Kommen Nicht-christen in die Hölle - für immer?
Hallo,
mich plagen seit gestern riesige Glaubenszweifel. Anlass ist die Erkenntnis dass alle meine Familie und Freude nicht an Jesus glauben, auch wenn sie von ihm gehört haben. Und somit laut Bibel in die gerichtet werden. Ich kenne die Bibel. Ich weiß es gibt keine Werksgerechtigkeit. Ich weiß nur aus Gnade sind wir gerettet. Ich weiß dass diese Gnade ein Geschenk ist. Und ich weiß dass wir sie auch annehmen müssen. Aber sagt die Bibel streng genommen, dass die Hölle für Nicht-Gläubige für immer ist?
Mich beklemmen Zweifel. Eine ewige Strafe weil man ein Geschenk nicht angenommen hat? Dann ist es doch kein Geschenk? Dann ist es eine Notwendigkeit zur Frieden. Es gibt nur ein richtig und falsch. Alle anderen machen einen Fehler. Sind sie alle verloren. Ich weiß keine verdiente Gnade...aber ein Mensch voller Nächstenliebe ohne Jesus. Und ein Verbrecher der eine Partnerschaft mit Jesus pflegt...der letztere wird errettet? Denn das ist das Ende der Kreuzigung. Der Verbrecher wird von Jesus erlöst. Nur durch sein Bekenntnis. Also sind meine Familie und Freunde alle verloren laut Bibel? Ist es nicht so?
Nachdem dieser Thread wieder rege fortgeführt wurde, mag jemand die neuesten Erkenntnisse zusammenfassen?
Für den Threaderöffner hatte sich das Thema Mitte 2024 u.a. mit diesem Beitrag (positiv, versöhnend) erledigt, wie es es wahrnehme. Ein Zitat von Irrwisch daraus: „Jesus sagt einmal zu seinen Jüngern, dass wir uns einmal sehr wundern werden, wer in der Ewigkeit alles ist und wer alles nicht.“
Und ich empfehle bei aller Präsenz, die Ewigkeit (schon jetzt wie für immer) für mich hat, den Fokus auf das zu richten, was für jeden aktuell ansteht - sei es in Familie, Beziehungen, in Alltag und Gesellschaft zu funktionieren, sei es genießen zu dürfen, sei es etwas zu überwinden, sei es … - und in alledem sein Christ-Sein so zu leben, dass es anziehend wirkt und der Missionsauftrag auch so wie nebenbei zur Wirkung kommen darf, indem wir für andere ausstrahlen, welch unglaubliches Geschenk wir zu teilen haben: Gottes Liebe. Seine Gnade und Barmherzigkeit. Und was bereits jetzt gilt - ob wir es sehen und leben oder ob wir dabei scheitern und wieder auf Gott zurückfallen - Gott begleitet jede*n auf seinem Weg unabhängig davon, was er wann/ wie/ zu welchem Zeitpunkt überreißt. Und so wie ich für mich auf Ihn vertraue, will ich Ihm auch das Leben aller anvertrauen.
@seidenlaubenvogel Eigentlich bräuchte ich nach diesem Posting gar keine weiteren Benachrichtigungen mehr 'abarbeiten'.
Tatsache ist - wir wissen vieles nicht. Und ich glaube auch, dass es einige Überraschungen in der Ewigkeit geben wird.
Im Prinzip ist mein einziges Problem, dass ich hoffe, dort mit all meinen Lieben wieder zusammenzukommen und dass bisher offene Fragen dann geklärt sein werden.
Wir können das noch so sehr zerpflücken, wir können noch so viele Bibelzitate anführen - wir sind hier noch ganz irdisch unterwegs und genau da haben wir auch einen Auftrag. Der sollte über diesen theologischen Diskussionen nicht zu kurz kommen.
Ja 🙂
Christen / Nichtchristen, Himmel / Hölle ... die Frage, wer "am Ende gerettet" wird ?!?!?
Gestern musste ich schmunzeln, als ich im Netz ein Foto mit dem pfeiferauchenden Schweizer Theologen Karl Barth sah. Dazu ein Satz von ihm, der ernsthaft und ironisch eine Antwort auf die im Evangelikalen bekannte Frage gibt, wann Jemand - mit der Angabe seiner Bekehrung und der Berufung darauf - Rettung erfahren und bekommen hat ...
Barth dazu: "Ich wurde gerettet um drei Uhr am Freitagnachmittag, auf einem Hügel außerhalb Jerusalems, im Jahr 33 u ZR" 😉
Musste ich loswerden, mache ich hiermit an dieser Stelle - mit der Überzeugung, dass die Gültigkeit und Wirksamkeit des Heilswerkes Gottes in Christus nicht von uns abhängt und nicht erst durch uns "in Kraft" gesetzt wird.
