Menschliches Denken vs. Göttliches Denken #1
Hallo liebe Geschwister,
"Geh weg von mir, Satan! Du willst mich in die Falle locken. Du siehst die Dinge nur mit den Augen der Menschen und nicht, wie Gott sie sieht." Matthäus 16 23
Die Denkweise aus Gottes Perspektive.
"Geistliches Denken" kann man es sicherlich auch nennen, weil es durch den Geist offenbart wird. Aus uns heraus können wir das nicht.
Aber worauf ich hinaus will, ist denke ich klar.
@jascha Ich sehe zwei Ansätze.
Gott hat durch sein Wort die Welt geschaffen. Dem voraus geht die Welt als Gedanke Gottes.
Menschliches Denken ist daher immer ein Nachdenken.
Uns durchdringt Gott mit seinem Heiligen Geist, der in uns wirkt. Dem voraus geht aus meiner Sicht ebenfalls der Gedanke Gottes, unsere Durchdringung ist immer zielgerichtet, personal, nicht abstrakt desinteressiert.
Ich habe deinen Gedanken nicht ganz mit meinem verbinden können.
Vlt. ist meine Ergänzung hier klarer, worauf ich hinaus wollte:
Veröffentlicht von: @jascha
Ich habe deinen Gedanken nicht ganz mit meinem verbinden können.
Vlt. ist meine Ergänzung hier klarer, worauf ich hinaus wollte:
Wenn ich Dich richtig verstehe, geht es Dir um die Perspektive ?
In eine bestimmter Situation im Alltag, wie reagiert du/lebst du deinen Glauben praktisch aus, wenn es darum geht "aus Göttlicher Perspektive/wwJd" zu reagieren?
Verändert sich dabei was konkret in der einen Situation? Gelingt es dir dass immer öffters -> verwandelt werden, Jesus immer ähnlicher werden...
In meinem Beispiel zu bleiben: Wenn ich merke das der Stress kommt, dann werde ich meiner neuen Identität bewusst und der Stress nimmt in mir kein Raum ein.
@jascha Das kommt auf die konkrete Situation an.
Wenn es um Situationen geht, die mir begegnen, versuche ich in mein Gewissen hineinzuhorchen, welche Richtung es mir anzeigt. Die Veränderung bemerke ich, wenn Situationen, wo ich früher intensiver reinhorchen musste, um zu einer richtigen Entscheidung zu kommen, jetzt früher entschieden sind.
Eine andere Situation, wenn es um mich selbst geht, ist es so wie Du beschreibst, eine Rückbesinnung auf das wesentliche. In meiner Zeit als Katholik hatte ich es manchmal, dass mir manches zuviel wurde, wenn es um die Praxis ging. In diesen Momenten habe ich mich auf meinen Anfang besonnen, also meine Taufe und Bekehrung.
Danke für die persönliche Einblicke und das du über ein "Wachsen" zeugen kannst.
Eine Frage hab ich noch, zum Thema Denkweise:
Erlebst du persönlich Situationen im Alltag, wo du aus Glauben heraus eigentlich konträr der menschlichen Denkweise/Logik handelst?
Ich will nicht über "was ist richtig" oder "was ist falsch" reden, sondern mich interessiert der Part: was bringt dich/uns/den Einzelnen wirklich persönlich im Glauben weiter.
Hi @jascha, 🙂
ist es nicht ein Frage, wonach wir uns richten (wollen)?
Wenn wir immer mehr Jesus nachfolgen wollen, stehe "ich" hintenan.
Allerdings;
wir werden immer ein Stück weit dem Fleisch folgen, da es in uns ist.
Es gibt mE keine Allroundantwort auf Deine Gedanken.
Die Problematik beginnt ja bekanntermaßen immer, wenn das Ego dem Glauben gegenübersteht.
Nun hast du (wertfreies Du) die freie Entscheidung, menschlich zu reagieren oder: "was würde Jesus jetzt in dieser Situation tun (geistlich).
