gefährlich werden, besonders, wenn hinter dem Missbrauch eine Gruppe steht.
Kann man ewig vergeben, ich meine gefühlsmässig?
Am Beispiel des Splitters kann ich ganz gut meinen Umgang damit erklären.
Solange der Splitter drin ist, schmerzt er bei jeder Berührung (jedem Gedanken an die Person und die Verletzung). Das macht überhaupt keine Lust auf Vergebung. Und es hält begegnungsunfähig.
Mir ist da mal ein Licht aufgegangen aus Matthäus 18, 21-35 anlässlich einer Predigt. Gottes unendliches Erbarmen in Vers 27 sollte durch den Knecht in Vers 28 weitergegeben werden. ......32 Da befahl ihn sein Herr zu sich und sprach zu ihm: Du böser Knecht! Deine ganze Schuld habe ich dir erlassen, weil du mich gebeten hast; 33 hättest du dich da nicht auch erbarmen sollen über deinen Mitknecht, wie ich mich über dich erbarmt habe?
Da ist also eine Fülle an Erbarmen auf das ich als Kind Gottes freien Zugang nun habe und kann daraus Erbarmen/Vergebung weitergeben. Damit ist das Warten auf mich vergebend fühlen wollen nicht nötig. Ich nehme von der Gnade und gebe sie weiter. Gott zieht meinen Splitter aus der Seele und es baut sich Entspannung und Frieden auf. Denn die Gefühle beruhigen sich nicht vor der Vergebung, sondern erst hinterher. Von Herzen vergeben heißt für mich, entschieden willentlich vergeben. Das Wort Herz in Vers 35 verführt dazu, auf ein Gefühl zu warten. Herz ist aber zur Zeit Jesus nicht allein mit Gefühl definiert, sondern die ganze Person mit Verstand, Willen und Emotion. Durch die Herz-Schmerz-Schlagerzeit ist der Begriff Herz, von Herzen, verändert worden.
Hallo an alle!
Ich sammle mal die Ansichten und Meinungen zusammen, die ich von euren Antworten bekommen habe.
Alle halten Vergebung für notwendig, um selbst frei sein zu können und voranschreiten zu können. Queequeg sieht es als Ende eines Prozesses, die anderen eher als Beginn der Heilung.
Versöhnung ist nochmal was ganz anderes und kann erst nach der Vergebung stattfinden, wenn überhaupt, und ist abhängig von der weiteren Beziehungsarbeit der Beteiligten.
Soweit ist das mit Jesus verträglich und ich selbst sehe es auch so.
Was die anhaltenden Verletzungen angeht tut sich eine Schere auf zwischen Jesus und unserer Herangehensweise. Er sagt eindeutig: solange Reue da ist, sollen wir immer wieder vergeben, derselben Person.
Und scheinbar habe nicht nur ich damit meine Schwierigkeiten, denn das was ich bei euch gelesen habe hört sich nicht danach an, als sollte man „das ewig mit sich machen lassen“ sondern für sich einstehen und Grenzen setzen.
Es gibt auch eine Stelle, wo Jesus für sich einsteht, als eine Wache ihn im Gefängnis schlägt und er sagt (Joh 18,23):
Jesus antwortete ihm: Habe ich übel geredet, so beweise, dass es übel ist; habe ich aber recht geredet, was schlägst du mich?
Wie also ist das gemeint, wenn er sagt, dass wir „sieben mal siebenundsiebzig Mal“ vergeben sollen?
Er steht für sich selbst ein, keine Frage. Aber würde er den Abstand suchen, wenn er könnte? (hier kann er ja nicht)
Diese Forderung ist für mich eine ähnliche Forderung wie mit dem Gebot, eine Frau/Mann nicht begehrlich anzuschauen…es ist an sich kaum zu erfüllen, auch wenn der Gedanke gut ist. Wer hat diesen langen Atem, unendlich oft zu vergeben und so liebesfähig zu bleiben - wenn die Verletzung immer wieder passiert? Man hat doch unweigerlich das Bedürfnis dem ein Ende zu setzen, oder nicht?
Ich denke, dass diese Äußerungen Jesu nicht klassisch juristisch sind, sondern eine sarkastische Auseinandersetzung mit den absurden Vorstellungen der "Pharisäer", in der er sie übertreibt.
Z.B. dass sie glauben, durch ihre Glaubensleistungen den Willen Gottes zu erfüllen.
Die Pharisäer hatten die Vorstellungen, dass 2 x vergeben schon großzügig wäre. Das war das, was Petrus beigebracht worden war von den Pharisäern. Darauf beruht seine Frage.
Jesus antwortet Petrus... und mMn zeigt er ihm, dass es um eine Haltung der Vergebungsbereitschaft und der Umsetzung geht.
Z.B. dass sie glauben, durch ihre Glaubensleistungen den Willen Gottes zu erfüllen.
Ja, es geht nicht um Leistung. Es geht um innere Haltung.
Wie also ist das gemeint, wenn er sagt, dass wir „sieben mal siebenundsiebzig Mal“ vergeben sollen?
Beständig, damit keine Wurzel der Bitterkeit aufwächst ...
NeÜ Hebr 12,15 Achtet aufeinander, damit niemand sich von Gottes Gnade ausschließt! Lasst nicht zu, dass eine bittere Wurzel zur Giftpflanze wird, durch die dann viele von euch zu Schaden kommen!
Petrus fragte danach, wie oft er vergeben solle. Damals fand man sich mit 2x vergeben schon sehr großzügig. Jesus antwortete mit der Zahl der Fülle: 7 . Und er potenziert sie mit einer Redewendung, die immer bedeutet.
Er steht für sich selbst ein, keine Frage. Aber würde er den Abstand suchen, wenn er könnte? (hier kann er ja nicht)
Jesus ging durch die Menge hindurch, die ihn den Abhang runter stürzen wollte.
Wer hat diesen langen Atem, unendlich oft zu vergeben und so liebesfähig zu bleiben - wenn die Verletzung immer wieder passiert? Man hat doch unweigerlich das Bedürfnis dem ein Ende zu setzen, oder nicht?
Der Heilige Geist in uns hat langen Atem, Langmut, und ER befähigt uns. Zu Vergeben bedeutet nicht zu bleiben.
In dysfunktionalen Familien wird kein Nein geduldet und damit werden die Nachkommen schutzlos gemacht. Aber: Ja und Nein gehören zusammen für eine Balance. Nein gehört genauso zu Liebe, wie ein Ja. Das gestohlene Nein wieder zu erobern und ohne schlechtes Gewissen anzuwenden ist manchmal sehr mühsam zu lernen. Ein Nein gegen Übergriffigkeiten ist ein Ja zu sich selbst. Und damit sind wir wieder beim Liebesgebot.
Ein Nein gegen Übergriffigkeiten ist ein Ja zu sich selbst. Und damit sind wir wieder beim Liebesgebot.
Ok, und was ist dann mit der anderen Wange die wir hinhalten sollen? Das hört sich nicht nach „Grenzen setzen“ an.
Doch, das ist ein Grenzen setzen zur Deeskalation bei gezielter Beleidigung. Der Vers bedeutet nicht, sich ohne Rücksicht verhauen zu lassen.
KI:
dem Bösen mit kreativem, gewaltlosem Widerstand zu begegnen. Die Geste ist eine Provokation, die die herrschende Machtstellung der Beleidigung aufhebt, indem sie dem Beleidiger signalisiert, dass die Würde des Opfers nicht von ihm abhängt. Diese Auslegung ist eine Herausforderung an traditionelle Verhaltensmuster und zielt darauf ab, den Kreislauf der Gewalt zu durchbrechen, indem man die Ehre eines Menschen verteidigt, ohne die Gewalt zu erwidern.
-
- Gewaltloser Widerstand: Es geht nicht darum, sich schlagen zu lassen, sondern den Akt des Angriffs zu konfrontieren, ohne zurückzuschlagen. Jesus selbst hat im Tempel Geschäfte zerstört, was zeigt, dass diese Anweisung nicht passiv ist.
- Machtverhältnisse aufheben: Ein Schlag auf die rechte Wange wurde als schwere Beleidigung angesehen. Die Geste, die linke Wange hinzuhalten, fordert den Angreifer heraus, mit der Handfläche zuzuschlagen, was als Geste gegenüber Gleichgestellten galt, und verändert so die Machtverhältnisse.
- Kreative Strategie: Die Geste ist eine kreative Lösung, um die Logik von Gewalt zu durchbrechen, und soll dem Beleidiger zeigen, dass er keine Macht hat, die Würde des Opfers zu zerstören.
- Die Würde des Menschen: Es geht darum, den Angreifer als Menschen zu sehen, der möglicherweise aus einer bestimmten Situation heraus handelt. Das Hinhalten der Wange ist ein Zeichen von Selbstbewusstsein und Respekt gegenüber dem Angreifer.
- Anwendung im Alltag: Die Lehre fordert dazu auf, sich nicht von der Angst leiten zu lassen, sondern aktiv und kreativ auf Gewalt zu reagieren, indem man den Kreislauf durchbricht und nach Harmonie strebt.
noch ein link dazu: Der dritte Weg Jesu
https://www.rpi-loccum.de/material/pelikan/pel4-18/4-18_kruegener
Auch wenn das sicher richtig ist:
Die Lehre fordert dazu auf, sich nicht von der Angst leiten zu lassen, sondern aktiv und kreativ auf Gewalt zu reagieren, indem man den Kreislauf durchbricht und nach Harmonie strebt.
…ist die Realität doch es erstmal ertragen zu müssen….
die zweite Meile muss gegangen werden, die andere Wange kann auch gehauen werden und der weggenommene Rock ist auch etwas das dem Täter zusätzlich dazugegeben wird.