L'Chaim
@studierzimmer Ich würde ein wenig anders herangehen. "Was heißt von JESUS gehört?" "Was heißt Gnade zu erkennen, anzunehmen?" - Wenn du GOTT glaubst, daß ER ist und das ER regiert - warum glaubst du das? Worauf gründest du deinen Glauben? Ist es "an" etwas zu glauben oder "IHM" zu glauben? Wie bist du zum Glauben gekommen und warum? Welches Schriftwort begründet deinen Glauben? - Lebst du in einer echten Beziehung mit deinem GOTT -ich meine du redest mit IHM, du suchst in seinem Wort nach Antworten, du vertraust dem WORT? - Wäre gut du hast Freunde mit denen du über all diese Fragen diskutieren kannst. Zuerst geht es um dich! Wenn du für dich das Leben mit JESUS gewählt hast - dann hat das Auswirkungen auf deine Freunde und Verwandten. In aller Achtung, Akzeptanz, und Liebe zu ihnen lebst du mit deinem HERRN und das zeigt Wirkung, löst vielleicht Fragen aus? usw.
Es wäre ein sehr kleiner und unfähiger Gott, ein noch blöderer Gott als der deutsche Denkmalschutz, wenn alle Nichtchristen bestraft würden, als wären sie Hitler oder Stalin oder Putin oder Elon Musk.
Keine Sorge. Gott ist doch keine deutsche Behörde! Gott sieht nicht nur den Stempel auf der Taufurkunde.
Gott kennt dich und mich und alle deine Verwandten und Freunde persönlich. Und auch die Gründe, warum dieser oder jener nicht an Ihn glaubt.
Wenn selbst wir, die wir nur begrenzt Verständnis haben, Grundbegriffe von Fairness und Gerechtigkeit kennen: Wieviel mehr dann Gott?
Veröffentlicht von: @hkmwkMal ne technische Frage: Warum nutzt du nicht die Zitierfunktion von jesus.de? Also den Zitat-Knopf links vom Emoji-Symbol?
ahh jetzt geht es. bin ja noch nicht lange hier und kaum die Technik genutzt.
Veröffentlicht von: @hkmwkich bin ja noch bei dem zweiten Adam/Menschen, dem gekreuzigten. Ohne ihn verstehe ich ja den Auferstandenen nicht.
dort schrieb ich zweiten Adam/Menschen, dem gekreuzigten (ich hoffe, man versteht, wenn ich dem gekreuzigten schreibe, dass ich auch an seine Auferstehung glaube. Hätte ich besser nur zweiter Mensch geschrieben, wäre es vielleicht verständlich)
Veröffentlicht von: @hkmwkAlso wenn ich nachschaue, wo im NT zweiter Adam vorkommt, sehe ich keinen speziellen Bezug zur Kreuzigung. Der zweite Adam unterscheidet sich vom ersten dadurch, dass er nicht gesündigt hat. Und die Erlösung, die er geschenkt hat, wäre nicht komplett ohne die Auferstehung. Beim zweiten Adam geht es um Kreuz und Auferweckung - wäre Jesus nicht auferstanden, wären wir noch in unseren Sünden.
Du arbeitest mit einer Begrifflichkeit, die nicht die der Bibel ist, gerade wenn du Ausdrücke der Bibel (wie zweiter Adam) benutzt.
Widerspricht sich nicht deine letzte Aussage mit dem zweiten Adam? da zweiter Adam „Wörtlich“ nicht in der Bibel steht.
Es geht um den ersten Menschen, Adam + letzter Adam + zweite Mensch. wie in:
[1. Kor 15,45-49] 45 So steht auch geschrieben: „Der erste Mensch, Adam, wurde eine lebendige Seele“; der letzte Adam ein lebendig machender Geist. 46 Aber das Geistige war nicht zuerst, sondern das Natürliche, danach das Geistige. 47 Der erste Mensch ist von der Erde, von Staub; der zweite Mensch vom Himmel. 48 Wie der von Staub ist, so sind auch die, die von Staub sind; und wie der Himmlische, so sind auch die Himmlischen. 49 Und wie wir das Bild dessen von Staub getragen haben, so werden wir auch das Bild des Himmlischen tragen.
Der Letzte Adam wird hier nicht als zweiter Adam genannt (Wörtlich).
Warum unterscheidet Paulus, wie hier den ich schon mal erwähnt habe: 2.Korinther 5,16 Daher kennen wir von nun an niemand dem Fleisch nach; und wenn wir Christus dem Fleisch nach gekannt haben, kennen wir ihn doch jetzt nicht mehr so.
17Daher, wenn jemand in Christus ist, da ist eine neue Schöpfung; das Alte ist vergangen, siehe, Neues ist geworden.
A. was bedeutet das, wenn man Christus dem Fleisch nach gekannt, doch jetzt nicht mehr kennt? Wird er in Vers 17 eingeordnet in „das alte ist vergangen“ eingeordnet?
B. wird „siehe Neues ist geworden“ eingeordnet in „wenn jemand in Christus ist, da ist eine neue Schöpfung“ ?
Wenn ich das hinterfragen darf, dann trägt der zweite Mensch Staub/Fleisch und er ist vom Himmel, der Sterblich ist, sonst hätte er nicht am Kreuz sterben können. Der Letzte Adam (ja, das ist auch Christus) trägt kein Fleisch/Staub das Sterblichkeit hat, sondern einen unverweslichten leib, das Bild des Himmlischen, deshalb ist dieser für „mich“ der letzte Adam.
ich verbessere nun meine aussage „ich bin ja noch bei dem zweiten Menschen, dem gekreuzigten, der vom Himmel ist. Damit ich auch seine Auferstehung verstehen, einordnen kann“.
