Inwiefern ist Gott allmächtig?
Das ist eine Frage, die sich hier eigentlich ständig aus fast allen Diskussionen ergibt... einerseits heisst es, dass Gott "allmächtig" sei, und das bedeutet: Nichts geschieht ohne seinen Willen, und alles was geschieht, entspricht seinem Willen - sonst würde es ja nicht geschehen.
Andererseits heisst es immer wieder: Gott will dies nicht, Gott will das nicht. Gott will, dass wir frei sind, und dann eben auch die Konsequenzen tragen. Auch dann, wenn er diese Konsequenzen gar nicht wünscht - obwohl er sie doch selber festgelegt hat.
Es ist auch erstaunlich, was in Diskussionen immer wieder an Aussagen kommen... Gott "kann dies nicht, weil...", Gott "wünscht nicht, dass...", Gott "will, dass es anders ist..." - alles Dinge, die im Grunde aussagen: Gott ist gar nicht allmächtig.
Oder aber, als Konsequenz: Gott ist allmächtig - und deshalb ist alles ganz genau so, wie er es will.
Das erlebe ich in der christlichen Lehre aber praktisch gar nicht (Bei den Juden ist das wohl wieder ein wenig anders). Denn da heisst es immer wieder:
"Gott ist allmächtig, und er will nicht, dass dieses oder jenes geschieht oder dass die Welt so ist, wie sie ist!"
Das erscheint mir allerdings absurd. Wie seht ihr das? Ist Gottes Allmacht überhaupt begründbar bzw. mit der christlichen Lehre zu vereinen?
@lucan-7 Deine Kritik bringt einen wunden Punkt der klassischen Dogmatik exakt zur Sprache: Gott kann nicht gleichzeitig jedes Detail determinieren und ehrlich bedauern, wie die Welt läuft. Im Modell des Offenen Theismus löst sich diese Absurdität jedoch auf, indem man den Begriff der Allmacht vom Gedanken der totalen Kontrolle entkoppelt. Allmacht bedeutet hier, dass Gott fähig ist, alles zu tun, was logisch möglich ist – er nutzt diese Macht aber nicht als Marionettenspieler, sondern hat sich bewusst für ein offenes Beziehungsprojekt mit echten Freiheiten für den Menschen entschieden. Wenn Dinge geschehen, die Gott nicht will, liegt das schlicht daran, dass die Zukunft noch nicht lückenlos festgeschrieben ist und menschliche Entscheidungen reale, unvorherbestimmte Konsequenzen haben. Gott weiß alles, was prinzipiell erkennbar ist, geht mit der freien Schöpfung aber ein echtes Risiko ein. Er ist kein allkausaler Regisseur des Leids, sondern ein souveräner, dynamischer Partner, der im Dialog mit uns auf die Geschichte reagiert und sie trotz aller Verwerfungen ans Ziel führt.
Hmm 🤔 🧐
Ist Gott allmächtig?Ja 😊
Läuft alles so wie Gott will? Nein 🙂↔️
Warum greift Gott nicht ein? Weil jeder Mensch einen freien Willen bekommen hat!
Liebe entsteht nur aus freiem Willen.
Gott möchte uns zeigen wie sehr ER uns liebt.
Das demonstriert Gott in Jesus Christus ❣️
Und durch unseren freien Willen!
Der Tag wird kommen wo Gott diesem treiben hier auf Erden ein Ende setzten wird.
Gott ist sehr geduldig ❣️
😊
@queequeg Freier Wille bedeutet nicht, dass alle jederzeit handlungsfähig sind. Er zeigt sich in einer Welt, die nicht determiniert ist.
Jedenfalls haben die Opfer von Tätern keinen freien Willen.
@queequeg ich finde du missverstehst das Prinzip des freien Willens. Wie gesagt ist er das Gegenteil des Determinismus. Er besagt aber nicht eine volle Chancenfreiheit. Diese würde dem freien Willen auch entgegen stehen. Freier Wille klingt zwar erstmal positiv. Aber das ist es nicht unweigerlich! Deshalb sprechen Christen in dem Zuge auch von gefallener Welt!
Das Problem hier ist, dass religiös gläubige Menschen die gleichen Worte gebrauchen wie nicht religiöse, aber etwas ganz anderes darunter verstehen. Für mich wäre "freier Wille" die Möglichkeit jeden morgen neu entscheiden zu können, ob ich Kaffee oder Kakao trinke. Das schein ganz einfach, weil mich ja niemand dazu zwingt, die eine oder andere Wahl zu treffen.
Nur, wenn ich an diesem Morgen schlechter oder deprimierter Stimmung bin, dann handele ich nicht mehr frei, weil ich mich dann für Kakao entscheide, weil das früher mit der Oma so schön war, zusammen Kakao zu trinken. Nur ist mir das nicht bewusst und ich denke, dass das die freie Entscheidung des Augenblicks wäre.
Bedeutender als dieses Beispiel: Sieh Dir die Biographien von Serienmördern oder sonstigen Schwerverbrechern an. Sie haben so gut wie alle die gleiche Ablehnung von ihren Bezugspersonen erlebt, die dann weichenstellend für ihre verhängnisvolle Entwicklung war.
Sehr gut dargestellt von Gerhard Roth - "Die Wurzeln des Bösen"
https://youtu.be/Nfa_tI0kox4?si=edDPpRn8KUieKiAK
@queequeg ja, aber ich frage mich schon, ob ein Jesus Forum der richtige Ort für diesen ganz anderen Fokus ist 🙂 Ich habe versucht meinen Glauben kurz darzustellen. Und bin erstmal raus, weil ich hier kein Apologet sein möchte, sondern mich mit anderen Christen austauschen. Ich habe auch nicht das Gefühl, dass ihr die christliche Seite besser verstehen möchtet, sondern diese widerlegen. Spannend, aber da fehlen mir die Kapazitäten (die Forumstruktur macht es auch kompliziert). Alles Gute dir 👍
Schade, aber kann ich verstehen, weil das ja frustrierend sein muss.
Wo kann man denn den "freien Willen" von Opfern brutaler Täter erkennen, z.B. des Holocaust?
Die Täter hat niemand gezwungen grausam zu sein. Das war deren Entscheidung.
Gott ist dafür nicht verantwortlich.
Der Mensch ist nun mal kein gutes Wesen und tut nur das was ihm gerade passt oder auch nicht.
Und das hat Konsequenzen 😔.
Gott wird einmal jedes Unrecht bestrafen.
Hes 25,17
Ich will große Rache an ihnen üben durch grimmige Züchtigungen; und sie sollen erkennen, dass ich der HERR bin, wenn ich meine Rache über sie bringe!
Nah 1,2
Ein eifersüchtiger und rächender Gott ist der HERR; ein Rächer ist der HERR und voller Zorn; ein Rächer ist der HERR an seinen Widersachern, er verharrt [im Zorn] gegen seine Feinde.
Jer 5,9
Sollte ich dies nicht heimsuchen, spricht der HERR, und sollte sich meine Seele an einem solchen Volk nicht rächen?
Mi 5,14
Und ich werde mit Zorn und Grimm Rache üben an den Heidenvölkern, die nicht hören wollten.
Hebr 10,30
Denn wir kennen ja den, der sagt: »Die Rache ist mein; ich will vergelten!, spricht der Herr«, und weiter: »Der Herr wird sein Volk richten«.
Ps 94,1
Du Gott der Rache, o HERR, du Gott der Rache, leuchte hervor!
Jer 9,8
Sollte ich sie wegen dieser Dinge nicht strafen?, spricht der HERR, und sollte sich meine Seele an einem solchen Volk nicht rächen?
Der Tag wird kommen!
😶
Jeder hat einen freien Willen.
Ob man das zum bösen Missbrauch liegt bei dem Menschen.
Jeder wird sich einmal auf der einen Seite oder anderen Seite finden.
Entweder hat man Jesus Christus als Retter oder als Richter..
Ich rede nicht davon, was Gott einmal mit bösen Tätern tun wird, sondern von dem, was er deren Opfern nicht tut.
Gott ist dafür nicht verantwortlich.
Was hättest du gerne? Sollte Gott die Täter als Babys Sterben lassen? Sie könnten dann niemals etwas böses tun.?
Ab wann wäre es gerecht für den Menschen wenn Gott eingreift?
Kurz vor der Tat? Der Mensch hat dann auch noch nichts getan.
Auch dann würde der Mensch Schreien warum hat Gott den unschuldigen Menschen nicht am Leben gelassen, warum hat Gott diesen Menschen nicht geholfen?
Wann...?
Gott ist für das Unheil hier auf Erden nicht verantwortlich!
Würde sich jeder Mensch an die 10 Gebote halten, gäbe es keine Täter!
Und auch keine Opfer!
@ember ?
Die Hebräer flohen aus der Sklaverei vor des Pharaos Soldaten. Wie in der Bibel berichtet wird, griff Gott da ein: indem er zuerst das Meer teilte, damit die Hebräer trockenen Fußes durchkamen, und nachher, als die verfolgenden Soldaten kamen, das Meer sich wieder schließen ließ.
Glaubst Du, dass es so geschah?
Falls ja, geht das Argument so:
Ohne das Eingreifen Gottes wären die Soldaten zu Tätern geworden und die Hebräer zu ihren Opfern. Die Soldaten hätten, oder mindestens Pharao hätte aus "freiem Willen" etwas Böses getan: die Hebräer - vermutlich unter Anwendung nicht gerade linder Gewalt - eingefangen und gegen ihren Widerstand zurück in die Sklaverei gezwungen.
Dass sie dies: ihrem freien Willen folgen - nicht zu tun vermochten, lag daran, dass Gott eingriff.
Damit ist das übliche Argument, dass Gott deswegen nicht bei Verbrechen von Menschen an Menschen eingreifen könne, weil er ihnen den freien Willen gegeben habe und nun nicht einzugreifen vermöge, weil er sonst seine eigene Entscheidung, sie ihrem freien Willen gemäß handeln zu lassen, selbst wenn sie es in böser Weise täten, rückgängig machen müsse, widerlegt. Wenn Gott in Ausnahmefällen dem freien Willen der Menschen, die Böses zu tun sich anschicken, durchaus in die Arme fällt, dann beweist dies, dass er nicht an die Entscheidung, sie ihrem Willen gemäß handeln zu lassen, gebunden ist. Und damit ist ihr Wille nicht mehr frei - wo Gott ihn doch je nach seinem Belieben beschränken kann.
Die Bedeutsamkeit dieses Arguments wird dann deutlich, wenn man mal andere Verbrechen von Menschen an Menschen betrachtet, die der allmächtige Gott nicht verhinderte, obwohl er dazu nicht mal so offensichtliche Wunder wie die Teilung eines Meers hätte veranlassen brauchen: ein sadistischer Triebtäter könnte hinsichtlich seiner Willensentscheidung, ein Kind zu entführen und es zu vergewaltigen, dadurch gehindert werden, dass seine Schnürsenkel aufgehen, er darauf tritt und auf die Nase fällt, sodaß er das Kind nicht schnappen und entführen kann.
Einem Geiselnehmer könnte es geschehen, dass, als er eine Geisel erschießen will, aufgrund defekter Munition die Pistole in der Hand explodiert. Oder sein Sturmgewehr hat Ladehemmung, und als er seine Geisel dann schlicht mit dem Kolben des Gewehrs erschlagen will, nimmt er zu viel Schwung, verfehlt sein Opfer, kracht mit dem Kolben statt an dessen Kopf an eine stählerne Türzarge und verrenkt sich die Schulter, sodass das Opfer entkommen und die Polizei ihn einsammeln kann.
Für jede längst (willentlich) beschlossene und nur noch auszuführende Gewalttat von Menschen gegen Menschen könnte Gott Mittel und Wege finden, sie zu verhindern, d.h. die Opfer zu beschützen, deren Wille es ja sein dürfte, weiter zu leben und nicht verletzt zu werden.
Das heißt: auch für den Fall, dass Gott den Menschen die Möglichkeit einräumen wollte, aus ihrem (freien) Willen heraus sich zur Ausübung brutalster Grausamkeiten gegen ihre Mitmenschen zu entscheiden - so wäre er ja nicht gezwungen, das Gelingen dieser brutalen Grausamkeiten auch zu gewährleisten.
Den Hebräern konnte er gegen die Soldaten des Pharaos beistehen. Prinzipiell hindert ihn, den allmächtigen und also wohl kaum je müde werdenden Gotte, nichts daran, sämtlichen potentiellen Opfern gegenüber sämtlichen potentiellen Tätern beizustehen.
Allerdings unterlässt er es ziemlich regelmäßig, Opfern beizustehen und Täter an der Ausführung ihrer mittelst ihres "freien" Willens geplanten Verbrechen zu hindern.
Entweder ist also die Geschichte über den Auszug des Volkes Israel aus der ägyptischen Gefangenschaft an dieser Stelle falsch und, nun ja: ersponnen und erlogen, beispielsweise um die Behauptung, das Volk Israel sei von Gott auserwählt, zu untermauern. Oder das Argument des freien Willens kann nicht zur Verteidigung Gottes im Rahmen der Theodizee (Rechtfertigung Gottes im Angesicht des Leids in der Welt) vorgebracht werden.
Queequegs Bemerkung, Gott sei bei der Rettung der Hebräer vor den Soldaten des Pharao sozusagen über seine eigenen Füße gestolpert, ist demgemäß zu verstehen: Falls er vorgehabt hatte, den Willen der Menschen frei sein zu lassen, auch frei dazu, Böses zu tun, so handelte er bei der Rettung der Hebräer gegen sein eigenes Vorhaben, denn er verhinderte die geplanten Taten der ägyptischen Soldateska.
Damit unterminierte er das "Freier Wille"-Argument, welches seit nunmehr vielen hundert Jahren von Apologeten nimmermüd in's Feld geführt wird, um ihn wider den Vorwurf, trotz all seiner Macht nichts gegen das Leid in der Welt zu tun, zu verteidigen. Er könnte Hilfe leisten. Aber er tut es nicht, von Ausnahmefällen, wie dem hier in Rede stehenden, abgesehen.
Ich würde fast allem zustimmen. Nur den Möglichkeiten, Täter tot umfallen zu lassen, wie bei dem Pharao nicht. Er hätte, wenn man dem Glauben an ihn Glauben schenken will, weitaus elegantere Möglichkeiten, wie z.B. eben das Herz des/der Menschen zu erweichen - oder, wenn er etwas Humor hat, alle Waffen über Nacht in Wasser-Pistolen usw. verwandeln. Das macht er ja auch wie etliche Beiträge in allen möglichen Foren hier bezeugen, mit Menschen, die zu Jesus kommen. Die kommen ja auch nicht von sich aus zu ihm, sondern werden von Gott gezogen. Auch da hat es sich mit dem freien Willen.
@queequeg Ich würde fast allem zustimmen. Nur den Möglichkeiten, Täter tot umfallen zu lassen, wie bei dem Pharao nicht. Er hätte, wenn man dem Glauben an ihn Glauben schenken will, weitaus elegantere Möglichkeiten
Auf welche Weise Gott den "Opfern" wider die "Täter" (die Anführungssstriche muss ich setzten, da ja bei einer verhinderten bösen Tat am Ende weder ein Opfer noch ein Täter existieren) hilft, kann, bzw. muss man gemäß der Argumentation ihm überlassen. Tatsächlich wäre ein humorvoller Gott, der durch die Art seines Eingreifens einen kleinen "Offenbarungswink" gibt wie die von Dir vorgeschlagene Verwandlung aller Waffen in Wasser-Pistolen (als Öko meine Bitte: gleich noch aus kompostierbarem Plastikmaterial! 😉 ) einer, der mir persönlich gut gefiele. Aber da das "Freier Wille"-Argument im Raum steht und häufig ja sogar angeführt wird, um zu erklären, dass Gott sich nicht allen durch unmißverständliche Wunderhandlungen offenbart und empirisch nicht gefunden werden wolle, um auch die "freie Glaubensentscheidung" von bislang Ungläubigen nicht zu beeinflussen, sollte man for the sake of the argument darauf verzichten, von ihm offen erkennbare Wunder-Einmischungen zu erwarten. Weil man sonst genau auf Dein nächstes Argument zusteuert:
Das macht er ja auch wie etliche Beiträge in allen möglichen Foren hier bezeugen, mit Menschen, die zu Jesus kommen. Die kommen ja auch nicht von sich aus zu ihm, sondern werden von Gott gezogen. Auch da hat es sich mit dem freien Willen.