Man entäussert sich. Kraft, Körper, Besitz …alles wird rückhaltlos dargeboten, um zu zeigen, dass Gewalt keine Auswirkung auf die Würde hat.
Das ist nicht nur ideell- sondern ganz konkrete Realität, die man leben muss, damit die darin enthaltene Botschaft präsent wird.
Welch ein kaum zu ertragender Anspruch ist es auch, diese propagierte „Feindesliebe“ anzunehmen, geschweige denn zu leben und sogar noch in politische Zusammenhänge hineinzusprechen!
Da ich offensichtlich kein Gandhi und kein Jesus bin, frage ich mich, wie realistisch das ist, dem nachzustreben.
Es scheitert ja schon am wollen, wenn man wütend ob der Beleidigung wird…
Das ist theoretisch alles ganz nett… aber in der Praxis?
Mit dieser anderen Denk- und Reaktionsweise muss man sich auseinandersetzen, bis sie verinnerlicht ist. Das geht nicht von jetzt auf gleich.
Nicht nur das. Es sind finde ich auch zwei gegensätzliche Kräfte am Werk. Für sich einzustehen - das ist Nein sagen zur Situation - und zeigen, dass Gewalt keine Auswirkungen auf einen hat- das ist Ja sagen zur Situation….
Ich bekomme das gedanklich gar nicht widerspruchsfrei unter einen Hut. Obwohl ich weiss, dass im Grunde genommen beides richtig ist.
Ich hatte einen Schlagfertigkeitskurs gemacht, an dessen Ende ich mir 5 Antworten als verwendbar vorhalten sollte. Die Beschäftigung damit hatte als wesentlichsten hilfreichen Punkt bewirkt, dass mir klar wurde 'ich darf mich wehren'. Das sprengte die Opferausstrahlung.
Zwei von den 5 Antworten hatte ich dann mal wirklich gebraucht: 1) Und wovon träumst du nachts?! 2) mal 'n bisschen nett bitte.
Dann trainierte ich Nein-Sagen beim Einkaufen. Ich war so beeinflusst worden, dass man nur in ein Geschäft geht, wenn man wirklich was kaufen will. Gab es das nicht, dann wurde was als Ersatz gekauft, denn ohne Kauf hatte man kein Recht im Geschäft zu sein.
Sag nicht Ja, wenn du Nein sagen willst! war eines der Trainingsbücher und das andere später in der Seelsorgeausbildung 'Nein sagen ohne Schuldgefühle' von Townsend und Cloud, das bei de Ignis vertreten wurde.
Gegen Gaslighting half mir dann www.re-empowerment.de eine Seite die Beziehungsgewalt thematisierte und sie durchsichtig machte.
Wenn Jesus sagt "Deine Rede sei Ja,ja und Nein, Nein" Dann autorisiert er Ja und Nein für die Klarheit der eigenen Aussagen und der Darstellung als stabiles Gegenüber.
Wenn Jesus sagt "Deine Rede sei Ja,ja und Nein, Nein" Dann autorisiert er Ja und Nein für die Klarheit der eigenen Aussagen und der Darstellung als stabiles Gegenüber.
Auf jeden Fall, gar keine Frage! Aber da er auch sagt, dass man sich selbst verleugnen soll und sein Kreuz auf sich nehmen soll…ist das nicht sooo einfach dann im Leben umzusetzen, finde ich. Denn man muss ja entscheiden: verleugne ich mich- oder setze ich mich für mich ein? Beides hat ja seine Berechtigung schliesst sich aber gegenseitig aus! Zumindest verstehe ich das so.
Sich selbst verleugnen und sein Kreuz auf sich nehmen bedeutet nicht sich emotional mißbrauchen zu lassen, sondern den Willen Jesu über den eigenen zu stellen in der Berufung.
den Willen Jesu über den eigenen zu stellen in der Berufung.
Du meinst nur da - in der Berufung- muss man sich selbst verleugnen?
Veröffentlicht von: @sternden Willen Jesu über den eigenen zu stellen in der Berufung.
Du meinst nur da - in der Berufung- muss man sich selbst verleugnen?
Ich denke, das sind zwei Baustellen.
@stern @deborah71 hat's ganz gut beschrieben.
Wobei ich denke, dass diese ganzen grundsätzlichen Betrachtungen, die Du hier anstellst, dem persönlichen Einzelfall angepasst werden müssen.
(Beispiel: Die eine Person hält's mit Gottes Hilfe in einer etwas herausfordernden Ehesituation aus und die andere packt mit Gottes Hilfe ihre Koffer und macht sich auf den Weg in ein anderes Leben)
deborah71 hat's ganz gut beschrieben.
Ja, das hat sie.
Wobei ich denke, dass diese ganzen grundsätzlichen Betrachtungen, die Du hier anstellst, dem persönlichen Einzelfall angepasst werden müssen.
Ja, es bleibt ja ein individueller Weg. Und insofern kann ich es auch akzeptieren, dass ich zB gerade getrennt lebe, weil es so besser ist, auch wenn es gerade nicht dem Lebensmodell einer ehelichen Gemeinschaft entspricht.
Jesus spricht von der Nachfolge auf ihn als Herrn bezogen. Das Kreuz ist nicht die böse Schwiegermutter oder der narzisstische Ehemann oder ein rebellischer Teenager oder Bully-Chef.
Mal ein ganz banales Beispiel: Wenn du um die rechte Straßenecke biegen willst und der Heilige Geist flüstert dir, gehe heute links herum, dann ist das eine simple Situation der Selbstverleugnung: nicht mein Wille geschehe, sondern der deine Herr.
Und dann gehst du links herum und triffst eine Person, zu der Jesus durch dich sprechen oder sie anlächeln will, dass sie ermutigt wird.
@stern Vielleicht hilft ja ein Blick aus einer anderen Perspektive.
Das Kreuz ist ein Symbol für die Gegensätzlichkeit des Menschen. Es verbindet Himmel und Erde, rechts und links, bewusst und unbewusst usw.
Dieses Kreuz auf sich nehmen, bedeutet, dass Gegensätzliche in uns, anzunehmen. Wir sind nicht nur gut, wir sind auch böse. Wir sind nicht nur stark, sondern auch schach usw. Das Kreuz auf sich nehmen hat etwas damit zu tun, die Idealbilder, die wir über uns selbst haben, abzulegen und uns in unserer Gänzlichkeit anzunehmen. C.G Jung hat einmal gesagt, die Kreuztragung ist ein Symbol der Ganzheit. Jeder Mensch, der ganz sein möchte, weiß, was Kreuztragung bedeutet.
Es bedeutet, unseren eigenen Schatten anzunehmen, all das, was wir so gerne verleugnen würden, ein Ja zu sich selbst zu finden, dem Gewordensein, den verpassten Möglichkeiten, den Dingen, die den Schatten unseres Lebens ausmachen. Indem ich die dunklen Seiten meines Lebens annehme, werde ich ein ganzer Mensch.....
Ist dieses zu den eigenen Schwächen stehen können nicht das Ja, das man zu sich selbst hat? So verstehe ich es jedenfalls. Ich will es an einem Beispiel verdeutlichen. Nehmen wir mal an, da ist eine Person, die soo gar nicht mit ihrem Äußeren zufrieden ist, den gängigen Idealvorstellungen so gar nicht entspricht. Sie hat zwei Möglichkeiten damit umzugehen. Sich selbst bekämpfen, niedermachen, abwerden und permanet zu vergleichen, oder sie versöhnt sich damit, nimmt ihr Äußeres an, so, wie es eben ist und verzichtet auf Abwertung und Vergleichen, findet ein Ja zu sich selbst. Das ist Erlösung, Befreiung und bedeutet das Kreuz zu tragen, welches das Leben uns auferlegt.
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Jeder Mensch, der ganz sein möchte, weiß, was Kreuztragung bedeutet.
Es bedeutet, unseren eigenen Schatten anzunehmen, all das, was wir so gerne verleugnen würden, ein Ja zu sich selbst zu finden, dem Gewordensein, den verpassten Möglichkeiten, den Dingen, die den Schatten unseres Lebens ausmachen. Indem ich die dunklen Seiten meines Lebens annehme, werde ich ein ganzer Mensch.....
Ja, ich stimme dir zu. Nur hat diese Bedeutung des „Kreuz tragen“ keinen Aspekt der Selbstverleugnung, von der Jesus spricht. Das hier ist ja Integration.
@stern Ein interessanter Gedanke. Wenn ich so über dein Argument nachdenke, empfinde ich doch schon auch die Selbstverleugung darin. Das Ablegen einseitiger Selbstbilder ist doch das im Kern. Das Zurückstellen eigener Maßstäbe darin erlaubt es, den Maßstäben einer höheren Instanz zu folgen und sich einem göttlichen Plan zu unterwerfen. Was ist jetzt dieser göttliche Plan für uns? Das wir ganze Menschen sind. Redet die Bibel vom "heilen" Menschen, meint sie einen ganzen Menschen. Ein ganzer Mensch ist der, der sich in seinen Licht- und Schattenseiten angenommen und versöhnt hat. Wir sind nicht nur gut, sondern auch böse. Wir sind nicht nur Opfer, sondern auch Täter. Das Kreuz ist der Ort, an dem wir uns damit versöhnen dürfen. Das ist der Moment der Integration.
Wir sind nicht nur Opfer, sondern auch Täter.
Wer aus diesen Haltungen ausgestiegen ist, kann ein Befreier werden.
Jesus sagt nirgends, du musst Opfer und Täter (im negativen Sinne) bleiben. Seine Worte über Identität wie neue Schöpfung, Licht, Salz usw.... finde ich sehr ermutigend.