Du kannst gerne auf die Bibelstellen eingehen und deine Ansicht erläutern, kein Problem 👍🏼.
da zweiter Adam „Wörtlich“ nicht in der Bibel steht.
Ups, da hast du mich erwischt 😉
Ich dachte in Rö 5 käme zweiter Adam vor …
A. was bedeutet das, wenn man Christus dem Fleisch nach gekannt, doch jetzt nicht mehr kennt?
Gegen Ende deiner Frage fehlt ein »so«.
Christus nach dem Fleisch: Jesus, wie Er auf der Erde wandelte, und nicht als Gottessohn erkannt wurde, sondern nur als Mensch. Aber so kennen »wir« ihn nicht mehr.
Wird er in Vers 17 eingeordnet in „das alte ist vergangen“ eingeordnet?
In V.17 geht es um das, was sich ändert, wenn jemand durch (»in«) Christus eine neue Kreatur wird. Also das, was du unter »B« schreibst.
Wenn ich das hinterfragen darf, dann trägt der zweite Mensch Staub/Fleisch und er ist vom Himmel, der Sterblich ist, sonst hätte er nicht am Kreuz sterben können
Er hat Seine Göttlichkeit abgelegt (siehe Ph 2,5-11). Vorher, als Er wie Gott (der Vater) war, war Er nicht sterblich. Und nachher, als Er zum Vater zurückkehrte, und den größten Namen HERR erhielt, ist Er auch nicht sterblich.
Er ist am Kreuz gestorben … nicht wegen Seiner Sünde wie Adam, sondern für unsere Sünden.
@studierzimmer Ich kann deine Zweifel durchaus nachvollziehen, aber dadurch, dass wir von vornherein ALLE Sünder sind und uns den Himmel nicht verdienen können, sind wir vollkommen auf die Gnade und das Erlösungswerk angewiesen. Wenn jemand aufopferungsvoll seinen Nächsten liebt, weißt du was da dahinter steckt? Gott kennt die Herzenshaltung, Gedanken und die Motive. Wir hingegen sehen nur die Fassade, wenn Gott uns keine Erkenntnis darüber gibt. Vielleicht sind es Christen, die innerlich Jesus angenommen haben und du weißt es nicht, weil sie kein großes Gerede darum machen, sondern einfach Taten sprechen lassen.
Der Verbrecher, welcher mit Christus gekreuzigt wurde, hatte die richtige Herzenshaltung, auf welche es letzten endes auch ankommt.
Der Mensch alleine kann nicht zu Jesus und den Glauben kommen, wenn der Vater ihn nicht zieht,und Gottes Wille ist, dass JEDER gerettet wird, aber dafür will und braucht er die Mitarbeit (Gebete) seines Bodenpersonals. Bete ohne Unterlass dafür, dass die Menschen Gott und Jesus kennenlernen, er ihre Herzen für die Wahrheit öffnet. Denn umso größer die ''Zweifel'' und der ''Widerstand'' wird, umso mehr Mauern und Festungen fallen in der geistigen Welt, wenn ein Christ ernstlich im Glauben betet und Fürbitte leistet.
Veröffentlicht von: @studierzimmerIch weiß nur aus Gnade sind wir gerettet. Ich weiß dass diese Gnade ein Geschenk ist. Und ich weiß dass wir sie auch annehmen müssen.
Genau, Gnade ist ein unverdientes Geschenk. Und niemand hat dieses Geschenk jemals abgelehnt. Warum auch? Der Apostel Paulus z. B. war ein Eiferer und zwar für die gute Sache, wie er dachte. Dann kam Christus und er erkannte, dass er vorher auf dem Holzweg war. Paulus hat kein Geschenk angenommen (wie einige den Glaubensanfang sehen wollen, um sich einbilden zu können, dass es ja letztlich doch auf sie ankam), sondern Paulus erkannte einfach. Warum sollte er auch ablehnen, was er sieht? Man kommt zum Glauben wie ein Blinder, der auf einmal sehen kann. Gott schenkt es aber nicht allen gleichzeitig:
„Gott gibt ihnen einen Geist der Betäubung, Augen die nicht erblicken…“ (Röm. 11,8);
„Es [unser Evangelium] ist denen verhüllt, die umkommen, in welchen der Gott dieses Äons die Gedanken der Ungläubigen blendet, damit ihnen der Lichtglanz des Evangeliums der Herrlichkeit des Christus nicht erstrahle.“ (2. Kor. 4,4).
„Der natürliche Mensch aber vernimmt nichts vom Geist Gottes; es ist ihm eine Torheit und er kann es nicht erkennen; denn es muss geistlich beurteilt werden“ (1. Kor. 2,14).
Menschen erkennen Gott also deswegen nicht, weil ihnen die Möglichkeit dazu genommen wurde. Sie können ihn nicht erkennen. Einem Menschen, der einen Geist der Betäubung hat, könnte man dauernd sagen: Nun nimm doch das Geschenk endlich mal an! Das bringt überhaupt nichts! Allein Gott legt also den Zeitpunkt des Gläuigwerdens fest und dann kommt der Mensch zum Glauben. Punkt.