Ich denke, jeder der im Glauben steht, kämpft täglich mit seinem Fleisch und den dazugehörigen Triggern.
Keiner von uns kann jemals von sich behaupten, dass er/sie immer geistlich handelt, dazu hält uns Adam doch stets Atem.
Was wir versuchen sollten, können, dürfen, wollen - ich nenne es gern "das Wachsen"-, in jeder kommenden Situation drauf zu achten, welcher Teil von uns jetzt nach vorne preschen möchte.
In diesem Sinne hier meinem Trigger gefolgt..
Su 🖐️
Hallo Su,
danke für deine Gedanken, gerne Frage ich etwas persönlicher nach, da mich das praktische bei dir sehr interessiert.
Wie lebst du deine Hingabe, konkret an einem Beispiel?
Und
Merkst du es bewusst, dass ein Teil in einer konkreten Situation was anderes will? Und hast du die Möglichkeit/Kraft dich für "das Richtige" zu entscheiden?
Gelingt es dir das immer öfters?
Hi @jascha, 🙂
Wie lebst du deine Hingabe, konkret an einem Beispiel?
Indem ich jede/m Menschen- egal wo, egal wer, egal warum - in besten Moment des Kontaktes von meinem Glauben erzähle. Keiner kommt schneller den Baum hoch, als ich das anspreche... 😀 (Kurzform)
Und zwar strahlend und voller Liebe. 😍
Nun konkret zu Deiner Frage: (ich versuche mich ganz kurz zu halten)
Ich habe tgl. mit neuen Patienten zu tun und hierbei den genialsten Einstieg (Türöffner zum Herrn) gefunden.
Zu 99,9 % sind die meisten weltliche Menschen; Sie kennen vllt. Einen oder Keinen oder einen anderen Gott; (du verstehst, was ich meine).
Meist kommen Sie direkt aus der Haft, oftmals nach der Entgiftung vom KH oder auch von Zuhause.
Ich habe dann teilw. genau die vor mir, die ganz unten auf der Liste stehen (Diebe, Räuber, Mörder). Such dir was aus.
Und soll ich Dir was sagen: In dem Augenblick, wenn Sie zu meiner Tür hereinkomme, strahle ich Sie an und freu mich riesig.
Nachdem das Medizinische erledigt ist, erkläre ich unverzüglich, dass ich Christin bin und an Jesus glaube.
Um danach in die Augen der Patienten zu schauen und zu fragen:
Darf ich für Dich beten?
Das ist mein Einstieg und soll ich Dir was sagen, noch keiner hat abgelehnt.
Darüber hinaus habe ich immer die Bibelkärtchen Ermutigung o.ä. bei mir.
Jeder, der möchte, zieht verdeckt sein eigenes Kärtchen. Und soll ich Dir sagen:
Der eine hängt es in sein Zimmer, manche tragen es immer bei sich, und manche sogar:
"Ich steh vor einer Entscheidung, kann ich nochmals eine Karte ziehen".
Ich muss Dir nicht erzählen, welche eine Freude das ist.
Wenn ich diese Menschen über Monate begleite, gibt es nichts Besseres!!
(Dies ist nur ein kleiner Ausschnitt, erzähle ich doch lieber vom Herrn als von mir).
Grüße aus dem Alltag einer Christin
Su 😊
Hallo Su,
du scheint viel Freude auszustrahlen. Warst du vor der "Umkehr" (über 20 Jahre zurück) auch eine fröhliche Person oder wurdest du explizit in diesem Punkt "verwandelt"?
Was hat sich in deinem Denken/ deiner Sichtweise verändert?
Hier las ich über deine Bekehrung und wie du es erlebt hast:
https://forum.jesus.de/community/postid/463618/
Ich freue mich sehr, dass du für Gottes "Lieblinge" so ein Herz hast!
