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Kann mir jemand meinen Konfirmationsspruch erklären...?

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Lucan-7
Themenstarter
Beiträge : 29398

Ich habe da eine Frage, und ich wundere mich gerade selbst, warum ich sie jetzt erst stelle, wo es doch so viele kompetente Leute hier gibt, die sich mit der Bibel und Textinterpretationen auskennen...

Ich habe seinerzeit die Möglichkeit gehabt, mir einen Konfirmationsspruch auszuwählen. Da gab es ein paar dutzend Vorschläge, und ich habe mir daraus Psalm 36, 10 ausgesucht: "Du, Herr, bist die Quelle des Lebens und in deinem Licht sehen wir das Licht"

Ich habe das damals ausgesucht, weil mir die Sache mit der "Quelle des Lebens" sehr gut gefiel. Das klang für mich sehr positiv und optimistisch. Quelle fand ich gut. Erfrischend und belebend... und ohne Wasser kein Leben.

Die Sache mit dem Licht habe ich allerdings nie so recht verstanden... hat das noch einen tieferen Sinn, oder gibt es dazu eine konkrete Bedeutung?

Ich meine "Du bist das Licht" erscheint recht klar... "Du leuchtest uns, mit dir sehen wir klar... " das passt schon.

Aber "In deinem Licht sehen wir das Licht"? Also, ein doppeltes Licht? Was für ein Licht im Licht?

Das habe ich nie so recht verstanden. Gibt es da eine konkrete Bedeutung... oder bleibt das unklar, so nach dem Motto: "In deinem Licht gibt es noch mehr Licht, und alles ist geheimnisvoll und trotzdem klar... weil noch mehr Licht!"?

Würde mich nach all der Zeit wirklich mal interessieren... ist ja nur... na ja, schon ziemlich lange her...

 

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83 Antworten
3 Antworten
Martha
 Martha
(@martha)
Beigetreten : Vor 3 Jahren

Beiträge : 1518
Veröffentlicht von: @lucan-7

Ich habe das damals ausgesucht, weil mir die Sache mit der "Quelle des Lebens" sehr gut gefiel. Das klang für mich sehr positiv und optimistisch. Quelle fand ich gut. Erfrischend und belebend... und ohne Wasser kein Leben.

Die Sache mit dem Licht habe ich allerdings nie so recht verstanden... hat das noch einen tieferen Sinn, oder gibt es dazu eine konkrete Bedeutung?

"Und wie Gott der Lebensquell ist, so ist er auch der Lichtquell:

בְּאוֹרְךָ נִרְאֶח־אוֹר außer Gott sehend sehen wir nur Finsternis, dagegen in das Lichtmeer Gottes vertieft werden wir von göttlicher Erkenntnis erleuchtet und von geistlicher Freude durchleuchtet."

 

Delitzsch, Franz. 1883. Biblischer Commentar über die Psalmen. Herausgegeben von Carl Friedr. Keil und Franz Delitzsch. Vierte überarbeitete auflage. Bd. 1. Biblischer Commentar über das Alte Testament. Leipzig: Dörffling und Franke.

 

martha antworten
Tojak
 Tojak
(@tojak)
Beigetreten : Vor 14 Jahren

Beiträge : 655
Veröffentlicht von: @lucan-7

Psalm 36, 10 ausgesucht: "Du, Herr, bist die Quelle des Lebens und in deinem Licht sehen wir das Licht"

Aber "In deinem Licht sehen wir das Licht"? Also, ein doppeltes Licht? Was für ein Licht im Licht?

Das habe ich nie so recht verstanden. Gibt es da eine konkrete Bedeutung... oder bleibt das unklar, so nach dem Motto: "In deinem Licht gibt es noch mehr Licht, und alles ist geheimnisvoll und trotzdem klar... weil noch mehr Licht!"

 

Ich habe bei dem Teil "in deinem Licht sehen wir das Licht" immer im Kopf, dass "das Licht sehen" ein Synonym für "sterben" ist. Dann wäre die Interpretation einfach. Ob der Autor das so gemeint hat, weiß ich aber nicht.

tojak antworten
Lucan-7
(@lucan-7)
Beigetreten : Vor 16 Jahren

Beiträge : 29398

@tojak 

Ich habe bei dem Teil "in deinem Licht sehen wir das Licht" immer im Kopf, dass "das Licht sehen" ein Synonym für "sterben" ist. Dann wäre die Interpretation einfach. Ob der Autor das so gemeint hat, weiß ich aber nicht.