Es heißt ja auch: „Denn aus der Gnade seid ihr Gerettete durch Glauben, und dies nicht aus euch, sondern Gottes Nahegabe ist es, nicht aus Werken. Damit sich niemand rühme!“ (Eph. 2,9-10). Niemand kann sich damit rühmen, "ein Geschenk angenommen zu haben", denn das wäre ja der einzige Unterschied zu dem anderen, der es nicht gemacht hätte. Ds wäre reinste Selbsterlösung. Ist ja auch logisch. Bevor man gläubig geworden ist, ist man Gott gegenüber quasi blind, man kann ihn gar nicht erkennen und somit das Geschenk auch gar nicht als Geschenk. Die Bibel bestätigt also diese merkwürdige Vorstellung keinesfalls.
Du kannst also ganz unbesorgt sein und dich auf „den lebendigen Gott verlassen, welcher der Retter aller Menschen ist“ (1. Tim. 4,10, siehe auch 1. Tim. 2,4 und 2. Petrus 3,9). Gott hat diverse Gerichte vorgesehen (auch nach der Auferstehung), in denen letztlich alle Menschen zurecht gebracht werden (dazu sind Gerichte ja da, zum Resozialisieren oder in diesem Fall, um den Menschen zurück zu Gott zu ziehen). Genau dafür ist doch Jesus gestorben, sonst wäre das ja völlig umsonst gewesen!
@fritze In sich eine widerspruchsfreie und ziemlich konzise Argumentation! Auch wenn sie als Antwort auf eine anderthalb Jahre alte Frage mit etwas Delay eintrudelt, liest studierzimmer sie vielleicht. 🙂
Daumen hoch dafür jedenfalls von einem Ungläubigen. 😎
Guten Morgen,
Diese Argumentation zieht nach sich, das wir eigentlich keine Verantwortung hätten.
Wir können nichts tun, um die Wahrheit zu Glauben, wir können sie nicht verlieren egal was wir tun? Hört sich nach Calvinismus an.
So liest sich das.
Das ist aber nicht das, was Jesus und seine Apostel gepredigt haben.
Was ist mit den Schafen zur Rechten und Böcken zur Linken?
Was ist mit dem engen Weg, das man kämpfen muss darauf?
Ganz genau, es liegt nicht an uns, ob wir gläubig werden.
„Es gibt keinen, der Gott ernsthaft sucht!“ (Römer 3,11)
Der Mensch ist von Natur aus böse (1. Mose 8,21). Es kann also keine Rede davon sein, dass der Mensch sich für Gnade präpariert und qualifiziert. Könnte der Mensch sich der Gnade würdig erweisen, dann wäre es eben keine Gnade mehr. Gnade und Verdienst, Gnade und Rechtsanspruch scheiden sich wie Feuer und Wasser.
Wir können nichts von uns aus dafür tun, gar nichts. Wenn dem nämlich so wäre, würde kein einziger Mensch zum Glauben kommen können. Mit Calvinismus hat das nichts zu tun, denn natürlich wäre Gott ungerecht, wenn die, die nicht zum Glauben kommen konnten auch noch endlos gestraft werden (davon spricht die Bibel auch gar nicht).
Allerdings werden sie das äonische Leben (oft falsch mit ewiges Leben übersetzt) nicht erleben. Darum geht bei dem engen Weg usw, bei dem es ja um die Teilnahme im Königreich für Israel geht.
Jesus und die Apostel haben nie etwas anderes gepredigt. Wo denn?
@fritze guten Abend,
Ja zum einen, Jesus hat gelehrt, das der Vater zieht. Aber ; Ablehnen kann man Gott trotzdem noch, wir sind ja auch keine Roboter. Wir sind Gottes Ebenbilder und dadurch eben in einer Verantwortung.
Die ganzen Warnungen von Jesus und den Aposteln machen gar keinen Sinn, wenn es nicht doch, auch, auf ein Mitwirken/wollen von uns ankommt.
In der Schrift steht auch klar, das Gott nicht den Tod des Sünders will. Also wie nun. Wenn der Mensch von sich aus nicht Buße tun kann, wer tut es dann und warum? Weil Gott es will? Aber Gott will es scheinbar bei allen?
Ich persönlich finde es im Grunde Gefährlich sich einzelne Bibelstellen zu greifen. Ausschlaggebend ist vielmehr, was die Christenheit oder Kirche seit 2000 Jahren glaubt bzw. Ausgelegt hat.
Es sind aber eigentlich auch zwei Punkte, das eine zum Glauben kommen, das andere wie man danach lebt. Dieses sehr entspannte Leben im Glauben, das gab es ursprünglich leider nicht. Wenn die ersten Christen, ganz nah an den Aposteln, dieses Verständnis so nicht hatten, dann halte ich es eher für gefährlich das wir es so auszulegen.