Aber das: die Frage, inwieweit Gott dadurch, dass er Menschen zu sich "zieht", deren freien Willen ignoriere, ist schon wieder eine andere, als die, warum er "Opfer" nicht gegen "Täter" schützt. Ich bezog mich oben nur auf das Fragezeichen, das ember zu Deinem argumentativen Beispiel aus dem AT hatte. Weil ich gern immer nur einzelne Argumente auf ihre Stimmigkeit hin analysieren und so das Risiko minimieren möchte, mich dem berechtigten Vorwurf der atheistischen Gegenmissionierung auszusetzen.
Gott greift ein wann und wie ER will. Alles gehört IHM.
Gott ist souverän ❣️
Und das passt dem Ungläubigen einfach nicht in sein Leben.
Dabei ist das Leben das der Ungläubige gerade lebt ein Geschenk 🎁.
Aber jeder hat ja einen freien Willen bekommen von Gott sich auch gegen Gott zu entscheiden...
😶
Gott greift ein wann und wie ER will. Alles gehört IHM.
Gott ist souverän
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Und das passt dem Ungläubigen einfach nicht in sein Leben.
Nein, das ist eigentlich nicht der Punkt. Ein rätselhafter Gott, der eingreift, wie ihm beliebt, ist ja eigentlich grundsätzlich logisch. Wer wollte ihm auch irgendwas verbieten?
Aber das ist ja nicht die ganze Geschichte. Es heißt ja auch: Gott greift nicht ein und lässt die Menschen gewähren, wegen des "freien Willens".
Ja, was denn nun?
Jonas wurde von Gott so lange getriezt, bis er getan hat, was Gott wollte. Hat sich was mit freiem Willen!
Es wird auch immer wieder gesagt, dass Gott niemanden zum Glauben "zwingen" will. Deshalb vollführt er auch keine Wunder und zeigt sich nicht.
Jesus hat allerdings etliche Wunder gezeigt, und Paulus wurde recht massiv und deutlich von Gott Bescheid gesagt, dass er auf dem falschen Weg ist.
Leute wie Torquemada, der berüchtigte Inquisitor, wurde hingegen nicht von Gott besucht. Der konnte Leute nach Belieben verfolgen und töten lassen.
Daniel wurde in der Löwengrube gerettet. Die Christen im Zirkus nicht.
Das heisst: Die ganze Argumentation und Begründung ist nicht stimmig. Und das ist der Punkt hier...
@ember Ich denke nicht, dass diese "Antwort" wirklich an mich gerichtet war.
Aber selbstverständlich hilft Gott auch
.
Aber nicht auf Kommando wenn es dem Menschen gerade in den Kram passt.
Gott ist souverän
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Wenn Gott manchmal hilft und manchmal nicht, dann achtet er 1. den freien Willen nicht (Wie Jack hier ja ausführlich erklärt hat) und ist 2. nach unseren Maßstäben willkürlich und ungerecht.
Ich selber bin deshalb, als ich noch in Gottesdienste ging und auf der Suche war, davon ausgegangen, dass es zutrifft was Jesus sagte: "Mein Reich ist nicht von dieser Welt". Das heißt, dass Gott nicht materiell eingreift, sondern ausschließlich über den Geist.
Das klärt einige Widersprüche, ist aber auch nicht völlig problemlos...
.. dir nicht passt.
Ich würde es eher umgekehrt sehen... denn anscheinend sind es ja Gläubige wie du, die kein Problem mit der Aussage haben, dass sich Gott aufgrund des "freien Willens" nicht in menschliche Angelegenheiten einmischt - und dann aber geschrieben steht, dass Gott Jonas massiv gegen seinen Willen bedrängt hat und auch bei Paulus eingegriffen hat, um ihn von seinem gewählten Weg abzubringen.
Da war also nichts mit "freiem Willen"... demnach kann das auch keine Regel und demzufolge auch kein Argument sein.
Wie du das anders sehen kannst ist mir ein Rätsel... das ich aber vermutlich nicht lösen werde, vermute ich.
"Wie du das anders sehen kannst ist mir ein Rätsel.."
So rätselhaft ist das nicht. Man muss nur kritische Fragen und vor allem die neurophysiologischen und psychologischen Kenntnisse ignorieren, dann kann man die Ursachen jeden Geschehens in der Welt in den Himmel projizieren und braucht für die Begründung nichts mehr belegen, weil man ja bei allem auf die Bibel verweisen kann. Mehr an Begründung braucht man nicht.
So rätselhaft ist das nicht. Man muss nur kritische Fragen und vor allem die neurophysiologischen und psychologischen Kenntnisse ignorieren, dann kann man die Ursachen jeden Geschehens in der Welt in den Himmel projizieren und braucht für die Begründung nichts mehr belegen, weil man ja bei allem auf die Bibel verweisen kann. Mehr an Begründung braucht man nicht.
Na ja... psychologische Begründungen fallen mir natürlich schon ein. Ohne jetzt Fachmann zu sein: Es gibt ja verschiedene Phänomene, wo man eigene Gedanken schlicht für wahr hält, selbst wenn sie eigentlich absurd sind.
Allerdings: Das kann ja keine Grundlage für eine Diskussion sein. Letztlich ist das ja nichts anderes als die Aussage: "Du spinnst doch!" - und damit ist die Diskussion halt beendet.
Kann man machen, und mag manchmal auch sinnvoll sein... aber dem Anspruch einer Diskussion hier im Forum wird das wohl kaum gerecht, auch wenn man gelegentlich geneigt sein mag, derartige Schlüsse zu ziehen...
Nein, nicht "du spinnst doch". Die Leute spinnen ja nicht, aber sie sind uninformiert.
Wenn jemand darüber staunt, dass eine Rakete sich nach oben bewegt und er nicht weiß, dass sie das nur durch ihren Raketenantrieb kann, kann ja glauben, dass Gott für diesen Moment nur für diese Rakete die Gravitation aufgehoben hat.
Dem werden dann vermutlich nicht viele zustimmen. Aber was soll er machen, wenn er nicht wenigstens das grundlegendste Wissen darüber hat, dass es Antriebe gibt, die so etwas wie einen Raketenstart ermöglichen. Dafür muss er ja nicht Physik oder Maschinenbau studieren.
Man muss auch kein Fachmann für Neurobiologie oder Psychologie sein, um zu wissen, dass all unser Denken und Fühlen Resultate von Schaltungsprozessen der Nervenzellen unseres Gehirns sind. Wenn man über Willensfreiheit diskutiert, sollte man wissen, dass Antworten dazu nicht in der Philosophie oder Theologie gefunden werden können, sondern eben in den von mir genannten Wissenschaftsbereichen.
Es sei denn, man würde unter dem Begriff "Willensfreiheit" etwas ganz anderes verstehen als im üblichen Sprachgebrauch. Dann sollte man das aber deutlich machen und definieren, was man meint. Um keine Missverständnisse zu erzeugen, habe ich mir z.B. angewöhnt für die religiös verstandene "Seele" das Wort Seele zu gebrauchen und wenn ich das meine, wozu Psychologie und Neurobiologie Stellung nehmen, "Psyche".
Nein, nicht "du spinnst doch". Die Leute spinnen ja nicht, aber sie sind uninformiert.
Nein, darum geht es nicht. Mit uninformierten und ungebildeten Leuten bräuchte man auch nicht zu diskutieren, was soll das bringen?
Religion als Erklärungsansatz für das Unerklärliche ist sicher ein relevanter Fakt... aber hier im Forum haben wir ja eine vergleichbare Ausgangslage. Wir sind alle mehr oder weniger über naturwissenschaftliche Phänomene und dergleichen informiert. Und normalerweise spielen die hier bei den Diskussionen auch keine große Rolle - hier geht es ja eher darum, dass ein Gott als "absolut Gut" bezeichnet wird, während seine Taten in der Bibel aus unserer Perspektive teils höchst verwerflich erscheinen (Töten von Kindern).
Und trotzdem wird dann gesagt: "Nö, da ist kein Widerspruch!"
Und da komme ich dann halt auch an meine Grenzen und frage mich, wie Perspektiven denn so unterschiedlich sein können...
Ja aus freiem Willen des Täters.
So wie der Mensch der gestern umkam, weil ein anderer unbedingt zu schnell fahren wollte … usw..
Freier Wille ist unabdingbar für Gott denn nur so kann auch Liebe entstehen.
Ja aus freiem Willen des Täters.
So wie der Mensch der gestern umkam, weil ein anderer unbedingt zu schnell fahren wollte … usw..
Freier Wille ist unabdingbar für Gott denn nur so kann auch Liebe entstehen.
Krankheiten und Katastrophen haben nichts mit "freiem Willen" zu tun.
Und oft genug können wir auch die Konsequenzen unseres Handelns gar nicht absehen, so dass manchmal Katastrophen entstehen, die wir gar nicht gewollt haben.
Veröffentlicht von: @lucan-7Krankheiten und Katastrophen haben nichts mit "freiem Willen" zu tun.
Wenn, dann nur sehr bedingt.
Und oft genug können wir auch die Konsequenzen unseres Handelns gar nicht absehen, so dass manchmal Katastrophen entstehen, die wir gar nicht gewollt haben.
Deshalb stutze ich die ganze Zeit schon, wenn hier so auf diesem 'freien Willen' beharrt wird.
Irgendwann hat sich mal jemand entschlossen, einen Apfel (oder sonstige Frucht) zu essen und darauf wird seit Adam und Eva die ganze Freie-Willen-Argumentations-Kette aufgebaut.
hier werden zwei verschiedene Begrifflichkeiten durcheinander gebracht. Es geht um freien Willen als moralische Verantwortung im Theologischen Sinn. Nicht um freien Willen den du aus der Hirnforschung benennst. Diese untersuchen ganz andere Dinge und das eine widerlegt nicht das andere!
Unbewusste Impulse, zum Beispiel als Folge von Konditionierung bedeutet keinen Determinismus und Negierung von Verantwortung (die aus einem freien Willen rührt). Dann wäre ja auch unser ganzes Rechtssystem hinfällig
"Dann wäre ja auch unser ganzes Rechtssystem hinfällig"
Ist es ja auch. Nur wenige Straftäter werden in ihrer Haft weniger bösartig.
@queequeg reden wir jetzt über die Wirkung von Haftanstalten oder Gott?
Veröffentlicht von: @chaiVeröffentlicht von: @lucan-7Krankheiten und Katastrophen haben nichts mit "freiem Willen" zu tun.
Wenn, dann nur sehr bedingt.
Und oft genug können wir auch die Konsequenzen unseres Handelns gar nicht absehen, so dass manchmal Katastrophen entstehen, die wir gar nicht gewollt haben.
Doch du hast das schon geschrieben: Der Apfel, das war so eine freie Entscheidung!
Jede Entscheidung hat Konsequenzen, wie man sieht.
Auch heute ist es noch so, wir können auf die eine oder andere Weise entscheiden, das dürfen wir weiterhin, aber die alten Entscheidungen, die uns hierher gebracht haben, sind nun mal nicht umkehrbar.
Wir müssen damit Leben!
Ach nein, da war ja noch Jesus.... Wieder solch eine Entscheidung, die wir freiwillig treffen dürfen.
Freier Wille!
Gruß Rudi
nein aber aus einer Welt, die freien Willen ermöglicht und nicht determiniert ist
Weiter oben beschreibst du "freien Willen" als "moralische Verantwortung", hier gehst du aber offenbar doch von einem "nicht-fremdbestimmten Denken" aus... was also meinst du jetzt, und was hat (nicht-) moralisches Handeln mit Krankheiten und Naturkatastrophen zu tun?
@lucan-7 moralisches Handeln als freies Handeln erfordert eine Schöpfung, die nicht perfekt vorherbestimmt ist. Das beinhaltet nicht nur Fehltritte sondern Naturgesetze die nicht einfach ausgehebelt werden. Wir leben in einer gefallenen Welt die mit dem freien Willen zusammenhängt
moralisches Handeln als freies Handeln erfordert eine Schöpfung, die nicht perfekt vorherbestimmt ist.
Vor dem Hintergrund eines Endgerichtes, in dem die menschlichen Taten von einem allwissenden Gott gerichtet werden ist das sicher richtig.
Denn wenn unsere Gedanken und Taten vorherbestimmt sind hätte Gott keine Grundlage, uns für irgendetwas zu verurteilen - denn wir hätten ja gar nicht anders gekonnt als das zu tun oder zu denken, was wir eben getan haben.
Aber da sind wir halt wieder beim Einwand, den auch Queequeg hier vorgebracht hat: Bei der Frage, wie frei unser Wille tatsächlich ist.
Bei der Frage, wie frei unser Wille tatsächlich ist.
Man will einfach nicht das der Wille des Menschen frei ist.
Weil man dann nämlich auch für sein Handeln zur Rechenschaft gezogen werden kann.
Und das will man einfach nicht....
😶
Man will einfach nicht das der Wille des Menschen frei ist.
Ehrlich gesagt wäre mir ein freier Wille lieber. Ich wüsste aber nicht, wie der sich begründen liesse.
Weil man dann nämlich auch für sein Handeln zur Rechenschaft gezogen werden kann.
Hier und jetzt werde ich das ja auch. Und an ein göttliches Strafgericht glaube ich ja nicht.
Und wenn Gott gerecht und allwissend ist, dann wüsste er auch genau, warum ein Mensch "böse" wurde oder sich schlecht verhalten hat... das müsste er dann ja auch berücksichtigen.
Der Glaube an ein göttliches Strafgericht ist nicht entscheidend.
Das göttliche Strafgericht kommt,ob man es glaubt oder nicht!
Ich stimme dir insofern zu, dass unser Glaube nichts an den Tatsachen ändern wird... wie immer die auch aussehen mögen.
Habe ich was übersehen? Ich kann mich an keine Frage von Dir erinnern.
https://forum.jesus.de/community/theologie/inwiefern-ist-gott-allmaechtig/paged/11/#post-473159
Sorry, die hab ich als so sophistisch verstanden, dass sie nicht wirklich beantwortet werden sollten.
Musste ich Nachschlagen 🤔
Das Adjektiv sophistisch bedeutet in der heutigen Umgangssprache spitzfindig, haarspalterisch oder trügerisch. Es beschreibt eine Argumentation, die raffiniert und scheinbar logisch aufgebaut ist, in Wahrheit aber auf einem Denkfehler (einem sogenannten Sophismus) beruht, um jemanden zu täuschen oder zu überzeugen.
Dein letzter Satz zeigt, was ich meinte. Sophistisch ist es, wenn eine Bemerkung oder Frage gar nicht wirklich gemeint ist, sondern den Gesprächspartner milde provozieren soll.
Ich hoffe Du meintest es so. Anderenfalls müsste ich bei solchen Sätzen wie "Sollte Gott die Täter als Babys Sterben lassen?", vermuten, dass Du mich für nicht ganz dicht hältst.
Die Lösung liegt woanders, obwohl Gott laut AT ja durchaus Kinder und Erwachsene hat sterben lassen. Er hat ja auch das Herz eines Menschen verhärtet und da denke ich ganz naiv, dann müsste er ja auch Herzen erweichen können. Hätte er das z.B. bei allen SS-Angehörigen und vielleicht sogar bei Adolph getan, wäre millionenfaches Leid verhindert worden - nicht nur bei Juden.
Wie soll man da an einen gnädigen und liebenden Gott glauben? Da gehe ich lieber mit Elie Wiesel in seinem Stück "Der Prozess von Schamgorod", in dem Gott nach einem Pogrom angeklagt wird. Jede Rolle ist besetzt, nur die Verteidigung Gottes wollte niemand übernehmen. Erst ein Fremder nahm die Verteidigung an - er war Satan.
@queequeg Sophistisch ist es, wenn eine Bemerkung oder Frage gar nicht wirklich gemeint ist, sondern den Gesprächspartner milde provozieren soll.
Ich hab da jetzt mal aus eristischem Interesse Euren Austausch verfolgt, und denke, dass Du den Ausdruck "sophistisch" nicht ganz korrekt, auch nicht dem heutigen alltagssprachlichen Usus nach, verwendest. Ausgangspunkt war doch embers Frage
"Sollte Gott die Täter als Babys sterben lassen?"