Dazu empfehle ich Röm 12, 1+2 zu meditieren:
1 Ein lebendiges Opfer auf dem Altar Gottes...Ihm, seiner Erlösung und als Träger des ewigen Lebens dienend hingegeben.
2 Die neue Identität in Christus durch Erneuerung der Gedanken integrieren und Täter des Wortes Gottes werden.
Und wieder ganz gemacht(schalem) im Schalom Gottes leben.
Wir sind nicht fehlerfrei als Lernende des neuen Lebens als Christen, aber uns steht die Reinigung und Vergebung jederzeit auf Bekennen hin zur Verfügung 1. Joh 1,9 und die Erfüllung der Bitte um Weisheit wie wir in der Frucht des Geistes leben können und auf die Warnungen hören, bevor wir Mist bauen.
Es gibt auch die Möglichkeit, sich aus Selbstachtung und in der Verantwortung gegenüber sich selbst, als Gottes Geschöpf, zu schützen, ohne dass man nur um seine eigenen Befindlichkeiten kreist, oder den Anderen vor den Kopf stößt.
Was nutzt es, wenn ich mir so tiefe seelische Wunden schlagen lasse, die mich immer wieder komplett aus der Bahn werfen und mich hindern, anderen Menschen in Liebe zu begegnen? Denn immer wieder wundgeschlagen verliere ich Vertrauen, Kraft, Mut und auf Dauer auch an Liebe. Und das ist dann auch nicht unbedingt das, was Gott möchte. Vor allem, wenn es beim anderen keine Verhaltensänderung gibt und der munter immer weiter macht.
Einen Junkie in meinem häuslichen Umfeld würde ich auch vor die Wahl stellen, wenn er mich immer wieder belügt und bestiehlt.
Meine Oma hat das vor vielen Jahren mit ihrem alkohoabhängigen Mann gemacht. Und er ging darauf hin, ein paar Monate damals noch, in Therapie und blieb den Rest seines Lebens trocken.
Wobei das natürlich nicht immer so ausgehen muss.
Aber hätte sie ihm nicht ihre Grenze aufgezeigt, hätte er vermutlich nicht vom Alkohol gelassen.
Ich weiß nicht, um was für Situationen es sich handelt, Ehemann, Kind? Ich weiß nicht, worum es letztlich genau geht und wie da dein Anteil ist. Ich spekulatiussiere mal so, dass es um dich bei dir zuhause geht?
Ich weiß nicht, ob es sich um alte Verletzungen aus deiner Ursprungsfamilie handelt, die vom Anderen „bedient“ werden oder wie die Zusmmenhänge genau sind. Ob es eine Art psychische Besonderheit ist, die zu dem Verhalten führt, beispielsweise ADHS oder eine Form aus dem Autismusspektrum.
Du schreibst irgendwo von mangelnder Impulskontrolle und dein Gegenüber scheint um seinen Umgang mit dir und deinen Verletzungen informiert?
Es gibt die Möglichkeit, sich Hilfe zu suchen. Paar- oder Familienberatung, Mediator, Seelsorger.
Wenn du signalisierst, dass deine Grenzen immer wieder (unabsichtlich?) verletzt werden, darfst du auch den Anderen bitten, sich zB therapeutische Hilfe zu suchen, bevor bei dir bzw euch alles kaputt ist. Oder wenn es vielleicht ein Kind ist, einzugestehen, dass man selbst mit seinem Latein am Ende ist und zumindest vorübergehend eine Trennung auf Zeit voneinander angebracht sein könnte. Auch da, aus Liebe. Um dem anderen die Chance zur Weiterentwicklung zu geben und sich seines eigenen Standpunktes wieder klar zu werden. Solch ein Schritt kann Angst machen und man könnte sich als Versager fühlen, auch als Christ. Aber das ist, sorry, Bulls*t. Man gibt die andere Person ja nicht gleich auf. Man akzeptiert nur, dass man selbst gerade nicht mehr kann und gerade keine Möglichkeit sieht.
Das hat auch nichts mit mangelnder Vergebungsbereitschaft zu tun. Eher was mit Liebe zu und Verantwortung für den anderen.
Aber das ist bloß meine Meinung.
Ich wünsche dir jedenfalls viel Weisheit und Liebe, gute Entscheidungen zu treffen und dass sich die für dich schwierige Situation bessert und Gott mit seinem Shalom darein kommt.
Das mit der Liebe ist so ein Problem. Wie soll ein Mann, den seine Mutter zweimal umbringen wollte, diese lieben? Und was bedeutet Liebe überhaupt?
Ich halte die rationale Begründung für Vergebung für deutlich wirksamer.
Das wäre wohl ein ziemlich ausladendes Nebenthema, deshalb hier nur, wenn man es nur "aus Liebe" tut, folgt man einer Aufforderung, die einen möglicherweis überfordert. Wenn man es aus rationalen Gründen tut, dann soweit es weise ist das zu tun.
Du bist nach meinem Beitrag „falsch“ gefahren.
Es ging mir darum aufzuzeigen, dass ein Grenzen setzen auch Liebe zum Anderen sein kann. Um ihm auf seinem Weg weiterzuhelfen.
Das Argument, aushalten zu müssen und sich in einer Beziehung bis zur Selbstauflösung zu verleugnen, wird ja häufig aus falsch verstandener Liebe (Liebesgebot) praktiziert.
Nochmal, Gott will, dass wir den Menschen vergeben.
Erstens, weil ich als Christ selbst Gottes Vergebung erlebt habe.
Zweitens, weil es mich befreit von der Schuld meines Nächsten und eine ungute emotionale Verbindung löst.
Drittens, weil ich nur so auf Dauer von Bitterkeit und Groll auf diese Person frei sein kann. Das ist zweitens in konkret. 😉
Jemandem vergeben heißt aber nicht unbedingt, alles mit mir machen lassen zu müssen.
Ich weiß nicht, was dein Einwurf hier soll?
Meine Antwort ging an Stern und da sehe ich jetzt keine von dir beschriebene Situation.
Grundsatzdiskussionen über „Was ist Liebe überhaupt?“ mag ich hier mit dir auch gerade nicht führen. Es sprengt mE den Rahmen dieses Threads.
Kannst ja einen neuen dazu eröffnen.
Ich glaube, dass es in der Freiheit des Geistes Gottes keine Grenzen für Vergebung gibt.
Von vornherein zu sagen, etwas sei unmöglich, baut neue Gefängnisse und macht Gott ebenso klein wie die Forderung von manchen Christen an verletzte Personen, sie müssten vergeben.
Vergebung darf immer als eine Möglichkeit mit im Raum sein.
Als Ahnung von Freiheit.
Ich finde es erleichternd, dass ich immer auch für Menschen in ihrer Not beim Vater vorstellig werden kann. Um Ihn zu bitten, einem verletzten Menschen zu begegnen, damit dort Friede einkehren kann.
Wie alt war der Mann? Ist ihm das als Kind geschehen oder später?
Habt ihr für ihn einen gangbaren Weg gefunden?
Das funktioniert anders
KI
Trigger) wie Gerüche, Geräusche oder bestimmte Orte. Diese Erinnerungen können überwältigend sein und zu Symptomen wie Flashbacks, Albträumen oder körperlicher Anspannung führen. Eine therapeutische Behandlung wie die Traumatherapie oder EMDR kann helfen, mit den Erinnerungen umzugehen und sie zu verarbeiten.
- Trigger: Aktuelle Erlebnisse, Gerüche, Geräusche oder Gespräche können unbewusst mit dem traumatischen Ereignis verknüpft sein und es wiederaufleben lassen.
- Verdrängung: Das Gehirn versucht, schmerzhafte Erinnerungen zu schützen, aber sie können trotzdem unerwartet wieder auftauchen.
- Altersfaktoren: Mit dem Alter können Erinnerungen spontan wiederkehren, da die Fähigkeit des Gehirns, eine Amnesie aufrechtzuerhalten, nachlässt.
- Flashbacks und Albträume: Sie können das Gefühl erzeugen, dass das Trauma erneut geschieht.
- Körperliche Symptome: Dazu gehören innere Unruhe, Anspannung, Herzrasen und Magen-Darm-Probleme.
- Emotionale Belastung: Starke Emotionen, emotionale Betäubung oder Vermeidungsverhalten können auftreten.
- Professionelle Hilfe suchen: Eine Traumatherapie kann Ihnen helfen, die Erinnerungen zu verarbeiten, mit ihnen umzugehen und sie zu integrieren.
- Trigger identifizieren: Versuchen Sie, Auslöser zu identifizieren, um sich bewusst zu machen, was die Erinnerungen hervorruft.
- Techniken zur Bewältigung erlernen: Im Rahmen einer Therapie können Sie Techniken erlernen, um in Momenten der Überforderung handlungsfähig zu bleiben.
@deborah71 Danke, aber KI kann ich mir selbst raussuchen. 🙁
@deborah71 Daß sich Traumata irgendwo im Unterbewusstsein niederschlagen war mir schon klar. 🙂
Richtig. Die Fakten hat er von einer damaligen Nachbarin genannt bekommen.
Episodisch kann man sich an Ereignisse dieses Alters nicht erinnern, aber auf jeden Fall ist die damalige Angst gespeichert und in Hinblick auf die Mutter das Gefühl, nicht gewollt zu sein und keine Daseinsberechtigung zu haben.
Richtig.
Es gibt aber auch Skurriles. In meiner Jugendzeit gab es einen Jungen im Freundeskreis, der hatte uf Stühlen immer Angst, nach hinten Umzufallen. Er schon sich deshalb langsam aber sich immer so weit nach vorne, bis er dann eben vorne herunterfiel.