Auch ich hab mir Ermutigungskarten bestellt, um sie anderen zu schenken. Es ist so intrinsisch dieser Aspekt in mir, ich weiß auch nicht...
LG, Jascha
Guten Morgen Jascha 🙂,
du scheint viel Freude auszustrahlen. Warst du vor der "Umkehr" (über 20 Jahre zurück) auch eine fröhliche Person oder wurdest du explizit in diesem Punkt "verwandelt"?
Der Herr hat meine Persönlichkeit genutzt um IHM zu dienen...in seiner besten Form. 😀
Und darüber hinaus mE vor allem gut daran zu erkennen:
Als Wiedergeborene/r nenne ich Jesus "mein Herr", während in meiner Namenschristenzeit nur der Name "Gott" ausgesprochen wurde.
Diese Verwandlung und Nähe zu IHM ist sehr explizit und krass in Laufe des Wachsens in IHM.
Es ist so intrinsisch dieser Aspekt in mir, ich weiß auch nicht...
Für Dich, Jascha:
Sprüche 5+6:
Vertraue auf den HERRN von ganzem Herzen und verlass dich nicht auf deinen Verstand; 6 erkenne Ihn auf allen deinen Wegen, so wird Er deine Pfade ebnen.
In Gedanken und Gebet bei Dir, verspüre ich doch eine gewisse Ungeduld...(die mir bestens bekannt ist).
Grüße
Su 🖐️
Hallo Su,
danke dir für dein Zeugnis und ich freue mich, dass das Wachstum anhält!
Nicht lange her, als ein Pastor einen Psalm vorgelesen hat und in mir ein vertrautes Gefühl aufkam: Er liest ja was über meinen Vater vor. Ich war angenehm berührt...
Und ja, ich bin sehr ungeduldig, auch wenn ich nicht zu der Generation Prime- NextDayDelivery gehöre. 🙂
Das habe ich hier auch erwähnt (mit Hintergrundinfos):
https://forum.jesus.de/community/postid/463935/
Danke für deinen Dienst an den Menschen, die die Bibel als „seine Geringsten“ bezeichnet! Gott segne dich.
Jascha
Veröffentlicht von: @jaschaErlebst du persönlich Situationen im Alltag, wo du aus Glauben heraus eigentlich konträr der menschlichen Denkweise/Logik handelst?
Zumindest empfinde ich das nicht so, weil christliches Denken und Handeln für mich ganz grundlegend menschlich und logisch ist. Sogar logischer als die meisten Weltanschauungen.
Inwieweit soll das „Göttliche Denken“ unser Leben durchdringen / bestimmen?
Ganz.
Wie versteht und wie lebt ihr das und auf welcher biblischen Grundlage macht ihr das fest?
Ich verstehe das zB so, dass wenn ich dank Jesus ein Gotteskind bin, dass ich dann Gott zum Vater habe und deshalb Gottes Denken in meinem Denken sein soll. Dass es das auch ist, kann ich jetzt nicht in unbedingt sagen…also der Sollzustand ist noch nicht erreicht 🙂
Und ihr sollt niemand euren Vater nennen auf Erden; denn einer ist euer Vater: der im Himmel.
wäre dann eine Grundlage oder auch
- Johannes 1,12: „Wie viele ihn [Jesus] aber aufnahmen, denen gab er Macht, Gottes Kinder zu werden, denen, die an seinen Namen glauben.“
- Galater 3,26: „Denn ihr alle seid durch den Glauben Gottes Kinder in Christus Jesus.“
- Römer 8,16: „Der Geist selbst gibt Zeugnis unserm Geist, dass wir Gottes Kinder sind.“
- 1. Johannes 3,1: „Seht, welch eine Liebe hat uns der Vater erwiesen, dass wir Gottes Kinder heißen sollen – und wir sind es auch!“
Da ich meinen Vater sehr lieb gehabt habe, wäre mir ersteres vor seinem Tod gar nicht möglich gewesen…also ihn nicht Vater zu nennen…das zeigt schon, wie losgelöst von familiären Banden man in der Liebe sein muss. (Was nicht heisst, dass man die Eltern nicht lieben soll.)
