Inwiefern ist Gott ...
 
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Inwiefern ist Gott allmächtig?

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Lucan-7
Themenstarter
Beiträge : 29516

Das ist eine Frage, die sich hier eigentlich ständig aus fast allen Diskussionen ergibt... einerseits heisst es, dass Gott "allmächtig" sei, und das bedeutet: Nichts geschieht ohne seinen Willen, und alles was geschieht, entspricht seinem Willen - sonst würde es ja nicht geschehen.

Andererseits heisst es immer wieder: Gott will dies nicht, Gott will das nicht. Gott will, dass wir frei sind, und dann eben auch die Konsequenzen tragen. Auch dann, wenn er diese Konsequenzen gar nicht wünscht - obwohl er sie doch selber festgelegt hat.

Es ist auch erstaunlich, was in Diskussionen immer wieder an Aussagen kommen... Gott "kann dies nicht, weil...", Gott "wünscht nicht, dass...", Gott "will, dass es anders ist..." - alles Dinge, die im Grunde aussagen: Gott ist gar nicht allmächtig.

Oder aber, als Konsequenz: Gott ist allmächtig - und deshalb ist alles ganz genau so, wie er es will.

Das erlebe ich in der christlichen Lehre aber praktisch gar nicht (Bei den Juden ist das wohl wieder ein wenig anders). Denn da heisst es immer wieder:

"Gott ist allmächtig, und er will nicht, dass dieses oder jenes geschieht oder dass die Welt so ist, wie sie ist!"

 

Das erscheint mir allerdings absurd. Wie seht ihr das? Ist Gottes Allmacht überhaupt begründbar bzw. mit der christlichen Lehre zu vereinen?

Antwort
360 Antworten
kerygma
Beiträge : 363
Veröffentlicht von: @lucan-7

Wenn du jetzt sagst, ich soll nur auf das eingehen, was die einzelnen Leute schreiben

Krasse Herausforderung oder? Auf das eingehen, was Leute schreiben, die man Gesprächspartner nennt.

 

 

kerygma antworten
2 Antworten
Lucan-7
(@lucan-7)
Beigetreten : Vor 16 Jahren

Beiträge : 29516

@kerygma 

Krasse Herausforderung oder? Auf das eingehen, was Leute schreiben, die man Gesprächspartner nennt.

Ja.

Beispielsweise auf den "christlichen Glauben" und nicht auf "individuelle Vorstellungen".

Denn so ziemlich jeder Christ, dem ich so begegne, sieht zwar einerseits individuelle Unterschiede - ist aber andererseits auch der Ansicht, dass es allgemeine Wahrheiten über das Christentum gibt. Diese zu erfassen und sich darüber auszutauschen - dazu dient ja auch unter anderem das Forum hier.

lucan-7 antworten
kerygma
(@kerygma)
Beigetreten : Vor 1 Monat

Beiträge : 363

@lucan-7 Ich sage dazu mal ein abschließendes Wort. Du kannst entscheiden, wie Du weitermachen möchtest. Beginne damit, Deine Gesprächspartner als Gesprächspartner mit eigenen Perspektiven und Ansichten anzunehmen und sie darin ernst zu nehmen, auf sie einzugehen. Auf diesem Weg wird sich ein Verstehen entwickeln. Solange es für Dich nur Accounts sind, deren Ansichten Du sammelst, um Dir daraus etwas zu erschaffen, was Du selbst christliches Weltbild nennst und das Dir zu nichts anderem dient, als gegen den nächsten Gesprächspartner als Waffe eingesetzt zu werden, wirst Du in einem Kreislauf bleiben, den hier manche schon angesprochen haben. Am Ende bleibst Du damit in einem Kampf gegen Dich selbst und schottest Dich ab und wirst auch nicht verstehen können, welche Freiheit Menschen in Christus erfahren haben und was das Christentum ausmacht. Menschen müssen sich nicht für das rechtfertigen, was andere denken und glauben. Alles Gute für Dich.

kerygma antworten


Sonne0004
Beiträge : 11

@lucan-7 

Ja l🤗gisch, es gibt nur die Allmacht Gottes ..., oder eben seine Ohnmacht, wenn er denkt: Kinners Kinners,

vor Jesus habe ich euch Siddhartha, nach Jesus habe ich euch Mohammed geschickt ...,

die Essenz ist bei allen dreien dieselbe,

das bin ich, das seid ihr. Wann kommt ihr endlich, damit wir in Walhalla ein rauschendes Fest feiern können?  