Die biblische Ahava (AT)/agape(NT) ist weniger Gefühl als Loyalität. Das ist eher im Bereich Rationalität.
Mt 18 .... dem Bruder von Herzen vergeben ist eine bewusste Entscheidung in Übereinstimmung mit Jesu Ansage, kein Gefühl.
Da es hier im Thread um das Verstehen und Ausführen der Ansage Jesu geht, ist die romantisch-gefühlige Seite des Wortes Liebe aussen vor.
Diese romantische Seite sehe ich hier ohnehin nicht. Aber wie sollen das, was Du erreichen bzw. ansprechen willst, Menschen verwirklichen, die mit Jesus nichts zu tun haben, z.B. Menschen anderer oder gar keiner Religion? Irgendeine Antworten müssten die ja auch haben.
Die nennen es nicht Vergeben, sondern Verzeihen.
Und sie tun sich meistens nicht so schwer damit, wie Christen meiner Erfahrung nach.
Ja, und dann waren da Pfarrer unter meinen Kurpatienten und ich bat sie um Erlaubnis, etwas aus ihrem Berufsalltag fragen zu dürfen. Ich bekam die Erlaubnis und und fragte sie, wie bringen Sie ihren Schäfchen Vergeben bei? Wie geht sowas praktisch?
Sie standen voll auf dem Schlauch, weil sie sich nie darüber Gedanken gemacht haben, was hinter der Aufforderung zu Vergeben überhaupt erwartet wird.
Ernsthaft gefragt und keine Provokation:
Du betonst ja selbst immer wieder, wie Vergebung mit Deinem und anderer Erleben von Jesus verbunden ist. Das vermittelt den Eindruck, dass es nur so geht. Deshalb war meine Frage nicht nach der Terminologie, sondern wie man sich Vergebung bei jemandem vorstellen soll, der eben mit Jesus nichts zu tun hat.
Ich hatte einen Moslem in Behandlung, der klar und präzise gesagt hat, er habe seinem Bruder, der ihm seine Frau ausgespannt hat, vergeben. Ebenso eine Frau die absolut nicht christlich ist, ihrem Vater, der sie misshandelt hat.
Meine aktuelle Sicht darauf:
Das Kreuz sehe ich als Garant, dass Gott vergibt und Vergebung wirkt.
Vergebung und der Wunsch nach Frieden ist im Gewissen verankert mMn als eine Funktion des menschlichen Geistes (nicht Intellekt, sondern im IchBin).
Für Christen und Juden ist es ein Bündnisrecht, für Nichtchristen ein Geschenk.
Was Nichtchristen nicht haben ist die Versöhnung mit Gott durch Jesus Christus.
Vergebung ist im Koran notiert und hängt wohl mit Abraham und Ismael zusammen.
Die orientalischen Sprachen haben eine gleiche Wortwurzel schin - lamed - mem = Schalom/ Salam im Gruß und Segen.
https://de.wikiquote.org/wiki/Vergebung#Koran
- "Allahs Vergebung ist nur für jene, die unwissentlich Böses tun und bald darauf Reue zeigen." - Sure 4, 17 (Ahmadiyya) Onlinetext
- "Ein gütiges Wort und Verzeihung sind besser als ein Almosen, gefolgt von Anspruch." - Sure 2, 263 (Ahmadiyya) Onlinetext
- "Und sprechet: „Vergebung!“ und gehet ein durch das Tor in Demut; Wir werden euch eure Sünden vergeben." - Sure 7, 161 (Ahmadiyya) Onlinetext
- "Verheißen hat Allah denen, die glauben und gute Werke tun: für sie ist Vergebung und großer Lohn." - Sure 5, 9 (Ahmadiyya) Onlinetext
- "Wer aber nach seiner Sünde bereut und sich bessert, gewiss, ihm wird Sich Allah gnädig zukehren, denn Allah ist allvergebend, barmherzig." - Sure 5, 39 (Ahmadiyya) Onlinetext
Hm. Wenn ich davon ausgehe, dass Vergebung unter Menschen irgendwie mit Jesus in Verbindung steht, dann würde ich eher vermuten, dass Jesus sozusagen erkannt oder unerkannt immer aktuell neben jedem Menschen steht. Und wenn der Mensch dann auf irgend eine Weise das tut, was Jesus nahe steht, ergibt es so etwas wie einen kleinen Kurzschluss und es verändert sich was.
SF? Kann ich hier nicht sehen. Ansonsten ist das ja nur ein Bild, mit dem ich verstehen könnte, dass Jesus auch bei Hindus oder Molukken unterwegs ist.
Da Gott allgegenwärtig ist, müsste sein Wort genügen.
Es gibt ein englisches Wortspiel:
Omnipresence - On Me Presence
Allgegenwart - Auf Mir Gegenwart
Lt Bibel hält ER uns alle am Leben in unserer Lebenszeit. Er umgibt uns von allen Seiten und hält seine Hand über uns. Er sieht unser Herz und weiß, was wir brauchen Ps 139
Zu seiner Zeit begegnet er Menschen direkt und sie kommen in Beziehung, wenn seine Gegenwart auf sie kommt, an und in ihnen wirkt.
Gefühlt verdichtet sich seine Gegenwart. Das kann ich z.B. bei mir wahrnehmen, dass da jemand ist. Unsichtbar, aber deutlich. Er schickt auch seine Gedanken in unsere Gedanken, so dass wir erkennen, dass es nicht unsere eigenen Gedanken sind, sondern Gedanken des Friedens und der Zuversicht.
Was mir so aufgefallen ist: Der westlichen Welt begegnet er häufiger durch Predigt und beim Lesen von Bibelwort. Moslems begegnet er häufig durch Träume. In China geht es viel durch Heilungen in den Untergrundgruppen. Wie er unter Hindus und anderen wirkt, ist mir jetzt nicht so bekannt.
Veröffentlicht von: @deborah71Was mir so aufgefallen ist: Der westlichen Welt begegnet er häufiger durch Predigt und beim Lesen von Bibelwort.
Moslems begegnet er häufig durch Träume. In China geht es viel durch Heilungen in den Untergrundgruppen.
Wie er unter Hindus und anderen wirkt, ist mir jetzt nicht so bekannt.
Das erscheint mir plausibel.
Wir sprechen unterschiedliche Sprachen und von daher ist das auch gut so.
@deborah71 die Äußerungen der Ahmadiyya Gemeinschaft haben überhaupt keine Relevanz im Islam. Es ist nur eine kleine Sekte, der vielleicht 0,5-1 % der Muslime angehören. Der Gründer der Gemeinschaft hält sich offenbar für den Messias.
Mal allgemein:
Im Islam ist die Vergebung ein besonders hohes Gut.
Unterscheiden sollte man zwischenmenschliche Vergebung und göttliche.
Zum Beispiel können Angehörige eines Mordopfers dem Mörder vergeben, und in Ländern mit Todesstrafe seine Hinrichtung verhindern. Stirbt jemand, können andere Menschen seine Phase der „Reue im Grab“ durch ihre Vergebung abkürzen. Und Rache ist ohnedies streng verboten.
Nur als Beispiel:
Sura 64:14 „… Und wenn ihr verzeiht und nachsichtig seid und vergebt, so ist Gott voller Vergebung, barmherzig.“
Sura 24,22 „… Sie sollen verzeihen und nachsichtig sein. Wünscht ihr nicht, dass Gott euch vergebe? Und Gott ist allverzeihend und barmherzig.“
Es bedeutet, wer anderen verzeiht, kann selbst auch auf Gottes Vergebung bezüglich eigener Vergehen hoffen.
Was dem reuigen Sünder versprochen wird:
Sura 39,53 „Wahrlich, Gott vergibt alle Sünden. Er ist der Allvergebende, der Barmherzige.“
Das wird allgemein betont: Gottes Barmherzigkeit ist immer größer als die allergrößte menschliche Schuld es je sein könnte.
Im Islam ist die Vergebung ein besonders hohes Gut.
Das wird allgemein betont: Gottes Barmherzigkeit ist immer größer als die allergrößte menschliche Schuld es je sein könnte.
Das könnte historische Ursachen in der Auseinandersetzung mit dem Christentum haben - als Gegenkonzept sozusagen.
@queequeg Ich weiß nicht, wie Nichtchristen das machen, aber ich kann sagen, dass ich Nichtchristen kenne, die im Frieden mit ihrer Vergangenheit leben, während ich auch Christen kenne, die alte und uralte Geschichten immer wieder wiederkäuen.
Und wenn man sich jetzt nicht am Begriff 'Vergebung' festbeißt - auf irgendeine Weise haben diese Menschen auch Frieden geschlossen.
So sehe ich das auch und habe es so erlebt. Aber nach dem vorherrschenden religiösen Verständnis könnte das eigentlich gar nicht sein.
Übrigens, bei dieser Gelegenheit fällt mir wieder Karl May mit seinem "Ardistan" und "Der mir von Dschinnistan" ein, in denen er sehr weitläufig und tiefgründig auf Generationen übergreifende Schuld und Vergebung eingeht.
@chai Das ist auch meine Erfahrung und meine Eindruck ist da, dass bei Nichtchristen der Leistungsdruck nicht so hoch ist, wie bei manchen Christen. Sie lassen sich da unvoreingenommener und ergebnisoffener auf den Prozess ein.
Steht das Ergebnis "Vergebung" von vorn herein fest, die Seele ist allerdings noch ganz wo anders, dann wird der Weg sehr viel schwerer und beschwerlicher. Die Vergebung hängt wie ein Damoklesschwert über der Seele.
Veröffentlicht von: @ahischa@chai Das ist auch meine Erfahrung und meine Eindruck ist da, dass bei Nichtchristen der Leistungsdruck nicht so hoch ist, wie bei manchen Christen. Sie lassen sich da unvoreingenommener und ergebnisoffener auf den Prozess ein.