Danke dir für deine Antwort und wie du deine Sichtweise aus der Bibel heraus siehst.
Ich will gerne zu der Kindschaft im Alltag mehr von dir erfahren:
Wie bewusst bist du dir im Alltag dessen, dass du ein "Kind Gottes" bist, nimmst du es als eine "neue Identität" wahr und betrachtest die "Umwelt" aus dieser Perspektive?
Wie Tiefgreifend siehst und lebst du die Kindschaft, nimmst du schon jetzt etwas aus deinem Erbe in Anspruch bzw. wird es dir zuteil?
Über den Aspekt "Gottes Liebe und die Betrachtung der Familie hier auf der Erde" hab ich mir noch keine Gedanken gemacht. Werde darüber nachdenken.
Wie bewusst bist du dir im Alltag dessen, dass du ein "Kind Gottes" bist, nimmst du es als eine "neue Identität" wahr und betrachtest die "Umwelt" aus dieser Perspektive?
Nein, meine Perspektive ist die gleiche wie davor. In meinem Alltag muss ich mich in 99% der Fälle/Gedanken/Geschehnisse erst willentlich daran erinnern, dass ich als Christin eigentlich ein anderes Mindset haben sollte.
Dann erinnere ich mich daran, dass ich dankbar sein sollte und beten sollte - das mach ich dann auch und es bringt auch Erleichterung. Ich kann dann verstehen, wieso diese Perspektive mir viel zuträglicher ist. Aber ganz oft denke ich da nicht daran und bleibe in meinem Sumpf stecken.
Auch der Blick auf andere ist meistens nicht von Liebe geprägt, nur wenn ich mir es wieder bewusst mache. Freundlichkeit ist schon da, ich bin nicht unfreundlich und auch Sorge für andere (auch Fremde) - aber Liebe? höchstens tätige Liebe.
Meistens ist es ein krasses Dilemma zwischen dem, von dem ich weiß wie Gott es will und dem was ich gerne tuen würde und will und denke und fühle. Und ich kämpfe im Prinzip dagegen an. Täglich. Aus Überzeugung, dass Gott das beste für mich will.
Es ist ja dann auch tatsächlich so, dass sobald die Perspektive eine andere ist, weil ich mich daran erinnert habe, dann tritt Ruhe und Frieden ein. Aber in vielem ist der Kampf erstmal vorherrschend.
Danke für deinen ehrlichen Einblick in deinen Alltag.
Auch ich kenne dieses wiederholendes Muster, als ich bereits an Jesus glaubte, das einfach Nicht-Weiter-Kommen, gefühlt über Jahrzehnte. Das hatte mich ausgelaugt und ich bin irgendwann komplett passiv im Glauben geworden.
Bis einschneidend eine Erkenntnis kam und mein Leben und Denken stark veränderte.
Für mich hat sich das Wissen über "ich bin ein Kind Gottes'" zu dem gewandelt, dass ich "als Kind Gottes lebe", ganz natürlich. So wie mit dem hinkbaren Vergleich eines Arbeitnehmers: Ich bin Teil der Firma, hab meine Aufgaben, hab die Befugnisse entsprechend und ich identifiziere mich auch als einer davon. Bin noch in der Einarbeitung... 😃 (tatsächlich in beiden "Welten")
Ich stelle mir die Frage: warum so lange, was hätte ich anders machen können, um diese "Kampfzeit" zu verkürzen? Auch die passive Zeit auszulassen (in dieser Zeit hat ein anderer Sch.... den Raum eingenommen). Ich war davor auch aufrichtig vor Gott, gesucht, gebetet, gefastet...
Wann ist das Herz soweit ...? Darüber werde ich auch noch ein eigenes Thema im Forum öffnen.
