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Trinität

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kerygma
Themenstarter
Beiträge : 363

@holger-f

Da Du geschrieben hast, dass viele Menschen die Trinität nicht verstehen, dachte ich mir, wir öffnen dazu mal einen Thread.

Meiner Meinung nach wird durch westliche Christen das Trinitätsmodell deshalb nicht verstanden, weil es die römische Kirche verkompliziert hat.  Es wurde auch das Glaubensbekenntnis der Christen eigenmächtig verändert, einer der Hauptgründe, warum es den Bruch zwischen Katholizismus und Orthodoxie gibt. Ironischerweise hat auch der Protestantismus dieses von Rom veränderte Glaubensbekenntnis unkritisch übernommen.

Die klassische Trinität:

Der Vater ist der Schöpfer, der Ursprung von allem.

Der Vater zeugt den Sohn, den Erlöser.

Der Vater haucht den Geist, der uns heiligt.

Das ist die klassische Trinität und biblisch für die meisten Christen nachvollziehbar.

Das ursprüngliche Nizänische Glaubensbekenntnis bekennt zum Geist:

Wir glauben an den Heiligen Geist,
der Herr ist und lebendig macht,
der aus dem Vater hervorgeht,

 

Die katholische Kirche hat später das Glaubensbekenntnis verändert:

Wir glauben an den Heiligen Geist,
der Herr ist und lebendig macht,
der aus dem Vater und dem Sohn hervorgeht,

 

Man nennt es Filioque-Streit. Filioque heißt eben "und (aus) dem Sohn".

Die katholische Kirche definiert die Trinität durch Relationen.

Daraus entsteht folgendes Problem:

Wenn der Geist als Liebesverhältnis zwischen Vater und Sohn von beiden ausgeht, wird der Geist nur dieses Verhältnis, aber er ist nicht im eigenen Sinn Person, sondern nur Relation.

Die Trinität besagt, dass alle 3 Personen 1 Gott sind. Im Wesen teilen sie alle das gleiche, weil sie alle Gott sind. In den Personen unterscheiden sie sich. Das römische Modell zerstört diese innere Einheit:

Denn wenn nicht mehr nur der Vater der Ursprungs des Geistes ist, sondern auch der Sohn, wird der Vater als Ursprung und Schöpfer relativiert. Die Orthodoxen sagen: die Monarchie des Vaters wird beschädigt, wenn der Sohn auf einmal Eigenschaften bekommt, die nur zum Vater gehören.

Wenn der Sohn und der Vater gemeinsam den Geist erschaffen, haben sie etwas gemeinsam in ihrem Wesen, das aber der Geist nicht hat. Damit hätten Vater und Sohn ein gemeinsames Wesen, das der Geist nicht teilt. Dabei wäre der Geist eines anderen Wesens als Vater und Sohn, der Geist wäre nicht mehr vollkommen Gott. Es gäbe also innerhalb der Dreifaltigkeit ein weiteres Wesen, das Vater und Sohn teilen, das aber den Geist ausschließt.

Deswegen zerstört die römische Trinitätsvorstellung im Grunde die Trinität wie sie ursprünglich verstanden wurde. Diese ganzen Relationsmodelle sind tief philosophisch und entziehen sich dem Verständnis der meisten Christen und widersprechen auch der Bibel.

 

 

Antwort
37 Antworten
kerygma
Themenstarter
Beiträge : 363
Veröffentlicht von: @holger-f

Allwissenheit ist die Eigenschaft Gottes, nicht die des Menschen.

Allwissenheit bezieht sich auf alles, was existiert. Genau wie Allmacht sich auf alles bezieht, was existiert. Alles, was widersprüchlich ist, existiert nicht. Es ist nur ein Konstrukt im menschlichen Gehirn, aber nicht real. Deswegen kann Gottes Allmacht nicht mit der Frage widerlegt werden, ob er einen Stein heben kann, der so schwer ist, dass er ihn nicht heben kann. Weil das ein leeres Konstrukt ist und so ein Stein nicht real existiert. 

Ich hatte darauf hingewiesen, dass die meisten Menschen Widerspruchslosigkeit in ihrem Leben wollen und auch die Bibel uns darauf verweist, dass wir widerspruchsfrei leben sollen, in der Wahrheit, in Christus, in der Geschwisterlichkeit. Dass Menschen widerspruchsfrei sind, habe ich nicht geschrieben, denn dann wären sie in sich wahr. Das sind sie aber aufgrund ihrer Trennung von Christus nicht. Wenn sie in der Gemeinschaft mit Christus leben, verwirklicht sich ein immer authentischeres Leben, je mehr sie sich von Christus entfernen und aus der Wahrheit und in die Lüge rutschen, desto widersprüchlicher wird ihr Leben.

