Was war denn der "historische Sündenfall"?
Aus der Diskussion über Adam und Eva ergab sich eine neue Frage, die ich an dieser Stelle einmal aufgreifen will.
Denn es ist in christlichen Kreisen heutzutage ja durchaus üblich, die Evolution als Tatsache zu akzeptieren. Das heisst, der Mensch hat sich aus tierischen Vorfahren entwickelt und ist - über etliche Generationen hinweg - mit den Tieren verwandt, am nächsten mit den Menschenaffen.
Damit wäre die Genesiserzählung also metaphorisch zu verstehen. Das bekommt man durchaus hin... die Schöpfungsgeschichte dauerte halt etwas länger, und das Paradies und die Vertreibung stehen halt symbolisch für Ereignisse, die irgendwann in der frühen Menschheitsgeschichte passierten.
Kann man so sehen... nur entsteht daraus natürlich ein Problem: Warum sollte das Blut Jesu notwendig sein, wenn die Geschichte doch nur symbolisch zu verstehen ist?
Die Kreuzigung, der Tod und die Auferstehung werden im allgemeinen im Christentum als reale, historische und für die Erlösung notwendige Ereignisse betrachtet.
Dem müsste nun aber ein ebenso reales Ereignis vorangegangen sein, welches diese Erlösung notwendig machte... was soll das aber gewesen sein, wenn die Genesis Erzählung doch nur als Metapher zu verstehen ist...?
Metapher für WAS? Was ist denn da wirklich passiert, dass Jesus im Anschluss dafür sterben musste...?
Veröffentlicht von: @lucan-7Wenn die Erlösung real notwendig ist, wie es im Christentum gelehrt wird, dann muss es dafür auch eine reale Grundlage geben.
Wenn das, was in der Bibel dazu steht, nicht real ist... was ist dann die Grundlage?
DAS ist eine geeeeniale Frage!!!! 🙂 Sie gefällt mir.
Es ist nicht so, das Jesus nur DAMALS erlöst hat, sondern es immer noch tut. Die Erlösung passiert aktuell immer noch.
Das sichtbare hat Auswirkungen auf das unsichtbare. (So wie unser ganzes Leben). Ich weiß, das ist schwer für dich mit dem unsichtbaren, aber ich versuchs mal und du schaust, inwieweit es schlüssig klingt. Das sichtbare und unsichtbare ergänzt sich und macht vieles klarer. (Der Hauptmann von Kapernaum in der Bibel) hat das auch so gemacht, das sichtbare übertragen auf das unsichtbare. Darum hat er Jesus auch verstehen können.
Er-lösung bedeut: jemand löst dich aus einer Beziehung/Vertrag/Konstellation/Gefangenschaft etcpp. Er sorgt dafür dass du RECHTLICH gesehen, nicht mehr den Bedingungen des Vorbesitzerst gehörst und unterliegst.
Versuch einer Erklärung:
Gott hat den Menschen geschaffen. Ergo: der Mensch gehört in den Schutz- und Rechtsbereich Gottes. Unterliegt seinen Gesetzten, seinen Rechten, seinem Schutz, seiner Führung, seiner Versorgung etpp. Adam ist ja mit Gott im Garten spazieren gegangen, sprich: sie haben fröhliche und friedliche Gemeinschaft gelebt in LIebe.
Liebe impliziert immer die Freiheit auch NEIN sagen zu können.
Diese Freiheit nutzt der Mensch und jetzt passiert etwas, womit er nicht rechnet: Der Mensch entfernt sich von sich selbst und somit auch von Gott. Er bewegt sich hinein in den Rechtsbereich eines anderen und kommt auf diese Weise noch weiter weg von seinem Innern. Er leidet. Und sehnt sich nach Er-lösung.
Hier ist die Geschichte von Ruth und Boas interessant. Denn Boas löst Ruth aus. Wie? Sie wollte ihn heiraten, aber er hatte kein Anrecht auf sie. Denn es gab einen, der rechtlich gesehen eher Anspruch hatte. Boas löst Ruth aus und sie gehört ab jetzt in Seinen Schutzbereich. (Ruth gehört übrigens zum Stammbaum von Jesus). Und diese Erlösung/Auslösung wird rechtlich festgehalten vor Zeugen und einem Gericht. (das ist sichtbar so gewesen und ist im unsichtbaren ähnlich)
Auslösen kannst du aber nicht einfach so. Du zahlst einen Preis dafür. Genau deswegen wollte ja der andere Mann, der ein Anrecht auf die Ruth hatte, diese nicht zur Frau nehmen. Er wollte den Preis nicht bezahlen. Boas aber schon. Er ist das Risiko der Liebe eingegangen.
