Inwiefern ist Gott allmächtig?
Das ist eine Frage, die sich hier eigentlich ständig aus fast allen Diskussionen ergibt... einerseits heisst es, dass Gott "allmächtig" sei, und das bedeutet: Nichts geschieht ohne seinen Willen, und alles was geschieht, entspricht seinem Willen - sonst würde es ja nicht geschehen.
Andererseits heisst es immer wieder: Gott will dies nicht, Gott will das nicht. Gott will, dass wir frei sind, und dann eben auch die Konsequenzen tragen. Auch dann, wenn er diese Konsequenzen gar nicht wünscht - obwohl er sie doch selber festgelegt hat.
Es ist auch erstaunlich, was in Diskussionen immer wieder an Aussagen kommen... Gott "kann dies nicht, weil...", Gott "wünscht nicht, dass...", Gott "will, dass es anders ist..." - alles Dinge, die im Grunde aussagen: Gott ist gar nicht allmächtig.
Oder aber, als Konsequenz: Gott ist allmächtig - und deshalb ist alles ganz genau so, wie er es will.
Das erlebe ich in der christlichen Lehre aber praktisch gar nicht (Bei den Juden ist das wohl wieder ein wenig anders). Denn da heisst es immer wieder:
"Gott ist allmächtig, und er will nicht, dass dieses oder jenes geschieht oder dass die Welt so ist, wie sie ist!"
Das erscheint mir allerdings absurd. Wie seht ihr das? Ist Gottes Allmacht überhaupt begründbar bzw. mit der christlichen Lehre zu vereinen?
Veröffentlicht von: @lucan-7Echt? Ich hätte jetzt vermutet, dass christliche Foren im allgemeinen auch Christen vorbehalten sind... fände ich zumindest logisch.
Nein, bei den meisten Foren braucht man als Christ gar nicht anfangen, da ist man im dauerhaften Apologetikmodus.
Mir fallen nur 2 Ausnahmen ein:
Es gibt ein orthodoxes Forum, das wird allerdings primär von Orthodoxen und Menschen, die Fragen an den orthodoxen Glauben haben, genutzt.
Und den katholischen Kreuzgang, der aber theologisch so fundiert ist, dass dort Nichtchristen kaum auftauchen - und spätestens nach dem 3. Thomas von Aquin Zitat in Latein abziehen.
Veröffentlicht von: @sternWir glauben an einen guten Gott und sehen uns mit Leid konfrontiert…
Das völlig verrückte: wir sehen uns sogar mit einem Gott konfrontiert, der dieses ganze Leid durchlebt hat.
Die Allmacht Gottes verstehe ich so, dass Gott mächtig ist in allem, was ist.
Gottes Wille halte ich für unergründlich, letztlich für Menschen nicht erkennbar.
Zu einer Vereinbarkeit mit der christlichen Lehre kann ich diesen Beitrag von Peter Knauer empfehlen:
Veröffentlicht von: @lucan-7Gott würde demnach also nicht "Alles" umfassen, sondern nur einen Teil.
Niemand hat behauptet, Pantheismus wäre wahr. Auch @Maria hat keinen Pantheismus vertreten. Du widersprichst, um des Widersprechens Willen. Darf ich anzweifeln, dass Du Dich jemals mit dem christlichen Weltbild befasst hast?
Niemand hat behauptet, Pantheismus wäre wahr. Auch @Maria hat keinen Pantheismus vertreten. Du widersprichst, um des Widersprechens Willen. Darf ich anzweifeln, dass Du Dich jemals mit dem christlichen Weltbild befasst hast?
Ich gebe hier Vorstellungen wieder, die mir von Christen über Gott erzählt wurden. Andere Vorstellungen habe ich nicht, es geht hier ja um christliche Aussagen.
Wenn mir jemand hier etwas erzählt, das dieser Vorstellung widerspricht, dann ist mindestens eine dieser Aussagen offenbar unzutreffend.
Wenn ich also einwende, dass Gott damit nicht "alles" umfassen kann, dann kannst du entsprechend darauf antworten: "Stimmt, das tut er nicht."