Spaß beiseite ...😉

Vielleicht hilft Schopenhauer an dieser Stelle: Du kannst zwar tun und lassen, was du willst, aber du kannst nicht wollen was du willst.

Ja, wir haben Entscheidungsfreiheit und zack, wird diese Freiheit direkt wieder einkassiert🤷🏻‍♂️

Und das ist doch im Grunde genommen Freude, reine Freude, in der sich das Leben, in der wir uns ausbreiten dürfen.

Es ist aus einem Guss. So sehe ich es ...

🌈🐣🌈

 

sonne0004 antworten
Claudius
Beiträge : 95

@lucan-7

Ich denke man kann dies in menschlicher Hinsicht folgendermaßen kategorisieren:

1. Gott ist allmächtig und allwissend:
Dies bedeutet, das alles was im Kosmos geschieht durch Gott vorhergesehen wurde.

2. Gott ist Souverän:
Daher sind wir aus Gottes Willen mit freien Willen entstanden, warum?

3. Auf das gesetzte Attribute Gottes, Gerechtigkeit aus Tatfolge bedingt, Güte, Barmherzigkeit, Liebe, Gnade usw. manifest werden mögen:
Denn der Mensch ist ein (nicht das alleinige) Gleichnis Gottes.

Hieraus folgt:
Wir haben drei Kategorien, Diese nicht zu unterscheiden meint einen logischen Kategoriefehler zu begehen. Allmacht Gottes und seine allwissende Weisheit steht also nicht im Widerspruch zu Leid und Unvollkommenheit der Welt, noch freien Willen, denn der Mensch in seinem freien Willen ist Voraussetzung dafür, das Attribute wie Liebe, Gerechtigkeit und Güte im Kosmos überhaupt erst wahrhaftig realisiert werden können. Sinn und Zweck des Menschen ist gerade, das jene in die Welt kommen mögen und letztlich auch werden. Ohne gegenteiliges Potential verbliebe dies unvollkommen, da wahrhaftige Liebe frei belassene Entscheidungsfähigkeit bedingt, selbst niemals bedingt sein darf. In dem der Mensch also alle ihm möglichen Attribute durch seine Entscheidungen und Taten in die Welt bringt, wird die in göttlicher Vollkommenheit und Weisheit vorhergesehene Liebe Gottes automatisch gleichsam manifest. Dem Mensch ist es hierdurch möglich Gottes Wirken durch sich selbst zu erleben und einen beschränkten Einblick in Seine Realität zu bekommen. Es besteht folglich gar kein Widerspruch, es sei denn man bringt die Kategorien durcheinander.

claudius antworten
26 Antworten
Jack-Black
(@jack-black)
Beigetreten : Vor 6 Jahren

Beiträge : 6249

@claudius Ich denke man kann dies in menschlicher Hinsicht folgendermaßen kategorisieren:

1. Gott ist allmächtig und allwissend:
Dies bedeutet, das alles was im Kosmos geschieht durch Gott vorhergesehen wurde.

2. Gott ist Souverän:
Daher sind wir aus Gottes Willen mit freien Willen entstanden, warum?

3. Auf das gesetzte Attribute Gottes, Gerechtigkeit aus Tatfolge bedingt, Güte, Barmherzigkeit, Liebe, Gnade usw. manifest werden mögen:
Denn der Mensch ist ein (nicht das alleinige) Gleichnis Gottes.

Das sind keine Kategorien. Das sind einfach nur Behauptungen, die im Weiteren dann als Prämissen behandelt werden.

Entsprechend ist das hier:

Wir haben drei Kategorien, Diese nicht zu unterscheiden meint einen logischen Kategoriefehler zu begehen.

schlicht eine leere Aussage.

Die sich dann anschließende Argumentation ist die unter Apologeten übliche: Dass es keine Widersprüche zwischen den gewählten Prämissen geben könne, weil - öhm... na, weil die halt so festgelegt wurden - wird dann ebenfalls einfach behauptet und nicht begründet.

Dabei ist ja genau an dieser Stelle der Dissens: diejenigen, welche die Möglichkeit der Allmacht eines Gottes bezweifeln, sind eben der Ansicht, dass die Prämissen durchaus im Widerspruch zueinander stehen.