Jesus hat den Preis bezahlt mit seinem Blut. Blut ist Leben. Damit gibt er die Möglichkeit damals wie heute, unseren Schutz- und Rechtsbereich zu wechseln. Was damals gilt, gilt heute ebenso.
Ob du nun glaubst, das Gott dich erschaffen hat oder nicht: Aber du bewegst dich immer in einem Rechtsbereich. Die Frage ist, in welchem/wessen und ob dir die dazugehörigen Rechte/Pflichten/... gefallen und ob Schutz gewährt ist.
Soviel zu meinen Gedankengut 🙂
Veröffentlicht von: @schmetterling80
Diese Freiheit nutzt der Mensch und jetzt passiert etwas, womit er nicht rechnet:
Du meinst, dass Gott nicht damit rechnete? Er in seiner Allmacht es nicht voraussah?
Nein, ich meinte, der Mensch hat nicht damit gerechnet,denn er wollte ja das genaue Gegenteil von dem, was dann passierte.
Veröffentlicht von: @lucan-7es macht mir beispielsweise Angst, wie sich Verschwörungserzählungen auch in meinem näheren Umfeld breit machen, auch bei gebildeten Leuten, denen ich im Grund vertraue.
So etwa kann also passieren... deshalb versuche ich wachsam zu sein, so gut ich es halt vermag.
Sei ergebnisoffen. Denn wenn Wissenschaft so von "Tatsachen" durchdrungen wäre, dann gäbe es ja nicht so unterschiedliche Aussagen unter Wissenschaftlern. Und von gebildeten. Sie widersprechen sich ja tw selbst. Und nein, es sind keine Verschwörungen. Mit diesem Wort wird schnell abgetan, was man nicht hören will. Lass dich drauf ein und schau, was passiert. Steig mal ins andere Boot 🙂
Wachsam ja, nur nicht in Richtung Sturheit und Verblendung.
Ich kann dir nur folgendes sagen, was ich für mich mal entdeckt habe: "Wer nicht mit Gott rechnet, der verrechnet sich!"
Bist du ehrlich auf der Suche nach Wahrheit, dann wird Gott dir begegnen. Willst du dagegen nur deinem Verstand frönen, ...seufz... aber auch da kann Gott dich finden 🙂 Schließlich hat er ihn dir gegeben und weiß, damit umzugehen.
Hab keine Angst. Es kommt so, wie es kommen muss. Und eines der mächtigen Werkzeuge der Welt ist es Angst zu machen. Darum sagt Jesus soooo oft: Habt keine Angst! 🙂
@schmetterling80
Sei ergebnisoffen. Denn wenn Wissenschaft so von "Tatsachen" durchdrungen wäre, dann gäbe es ja nicht so unterschiedliche Aussagen unter Wissenschaftlern. Und von gebildeten. Sie widersprechen sich ja tw selbst.
Nicht im Bereich Evolution oder Geologie. Und auch nicht im Bereich Klimawandel, auch wenn es immer gerne so dargestellt wird.
Zwar findet man überall hin und wieder einzelne Wissenschaftler, die etwas Anderes behaupten. Aber dass die nicht ernst genommen werden hat ja seine Gründe... und die lassen sich auch nachprüfen. Denn alles steht und fällt mit einer sauberen Argumentation.
Was vielen Leuten schwer fällt zu unterscheiden: Es gibt in der Wissenschaft ja unterschiedliche Qualitäten von Aussagen. Es gibt Vermutungen, es gibt Modelle. Das sind unsichere Aussagen, die erst noch überprüft werden müssen. Es gibt Spekulationen und Möglichkeiten, und das wird von den Wissenschaftlern auch so genannt. Und es gibt Theorien, als höchstmögliche Form wissenschaftlicher Erkenntnis.
In den Medien heißt es hingegen meist lapidar: "Die Wissenschaft sagt dieses oder jenes...", ohne dabei zwischen Vermutungen und präzisen Erkenntnissen zu unterscheiden.
Und das ist dann natürlich irreführend, vor allem dann, wenn eine Vermutung später widerlegt wird. Aber das ist Alltag in der Wissenschaft... schliesslich war es nur eine Vermutung, keine Erkenntnis!