Womit wir wieder bei der Frage sind, welche praktische Konsequenz das alles hat. 

kerygma antworten


kerygma
Themenstarter
Beiträge : 363
Veröffentlicht von: @chai

Und ja - das kann passieren, dass sie zu tiefsinnige Diskussionen zu diesem Thema als 'schräg' empfinden, weil es einfach nichts mit ihrem persönlichen Glaubensleben und ihren ganz persönlichen Erfahrungen und Erlebnissen mit diesem Gott zu tun hat.  

Diese Menschen möchte ich daran erinnern, dass sie daran glauben, dass ein Toter aus seinem Grab auferstanden ist. Das dürfte viel schräger als ein Austausch über ein philosophisches Konzept sein.

kerygma antworten
Holger F.
Beiträge : 147
Veröffentlicht von: @kerygma

Diese Menschen möchte ich daran erinnern, dass sie daran glauben, dass ein Toter aus seinem Grab auferstanden ist. Das dürfte viel schräger als ein Austausch über ein philosophisches Konzept sein.

Die Auferstehung bezieht sich auf ein historisches Faktum, das ich aufgrund der bezeugten Augenzeugenschaft glaube. Das kann also nicht „schräg“ sein, sondern höchstens falsch. 

Eine Theorie dagegen ist nicht unbedingt nur wahr oder falsch, sondern mehr oder weniger plausibel - korrigierbar, modifizierbar, widerlegbar…

holger-f antworten
1 Antwort
kerygma
(@kerygma)
Beigetreten : Vor 1 Monat

Beiträge : 363
Veröffentlicht von: @holger-f
Veröffentlicht von: @kerygma

Diese Menschen möchte ich daran erinnern, dass sie daran glauben, dass ein Toter aus seinem Grab auferstanden ist. Das dürfte viel schräger als ein Austausch über ein philosophisches Konzept sein.

Die Auferstehung bezieht sich auf ein historisches Faktum, das ich aufgrund der bezeugten Augenzeugenschaft glaube. Das kann also nicht „schräg“ sein, sondern höchstens falsch. 

Eine Theorie dagegen ist nicht unbedingt nur wahr oder falsch, sondern mehr oder weniger plausibel - korrigierbar, modifizierbar, widerlegbar…

Empfehle einen Blick über die christliche Bubble hinaus. Ich glaube, @lucan-7 findet den Glauben an Toten, die aus dem Grab wieder auferstehen, ziemlich schräg.

kerygma antworten


AWHler
 AWHler
Beiträge : 2420
Veröffentlicht von: @kerygma

Wie kannst Du eine Aussage treffen, dass wir uns einig sind, wenn Deine Sichtweise davon ausgeht, dass keine Widerspruchsfreiheit möglich ist? Wo keine Widerspruchsfreiheit möglich ist, entsteht auch kein Konsens, eigentlich existiert dann nichts, wenn es nichts Widerspruchsfreies gibt - und in der Konsequenz existiert dann auch nicht Gott, weil es ohne Widerspruchsfreiheit auch keine Wahrheit geben kann.

😉...

Danke - und zugleich ein Sorry, denn mir fehlt es echt  an Zeit, Lust & Energie auf all Deine Gedankengänge & Aussagen einzugehen.

Wenn Andere dem, was ich hier zuvor beigetragen habe, etwas Hilfreiches abgewinnen können, freut es mich - wenn nicht, auch ok. Aber für eine weiteres Hin- und Her bin ich nicht dabei.

L'Chaim

 

awhler antworten
1 Antwort
kerygma
(@kerygma)
Beigetreten : Vor 1 Monat

Beiträge : 363

@awhler ok, ich habe nur versucht, auf Deine Einwände einzugehen.

kerygma antworten
kerygma
Themenstarter
Beiträge : 363
Veröffentlicht von: @holger-f

Wird der Zusatz im Sinne eines Hervorgangs „aus dem Vater durch den Sohn“ verstanden, schwindet der theologische Gegensatz und beide Seiten meinen dasselbe trinitarische Mysterium.

Das stimmt, aber dann greift die römische Erklärung der Trinität nicht mehr.

ganz klassisch wird gesagt, dass der Geist aus der Liebe zwischen Vater und Sohn hervorgeht.

Wenn der Vater aber den Geist durch den Sohn schickt und beide eines Prinzips sind, greift diese Erklärung nicht mehr.

durch den Sohn würde mit der orthodoxen Sicht harmonieren, nicht mit der katholischen.

kerygma antworten


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