Mit dem schlau klingenden Wort "Kategorienfehler" soll vermutlich Eindruck bei der Leserschaft geschunden werden, was allerdings dort nicht gelingt, wo die Leserschaft so pi mal Daumen den Unterschied zwischen einer Prämisse/Behauptung/These und einer Kategorie kennt.

jack-black antworten
Claudius
(@claudius)
Beigetreten : Vor 4 Monaten

Beiträge : 95

@jack-black Kategorien stellen zusammenhängende Merkmale dar, die zur Identifikation von Objekten und Subjekten notwendig sind.  Kategorie des Baumes beispielsweise ist definiert anhand gemeinsamer Merkmale, welche auf alle Bäume jederzeit zutreffen. Wenn ich also schreibe, das Gott Allmächtig und allwissend ist, dann ergibt sich dies als Merkmal zum einen aus seiner Funktion als Schöpfer sowie dem Konzept der Vorbestimmtheit von allem, als logische Konsequenz aus Genesis und etwa auch dem Johannesprolog (weswegen beispielsweise der erste Vers des Johannesevangeliums auf Genesis verweist). Hieraus ergibt sich jedoch nicht zwangsläufig aktive Teilhabe an der Schöpfung. Nach deistischer Vorstellung etwa existiert ein Schöpfer, welcher sowohl allwissend als auch allmächtig sein kann, jener wirkt allerdings in Folge nicht weiter in die Schöpfung hinein. Gemäß der hebräischen Schriften ist der Gott Israels Souverän. Diese Souveränität wird jedoch unabhängig seiner Schöpfung sozial im Sinne eines Gesellschaftsvertrages (den Bund Israels) begründet. Dies bedeutet, Aspekte der Allmacht und Allwissenheit sind nicht zwingend notwendig zum Verständnis und damit begrifflichen Identifizierung des Konzeptes (oder Idee, falls favorisiert) sowohl des Bundes als auch Souveräns. Souveränität ist vielmehr eine übergeordnete Eigenschaft, welche dann im Verlauf zu den Propheten und weiteren Schriften auf Menschen mit Autorität ausgeweitet wird (Ihr seid Götter). Der Begriff Souverän ist somit eindeutig ein Kategorienbegriff, ebenso wie Allmacht und Allwissenheit kategorische Bezeichnungen der den menschlichen Verstand übersteigenden Gottheit darstellen. Beweis hierfür ist ihre teilweise austauschbare Identität im biblischen Hebräisch. Beides sind ebenfalls alternative Bezeichnungen der gleichen Kategorie.

Wenn ich dies nicht berücksichtige, ist dies ausdrücklich logisch ein Kategorienfehler. Ich beziehe hierdurch praktisch Aussagen der Schrift aufeinander, die in keinem ideellen Zusammenhang stehen. Dadurch entstehen Paradoxien, wie im Eingangspost beschrieben.

Im übrigen werde ich auf weitere Äußerungen Ihrerseits aufgrund offensichtlicher Feindseligkeit nicht weiter antworten. Ich verstehe ihre Argumentation durchaus, ihre Unterstellungen hingegen nicht.

claudius antworten
Jack-Black
(@jack-black)
Beigetreten : Vor 6 Jahren

Beiträge : 6249

@claudius Kategorie des Baumes beispielsweise ist definiert anhand gemeinsamer Merkmale, welche auf alle Bäume jederzeit zutreffen.

 

Das Einteilen in Kategorien dient dazu, konkrete aber eben auch diverse Gegenstände zu ordnen, bzw. sie einordnen zu können. Wenn man die "Kategorie Baum" hinreichend definiert hat, z.B. für eine KI, die, für Kriegsroboter eingesetzt, dabei helfen soll, böse Terroristen auszuradieren, wird diese KI dann zwischen Bäumen und bösen Terroristen unterscheiden können, sodass nicht die teure Spezialmunition dazu verbraten wird, Wälder abzuholzen.