@schmetterling80
Sei ergebnisoffen.
Zwischen Ergebnisoffenheit und naiver Leichtgläubigkeit gibt es einen Unterschied.
Veröffentlicht von: @lucan-7Ich habe nie behauptet auf "sicherem Grund" zu stehen.
Ich hab damit gemeint: Wer sich auf Verstand verlässt, der umgeht das Risiko des Lebens, des Glaubens, der Liebe und wähnt sich in Sicherheit. Sprich: in eine Art Komfortzone. Weltlich gesehen meint er auf sicherem, nämlich berechenbaren Grund zu stehen.
Wer glaubt, der geht ein Risiko ein und weltlich gesehen steht er auf unsicherem Grund. Aber für ihn ist es genau umgekehrt: Er selbst steht trotz, oder gerade wegen des Risikos auf Gott eingegangen zu sein, auf sicherem Grund während der Nicht-Glaubende auf unsicherem Grund steht.
Letztlich... was wissen wir schon? Die Wissenschaft kann ja nur über einen Bruchteil der Welt sichere Aussagen machen, so vieles Andere bleibt da offen.
Ja, das sehe ich auch so. Ich fänds schön, wenn die Wissenschaft sich verbinden würde.
Und das muss man halt aushalten können.
Ja, du hast recht: Aushalten ist eine Kunst. Nicht einfach. Wenn du das kannst, oder gelernt hast: wunderbar!! 👍
Warum sollte ich das jetzt mit Glauben füllen? Da hätte ich doch nur das Gefühl, mir etwas vorzumachen...
Wenn dem so ist und du Seelenruhe darüber hast, dann bleib dabei und freu dich 🙂
Es kann dich eh kein Mensch überzeugen. Selbst wenn du dir das wünschen solltest. Nur Gott kann dich ziehen.
"Niemand kann zu mir kommen, wenn nicht der Vater, der mich gesandt hat, ihn zieht; ..." Johannes 6,44
Übrigens, falls du mal Lust haben solltest, kannst du ja über folgendes nachdenken: Es gibt Doppelblind-Studien über die Auswirkung von Gebet für Intensiv-Patienten. Und auch Studien (für Traumata-Forschung) über die Wirkung des Glaubens bei Menschen, die unter Bomben-Beschuß waren. Ich hab die Studien nicht parat, aber kann man sicherlich finden. Der Glaube und das Gebet lässt sich nicht messen oder beweisen. Aber die Auswirkung. Zeigen die Studien.
@schmetterling80
Übrigens, falls du mal Lust haben solltest, kannst du ja über folgendes nachdenken: Es gibt Doppelblind-Studien über die Auswirkung von Gebet für Intensiv-Patienten. Und auch Studien (für Traumata-Forschung) über die Wirkung des Glaubens bei Menschen, die unter Bomben-Beschuß waren. Ich hab die Studien nicht parat, aber kann man sicherlich finden. Der Glaube und das Gebet lässt sich nicht messen oder beweisen. Aber die Auswirkung. Zeigen die Studien.
Alle mir bekannten Studien zeigen lediglich statistisch erwartbare Abweichungen... sprich: Eine Wirkung durch Gebet konnte nicht nachgewiesen werden.
Veröffentlicht von: @lucan-7Wir können zwar nicht direkt in die Vergangenheit schauen und wir können auch die Leute von damals nicht befragen... aber wir finden ja ihre Spuren, und Möglichkeiten, wie es gewesen sein könnte gibt es ja doch.
Ja, da stimme ich dir zu. Wenn man das mit viel Respekt macht und die Möglichkeit miteinbezieht, dass man irren könnte, ist diese Wissenschaft ein wunderbares Werkzeug und eine große Hilfe.
Und wenn man weiß, dass die Bibel das bestbelegtestse Manuskript ist, ist es umso besser.
Wir wissen nicht mal was gestern war und meinen zu wissen, was vor tausenden von Jahren war.... hm....
Ja... manche meinen ja zu wissen, dass da vor zweitausend Jahren ein Typ von den Toten auferstanden ist... wie soll das wohl möglich sein... 😉
🙂 Gut gekontert 🙂
Ja, das bleibt dem Verstand verborgen. Das ist wohl wahr. Es wäre auch zu unbegreiflich um es zu verstehen. Es gibt eben Dinge, die man glaubt und dann profitiert man davon oder eben nicht. Es gibt Gesetzmäßigkeiten, die sich dir nicht erschließen, die aber dennoch ihre Wirkung haben. Und das darf so sein.