Ich stelle mir die Frage: warum so lange, was hätte ich anders machen können, um diese "Kampfzeit" zu verkürzen?
Je schneller man macht, was Jesus gebietet, vermute ich…desto schneller ist die Kampfphase vorbei.
Nicht um gehorsam zu sein, sondern weil nur dann Frieden herrscht (in einem selbst).
Für mich hat sich das Wissen über "ich bin ein Kind Gottes'" zu dem gewandelt, dass ich "als Kind Gottes lebe", ganz natürlich.
Ja, das kann ich verstehen. Das empfinde ich auch so, aber es ist noch nicht stabil.
Und auch ich stelle mir hier Frage: erlebt das ein Mensch, der nichts mit Jesus am Hit hat, genauso? Einfach weil zum einen das Leben einen „intergriert“ und zum anderen weil dieser Mensch ja auch im Frieden mit sich selbst sein kann, wenn er um seine „Schatten“ weiss.
Manchmal beschleicht mich der Verdacht, dass der Unfrieden nämlich daher kommt, dass man sich selbst nicht wirklich sieht.
Veröffentlicht von: @sternManchmal beschleicht mich der Verdacht, dass der Unfrieden nämlich daher kommt, dass man sich selbst nicht wirklich sieht.
Der Unfriede kommt daher, weil man mit sich selbst nicht im Reinen ist.
Der Unfriede kommt daher, weil man mit sich selbst nicht im Reinen ist.
Das meinte ich damit. Christen haben manchmal die Eigenart, ihre Sonnenseiten zu sehen aber nicht ihre Schattenseiten. Das Bild ist aber erst ganz vollständig, wenn sie aufhören die Schattenseite zu negieren.
Wobei die "Schattenseiten" ja durchaus nicht immer etwas "Böses" sein müssen. Nach meinen Erfahrungen sind Schamgefühle mindestens ebenso häufig und destruktiv, werden dann aber auch häufig schuldhaft erlebt.
Wobei die "Schattenseiten" ja durchaus nicht immer etwas "Böses" sein müssen
Das stimmt…sagen wir, es ist eine Last für andere Menschen oder auch für einen selbst, was auch immer es ist. Wahrzunehmen, dass man für andere auch nicht immer so toll für ihren Lebensweg ist, stillt schon einen Grossteil der Wogen in einem. Weil man ja weiss, dass man es zu dem Zeitpunkt nicht besser hätte machen können - und vermutlich geht es allen anderen genauso, egal wie sehr man sich über sie beschwert und aufregt.
Ich will nochmal zurück auf das von dir „schuldhafte“ angesprochene Erleben.
Der christliche Glaube sichert uns sowas wie „Schuldfreiheit“ zu und wirkt dem entgegen. Man weiss nicht wie - aber das ist der Kern. Wenn du ihn annimmst, dann lösen sich bestimmt auch so manche frühkindliche Blockaden, oder?
Meine Erfahrung spricht dagegen. Je "frommer" jemand war, desto mehr hatte er Angst davor, nicht in den Himmel zu kommen. Den Widerspruch zwischen seinem Glauben und seiner Angst haben viele überhaupt nicht gesehen oder als unerklärlich hingenommen.
Veröffentlicht von: @queequegMeine Erfahrung spricht dagegen. Je "frommer" jemand war, desto mehr hatte er Angst davor, nicht in den Himmel zu kommen.
Den Widerspruch zwischen seinem Glauben und seiner Angst haben viele überhaupt nicht gesehen oder als unerklärlich hingenommen.
Dem würde ich mal aus Beobachtung zustimmen.
Gerade die 'ganz Frommen' haben die größte Angst, doch was falsch gemacht zu haben.
sichert uns sowas wie „Schuldfreiheit“ zu und wirkt dem entgegen. Man weiss nicht wie - aber das ist der Kern. Wenn du ihn annimmst, dann lösen sich bestimmt auch so manche frühkindliche Blockaden, oder?
Die Frage wäre, ob das in der Praxis so einfach funktioniert.