Für die KI bedeutet die Kategorisierung "Baum(-Objekt)", dass sie anhand der Kriterien, die da definiert wurden, zu entscheiden vermag, ob ein beliebiges Objekt vor der Kamera ihres Trägers (sie "läuft" ja auf der Platine irgendeines Roboters) nun ein Baum sei oder nicht. So, wie es auch für die menschliche Intelligenz, die da einen Schützenpanzer steuert, der Fall wäre: Was befindet sich da auf dem Weg für ein Objekt? Ein Feind? Ein Verbündeter? Ein Baum? Ein Osterei? In die Kategorie der Ostereier fallen dann jene Objekte, die eher elipsoid als kugelrund sind, die schön angemalt wurden und aus leer gepusteten Eierschalen oder Schokolade bestehen... Was man halt so als Osterei-Kriterien betrachtet. Es gibt unterschiedliche Ostereierkategorien (Schoko-Ostereier, Zucker-Ostereier, handbemalte Ostereier, industriell gefertigte Ostereier, Ostereier mit und Ostereier ohne akoholoische Füllung), aber im Gegensatz zur Kategorie der Bäume hat die Kategorie der Ostereier keine weiteren Unter-Kategorien "Flach-" vs. "Pfahlwurzler"... Unterkategorien, die für den Kampfroboter oder auch den Panzeroffizier durchaus von Belang sein könnten, weil sich ein Pfahlwurzler-Baum vermutlich schwieriger überrollen läst ein ein Flachwurzler (oder umgekehrt, da müsste man jetzt mal die Niederwalz-Experten fragen...). Die Kategorie der Ostereier ist übrigens für Kampfroboter nicht weiter von Belang: sie müssen nur eine funktionierende Definition der Kategorie "auszuschaltender Feind" haben, sowie die Vorgabe, alle Objekte, die nicht in diese Kategorie fallen, unzerstört zu lassen.

 

Wenn ich also schreibe, das Gott Allmächtig und allwissend ist, dann ergibt sich dies als Merkmal zum einen aus seiner Funktion als Schöpfer sowie dem Konzept der Vorbestimmtheit von allem, als logische Konsequenz aus Genesis und etwa auch dem Johannesprolog (weswegen beispielsweise der erste Vers des Johannesevangeliums auf Genesis verweist).

Von da an wird's wieder schwierig, Dir zu folgen. Was heißt hier: also? Worum geht es hier? Willst Du die Definition Gottes, wie sie sich Dir darstellt, erklären? Wozu? Ob sie in sich widersprüchlich ist, hängt nicht davon ab, wie Du auf sie gestoßen sein magst. Oder irgendwer anders. Entweder, sie ist in sich widersprüchlich, oder sie ist's nicht. Entweder es ist möglich, dass die Kategorie "Gott" ein Element enhält, oder sie bleibt leer, da aus Gründen der Logik keine Elemente existieren können, welche die Kriterien dieser Kategorie erfüllen.

Wenn jemand darauf hinweist, dass die Kriterien, die für Deine Kategorie "Gott" aufgestellt wurden, unmöglich gleichzeitig zutreffen können, dann bringt es nix, auszuführen, wie oder warum man auf diese Kriterien verfiel - das macht sie nicht weniger widersprüchlich.

Im übrigen werde ich auf weitere Äußerungen Ihrerseits aufgrund offensichtlicher Feindseligkeit nicht weiter antworten.

Ach, und ich dachte, wir duzen uns hier alle? 😘 

 

jack-black antworten
Queequeg
(@queequeg)
Beigetreten : Vor 19 Jahren

Beiträge : 7721

@claudius 

"alles was im Kosmos geschieht durch Gott vorhergesehen"

Was für ein armer Gott, der seit Ewigkeiten und für Ewigkeiten durch nichts überrascht sein kann, weil er eh schon alles weiß.

queequeg antworten
Tatokala
(@tatokala)
Beigetreten : Vor 21 Jahren

Beiträge : 4704

@queequeg Du meinst, wir sind besser dran?

tatokala antworten
Queequeg
(@queequeg)
Beigetreten : Vor 19 Jahren

Beiträge : 7721

@tatokala 

"Du meinst, wir sind besser dran?" - weil wir nicht alles wissen?

Ja, wenn wir alles wüssten, auch die Zukunft, würden wir vor lauter Depression das Leben nicht ertragen.

queequeg antworten
Tatokala
(@tatokala)
Beigetreten : Vor 21 Jahren

Beiträge : 4704

@queequeg Interessanter Ansatz. 

Aber wir ertragen das Leben doch in der Hoffnung, das alles besser wird.

Was nun? Das ist nur eine Illusion? *denk*

 

lg Tatokala

tatokala antworten
Queequeg
(@queequeg)
Beigetreten : Vor 19 Jahren

Beiträge : 7721

@tatokala 

Nun, wenn Gott, wie behauptet, alles wüsste, worauf sollte er dann hoffen?