@kappa Was die Kirche seit 2000 Jahren lehrt, kann letztlich kein Kriterium sein. Denn da ist auch viel Käse dabei und einheitlich ist es sowieso nicht. Luther hat schon klar Stellung bezogen und gesagt, dass es zumindest beim Glaubensanfang keinen freien Willen gibt (in der Diskussion mit Erasmus von Rotterdam). Wir sind soteriologisch ohnmächtig. Und auch biblisch betrachtet, ist die Sache für mich völlig klar (obwohl es den Menschen, sie sich ja was erarbeiten wollen, von Natur aus schwer fällt, das zu akzeptieren):
Man wird ganz passiv von Gott „vor der Grundlegung der Welt auserwählt“ (Eph. 1,4), Gott hat die Gläubigen der jetzigen Zeit lediglich „vorgezogen zur Rettung“ (2. Thess. 2,13).
„Die Er vorherbestimmt, diese beruft Er auch; und die Er beruft, diese rechtfertigt Er auch.“ (Römer 8,30).
„Alle die zu äonischem Leben verordnet waren, kamen zum Glauben“ (Apg. 13,48).
So ist auch Römer 10,20 zu verstehen: „Ich habe mich von Menschen finden lassen, die nicht nach mir suchten. Ich habe mich denen zu erkennen gegeben, die nicht nach mir fragten“ (siehe auch Jes. 65,2).
„Denn aus der Gnade seid ihr Gerettete durch Glauben, und dies nicht aus euch, sondern Gottes Nahegabe ist es, nicht aus Werken. Damit sich niemand rühme!“ (Eph. 2,9-10).
Das bedeutet, dass keinerlei Vorleistung des Menschen erforderlich ist, auch nicht die sog. freie Entscheidung für Gott. Gnade ist ein unverdientes und unverdienbares Geschenk Gottes, der Glauben ist uns von Gott gegeben worden – nur weil Gott es wollte.
Die Bibel sagt ja, das Gott in uns wirkt, aber nicht ohne uns. Er schafft beides, das Wollen und das Vollbringen (Phil. 2,13). Er „macht uns Beine“ und so kommen wir zum Glauben. Das alte „Ich“ wird aber dabei nicht „vernichtet“, sondern es wird umgewandelt. Die „alte Menschheit“ (Römer 6,6) stirbt, das „Zum-Glauben-kommen“ ist die erste Lebensäußerung des auferweckten Menschen. Dazu dienen auch die vielen Aufforderungen etwas zu tun. Es sind halt verschiedene Ebenen, die man auseinanderhalten muss.
Das mag sein.
Aber die Mehrzahl aller heute lebender Christen (Katholiken und diverse Orthodoxe ) und aller Zeiten lebenden ( bis 1521 fast ausschließlich) sieht und sah es halt anders.
Für mich macht es keinerlei Sinn das Gott seine Wahrheiten über 1500 Jahre lang verborgen sein lässt, und die Seinen komplett irre gegangen sind. Das wäre in etwa dieselbe Zeitspanne wie von Mose zu Jesus. Was ist mit der Ekklesia, die nicht überwunden werden wird? Davon könnte man dann nicht mehr reden.
Im übrigen, ging es im Ausgangspunkt nicht um RKK vs. den Rest.
Sondern um eine Theologie wo der Mensch mehr eine Marionette ist und einmal gerettet immer gerettet.
Da gibt es auch genug Evangelische die das anders sehen.
@kappa Sondern um eine Theologie wo der Mensch mehr eine Marionette ist und einmal gerettet immer gerettet.
Zwei Fragen dazu.
1. Könntest Du Dich frei dazu entscheiden, etwas zu glauben, das Dir nicht plausibel erscheint? Also z.B. dass ein 200 Kilo schweres, einssechzig großes Mädchen die hundert Meter unter zwölf Sekunden gelaufen sei? Oder dass der Neffe Deines Nachbarn achtzehn Male hintereinander 6 Richtige im Lotto hatte?
Wäre es D.A.n. fair zu behaupten, dass Leute, die entsprechende Behauptungen erst dann glaubten, wenn sie selbst z.B. die Zeit des adipösen Mädchens gestoppt oder die Lottoscheine des Neffen mit eigenen Augen - samt der Koffer voller Lottogewinngeldes - gesehen hätten und durch diese Belege zum Glauben an die Behauptungen gewissermaßen gezwungen wurden - damit Marionetten seien?
Oder anders herum gefragt: glaubst Du an (beliebige) Dinge, weil Du Dich dazu entscheidest, an sie zu glauben - oder glaubst Du an sie, weil Dir aufgrund dessen, was Du über sie erfahren hast, gar keine andere Möglichkeit bleibt?
2. Wenn Du die freie Wahl hättest, also Gott sich ganz nach Dir richten würde: Wäre es Dir lieber, dass alle Menschen gerettet* werden, oder wäre es Dir lieber, dass nur ein Teil von ihnen gerettet und der Rest in die Hölle geworfen würde? Ich frage hier nicht danach, was sich D.A.n. besser biblisch begründen lässt, sondern einfach nur nach Deiner "freien" Meinung.
*Ich persönlich glaube ja eh nicht an ein Weiterleben nach meinem physischen Tod, aber die anderen, mitsamt Dir, die hier diskutieren, ja schon.
Aber die Mehrzahl aller heute lebender Christen (Katholiken und diverse Orthodoxe ) und aller Zeiten lebenden ( bis 1521 fast ausschließlich) sieht und sah es halt anders.
