Bibellesen zweitrangig
So gerne ich die Bibel studiere und darüber diskutiere, so sind mir doch die Grenzen des eigenen „Lesens“ bewusst. Dazu zehn kurze Überlegungen:
- In den ersten 1500 Jahren der Kirchengeschichte besaßen die wenigsten Menschen eine eigene Bibel oder konnten lesen. Dennoch hatten sie einen festen Glauben, denn dieser entsteht primär durch das Hören der mündlichen Verkündigung: „So kommt der Glaube aus der Predigt, das Predigen aber durch das Wort Christi“ (Röm 10,17).
- Die biblischen Texte wurden für das gemeinsame Hören und Erleben im Gottesdienst verfasst, nicht für die Privatlektüre zu Hause: „Bis ich komme, achte auf das Vorlesen, auf das Ermahnen, auf das Lehren“ (1. Tim 4,13).
- Ohne die Auslegung durch die Gemeinschaft und fundierte Begleitung führt das alleinige Lesen schnell zu Missverständnissen und Fehlern: „Dabei müsst ihr vor allem bedenken, dass keine Prophetie der Schrift eine Sache privater Auslegung ist“ (2. Petr 1,20).
- Christus wird für den Einzelnen vor allem im gemeinsamen Sakrament erfahrbar, was das gedankliche Studium von Texten weit übertrifft: „Das Brot, das wir brechen, ist es nicht die Gemeinschaft des Leibes Christi?“ (1. Kor 10,16).
- Gott schenkt seine Gegenwart und Erkenntnis dort, wo Menschen zusammenkommen, und nicht dem einsamen Leser: „Denn wo zwei oder drei versammelt sind in meinem Namen, da bin ich mitten unter ihnen“ (Mt 18,20).
- Am Ende zählt für die Rettung nicht das theoretische Textwissen, sondern das praktische Tun und die gelebte Nächstenliebe im Alltag: „Werdet aber Täter des Worts und nicht Hörer allein; sonst betrügt ihr euch selbst“ (Jak 1,22).
- Die Kirche und ihre lebendige Gemeinschaft waren zuerst da und haben die Bibel überhaupt erst zusammengestellt; die tragende Säule der Wahrheit ist daher die Gemeinschaft: „...die Kirche des lebendigen Gottes, Säule und Fundament der Wahrheit“ (1. Tim 3,15).
- Gott offenbart sich dem Gläubigen direkt im Mitmenschen, besonders im Bedürftigen, was jede theoretische Textarbeit im stillen Kämmerlein ersetzt: „Was ihr getan habt einem von diesen meinen geringsten Brüdern, das habt ihr mir getan“ (Mt 25,40).
- Ein rein intellektuelles Aneignen von Schriftwissen ohne geistliche Einbindung in das Miteinander führt oft zu Hochmut statt zu echtem Glauben: „Die Erkenntnis bläht auf, aber die Liebe baut auf“ (1. Kor 8,1).
- Jesus selbst hat seinen Jüngern keine Bücher hinterlassen, sondern den Heiligen Geist, der die Gemeinschaft der Glaubenden auch ohne geschriebenes Wort leitet und erinnert: „Der Tröster, der Heilige Geist [...] der wird euch alles lehren und euch an alles erinnern, was ich euch gesagt habe“ (Joh 14,26).
Geht es euch ähnlich?
Veröffentlicht von: @holger-fSo gerne ich die Bibel studiere und darüber diskutiere, so sind mir doch die Grenzen des eigenen „Lesens“ bewusst. Dazu zehn kurze Überlegungen:
[...]
Geht es euch ähnlich?
Mir persönlich ist das Selber-Lesen der Bibel in Ruhe und in meinem eigenen Tempo und mit Grundtext-Wortstudien schon wichtig und keineswegs zweitrangig - sowohl alleine als auch zu Zweit oder im Hauskreis. Und ich denke, damit bin ich in guter Gesellschaft:
Die Brüder aber schickten sogleich während der Nacht Paulus und Silas nach Beröa, wo sie sich nach ihrer Ankunft in die Synagoge der Juden begaben. Diese aber waren edler gesinnt als die in Thessalonich und nahmen das Wort mit aller Bereitwilligkeit auf; und sie forschten täglich in der Schrift, ob es sich so verhalte. Es wurden deshalb viele von ihnen gläubig, auch nicht wenige der angesehenen griechischen Frauen und Männer. (Apostelgeschichte 17,10-12)
Auch wenn das gemeinschaftliche Hören früher, als nur wenige Menschen lesen konnten oder eine Bibel besaßen, der übliche Zugang zum Wort Gottes war, heißt das ja nicht, dass das für alle Zeiten so bleiben sollte. Gott wacht doch über Sein Wort und sicher auch darüber, dass spätere Generationen mit anderen Lebensgewohnheiten "ihren" Zugang dazu finden würden. Predigten und Auslegungen werden dadurch nicht überflüssig, sondern ergänzt; und auch das Gemeinschaftliche bleibt weiterhin Kern gelebten Glaubens.
Mir persönlich ist das Selber-Lesen der Bibel in Ruhe und in meinem eigenen Tempo und mit Grundtext-Wortstudien schon wichtig und keineswegs zweitrangig - sowohl alleine als auch zu Zweit oder im Hauskreis. Und ich denke, damit bin ich in guter Gesellschaft:
Mir auch! Um es zu konkretisieren: Die täglichen katholischen Lesungen sind für mich Grundlage für meine Bibelstudien geworden…
Deine „Grundtext-Wortstudien“ in allen Ehren. Aber welchen Wert haben sie für andere Christen? Vor allem, wenn sie zu anderen Ergebnissen führen?