Ein "Hoffnung" ist eigentlich immer eine Illusion, weil sie etwas voraussetzt, von dem man gar nicht weiß, ob es überhaupt gegeben ist.

queequeg antworten
CredoGer
(@rudi)
Beigetreten : Vor 1 Jahr

Beiträge : 152
Veröffentlicht von: @queequeg

@tatokala 

Nun, wenn Gott, wie behauptet, alles wüsste, worauf sollte er dann hoffen?

Ein "Hoffnung" ist eigentlich immer eine Illusion, weil sie etwas voraussetzt, von dem man gar nicht weiß, ob es überhaupt gegeben ist.

Weil er alles weiß, hofft er!

rudi antworten
Jack-Black
(@jack-black)
Beigetreten : Vor 6 Jahren

Beiträge : 6249

@rudi Weil er alles weiß, hofft er!

Nicht jedes scheinbare Paradox hat auch gleich gedankliche Tiefe. Es können ebensogut einfach nur Begriffe falsch verwendet worden sein.

Queequegs Argument (gegen die Attributierung Gottes als allwissend) war zwar kein logisch-formales, sondern eher ein humanistisch-ironisches: Es wurde dabei unterstellt, dass Gott - so wie wir Menschen - gelangweilt sein, also den Umstand, immer schon zu wissen, wie's weitergeht, als leidvoll empfinden könne. Und da wir Leute, die offenbar leiden, bedauern können, so ging queequegs Argument gedanklich weiter, müssten wir also Gott auch für den Fall bedauern, dass ihn nichts überraschen könne bis in alle Ewigkeit.

So ein Argument kann man nun auf zweierlei Weise kontern:

1. Man kann völlig ironiefrei schlicht behaupten*, dass es für Gott keine Langweile gibt, er also nicht wie Menschen darunter leidet, keine Überraschungen zu erleben. Dieses Argument ließe sich mit dem Hinweis darauf, dass Gott eben anders tickt als wir Menschen, verstärken.

2. Man lässt sich auf das ironische Augenzwinkern ein und sagt: Ganz im Gegenteil! Gott ist zu beneiden, weil er alle Ereignisse dieser Welt geplant hat und nun triumphierend dabei zuschauen kann, wie ein Plan nach dem anderen perfekt aufgeht! Er braucht halt nicht zu hoffen, das unterscheidet ihn ja gerade in seiner Vollkommenheit von uns Menschen: Hoffnung enthält stets Unsicherheit und Unsicherheit ist ein Mangel und Gott leidet an nichts Mangel. Gott kommt gut ohne Hoffnung aus, so, wie auch ein Schachspieler gut ohne Hoffnung auskommt, der das Schachmatt des Gegners in x Zügen vorausberechnen kann.

 

Aber Deine Replik fußt auf der gedanklichen Unterschlagung dessen, dass der Begriff Hoffnung Unsicherheit, was zukünftige Ereignisse angeht, voraussetzt. Wer weiß, dass ein Ereignis notwendig eintreffen muss, kann nicht drauf hoffen. 

 

 

*Da sämtliches apologetisches Denken auf unbelegbaren Behauptungen darüber, wie Gott sei, fußt, kommt es auf ein oder zwei weitere solcher unbelegbaren Behauptungen auch nicht mehr an...

jack-black antworten
Queequeg
(@queequeg)
Beigetreten : Vor 19 Jahren

Beiträge : 7721

@jack-black 

Die weitaus meisten Christen - auch hier - halten Gott für eine Person, die nach Beschreibungen des AT so gut wie alle menschlichen Eigenarten - auch Gefühlen  - hat. Vor diesem Hintergrund könnte ich nicht verstehen, dass er nun ausgerechnet auf etwas nicht hoffen sollte. Nur dann kann ich seine Allwissenheit vergessen.

queequeg antworten
Jack-Black
(@jack-black)
Beigetreten : Vor 6 Jahren

Beiträge : 6249

@queequeg Die weitaus meisten Christen - auch hier - halten Gott für eine Person, die nach Beschreibungen des AT so gut wie alle menschlichen Eigenarten - auch Gefühlen - hat.

Schon klar. Dein Argument hatte ich verstanden. Aber es ist m.A.n. durchaus ein ironisches Argument nach dem Muster: "Entscheidet euch mal, wie euer Gott denn nun sei - emotional-menschlich oder nicht?" Wie Gott nun tatsächlich ist, hängt allerdings wohl kaum von einer Mehrheitsentscheidung der Gläubigen ab. Falls er also nicht emotional ähnlich gestrickt ist wie diejenigen, die ihn so behaupten, muss das Fehlen von Hoffnung für ihn keinen Mangel bedeuten.