Ich denke, das mit Licht, das man kurz vor dem Tod sieht, ist aber eine moderne Vorstellung, oder?

Klar, sonst würde es bedeuten, Gott ist da von der Geburt bis zum Tod... aber ich denke nicht, dass man dabei eine solche Formulierung verwendet hätte. "Licht" erscheint in der Bibel in anderen Zusammenhängen.

lucan-7 antworten
GoodFruit
Beiträge : 4219

@lucan-7 Ich finde das einen außerordentlich schönen Spruch!

"Du, Herr, bist die Quelle des Lebens und in deinem Licht sehen wir das Licht"

Ich will mich mal versuchen, wie ich das verstehen würde:

Gott ist die Quelle des Lebens. Er ist der Schöpfer, der alles geschaffen hat - auch Dich. Gott ist Geist und aus seinem Geist bist Du. Aber mehr als das: Du entstammst nicht nur dieser Quelle, Du stehst mit ihr immer noch in Verbindung. Das Licht seiner Liebe strahlt auf Dich. Daraus kannst Du Kraft schöpfen, wachsen und gedeihen. Und wenn Du das erkennst, dann hast Du ein besseres Selbstverständnis.

Du erkennst Dich nicht nur als Produkt eines großartigen Wesens sondern als Teil der großen und genialen Schöpfung. Der Satz spricht aber nicht allein von Deiner Erkenntnis, sondern da steht "wir". Du bist nicht allein in der Welt. Du bist in der Gemeinschaft der Christen, die zu derselben Erkenntnis gekommen sind.

Von Gott geht alles aus und wenn wir die Schöpfung im Geist Gottes sehen, dann können wir Gottes Wirken darin auch sehen und uns daran freuen, denn Gottes Sein und Handeln ist hell, klar, gerecht, von Liebe durchdrungen - Licht!

Was für ein schöner Satz, ausgesprochen über ein erwachsen werdendes Leben!

 

Liebe Grüße

GoodFruit

goodfruit antworten
2 Antworten
Lucan-7
(@lucan-7)
Beigetreten : Vor 16 Jahren

Beiträge : 29398

@goodfruit 

Der Satz spricht aber nicht allein von Deiner Erkenntnis, sondern da steht "wir". Du bist nicht allein in der Welt. Du bist in der Gemeinschaft der Christen, die zu derselben Erkenntnis gekommen sind.

Stimmt, dieser Aspekt des Spruches ist mir noch gar nicht aufgefallen...

 

 

lucan-7 antworten
Mariposa22
(@mariposa22)
Beigetreten : Vor 4 Jahren

Beiträge : 1330

@goodfruit Ich finde es auch sehr schön. Wir sind eingetaucht im Licht und sehen das Licht, und alles was sich im Licht befindet.

mariposa22 antworten


Rosanne
Beiträge : 126

@lucan-7 

Vielleicht hilft dir das hier (erf.de) 

Im Psalm 36 bekennen die Beter: "In deinem Lichte sehen wir das Licht!" Um die Sonne zu sehen, müssen wir keine Kerze anzünden. Wir sehen die Sonne in ihrem eigenen Glanz, und durch ihre Strahlen sehen wir alles andere in ihrem Licht. Wenn wir diese Welt, unsere Geschichte, unser eigenes Leben mit unseren Augen, mit unseren gelegentlich hellen Gedanken verstehen, durchschauen, überblicken wollen, dann stochern wir oft im Nebel, wir kommen zu Teilerkenntnissen, aber im nächsten Augenblick kann es passieren, dass uns alles wieder dunkel, rätselhaft, undurchdringlich erscheint. Wie viele sind an dieser Suche nach einem Durchblick, bei diesem Ringen, sich selbst besser zu verstehen, irre und zu Skeptikern geworden. Wir merken, wenn nicht Licht von dem kommt, der dieser Welt und uns das Leben gegeben hat, dann bleiben wir in Vermutungen, in Hypothesen, in Scheinwahrheiten hängen. Es ist wie mit der Sonne, - nur im Licht Gottes, also von seinem Licht, von seinem Blick her, kommen wir selbst ins rechte Licht, gewinnen wir Klarheit über Gott, diese Welt, über uns selbst. Ein Kirchenvater des Mittelalters hat es aus persönlicher Erfahrung so formuliert: "Gott, als ich dich fand, da fand ich mich selbst!"