Sind für dich verschiedene Ergebnisse von „Grundtext-Wortstudien“ überhaupt ein Problem?
Veröffentlicht von: @turmfalke1Wodurch hat dann ein Christ die Gewissheit des ewigen Lebens? Durch die Werke, die er in die Waagschale wirft oder aufgrund des Opfers Jesu am Kreuz?
Lies doch bitte genauer. Und unterstelle nicht Dinge, die nicht behauptet wurden.
Ich habe nichts unterstellt. Ich habe nachgefragt?
Veröffentlicht von: @turmfalke1Also ich könnte mir auch schwerlich einen Papst als "Ehrenoberhaupt" vorstellen
Erstens ist völlig egal, was du dir da vorstellen kannst, denn das Papier ist nicht an dich gerichtet. Mehr als offensichtlich ist außerdem, dass du dir nicht einmal die Mühe gemacht hast, das Papier zu lesen. Das ist keine Diskussionsbasis…
Veröffentlicht von: @turmfalke1"Glaubensgemeinschaften"
Erstens ist das nicht der seitens der Kirche verwendete Begriff und zweitens gehst du nicht auf das ein, was ich geschrieben habe. Auch so wird eine Diskussion schwierig…
Veröffentlicht von: @turmfalke1und alle laufen hinterher
Da scheinst du ja wirklich ein Trauma zu haben. Im wahren Leben kommt man damit jedenfalls nicht sehr weit…
@holger-f Da scheinst du ja wirklich ein Trauma zu haben.
Also das lehne ich für mich ab, und das ist auch keine Diskussionsbasis
Also das lehne ich für mich ab, und das ist auch keine Diskussionsbasis
Sorry, wenn das falsch herübergekommen sein sollte. ❤️ Gemeint ist folgendes: Wenn nach langer und kontroverser Diskussion eine Entscheidung getroffen wurde, ist es nicht hilfreich, diese Entscheidung (im besten Falle einen Konsens) wieder infrage zu stellen. Auf diese Weise kommt man weder in theologischen noch in alltäglichen Dingen wirklich weiter…
Veröffentlicht von: @turmfalke1Austausch im Bibelkreis nichts mit "Mitquasseln" zu tun
Von einem Austausch im Bibelkreis war nicht die Rede. Du liest schon wieder nicht richtig und lässt dich aus mir nicht ganz erfindlichen Gründen triggern. Merkwürdig…
Veröffentlicht von: @turmfalke1Minderwertigkeit der "reformatorischen Wahrheiten"
Die reformatorischen Positionen wurden strikt gegen den damals vorfindlichen Katholizismus konzipiert. Das ist nicht „minderwertig“, sondern Fakt. Die Reformatoren wollten/ mussten ohne die Kirche auskommen. Folglich musste alles, was damit verbunden war, neu gedacht werden. Kirche ist dann nur noch Gemeinde, Sakramente werden durch „Gnade allein“ abgelöst, Werke durch „Glauben allein“, Weihepriestertum durch ausschließliches Priestertum aller Gläubigen, die kirchliche Tradition auf die Bibel reduziert usw. usf.
Und bitte unterstelle nicht, dass hier etwas als „minderwertig“ dargestellt würde. Umgekehrt wäre der Vorwurf berechtigter, wenn ich mir anschaue, welche Vorwürfe du bereits in Richtung Katholizismus geschrieben hast…
Ab und zu rutschen dir doch ein paar Ausdrücke in den Text, die abwertend erscheinen, wie z.B. Quasselbude in diesem Post von dir.
Und dass das Wort 'dumm' zu deinem argumentativen Wortschatz gehört (du hast Unmündige durch Dumme ausgetauscht unter dem Vorwand, er habe es nicht! gesagt) finde ich bedenklich. Die Konstruktion erinnert mich an die Story: Ich sage dir auch nicht, dass du zu Weihnachten ein Fahrrad bekommst.
Irgendwas ist dir auf den Zeh gefallen, dass du ein Post von Turmfalke1 derart zerrupfst und ziemlich emotional drauf reagierst, getriggert. Du wirkst auf mich ziemlich in Fahrt.
Trissi hatte da immer einen guten Tipp: bevor man sich aufregt und verformuliert, Tastatur umdrehen und runterfahren.
Veröffentlicht von: @deborah71Ab und zu rutschen dir doch ein paar Ausdrücke in den Text, die abwertend erscheinen, wie z.B. Quasselbude in diesem Post von dir.
Ja, das fällt mir beim Überfliegen auch auf. Ich hab grad keine Zeit, mich intensiver mit der (für mich anstrengenden und streckenweise auch seltsamen) Diskussion zu beschäftigen. Sollte es meine Zeit zulassen, hol ich das noch nach.