Die kann man wohl am treffendsten als rhetorische Frage bezeichnen - mit einer Prise Sarkasmus (Provokation) oder mindestens Ironie. Aber nicht als Sophismus, denn Sophismen sind entweder das, was ember die KI für sich hat ausspucken lassen:
(...) in der heutigen Umgangssprache spitzfindig, haarspalterisch oder trügerisch.
Oder aber man nimmt das klassisch-mittelalterliche Verständnis: eine ihrem Wahrheitswert nach zweitdeutige Aussage.
Weder die eine noch die andere Definition trifft ja auf embers Bemerkung wirklich zu. Spitzfindig, haarspalterisch oder trügerisch ist sie nicht*, als rhethorische Frage allerdings naturgemäß auch keine Aussage.
Sie ist als Argument gemeint. Ich hab überlegt, in welche Kategorie dieses Argument gehört und würde denken, dass reductio ad absurdum am besten passen würde. Du insinnuiertest ja, dass Gott nich eingreife, um Opfer zu schützen, wie es (meine Interpretation) eigentlich in seiner Verantwortung läge. Das opferschützende Eingreifen Gottes also sozusagen als eine Pflicht Gottes hinzustellen, versucht ember mit seiner rhetorischen Frage absurd da stehen zu lassen, indem er mit "Was hättest du gerne?" einleitend Dir die Aufgabe stellt, zu entscheiden, wie Gott so einer moralischen Pflicht des Opferschutzes nachzukommen habe.
Indem er davon ausgeht, dass Du nicht von Gott erwarten würdest, (potentielle) Täter als Babys sterben zu lassen, betrachtet er, davon ausgehend, dass Du seine rhetorische Frage mit "Nein!" beantworten würdest, Deine These, Gott habe eine moralische Pflicht, die Opfer zu schützen, für widerlegt. Nochmal die Logik dahinter:
Da Gott über keine anderen Mittel verfügt, Opfer vor Tätern zu schützen, als diese schon als Babys zu töten, und Du, ohne bessere/praktikablere Alternativstrategien für Gott vorzuschlagen ("Was hättest Du gerne?"), nicht der Ansicht bist, er solle das dann halt auch tun, hat ember die Streitfrage (ist Gott dafür verantwortlich, also verpflichtet, Opfer vor ihren Tätern zu schützen?) gewonnen.
Die Reduktion bis hin zur Absurdität besteht darin, dass die von Dir vertretene Vorstellung, Gott habe überhaupt irgendeine Möglichkeit, opferschützend einzugreifen, reduziert wird auf genau eine Möglichkeit: die Tat könne nur per Inexistenz der Täter verhindert werden. Und also müssten sie gleich als Babys umgebracht werden.
Eine interessante Frage wäre nun: Meinte ember seine rhetorische Frage ernst? Immerhin suggeriert er mit ihr ja, ein allmächtiger Gott hätte keine andere Möglichkeit, Opfer vor Verbrechen zu beschützen, als selbst zum Kindermörder zu werden. Traut ember seinem Gott so wenig zu, die Weltenläufte seinem Willen gemäß zu lenken?
*die Ironie darin ist sogar ausgesprochen simpel, um nicht zu sagen: platt, also das Gegenteil von spitzfindig.
Rhetorisch ist mir zu neutral. Ich bin schon davon ausgegangen, dass embers Frage nicht ernst gemeint und spitzfindig war.
Veröffentlicht von: @emberhttps://forum.jesus.de/community/theologie/inwiefern-ist-gott-allmaechtig/paged/11/#post-473159
Ich hab diese Fragen als rhetorisch empfunden, damit Du sie Dir selber beantworten kannst.
Deine Frage ist schon vollkommen falsch formuliert.
Will Gott das eine kleines Mädchen in Afganistan, zwangsverheiratet wird und lediglich als Kindergebärungsmaschiene fungiert, ihr ganzes Leben in leid und elend dahin vegetiert, und dann wenn sie stirbt auch noch eine Ewigkeit in der Hölle verbringen muss weil sie nie auch nur anähernd die Chance bekommen hat das Evangelium zu hören.
Nein Gott will das nicht, er liebt das Mädchen das nun Grossmutter ist stoltz ihre Kinder und Enkel in den Jihad geschickt hat. Die Schlussfolgerung daraus ist, Gott will das nicht, ändert aber nichts also ist er nicht allmächtig. Gott will nicht das Menschen zu Opfern von Tätern werden die selbst mal Opfer waren.
Eigentlich Wasserdicht.
Die Frage ist warum zwingt Gott dich Lucan nicht, dich nicht an anderen Menschen zu vergehen. Wir Menschen vergehen uns an Menschen durch unseren blossen Konsum. Warum lässt Gott zu, dass du das leben lebst, das du lebst, wohl wissend das dadurch Menschen und die Umwelt leiden.
Es gibt ja eigentlich nur zwei (sorry drei) Möglichkeiten, entweder ist es Gott egal oder er kann es nicht ändern, oder es gibt Gott garnicht. Soweit deine Denke.
Allerdings gibt es da auch noch einen anderen Ansatz der ist nicht ganz so plakativ.
Da ist zu erst einmal die Frage der Schuld wer hat diesen Stein des Täter Opfer Kreislaufes angestossen. Gottes Zorn und Strafe richtet sich Pimär gegen diese Wesen. Damit aber nicht genug sein Zorn richtet sich in geringeren Masse auch gegen diejenigen die diesen Kreislauf am laufen erhalten und nicht unterbrechen. Denn Gottes handeln Zeigt sich darin, dass er Menschen ruft und befähigt diesen Kreislauf zu durchberechen, heilung, versöhung und gerechtigkeit (im sinne von keine Ausbeutung) zu schafen. Nur wir Menschen kriegen, dies nur bedingt auf die Reihe.
Warum aber nötigt uns Gott nicht einfach dies auf die Reihe zu kriegen?
Und jetzt kommen wir zu der Antwort die dir nicht passt. Gottes übergeordnetes Ziel ist es uns in kleine Versionen von sich selbst zu verwandeln, Wesen die aus der Fülle leben selbst los lieben und handeln, und seinen Willen gerne und mit überzeugung tun. Wir sollen dies ohne Zwang durch Gesetze oder aus Angst vor Strafe oder in Erwartung auf Belohnung tun. Deshalb ist die der Mensch so wie er ist und nicht anderes, deshalb ist diese Welt die einzige mögliche Welt in der dies geschehen kann. Deshalb erduldet Gott die Ungerechtigkeit
22 Und was sagst du dazu, dass Gott die Gefäße, die zur Vernichtung in seinem Zorngericht bereitgestellt sind, mit großer Geduld erträgt? Er will zwar, dass sie seinen Zorn und seine Macht zu spüren bekommen, 23 andererseits will er aber auch an den Gefäßen, die er in seinem Erbarmen zur Herrlichkeit vorherbestimmt hat, zeigen, wie unerschöpflich reich seine Herrlichkeit ist. 24 Diese Gefäße sind wir
Neue evangelistische Übersetzung (Gefell: Karl-Heinz Vanheiden, 2019), Röm 9,21–24.
"Es gibt ja eigentlich nur zwei (sorry drei) Möglichkeiten, entweder ist es Gott egal oder er kann es nicht ändern, oder es gibt Gott garnicht."
Wenn Gott so wäre, wie er christlicherseits allgemein verstanden wird, trifft keine der 3 Möglichkeiten zu.
Wenn man von der Vorstellung absieht, Gott wäre eine liebevoll Person, so wie ein toller Vater oder Großvater, dann kann man sagen, dass es diesen Gott nicht gibt.
Aber damit zu sagen, dass es deshalb Gott überhaupt nicht gibt, ist wie der Schuss eines Westernhelden, der erst schießt und dann fragt - aber dann ist es zu spät. Ich glaube, dass es Gott gibt, aber nicht in der üblichen Vorstellung und deshalb auch sein Handeln nicht so ist, wie wir uns das vorstellen und selbst handeln würden..
Es gibt nur einen Gott ❣️
Den Gott der Bibel ❣️
Jesus Christus ❣️
Alles andere sind Vorstellungen von toten Götzenbildern.
😶
@ember ❤️
Sie sind aber nicht alle “tot”, sondern wirken
Sie sind aber nicht alle “tot”, sondern wirken
Laut Bibel ja. Wobei ich mich manchmal frage, was das für Christen bedeutet... ist doch irgendwie unheimlich.
@lucan-7 natürlich ist es das. Ich fürchte aber nur einen Gott. Und dadurch habe ich nichts zu fürchten
natürlich ist es das. Ich fürchte aber nur einen Gott. Und dadurch habe ich nichts zu fürchten
Für einen selbst ist das ja auch eine gute Einstellung. Aber ich habe es oft erlebt, dass Christen der Ansicht waren, andere Leute stünden unter dem Einfluss "finsterer Mächte".
Und da kommt dann meiner Erfahrung nach nichts Gutes mehr bei heraus...
@lucan-7 Unterstellungen sind auch keine Nächstenliebe. Und man selbst hat den Balken womöglich im Auge
Unterstellungen sind auch keine Nächstenliebe. Und man selbst hat den Balken womöglich im Auge
Das ist sicher richtig. Aber in den mir bekannten Fällen hatte ich eher das Gefühl, dass da eigene Ängste und Unsicherheiten projiziert wurden.
In jeden Fall sollte man mit der Aussage, dass finstere Mächte real sind, immer etwas vorsichtig sein. Manche Leute springen da sofort drauf an... und wenn dann das Vertrauen in die Guten Mächte nicht so ausgeprägt ist und da Zweifel bestehen, dann kann das in eine sehr ungute Richtung gehen.
Ist jetzt aber wohl schon ein anderes Thema...
Jedenfalls hatte die Hinduistin, die ich vor Jahren getroffen habe, eine Wallfahrt zu einem Tempel der Götting Kahli gemacht, weil sie um deren Segen bitten wollte, weil sie bislang kinderlos geblieben war. 4 oder 5 Monate später war sie schwanger.
Vielleicht wird ja ihr Kind, weil es mit dem Segen Kahlis gekommen ist und nicht mit dem Segen Gottes, ein Bösewicht - aber vielleicht auch nicht.
Jedenfalls hatte die Hinduistin, die ich vor Jahren getroffen habe, eine Wallfahrt zu einem Tempel der Götting Kahli gemacht, weil sie um deren Segen bitten wollte, weil sie bislang kinderlos geblieben war. 4 oder 5 Monate später war sie schwanger.
Ich weiss von Leuten, die aus denselben Gründen umsonst zum christlichen Gott gebetet haben.
Was schliessen wir daraus...?
Alles andere sind Vorstellungen von toten Götzenbildern.
Laut Bibel nicht. Die ägyptischen Zauberer, die andere Götter verehrten, hatten echte Macht. Die war halt nur nicht so groß wie die von Israels Gott, aber sie war da.
Sonst wäre es ja auch egal, ob jemand "andere Götter" verehrt, wenn es eh nur "tote Götzenbilder" wären...
Deine Frage ist schon vollkommen falsch formuliert.
Aus deiner Perspektive, ja... weil du mir unterstellst, ich würde Gott in Frage stellen. Aber in Wahrheit stelle ich die christlichen Aussagen in Frage, also das, was mir von Christen über Gott erzählt wird - und was so aufgrund der unterschiedlichen Aussagen eben nicht alles zutreffen kann.
Es gibt ja eigentlich nur zwei (sorry drei) Möglichkeiten, entweder ist es Gott egal oder er kann es nicht ändern, oder es gibt Gott garnicht. Soweit deine Denke.
Meine Denke ist: Das, was mir Christen erzählen, ergibt keinen Sinn.
Denn einerseits wird argumentiert, warum Gott nicht eingreift ("Freier Wille", "Gott will da nicht beeinflussen") - andererseits ist die Bibel voller Geschichten, in denen Gott eingegriffen hat, auch massiv gegen den Willen der Menschen.
Denn Gottes handeln Zeigt sich darin, dass er Menschen ruft und befähigt diesen Kreislauf zu durchberechen, heilung, versöhung und gerechtigkeit (im sinne von keine Ausbeutung) zu schafen. Nur wir Menschen kriegen, dies nur bedingt auf die Reihe.
Gott sucht sich ein paar Leute heraus, die nicht allzuviel Macht haben - lässt aber die Täter gewähren.
Na ja. Ist auch nur sehr bedingt logisch...
Und das zieht sich halt durch.
Ist das nicht die altbekannte Theodizee-Frage? Wenn Gott allmächtig und allgütig ist, warum ist unsere Welt so? "Ist er allmächtig, aber tut nichts gegen das Leid der Welt, dann ist er nicht allgütig. Ist er allgütig, aber tut nichts, dann ist er nicht allmächtig." Eine Frage, fast so alt wie der Glaube selbst, oder? Schwierig zu beantworten, wenn weitaus klügere Köpfe das nicht vermochten.
Ich mache einen Erklärungsversuch, so wie ich es sehe:
These 1: Wenn Gott die Welt geschaffen hat, muss er allmächtig sein. Ohne diese Allmacht wäre eine Schöpfung der Welt aus meiner Sicht nicht möglich.
These 2: Gott ist gut, das sagt uns die Bibel an unzähligen Stellen (die können besser andere zitieren, das ist nicht mein Fachgebiet).
Wie löst man diese Dualität also auf, wenn man sich gleichzeitig den Zustand der Welt anschaut? Anders gefragt, warum tut Gott nichts, um uns zu retten?
Na ja. Die Bibel sagt, Gott schickte seinen Sohn, um uns zu retten. Der hat ja auch einige geheilt und Wunder bewirkt, aber war zu kurz hier und dann doch zu beschränkt in seinem menschlichen Körper, um die ganze Welt zu heilen. Aber ist es nicht das, was Gott der Menschheit mit Jesu Tod verheißen hat? Die Hoffnung auf eine bessere Welt, Gottes Reich, ohne Schmerz, ohne Leid? Gibt Gott nicht in diesem Moment zu, dass er nicht vor hat, unsere "gefallene" Welt zu retten, sondern lediglich eine neue Welt verspricht, die irgendwann kommen soll?
Entweder reicht es uns also, dass Gott sagt, "diese Welt kann nicht gerettet werden, aber wenn ihr glaubt, dann gibt es dafür später eine neue, bessere Welt" oder das reicht uns nicht, und wir wollen dass unsere Welt bitte sofort besser wird. Aber heißt das, dass Gott nicht gut ist, nur weil er letzteres nicht erfüllt? Ich meine nicht. Vielleicht gibt es dafür gewichtige Beweggründe, die wir nicht kennen.
Eine andere Möglichkeit: Gott ist zwar gut und allmächtig, aber hat sich selbst Beschränkungen auferlegt. Er will nicht eingreifen. Wir sollen unseren Schlamassel selbst wieder aufräumen. Ursache und Wirkung. Klimawandel, Umweltzerstörung, Naturkatastrophen, Krankheiten. Ja, das trifft auch Unschuldige, natürlich. Aber wir als Menschheit insgesamt sind verantwortlich (bis auf ein paar Ausnahmen, wo niemand verantwortlich ist, gebe ich zu - aber wer z.B. unter einem Vulkan siedelt, muss sich nicht wundern, dass der auch mal ausbricht). Was ist mit einzelnen Tätern? Es gab ja hier im Thread schon einige kreative Vorschläge, deren Taten zu unterbinden. Aber wo soll das aufhören? Soll einen Putin der Blitz treffen, wenn er den Ukraine-Krieg befiehlt? Jegliches mildere Mittel würde ihn wohl kaum davon abhalten, dann versucht er es eben später wieder und wieder und wieder. Würde Gott nicht eine totalitäre, unmittelbare Herrschaft auf diese Welt ausüben, wenn er jegliches Unheil verhindert? Vielleicht ist das in der kommenden Welt so, in der es kein Leid mehr geben wird. Ich glaube so wird es ja auch geschrieben. Die Herrschaft Gottes. Aber soweit sind wir noch nicht. Warum nicht? Das soll dann wohl die Vertreibung aus dem Paradies erklären. Der Sündenfall, weshalb wir eben nicht im Reich Gottes leben. Aber das soll ja wieder zurückkommen, irgendwann.