Er muss uns sagen, wer wir sind, - er muss uns offenbaren, was Sinn und Ziel der Weltgeschichte ist. Deshalb die Einladung, der Anstoß Jesu: "Ich, ich bin das Licht der Welt, wer mir nachfolgt, der wird nicht in der Finsternis wandeln, sondern wird das Licht des Lebens haben." Im Licht Jesu fällt Licht auf unser Leben und damit auch auf sinnvolle Aufgaben in und für diese Welt.

 

Liebe Grüsse, Rosanne

rosanne antworten
4 Antworten
Lucan-7
(@lucan-7)
Beigetreten : Vor 16 Jahren

Beiträge : 29398

@rosanne 

Es ist wie mit der Sonne, - nur im Licht Gottes, also von seinem Licht, von seinem Blick her, kommen wir selbst ins rechte Licht, gewinnen wir Klarheit über Gott, diese Welt, über uns selbst.

Klingt sinnvoll. Was mich halt an dem Satz irritiert, dass hier zweimal "Licht" verwendet wird. Da steht nicht: "In deinem Licht finden wir uns selbst" oder "In deinem Licht finden wir die Wahrheit". Sondern einfach nochmal "Licht". 

Also das Licht, das wir suchen, finden wir im Licht Gottes. Aber das bedeutet, es ist nicht das Licht Gottes, das wir gesucht haben... es hilft uns lediglich, das Licht zu finden, das wir eigentlich brauchen.

Aber was dieses zweite Licht ist - das steht da nicht...

lucan-7 antworten
Stern
 Stern
(@stern)
Beigetreten : Vor 1 Jahr

Beiträge : 3214

@lucan-7 

Aber was dieses zweite Licht ist - das steht da nicht...

Vielleicht das Licht in uns selbst oder in anderen.

stern antworten
Rosanne
(@rosanne)
Beigetreten : Vor 3 Jahren

Beiträge : 126

@lucan-7 
Du hast recht, es ist nicht eindeutig geschrieben. Vielleicht müssen wir unterscheiden zwischen seinem allumfassenden Licht und unserer eigenen Erleuchtung. Letztere können wir nur erreichen, wenn wir unsere Augen aufmachen und Sein Licht sehen. 

Das gleiche Verwirrungspotential sehe ich in der Schöpfungsgeschichte. Und es wurde Licht! Ja, es wurde Licht. „Aber“, fragten mich Kinder im Gottesdienst, „wie ist das möglich, wenn die Sonne erst am nächsten Tag geschaffen wurde? Und wie konnte es Nacht werden und dann wieder Tag, obwohl es unsere Sonne noch nicht gab?“.

Nun, da ist man gefordert. Es gibt wohl Gottes geistiges Erleuchtungslicht, kosmisches Licht, Sonnenlicht, Kerzenlicht und… unsere eigene Erleuchtung…

Wer kann hier in der schönen, adventlichen Lichtchenzeit noch andere Interpretationen einbringen?

rosanne antworten
Rosanne
(@rosanne)
Beigetreten : Vor 3 Jahren

Beiträge : 126
Veröffentlicht von: @rosanne

@lucan-7 
Du hast recht, es ist nicht eindeutig geschrieben. Vielleicht müssen wir unterscheiden zwischen seinem allumfassenden Licht und unserer eigenen Erleuchtung. Letztere können wir nur erreichen, wenn wir unsere Augen aufmachen und Sein Licht sehen. 