Du hast vergessen zu sagen, ab wann sie es so sahen. Das, was bei Luther angeblich »neu« war, war ja fast immer etwas, was die sehr frühe Kirche auch sagte. Wesentliche Teile seiner Gnadenlehre wurden auch in der Verurteilung des Semipelagianismus (z.B. Synode von Orange, 529) ausgedrückt. Das war noch eine zeit, in der die Kirche wert darauf legte, ihre Aussagen mit der Bibel zu begründen. Später im Mittelalter war das der Kirche ungefähr so egal wie heute der EKD.
Was ist mit der Ekklesia, die nicht überwunden werden wird?
Laut Bibel wird sie überwunden werden (Of 13,7). Allerdings denke ich auch, dass sie bisher nicht überwunden wurde - weder von römischen Kaisern, noch von islam(ist)ischen Herrschern, noch von der päpstlichen Inquisition, oder vom Kommunismus, oder aktuell in Nordkorea …
Und es kommt nicht darauf an, ob die Mehrheit dabei ist, es könnte ja die Mehrheit abgefallen sein. Und deshalb sind zwischen 529 und 1360 (John Wyclif) nun mal keine 1500 Jahre - zumal es auch dazwischen wohl noch wahre Anhänger Jesu gegeben hat.
@fritze Doch das ist DAS Kriterium
Alles andere hat zu Chaos geführt.
Du kannst hier Bibelstellen ohne Ende aufführen. Es gibt genau so viele dagegen.
Jesus hat uns kein Buch hinterlassen. Er hat uns eine Gemeinschaft hinterlassen.
Das auf was Du Dich beziehst hat die Kirche doch kanonisiert. Dieselbe Kirche die scheinbar "Kein Kriterium ist" und "Käse" gemacht hat. Wie nun. Ist die Bibel auch Käse?
Wenn Gott Sola Scriptura gewollt hätte, dann wäre das neue Testament wie die 5 Bücher Mose geschrieben. Chat Gpt hätte den Glauben sogar formulieren können, das es weniger Streitpunkte und Differenzen gibt.
Logisch ist dann das Gott das so nicht wollte.
Veröffentlicht von: @kappaDu kannst hier Bibelstellen ohne Ende aufführen. Es gibt genau so viele dagegen.
Ach ja, welche denn? Außerdem ist das natürlich ein Totschlagargument. Kann man deiner Meinung nach anhand der Bibel gar nicht prüfen, welche Lehre richtig ist? Bisschen komisch. Übernimmst du einfach nur, was die Tradition sagt oder deine Heimatgemeinde? Bisschen einfach...
"Die Kirche" ist im Übrigen nie einheitlich - wobei ich gar nicht weiß, welche du überhaupt meinst. Da gibt es ja schon mal zwei große Kirchen und ein Haufen Freikirchen, die unterscheiden sich teilweise erheblich, 2000 Jahre Christentum hin oder her. Es gibt auch innerhalb einer Gemeinde verschiedene Meinungen, zumindest, wenn sie einigermaßen gesund ist und es noch eine Lernkultur gibt und nicht gemeint wird, man hat den Stein der Weisen schon gefunden. Richtig, Gott wollte offensichtlich diese Vielfalt, damit sich jeder selbstständig mit seinem Wort beschäftigen muss (wenn man noch einermaßen klar denken kann).
Es bleibt also nichts anderes, als selbst zu prüfen.
Zuweilen ist die biblische Lehre ziemlich »dialektisch«.
Und Kappa hat insofern Recht, dass es tatsächlich auch viele Bibelstellen gibt, die betonen, dass Menschen sich entscheiden sollen (»ich habe dir vorgelegt den Weg zum Leben und zum Tod …«).
Manche Dinge sind tatsächlich nicht »klar«. Ich halte es da mit
5.Ms 29,28 Manches bleibt uns verborgen, nur der HERR, unser Gott, kennt es. Doch was er von uns erwartet, hat er uns und unseren Nachkommen für alle Zeiten offenbart
Und die wesentlichen Inhalte des Evangeliums sind klar.
Und die wesentlichen Inhalte des Evangeliums sind klar.
Grobe Tendenzen sind wohl zu erkennen, über die sich Christen selbst definieren... aber "Klarheit" sehe ich da weniger.
Natürlich ist es individuell möglich, zu einer "klaren" Interpretation zu finden (Und diese dann für allgemeingültig zu halten).
Aber eine Lehre, auf die sich alle Christen einigen können... das ist kaum drin.
Dass Jesus gestorben und auferstanden ist, um uns zu retten, ist unter Christen Konsens. Dass Gott durch Ihn gehandelt hat ebenfalls. Das ist schon mal eine Lehre, auf die sich alle Christen einigen können, egal ob Allversöhnler, Antitrinitarier oder was es noch so alles gibt.
Dass Jesus gestorben und auferstanden ist, um uns zu retten, ist unter Christen Konsens. Dass Gott durch Ihn gehandelt hat ebenfalls. Das ist schon mal eine Lehre, auf die sich alle Christen einigen können, egal ob Allversöhnler, Antitrinitarier oder was es noch so alles gibt.
Ja, aber das war's dann halt auch schon fast... alles andere bleibt verhandelbar.