Steht das Ergebnis "Vergebung" von vorn herein fest, die Seele ist allerdings noch ganz wo anders, dann wird der Weg sehr viel schwerer und beschwerlicher. Die Vergebung hängt wie ein Damoklesschwert über der Seele.
Manchmal merkt man auch einfach, dass eine Wunde vernarbt ist. Das bedeutet, dass nicht unbedingt alles gut ist, aber die Wunde ist geheilt. Und natürlich kenn ich auch den Spruch, dass immer wieder mal ein Rindvieh daherkommt und das Gras, das über eine Sache gewachsen ist, abfrisst. Aber so grundsätzlich ist es einfach ok - nicht unbedingt gut, aber es gehört zur persönlichen Geschichte.
Mir hat's z.B. unheimlich geholfen, Geschichten von früher zu erfahren und Verständnis für bestimmte Verhaltensweisen zu entwickeln. Und irgendwie ist es ja auch traurig, wenn ein Mensch so in seiner Vergangenheit gefangen ist, dass er aus bestimmten Verhaltensweisen nicht rauskommt. Und auch nicht drüber reden kann und somit auch keine Hilfe / Annäherung möglich ist.
Aber wenn er halt als Kind schon gelernt hat, dass eine Bitte um Hilfe ein Zeichen von Schwäche ist und dann noch niedergemacht wurde, ist es auch klar, dass er schwer aus seiner Haut kann.
Was nutzt es, wenn ich mir so tiefe seelische Wunden schlagen lasse, die mich immer wieder komplett aus der Bahn werfen und mich hindern, anderen Menschen in Liebe zu begegnen?
Genau…deshalb verstehe ich ja das „immer wieder vergeben“ von Jesus nicht.
und zumindest vorübergehend eine Trennung auf Zeit voneinander angebracht sein könnte
das ist meine aktuelle Situation, ich leben nicht mehr mit meinem Mann zusammen aus eben diesen schwierigen Gründen…es ist also was mein Wohl angeht für Frieden gesorgt…aber diese Entscheidung hat zB Konsequenzen auf das gemeinsame Familienleben - zB lebe ich plötzlich nicht mehr mit allen meinen Kindern zusammen , zumindest zeitweise, und das hat mich so dermassen aus der Bahn geworfen - denn das war ja keine beabsichtigte Konsequenz- dass ich mich frage, ob ich was falsch mache, wenn ich das so handhabe (die Konsequenzen gezogen habe) und ob Jesus sich das vielleicht anders gedacht hat…eben mit „sieben mal siebenundsiebzig mal vergeben“.
Soviel zum persönlichen Thema, ich will das aber nicht in den Vordergrund stellen, sondern habe schon absichtlich so allgemein gefragt.
Trotzdem herzlichen Dank für deine guten Wünsche!
7x70mal Vergeben ist eine Anweisung, die Herzensheilung durch Gott zu empfangen und frei von Verletzern und Verletzungen zu werden. Ein Punkt, den ich noch nicht beschrieben habe: In dem Moment in dem du vor Gott willentlich aussprichst "ich vergebe dem und dem das und das" , gibst du Gott die Erlaubnis, den Splitter aus dem Herzen zu ziehen und die Wunde zu heilen. Er verhindert damit auch eine schleichende Traumatisierung.
Was ich aus deinem post herauslese (mag stimmen oder auch nicht) ist, dass du dich allein verantwortlich machst für die Harmonie der Beziehung. Mißbrauch zu dulden bringt aber keine Harmonie. Die Grenze deines Freiraumes wird in deine Person verschoben und irgendwann klebst du in dir an der Rückwand deiner Seele und hast keine Luft zum Atmen mehr.
So ist Ehe nicht gemeint. In der Haustafel in Eph ist eindeutlg festgelegt, dass der Mann seine Frau lieben soll, wie Christus die Gemeinde. Die Achtung der Frau ihm gegenüber ist ein Gegenüber zu sein. Das kann auch Widerstand gegen übergriffiges Verhalten bedeuten statt die Sünde der Übrgriffigkeit durch falsches Dulden zu zementieren und somit Mittäter gegen sich selbst zu werden. Eine konsequente Handlung einer Trennung kann einen übergriffigen Ehemann zur Besinnung bringen, dass er endlich merkt, dass es ernst ist und er so nicht weitermachen kann. Bei manchen fällt der Groschen schneller bei manchen gar nicht.
Evtl hast du als Kind schon falsche Verantwortung für den Familienfrieden übernommen und dieses Muster mit in dein Erwachsenenleben transportiert. Da ist die Versuchung groß, sich für alles die Schuld zu geben.
Ich erlebe dich hier als eine hochintelligente nachdenkende Frau, sehr reflektiert und liebevoll mit einem Hang zu Überverantwortlichkeit. Dieser Hang lässt dich Bibelverse auf eine Art lesen, die dir schadet. Jesus ist kein 'Unmensch', der entgegen des Liebesgebotes Frauen in eine mißbräuchliche Beziehung einsperrt.
7x70mal Vergeben ist eine Anweisung, die Herzensheilung durch Gott zu empfangen und frei von Verletzern und Verletzungen zu werden.
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In dem Moment in dem du vor Gott willentlich aussprichst "ich vergebe dem und dem das und das" , gibst du Gott die Erlaubnis, den Splitter aus dem Herzen zu ziehen und die Wunde zu heilen. Er verhindert damit auch eine schleichende Traumatisierung.
Ist das die Anleitung für oben genanntes?
Die Grenze deines Freiraumes wird in deine Person verschoben und irgendwann klebst du in dir an der Rückwand deiner Seele und hast keine Luft zum Atmen mehr.
Eine treffendere Bezeichnung habe ich bisher nicht gehört oder gelesen.
Evtl hast du als Kind schon falsche Verantwortung für den Familienfrieden übernommen und dieses Muster mit in dein Erwachsenenleben transportiert.
Ja, das ist denkbar. Aber wer weiss schon genau, warum wir so sind wie wir sind. Zu erkennen, wie man ist, hilft allerdings.
Da ist die Versuchung groß, sich für alles die Schuld zu geben.
Mhm, ich weiss nicht, ob ich das tue. Allgemein sehe ich die Schuld bei meinem Mann, sogar ziemlich ausschließlich, (abgesehen von dem Aspekt den maria sagte, dass Opfer eben auch ihre Muster haben, also das was passiert durch ihr „sosein“ am Laufen halten) aber was mich und Jesus angeht, das ist ja nochmal was anderes. Da frage ich mich halt, ob ich mein Leben so lebe, wie er sich Leben gedacht hat.
Natürlich sind gerade die Stellen dann rot markiert, die von der Ehe sprechen und wie Frau sich da zu verhalten hat. Wenn ich meinem Mann so dienen soll, als wäre es Jesus, dann ist das für mich ein Herzenswunsch, dem ich nachkommen möchte. Wenn das nun aber durch den Mann erschwert wird, bin ich ratlos…dann kann ich das nicht mehr umsetzen…oder vielleicht doch, und ich sehe nur den Weg nicht - das habe ich mich gefragt. Du hattest ja auch diesen dritten Weg Jesu verlinkt, in dem es ua auch um das kreative Umgehen mit Gewalt geht…
…mit einem Hang zu Überverantwortlichkeit. Dieser Hang lässt dich Bibelverse auf eine Art lesen, die dir schadet. Jesus ist kein 'Unmensch', der entgegen des Liebesgebotes Frauen in eine mißbräuchliche Beziehung einsperrt.
Gut dass du mir das nochmals sagst.
Das ist noch nicht in meinem Blickfeld, oder zumindest nicht fest.
Ja... Zitat 1 und 2 gehören zusammen.
Achten bedeutet a) nicht respektlos zu sein b) etwas/jemand so sehen, wie er sich zeigt.
Und mir ist da eine kleine Verschiebung gerade aufgefallen: dem Mann so dienen, wie man Jesus dient. Damit stellt man den Mann auf die göttliche Ebene. Das ist so nicht richtig.
Jesus möchte deinem Mann durch dich dienen, damit bleibt dein Mann auf Augenhöhe zu dir.
Was in 1. Mose als Hilfe, ihm(Adam) gegenüber übersetzt ist, ist ein sehr kraftvoller Ausdruck, der auch schonmal deutlichen Widerstand bedeuten kann, wo es zum Wohle Adams angezeigt ist.
Deborah71: …mit einem Hang zu Überverantwortlichkeit. Dieser Hang lässt dich Bibelverse auf eine Art lesen, die dir schadet. Jesus ist kein 'Unmensch', der entgegen des Liebesgebotes Frauen in eine mißbräuchliche Beziehung einsperrt.
stern: Gut dass du mir das nochmals sagst.
Das ist noch nicht in meinem Blickfeld, oder zumindest nicht fest.
Die Neigung zu Überverantwortlichkeit ist gerade bei sensitiven und herzensguten Menschen ein Knackpunkt, der einen Schlüssel und eine Lösung bieten kann. Ob es dich betrifft.... ich denke, du wirst dem nachgehen und deine Belange herausfinden.
Und mir ist da eine kleine Verschiebung gerade aufgefallen: dem Mann so dienen, wie man Jesus dient. Damit stellt man den Mann auf die göttliche Ebene. Das ist so nicht richtig.
Dienen war das falsche Wort, ich glaube es steht unterordnen da….aber da steht schon, sie soll sich dem Mann unterordnen wie dem Herrn. Das ist für mich auch Augenhöhe auf der Paarebene (gegenseitiges unterordnen) aber nicht Augenhöhe in der Verantwortungs- und Führungsebene (Mann das Haupt der Frau).