Das gleiche Verwirrungspotential sehe ich in der Schöpfungsgeschichte. Und es wurde Licht! Ja, es wurde Licht. „Aber“, fragten mich Kinder im Gottesdienst, „wie ist das möglich, wenn die Sonne erst am nächsten Tag geschaffen wurde? Und wie konnte es Nacht werden und dann wieder Tag, obwohl es unsere Sonne noch nicht gab?“.

Nun, da ist man gefordert. Es gibt wohl Gottes geistiges Erleuchtungslicht, kosmisches Licht, Sonnenlicht, Kerzenlicht und… unsere eigene Erleuchtung…

Wer kann hier in der schönen, adventlichen Lichtchenzeit noch andere Interpretationen einbringen?

 

rosanne antworten
Stern
 Stern
Beiträge : 3214

@lucan-7 

Das mit dem Licht ist für mich so verständlich, dass wir sein Licht brauchen um Licht zu sehen. Als wäre das Licht vorher unsichtbar für uns und erst wenn wir mit Gott verbunden sind, können wir es sehen. 

Das ergibt für mich zwar Sinn, aber ich kann nicht wirklich eine Parallele dazu in meinem Leben finden, die das auch konventionell erklärt…also ohne dass es ein Geheimnis bleibt von der Wortwahl her.

 

stern antworten
3 Antworten
Lucan-7
(@lucan-7)
Beigetreten : Vor 16 Jahren

Beiträge : 29398

@stern 

Das ergibt für mich zwar Sinn, aber ich kann nicht wirklich eine Parallele dazu in meinem Leben finden, die das auch konventionell erklärt…also ohne dass es ein Geheimnis bleibt von der Wortwahl her.

Ja, ich befürchte langsam dass das auch wieder so eine Stelle ist, die eine tiefere Bedeutung bewusst offen lässt.

(Ich merke gerade, dass ich das eigentlich unter "Bibelstellen" hätte einstellen sollen... ich dachte irgendwie, dass das zweite Licht eine theologische Bedeutung hat, aber so weit geht es wohl nicht...)  

lucan-7 antworten
Stern
 Stern
(@stern)
Beigetreten : Vor 1 Jahr

Beiträge : 3214

@lucan-7 

Mir fällt gerade ein, dass du dich vielleicht einfach mal mit dem ersten Teil auseinandersetzen kannst…und dann, wenn du den akzeptiert und verinnerlicht hast, dann passiert der zweite Teil quasi von selbst…ist eine Folge vom ersten Teil.

stern antworten
AWHler
 AWHler
(@awhler)
Beigetreten : Vor 4 Jahren

Beiträge : 2297
Veröffentlicht von: @lucan-7

 

Ja, ich befürchte langsam dass das auch wieder so eine Stelle ist, die eine tiefere Bedeutung bewusst offen lässt.

Wenn ich es nochmal in den at.lichen Kontext der Psalmen setze, ist es vielleicht soooo kompliziert auch wieder nicht.

Es ist für den jüdischen Glauben eine Erfahrung und ein Bekenntnis, das Kurt Marti so formuliert: "... die Zuwendung Jahwes (sein "Antlitz") machen das zuvor dunkle Dasein wieder hell: 'In deinem Licht schauen wir Licht." (aus: Die Psalmen Davids. Annäherungen, RADIUS-Verlag, Stuttgart 1991).

L'Chaim

awhler antworten


Goldapfel
Beiträge : 1590

@lucan-7 

Aber "In deinem Licht sehen wir das Licht"? Also, ein doppeltes Licht? Was für ein Licht im Licht?

Ich verstehe es eher so:

„in deinem Licht wird es hell für uns, der Tag bricht an und die Dunkelheit vergeht. Wir können immer klarer sehen und erkennen, dass du das wahre Licht bist und das hat Auswirkungen auf unser Leben. Wir brauchen das Dunkel nicht mehr zu fürchten.“ Das Ganze in Folge der Erkenntnis, dass Gott die Quelle des Lebens ist.

Einige Übersetzungen schreiben „erkennen wir das Licht“ oder englische nehmen auch „shall“ oder „will“ see the light. Aussagen, die anzeigen, dass etwas noch im Werden ist.

Hatte da mal interlinear geschaut. Und wenn ich das richtig verstanden habe, kommt die hebräische Form für „(sehen) wir Licht“ hauptsächlich für hell werden vor, die erste schien mir stärker mit der Macht Gottes zu tun zu haben. Weitreichender.