Müsste man sich der "frühkindlichen Blockaden" denn nicht erst einmal bewusst sein?
Müsste man sich der "frühkindlichen Blockaden" denn nicht erst einmal bewusst sein?
Wissen tu ichs nicht. Aber ich kann mir vorstellen, dass du das nicht unbedingt musst.
Wenn du das voraussetzt- klar, dann muss.
Aber du kannst das „aufdecken“ ja nicht willentlich herbeiführen, oder?
Könnte es nicht auch sein, dass das gelöst und gelöscht wird, ohne dass es einem ins Bewusstsein kommt?
Veröffentlicht von: @queequegWissen ist tatsächlich nicht der Weg, um die alten Probleme loszuwerden. Man muss wiedererleben.
Aber löschen kann man nichts, nur "überschreiben.
Aber Wissen um bestimmte Mechanismen hilft schon.
Vielleicht reden wir aber auch von unterschiedlichen Dingen.
"Vielleicht reden wir aber auch von unterschiedlichen Dingen."
Das kann schon sein. Ich rede von Dingen, die tief im Unbewussten verankert sind und somit dem Bewusstsein völlig entzogen. In diese Speicherungsregionen kommt kein Bewusstsein und kein willentliches Denken hin.
Wenn überhaupt, dann hilft Wissen nur dann, wenn es von den ursprünglichen Gefühlen begleitet wird, was aber eher selten ist.
Veröffentlicht von: @queequeg"Vielleicht reden wir aber auch von unterschiedlichen Dingen."
Das kann schon sein. Ich rede von Dingen, die tief im Unbewussten verankert sind und somit dem Bewusstsein völlig entzogen. In diese Speicherungsregionen kommt kein Bewusstsein und kein willentliches Denken hin.
Wenn überhaupt, dann hilft Wissen nur dann, wenn es von den ursprünglichen Gefühlen begleitet wird, was aber eher selten ist.
Wobei ich glaube, dass das Unterbewusstsein auch mit Vertrauen 'gefüttert' werden kann.
(Ich schlag mal die Brücke zum Tierheimhund - auch da kann man sehen, wie Vertrauen wächst.
Es ist schön zu beobachten, wie sicher der sich zwischenzeitlich fühlt.)
Und ich glaube, das kann zu (fast) jedem Zeitpunkt geschehen.
"ich glaube, dass das Unterbewusstsein auch mit Vertrauen 'gefüttert' werden kann."
Ja sicher. Das Unbewusste ist ja kein abgeschlossener Bunker. Z.B. in Träumen bringt es sich regelmäßig zum Ausdruck. Das aber so in Bildern verschlüsselt, dass wir meist nicht verstehen, was es bedeuten soll.
Ich habe ja schon geschrieben, dass es - theoretisch - auch möglich ist, so heilsame Erfahrungen auch mit gegenwärtigen Menschen machen zu können. Nur gibt es kaum jemanden, der einem anderen derart hilfreich sein kann. Mir ist jedenfalls noch niemand begegnet. Wohl aber etliche, die mit so einem Selbstverständnis für einen anderen da sein wollten. Über kurz oder lang ist das aber immer gescheitert.
Das Problem ist, dass alle Emotionen im sog. "Limbischen-System" tief in der Mitte des Gehirns verankert sind und von hier gesteuert werden. Alles, was mit Denken und Bewusstsein zu tun hat, aber an der Oberfläche des Gehirns im Stirnbereich.
Vom Limbischen System aus gehen viele nervliche Verbindungen zur Hirnrinde, was erklärt, warum man oft etwas tut, was man eigentlich gar nicht will. Von der Rinde zum LS gehen aber nur sehr wenig Bahnen. Deshalb kann man auch mit "Einsicht" und Verstand so gut wie nichts erreichen, wenn die LS generierten Gefühle etwas anderes wollen.