Entsprechende Bibelstelle Epheser 5,…, die du auch schon erwähnt hattest.
21 Ordnet euch einander unter in der Furcht Christi. 22 Ihr Frauen, ordnet euch euren Männern unter wie dem Herrn. 23 Denn der Mann ist das Haupt der Frau, wie auch Christus das Haupt der Gemeinde ist – er hat sie als seinen Leib gerettet. 24 Aber wie nun die Gemeinde sich Christus unterordnet, so sollen sich auch die Frauen ihren Männern unterordnen in allen Dingen.
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Ob es dich betrifft.... ich denke, du wirst dem nachgehen und deine Belange herausfinden.
Ja, alles gut. Ich prüfe es und behalte das Gute. Ich fand es nicht übergestülpt.
Ich bin ja der Meinung, dass genau dieser Text viel zu oft missbraucht wird.
Die Unterordnung der Frau ist hier ganz klar an ein Verhalten des Mannes geknüpft. Und wenn der Mann sich entsprechend verhält, dann ist das mit der Unterordung auch möglich.
Allerdings wird es eben problematisch, wenn der Mann sich nicht dran hält und dann stellt sich die Frage, ob die Forderung an die Frau so stehen bleibt. Denn der Fall wird hier nicht bedacht. (wurde ja auch von nem Single verfasst, der eigentlich der Meinung war, jeder sollte Single bleiben oder einem seiner Schüler).
Für mich ist das Gebot, dass über allem steht "Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst".
Würde ich meinem Nächsten raten in einer Situation zu bleiben und zu leiden? Vermutlich nicht. Warum also sollte ich das dann von mir erwarten?
Das Wohl der Menschen, des einzelnen Menschen, steht in der Bibel meistens an erster Stelle. Immer in Relation zur Gemeinschaft und zu Gott, aber eben doch, dass es dem einzelnen gut gehen sollte. Im Verständnis und nach den Regeln der jeweiligen Zeit und in einem von Gott gesteckten Rahmen.
Und das ist für mich der Hintergrund auf dem ich die Bibel interpretiere. Nicht gegen, sondern für den Menschen.
Und das ist für mich der Hintergrund auf dem ich die Bibel interpretiere. Nicht gegen, sondern für den Menschen.
Das möchte ich gar nicht din Frage stellen. Aber du findest auch Sachen in der Bibel, die sind gegen bestimmte Eigenschaften des Menschen gerichtet, weil Jesus weiss, dass diese schädlich sind.
Und das ist für mich der Hintergrund auf dem ich die Bibel interpretiere. Nicht gegen, sondern für den Menschen.
Das möchte ich gar nicht din Frage stellen. Aber du findest auch Sachen in der Bibel, die sind gegen bestimmte Eigenschaften des Menschen gerichtet, weil Jesus weiss, dass diese schädlich sind.
Hier (Epheser) geht es aber nicht um menschliche Eigenschaften, sondern um einen Rat in Sachen eheliches Zusammenleben, der eben in seiner Gänze gelesen werden sollte und nicht immer nur die Stelle mit der Frau 😉
Ich denke, auch wenn ihr jetzt gerade getrennt seid, ist da sicherlich noch genug an Verletzung, Schmerz und Misstrauen in dir, so dass du vermutlich noch einige Male vergeben „musst“.
Du verhinderst augenblicklich nur, dass der „Schuldenberg“ des Anderen immer wieder anwächst, immer wieder neu entsteht. Und bietest ihm so zudem die Möglichkeit sich aktiv zu ändern.
Jesus sieht deine eigenen Grenzen und solange du von ihm nicht klar hörst „Probier es nochmal, ich werde dich auch schützen, ich bin bei dir“ oder so ähnlich, solange Gottes Geist dich nicht in starke innere Unruhe versetzt, beim Lesen dieser Bibelstellen, solang du nicht voller Vertrauen in Jesus und im Bewusstsein deiner Stärke in ihm „Ja“ zu einem Fortführen der Gemeinschaft sagen kannst, würde ich mir an deiner Stelle keinen großen Kopf machen.
Ich weiß nicht, inwiefern du/ihr Seelsorge oder Eheberatung in Anspruch nehmt? Das wäre sicherlich hilfreich, wenn da auf Strukturen/Verhaltensmuster geschaut würde.
Ich weiß nicht, inwiefern du/ihr Seelsorge oder Eheberatung in Anspruch nehmt? Das wäre sicherlich hilfreich, wenn da auf Strukturen/Verhaltensmuster geschaut würde.
Ja, wäre es…allerdings bricht mein Mann sie ab …wir kommen nie soweit, dass es mal ans praktische Umsetzen von Ratschlägen/Aufgaben geht.
ich hab noch einen Gedanken zum "Wange hinhalten" - ganz praktischer Natur#
hab ich mal irgendwo mitgenommen:
Versetzen wir uns ins Volk damals ... die eine Hand ist rein, die andere unrein ... geschlagen wurde immer mit der rechten Hand, der reinen Hand ... geschlagen wurde (und wird) nicht, wie hier, mit der Handfläche, sondern immer mit dem Handrücken ... wenn du also nun jemanden auf die eine Wange schlägst auf diese Art, was passiert, wenn du dann die andere Wange hinhältst? Probier es aus (das meine ich wirklich so).
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Du wirst ihn nicht schlagen können. - Mich erinnert das irgendwie an: klug wie die Schlangen und ohne Falsch wie die Tauben ... eine Art "Grenzen setzen" ? *sinnier*
Ok, und was ist dann mit der anderen Wange die wir hinhalten sollen? Das hört sich nicht nach „Grenzen setzen“ an.
Hier geht es um die innere Haltung. Jesus sagt damit, wir sollen auf eine solche Situation aktiv antworten. Das verhindert, dass man sich dem hilflos ausgesetzt fühlt. Wenn man es mit einem Täter zu tun hat, der sich an den Qualen seines Opfers weidet, entzieht man ihm außerdem das "Futter" und wird uninteressant für ihn.
Hier geht es um die innere Haltung. Jesus sagt damit, wir sollen auf eine solche Situation aktiv antworten
So herum ergibt das Sinn…ja, das ist vermutlich so gemeint. Aber dir ist bewusst, dass das heißt sich bewusst nochmal schlagen zu lassen. Wer will denn das schon ?
Hier geht es um die innere Haltung. Jesus sagt damit, wir sollen auf eine solche Situation aktiv antworten
So herum ergibt das Sinn…ja, das ist vermutlich so gemeint. Aber dir ist bewusst, dass das heißt sich bewusst nochmal schlagen zu lassen. Wer will denn das schon ?
Das ist die gängige Interpretation - aber vielleicht ist es auch nur die Aufforderung nicht zurück zu schlagen und sich vor allem anders zu verhalten als der andere das erwartet.
Aber dir ist bewusst, dass das heißt sich bewusst nochmal schlagen zu lassen. Wer will denn das schon ?
Diese Geste, die andere Seite hinzuhalten, kann aber auch entwaffnend wirken. Das erwartet der andere nicht, lässt ihn stutzen und zur Besinnung kommt.
Zurückschlagen wird die Situation noch weiter eskalieren lassen.
Den Schlag über sich ergehen zu lassen, erzeugt das Gefühl des hilflos Ausgeliefertseins und hinterlässt Spuren in der Seele bis zur Traumatisierung.
Es ist leider oft der Fall, dass es für Aggressionen keine Hemmungen gibt. Auf jemanden, der am Boden liegt wird noch weiter eingetrampelt. Der Aggressor lässt sich da von Friedenswilligkeit nicht beeindrucken, im Gegenteil.
Aber in dem lebensalltäglichen Raum, in dem wir hier diskutieren, finden solche hochrangigen Aggressionen ja nicht statt (?), und da kann es vielleicht funktionieren.
Echt? Im besten Fall, ja, kann ich mir vorstellen. Könnte aber auch schief gehen, kann ich mir genauso gut vorstellen.
Ja, das kommt aufs Gegenüber an.
Am Kreuz sagt Jesus: "Vater, vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun." So kann ein positives Handeln auch aussehen.
Ja. Und ich füge noch einen Gedanken hinzu, den ich gerade hatte bezüglich der "(An)Zahl" ... 7 ist eine Vollzahl ... und dann kam der Gedanke: Vergeben bis zur Vollendung. - dann las ich dein Wort "beständig" noch mal ... ja, genau.
Und ich füge noch einen Gedanken hinzu, den ich gerade hatte bezüglich der "(An)Zahl" ... 7 ist eine Vollzahl ... und dann kam der Gedanke: Vergeben bis zur Vollendung. - dann las ich dein Wort "beständig" noch mal ... ja, genau.
für mich bedeutet 7x70 mal vergeben, dass es eben nicht mit einmal vergeben getan ist, weil Vergebung eben ein Prozess ist, weil es braucht bis die Wut abklingt und bis Wunden heilen. Für mich steckt darin, das Wissen darum, dass es Zeit braucht und auch immer wieder den Willen dazu - bis eben die Vergebung vollendet ist.
Und dazu gehört aber auch, dass die Tat abgeschlossen ist. Wenn man immer wieder Opfer des selben Täters ist und er zwar Reue beteuert, aber sich nichts ändert, dann ist vollständige Vergebung doch gar nicht möglich. Weil der Prozess gar nie abgeschlossen werden kann, solange die Tat immer und immer wieder geschieht.
Erst wenn dem ein Ende gesetzt ist - durch Verhaltensänderung oder/und Kontaktabruch - kann die Vergebung zur Vollendung kommen.