Die Ausdrücke sind an der jeweilige Stelle - jedenfalls für meinen Geschmack - passend, weil veranschaulichend gemeint. Das ergibt sich jeweils aus dem Zusammenhang…
Dass ich beispielsweise einen Bibelkreis als „Quasselbude“ bezeichnet hätte, ist schlicht falsch. Es ging darum, dass, wenn immer alle mitreden dürfen (Kirchen/ Gemeinden/ Arbeitskreise/ jeder Einzelne) und dann zu keinem Ende kommen, der gesamte Vorgang das ist, was ich mit „Quasselbude“ gekennzeichnet habe: Nicht enden wollendes Reden ohne Ziel…
Den Rest deines Beitrags nehme ich einfach einmal so hin. LG
Ich weiß, dass du nicht den Bibelkreis so bezeichnet hast. Du hast eine größere Einheit von gläubigen Geschwistern so bezeichnet, wenn eine bestimmte Gruppe dazu kommt. Das ist nochmal ne Nummer schärfer. Abgesehen davon, dass du diesen Wortschatz drauf hast.
Kommt nicht gut. Der Heilige Geist hat Besonnenheit im Gepäck.
Du trittst sehr autoritativ auf und bist damit ein Vorbild....
Weiter will ich das nicht vertiefen, aber auch nicht damit hinterm Berg halten, wenn es mich deutlich stört.
Weiter will ich das nicht vertiefen, aber auch nicht damit hinterm Berg halten, wenn es mich deutlich stört.
Ich kann dir hier gedanklich wirklich nicht folgen. Es stört dich, dass ich eine klare und begründete Auffassung vertrete?
Auf den Inhalt des Threads bezogen: Ich favorisiere - begründet - den kirchlich gebotenen Gottesdienst gegenüber einem privaten Bibelstudium, und du findest, dass diese Haltung unangemessen ist, weil es deiner Meinung nicht entspricht?
Das verstehe, wer will…
Womit ich meinerseits nicht hinter dem Berg halten möchte, ist, dass ich deine Argumentationen - so sehr ich sie respektiere und gelegentlich auch schätze - oft als ausweichend und jenseits der gängigen logischer Prinzipien ansehe…
Da wir uns persönlich nicht kennen, sollten wir es bei diesem Austausch von „Bedenken“ belassen und uns wieder einem konstruktiven Diskurs zuwenden…
Ich kann dir hier gedanklich wirklich nicht folgen. Es stört dich, dass ich eine klare und begründete Auffassung vertrete?
Nein, es geht an einigen Stellen um eine Wortwahl, die Abwertung transportiert.
Du bevorzugst den Gottesdienst, andere tun das nicht aufgrund ihres so geführt werdens von Gott. Das hat nichts mit Rang des Bibellesens zu tun.
Wenn du sagst: Bibellesen ist zweitrangig, dann ist das eine absolute Bewertung.
Wenn du sagst: Bibellesen ist für mich zweitrangig, dann bleibst du bei dir und lässt anderen Christen ihren Umgang mit der Bibel ohne darübergesetztes Werturteil.
Erstrangig ist immer Christus. Alles ist zweitrangig, weil es sich erst entfaltet und vollendet, wenn es auf Christus hin gesehen wird.
Alles, was anstelle von Christus gesetzt wird, erstrangig wird, wird zum Götzen. Auch die Bibel kann zum Götzen werden, wenn sie Christus im ersten Rang ersetzt, sondern die Bibel muss auf Christus hin gelesen werden, er bildet ihr Zentrum.
Christologie ist, Christus auf den ersten Rang zu setzen. Auf Christus ist ganze Schöpfung hin geordnet.
Dabei geht es nicht nur um Götzen.
die Bibel muss auf Christus hin gelesen werden, er bildet ihr Zentrum.
Genau das versuche ich deutlich zu machen: von Christus aus sehen, nicht von mir aus;
Ps 32,8 Ich will dich unterweisen und dir den Weg zeigen, / den du gehen sollst; ich will dich mit meinen Augen leiten.
Ich favorisiere - begründet - den kirchlich gebotenen Gottesdienst gegenüber einem privaten Bibelstudium, und du findest, dass diese Haltung unangemessen ist, weil es deiner Meinung nicht entspricht?
Ich kann nicht für Debora sprechen, aber es nicht nur eine Meinung, es ist deine Begründung die Fragwürdig ist, da sie wie anderen Orts bereits geschrieben nur eine Partialwahrheit beinhaltet.
@holger-f Die reformatorischen Positionen wurden strikt gegen den damals vorfindlichen Katholizismus konzipiert. Das ist nicht „minderwertig“, sondern Fakt. Die Reformatoren wollten/ mussten ohne die Kirche auskommen. Folglich musste alles, was damit verbunden war, neu gedacht werden.
Nö, stimmt nicht. Die Reformatoren haben vieles beibehalten. Ein Beispiel wäre nur die Taufe, die auch von den Kirchen gegenseitig anerkannt wird. Es ging darum, Missstände aufzudecken und zu benennen.
Kirche ist dann nur noch Gemeinde,
... die wiederum Teil des großen Leibes Christi ist, die Gemeinschaft aller wiedergeborenen Gläubigen.
Sakramente werden durch „Gnade allein“ abgelöst,
Auch in den evangelischen Kirchen gibt es Sakramente.
Werke durch „Glauben allein“,
In der Augsburgischen Konfession heißt es in Artikel VI - Vom neuen Gehorsam; "Auch wird gelehrt, dass solcher Glaube gute Früchte und gute Werke bringen soll, und dass man müsse gute Werke tun, allerlei, so Gott geboten hat, um Gottes willen, doch nicht auf solche Werke zu vertrauen, dadurch Gnade vor Gott zu verdienen ..."
Weihepriestertum durch ausschließliches Priestertum aller Gläubigen
Was ist wohl näher an der Bibel dran???
die kirchliche Tradition auf die Bibel reduziert
... wodurch die Bibel an die Stelle gestellt wurde, wo sie hingehört.