Nur dann kann ich seine Allwissenheit vergessen.

Selbstverständlich. ^^

jack-black antworten
Martha
 Martha
(@martha)
Beigetreten : Vor 3 Jahren

Beiträge : 1557

@claudius 

Zum Beitrag

Vielen Dank für deine Ausführungen. Ich habe Fragen zum philosph. Teil der Argumentation:

Wie passt d.M.n. Gottes Allwissenheit mit dem freien Willen des Menschen zusammen?

Wenn Gott schon weiß, wie wir uns entscheiden werden, wie können wir dann trotzdem sagen, dass diese Entscheidung wirklich frei ist?

martha antworten
kerygma
(@kerygma)
Beigetreten : Vor 1 Monat

Beiträge : 363
Veröffentlicht von: @martha

@claudius 

Zum Beitrag

Vielen Dank für deine Ausführungen. Ich habe Fragen zum philosph. Teil der Argumentation:

Wie passt d.M.n. Gottes Allwissenheit mit dem freien Willen des Menschen zusammen?

Wenn Gott schon weiß, wie wir uns entscheiden werden, wie können wir dann trotzdem sagen, dass diese Entscheidung wirklich frei ist?

Kannst Du nicht frei entscheiden, wenn Gott weiß, wie du Dich frei entscheiden wirst?

kerygma antworten
Martha
 Martha
(@martha)
Beigetreten : Vor 3 Jahren

Beiträge : 1557

@kerygma 

Kannst Du nicht frei entscheiden, wenn Gott weiß, wie du Dich frei entscheiden wirst?

Du meinst im Sinne von:

Wenn Gott bereits weiß, wie du dich aus freiem Willen entscheiden wirst,

nimmt dieses Wissen Gottes deiner Entscheidung dann wirklich die Freiheit?

martha antworten
kerygma
(@kerygma)
Beigetreten : Vor 1 Monat

Beiträge : 363

@martha Ja, denn Gott schreibt mir nicht vor, was ich tue. Er weiß aber, was ich tue.
Wenn ich mich doch anders entscheide, weiß Gott vorher, dass ich mich umentschieden habe, er kennt aber die Handlung, die ich ausführen werde. Sein Wissen beeinflusst nicht meine Entscheidung.

kerygma antworten
Martha
 Martha
(@martha)
Beigetreten : Vor 3 Jahren

Beiträge : 1557

@kerygma 

Gottes Wissen bestimmt nicht meine Entscheidung – es umfasst meine freie Entscheidung,

wäre eine Formulierung, mit der ich klarkäme... 

 

martha antworten
kerygma
(@kerygma)
Beigetreten : Vor 1 Monat

Beiträge : 363
Veröffentlicht von: @martha

@kerygma 

Gottes Wissen bestimmt nicht meine Entscheidung – es umfasst meine freie Entscheidung,

wäre eine Formulierung, mit der ich klarkäme... 

 

Hatte denn Claudio etwas anderes gesagt?

kerygma antworten
Claudius
(@claudius)
Beigetreten : Vor 4 Monaten

Beiträge : 95

@martha Das ist meiner Meinung nach aus dem Hebräischen her erklärbar, dahingehend das Allwissenheit als dynamisch vorhersehenden Prozess verstanden wurde. Dies bedeutet letztlich nach menschlichem Fassungsvermögen die Vorstellung, das Gottes Allwissenheit alle Folgen menschlichen Handelns, im weiteren Sinne aller potentiellen, intelligenten Lebensformen des Kosmos in allen möglichen, freien Auswirkungen jederzeit vollständig zu ermessen in der Lage ist. Mir fällt hierzu spontan ein rabbinisch-jüdisches Gebet ein, wo es in Übersetzung heißt:" Er (der Eine Gott) kennt das Ende schon vor Anbeginn'. 'Vor Anbeginn' kann man als typisch semitische Stilistik begrifflicher Hervorhebung durch Übertreibung sehen. Begrifflich liegt der Fokus jedenfalls nicht auf eine Art feststehend unveränderliches Wissen, sondern aus der Dynamik menschlichen Handelns heraus im Vermögen unabhängig menschlicher Entscheidungsfreiheit alle Folgen konsequent bis zum Ende abzusehen. Mit jeder Entscheidung jedes Menschen ist es damit in etwa so, als würde sich die gesamte Realität des Kosmos entsprechend verändern und Gott ist derjenige, der diese Veränderung absolut nachvollziehen kann.