Ich verstehe was du meinst und sehe das ähnlich- aber ich denke nicht, dass die Stelle in der Bibel so gemeint ist. Das hört sich eher nach einem kontinuierlichen Fehlverhalten an, das immer wieder vergeben werden muss/soll (bei angemessener Reue des Täters)
Das ist Inrerpretations Sache
Da steht nur:
Da trat Petrus hinzu und sprach zu ihm: Herr, wie oft muss ich denn meinem Bruder, der an mir sündigt, vergeben? Ist’s genug siebenmal? Jesus sprach zu ihm: Ich sage dir: nicht siebenmal, sondern siebzigmal siebenmal
Mt 18,21-22 (LUT)
Und wenn man das Anschließende Gleichnis dazu nimmt, wo es darum geht, dass ein König einem Knecht einen großen Batzen an Geldschulden erlässt, als der ihn darum bittet und der Knecht dann einen anderen Knecht der ihm sehr viel weniger schuldet ins Gefängnis werfen lässt bis er die Schulden bezahlt hat. Es also um viel Schuld, die in Raten abgestottert werden kann, geht. Dann kann man das ganz gut auf einen Vorgang beziehen, den man in Raten immer und immer wieder vergibt.
Anders Lukas 17,4 (LUT) (keine Parallelstelle)
Und wenn er siebenmal am Tag an dir sündigen würde und siebenmal wieder zu dir käme und spräche: Es reut mich!, so sollst du ihm vergeben.
Allerdings steht auch hier nicht, dass man nicht gehen darf um sich zu schützen.
Und wenn man das Anschließende Gleichnis dazu nimmt, wo es darum geht, dass ein König einem Knecht einen großen Batzen an Geldschulden erlässt, als der ihn darum bittet und der Knecht dann einen anderen Knecht der ihm sehr viel weniger schuldet ins Gefängnis werfen lässt bis er die Schulden bezahlt hat
Da ist die Pointe denke ich nicht die Ratenzahlung, sondern die nicht weitergegebene Barmherzigkeit oder Gnade.
Und wenn man das Anschließende Gleichnis dazu nimmt, wo es darum geht, dass ein König einem Knecht einen großen Batzen an Geldschulden erlässt, als der ihn darum bittet und der Knecht dann einen anderen Knecht der ihm sehr viel weniger schuldet ins Gefängnis werfen lässt bis er die Schulden bezahlt hat
Da ist die Pointe denke ich nicht die Ratenzahlung, sondern die nicht weitergegebene Barmherzigkeit oder Gnade.
Die eigentliche Pointe hab ich weggelassen, weil sie für meinen Punkt nicht wichtig ist - nämlich dass der König seine Vergebung zurückgezogen hat und den unbarmherzigen Knecht in den Kerker werfen ließ.
Und eine Geschichte hat immer mehrere Ebenen, jeder Text hat mehrere Ebenen und unterschiedlche Aussagen und je nach Blickwinkel rückt eine andere ins Gesichtsfeld und wird einem wichtig. Deshalb ist es ja auch so spannend Dinge mehr als einmal zu lesen.
Gerade bei meinen Bibeln in die ich viel reingeschrieben und angestrichen habe, wird mir das immer wieder bewusst, wie mein Blick sich gewandelt hat und ein Text ganz unterschiedlich zu mir spricht und mir in unterschiedlichen Zeiten unterschiedliches klar gemacht hat und klar macht.
Nennt sich auch Hermeneutik, wenn man es nur wissenschaftlich betrachten will und nicht auch als Weg wie Gott zu einem spricht.
Es gibt Situationen, da kommt man nicht so einfach raus, das stimmt.
Manchmal kann es helfen, vom Anderen nichts zu erwarten und einzuplanen, dass ich verletzt werden kann.
Im Vorfeld darf ich aber für die Begegnung beten, mich unter Gottes Schutz stellen und Ihn bitten, mich mit Seiner Liebe zu füllen.
Habe da schon manche Befriedung erlebt. Nicht dauerhaft, aber genau für diese spezielle Situation.
Manchmal habe ich auch eine Art „dickes“ Fell geschenkt bekommen, das mich schützte und das nicht dasselbe wie verdrängen ist. Es ließ nur manches abprallen oder nur leicht die Oberfläche berühren.
Je mehr Gottes Liebe in mir Raum bekam, ich mich annehmen konnte, desto selbstbewusster wurde ich und konnte dann manches anders angehen, anders „ertragen“ und gegebenenfalls Grenzen setzen oder auch weniger persönlich nehmen.
Es lässt sich halt auch nicht immer alles einfach so einfach klären im Gespräch.
Es gibt Menschen, die wollen oder können sowas nicht. Da kommt man selber dann nicht weiter.
Oder man selber hat noch zuviel Angst.
Mit wachsender Selbstannahme nahm dann auch mal bei mir das Verständnis für die Art des Anderen und seine Nöte zu. Dadurch traf manches auch nicht mehr so stark. Ich konnte dann schon mal mit Humor die ein oder andere Granate entschärfen.
Vergebung ist und bleibt grundlegend wichtig. Gegen Bitterkeit und dagegen, dass das, was Gott in mir/durch mich wachsen lassen will, verkümmert oder gar eingeht. Manchmal ist das echt Kampf. Vor allem, die Vergebung innerlich umzusetzen und sich nicht selbst ständig oder immer wieder als armes Opfer zu sehen. Aber auch das ist ein Prozess. Und erfordert Heilung.
Was ich gemerkt habe, dass Gott einem häufig Menschen schickt, in den Weg stellt, die etwas vom „Peiniger“ haben und dementsprechend unterbewusst Knöpfe drücken. Ich kann also nicht wirklich weglaufen, um mich zu schützen. Die Wunde braucht auf Dauer Heilung.
Manchmal ist das echt Kampf. Vor allem, die Vergebung innerlich umzusetzen und sich nicht selbst ständig oder immer wieder als armes Opfer zu sehen. Aber auch das ist ein Prozess.
Genau, vergeben fühlt sich mitunter wie kämpfen an…das kann es doch nicht sein, oder? Km Kampf ist kein Frieden möglich.
Naja, manchmal gehört Kampf schon auch dazu irgendwie. Innerer Kämpfe können immer mal wieder vorkommen. Gut, wenn man dann weiß, von wem man Hilfe bekommt. 😉
Es ist ja auch nicht immer so oder bleibt immer gleich anstrengend.
Anstrengung ist übrigens auch ein Hinweis, sich wieder „füllen“ zu lassen.
Das muss aber alles auch eingeübt werden.
Es heißt übrigens auch, suche den Frieden und jage ihm nach. Auch nicht unbedingt friedlich/ruhig.
Kämpfe den guten Kampf des Glaubens, heißt es auch und dass wir in einem geistlichen Kampf stehen mit den unsichtbaren Mächten dieser Welt. Allerdings haben wir mit Jesus einen absoluten Trumpf im Ärmel.
Kampf muss auch manchmal stattfinden, um das Erbe in Besitz zu nehmen. Das Territorium zum eigenen erklären, weil man als Kind Gottes Anteil daran hat.
Wer will Unfriede?
Wer will uns klein halten?
Wer möchte nicht, dass wir die Nachfolge antreten?
Die Waffenrüstung Gottes ist anders als die üblichen bekannten Waffen. Aber auch sie will gebraucht werden.
Das heißt nicht, dass nicht in mir trotzdem der Friede Gottes präsent sein kann.
Das heißt nicht, dass nicht in mir trotzdem der Friede Gottes präsent sein kann.
Wenn der Friede Gottes in mir präsent ist, dann kann ich vielleicht mich kämpfend für etwas einsetzen, aber ich kann nicht gleichzeitig in Unfrieden sein.
Und um Vergebung zu ringen ist Unfrieden, nicht Frieden.
"Was ich gemerkt habe, dass Gott einem häufig Menschen schickt, in den Weg stellt, die etwas vom „Peiniger“ haben und dementsprechend unterbewusst Knöpfe drücken. Ich kann also nicht wirklich weglaufen, um mich zu schützen."
Interessant, dass Du das ansprichst. Vor einigen Wochen hat mich jemand gefragt, ob ich wüsste, was ein "Arsch-Engel". Ich wusste es nicht und hielt es für puren Unsinn, aber diesen Begriff gibt es tatsächlich und der besagt genau das, was Du geschrieben hast.
Stumpft man dann nicht irgendwann ab als Betroffener, wenn trotz immer wieder bekundeter Reue die Aktionen sich nicht ändern?
Wenn es immer wieder vorkommt, ist die Reue nicht echt.
Wer eine Störung der Impulskontrolle hat, muss zum Arzt. Das wird bei den wenigsten Menschen aber vorliegen.
Ich gehe jetzt mal davon aus, dass du ein Elternteil meinst, das so handelt.
Menschen die Gewalttätig werden oder ihre Macht missbrauchen kann man vergeben, aber man muss ganz sicher nicht weiterhin mit ihnen unter einem Dach leben oder weiter Kontakt zu ihnen haben. Natürlich ist das in der Realität schwerer umzusetzen; vor allem wenn noch Kinder im Spiel sind. Aber niemand muss bei einem Gewalttäter oder -täterin bleiben.
Ja, völlig richtig. Aber leider sind die Täter bei Opfern kindlicher Misshandlungen oft beide Elternteile und bekommen bei Tätern, die Väter sind, von den Müttern fast nie Hilfe.
Zudem sind solche Eltern dann trotz allem oft die einzigen Bezugspersonen, zu denen Vertrauen herrscht.
Ich gehe jetzt mal davon aus, dass du ein Elternteil meinst, das so handelt.
Nein, eigentlich nicht, denn bei Eltern/Kind ist ja das Machtgefälle und die Abhängigkeit bis zu einem gewissen Alter extrem…das Kind kann sich ja gar nicht entziehen.