Damit wäre dann beispielsweise auch die bekannte Definition, dass Gott "das höchste Denkbare" sei hinfällig - denn wenn wir einen Teil auslassen, der eben nicht zu Gott gehört, dann gibt es noch etwas "Allumfassenderes" als Gott, das nämlich Gott und den ganzen Rest, der Nicht-Gott ist, einschließt.
Veröffentlicht von: @lucan-7Ich gebe hier Vorstellungen wieder, die mir von Christen über Gott erzählt wurden.
Andere Vorstellungen habe ich nicht, es geht hier ja um christliche Aussagen.
Das kannst Du 1:1 auf die Liebe übertragen. Wenn Du es nicht erlebst, kannst Du Dich nur darauf verlassen, was Dir X und Y und Z darüber erzählen. Auch da kann es gut sein, dass X darüber ganz andere Dinge erzählt als Y, während Z es nochmal ganz anders erlebt. Und dann bastelst Du Dir aus den Aussagen von X und Y und Z (und noch einigen weiteren Buchstaben) Dein Bild von der Liebe zurecht, das aber immer noch anders sein kann als das, was Du dann irgendwann selber erlebst. Und wenn Du ganz viel Pech hast, erkennst Du die Liebe gar nicht, weil sie eben nicht dem Bild entspricht, was Du Dir zurechtgebastelt hasst.
Und genau hier liegt der Hase im Pfeffer. Wir unterhalten uns über Dinge, die jedes anders empfindet und erlebt.
Das kannst Du 1:1 auf die Liebe übertragen. Wenn Du es nicht erlebst, kannst Du Dich nur darauf verlassen, was Dir X und Y und Z darüber erzählen. Auch da kann es gut sein, dass X darüber ganz andere Dinge erzählt als Y, während Z es nochmal ganz anders erlebt. Und dann bastelst Du Dir aus den Aussagen von X und Y und Z (und noch einigen weiteren Buchstaben) Dein Bild von der Liebe zurecht, das aber immer noch anders sein kann als das, was Du dann irgendwann selber erlebst. Und wenn Du ganz viel Pech hast, erkennst Du die Liebe gar nicht, weil sie eben nicht dem Bild entspricht, was Du Dir zurechtgebastelt hasst.
Es gibt deshalb auch keine "Weltgemeinschaft der Liebenden", die sich zusammengeschlossen haben, weil sie sich gegenseitig versichern, dass ihre Liebe letztlich dasselbe sei und sich dabei alle auf dasselbe Buch beziehen, in dem alles Wesentliche zu dem Thema aufgeschrieben steht...
Veröffentlicht von: @lucan-7Es gibt deshalb auch keine "Weltgemeinschaft der Liebenden", die sich zusammengeschlossen haben, weil sie sich gegenseitig versichern, dass ihre Liebe letztlich dasselbe sei und sich dabei alle auf dasselbe Buch beziehen, in dem alles Wesentliche zu dem Thema aufgeschrieben steht...
Es gibt z.B. diese wunderbaren Autoaufkleber, auf denen steht 'Liebe für Alle, Hass für Keinen'.
Und ich finde die so komplett nichtssagend, weil keiner weiß, was der Aufklebende unter 'Liebe' versteht.
Es gibt deshalb auch keine "Weltgemeinschaft der Liebenden",
Es gibt auch keine "Weltgemeinschaft der Christen", zumindest nicht in dem Verständnis, daß man über einen oberflächlichen Austausch hinaus sich automatisch mit einem Christen von irgendwo auf der Welt besser versteht, als mit einem Nichtchristen.
Gemeindekonstellationen mit Weltabgewandtheit z.B. - da würde ich mich nicht heimisch fühlen, selbst wenn ich durch äußere Umstände gezwungen wäre, in so einer Umgebung zu wohnen, wo es keine Alternativen in der Nähe gäbe.
Denn zu einer "Weltgemeinschaft der Christen" würden nun mal auch die konservativsten Splittergruppen gehören - und da fallen mir schon Beispiele ein, wo ich sagen würde: nein danke, diese Werte teile ich nicht..
lg tatokala
Veröffentlicht von: @tatokalaDenn zu einer "Weltgemeinschaft der Christen" würden nun mal auch die konservativsten Splittergruppen gehören - und da fallen mir schon Beispiele ein, wo ich sagen würde: nein danke, diese Werte teile ich nicht..