Ich habe hier im Thread gelesen, dass im AT Gott ja sehr wohl eingegriffen hat. Richtig. Warum, ist etwas, dass ich mich selber frage. Offenbar gibt es eine Welt vor dem Kommen des Messias und eine Welt danach. Wenn man an einen Plan Gottes glaubt, dann mussten gewisse Dinge wohl so geschehen, um das auserwählte Volk zu erhalten. Aber ich will jetzt keine Grundsatz-Diskussion über Gott im AT aufmachen, das würde weit vom Thema weg führen. Und ich bin auch nicht die Person, die sich im Stande sieht, da etwas zu erklären.
Letzter Gedanke: Warum haben wir das Gefühl, dass Gott manchmal eben doch eingreift? So auf individueller Ebene? Auch eine spannende Frage. Vielleicht sind die Beschränkungen nicht allumfassend. Vielleicht gestattet er sich kleine Ausnahmen, die nicht dazu gedacht sind, das Gefüge der Welt aus den Angeln zu heben, weil sich ein allmächtiges Wesen plötzlich einmischt. Aber wie entscheidet Gott, wem oder wann er hilft, und wem oder wann nicht? Das ist eine Frage, die Sterbliche schlicht und einfach nicht beantworten können. Wir können versuchen, Gott zu verstehen, ja, aber letztendlich bleibt Gott etwas Fremdartiges, das wir nicht allumfassend begreifen können. Ja sorry, dass ich mich darauf zurückziehe, nach dem Motto, jetzt sind ihr die Argumente ausgegangen, aber es ist halt so. Wer bin ich, dass ich sagen kann, ich weiß wie Gott "tickt"?
Hier doch mal ein Bibelzitat, weil ich es zufällig kenne und es rein passt:
Jesaja, 55
8 Denn meine Gedanken sind nicht eure Gedanken, und eure Wege sind nicht meine Wege, spricht der HERR, 9 sondern so viel der Himmel höher ist als die Erde, so sind auch meine Wege höher als eure Wege und meine Gedanken als eure Gedanken.
Im Prinzip schützt sich Gott an der Stelle selbst davor, dass Menschen sich anmaßen, seine Beweggründe ergründen zu wollen. Ist das fair? Nein, aber muss ein allmächtiger Gott für seine Geschöpfe immer nachvollziehbar sein oder sich gar vor ihnen rechtfertigen? Ich denke nicht.
Noch zu den Ausnahmen: Müsste ein Gott, der wirklich gut ist, dann nicht allen gleichermaßen helfen? Zumindest den Unschuldigen? Oder den Gläubigen? Vermutlich. Aber vielleicht muss Gott eine Abwägung treffen, denn wie gesagt, würde er allen und jedem helfen, und jegliches Leid verhindern, dann würden wir unsere Welt nicht mehr wiedererkennen. Aber Gott muss sich ja etwas dabei gedacht haben, warum er die Welt exakt so lässt wie sie ist - bis er es irgendwann nicht mehr tut, so die Verheißung.
Das sind meine Gedanken dazu, und ich habe den Freien Willen extra weggelassen, weil der hier schon genug zerfleischt wurde 😉
Im Prinzip schützt sich Gott an der Stelle selbst davor, dass Menschen sich anmaßen, seine Beweggründe ergründen zu wollen. Ist das fair? Nein, aber muss ein allmächtiger Gott für seine Geschöpfe immer nachvollziehbar sein oder sich gar vor ihnen rechtfertigen? Ich denke nicht.
Sicher nicht.
Nur: Wie kann man einem Gott vertrauen, der unverständlich ist? Im Christentum heißt es, dass Gott uns liebt und wir uns auf ihn verlassen können. Aber das ist offenbar nicht der Fall, jedenfalls nicht in unserem Sinne. Gott eilt nicht zur Hilfe, wenn wir es brauchen. Lediglich der Glaube selbst vermag Trost zu spenden - ein Versprechen auf konkrete Hilfe gibt es nicht.
Worin besteht dann aber Gottes Liebe und warum sollte man ihm vertrauen...?
Das ist die Frage. Hilft er wirklich nicht? Wenn du verschiedene Christen fragst, werden sie dir vermutlich einige Beispiele für Situationen nennen, bei denen sie glauben, dass Gott ihnen geholfen hat. Nur ist das halt immer sehr subtil. Als Nicht-Gläubiger würde man sagen, das war Zufall, als Gläubiger eben das war Gott. Was richtig ist, lässt sich objektiv nicht feststellen. Es ist eben die subjektive Wahrnehmung. Würde Gott grundsätzlich niemals helfen, hätten sich viele Gebete erübrigt, auch wenn man natürlich nicht nur betet, um etwas zu erbitten.
Aber angenommen Gott greift tatsächlich niemals ein, warum sollte man an Gott glauben? Ich verstehe den christlichen Glauben als etwas, der primär auf das Jenseits ausgerichtet ist. Gott verspricht ewiges Leben in Gottes Reich, eine bessere Welt. Provokant gefragt: wäre allein das nicht schon ausreichend Grund zu glauben? 🙂
Übrigens empfinde ich deine Art zu diskutieren als sehr rational und fair. Ich finde das sehr gut.
Das ist die Frage. Hilft er wirklich nicht? Wenn du verschiedene Christen fragst, werden sie dir vermutlich einige Beispiele für Situationen nennen, bei denen sie glauben, dass Gott ihnen geholfen hat.
Natürlich, ich habe ja schon viele solche Gespräche geführt und kenne da auch Beispiele. Nur: Die Menschen, die Gottes Hilfe bezeugen, sind zumindest noch am Leben. Viele Menschen, die Gott in höchster Not angefleht haben und dabei dennoch umkamen, können auch nichts mehr bezeugen. Und solche Menschen, die sich enttäuscht von Gott abgewendet haben sprechen auch oft nicht mehr darüber.
Heißt also, dass es bezüglich der Zeugnisse schon mal eine Tendenz zum Positiven gibt. Aber das heißt ja nicht, dass es keine Enttäuschungen gibt. Und die sehe ich eben auch - und schließe daraus, dass Gott eben nicht verlässlich ist.
Gott ist kein "Vater", jedenfalls nicht hier und jetzt. Ein Vater würde niemals zulassen, dass sein Kind auf eine befahrene Straße läuft, Giftpilze schluckt oder in einen Brunnenschacht stürzt. Gott hingegen lässt solche Dinge geschehen.
Ich selber habe versucht, das mit der Aussage Jesu zu beantworten: "Mein Reich ist nicht von dieser Welt". Und das passt ja auch zu dem, was du schreibst:
Ich verstehe den christlichen Glauben als etwas, der primär auf das Jenseits ausgerichtet ist. Gott verspricht ewiges Leben in Gottes Reich, eine bessere Welt. Provokant gefragt: wäre allein das nicht schon ausreichend Grund zu glauben?
Nein, ich denke nicht. Ich denke, es geht darum, hier und jetzt schon einen Sinn im Leben zu finden. Jesus bezieht sich ja auch auf das gesellschaftliche Miteinander hier und jetzt - es geht also um mehr als "nur" das Leben nach dem Tod.
Aber die Hilfe im hier und jetzt findet nur geistig statt, nicht materiell. Ich denke nur so bekommt man das Ganze schlüssig erklärt... was aber im Widerspruch zu dem steht, was die meisten Christen glauben. Denn die gehen auch von materiellen Eingriffen Gottes in das Weltgeschehen aus.
Übrigens empfinde ich deine Art zu diskutieren als sehr rational und fair. Ich finde das sehr gut.
Denke, ich bemühe mich... wobei viele Leute hier meine Fragen auch als etwas nervig empfinden, aber die kennen mich halt auch schon sehr lange... 😉
Gott ist kein "Vater", jedenfalls nicht hier und jetzt. Ein Vater würde niemals zulassen, dass sein Kind auf eine befahrene Straße läuft, Giftpilze schluckt oder in einen Brunnenschacht stürzt. Gott hingegen lässt solche Dinge geschehen.
Da bin ich etwas zwiegespalten. Ich sehe uns eher als vernunftbegabte, erwachsene Kinder. Angenommenen, du hättest erwachsene Kinder, würdest du sie nicht auf die Straße lassen? In den Wald? An einen Brunnen? Ich denke doch. Man vertraut darauf, dass die Kinder schon wissen was sie tun.
Ich empfinde das so: Gottes Paradies war eine sichere Welt und Adam und Eva wie Kinder, naiv und unschuldig. Erst mit der verbotenen Frucht entwickelte sich ihr Verstand zu dem der heutigen Menschen. Ab da ließ Gott sie raus in die gefährliche Welt. Sie mussten mehr oder weniger allein zurecht kommen.
Angenommen du wendest jetzt ein, dass Gott doch allmächtig und allgegenwärtig ist, er könnte doch jeden Moment neben dir stehen und dich immer davon abhalten, etwas dummes zu tun. Aber wäre das ein guter Vater? Der seinen Kindern keine eigenen Entscheidungen zugesteht? Der verhindert, dass sie eigene Erfahrungen machen?
Aber die Hilfe im hier und jetzt findet nur geistig statt, nicht materiell. Ich denke nur so bekommt man das Ganze schlüssig erklärt...
Auch ein interessanter Ansatz, über den ich mal nachdenken müsste. Bei mir persönlich sind meine Gotteserfahrungen gar nicht so materiell wie man vielleicht meinen würde. Sondern sie zeigen sich eher in der Begegnung mit anderen Menschen. Für mich wäre das durchaus stimmig.
Denke, ich bemühe mich... wobei viele Leute hier meine Fragen auch als etwas nervig empfinden, aber die kennen mich halt auch schon sehr lange... 😉
Ich denke, das ist okay. Es liegt in der Natur der Sache, dass man sich immer wieder im Kreis dreht. Und ganz ehrlich, nur weil ich glaube , heißt das nicht, dass ich mir nicht dieselben Fragen stellen würde wie du. Für mich gehört zweifeln zum Glauben ganz natürlich dazu.
Ich empfinde das so: Gottes Paradies war eine sichere Welt und Adam und Eva wie Kinder, naiv und unschuldig. Erst mit der verbotenen Frucht entwickelte sich ihr Verstand zu dem der heutigen Menschen. Ab da ließ Gott sie raus in die gefährliche Welt. Sie mussten mehr oder weniger allein zurecht kommen.
Sehe ich auch so. Wobei ich den Prozess des Erwachsenwerdens erst mit Jesus als abgeschlossen sehe, denn erst Jesus fordert uns auf, persönliche Verantwortung zu übernehmen.
Denn zuvor gab es einfach nur Regeln, die mussten eingehalten werden, basta! Und wer sich nicht an die Regeln hält, der bekommt eins drauf. So behandelt man unmündige Kinder.
Jesus sagt aber: die Gesetze sind für den Menschen gemacht, nicht der Mensch für das Gesetz. Das bedeutet, man muss sich nicht immer streng an die Gesetze halten, sondern nur dann, wenn es sinnvoll ist. Aber das bedeutet, selbst Verantwortung zu übernehmen.
Als Kind lernt man: Bei rot darf man nicht die Straße überqueren. Und wenn da jemand auf der anderen Straßenseite verblutet und die Ampel rot zeigt - Pech gehabt!
Jesus hingegen lehrt: Die rote Amel hat ihren Sinn... aber manchmal gibt es Wichtigeres, und wenn jemand Hilfe braucht und gerade kein Auto kommt, dann zählt die rote Ampel nicht. Nur dass es bei Jesus die Ernte am Sabbat war - aber auch da gilt eben: Bevor jemand verhungert bricht man lieber die Regel.
Angenommen du wendest jetzt ein, dass Gott doch allmächtig und allgegenwärtig ist, er könnte doch jeden Moment neben dir stehen und dich immer davon abhalten, etwas dummes zu tun. Aber wäre das ein guter Vater? Der seinen Kindern keine eigenen Entscheidungen zugesteht? Der verhindert, dass sie eigene Erfahrungen machen?
Ein guter Vater verhindert nicht jedes Unglück. Ein Kind muss auch mal hinfallen, sich weh tun, an einer Aufgabe scheitern um daraus zu lernen und zu wachsen.
Aber von einem schweren Unglück lernt man nichts mehr, wenn man darin zu Tode kommt. so etwas würde ein guter Vater niemals zulassen.
Und deshalb passt der Vergleich eben nicht. Gott ist eher Lehrer als Vater. Er leitet uns an und schenkt Trost - aber in der Welt müssen wir trotzdem alleine klar kommen.
Bei mir persönlich sind meine Gotteserfahrungen gar nicht so materiell wie man vielleicht meinen würde. Sondern sie zeigen sich eher in der Begegnung mit anderen Menschen. Für mich wäre das durchaus stimmig.
Ich denke auch, dass es Sinn ergibt, wenn man Gotteserfahrungen in der Begegnung mit Menschen sieht. Das passt zum "Geist". Materielles Eingreifen hat eher etwas von einem "magischen Helfer"... das sehe ich einfach nicht.
Ich denke, das ist okay. Es liegt in der Natur der Sache, dass man sich immer wieder im Kreis dreht. Und ganz ehrlich, nur weil ich glaube , heißt das nicht, dass ich mir nicht dieselben Fragen stellen würde wie du. Für mich gehört zweifeln zum Glauben ganz natürlich dazu.
Natürlich kreist da viel... aber manchmal muss man halt erst mal ein paar Runden drehen, bevor man weiterkommt und die richtige Ausfahrt findet... 😊
Und was die Zweifel betrifft, so finde ich, dass ein Glaube mit Zweifel wesentlich authentischer und echter ist als ein Glaube von jemandem, der keine Zweifel kennt... bei denen habe ich dann oft das Gefühl, dass sie unbequemen Fragen einfach ausweichen. Und wer das tut, der hat womöglich selbst mehr Zweifel am Glauben als er zugeben mag.
Muss nicht immer so sein, ist aber sicher öfters der Fall.
Veröffentlicht von: @lucan-7Und was die Zweifel betrifft, so finde ich, dass ein Glaube mit Zweifel wesentlich authentischer und echter ist als ein Glaube von jemandem, der keine Zweifel kennt... bei denen habe ich dann oft das Gefühl, dass sie unbequemen Fragen einfach ausweichen. Und wer das tut, der hat womöglich selbst mehr Zweifel am Glauben als er zugeben mag.
Muss nicht immer so sein, ist aber sicher öfters der Fall.
Ich hab in meinem Leben mit frommen Menschen gelernt, dass es einige von ihnen unglaubliche Überwindung kostet, zuzugeben, dass auch in ihrem Leben nicht alles rund läuft. Und manche sehen Zweifel einfach als Schwäche und Versagen im Glauben an.
Aus diesem Grund war ich so beeindruckt, als der Pastor bei der Konfirmation meiner Tochter zum Zweifeln ermutigte, weil man nur aus den eigenen Zweifeln was lernen und (im Idealfall) gestärkt herausgehen kann.
Sehe ich auch so. Wobei ich den Prozess des Erwachsenwerdens erst mit Jesus als abgeschlossen sehe, denn erst Jesus fordert uns auf, persönliche Verantwortung zu übernehmen.
Denn zuvor gab es einfach nur Regeln, die mussten eingehalten werden, basta! Und wer sich nicht an die Regeln hält, der bekommt eins drauf. So behandelt man unmündige Kinder.
Jesus sagt aber: die Gesetze sind für den Menschen gemacht, nicht der Mensch für das Gesetz. Das bedeutet, man muss sich nicht immer streng an die Gesetze halten, sondern nur dann, wenn es sinnvoll ist. Aber das bedeutet, selbst Verantwortung zu übernehmen.
Als Kind lernt man: Bei rot darf man nicht die Straße überqueren. Und wenn da jemand auf der anderen Straßenseite verblutet und die Ampel rot zeigt - Pech gehabt!
Jesus hingegen lehrt: Die rote Amel hat ihren Sinn... aber manchmal gibt es Wichtigeres, und wenn jemand Hilfe braucht und gerade kein Auto kommt, dann zählt die rote Ampel nicht. Nur dass es bei Jesus die Ernte am Sabbat war - aber auch da gilt eben: Bevor jemand verhungert bricht man lieber die Regel.
Ich finde diese Auslegung richtig gut, so hab ich das bisher noch gar nicht gesehen. Das erklärt einiges.
Aber von einem schweren Unglück lernt man nichts mehr, wenn man darin zu Tode kommt. so etwas würde ein guter Vater niemals zulassen.