IMHO ist nicht entscheidend, was übernommen wurde. Entscheidend ist, ob die Elemente innerhalb des neuen theologischen Systems schlüssig sind oder ob sie hinfällig werden. Verweise auf die Sakramente sind richtig, doch lassen sie sich in einem System, das Mitwirken an der Rettung ausschließt, stimmig begründen? In der Konsequenz wird bei protestantischen Gruppen viel abgeschafft.
Guten Morgen, ein paar Gedanken dazu
Die Bibel braucht immer eine Auslegung, ich weiß nicht wie man auch ein anderes Ergebnis Kommen kann.
Auch im katholischen gibt es das Verständnis eines gewissen Priestertums aller Gläubigen, das ist nicht neu.
Der Leib Christi zeichnet sich vor allem als Einheit aus!
Ein Leib oder Körper der wie die gesamte Christenheit wäre, gleicht eher einem Hampelmann der sich selbst ins Gesicht schlägt, die eine Hand dir andere hasst. Eine zentrale Eigenheit eines Leibes ist die zentrale Kontrolle durch ein Nervensystem.
Mit der Taufe hast du Recht bei der Evangelischen Kirche oder Lutheranern.
Ohne die Lehre der Ecclesia Gemeinschaft wüsste ich nicht was es bedeutet,
-Wiedergeburt,
-sich der Gnade ausliefern,
- Heiliger Geist/Früchte des Heiligen Geistes,
- Jesus Auferstehung,
- allein durch Glauben sind wir erlöst,
- die Briefe,
- lebendige Beziehung zu Gott,
- Gnadengeschenk Gottes,
Und noch soviel mehr….
zusammengefasst kann ich behaupten das alles was in der Bibel steht ausführlich gelehrt und erklärt wird.
Die Kirche hat mir einen Bösen Gott beigebracht den es zu Fürchten galt vor dem man Angst haben muss.
Ich will damit nicht sagen das die Kirche schlecht ist oder schlecht machen, ich kann ja nur das weitergeben was ich erlebt habe.
Durch die Lehren der Ecclesiagemeinschaft durfte ich lernen das Gott ein Liebender Gott ist, Gott straft einen nicht, ich wurde gelehrt wie man eine Lebendige Beziehung lebt mit Gott.
Die Gemeinschaft hat mich gelehrt was Jesus getan hat, was sein Opfer bedeutet, warum es dieses Opfer gebraucht hat. In der Kirche lernst du das nur oberflächlich, und wenn ich meinen Pfarrer während den Konfirmationsuntericht kritische Fragen gestellt habe wurde ich gerügt weil man stellt keine Fragen sondern glaubt was der Pfarrer sagt.
Wenn ich die Kirche jetzt besuche Sonntags dann verstehe ich was der Pfarrer Predigt, obwohl ich manchmal den Eindruck habe das was gepredigt wird, er seine eigene Predigt nicht versteht, er liest sie halt einfach runter.
Ist ja aber egal ich weiß was es bedeutet weil ich bestens aufgeklärt wurde☺️
Dennoch denke ich das die Kirche sehr sehr vielen Menschen hilft und zum Glück da ist, und zum Glück gibt es Gemeinschaften wie z.b Ecclesia die einem lehrt was Gott wirklich ist.
Die Kirche hat mir einen Bösen Gott beigebracht den es zu Fürchten galt vor dem man Angst haben muss.
Ich will damit nicht sagen das die Kirche schlecht ist oder schlecht machen, ich kann ja nur das weitergeben was ich erlebt habe.
Konkretisiere für mich: die Zeit in der RKK hat mir einen bösen Gott-Vater beigebracht, vor dem ich panische Angst hatte. Das erklärt mir heute, warum Jesus mir mit einem Übertauchen durch seine Liebe wahrnehmbar begegnet ist. Mit viel Geduld hat er mich aus dieser negativen Prägung herausgeholt. Heute habe ich einen liebevollen himmlischen Vater, vor dem ich keine Angst mehr habe, aber eine staunende Ehrfurcht und gerne zu Ihm gehe.
Ich bin ja nun älteren Datums und habe Teile der repressiven Erziehung noch mitbekommen. Beispiel: wenn du nicht brav bist, holt dich der schwarze Mann. Donner: der Himmelvater schimpft. usw....
Die Reformatoren haben vieles beibehalten. Ein Beispiel wäre nur die Taufe, die auch von den Kirchen gegenseitig anerkannt wird. Es ging darum, Missstände aufzudecken und zu benennen.
Wenn es nur darum gegangen wäre, Missstände aufzudecken und zu benennen, hätten wir heute nicht die vielen protestantischen Konfessionen.
Gerade die Taufe zeigt doch, dass es nicht nur um das Aufzeigen von Missständen ging, sondern um eine unbedingte Abgrenzung von dem, was man kirchlicherseits vorfand.