Veröffentlicht von: @lucan-7Dass Jesus gestorben und auferstanden ist, um uns zu retten, ist unter Christen Konsens. Dass Gott durch Ihn gehandelt hat ebenfalls. Das ist schon mal eine Lehre, auf die sich alle Christen einigen können, egal ob Allversöhnler, Antitrinitarier oder was es noch so alles gibt.
Ja, aber das war's dann halt auch schon fast... alles andere bleibt verhandelbar.
@lucan:
Nun ja .... wenn die *Basics* stimmen! *Thumbsup* !!!
Und wo siehst Du mit dem "auch schon fast" noch weiteren Konsens?
L'Chaim
Nun ja .... wenn die *Basics* stimmen! *Thumbsup* !!!
Nur sind die Konsequenzen daraus extrem unterschiedlich... in der entscheidenden Frage, was Gott eigentlich von uns will, ist man sich doch sehr uneins...
Und wo siehst Du mit dem "auch schon fast" noch weiteren Konsens?
Das habe ich vorsichtshalber hinzugefügt, weil ich nicht ausschließe, dass es weiteren Konsens gibt.
Nur sind die Konsequenzen daraus extrem unterschiedlich... in der entscheidenden Frage, was Gott eigentlich von uns will, ist man sich doch sehr uneins...
Vielleicht in den unterschiedlichen Glaubensrichtungen, ja. Aber Gott ist relativ eindeutig in der Bibel.
Es ist dir gesagt worden, Mensch, was gut ist / und was der HERR von dir erwartet: Nichts anderes als dies: Recht tun, Güte lieben / und achtsam mitgehen mit deinem Gott
Einheitsübersetzung Micha 6,8
Oder bei Jesus: du sollst Gott lieben mit deinem ganzen Vermögen (Verstand, Kraft, Seele,..) und den Nächsten wie dich selbst.
Oder:
Jesaja 58, 6-10
…Das ist ein Fasten, wie ich es liebe:
die Fesseln des Unrechts zu lösen,
die Stricke des Jochs zu entfernen,
die Versklavten freizulassen,
jedes Joch zu zerbrechen,
an die Hungrigen dein Brot auszuteilen,
die obdachlosen Armen ins Haus aufzunehmen,
wenn du einen Nackten siehst, ihn zu bekleiden
und dich deinen Verwandten nicht zu entziehen.
Ja…das wars im großen und ganzen….
Vielleicht in den unterschiedlichen Glaubensrichtungen, ja. Aber Gott ist relativ eindeutig in der Bibel.
Eben nicht.
Abtreibung, Militärdienst, Scheidung, homosexuelle Gemeinschaften, in Notwehr töten, in der Rüstungsindustrie arbeiten, Diktatoren aktiv stürzen, Gewalt anwenden, um Andere zu schützen - wenn es um konkrete Antworten zu solchen Themen geht, dann liegen die Christen dabei teilweise extrem weit auseinander.
Da hilft auch der Heilige Geist nicht mehr...
Ja, manches in deiner Aufzählung ist aus der Bibel nicht eindeutig beantwortbar, das stimmt. Manches aber schon.
Tendenziell würde ich aber sagen, alles was dem Leben und dem Frieden zuträglich ist, ist in Gottes Willen für uns enthalten.
Nun sichert einer seinen Lebensunterhalt und den seiner Familie mit dem Verdienst aus der Rüstungsindustrie und ist somit dem Leben zuträglich und der andere lässt sich scheiden, um dem Frieden den Vorrang zu geben…und ist somit dem Frieden zuträglich. Es ist komplexer, als man es gerne hätte.
Du hast Recht, solche Entscheidungen sind herausfordernd und selbst wenn man die Bibel als Leitfaden hat, ist es schwierig, das in ein „richtig“ und „falsch“ einzuordnen.
Tendenziell würde ich aber sagen, alles was dem Leben und dem Frieden zuträglich ist, ist in Gottes Willen für uns enthalten.
Ich würde Jesu Lehre auch so interpretieren, dass die Menschen darauf schauen sollen: "Was ist das Beste für die Menschen?" - und nicht: "Was steht im Gesetz geschrieben?".
Und wenn man dann empathisch ist, weil man seinen Nächsten so liebt wie sich selbst, wird man auch eine gute Entscheidung treffen können. Egal, ob es um homosexuelle Beziehungen oder Ehescheidung geht. Abtreibung und Kriegsdienst sind schwierigere Themen, weil man da Interessen abwägen muss - aber auch da wird man Lösungen finden, auch wenn sie vielleicht nicht optimal sind.
Nur: Dass man Jesu Lehre so interpretieren sollte und "Liebe deinen Nächsten" nicht bedeutet, seinen Nächsten zu einem Spiegelbild seiner selbst zu machen, sondern ihn als eigenständiges Wesen zu sehen - das ist ja auch nur wieder meine persönliche Interpretation. Andere Leute kommen da wieder zu ganz anderen Interpretationen und sehen einen sehr viel strengeren Jesus.
Es ist komplexer, als man es gerne hätte.
Und damit kommen viele Leute nicht klar... und das betrifft ja nicht nur Christen.