Absolut nachvollziehbar.
Und deshalb passt der Vergleich eben nicht. Gott ist eher Lehrer als Vater. Er leitet uns an und schenkt Trost - aber in der Welt müssen wir trotzdem alleine klar kommen.
Oder der Begriff bezieht sich eben darauf, dass Gott uns erschaffen hat. Das würde ihn ja durchaus zu unserem Vater machen.
Ich finde diese Auslegung richtig gut, so hab ich das bisher noch gar nicht gesehen. Das erklärt einiges.
Freut mich... wobei ich diese Auslegung bei Christen eher selten finde. Aber ich finde sie stimmig. Es gibt da einfach eine Entwicklung in der Bibel.
Oder der Begriff bezieht sich eben darauf, dass Gott uns erschaffen hat. Das würde ihn ja durchaus zu unserem Vater machen.
Ich denke nicht. Jesus setzt den Begriff "Vater" schon recht klar, um hier eine Beziehung zu verdeutlichen.
Aber da bin ich kein Experte, was der Begriff damals im gesellschaftlichen Zusammenhang genau bedeutet hat. Man sollte es ja so lesen, wie es damals gemeint war - nicht, wie wir es heute verstehen.
Freut mich... wobei ich diese Auslegung bei Christen eher selten finde. Aber ich finde sie stimmig. Es gibt da einfach eine Entwicklung in der Bibel.
Definitiv. Im AT ist man noch für jedes noch so kleine Vergehen umgenietet worden. "Wie du hast am Sabbat gearbeitet? Steinigt ihn!" (vermutlich weniger überspitzt als beabsichtigt 😅)
Während Jesus ja lehrt "der Sabbat ist doch für den Menschen da und der Mensch nicht für den Sabbat". Also scheint es so, als ob er damit implizit die Pharisäer rügt, diese Gesetze zu streng ausgelegt zu haben. Während es Gottes ursprüngliche Intention wohl war, damit die Menschen an einem Tag der Woche nicht arbeiten - und vor allem ihre Sklaven auch nicht arbeiten, ein absolutes Novum.
Ich denke nicht. Jesus setzt den Begriff "Vater" schon recht klar, um hier eine Beziehung zu verdeutlichen.
Hm.... Es war nur so eine Idee von mir, aber du hast vermutlich recht. Eben weil Schöpfer sehr distanziert klingt und die absolute Unterlegenheit des Menschen zementiert, sollte Vater Gott näher und liebevoller wirken lassen. Was uns wieder zu der Frage zurück bringt, warum Gott Unheil von seinen Kindern nicht (immer) abwendet.
Ich denke was das angeht ist meine beste Theorie noch die "begrenzte Allmacht". Also Gott ist zwar allmächtig, aber nur theoretisch. Er "erlaubt" dem Bösen zu existieren, so wie er das im Buch Hiob tut. Warum? Kann ich nur spekulieren. Wieder ein Deal mit dem Teufel? Die "gefallene Welt", in der Gott nicht seine volle Macht besitzt, so wie er sie in Gottes Reich hätte? Das AT widerspricht dem ja klar, da geht es richtig ab. Aber seit dem neuen Testament, nichts mehr. Als hätte Gott beschlossen, sich nicht mehr einzumischen, seit Jesus uns besucht hat. Für mich ist das ein Rätsel. Aber ich sehe auch einen klaren Bruch. Irgendetwas hat sich also mit Jesu Kommen geändert und ich könnte nicht genau sagen, was. Vielleicht und jetzt lehne ich mich weit aus dem Fenster: hat Gott seine Macht an Jesus abgegeben, während dieser auf der Erde war, aber bei seiner Rückkehr in den Himmel hat er sie wieder mit dorthin zurückgenommen, "bis er kommt in Herrlichkeit". Und so lange kann oder will Gott nichts mehr tun.
Ist das jetzt sehr herbei konstruiert? Ich hoffe nicht mehr als andere Meinungen zu dem Thema 😂 Also meine apologetische Klinge ist noch nicht schärfer geworden. Ich versuche doch auch nur eine Erklärung für einen offensichtlichen Widerspruch zu finden, nicht zu rechtfertigen. 😅
@kaya Ich mache einen Erklärungsversuch, so wie ich es sehe:
(...)
Vielleicht gibt es dafür gewichtige Beweggründe, die wir nicht kennen. (...)
Würde Gott nicht eine totalitäre, unmittelbare Herrschaft auf diese Welt ausüben, wenn er jegliches Unheil verhindert?
Vielleicht ist das in der kommenden Welt so, in der es kein Leid mehr geben wird. (...)
Und ich bin auch nicht die Person, die sich im Stande sieht, da etwas zu erklären. (...)
Wer bin ich, dass ich sagen kann, ich weiß wie Gott "tickt"?
Ist das fair? Nein, aber muss ein allmächtiger Gott für seine Geschöpfe immer nachvollziehbar sein? (...)
so sind auch meine Wege höher als eure Wege und meine Gedanken als eure Gedanken. (...)
vielleicht muss Gott eine Abwägung treffen (...)
Fettungen von mir.
Mal angenommen, Du hättest an jemanden eine andere Frage als die Threadfrage. Eine wichtige Frage, von deren Beantwortung viel abhängt, unter anderem das Leben Deiner Kinder. Zum Beispiel so eine:
"Woher weiß ich, dass all die Behauptungen in dem Prospekt über den Gebrauchtwagen, den Sie mir für viel Geld verkaufen wollen und mit dem ich meine Familie in den nächsten Österreich-Urlaub fahren möchte, auch stimmen? All die Behauptungen über die Sicherheit und Qualität des Produkts - angesichts dessen, dass da überall Beulen im Blech sind, obwohl kaum ein paar Hundert Kilometer auf dem Tacho angezeigt werden, was die Vermutung nahelegt, dass es sich um einen Unfallwagen handelt?"
Und dann würde Dir der Händler das so erklären, wie Du selbst jetzt gerade die Lösung des Theodizeeproblems erklärt hast. Mit vielen Vielleichts und rhetorischen Fragen (Wer bin ich, dass ich sagen kann...?) darüber, wie die sich aus dem Aussehen des Wagens in Relation zu den Prospektbehauptungen ergebenden Diskrepanzen erklären ließen.
Würde Dich so eine Erklärung überzeugen? Würdest Du das Auto kaufen?
Anders herum gefragt: Meinst Du wirklich, irgend etwas erklärt zu haben mit dem oben Geschriebenen?
Würde Dich so eine Erklärung überzeugen? Würdest Du das Auto kaufen?
Anders herum gefragt: Meinst Du wirklich, irgend etwas erklärt zu haben mit dem oben Geschriebenen?
...da muss ich doch jetzt mal als Geologe einspringen...
Warum als Geologe? Weil Geologen Dinge erforschen, die wir nicht sehen können. Die Erforschung des Untergrundes ist teuer und aufwändig. Tiefe Bohrungen brauchen Zeit und Gerätschaften - und auch dann weiß man nur, was sich genau an dieser Stelle befindet.
Wie trifft man also konkrete Aussagen über das, was wir nicht sehen können, also beispielsweise, was für Gesteine wir in 1000 Meter Tiefe finden, oder, noch wichtiger: Wo muss man bohren und graben, um Öl, Eisenerz und Diamanten zu finden...?
Als Geologe muss man erst einmal mit dem vorlieb nehmen, was wir an der Oberfläche finden. Man legt Karten an, und aus der Kenntnis über den Aufbau geologischer Schichten lassen sich dann Schlussfolgerungen ziehen. Und im Anschluss kann man dann Auskunft darüber geben, was sich wahrscheinlich im Untergrund befindet - wobei es nicht selten auch mehrere plausible Möglichkeiten gibt. Aber am Ende bekommt man immer mindestens eine Möglichkeit präsentiert, die in sich schlüssig ist... meist neben verschiedenen anderen Möglichkeiten.
Zu sagen "vielleicht" ist also nicht per se unzulässig, auch nicht in der Wissenschaft.
Die entscheidende Frage hier ist für mich: Wenn wir einmal alle Angaben aus der Bibel nehmen und versuchen, daraus ein mögliches, in sich schlüssiges Modell von Gott zu entwickeln - wie sähe das dann aus? Ist das überhaupt möglich?
Und meine Schlussfolgerung lautet: Nein, das ist gar nicht möglich. Die Widersprüche sind so groß, dass sich daraus keine schlüssige Vorstellung herausarbeiten lässt. Gott ist - laut Bibel - völlig unberechenbar, folgt keinen erkennbaren moralischen Maßstäben, tut Gutes wie Böses, ist launisch, eitel, impulsiv, schwach und folgt keinem schlüssigen Plan.
Das steht wiederum im extremen Widerspruch zur christlichen Lehre, die das Gegenteil behauptet. Es ist mir nicht möglich, aus all diesen Vorgaben auch nur ein mögliches Modell zu entwickeln, dass auch nur "vielleicht" Gott entsprechen könnte.
Wenn es dann doch gelingen würde, auch nur zu schlussfolgern: "Vielleicht ist Gott ja so oder so, das könnte doch passen!" - dann wäre das schon ein nicht zu unterschätzender Beitrag.
@lucan-7 Zu sagen "vielleicht" ist also nicht per se unzulässig, auch nicht in der Wissenschaft.
Daher ich sowas auch nirgends tat. 🙂
Daher ich sowas auch nirgends tat.
Eben...
Du hast mit einer Gebrauchtwagengarantie verglichen. Und der Vergleich ist nun bei aller Kritik nicht recht passend.
Du glaubst also, das Leben deiner Kinder würde davon abhängen, ob du an Gott glaubst? Ich habe die Bibel ja eher so verstanden, als würde nur das eigene Seelenheil davon abhängen, aber vielleicht siehst du das ja anders?
Ich finde der Vergleich hinkt schon sehr. Das Auto muss ich kaufen, das kostet mich etwas. Natürlich muss ich da vorher genau wissen, was ich da kaufe. Was kostet mich Glaube? Also in meiner Welt gibt es den for free, vollkommen gratis.
Ich weiß nicht ob du mich falsch verstanden hast oder absichtlich falsch verstehen willst. Das ist nicht die Lösung des Theodizee Problems. Wenn ich die hätte, möchte ich bitte irgendeinen Preis dafür 😂
Das ist ein Erklärungsversuch, mit Betonung auf Versuch. Ich biete etwas an. Für manche mag das hilfreich sein, wenn es das für dich nicht ist, kannst du es doch ablehnen. Ich habe sogar noch den Zusatz gemacht "so wie ich es sehe", weil ich ganz klar betonen wollte, dass das meine Ansicht ist, so wie ich mir das erklären würde, und keine allgemeingültige Wahrheit. Das würde ich mir nicht anmaßen wollen.
Außerdem bin ich in dem Beispiel nicht der Auto Verkäufer. Wenn der Glaube das Auto ist, dann wäre Jesus der Verkäufer, nicht ich. Du stellst aber mir alle diese Fragen und ich, die ein ähnliches Auto fährt, gebe meine Einschätzung dazu ab. Wenn du es ganz genau wissen wolltest, müsstest du allerdings Jesus fragen.
Nicht besonders fair von mir? Ich habe deine Antwort auch nicht als besonders fair empfunden. Wenn du der Meinung bist, dass außer dem Autoverkäufer selbst niemand sonst etwas dazu sagen dürfen sollte, kann man sich solche threads natürlich auch sparen. Du wirst hier nur die unvollkommenen Antworten von Menschen finden, die auch nicht mehr tun als Rätsel raten.
Um deine Frage aufzugreifen: meinst du wirklich, in einem Forum Antworten auf die großen Fragen des Glaubens zu finden?
@kaya Du glaubst also, das Leben deiner Kinder würde davon abhängen, ob du an Gott glaubst?
Als Atheist glaube ich das selbstverständlich nicht. Aber soweit ich das mitbekommen habe, ist die Frage, ob ein Gott existiere, wie er als Konzept von der christlichen Theologie "verkauft" wird (allmächtig, allwissend, allgütig), für viele Christen eine durchaus existentiell wichtige Frage. Immerhin hängt nach ihrem Verständnis davon, an diesen "richtigen" Gott zu glauben, ab, wie sie die Ewigkeit nach ihrem irdischen Tod verbringen. Und wenn sie nun dieses Gotteskonzept an andere "verkaufen" wollen, dann tun sie dies ja nicht aus Jux und Dollerei, sondern weil sie z.B. denken, dass auch das Selenheil und damit die Paradies-Aufenthaltsoption ihrer Kinder oder sonst so geliebter Menschen davon abhängt, ob die das Konzept "kaufen", also übernehmen und damit durch ihr Leben reisen.
Ich habe die Bibel ja eher so verstanden, als würde nur das eigene Seelenheil davon abhängen, aber vielleicht siehst du das ja anders?
Hatte die christliche Lehre durchaus so verstanden, wie eben nochmal ausführlicher dargelegt, ja.
Ich finde der Vergleich hinkt schon sehr.
Alles andere hätte mich auch überrascht! 😀
Schau'n wir mal auf Deine Begründungen...
Das Auto muss ich kaufen, das kostet mich etwas.
Du musst das Auto nicht kaufen, Du kannst ja auf's Autofahren verzichten, nicht wahr? Klar, dann müsstest Du nix zahlen. Du willst aber in meiner Analogie mit Deiner Familie die Ferien in den Bergen verbringen, das heißt, der Nichtkauf eines Autos ist da überhaupt keine Option. Es geht nicht darum, ob Du Dir ein Auto kaufst, sondern welches Auto.
Ich finde es immer etwas unhöflich, wenn man seinem Gegenüber Analogien oder Metaphern noch großartig erklärt, nimm es mir also bitte nicht krumm, wenn ich es jetzt dennoch tue, denn anscheinend hast Du meinen Einwand nicht ernst genug genommen, womöglich in der Annahme, ich hätte den mir ohne viel Nachdenken einfach so aus'm Ärmel geschüttelt.
Also schreibe ich es hier jetzt mal so platt hin: Es geht mir nicht darum, ob Du etwas glaubst. Sondern darum, was Du glaubst.
Wir alle glauben tausenderlei Dinge. Hinsichtlich einzelner Sachverhalte können wir glauben, dass sie sich so, wie formuliert, verhalten, oder wir können glauben, dass sie sich nicht so verhalten.
Was kostet mich Glaube?
Er kostet Dich, dass Du den Gegensatz des Geglaubten nicht glauben kannst. Indem Du also an den christlichen Gott, wie er in dem Prospekt beschrieben wird, glaubst, kannst Du alle Glaubensinhalte, die dem widersprechen, nicht mehr glauben.
Also in meiner Welt gibt es den for free, vollkommen gratis.
Nein, Du glaubst das nur. For free ist kein religiöser Glaube, es gäbe keine Institutionen zwecks Weiterverbreitung der jeweiligen religiösen Lehren, wenn da irgendwas "gratis" wäre. Aber ehe Du mir jetzt hastig mit Behauptungen über die Kostenfreiheit von christlich-religiösem Glauben kommst nach dem Schema: "Man muss ja keine Kirchensteuer zahlen und Bibeln liegen vielerorts kostenlos aus...", lass mich auf die eigentlich relevante Bedeutungsebene von "Kosten des Glaubens" zu sprechen kommen. Wieder zwecks Exemplifikation mit einem einzigen dem von Dir Geglaubten widersprechenden Glaubensinhalt. Indem Du Dich für den "Kauf" des christlichen Gottes- und Heils-Konzepts entschieden hast, hast Du Dich gegen eins der diversen hinduistischen Gottes- und Heils-Konzepte entschieden, in welchem es darauf ankommt, sämtliche lebenden Kreaturen nicht nur nicht vorsätzlich zu quälen, auszubeuten und zu ermorden, sondern sogar darauf, sich ihnen gegenüber achtsam und liebevoll zu verhalten. Indem man beispielsweise die Erde dort, wo man als nächstes mit dem Fuß hintreten wird, mit einem Besen fegt, um so Käfer, Würmer, Fliegen und sonstiges Kleingetier vor dem Zermalmtwerden zu bewahren: eines der Krabbeltiere könnte die Reinkarnation Deiner Urgroßmutter sein, und falls Du sie zerträtest, so wäre das sehr schlecht für Dein Kharma, sodaß Du demnächst womöglich im Kreislauf der Reinkarnationen arg zurückgeworfen würdest und als Zecke oder Blindschleiche in die nächste Runde gehen müsstest...