Aber vielleicht täusche ich mich da ja auch?

 

ga2 antworten
frosch80
Beiträge : 920

@lucan-7 

 

WARNUNG an alle Christen!!! Bitte NICHT lesen!!!

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Hej Lucan,

 

immer wieder denke ich mir, dass du zu viel Energie damit verschwendest, die Unstimmigkeiten in den Ansichten anderer auszumachen und zu beweisen. Darin sehe ich zwar auch eine Stärke von dir, und für die anderen mag oft ein erheblicher Gewinn darin liegen, wenn sie sich an dir reiben, sich mit deinen Gedanken auseinandersetzen, sich ihrer Sache dadurch sicherer werden (wobei das natürlich nicht immer so sein muss).

Immer wieder denke ich aber auch, dass du dir selber im Weg stehst, weil du (allzu oft) auf einer Ebene verharrst, die ich nicht genau zu benennen vermag, die aber jedenfalls mit Logik und wissenschaftlichem Denken zu tun hat. An sich was Gutes, deine Stärke auch eben, aber eben nicht immer und überall.

Ich mag das Wort "Koan" hier ins Spiel bringen, das im Zen-Buddhismus eine gewisse Rolle spielt. Vielleicht war ja der Pfarrer, der dich konfirmiert hat, und der so weise war (?) dich deinen Konfirmationsspruche selber auswählen zu lassen, so etwas wie dein Zen-Meister, und du warst - und bist! - der Zen-Schüler, dem dieser Vers als Koan mitgegeben ist.

Darüber, ob man so denken darf, gehen freilich die Ansichten auseinander, ich habe es hier aber einfach mal so gemacht. Die Christen, die sich daran stören könnten, hatte ich ja deutlich gewarnt, die lesen das hier ja nicht.

 

Joh 1,5a: Und das Licht scheint in der Finsternis  [...]

Ei nun... das versteht ja fast jeder...

Dir aber ist ein Koan gegeben. Wende dich ihm zu.

 

Liebe Grüße

fr 🙂 sch

frosch80 antworten
6 Antworten
Lucan-7
(@lucan-7)
Beigetreten : Vor 16 Jahren

Beiträge : 29398

@frosch80 

Immer wieder denke ich aber auch, dass du dir selber im Weg stehst, weil du (allzu oft) auf einer Ebene verharrst, die ich nicht genau zu benennen vermag, die aber jedenfalls mit Logik und wissenschaftlichem Denken zu tun hat. An sich was Gutes, deine Stärke auch eben, aber eben nicht immer und überall.

"Immer und überall" wende ich das ja auch nicht an (da würde mir meine Frau auch was erzählen...). Das ist hier im Forum etwas überrepräsentiert...

Vielleicht war ja der Pfarrer, der dich konfirmiert hat, und der so weise war (?) dich deinen Konfirmationsspruche selber auswählen zu lassen, so etwas wie dein Zen-Meister

Eher nicht. Es war eine Pastorin, und ich möchte gar nichts Negatives über sie sagen, aber sie erschien uns Jugendlichen völlig weltfremd. Sie vermochte überhaupt keine Begeisterung zu wecken und frömmelte halt so still vor sich her. Sie arbeitete ihr Programm ab, aber ohne dass sie dabei einen Bezug zu unserer Lebenswirklichheit herstellte. 

Die Sprüche standen auf einem Blatt, wo nur der Anfang vermerkt war. Und da stand eben "Du bist die Quelle...", und das gefiel mir. Wie der Spruch weiterging sah ich erst gar nicht, und als ich dann die Sache mit dem Licht las fand ich das zwar seltsam, aber ich habe den Spruch dann trotzdem ausgewählt.

Viele meiner Mitschüler damals haben die aktuelle Friedenslosung ausgewählt, weil sie die Friedensbewegung toll fanden... ich wollte aber etwas eigenes haben und war dann auch der einzige mit diesem Spruch.