Als brillanter Theologe konstruierte Luther einen konsequenten Gegenentwurf zur katholischen Sakramentenlehre: Er lehnte den objektiven Gnadencharakter ab, nach dem Gott durch das Sakrament selbst wirkt und die Erbsünde im Getauften wirklich tilgt. Stattdessen band Luther die Wirksamkeit der Taufe subjektiv an den Glauben des Einzelnen…
Weitere Unterschiede ließen sich aufzeigen und der Dissens im Taufverständnis der Reformatoren untereinander weiter beleuchten. Quintessenz ist jedenfalls auch an dem simplen Beispiel der Taufe, dass es nicht nur um „Aufdecken und Benennen von Missständen“ ging, sondern um die Ausarbeitung und Etablierung einer Theologie, die unbedingt ohne die Autorität von Kirche auskommen wollte/ musste…
@holger-f Als brillanter Theologe konstruierte Luther einen konsequenten Gegenentwurf zur katholischen Sakramentenlehre: Er lehnte den objektiven Gnadencharakter ab, nach dem Gott durch das Sakrament selbst wirkt und die Erbsünde im Getauften wirklich tilgt. Stattdessen band Luther die Wirksamkeit der Taufe subjektiv an den Glauben des Einzelnen…
Kann ich so nicht bestätigen, denn Luther war ein Vertreter der Säuglingstaufe. Und ein Säugling kann noch nicht glauben. Aber Luther betonte, dass die Taufe nichts nützt, wenn sich der Mensch später nicht zu Gott, zu Jesus bekehrt. Und das ist wohl einleuchtend, denn sonst wären auch Hitler und Stalin gerettete Wiedergeborene.
dass es nicht nur um „Aufdecken und Benennen von Missständen“ ging, sondern um die Ausarbeitung und Etablierung einer Theologie, die unbedingt ohne die Autorität von Kirche auskommen wollte/ musste…
Nein, den Reformatoren ging es nicht darum, die Autorität der Kirche generell in Frage zu stellen. Luther, Calvin, etc. waren keine Anarchisten. Sie wandten sich gegen eine menschliche Hierarchie (den Papst und das römische Lehramt), die sich über das Wort Gottes gestellt hatte. Das Ziel war eine Re-Form – eine Rückkehr zur ursprünglichen Ordnung, in der die Heilige Schrift die oberste und alles richtende Autorität darstellt (Sola Scriptura). Es gibt im Protestantismus Bekenntnisschriften (Lehrautoritäten), die aber im Gegensatz zu Dogmen als fehlbar gelten und deshalb der Bibel untergeordnet werden. Auch in den Kirchen gibt es Leitungspersonen. In der Augsburger Konfession heißt es in Artikel 14 - Vom Kirchenregiment: "„Vom Kirchenregiment wird gelehrt, dass niemand in der Kirche öffentlich lehren oder predigen oder Sakramente reichen soll ohne ordentliche Berufung.“"
Weihepriestertum durch ausschließliches Priestertum aller Gläubigen
turmfalke1: >>Was ist wohl näher an der Bibel dran<<
Es ist eine dieser Entweder-oder-Fragen. Die altkirchliche Antwort heißt darauf immer „sowohl als auch“.
die kirchliche Tradition auf die Bibel reduziert
Turmfalke1 >>... wodurch die Bibel an die Stelle gestellt wurde, wo sie hingehört.<<
Die „Stelle, an die die Bibel hingehört“ war für mich persönlich lange nicht abschließend geklärt. Seit ich die katholische Sichtweise kenne, teile ich sie, weil sie mir absolut schlüssig erscheint.
mein Bruder ist evangelist, wurde als Baby getauft, hat Zeit seines Lebens in der Gemeinde Aufgaben erfüllt, Jugendarbeit usw.
Es kam zum Bruch in der Gemeinde, er ist in einer Freikirche untergekommen, dort hat er das Wort Gottes gelehrt bekommen, ist Berufen worden durch Gott, wurde dann zum Missionar ausgebildet und ist bei den Philippinen und erlebt Wunder mit Gott.
Das Wort in der Schrift wurde ihm von Gläubigen Menschen die vom Heiligen Geist erfüllt waren gelehrt. Und das in einer Freikirche….
Was willst du mir damit genau sagen? Ich würde nicht in Zweifel ziehen, dass der Heilige Geist auch in der von dir beschriebenen Weise in anderen Kirchen wirken kann. Mir scheint das nur nicht der reguläre Weg zu sein…
würde es das nicht sein könnte mein Bruder nichts ausrichten.
Er ist auf Gott angewiesen, denn das Leid ist zu groß in den großen Städten.
Er zeigte mir Familien die in Kartons leben, Jugendliche die um ihr überleben kämpfen müssen, Kranke ohne ärztliche Hilfe.
Mein Bruder war mit 2 seinen Brüdern in einem Haus, der Vater fand keine Arbeit aufgrund seinem verkrüppelten Arm sie beteten im Namen Jesu das er den Arm ausstrecken soll, er hat seinen Arm ausgestreckt und fand 3 Tage später Arbeit und konnte so seine Familie ernähren.
Er ist angewiesen auf die Führung Gottes, denn so wüsste er nicht wo er anfangen soll Gottes Plan auszuführen. Jeder einzelne Schritt wird von Gott vorgegeben wo sie im Namen Jesus Menschen retten. Man kann nicht einfach losziehen und denken jetzt heile ich mal im Namen Jesus. Gott muss das führen, und dazu braucht es ständige Verbindung mit Gott.
Er sagt es ist ein rein geistlicher Kampf, der Teufel will alles an sich reisen, und nur durch Gottes Führung wird gelingen was Gott will.
Als mein Bruder zu den Philippinen kam, entstand aus dem nichts eine kleine Kirche, dann kamen die Menschen, dann baute er einen Kindergarten, dann eine Schule, jetzt wird er wohl ein Missionszentrum bauen, so Gott es will.