claudius antworten
kerygma
(@kerygma)
Beigetreten : Vor 1 Monat

Beiträge : 363

@claudius Ups, sorry dass ich deinen Namen falsch geschrieben habe.

kerygma antworten
Claudius
(@claudius)
Beigetreten : Vor 4 Monaten

Beiträge : 95

@kerygma Kein Problem.

claudius antworten
Martha
 Martha
(@martha)
Beigetreten : Vor 3 Jahren

Beiträge : 1557

@claudius 

Allwissenheit als dynamisch vorhersehender Prozess

Der Mensch kann frei entscheiden, während Gott trotzdem alles weiß, was daraus entstehen kann.

martha antworten
Claudius
(@claudius)
Beigetreten : Vor 4 Monaten

Beiträge : 95

@martha Ja. Da allerdings Gott auch in die Welt (für den Menschen schwer nachvollziehbar) eingreift, scheint es Ziele zu geben, die sozusagen fest stehen und unabhängig jedmöglicher Entwicklung Realisierung finden (werden).

claudius antworten
Martha
 Martha
(@martha)
Beigetreten : Vor 3 Jahren

Beiträge : 1557

@claudius 

Hast du da etwas Bestimmtes vor Augen?

(Musst nicht antworten, wenn du nicht willst.)

Mir ist es auch wichtig, dass er geheimnisumwittert ist und uns manchmal im Dunkeln tappen läßt. 😎

 

martha antworten
Claudius
(@claudius)
Beigetreten : Vor 4 Monaten

Beiträge : 95

@martha
Ein persönliches Beispiel hierfür habe ich gerade gelesen:

https://www.meinekirchenzeitung.at/wien-noe-ost-der-sonntag/c-glaube-spiritualitaet/wie-ein-blitz_a2981

„Out of the blue the light went on.“ Völlig unerwartet ging das Licht an. So beschreibt Eyal Friedman das, was ihm vor rund zwanzig Jahren passiert ist. Der Israeli absolviert gerade seinen Militärdienst, als ihn etwas wie ein Blitz trifft. Etwas, das er zunächst weder erklären noch zuordnen kann. „Innerhalb eines Moments war alles hell. Ich fühlte Hoffnung und Freude. Aber ich hatte keine Ahnung, was passiert war.“ Über drei Jahre lang sucht Eyal, aufgewachsen als säkularer Jude in Israel, um herauszufinden, was sein Leben derartig verändert hat.

New Age-Strömungen, die Welt der Esoterik – nichts kann ihm Antwort geben. „Bis ich irgendwann einige Christen kennenlernte, die mich mit messianischen Juden in Kontakt brachten. Und da begann der Herr den Schleier zu lüften, und ich habe erkannt, dass Jeschua (der hebräische Name Jesu) der Weg, die Wahrheit und das Leben ist.

 

Aus irgend einem Grund war dies wichtig, für ihn persönlich, für andere - wer weis; jedenfalls sind dies alles Konsequenzen, die nicht allein individuell gelten, sondern immer auch kollektiv von Bedeutung bleiben.

claudius antworten
Martha
 Martha
(@martha)
Beigetreten : Vor 3 Jahren

Beiträge : 1557

@claudius

Völlig unerwartet ging das Licht an. 

Solche Erlebnisse sind, wie ich finde, ein besonderes Geschenk. ❤️

 

 

martha antworten


kerygma
Beiträge : 363
Veröffentlicht von: @claudius

m Hebräischen sind viele Begriffe, Wendungen bis hin zu feststehenden Formulierungen so etwas wie Kategorien, keine streng begrenzten Wörter im Sinne deutscher Grammatik. 

Interessant, Danke!

kerygma antworten
Hesed
 Hesed
Beiträge : 15

Ich bin kein studierter Mensch, ich würde mal sagen normaler arbeitender wiedergeborener Christ.

Ich bin seit eben erst hier angemeldet, und diese Diskussion hat mich angesprochen.

ist Gott allmächtig? Und wie passt das dann alles zusammen mit dem was passiert.