 

Darin sehe ich zwar auch eine Stärke von dir, und für die anderen mag oft ein erheblicher Gewinn darin liegen, wenn sie sich an dir reiben, sich mit deinen Gedanken auseinandersetzen, sich ihrer Sache dadurch sicherer werden (wobei das natürlich nicht immer so sein muss).

Vor allem sehen manche hier mich als "verblendet", und da passt der Spruch... "Im Licht noch ein Licht", das erschien mir immer sehr grell, so dass man schier geblendet wird. Außer Licht  wird ja auch nichts beschrieben.

Und das passt ja dann... auch wenn ich direkt ins Licht Gottes schaue erkenne ich da nichts, weil ich mich nur geblendet fühle...

Würde sicher mancher hier so unterschreiben 😉

lucan-7 antworten
Seidenlaubenvogel
(@seidenlaubenvogel)
Beigetreten : Vor 14 Jahren

Beiträge : 2325

@lucan-7 

Ich hatte dich - in Bezug auf deinen Konfirmationsspruch - eher als Blinder vor Augen und das nicht, weil du geblendet bist, sondern weil du das Licht schlichtweg noch gar nicht erst entdeckt hast.

Heute saß ich in einem Konzert hinter einem Orchester - vor mir zwei Cellisten. Der eine schaffte es nicht seine Noten für den neuen Satz aufzublättern und musste so bei seinem Nachbarn reingucken. Und da … 😉 dachte ich tatsächlich an dich. Du guckst uns Christen über die Schulter, um mitspielen zu können. Du siehst, dass es bei uns etwas gibt, was es braucht, um Teil innerhalb eines Stücks zu sein und du bist Teil, gehörst dazu. Indirekt bist du voll dabei. Empfehlenswert wäre der direkte Kontakt, die Begegnung mit dem Licht (das umgedrehte Notenblatt) und die Erkenntnis Gott ist (war, wird sein) da! … so wie das Licht. 😌

Wenn du mal deinen Blick auf die Welt durchgehst, mit der Basis „Du, Gott bist die Quelle des Lebens“ (und alle anderen Abers an der Stelle ausblendest), könnte das die Kraft haben, deinen Blick zu erhellen? 😎

seidenlaubenvogel antworten
Lucan-7
(@lucan-7)
Beigetreten : Vor 16 Jahren

Beiträge : 29398

@seidenlaubenvogel 

Du guckst uns Christen über die Schulter, um mitspielen zu können. Du siehst, dass es bei uns etwas gibt, was es braucht, um Teil innerhalb eines Stücks zu sein und du bist Teil, gehörst dazu. Indirekt bist du voll dabei.

Interessantes Bild... ich sehe das zwar anders, aber das heisst ja nicht, dass es ganz falsch wäre. 

 

 

 

lucan-7 antworten
Martha
 Martha
(@martha)
Beigetreten : Vor 3 Jahren

Beiträge : 1518

@lucan-7 

wenn ich direkt ins Licht Gottes schaue erkenne ich da nichts, weil ich mich nur geblendet fühle...

Naja. Bei Moses "brannte" der Dornbusch "nur", als er beauftragt wurde, Israel aus der Knechtschaft zu führen. 

Aber die Volxbibel findet für Jesaja 60,1 - ein Spruch, der im Advent Konjunktur hat - folgende Worte:

Gott sagt zu Zion:

„Steh auf, komm in die Hufe! Deine Zeit ist gekommen, du sollst anfangen, wie Licht zu strahlen. Meine Kraft, meine gigantische Art, ist wie eine Flutlichtanlage über dir angemacht worden."

😁

martha antworten
Adjutante
(@adjutante)
Beigetreten : Vor 19 Jahren

Beiträge : 3438

@frosch80 

WARNUNG an alle Christen!!! Bitte NICHT lesen!!!

Ich guck nicht.

adjutante antworten
frosch80
(@frosch80)
Beigetreten : Vor 24 Jahren

Beiträge : 920

@adjutante 

Das ist sehr gut! Sonst dürftest du ja nicht mehr in "Jesus nachfolgen" und in "Mit Gott erlebt" schreiben. 

frosch80 antworten


Weissdorn
Beiträge : 58

@lucan-7 hi, vielleicht hat es etwas damit zu tun, dass du auch eines Tages den Vater sehen wirst? Entweder hast du den Vers ausgesucht oder der Vers dich? beides könnte ich mir auch vorstellen.