Alles mit Spendengeldern, es kam aus dem nichts ein Paar aus America und spendete 1Million Dollar, die Menschen bekehren sich reihenweise zu Jesus, ein einheimischer der zum Glauben kam geht den ganzen Tag umher und holt die Kinder von der Straße um sie in die Schule zu bringen und zu versorgen, Ortsansässige Firmen, da sprach mein Bruder vor und bat um Essen für die Einrichtungen, weil Gott ihn geschickt hat, frisches Essen täglich, es wird in die Einrichtungen gebracht. Seit 2 Jahren geht das jetzt so, und immer mehr Menschen bekommen Rettung weil Gott Menschen beruft. Und er sagt ganz deutlich das er nichts ohne Gottes Wort überhaupt irgendwas reisen kann, er würde nicht mal die Haustür aufmachen solange er keinen Auftrag bekommt.
Die Missionsarbeit der Kirchen ist wohl genauso, sie werden auch durch Gottes Geist geleitet, gehe ich jetzt mal schwer davon aus.
Nicht nur scheinbar sondern sichtbar ist das ein regulärer Weg den Gott vorgibt, wenn er jemanden zu seinem Dienst beruft.
Ich wundere mich selbst denn mein Bruder hat 2 linke Hände er weiss wirklich nicht was die eine oder andere Hand tut☺️
Das ist doch ein schönes Zeugnis, das du deinem Bruder und vor allem dem Heiligen Geist ausstellst. Gott wirkt zwar mE „regulär“ durch seine Kirche, aber der Geist Gottes ist überhaupt nicht gebunden. So ähnlich wie bei den Sakramenten: Gott wirkt in den Sakramenten, er ist aber an sie nicht gebunden.
Missionsgeschichten wie die von dir erzählte, sind auch keine Ausnahme, sie finden immer wieder statt und zeigen, auf was für fruchtbaren Boden das Wort Gottes bei den Menschen fällt, wenn Gott es so möchte…
@holger-f Schon um 96 n. Chr. betont Clemens von Rom die geordnete Hierarchie und die apostolische Sukzession.
Ich habe mich damit nicht intensiver befasst, aber evangelische Theologen legen die Schrift von Clemens ganz anders aus betreffs der Sukzession. Zur Zeit von Clemens gab es noch kein monarchistisches Papsttum. Er schreibt den Brief nicht als „unfehlbarer Papst“, der einen Befehl erteilt. Der Brief ist im Namen der gesamten „Gemeinde von Rom an die Gemeinde von Korinth“ verfasst. Clemens nennt seinen eigenen Namen im gesamten Brief kein einziges Mal. Rom agiert hier als „schwesterliche Mahnerin“, nicht als hierarchische Zentrale.
Die apostolische Sukzession steht m.E. aus drei Gründen auf sehr wackligen Füßen:
1. Das fehlende Papstamt in der Urkirche - In den ersten 150 Jahren gab es keinen einzigen Oberbischof. Nicht mal eine Rolle des Petrus als Oberhaupt wird in der Apostelgeschichte eindeutig erwählt. Entscheidungsträger und oberste Autorität war wohl eher Jakobus. Petrus hatte wohl eine herausragende Stellung, aber Paulus nennt Galater 2 drei Säulen der Urgemeinde: Jakobus, Petrus und Johannes. Er war damit Teil einer gemeinsamen Führung, kein Alleinherrscher.
2. erfundene und unsichere Ur-Listen - Die offizielle lückenlose Liste der ersten Päpste wurde später rückwirkend rekonstruiert.
3. Das Chaos der Gegenpäpste - Während des Abendländischen Schismas (1378–1417) gab es zeitweise drei Päpste gleichzeitig, die sich gegenseitig verfluchten.
Wieso gibt es überhaupt eine schwesterliche Mahnung, wenn jemand keine besondere Stellung hat, die über seinen lokalen Zuständigkeitsbereich hinausreicht ?
Wie kann es sein, dass der Papst ein Einspruchrecht bei einem ökumenischen Konzil hat und einzelne Canones oder Entscheidungen ablehnen kann? Wie ordnest Du das ein?
Wie kommt es, dass Petrus eine von den anderen Aposteln eigenständige Löse- und Bindemacht zugesprochen wird und die mit dem Fundament der Kirche in Verbindung steht, wenn es keinen Unterschied zwischen dem Petrusamt und den anderen Apostelämtern gibt?
Wie kommt es, dass diese Löse- und Bindemacht eben von der Löse- und Bindegewalt der anderen Apostel, die sich auf die Gemeinden bezieht, verschieden ist ?
Wie kommt es, dass nach dem Rangstreit der Jünger Christus erwähnt, dass der Höchste unter ihnen wie ein Diener sein soll und Jesus hier direkt für Petrus betet und ihm den Auftrag gibt, die anderen Apostel (seine Brüder) zu stärken?
@rafael Wie kann es sein, dass der Papst ein Einspruchrecht bei einem ökumenischen Konzil hat und einzelne Canones oder Entscheidungen ablehnen kann? Wie ordnest Du das ein?
Hier verstehe ich Deine Frage nicht ganz? Was willst Du damit sagen?
Wie kommt es, dass Petrus eine von den anderen Aposteln eigenständige Löse- und Bindemacht zugesprochen wird und die mit dem Fundament der Kirche in Verbindung steht, wenn es keinen Unterschied zwischen dem Petrusamt und den anderen Apostelämtern gibt?