Ich glaube daran, denn ich habe es erlebt. IHN erlebt.
Vllt sehen wir uns ja doch irgendwann mal bei Jesus wieder....Wer weiß... ? :-)Das wäre sehr interessant. Und dann geht die Diskussion einfach weiter... und plötzlich erschließt sich mir alles und dir alles 🙂
@schmetterling80
Und wenn man weiß, dass die Bibel das bestbelegtestse Manuskript ist, ist es umso besser.
Wir wissen, dass die Bibel inhaltlich ziemlich genau überliefert wurde. Das sagt aber nichts über die Genauigkeit ihres Inhaltes aus... nur eben darüber, dass es früher so aufgeschrieben wurde, wie wir es heute lesen können.
Veröffentlicht von: @lucan-7Tja. Geht es aber um Glaubensfragen kommt da... nichts! Kein Beleg, nichts Wundersames, nichts was einen staunen ließe. Nur die Aufforderung, zu vertrauen und selber gläubig zu werden. Als ob man das einfach so tun könnte!
...
Und deshalb ist für mich auch klar, dass da nicht viel dahinter sein kann. Denn wenn das vermeintliche "Sehen" durch nichts von Einbildung unterschieden werden kann... dann gibt es auch keine ausreichenden Gründe dafür, es nicht für Einbildung zu halten.
Um im Bilde zu bleiben: Vllt ist es ja so, dass der Blinde sich in einer Welt bewegen will, die sich dem Sehenden nicht erschließt. Er dazu auch nicht viel sagen kann.
Und der Sehende wiederum will dem Blinden eine Welt zeigen, wo der Blinde aber wiederum nicht hin will. Und nichts mit anfangen kann.
Das ist das, was ich meinte mit BE-weisen und ER-weisen. Daher das video.
Ich wage mal zu vermuten, dass ich dir auch Dinge zeigen könnte, die sich dir Er-weisen. Ohne das ich es forciere. Aber dafür müsstest du in meine Welt. Zumindest ein Stück. In deiner Welt kenne ich mich nicht aus und kann dir nur sagen, was mir da auffällt. Zb das ich sehe, das dort viel griechisches Gedankengut ist. Bei vielen Christen übrigens auch (Demiurg, Gegenspieler Gottes, gut/böse, etc.pp....das sind Denkweisen nach dem griechischen Menschenbild).
Hast du mal den Versuch gestartet, in die Welt eines Jesus-liebenden Menschen (also keines Namenchristen) einzusteigen? Also den Alltag, nicht die Kirche. Das würd mich sehr interessieren. 🙂
@schmetterling80
Hast du mal den Versuch gestartet, in die Welt eines Jesus-liebenden Menschen (also keines Namenchristen) einzusteigen? Also den Alltag, nicht die Kirche. Das würd mich sehr interessieren.
Ja, habe ich. Und es ist nicht besonders gut ausgegangen. Wobei meine negativen Erfahrungen gar nicht mal ausschlaggebend waren... es gab halt in der Gesamtheit kein Ergebnis.
Dabei ging es mir nur um zwei Dinge: Zum einen wollte ich wissen, was am christlichen Glauben dran ist - der ja in unserer Geschichte nicht ganz unbedeutend ist.
Und zum zweiten erhoffte ich mir einen Sinn im Leben. Das erschien mir nicht zu viel verlangt.
Aber was immer ich mir auch anschaute, es blieb nicht viel übrig... meine "persönlichen Erlebnisse mit Gott" erwiesen sich als nichtssagend, die Bibel erwies sich als unlogisch, Gebete erwiesen sich als Selbstgespräche, Wunder als Zufälle - und für alles gab es bessere und wahrscheinlichere Erklärungen, seien es nun biblische Inhalte oder wundersame Ereignisse.
Dabei besuchte ich wohl ein Dutzend verschiedener Gemeinden und sprach mit etlichen Christen, die ganz verschieden waren... aber am Ende blieb halt Nichts übrig, und das musste ich mir dann auch irgendwann eingestehen.
Um vielleicht doch noch ein paar Fragen zu klären meldete ich mich hier an... manches klärte sich auch noch, aber der Glauben erwies sich für mich als Sackgasse.
Und das musste ich dann halt so hinnehmen, man kann es ja nicht erzwingen...