Ich meinte ebenbürtige Erwachsene, die auch tatsächlich selbst etwas verändern könnten.
Das Vergeben als Bestandteil eines gemeinsamen (Familien-)Lebens ist sinnvoll. Aber bis zu welchem Grad? Es ermöglicht eine Kontinuität und Stabilität - aber zu welchem Preis?
Ich weiss, dass sind Fragen, die nicht pauschal zu beantworten sind, aber ich habe mich gefragt, wie Jesus sich das gedacht hat…ich bin ehrlich gesagt verwirrt.
Grenzen setzen - oder nicht? Aushalten und gleichzeitig für sich einstehen- geht das?
Ich bin ja schon lange nicht mehr im Beruf, bekommen trotzdem mitunter schwierige kindliche Entwicklungen bei "unmöglichen" Eltern mit.
Vor einigen Wochen habe zwei inzwischen schon ziemlich erwachsene Geschwister kennengelernt, die einen nach außen hin wohl, ziemlich sympathischen Vater hatten, der aber familienintern ein regelrechter Tyrann war, der beide Kinder so gut er konnte und runtermachte. "Aus dir wird nie was, du bist ein Nichts", hörten sie immer wieder und wurden auch geschlagen. Das hatte ihre Mutter nicht getan, aber die gleichen Redewendungen drauf.
Die Schwester hat sich Reiki gewidmet und da die innere Ruhe gefunden und Vergebungsbereitschaft, von der hier so viel die Rede ist.
"Aus dir wird nur eine staatlich geprüfte Klofrau" sagte mein Stiefvater, als ich auf eine Fachschule mit Staatsexamen ging.
Und ja, Vergebung hat seine Worte entmachtet und dazu trug auch die Wahrheit der Worte Jesu bei, wer ich in seinen Augen bin. Die Liste von Neil Anderson mit den Ich-Bin-Aussagen kaute ich wochenlang durch. Immer nur einen Vers, bis er in mir die Lügen entmachtete. Es war Arbeit, hat sich aber gelohnt.
Die Schwester hat sich Reiki gewidmet und da die innere Ruhe gefunden und Vergebungsbereitschaft, von der hier so viel die Rede ist.
Wie soll man auch sonst damit abschliessen? Ich meine, die Geschwister sind jetzt gross und haben ihr eigenes Leben unabhängig der Eltern. Damit die Nachwirkungen der Kindheit das Leben nicht versauen, muss das ja in irgendeiner Form aufgearbeitet werden. Hass auf die Eltern (oder sich selbst gegenüber) ist ja nicht wirklich eine Option.
Ich will nicht sagen, dass das leicht ist. Aber zumindest ist es abgeschlossen und die Kinder können sich dem lebensfeindlichen Umfeld entziehen.
Die Eltern sind beide gestorben. Aus dem Bruder ist nach gängigem Verständnis tatsächlich nichts geworden. Etliche Berufsanfänge und Selbständigkeiten führen in den Sand. Die Schwester hat einen ordentlichen Beruf und ist, wie gesagt, wirklich gut aus ihrer Misere rausgekommen - offenbar mit Hilfe der Gruppe von Leuten, die sie akzeptieren.
Es gibt aber einen ganz anderen Aspekt unserer Fragen hier. Die Beschäftigung mit einem Menschen, dem man vergeben müsste oder will, führt mitunter zu der überraschenden Erkenntnis, dass man eigentlich nicht ihm vergeben müsste, sondern der einem selbst. Hab ich jedenfalls einige Male so erlebt.
Die Beschäftigung mit einem Menschen, dem man vergeben müsste oder will, führt mitunter zu der überraschenden Erkenntnis, dass man eigentlich nicht ihm vergeben müsste, sondern der einem selbst. Hab ich jedenfalls einige Male so erlebt.
Du meinst der Täter muss dem Opfer vergeben? Was denn?
Ich meinte ebenbürtige Erwachsene, die auch tatsächlich selbst etwas verändern könnten.
Also ein Elternteil wie ich schrieb 🤔 Verstehe jetzt dein "Nein" nicht.
Vielleicht solltest du konkretere Beispiele nennen. Ansonsten ist es schwer da etwas zu sagen.
Ich stehe aufn Schlauch, was du meinst.
Also ein Elternteil wie ich schrieb
Verstehe jetzt dein "Nein" nicht.
Also wenn Elternteil den eigenen Partner darstellt, dann ja. Bei Missbrauch der Macht zwischen Kinder und Eltern haben die Kinder keine grosse Chance etwas selbst an der Situation zu ändern, das haben nur Erwachsene.
Also ich denke an eine Familie mit Vater+Mutter+Kindern, wo ein Elternteil gewalttätig wurde. Und darauf bezog sich meine Aussagen.
Wenn ein Elternteil gewalttätig wurde und dies sich wiederholt, dann ist der Schutz des anderen Elternteils und der Kindern das wichtigste. Und dann sollte ein Distanz das Ziel sein um die akute Gefahr der Wiederholung zu vermeiden. Und wenn dann Änderung zu beobachten ist, kann langsam eine Annäherung wieder stattfinden. So zumindest meine Laien Meinung dazu.
Und das ganz unabhängig davon, ob man Vergibt oder nicht.
haben die Kinder keine grosse Chance etwas selbst an der Situation zu ändern, das haben nur Erwachsene.
Die Kinder selbst brauchen natürlich Hilfe und sind nur begrenzt Handlungsfähig, je nach Alter. Sie könnte ggf. auch Hilfe suche, z.B. indem die die "Nummer gegen Kummer" anrufen (116 111 oder online https://www.nummergegenkummer.de/ueber-uns/ ) .
Ich sag mal Gute Nacht für heute und danke an alle für eure Antworten und Gedanken dazu.
👋🏻 Stern
Als Kind wirst du, das immer vergeben, denn du liebst, deine Eltern ja, du brauchst sie.
Was es mit dir als Erwachsener macht, ist eine ganz andere Sache.
Langsam vergebe ich, es ist sehr schwer, vergessen kann man das nicht, auch aller Aufarbeitung zum Trotz man bleibt davon betroffen.
Aber Hass ist keine wirkliche Option, sie macht dich nur noch weiter kaputt, als ob du immer noch in der Situation von damals bist.
Liebe aber kann man oft nicht mal ansatzweise aufbringen für das, was da mit einem gemacht worden ist.
Verständnis für die damalige Situation vielleicht schon.
Auch wenn es vielleicht Gott so gewollt hat. / du sollst deine Mutter und Vater ehren).
Wer hat jetzt Schuld auf sich geladen?
Was sagt die Bibel?
Was sagt die Bibel?
Die sagt, dass alle schuldig sind/werden. Und dass man dem anderen vergeben soll, weil man ja selbst auch sich verfehlt und Vergebung brauch.
Es ging mir um „ständiges Vergeben“…ob man das überhaupt kann, ob man nicht irgendwann die „Schnauze voll“ hat…?
Ja, das habe ich gelesen, aber man geht ja von eigenen denken und handeln in solchen Situationen aus.
Es spielt immer das eigene erlebte da mit rein.
Laut Bibel bin ich schuldig, weil ich einige Dinge nicht vergessen kann, kann dann Gott mir vergeben?
Ist vergeben und vergessen dasselbe?
Es gibt Dinge, das Prägen einen Menschen vor allem Dinge, die in der Kindheit passiert sind. Vergessen geht da häufig nicht verstehen kann man das vielleicht, vergeben?
Wenn ich mit offenen Augen durch das Leben gehe, kann ich vieles vergeben, was da so auf mich zukommt, kann versuchen nicht auch so zu werden, mit gleicher „Münze“ zurückzuzahlen.
Wir Menschen sind begrenzt, auch in dem, was wir ertragen können, manchmal denke ich das ich weit weniger gnädig mit mir umgehe, wie es Jesus getan hätte.
Das sind so einige Gedanken, die ich mir zu dem Thema mache.
lieber rudi,
ja wir Menschen sind begrenzt und unvollkommen...................................
Ach hätte ich doch, ach hätte ich doch nicht......
Im Nachhinein kam ein Verdacht auf, das mein eigener Vater meine geistig behinderte
Schwester sexuell missbraucht hat. Erwiesen ist es nicht, nur ein Verdacht, aber ich
kann es nur versuchen stehen zu lassen.......Mein Vater ist jetzt schon einige Jahre
tot, aber meine Schwester redet immer sehr gerne über ihn........
Überall wo Menschen sich begegnen, treffen, besteht Verletzungsgefahr. Sicher
vor Verletzungen sind wir nirgends. Eine unachtsame Bemerkung eines Menschen kann
mich tief treffen.
Vieles geschieht unabsichtlich, und da kann man leichter vergeben. Da lebe ich besser,
wenn ich kleinere Pannen vergeben kann.
Größere Dinge so gut es geht zu klären.
Doch es gibt auch Dinge, die lassen sich nicht so leicht klären.
Wenn Perspektiven zu unterschiedlich sind, ein Mensch nicht gesprächsbereit ist,
stur.....Entweder weiter Groll hegen, hassen, oder doch besser vergeben.
Vergeben ist Verzichten auf mein Recht, Gerechtigkeit.
Es wäre gerecht, wenn der andere das wieder gut macht, was er mir angetan hat....
Doch wenn er das nicht will, oder kann, habe ich selbst die Möglichkeit, durch
Vergebung mich davon zu lösen.
Das hilft mir freier zu leben, tut mir besser gut, als zu hassen.
Deshalb ist Vergebung für mich auch ein Geschenk Gottes, in erster Linie
für mich selbst.
Es ist aber für mich nicht immer einfach, auf mein Recht zu verzichten........
Aber auf Dauer ist es leichter, freier.......
liebe Grüße,