Wie kommt es, dass diese Löse- und Bindemacht eben von der Löse- und Bindegewalt der Apostel, die sich auf die Gemeinden bezieht, verschieden ist ?
Hier muss man wieder diese Bibelstelle im Zusammenhang lesen: Jesus hatte die Jünger gefragt: "Für wen haltet ihr mich?" Petrus prescht - wie so oft - als Sprecher der gesamten Jüngerschaft vor, und antwortet für alle: "Du bist der Christus!" In Johannes 6, 69 sagt er sogar: "Wir haben geglaubt und erkannt, dass du bist Christus, der Sohn des lebendigen Gottes." Weil Petrus im Namen aller antwortet, antwortet Jesus ihm in diesem Moment stellvertretend für alle. Dass die Vollmacht zwei Kapitel später (Mt 18,18) ohne neue Bedingungen im Plural an alle übergeben wird, beweist, dass Kapitel 16 keine Exklusivrechte für Petrus begründen sollte, sondern Petrus lediglich der Erste war, dem dieses zugesprochen wurde.
Und das Fundament der Kirche sind lt. Eph. 2, 20 alle Apostel und Propheten.
Die historische Praxis im neuen Testament zeigt keinen Papst:
In Apostelgeschichte 8,14 werden Petrus und Johannes von den verbleibenden Aposteln in Jerusalem auf eine Missionsreise nach Samaria „gesandt“. Ein Papst lässt sich nicht von seinen Untergebenen aussenden;
Beim Apostelkonzil (Apostelgeschichte 15) leitet nicht Petrus die Versammlung, sondern Jakobus führt den Vorsitz und spricht das rechtlich bindende Urteil.
Im Galaterbrief 2,11 widersteht Paulus dem Petrus öffentlich.
Wie kommt es, dass nach dem Rangstreiktder Jünger Christus erwähnt, dass der Höchste unter ihnen wie ein Diener sein soll und Jesus hier direkt für Petrus betet und ihm den Auftrag gibt, die anderen Apostel (seine Brüder) zu stärken?
Weil Petrus vor der größten Niederlage seines Lebens stand.
Und Petrus steht hier als Paradebeispiel, dass jeder, der gefallen ist, nach seiner Umkehr gerade dadurch für seine Brüder zum Segen und Fürbitter werden kann. Daraus ein Papstamt abzuleiten, geht am eigentlichen Sinn vorbei. Das was Jesus hier tut ist ein Akt der Seelsorge an einem Fallenden, kein juristischer Akt der Thronbesteigung.
Hier verstehe ich Deine Frage nicht ganz? Was willst Du damit sagen?
Die Befugnisse des Papstes zu der Zeit als die Kirche die großen ökumenischen Konzile abgehalten hat, auf denen alle für die Gesamtkirche maßgeblichen Beschlüsse getroffen wurden. Du kannst ja nicht die Position des Papstes wirklich bewerten, wenn Du diesen geschichtlichen Teil ignorierst.
Auf meine Nachfrage zu Binde- und Lösegewalt hast Du Dich auch auf irgendwelche Bibelstellen geflüchtet, ohne auf meine Frage einzugehen.
Das ist aber total ok.
@rafael Auf meine Nachfrage zu Binde- und Lösegewalt hast Du Dich auch auf irgendwelche Bibelstellen geflüchtet, ohne auf meine Frage einzugehen.
Ich dachte eigentlich, dass die Bibelstellen, die ich erwähnt - nicht in die ich mich geflüchtet habe - meine Sicht zu den Fragen klar dargelegt hat. Wenn nicht, dann hier noch mal in Kurzform:
Wie kommt es, dass Petrus eine von den anderen Aposteln eigenständige Löse- und Bindemacht zugesprochen wird und die mit dem Fundament der Kirche in Verbindung steht, wenn es keinen Unterschied zwischen dem Petrusamt und den anderen Apostelämtern gibt?
Da Petrus Jesus im Namen der gesamten Jünger zuvor geantwortet hat, gibt es diese eigenständige Löse- und Bindevollmacht nicht, sondern diese galt allen Jüngern.
Wie kommt es, dass diese Löse- und Bindemacht eben von der Löse- und Bindegewalt der anderen Apostel, die sich auf die Gemeinden bezieht, verschieden ist ?
Aus dem, was Jesus zu Petrus bzw. zu den Jüngern sagte, kann ich diesen Unterschied nicht erkennen. Warum soll sich die Vollmacht bei den anderen Aposteln im Gegensatz zu Petrus auf die Gemeinden beziehen?
Wie kommt es, dass nach dem Rangstreit der Jünger Christus erwähnt, dass der Höchste unter ihnen wie ein Diener sein soll und Jesus hier direkt für Petrus betet und ihm den Auftrag gibt, die anderen Apostel (seine Brüder) zu stärken?
Als Paradebeispiel, dass Gefallene für ihre Geschwister später nach ihrer Bekehrung zum Segen werden können und sollen.
Ziemlich viele Umdeutungen. Meine Erklärungen, worin die Unterschiede liegen, begründen sich durch die weiteren Schilderungen der jeweiligen Textstellen, ohne jede Deutung.
Wie man in Mt 18 auf den Gemeindekontext kommt? Weil sogar das Wort Gemeinde erwähnt wird. Wie man in Mt 16 auf das Fundament der Kirche kommt? Weil es da steht.