Ich habe vor einem Jahr meine Frau verloren sie bekam mit 46 neben mir im Bett einen Schlaganfall, kam dann ins Krankenhaus und da ist sie dann verstorben, hinterließ 4 Kinder die nicht erwachsen waren. 
Ich hätte allen Grund diese Frage zu stellen „ warum hat Gott nicht geholfen“ wir sind alle gläubig mein Bruder ist Missionar bei den Philippinen und erlebt große Dinge mit Gott. 
Warum also hat Gott nicht seine Macht eingesetzt und geholfen? 
Das zu hinterfragen wage ich nicht, denn meine Gedanken sind nicht seine Gedanken und sein Plan ist größer als wir kleinen Menschen dazu denken, wer weiß schon was alles, möglicherweise ist Sie im Himmel wichtiger, kann oder soll ich das beurteilen?
Niemals würde ich mir das anmaßen Gottes Plan zu hinterfragen, nur durch seinen Atem lebe ich, er weiß wieviel Haare ich am Kopf trage, er hat alles erschaffen, durch ihn sind wir, also werde ich demütig ( nicht gebeugt) alles tragen was er auf mich läd denn sein Joch ist leichter als meins und ich freue mich auf den Tag wenn er wieder kommt und dann hat es sich erledigt mit dem Leid hier auf Erden. 
Deswegen sage ich ja, zu der Frage „ ist Gott allmächtig“ er kann alles. Ob das uns gefällt oder für uns nicht gerecht ist heißt noch lange nicht das wir damit Recht haben nur weil uns kleinen Menschen was ungerecht scheint. 
Deswegen gebe ich mein Leben Jesus damit wenn ich sterbe zu Gott kann denn nur durch ihn kommen wir in das Himmelreich, und dann werden wir die Herrlichkeit sehen und dann werden wir auch seinen Plan verstehen was jetzt aber noch im verborgenen für uns ist.

hesed antworten
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Stern
 Stern
(@stern)
Beigetreten : Vor 1 Jahr

Beiträge : 3450

@hesed 

Ich habe gezögert meinen Daumen hoch darunter zu setzen…zwar kann ich dem nur beipflichten…aber mir fehlt da der Gedanke, dass er seine Allmacht auch für mich einsetzt. „Bittet, und es wird euch gegeben“ oder „Alles, was ihr betet und bittet, glaubt nur, dass ihr’s empfangt, so wird’s euch zuteilwerden“….auch wenn ich nicht weiss, was Gott sich denkt: hier habe ich eine Zusage für alles, was mich betrifft.

 
stern antworten


Hesed
 Hesed
Beiträge : 15

Gibt man seinen Kindern den ganzen Tag über Schokolade? Auch wenn sie noch so betteln? Nein das würden Eltern niemals machen, die Kinder haben auch die Zusage der Eltern sich um sie zu kümmern. 
So ist es doch im Grunde genommen auch bei uns Erwachsenen. Woher wissen wir schon ob das gut für uns ist um was wir bitten. Kann das jemand beantworten? Ob die bitte die wir haben wirklich benötigen und ob diese dann nicht sogar uns schaden würde? Wir wissen doch gar nichts im Endeffekt. Die Menschen bewegen sich hier auf Erden und möglicherweise betreten wir heiligen Boden ohne es zu wissen und entehren diesen eben. All die Dinge kann kein Mensch wissen was Gott alles heilig ist.

Wir können nicht mal sagen wie oft Gott uns vor Dingen bewahrt die uns töten oder sonst was passieren könnte, weiß das jemand zu sagen wie oft er beschützt wurde? Das kann niemand sagen denn Gott wird nicht kommen und sagen hey ich habe gerade den Wind gedreht damit der Baum dich nicht erschlägt…er macht es einfach ohne das wir dies merken. Manchmal gibt es Wunder die sichtbar sind ganz klar aber wir wissen nicht wie oft wir vor Unglück geschützt wurden. 
Ganz sicher kann man sein wenn wir um was bitten was Gott für uns gut findet das man das dann bekommt, vorausgesetzt man zweifelt daran keine Sekunde.

Abraham, wie lange hat er auf die Zusage das er Nachkommen haben wird so viel wie es Sterne am Himmel gibt? Wann wurde Sara schwanger mit 100? 
Sara hat zu Abraham sogar gesagt nimm meine Magd ich kann keine Kinder mir kriegen, und doch ist es geschehen. 
Man muss schon glauben und Geduld haben  und auf keinen Fall zweifeln.

Nicht alles was wir denken zu brauchen heißt noch lange nicht das wir das bekommen. 
Diese Zusage herzunehmen um dann Gott zur Rechenschaft ziehen würde ich nicht wagen weil wir es einfach nicht wissen können ob es gut ist oder nicht, das kann nur Gott wissen. 

hesed antworten
Seite 10 / 11
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