Für den Fall, dass Dein Glaube falsch ist und dieser Hindu-Glaube richtig, würdest Du also für die Übernahme Deines falschen Glaubens damit zahlen, dass Dir die Option, den richtigen Hindu-Glauben anzunehmen, verwehrt blieb. Und da hockst Du dann demnächst als Blindschleiche unter'm Stein und hoffst, dass mal ein kleiner Käfer als Wochenrations-Snack vorbeikrabbelt, unfähig zu erkennen, dass Dich dieses Verzehren des Käfers noch weiter zurück- und wegwirft vom eigentlich erhofften Endziel Nirwana... Endlich, endlich, nach ein paar hundert Millionen Jahren ständiger Wiedergeburten, warst Du soweit, als Mensch inkarniert zu werden, die endgültige Erlösung per Erleuchtung in greifbarer Nähe - und nun, statt gewissenhaft nach Erleuchtung zu suchen, lieber beim nächstbesten ideologischen Prospekt zugreifend, der Dir unter die Nase gehalten wurde, ist alles für die Katz...
Dafür, X zu glauben, bezahlst Du, indem Du Nicht-X nicht glauben kannst.
Wenn X nicht weiter relevant ist, dann kann einem das wurscht sein, denn dann ist auch nicht-x nicht sonderlich relevant. Aber wir können doch davon ausgehen, dass X (der richtige religiöse Glaube) sehr wohl relevant, d.h. wichtig und wertvoll sei, oder etwa nicht?
Außerdem bin ich in dem Beispiel nicht der Auto Verkäufer. Wenn der Glaube das Auto ist, dann wäre Jesus der Verkäufer, nicht ich.
Nein, das ist nun wirklich so billig (im Sinne von: mit wenig gedanklichem Aufwand produziert) dahingesagt, dass es allerhöchstens Beifall im eigenen Lager findet. Jesus hat nicht die Argumente hier im Thread aufgelistet, die Du schriebst, und auf die ich mich bezog und die Gebrauchtwarenhändleranalogie münzte. Das warst Du.
Mal nebenbei und grundsätzlich: Wäre ich überzeugter Christ, so würde ich es jedesmal als blasphemische Anmaßung betrachten, wenn andere Christen ihre eigenen Behauptungen und Sichtweisen als die von Jesus ausgeben würden, nur um es sich in Diskussionen leicht zu machen. In der trügerischen Annahme, so könnten sie ihre Behauptungen gegen Kritik immunisieren. Oder wenigstens in dem Irrtum befindlich, ausserhalb der christlichen Bubble würden christliche Sophismen dieser Art als Gotcha-Argumente funktionieren.
Ich weiß nicht ob du mich falsch verstanden hast oder absichtlich falsch verstehen willst.
Ob ich Dich falsch verstanden habe, kann ich nicht beurteilen - mir ist zwar bislang noch kein Irrtum in meiner Argumentation - die sich recht eng auf das von Dir Geschriebene bezieht - aufgefallen, aber das ist ja das Ärgerliche an Irrtümern, dass man sie so schwer bemerkt, wo man sie selbst begeht. Ausschließen kann ich nur, Dich falsch verstehen zu wollen. Ob Du mir das nun glaubst oder nicht. 😉
Das ist ein Erklärungsversuch, mit Betonung auf Versuch. Ich biete etwas an.
So, wie der Gebrauchtwagenhändler das Auto in meiner Analogie. 🙂
Für manche mag das hilfreich sein, wenn es das für dich nicht ist, kannst du es doch ablehnen.
Tue ich. Umgekehrt kannst Du das Angebot, das ich Dir mit meinem kritischen Einwand machte, auch ablehnen. Ich habe Dein Angebot, per Erklärung das Theodizee-Problem zu lösen, aufmerksam durchgelesen und fand es nicht überzeugend (ich fand schon das Angebot von Leibniz nicht überzeugend, Du befindest Dich so betrachtet also in erlauchter Gesellschaft...).
Mein Angebot an Dich bestand in meiner Kritik Deiner Verkaufsargumente. Vielleicht ist das Produkt, dass Du da bewirbst, ja gut und wichtig und wertvoll - dann könntest Du womöglich per Berücksichtigung meiner Kritik demnächst besser für es werben, Deine apologetische Klinge schärfer daran schleifen? Freilich - Du kannst dieses Angebot auch ablehnen.
Übrigens: dass es kostenlos sei, behaupte ich nicht. 😎
Also irgendwie vermischst du da zwei Dinge. Einmal sagst du, das Auto wäre die Analogie für den Glauben, deshalb ja auch es geht um welches Auto und jedes steht für einen anderen (hattest du zuvor nicht so gesagt, für mich ging es nur um den christlichen Glauben, weil es hier im thread auch nur darum geht) und ein andermal unterstellst du mir, ich würde meine Vermutungen (welche ich als solche gekennzeichnet habe, was du mir negativ auslegst) als Worte von Jesus ausgeben. In dem Fall wäre das Auto aus der Analogie aber nicht mehr der Glaube, sondern du würdest meine Theorien als den Gebrauchtwagen bezeichnen, die ich aus deiner Sicht nicht sehr überzeugend dargestellt habe. Ja was denn nun?
Ansonsten wollte ich damit niemanden überzeugen, nur einen Erklärungsansatz machen. Über den du inhaltlich btw überhaupt nicht geredet hast. Vielleicht willst du über Vermutungen einfach nicht diskutieren, was fein ist. Aber dann ist es vielleicht das falsche Forum, denn im Bereich Theologie wirst du Fakten vergeblich suchen. Harte Überzeugungen vielleicht schon, harte Fakten weniger. Ich bin eine von denen, die eher vorsichtig formulieren, was sein könnte (deshalb das viele vielleicht und die Fragen). Vielleicht möchtest du ja lieber mit Fundamentalisten diskutieren, die alles wissen? 😉 Macht vermutlich mehr Spaß.
@kaya Also irgendwie vermischst du da zwei Dinge. Einmal sagst du, das Auto wäre die Analogie für den Glauben, deshalb ja auch es geht um welches Auto und jedes steht für einen anderen (hattest du zuvor nicht so gesagt, für mich ging es nur um den christlichen Glauben, weil es hier im thread auch nur darum geht) (...)
Okay, noch mal einen Schritt zurück: Ich brachte eine Analogie hinsichtlich der Art, wie Du hier einen Erklärungsversuch für das Theodizee-Problem vorstelltest. Der Gott, um welchen es sich im Theodizeeproblem dreht, ist eine Idee, ein Konzept. Welches von Apologeten in solchen Erklärungsversuchen denen, die bisher nicht von dieser Idee, diesem Gotteskonzept überzeugt sind, "verkauft" werden soll. Ich wähle den Ausdruck "verkaufen" hier deswegen, um einen Hinweis zu geben, wie meine Analogie zu verstehen sei - davon ausgehen, dass er Dir geläufig ist im Sinne von: andere davon überzeugen, dass sie eine Behauptung als wahr annehmen sollen. Der Apologet (im konkreten Falle hier also Du) ist derjenige, der dem Nicht-Überzeugten (mir oder anderen, die das Theodizeeproblem als Widerlegung des christlichen Gotteskonzepts verstehen) sein Gotteskonzept "verkaufen" will.
In meiner Analogie steht also der Apologet (Du) für den Gebrauchtwagen-Verkäufer, das Auto für das Gotteskonzept und der Kunde, das bin ich. Oder nein, falsch! Meine Absicht war, Dich dazu zu bewegen, Dich selbst an die Stelle dieses Kunden zu versetzen. Würdest Du, wenn Dich ein Verkäufer von der Qualität eines Autos auf die Weise zu überzeugen versuchen würde, wie Du es oben tatest, hernach zufrieden mit solchen Erklärungsversuchen sein und sagen: "Okay, jetzt ist mir alles klar (dazu sind Erklärungen ja da, nicht wahr? Etwas klar, nachvollziehbar, verständlich zu machen...) , ich bin überzeugt, dass dieses Auto sich ganz hervorragend dazu eignet, darin mit der Familie in die Berge zu fahren!"?
Wenn es Dich nicht langweilt, will ich Dir noch weitere Hinweise zu den Details meiner Analogie nennen: Das Gotteskonzept, welches Du hier per Erklärungsversuch als tauglich, damit durch die wendungsreichen und manchmal nah an Abgründen entlang führenden Wege des Lebens zu verkaufen versuchst, ist kein Neues. Der Kunde, den es zu überzeugen gilt, weiß das mit hoher Wahrscheinlichkeit. Daher ist in meiner Analogie ein Gebrauchtwagen-Händler der Verkäufer. Er hat den skeptischen Kunden davon zu überzeugen, dass der Wagen für dessen Zweck tauglich ist - trotz der Schrammen, Kratzer und Beulen, trotz der Rostflecken, der halb herabhängenden Stoßstange, dem in seltsamem Winkel abstehenden Scheibenwischers, die der Kunde sehen kann. Diese Beulen sind die Entsprechung zu dem Leid in der Welt - jenem Kernproblem, aus welchem erst das Theodizee-Problem seine Relevanz bekommt.
Vielleicht ist das Auto voll funktionstüchtig. Vielleicht haben da Ingenieure höchst pfiffige Ideen gehabt und dass der Scheibenwischer da so seltsam absteht, ist kein bug, sondern ein feature. Vielleicht sorgen die Rostlöcher dafür, dass im Sommer den Insassen nicht zu schwitzig-warm wird, sondern der Fahrtwind sie angenehm kühlt. Und die Stoßstange - wer bin ich, das zu beurteilen! - könnte womöglich während der Fahrt durch versteckte Federmechanismen an die richtige Stelle schnappen und hängt nur im Parkzustand so herunter, um das Interesse potentieller Autodiebe zu verringern...
Sollte dieses Auto tatächlich das ideale Gefährt (der richtige religiöse Glaube) sein, damit sicher, komfortabel und staufrei den Urlaub in den Bergen zu genießen, dann sollte ein engagierter und kompetenter Verkäufer dazu in der Lage sein, dem Kunden zu erklären, was dem Augenschein nach erklärungsbedürftig ist. Die Versprechungen aus dem Prospekt, was die geringe Reparaturanfälligkeit betrifft, den aussergewöhnlich geringen Benzinverbrauch, die unglaublichen Beschleunigungs- und Höchstgeschwindigkeitswerte (Allmacht, Allgüte, Allwissen) - diese Versprechen sind, so sollte der Verkäufer dem Kunden vermitteln (glaubhaft machen) können, keineswegs leer, sondern vollkommen plausibel, sobald man die Zusammenhänge, wie sie da erklärt werden, begriffen hat.
Falls sie denn tatsächlich erklärt werden...
Ansonsten wollte ich damit niemanden überzeugen, nur einen Erklärungsansatz machen.
Ein Erklärungsansatz, der niemanden überzeugen soll? Nicht mal Dich selbst?
Über den du inhaltlich btw überhaupt nicht geredet hast.
Das trifft zu.
Vielleicht willst du über Vermutungen einfach nicht diskutieren, was fein ist.
Vielleicht. Vielleicht aber will ich erst dann über Vermutungen disktutieren, wenn sie mit einem gewissen Geltungsanspruch und mit einem Mindestmaß an Begründungen zur Diskussion gestellt werden, und auch in solchen Fällen nur dann, wenn ich nicht die Gefahr spüre, tausend Mal Durchgekautes nochmal durchzukauen und von einem halbgaren ad-hoc-Argument zum nächsten weiterverwiesen zu werden.
Aber dann ist es vielleicht das falsche Forum, denn im Bereich Theologie wirst du Fakten vergeblich suchen. Harte Überzeugungen vielleicht schon, harte Fakten weniger.
Das ist schön und richtig formuliert! 🙂
Aber falls Du es so richtig meinen solltest, wie Du es formuliertest, sei mir die Frage gestattet, warum Du dann etwas zu "erklären" versuchst, von dem Du wissen müsstest, dass es nicht erklärt werden kann. Weil eben nur Tatsachen/Fakten erklärbar sind, während moralische, oder allgemeiner: metaphysische Gegenstände keine Tatsachen, d.h. nicht wahr* sein und also auch nicht erklärt werden können.
Erläuterung an etwaige Mitleser: ich beziehe mich dabei auf den linguistic turn, deutsch: die linguistische Wende, welche die Philosophie im Gefolge der Wiener Schule, insbesondere Wittgensteins, zum Anfang des zwanzigsten Jahrhunderts nahm. Wittgenstein legte (ich verkürze hier seeeeeehr) dar, dass Aussagen nur insofern wahr sein können, als sie Tatsachen in der Welt beinhalten. Ob sie wahr sind, lässt sich nur dadurch herausfinden, dass man sie mit den Tatsachen in der Welt vergleicht. Wittgenstein veranschaulichte dies durch etwas, das er in der Zeitung gelesen hatte. Da wurde berichtet, wie in Paris vor Gericht ein Unfallgeschehen mit Miniaturautos und Puppen nachgestellt wurde. Jeder, der diese Nachstellung des Unfalls sah, konnte anhand dieser Modellierung erfahren, wie sich der Unfall zugetragen hatte: das Modell repräsentierte die Tatsachen (Wahrheit), bzw. das, was als Tatsachen (Wahrheit) vermittelt werden sollte. Ob es die Wahrheit repräsentierte, hätte man nur dadurch herausfinden können, indem man die Miniaturnachstellung mit dem richtigen Unfallgeschehen verglichen hätte. Wittenstein kam auf die Idee, dass Sprache ganz ähnlich funktioniere wie dieses Miniaturnachstellung vor Gericht: Ein Satz ist dann wahr, wenn die Wörter/Begriffe in ihm genauso angeordnet sind, wie es die Gegenstände, die sie bezeichnen, in der Welt sind.
Da man aber die Anordnung (Relation) moralischer/metaphysischer Gegenstände in Sätzen nicht mit ihrer Anodrnung (Relation) in der Welt vergleichen kann, können die entsprechenden Sätze auch nicht wahr sein im obigen Sinne.
Über diese seeeeeehr verkürzte Darstellung will ich hier nicht weiter diskutieren, weil das einfach zu weit offtopic führen würde: bei Interesse einfach bei Wittgenstein nachlesen, hier könnt ihr Euch kostenfrei seinen berühmten tractatus als zweisprachiges (deutsches Original und englische Übersetzung) PDF downloaden:
>>Klickt mich!<<
*Es lassen sich zwar auf Basis von Axiomen beliebig viele Wahrheiten über alles Mögliche ausserhalb der Welt formulieren, deren Wahrheit nicht durch Abgleich mit den Tatsachen in der Welt belegt werden braucht, sondern logisch hergeleitet werden kann. Allerdings sind solche Wahrheiten, gerade indem sie logisch aus den Axiomen hergeleitet werden können, stets Tautologien. Also Sätze, die schon in den Axiomen und den verwendeten (grammatikalischen) Regeln vollständig enthalten sind.
Ein Erklärungsansatz, der niemanden überzeugen soll? Nicht mal Dich selbst?
Naja, Erklärungsversuch, der offensichtlich gescheitert ist.
Nee, überzeugt bin ich nicht, das ist an meiner Art zu schreiben sicher deutlich geworden. Eher so: ich denke, dass es einen Grund dafür geben muss, der vermutlich in einem Missverständnis darin liegt, wie Gott auf die Welt einwirken kann oder auch nicht kann, aber benennen kann ich den Grund nicht. Dass das nicht überzeugend ist, ist klar, aber ich bin mir auch nicht sicher, was du von jemandem, der hier schreibt, erwartest. Dass sie eine gute Erklärung für ein unlösbares Problem auftischen, das selbst Fachleute, die sich ihr halbes Leben damit beschäftigt haben, nicht lösen konnten? Ist das nicht ein unrealistischer Anspruch? Ich weiß nicht ob du dich einfach nur an dem Wort "Erklärung" stößt. Ich wollte meine Gedanken dazu in den Raum stellen. Besser so? Bei dir hab ich das Gefühl, du erwartest eine Art theologische Ausarbeitung von den Usern, einen Anspruch, den ich als zu hoch ansehe. Das ist keine theologische Fakultät, nur ein Forum, in das ganz normale Leute schreiben. Bitte nicht falsch verstehen: ich will niemandem im Forum seine Expertise absprechen, wenn er meint, diese zu besitzen. Ich zähle mich da nicht rein. Mir scheint dein genereller Anspruch oder deine Erwartungshaltung an die Diskussionsteilnehmer aber höher zu sein, was nur in Frustration auf beiden Seiten enden kann.