Im Blick auf das letzte Zitat ignorierst Du, dass vor dem Stärken der Brüder die Frage nach dem Höchsten und Niedrigsten unter den Aposteln steht. Auf den Hinweis zu der Aufgabe des Papstes bei den Konzilen bist Du ebenfalls nicht eingegangen.
Das Verständnis meiner Deutung und wieso ich daraus das Papstamt als schlüssig ableite, setzt natürlich erstmal voraus, dass sich jemand den Argumenten öffnet. Ich kann Dir meinen Punkt nicht erläutern, wenn Du die Bibel und die Hälfte meiner Ansätze ignorierst.
Das ist andererseits aber auch nicht schlimm, weil für Dich das Papstamt keine Rolle spielen dürfte.
@rafael Wie man in Mt 18 auf den Gemeindekontext kommt? Weil sogar das Wort Gemeinde erwähnt wird. Wie man in Mt 16 auf das Fundament der Kirche kommt? Weil es da steht.
Im griechischen Text steht an beiden Stellen das gleiche Wort: "ekklesia" In Kapitel 16 spricht Jesus im Singular und 18 im Plural. Aber zu Seiner Zeit gab es die Unterscheidung einer Weltkirche zur lokalen Ortsgemeinde noch gar nicht. Das Wort "ekklesia" bedeutet schlicht "die Herausgerufene" oder die "Versammlung".
Wenn Jesus in Kapitel 16 von "meine ekklesia" spricht, meint Er schlichtweg alle die, die an Ihn glauben. In Kapitel 18 meint er die konkrete Versammlung gerade vor Ort - stellvertretend für die Gesamtheit. Bedeutet, die lokale Gemeinde besitzt die gleiche geistliche Vollmacht wie die Gesamtkirche.
Im Blick auf das letzte Zitat ignorierst Du, dass vor dem Stärken der Brüder die Frage nach dem Höchsten und Niedrigsten unter den Aposteln steht.
Du meinst also, dass Jesus meint, Petrus sei dieser Höchste, nämlich der oberste Diener? Interessant ist der Vers dazwischen (Vers 31): Er spricht nicht mehr über Ränge, sondern über eine akute Bedrohung: „Simon, Simon, siehe, der Satan hat begehrt, euch zu sieben wie den Weizen.“ Der Grund, warum Jesus sich jetzt an Petrus wendet, ist, dass der Satan alle Jünger („euch“ im Plural) angreifen wird und Jesus weiß, dass Petrus derjenige ist, der am spektakulärsten einbrechen wird.
Außerdem wäre in dem Fall die Sukzession als "oberster Diener" sowieso schon längst durchbrochen, weil in der Geschichte des Papsttums die Päpste sich eben die meiste Zeit nicht als Diener sondern als Herrscher behandeln ließen. Das fängt beim Pomp und Prunk in den vergangenen Jahrhunderten an (welcher Diener sitzt schon auf einem Thron und trägt eine Krone?) und geht in der teilweise sehr brutalen Gewaltausübung weiter, die gegen alle gerichtet war, durch die er seine Macht in Gefahr sah.
" In Kapitel 16 spricht Jesus im Singular und 18 im Plural. Aber zu Seiner Zeit gab es die Unterscheidung einer Weltkirche zur lokalen Ortsgemeinde noch gar nicht. Das Wort "ekklesia" bedeutet schlicht "die Herausgerufene" oder die "Versammlung".
Du betonst eine sprachliche Unterscheidung, um zu erklären, dass es keine Unterscheidung gibt. Ah sorry, da brauchen wir nicht mehr drüber reden.
Nehmen wir all diese Aussagen für Petrus mal als gegeben hin (was ich nicht tue)
Woher kommt die annahme das diese "Vererbbar" sind? Es gibt genau zwei Beispiel in der Bibel in denen ein Amt weiter gegeben wurde Mose an Josua, und Elia an Elisa. Und in beiden Fällen gingen beide einen Signifkanten weg mit dem Vorgänger, befor sie das Amt übernommen haben, und in beiden Fällen gab es wieder eine Separate Berufung durch Gott.
Die selbstdeklarierte Suxessions des Römischen Bischofs als Nachfolger Petri ist höchst fragwürdig.
Veröffentlicht von: @neubaugoereBy the way "entstehen diese Werke nicht einfach automatisch" .
Genau. Man kann "die natürlichen Früchte des Glaubens" so missverstehen, dass die ja ganz automatisch kommen, wenn man gläubig ist; so wurde es auch zuweilen missverstanden: ein lutherisches "Glaube allein!" und die guten Werke sind ja dann "natürliche Früchte" (Hauptsache keine "Werke") ...
Eigentlich wissen alle Christinnen und Christen aus alltäglicher Lebenserfahrung, dass dem nicht so ist. Man kann gläubig sein und an dem Leidenden vorübergehen, ihn sogar verachten oder was sonst noch. Deshalb schreibt ja Jakobus davon: Glaube ohne Werke ist tot!
Was der Glaube eigentlich tut bzw. tun sollte: der Geist Gottes weist einen darauf hin. Der Leidende ist eine Aufforderung an uns. Man kann das ignorieren, das ist unsere Freiheit; es geschieht nicht einfach "automatisch". Dass wir eines Tages "alle vor dem Richterstuhl Christi stehen werden", wie Paulus schreibt, bedeutet ja nicht, dass wir dort dann fertiggemacht und verworfen werden, sondern dass wir sehen werden, wie wir als seine Nachfolger gelebt haben, dass uns klar und offenbar wird, wie unser Leben war.