Und es gibt ja nicht nur konservative Splittergruppen - es gibt ja genug 'seltsame' Gruppen, wo man automatisch als erstes sagt 'Da gehör ich nicht dazu'
"Darf ich anzweifeln, dass Du Dich jemals mit dem christlichen Weltbild befasst hast?"
Egal, ob lucan-7 Dir erlaubt, seine Vorstellung anzuzweifeln. Fairness und Respekt verbieten es allemal.
Leider weiß ich nicht mehr, wie "Daumen nach unten" geht. Sonst hätte ich Dir die gegeben.
@queequeg Wenn Du Dich besser fühlst, ist das für mich ok.
Dennoch wird eine verdeutlichende Nachfrage erlaubt sein, wenn es starke Abweichungen zwischen dem gibt, was jemand zeigt, und dem, was er beansprucht.
ich kann mich erinnern, dass Lucan selbst kritisch Aussagen und geschilderte Erfahrungen von historischen Personen angreift und als unglaubwürdig einstuft.
Da wird es erlaubt sein, auch die Glaubwürdigkeit seiner Aussagen anzuzweifeln, besonders wenn sie offensichtlich nicht mit dem geschriebenen Inhalt übereinstimmen, völlig unabhängig davon, ob man in anderen Themen übereinstimmt.
Da wird es erlaubt sein, auch die Glaubwürdigkeit seiner Aussagen anzuzweifeln, besonders wenn sie offensichtlich nicht mit dem geschriebenen Inhalt übereinstimmen, völlig unabhängig davon, ob man in anderen Themen übereinstimmt.
Kannst du gerne tun, und es hilft ja auch Missverständnisse zu vermeiden.
Wenn du dann aber meine erklärende Antwort ignorierst und meine Aussagen generell für unglaubwürdig hälst - dann haben wir hier auch keine gemeinsame Diskussionsbasis mehr.
Veröffentlicht von: @lucan-7Wenn ich also einwende, dass Gott damit nicht "alles" umfassen kann, dann kannst du entsprechend darauf antworten: "Stimmt, das tut er nicht."
Wenn Deine Gesprächspartnerin überhaupt nicht behauptet hat, dass Gott Alles ist, lieferst Du keinen Einwand. Du missbrauchst dann lediglich das Gespräch, um irgendwelche Takes zu setzen. Warum eigentlich? Um Dich selbst gut zu fühlen oder klüger als die "dummen" Christen?
Wenn Deine Gesprächspartnerin überhaupt nicht behauptet hat, dass Gott Alles ist, lieferst Du keinen Einwand. Du missbrauchst dann lediglich das Gespräch, um irgendwelche Takes zu setzen.
Nochmal: Ich sammele verschiedene Aussagen, die Christen über Gott tätigen. Beispielsweise sagt ein Christ: "Gott umfasst alles!".
Dann komme ich mit einem anderen Christen ins Gespräch, und dieser sagt: "Gott ist absolut gut, es ist nichts Böses an ihm!".
Dann stelle ich im Anschluss fest: "Dann kann Gott aber nicht "Alles" umfassen, denn das würde ja das Böse einschliessen."
Ich selber weiß nicht, welche dieser Aussagen jetzt zutreffend sein soll und wie sich das biblisch begründet - ich finde nichts dergleichen in der Bibel in dieser Absolutheit.
Aber offensichtlich gibt es ganz verschiedene Ansichten, die kaum miteinander in Deckung zu bringen sind - obwohl nicht wenige Christen genau das behaupten.
Wenn du jetzt sagst, ich soll nur auf das eingehen, was die einzelnen Leute schreiben, und dabei nicht auch noch das berücksichtigen, was andere mir erzählt haben - dann gibt es da offenbar also keine gemeinsame, christliche Vorstellung, verstehe ich das dann richtig?
Warum eigentlich? Um Dich selbst gut zu fühlen oder klüger als die "dummen" Christen?
Wer meint denn gerade mir erklären zu müssen was ich zu meinen habe...?