Und ich muss gestehen, ich habe deine Auto Analogie im ersten Versuch auf ganz vielen Ebenen nicht verstanden. Wenn du sagst das Auto ist der Glaube, dann dachte ich du meinst mit den Mängeln die Logik-Lücken darin. Jetzt sagst du, nein das ist das Leid in der Welt, was für mich nicht ganz passt. Vielleicht nehme ich die Sache zu wortwörtlich. Nennen wir es die Logik-Lücke, die mit dem Leid zu tun hat...
[...] dann sollte ein engagierter und kompetenter Verkäufer dazu in der Lage sein, [...]
Ha. Da haben wir doch das Problem erfolgreich identifiziert! 😂
Aber ehrlich gesagt glaube ich kein Verkäufer kann so kompetent sein, damit ihm jemand dieses Auto abnimmt... Was mich zu der anderen Schwierigkeit bringt, die ich mit diesem Bild habe: bei dir hängt der Kauf (ob man den Glauben annimmt) davon ab, ob der Verkäufer das Theodizee-Problem löst. Oder allgemeiner gefasst: den Glauben sauber rational begründen kann. Ich kenne aber keinen Menschen, der sagen würde, "aha, dieser Glaube ist so schön logisch erklärt und begründet, deshalb nehme ich ihn jetzt an!". Ich denke, die meisten Christen wissen, dass es gravierende Logiklücken gibt, auch wenn manche lieber davon ablenken. Für mich entsteht der Glaube aber nicht im Verstand, sondern im Empfinden. Das ist halt ein völlig anderes Konzept. Niemand kauft ein Auto, weil es sich in ihrem Empfinden "gut anfühlt" (hoffe ich zumindest...), aber den Glauben, den nimmt man durchaus aus solchen Gründen an. Weil das innere Erleben dazu passt. Dass nicht alles rational erklärbar ist (am Glauben), würde ich tatsächlich als Feature sehen, nicht als Bug. Würde ich eine rational abgeklärte Entscheidung treffen, kann man dann überhaupt noch von Glauben im religiösen Sinne sprechen? Ich meine nein.
Ich hoffe, das führte jetzt nicht zu weit am Thema vorbei.
Und als Apologet bin ich auch noch nicht bezeichnet worden... Ich fühle mich nicht ganz wohl mit dieser Zuschreibung, aber ich schätze, dass man meinen Post so sehen kann... 😐
Ich hoffe, ich habe nicht wieder an deiner Intention vorbei geredet. Irgendwie habe ich das Gefühl, dass wir uns in dieser Diskussion auf leicht unterschiedlichen inhaltlichen Ebenen bewegen. Und Erwartungsebenen auch.
@kaya Naja, Erklärungsversuch, der offensichtlich gescheitert ist.
Aufstehen, Krönchen richten, weitermachen!
ich denke, dass es einen Grund dafür geben muss, der vermutlich in einem Missverständnis darin liegt, wie Gott auf die Welt einwirken kann oder auch nicht kann, aber benennen kann ich den Grund nicht.
Warum denkst Du das?
Nebenbemerkung: der oben schon erwähnte Wittgenstein wies im Rahmen seiner Untersuchungen darüber, was sinnvollerweise gesagt werden könne, mal darauf hin, dass Sätze nach dem Schema: "Entweder es regnet oder es regnet nicht!" zwar immer wahr seien, aber nie etwas über die Welt aussagen würden. 😉 Mir ist bewußt, dass Du die Wendung hier in einem etwas anderen Zusammenhang verwendetest, aber vielleicht magst Du ja dennoch beim nächsten Mal, wenn Dir eine solche Formulierung auf der Zunge, bzw. in den Fingerspitzen über den Tasten liegt, kurz innehalten und überdenken, was Du da überhaupt ausdrücken willst...
aber ich bin mir auch nicht sicher, was du von jemandem, der hier schreibt, erwartest. Dass sie eine gute Erklärung für ein unlösbares Problem auftischen, das selbst Fachleute, die sich ihr halbes Leben damit beschäftigt haben, nicht lösen konnten? Ist das nicht ein unrealistischer Anspruch?
Ich habe hier keine Erwartungshaltung, die irgendwen zu irgendwas verpflichten würde. Ich grätsche meist in irgendwelche Diskussionen rein, wenn mir ein darin geäußerter Gedanke fragwürdig, ein Argument nicht haltbar, ein Mißverständnis in's Nirgendwo zu führen scheint. Oft wird mein Reingrätschen einfach ignoriert, wahrscheinlich so ähnlich, wie die abseitigen Schlaubergereien, die der etwas peinlich-komische Jungesellen-Onkel bei Familienfeiern in die Runde ruft, zu ignorieren gepflegt werden... Manchmal werde ich korrigiert - da habe ich was falsch verstanden und mein Einwand erweist sich nach kurzer Erklärung als gegenstandslos. Und manchmal, gaaaanz selten, aber dafür um so kostbarer, vermag jemand meinen Einwand nachzuvollziehen und so für sich etwas zu klären, einen Irrtum einsehen, ein invalides Argument aufgeben, eine Position justieren...
Ich weiß nicht ob du dich einfach nur an dem Wort "Erklärung" stößt.
Das war tatsächlich der Triggerpunkt! 🙂
Ich wollte meine Gedanken dazu in den Raum stellen. Besser so?
Keine Ahnung. Ist es besser so? Auch wenn ich hier vom Tonfall leider (das scheint genetisch veranlagt zu sein bei mir Lehrerkind...) häufig Oberlehrerhaft rüberkomme, fällt es nicht in meinen Zuständigkeitsbereich, andere User zu tadeln. Und ganz ehrlich: ich wünsche nicht, dass Du etwas schreibst, nur damit ich "Ruhe gebe". Ich möchte in unserer Diskussion nicht gewinnen, sondern überzeugen, so schwer diese Beteuerung auch zu glauben ist... 😇
Ha. Da haben wir doch das Problem erfolgreich identifiziert!
Mist, erwischt! Ja, wie soll ich's denn noch didaktisch schonender formulieren? 😰
Aber ehrlich gesagt glaube ich kein Verkäufer kann so kompetent sein, damit ihm jemand dieses Auto abnimmt...
Ha, wenn Du wüsstest! Ein Kumpel von mir ist Versicherungsvertreter - äh, - makler - äh, -repräsentant... Was der den Leuten aufschwatzen könnte (wenn er nicht so ein äußerst seriöser, nur am Kundenwohl interessierter Zeitgenosse wäre), das glaubste kaum. Immer, wenn ich in einem unserer höchstwichtigen Streitgespräche über Gott, die Frauen und den Stand der Welt an sich nicht weiterkomme, werfe ich kapitulierend die Hände in die Luft: "Okay, nun schieb sie schon rüber die Achselhaarversicherungspolice, ich unterschreibe!"
Ein kompetenter Verkäufer kann jeden Schrott verkaufen - darin besteht ja gerade seine Kompetenz.
Übrigens bitte ich zu beachten: ob es sich bei diesem Auto um Schrott handele, war keine meiner Prämissen in dem Analogie-Argument. Aber na gut, es stört mich auch nicht, wenn Du nun von selbst zu dieser Einschätzung gekommen sein solltest... 😉
Für mich entsteht der Glaube aber nicht im Verstand, sondern im Empfinden.
Das gilt einerseits für uns alle, andererseits ist es zur Hälfte falsch.
Wir alle haben für das, was wir glauben (sofern es uns überhaupt relevant erscheint) irgendwelche Gründe, derentwegen wir es glauben. Diese Gründe sind häufig nicht durch vernünftiges Überlegen uns eingefallen. Ich bin beispielsweise fest davon überzeugt, dass nur ein Bruchteil eines Prozents der religiös Gläubigen tatsächlich durch Vernunftgründe zu ihrer jeweiligen religiösen Überzeugung gelangten*.
Aber in aller Regel prüfen wir, gerade bei wichtigen Gegenständen, ob es auch vernünftig wäre, sie zu glauben. Wir würden kaum weit im Leben vorankommen, wenn wir nicht ständig die Gründe, die für oder gegen den Glauben hinsichtlich irgendwelcher wichtigen Gegenstände sprechen, mittelst unseres Verstandes, unserer Vernunft abwögen. Denn schnell lernen wir schon im Kleinkindalter, dass unser Empfinden und häufig trügt und dass irrtümlicher Glaube üble Konsquenzen nach sich ziehen kann. Je wichtiger also es ist, das Richtige statt des Falschen zu glauben, desto mehr tendieren wir dazu, unserem Bauchgefühl (Empfinden) per Grundskepsis gewissermaßen Zaumzeug anzulegen.
Der Glaube, auf den wir uns berechtigterweise verlassen zu können meinen, mag also mit einem Gefühl, einem Empfinden begonnen haben - ist hernach dann aber idealerweise ** durch die Inquisitionsmühlen des Verstandes gegangen.
Unser Verstand kann da wie ein Gerichtshof betrachtet werden. Vor den wird der Glaubens-Gegenstand geführt und die Frage geklärt: Ist er schuldig (Irrtum) oder unschuldig (zutreffend/wahr)? Die Anklage und die Verteidigung legen ihre Beweisanträge vor, und der vorsitzende Richter, der da als Bewußtseinsinstanz, die am Ende die Entscheidung gegenüber der Welt vertreten muss, im präfrontalen Kortex sitzend an seiner Robe zupft, kommt irgendwann zu seinem im Namen des Ichs verkündeten Urteil: "Jupp, der Glaube ist in Ordnung, dem gemäß wird sich ab heute verhalten!" oder "Der Glaube ist der Irrtümlichkeit überführt und wird entsprechend per Löschung der ihn repräsentieren Synapsenverbindungen vom Leben zum Tode überführt. Die Sitzung ist geschlossen!"
Aber wie das mit Gerichtsverfahren so ist: es wird nicht zwangsläufig die Wahrheit bei ihnen gefunden, sondern nur ein Urteil. Und dieses Urteil, dass die Glaubensposition definiert, die das Ich gegenüber der Aussenwelt (dem Du und all den anderen) von da an vertritt, kann von dieser Aussenwelt angefochten werden gemäß dem Schema: "Du glaubst etwas Falsches!"
Dann kann es zu Diskussionen kommen, in welchen die Argumente der Anklage und der Verteidigung erneut vorgebracht werden und mit den Argumenten, die womöglich in der ersten Verhandlung überhaupt nicht vorgebracht wurden, verglichen werden. "Ich glaube aber X! Ich habe aber das Empfinden Y!" - sind dann eher schwache Argumente, wenn die Urteile Deines inneren Inquisitionsgerichts auf die Urteile des meinen treffen. Da willst Du dann von mir wissen oder ich von Dir, was die Begründung des Urteils war, bevor es - als Glaubensposition, und damit als wahr und gültig akzeptiert wird.
Würde ich eine rational abgeklärte Entscheidung treffen, kann man dann überhaupt noch von Glauben im religiösen Sinne sprechen? Ich meine nein.
Und ich meine, eben dargelegt zu haben, dass, bzw. wie alle Glaubenspositionen - also auch religiöse Glaubenspositionen - Ergebnisse einer internen "rationalen" Abklärung sind. Rational bedeutet freilich nicht: fehler- oder vorurteilsfrei. Bei religiösen (und generell: ideologischen) Glaubenspositionen, so meine Behauptung, spielen Vorurteile im hier gleichnishaft skizzierten internen Gerichtsverfahren eine starke Rolle. Während die Anklage kaum mal ununterbrochen zu Wort kommt, melden sich von den Zuschauerplätzen ständig irgendwelche Freunde und Unterstützer des Angeklagten mit Zwischenrufen: "Mama hat dich lieb! Papa ist stolz auf dich! Schande, das ganze Verfahren ist eine Schande! Schauprozess! Freiheit für Glaubensposition X! Freibier für alle!"
Kein Angeklagter aus der Familie von X wurde jemals vor diesem Gericht schuldig gesprochen. Etabliert das nicht gewissermaßen schon sowas wie ein Gewohnheitsrecht? Immer kam die Verteidigung in letzter Sekunde mit einem apologetischen Entlastungszeugen, den noch kritisch in ein Kreuzverhör zu nehmen der Anklage nicht mehr zugestanden wurde, weil der Richter endlich in's Wochende zum Segeln wollte...
Wenn Du meinst, dass Urteile über die Plausibilität von religiösen Glaubensgegenständen notwendigerweise so zustande kommen müssten - dann stimme ich Dir zu - dann kann man bei rational abgeklärten Urteilen (Entscheidungen) nicht von Glauben im religiösen Sinne sprechen.
Stellt sich halt die Qualitätsfrage. ^^
*Die frustrierende Erfahrung, die man als Atheist häufig in Streitgesprächen mit religiös Gläubigen macht, dass jene sich durch alle rationalen Argumente kaum einen Millimeter von ihren anfänglichen Position wegbewegen lassen, hat schon so manchen Atheisten verzweifeln lassen: "Die checken es einfach nicht, da kann man sich den Mund fusselig reden! Kann man überhaupt so begriffsstuzig sein, oder stellen die sich einfach doof?" Mir erging es früher selbst ähnlich, bis ich mal von jemandem folgenden Hinweis bekam: "Wenn jemand nicht per Vernunftargument zu seiner Glaubensposition gelangte, sondern aus Gefühlsgründen, dann wird man ihn auch nicht per Vernunftargument von dieser Glaubensposition abbringen können." Seither bin ich nicht mehr frustriert, wenn meine rationalen Einwände an meinen apologetischen Opponenten abprallen wie von einer Gummiwand, bzw. absorbiert werden ohne irgendwelchen erkennbaren Impact. Meine Vernunfteinwände interessieren einfach nicht.
Nachdem ich das mal gecheckt hatte, hatten die Frustgefühle ein Ende. 🙂
**Je weniger streng wir's da befragen, desto eher laufen wir Gefahr, etwas Falsches, dessen Falschheit wir nicht durchschauten, zu glauben. Mit gegebenenfalls üblen Folgen.
Also irgendwie nehme ich deine Erwartungshaltung schon so wahr, als hättest du gerne, dass ich ernsthaft versuche, dich zu überzeugen. Ich muss da leider enttäuschen. Ich bin nicht im Forum, um etwas zu verteidigen, sondern eher, weil ich selber viele Fragen habe und hoffe, Antworten zu finden. Und gerade für unlösbare Probleme wie dieses werde ich sicher nicht die überzeugende Antwort bereitstellen können, wenn das vor mir auch keiner konnte.
Warum denkst Du das?
Ich würde gerne an einen Gott glauben, der gut und allmächtig ist. Böse (oder sagen wir gleichgültig) und allmächtig würde dem christlichen Glauben ja fundamental widersprechen und gut aber nicht allmächtig passt nicht so recht in das Gottesbild vom Schöpfergott, dem nichts unmöglich ist.
Ich mache mal einen neuen Versuch:
Tun wir so, als wäre die Theodizee-Frage eine einfache mathematische Gleichung. Du schaust sie an und sagst direkt: kann nicht stimmen. Da steht es schwarz auf weiß, das auf der linken Seite entspricht nicht dem auf der rechten Seite des = Zeichens, also ist die Gleichung falsch, Gott kann nicht gut und allmächtig sein, nur wenn er eins davon nicht ist, dann stimmt die Gleichung wieder.
Und ich schaue mir dieselbe Gleichung ein und erkenne genau dasselbe. Aber es rattert in meinem Kopf. Woher kommen die Annahmen? Wieso wissen wir, dass es genau diese Variablen gibt und keine weiteren? Haben wir etwas übersehen? Würde die Ergänzung eines einzigen fehlenden Elements die Gleichung doch noch richtig machen?
Und daher kommen die ungeschickten Erklärungsversuche, ich suche nach etwas, das nicht offensichtlich ist. Weil ich der Meinung bin, dass es trotzdem da ist, da sein muss, weil ich das offensichtliche Ergebnis „geht nicht, gibt’s nicht“ so nicht akzeptieren möchte.
Ich denke, Glaubende sind oft auch Suchende. So viele Fragen, und die Weigerung, eine offensichtliche Antwort als der Weisheit letzten Schluss zu akzeptieren.