Vor dem „Sündenfall“ war der Mensch noch Nackt in seinem Fruchtbaren Leib, dessen Quelle aus Leben, Geist und Odem Gottes bestand, eine Seele in einer Lebendigen Beziehung. Der Mensch war eingehüllt in Licht (אוֹר – or mit dem Buchstaben Alef) = AT/Jüdische Tradition= Licht-Hülle.

Nach dem Sündenfall wurde der Mensch bekleidet mit Fell/Haut (עֹור – ´or mit dem Buchstaben Ajin) = AT/jüdische Tradition=Fell-hülle/Fellkleider. Eine zweite Quelle für das Auge des Menschen entstand. Deswegen kam der Wunsch sich zu bedecken, weil sie die vorherige Hülle verlassen haben/in hintergrund getreten ist. Licht ist ja immer da! Kann klein und groß sein.

Gleiche Augen mit zwei Quellen. Je nachdem mit welcher Quelle man sieht, offenbart sich der Leib und dessen Ursprung/Quelle. Ich würde sagen, der buchstabe Alef im Wort „Licht“ tritt in den hintergrund und das Ajin tritt in unbedeckter Erscheinung seiner Autonomie durch die Frucht die der Mensch gegessen hat.  

Ist es die Quelle vom Baum der Erkenntnis oder die Quelle von Baum des Lebens das die Augen ernährt? In NT,LÜ sagt Jesus in Lukas 11,34 Dein Auge ist das Licht des Leibes. Wenn dein Auge lauter ist, so ist dein ganzer Leib licht; wenn es aber böse ist, so ist auch dein Leib finster. 35 So schaue darauf, dass nicht das Licht in dir Finsternis sei. 36 Wenn nun dein ganzer Leib licht ist und kein Teil an ihm finster, dann wird er ganz licht sein, wie wenn dich das Licht erleuchtet mit hellem Schein. 

 In Christus ist man nicht mehr Nackt, das Fruchtbare Land ist Versiegelt mit dem Heiligen Geist, das nötige upgrade das demnächst in vordergrund kommt und irgendwann offenbart wird. Die Quelle des Lebens tritt auf in einem Licht und die Augen die ihn erkennen sehen dieses Licht/Herrlichkeit =2.Korinther 4, 6 Denn Gott, der da sprach: Licht soll aus der Finsternis hervorleuchten, der hat einen hellen Schein in unsre Herzen gegeben, dass die Erleuchtung entstünde zur Erkenntnis der Herrlichkeit Gottes in dem Angesicht Jesu Christi.

 Psalm 36,2 Es sinnt der Sünder auf Frevel im Grund seines Herzens(eigene Quelle), er kennt kein Erschrecken vor Gott…. 9Sie werden reichlich trinken von der Fettigkeit deines Hauses, und mit dem Strom deiner Wonnen(=H5730עֵדֶן עֶדנָה eden = Ort der Quelle) wirst du sie tränken.10 Denn bei dir ist die Quelle des Lebens, und in deinem Lichte sehen wir das Licht.
Ähnliche oder gleiche Gedanken in John 4,14 wer aber von dem Wasser trinkt, das ich ihm gebe, den wird in Ewigkeit nicht dürsten, sondern das Wasser, das ich ihm geben werde, das wird in ihm eine Quelle des Wassers werden, das in das ewige Leben quillt. + John 12,46 Ich bin als Licht in die Welt gekommen, auf dass, wer an mich glaubt, nicht in der Finsternis bleibe.
Der Mensch ändert sich nicht, nur die Identität Christi den man sieht und angenommen hat, erneuert den ganzen Leib. Und sieht Christus und den Vater der ihn gesandt hat = John 12,45 Und wer mich sieht, der sieht den, der mich gesandt hat. = Psalm 36,10 in deinem Lichte sehen wir das Licht(Vater). *Wie auch in 1.Johannes 1…und unsere Gemeinschaft(wir) ist mit dem Vater und mit seinem Sohn Jesus Christus… Gott ist Licht…
LG

weissdorn antworten
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