Könnte es nicht auch sein, dass das gelöst und gelöscht wird,ohne dass es einem ins Bewusstsein kommt?
Rein hypothetisch gesehen, klar.
Fakt ist, daß das nicht immer so passiert - sondern wäre ja bei Christen alles super.
Kenne sehr bewusste Christen, die garantiert immer noch von ihren frühkindlichen Erfahrungen geprägt sind.
Kenne sehr bewusste Christen, die garantiert immer noch von ihren frühkindlichen Erfahrungen geprägt sind.
Das mag sein, aber auf einer Metaebene spielen frühkindliche Erfahrungen eine minimale Rolle, sie gehen in Anbetracht der Ewigkeit völlig unter. Man kann sich als Christ auch trotz frühkindlicher Prägungen annehmen, weil Gott es auch tut. Sie sind einfach nur wie ein Wassertröpfchen im Meer.
Kenne sehr bewusste Christen, die garantiert immer noch von ihren frühkindlichen Erfahrungen geprägt sind.
Ich hab halt die Erfahrung gemacht, dass die angenommene Sündenvergebung deinen „Speicher löscht“. So, als wäre da nichts schlimmes mehr passiert.
Ich hab halt die Erfahrung gemacht, dass die angenommene Sündenvergebung deinen „Speicher löscht“. So, als wäre da nichts schlimmes mehr passiert.
Ich auch so ähnlich, nur dass das was im Unterbewusstsein gespeichert ist, nicht gelöscht ist. Es hat halt einfach keine Macht mehr, bestimmt nicht mein Leben.
"als wäre da nichts schlimmes mehr passiert"
Diesen Eindruck haben ja durchaus auch Menschen, die mit Sündenvergebung nichts zu tun, aber eine gute Therapie gemacht haben. Dass nichts gelöscht wurde kann man z.B. bei älteren Menschen mit einer Demenz erleben, wenn deren innere Abwehrmechanismen nicht mehr optimal funktionieren.
man für andere auch nicht immer so toll für ihren Lebensweg ist, stillt schon einen Grossteil der Wogen in einem.
Finde ich eine sehr interessante Aussage. Eigentlich sollte doch diese Erkenntnis: "Man ist für andere nicht so toll" doch Schuldgefühle verursachen. *diskutier*
Eigentlich sollte doch diese Erkenntnis: "Man ist für andere nicht so toll" doch Schuldgefühle verursachen.
Tut es auch. Aber: und hier kommt jetzt der für mich wirklich wichtige Zusammenhang mit dem Gleichnis vom Pharisäer und Zöllner:
Der Pharisäer (diesmal dieser bestimmte) denkt er ist toll und macht alles richtig.
Der Zöllner weiss sich schuldig. Wer wird gerechtfertigt von Gott / vor Gott? Derjenige, der um seine Schuld weiß.
Du bekommst Sündenvergebung zugesprochen. Wenn du denkst, du hast keine, kannst du auch keine zugesprochen bekommen.
Du bekommst Sündenvergebung zugesprochen. Wenn du denkst, du hast keine, kannst du auch keine zugesprochen bekommen.
Damit will ich sagen (als Ergänzung meiner Antwort von vorhin):
Durch das Bekennen deiner Schuld (auch ohne die Möglichkeit der Wiedergutmachung) , hat Gott dir Sündenvergebung zugesprochen. Basta. Das kann nur nicht jeder annehmen.
Das Abendmahl hilft dabei bzw. diese Form der Erinnerung daran. (Denn das ist es: es soll dir immer wieder in Erinnerung gerufen werden.)
Eigentlich sollte doch diese Erkenntnis: "Man ist für andere nicht so toll" doch Schuldgefühle verursachen. *diskutier*
Noch eine Ergänzung dazu dazu:
Wenn Schuldgefühle da sind, dann lassen die dich mit einer demütigeren Haltung vor Gott sein. Du denkst nicht mehr, du hast alles richtig gemacht.