Findest du das unvernünftig? Wenn man das Offensichtliche nicht akzeptieren will, weil man sich wünscht, dass es anders ist? Ein bisschen Naivität gehört zum Glauben immer dazu.
Ich möchte in unserer Diskussion nicht gewinnen, sondern überzeugen, so schwer diese Beteuerung auch zu glauben ist...
Oh, ich glaub dir das. Aber ich habe das Gefühl, dass du schon auch gerne missionierst, und Leute davon zu überzeugen, dass ihr Glaube Unsinn ist, würde dich doch gewinnen lassen.
Ich bin beispielsweise fest davon überzeugt, dass nur ein Bruchteil eines Prozents der religiös Gläubigen tatsächlich durch Vernunftgründe zu ihrer jeweiligen religiösen Überzeugung gelangten.
Gleichfalls. Ich kann mir nicht vorstellen, wie man sich aus rationalen Gründen dafür entscheiden sollte. Dafür ist das Ganze viel zu unlogisch und widersprüchlich.
Aber in aller Regel prüfen wir, gerade bei wichtigen Gegenständen, ob es auch vernünftig wäre, sie zu glauben. Wir würden kaum weit im Leben vorankommen, wenn wir nicht ständig die Gründe, die für oder gegen den Glauben hinsichtlich irgendwelcher wichtigen Gegenstände sprechen, mittelst unseres Verstandes, unserer Vernunft abwögen. Denn schnell lernen wir schon im Kleinkindalter, dass unser Empfinden und häufig trügt und dass irrtümlicher Glaube üble Konsquenzen nach sich ziehen kann. Je wichtiger also es ist, das Richtige statt des Falschen zu glauben, desto mehr tendieren wir dazu, unserem Bauchgefühl (Empfinden) per Grundskepsis gewissermaßen Zaumzeug anzulegen.
Bei vielen anderen Lebensbereichen würde ich zustimmen. Wobei das auch individuell sehr sehr unterschiedlich ist. Menschen glauben an so irrationale Sachen, da ist der christliche Glaube höchst vernünftig dagegen. Ich denke, dass du dem rationalen Denken einen zu hohen Stellenwert gibst. Das ist vielleicht das Ideal-Bild des vernunftbegabten Menschen, der seinen Verstand zu gebrauchen weiß, aber ich denke, dass wir wesentlich mehr aus dem Bauch heraus entscheiden als mit dem Kopf. Dass sogar viele unserer Überzeugungen auf gefühlter Wahrheit basieren statt auf objektiven Fakten. Wenn das bei dir anders ist, herzlichen Glückwunsch, ich würde das aber nicht für jeden voraussetzen. Schau dir mal an, wie die Welt so tickt – glaubst du dann immer noch, dass die meisten Menschen vernunftbasiert agieren? Ha ha ha.
Ja, du schreibst, das ist nicht fehler- oder vorurteilsfrei. Aber wo kommen Vorurteile denn her? Ist das für dich kein Bauchgefühl, keine gefühlte Wahrheit?
Ich bin eine von denen, die aus „Gefühlsgründen“ zu ihrem Glauben gelangten. Ich weiß, dass Teile davon nicht rational begründbar sind. Aber das gleicht die innere Überzeugung aus. Ich denke, viele Menschen (mich eingeschlossen) deuten persönliche Erfahrungen und Erlebnisse in etwas Glaubensbezogenes um. Das ist bedingt durch unsere Psyche, die überall Muster erkennen will. Ist mir auch bewusst. Und trotzdem besteht eine Möglichkeit, dass da wirklich ein Muster im Zufall ist. Und wer das Muster sehen will, der sieht es auch. Ich finde, darin liegt auch Schönheit. Das muss man nicht direkt als Unsinn abtun, nur weil man selbst eben nur zufällige Punkte sieht.
Oder es anderen ausreden wollen. Menschen gibt der Glaube was, das ist die rationale Begründung, warum sie an etwas glauben. Das ist ein Anker, eine Stabilisierung ihrer Psyche, die ihnen hilft, ihr Leben zu bestreiten. Ich finde den Versuch, das Leuten auszureden, nur weil er einer gnadenlosen vernunftbasierten Prüfung nicht standhalten würde, dann doch moralisch eher fragwürdig.
@kaya Ich finde den Versuch, das Leuten auszureden, nur weil er einer gnadenlosen vernunftbasierten Prüfung nicht standhalten würde, dann doch moralisch eher fragwürdig.
Okay. 🙂
Ein Nachtrag, nochmal in aller Ruhe:
Mal nebenbei und grundsätzlich: Wäre ich überzeugter Christ, so würde ich es jedesmal als blasphemische Anmaßung betrachten, wenn andere Christen ihre eigenen Behauptungen und Sichtweisen als die von Jesus ausgeben würden, nur um es sich in Diskussionen leicht zu machen.
So war es auch nicht gemeint. Was ich aussagen wollte war: Wenn du die finale und korrekte Antwort auf die Theodizee-Frage wolltest, müsstest du Jesus fragen. Dass das argumentativ schwach ist, geschenkt, seh ich ein. Die Aussage von dir fand ich einfach nicht fair, weil ich das so nie gesagt hatte. Sorry, wenn ich mich da missverständlich ausgedrückt habe.
Zu meiner Verteidigung: Ich wusste bis eben auch nicht, dass von mir eine überzeugende Argumentation erwartet wird. Aber ich bin ja neu im Forum und lerne noch dazu 😉 Aber im Ernst: Ich muss und will niemanden überzeugen, ich wollte einfach nur darstellen, wie ich mich der Frage angenähert habe. Ich habe weder Philosophie noch Theologie studiert und habe weder das methodische noch fachliche Wissen, um mich so einer Debatte zu stellen. Ich bin ja sonst auch ein Verfechter von "Wenn man keine Ahnung hat, einfach mal die Fresse halten", aber bei so etwas, naja, sehr meinungs- und wenig faktenbasierten wie Glauben hätte ich gesagt, dass man sich auch als Laie äußern kann. Ist ja etwas sehr Individuelles.
Wenn du über die Inhalte noch diskutieren möchtest, gerne - das kann man argumentativ auseinander nehmen, das kann man auch wieder fallen lassen, wenn es zu nichts führt. Meinen argumentativen Stil bitte ich mit Nachsicht zu behandeln. Zumal man als Kritiker immer in einer argumentativ stärkeren Position ist, da man ja nichts "beweisen" / nachweisen muss. Es reicht einfach nur kritische Fragen stellen. Das würde ich in einem anderen Forum zu einem mir fremden Glauben vermutlich auch noch hinbekommen 😀
@kaya Zu meiner Verteidigung:
Du brauchst Dich nicht zu verteidigen, denn es war nicht meine Absicht, Dich anzugreifen. Mein Stil ist manchmal etwas apodiktisch, aber ich meinte mein "Reingrätschen" oben wirklich so: als konstruktives Angebot oder kleinen Anstupser, über die Qualität Deines Erklärungsangebots mal nachzudenken. Klar: ich würde micht freuen, wenn Du im Rahmen einer solchen (selbst-)kritischen Analyse am Schluß zu der Überzeugung kämest, dass die Theodizee eigentlich keine Frage, sondern eine Widerlegung des darin vorkommenden Gotteskonzepts ist. Es wäre meinerseits Heuchelei zu behaupten, ich würde diskutieren, ohne andere überzeugen zu wollen. Aber über die Erfolgsaussichten in dieser Hinsicht mache ich mir wenig Illusionen. 😉
Wenn du über die Inhalte noch diskutieren möchtest, gerne - das kann man argumentativ auseinander nehmen, das kann man auch wieder fallen lassen, wenn es zu nichts führt.
Ein andermal vielleicht, wenn mein Prokrastinationsbedürfnis mal wieder überhand nimmt... 😀
Veröffentlicht von: @jack-blackEin andermal vielleicht, wenn mein Prokrastinationsbedürfnis mal wieder überhand nimmt... 😀
Solltest Du nicht Deine Steuererklärung machen? Oder die Wohnung aufräumen?
Oder einfach schlafengehen?
@chai Solltest Du nicht Deine Steuererklärung machen?
Stimmt, danke für den Hinweis! - Das sollte ich in meine Liste von Argumenten gegen die These, die Welt sei von einem allmächtige und allgütigen Gott so geschaffen worden, wie sie ist, als dritten Punkt mit aufnehmen.
1. Zahnschmerzen wegen Karies bei Kindern. --> kein liebender Gotte würde das zulassen
2. Mückenattacken beim gemütlichen Zusammensitzen nach dem Abendessen auf der Terasse --> kein liebender Gott würde sich beim Micromanagement der Fiesheit so in's Zeug legen.
3. Steuererklärung --> in einer gut geschaffenen Welt gäbe es keine solche Einrichtung, dass unbescholtene und wirklich um Tadellosigkeit bemühte Bürger regelmäßig durch sowas gequält werden.
Veröffentlicht von: @kayaWillst du damit sagen, dass Gott nicht allmächtig ist? Also damit würde ich mich als Christ seeehr schwer tun.
Oder wie hast du es sonst gemeint?
Also für Gottes Allmacht finden wir zahlreiche Belege in der Bibel, falls einem noch nicht ausreicht, dass Gott die Welt geschaffen haben soll (wie soll das bitte gehen ohne, naja, nahezu unbegrenzte Macht / Möglichkeiten zu haben?). Ich hab mal ein paar rausgesucht obwohl das sonst nicht mein Gebiet ist:
Unter ALLMACHT Gottes verstehen ja manche, dass alles, das Gute und Böse von einem allmächtigen Gott ausgehe, es könne nichts ohne seine quasi Einwilligung dazu geschehen.
Solche unterschätzen offensichtlich die weltweit immer mehr erkennbare Macht Gottes Widersachers über all je Menschen die durch unstillbare Gier nach Macht und Geld dem Mammon dienen, und nicht Gott.
Sicher verfügte Gott während Schaffung von Himmel und Erde und allem was darauf wächst mit über unendliche weisheitsvolle Schöpferkraft, das ist unbestritten. Das setze ich nicht Allmacht gleich.
Sprüche 8. 22 Der HERR hat mich schon gehabt im Anfang seiner Wege, ehe er etwas schuf, von Anbeginn her. 23 Ich bin eingesetzt von Ewigkeit her, im Anfang, ehe die Erde war. 24 Als die Tiefe noch nicht war, ward ich geboren, als die Quellen noch nicht waren, die von Wasser fließen. 25 Ehe denn die Berge eingesenkt waren, vor den Hügeln ward ich geboren, 26 als er die Erde noch nicht gemacht hatte noch die Fluren darauf noch die Schollen des Erdbodens. 27 Als er die Himmel bereitete, war ich da, als er den Kreis zog über der Tiefe,
Als Christ gilt für mich der durch Jesus Christus offenbarte Gottesglaube. Und ich sehe nirgends in den Evangelien eine Aussage von Jesus, dass sein himmlischer Vater ein Allmächtiger Gott sei, der so quasi für das Gute als auch das Böse in der Welt zuständig sei. Du schon?
Unter ALLMACHT Gottes verstehen ja manche, dass alles, das Gute und Böse von einem allmächtigen Gott ausgehe, es könne nichts ohne seine quasi Einwilligung dazu geschehen.
Das heißt, du gehst davon aus, dass Dinge in der Welt geschehen, die nicht von Gott gewollt sind und die dieser auch nicht verhindern kann?
@lucan-7 Ich weiss nicht, wie Du Dir Gott und göttliches Eingreifen vorstellst ,z.B. wenn jemand aufgrund von aufgestautem Hass bewaffnet in eine Schule geht und während seinem Amoklauf mehrere Menschen tötet, oder verletzt.
Überall wo Menschen aufgrund von unstillbarer Gier nach Macht und Reichtum, Menschen unterdrücken, ausbeuten, kann sie doch Gott nicht stoppen. Die Unrecht tun sind vom Teufel (inspiriert) sagte Johannes. Und Jakobus sagte, der durch Jesus Chrstus offenbarte Gott ist Vater des Lichts, von dem nur Gute gaben von oben herabkommen.
Gott ist m.E. doch kein Regisseur im Himmel, der alles und überall kontrolliert, da und dort eingreift und dort und da nicht.
Ich halte es mit Johannes, dass Gott Liebe ist und dass wer in der Liebe bleibt in Gott bleibt und Gott in solchen. 1. Joh 4,16
Für mich gibt es die unsichtbare Welt des Lichts (Gott) und im Gegensatz dazu die unsichtbare Welt der Finsternis (Satan) Wobei ich mir natürlich weder Gott noch Teufel als personifizierte Wesen vorstelle.
Ich weiss nicht, wie Du Dir Gott und göttliches Eingreifen vorstellst
Eigentlich gar nicht... ich gebe hier ja nur wieder, was Christen mir erzählt haben.
z.B. wenn jemand aufgrund von aufgestautem Hass bewaffnet in eine Schule geht und während seinem Amoklauf mehrere Menschen tötet, oder verletzt.
Nicht wenige Christen würden in so einem Fall wohl dafür beten, dass Gott doch eingreifen möge und die Opfer verschont werden.
Jetzt sagst du, wenn ich dich richtig verstehe: Das wäre völlig zwecklos, Gott greift bei so etwas nicht ein und tut nichts dafür, dass Opfer verhindert werden. Der Täter hätte ja auch in die Kirche gehen und einen anderen Weg erkennen können, aber da er sich nun mal anders entschieden hat hat Gott damit auch nichts mehr zu tun.
Überall wo Menschen aufgrund von unstillbarer Gier nach Macht und Reichtum, Menschen unterdrücken, ausbeuten, kann sie doch Gott nicht stoppen.
"Kann nicht" und "Will nicht" ist hier schon ein recht wesentlicher Unterschied...
Unter ALLMACHT Gottes verstehen ja manche, dass alles, das Gute und Böse von einem allmächtigen Gott ausgehe, es könne nichts ohne seine quasi Einwilligung dazu geschehen.
Ok, dann meinten wir tatsächlich nicht ganz das gleiche. Zur Konkretisierung: ich meine nicht, dass von Gott Gutes und Böses gleichermaßen ausgeht.
Jetzt kommt das Aber: für mich ist ein Gott, der machtlos gegenüber dem Bösen ist, schwierig nachzuvollziehen. Und das wäre für mich die Konsequenz deiner Aussage.
Solche unterschätzen offensichtlich die weltweit immer mehr erkennbare Macht Gottes Widersachers über all je Menschen die durch unstillbare Gier nach Macht und Geld dem Mammon dienen, und nicht Gott.
Ich interpretiere diese Aussage so: der Teufel ist mächtiger als Gott. Oder zumindest gleich mächtig wie Gott. Wenn du es anders gemeint hast, korrigiere mich bitte.
Wie ich eben schon gesagt hatte, damit tue ich mich schwer. Ich würde hier eher mit Hiob argumentieren wollen: das Böse, das Hiob ereilt, kommt nicht von Gott, sondern vom Teufel. Gott lässt es allerdings zu. Warum? Weil der Teufel mächtiger ist als Gott? Weil Gott es nicht verhindern kann? Nein. Der Teufel forderte Gott heraus, er sagte sinngemäß: Dein Diener Hiob ist ja nur so fromm, weil du ihn zigfach gesegnet hast. Sobald er alles verloren hat, wird er dich hassen. Also erlaubte Gott dem Teufel, Hiob zu versuchen. Hätte Gott ablehnen können? Vermutlich nicht, da er dem Teufel damit indirekt Recht gegeben hätte. Nach dem Motto "Solange du mir nicht das Gegenteil beweist, bin ich im Recht". Wir wissen nicht, welche Konsequenzen das gehabt hätte. Das ist meine Interpretation von Hiob.
Für mich heißt das, weder kommt das Böse von Gott noch existiert es, weil Gott dem Teufel nicht Einhalt gebieten kann. Nein, er lässt es zu. Er hält sich raus. Warum, dazu hab ich ein paar Vermutungen geäußert, dafür könnte es eine Vielzahl von Gründen geben. Ich glaube nur nicht, dass es daran liegt, dass Gott grundsätzlich nicht fähig ist, etwas zu ändern. Sondern eher, dass es eine bewusste Entscheidung ist, aus Gründen, die wir nicht gänzlich verstehen können.