Und dann passiert eine Verschiebung in Richtung Vergebung (für sich selbst), wenn man die Bedeutung/Haltung Gottes in diesem Gleichnis für sich selbst auch gültig sein lässt. Dann ist man zum Zöllner geworden - und bekommt die Schuldgefühle weggenommen. Du kannst die Schuld nicht ungeschehen machen- aber sie wiegt plötzlich nichts mehr. (Voraussetzung ist allerdings, dass du Gottes Vergebung auch für andere gültig sein lässt, und ihnen ihre Schuld genauso nicht anrechnest, wenn sie dich dRum bitten 🙂).
Veröffentlicht von: @sternDer Unfriede kommt daher, weil man mit sich selbst nicht im Reinen ist.
Das meinte ich damit. Christen haben manchmal die Eigenart, ihre Sonnenseiten zu sehen aber nicht ihre Schattenseiten.
Das Bild ist aber erst ganz vollständig, wenn sie aufhören die Schattenseite zu negieren.
Von welchen Christen redest Du?
(Natürlich gibt's die, die sich nach ihrer Bekehrung für 'was Besseres' oder 'heilig' halten, aber dass das nicht so ganz stimmt, sollte ihnen auch irgendwann klarwerden.)
Und ich ergänze mal meinen Beitrag von 15:20 Uhr:
Eigentlich fühlt es sich wirklich nach „Und täglich grüßt das Murmeltier“ an, falls du den Film kennst. Es ist erschreckend genau so: Es wiederholt sich alles, Gedanken, Gefühle, Situationen…solange vermutlich, bis man etwas anders macht und bis sich das gelöst hat, was man da die ganze Zeit bearbeitet, hängt man fest.
Es gibt in der Psychoanalyse den Begriff des "Wiederholungszwangs". Ganz klassisch z.B. bei der Partnerwahl. Man sucht sich einen Partner aus, mit dem es nicht klappt. Beim nächsten und übernächsten usw. das gleiche Spiel. Irgendwann fällt dann vielleicht auf, dass alle gleiche grundlegende Eigenarten haben.
Ja, so etwa ist das Prinzip.
Genau gesagt handelt es sich um sehr frühkindliches (bis 3. Lebensjahr) Erleben von gravierendem Mangel seelisch überlebenswichtiger Bedürfnisbefriedigung. Mangelnde Zuwendung und erlebbare Liebe sind stehen dabei im Vordergrund. Da man aber so nicht leben kann, suchen - und finden - die Kinder Ersatzmechanismen, die einigermaßen funktionieren. Aber sie sind unzureichende Kompromisse, die das Problem nicht lösen.
Nein, zurückdrehen oder ungeschehen machen, geht nicht.
Aber wenn es nur so wäre, dann hätten wir einfach Pech gehabt und wären völlig machtlos.
Zum Glück jedoch ist das nicht das letzte Wort zum Thema. Wenn es gelingt, die alte Situation (0 - 3 Jahre, teilweise auch vorgeburtlich) heute wieder herzustellen, dann kann man die damals gemachten Erfahrungen sozusagen "überschreiben", so dass sie heute keine Belastung mehr darstellen.
Das ist es auch. Aber die Sache hat einen Haken. Man weiß von den Zusammenhängen nichts und kann sie auch nicht willentlich abrufen. "Wissen" würde hier sowieso nicht helfen, weil es eben darum geht, das Alte neu zu "erleben". Das geht nur im Zusammenhang mit einem anderen Menschen, z.B. einem Therapeuten, auf den dann die ursprüngliche Problematik übertragen wird, der aber ganz anders reagiert als die frühere verletzende Person. Das ist ein Prozess, der eine Therapie von mindestens 4 Jahren erfordert.
Theoretisch könnte so etwas auch in einer besonders gut Beziehung zu einem Partner oder anderen Menschen gelingen. Aber ein solcher Mensch müsste schon eine geradezu jesuanische Geduld haben, um hilfreich wirken zu können.