Und eben da wäre eine ausführlichere Bibel sinnvoll. Und nicht eine, wo die Jünger fragen: "Herr, wir haben das aber nicht verstanden!" und es dann nur heißt: "Er aber ging betrübt weiter" statt eine Antwort zu geben (Irgendwo gibt es so eine Stelle...).
Und eben da wäre eine ausführlichere Bibel sinnvoll.
Stimmt…
Aber vielleicht gibt es die ja auch. Ich habe bisher in keine Erklärbibel geschaut, könnte mir aber vorstellen, dass die schon vieles erklären, was ich mir erst zusammenpuzzeln musste …
Andere Leute kommen da wieder zu ganz anderen Interpretationen und sehen einen sehr viel strengeren Jesus.
Ja. Aber das ist nicht starr…das entwickelt sich auch weiter, sowohl persönlich als auch in den Gemeinschaften. Zumindest hoffe ich das.
Und nicht eine, wo die Jünger fragen: "Herr, wir haben das aber nicht verstanden!" und es dann nur heißt: "Er aber ging betrübt weiter" statt eine Antwort zu geben (Irgendwo gibt es so eine Stelle...).
Nein, diese Stelle gibt es sicher nicht. Vielleicht eine, die ihr mehr oder weniger ähnelt. Aber um zu beurteilen, ob es mehr oder weniger ist, müsste man die Stelle kennen …
Nein, diese Stelle gibt es sicher nicht. Vielleicht eine, die ihr mehr oder weniger ähnelt. Aber um zu beurteilen, ob es mehr oder weniger ist, müsste man die Stelle kennen …
Die konkrete Stelle finde ich jetzt auch gerade nicht (sonst hätte ich sie auch genannt), eine ähnliche Stelle ist in jedem Fall Lukas 22, 36-38:
"Da sprach er zu ihnen: Aber nun, wer einen Geldbeutel hat, der nehme ihn, desgleichen auch eine Tasche, und wer’s nicht hat, verkaufe seinen Mantel und kaufe ein Schwert. Denn ich sage euch: Es muss das an mir vollendet werden, was geschrieben steht: »Er ist zu den Übeltätern gerechnet worden.« Denn was von mir geschrieben ist, das hat ein Ende. Sie sprachen aber: Herr, siehe, hier sind zwei Schwerter. Er aber sprach zu ihnen: Es ist genug."
Auch da verstehen ihn die Jünger falsch, Jesus erklärt aber auch nicht, was er tatsächlich gemeint hat, sondern beendet die Unterhaltung.
Auch da verstehen ihn die Jünger falsch, Jesus erklärt aber auch nicht, was er tatsächlich gemeint hat, sondern beendet die Unterhaltung.
Nun, eine Interpretation ist jedenfalls ausgeschlossen:
Lk 22,50 Und einer von ihnen ging auch gleich auf den Diener des Hohenpriesters los und schlug ihm das rechte Ohr ab. 51 Aber Jesus rief: »Halt! Hört auf!« Und er berührte das Ohr des Mannes und heilte ihn.
Dass man das Schwert zum Kampf gegen Menschen einsetzen soll, hat Jesus verneint (die Parallelstellen in den anderen Evangelien sind z.T. noch eindeutiger). Wörtlich bleibt nur noch das (Kurz-)Schwert als Waffe gegen wilde Tiere. Aber war es wörtlich gemeint?
Dass ich mit nicht sicher bin, wie Jesus das damals genau gemeint hatte, stört mich nicht. Nicht wörtliche Interpretationen könnten sich z.B. an Eph 6,17 orientieren (»Schert des Geistes«).
Sie sprachen aber: Herr, siehe, hier sind zwei Schwerter. Er aber sprach zu ihnen: Es ist genug."
(.....), Jesus erklärt aber auch nicht, was er tatsächlich gemeint hat, sondern beendet die Unterhaltung.
Vielen Bibelstellen über Jesus beschreiben ein ähnliches Verhalten: Jesus "liefert" keine umfassenden Begründungen, sondern er reißt ein Thema an und lässt es offen stehen.
Heute würde man vielleicht sagen, dass Jesus "Montessori-Pädagogik" betreibt, indem er den Zuhörern zwar mögliche Wege zeigt und Ideen auf den Weg mitgibt, aber eben keine fertigen Lösungen verkündet. Er fordert seine Hörer dadurch zum eigenständigen Denken und Handeln auf - aber fast immer mit ausdrücklichem Bezug auf Gottes Wort (in diesem Fall Tanach und Talmud).
Eigentlich sehr modern....
betrübt, Stellen in den Evangelien, drei Übersetzungen, keine passende Stelle zu deinem freien Zitat
https://www.bibleserver.com/search/LUT.ELB.Ne%C3%9C/betr%C3%BCbt
Was sich bei dir vllt eingeprägt hat, wäre die Szene im Garten Gethsemane: Könnt ihr nicht eine Stunde mit mir wachen?
Veröffentlicht von: @lucan-7Da hilft auch der Heilige Geist nicht mehr...
Wenn man in solchen Situationen inständig um den Beistand des Heiligen Geistes betet, werden Entscheidungen aus meiner Sicht vor Gott vertretbar. Mehr können wir als Christen nicht tun.
Der Heilige Geist aber kann alles für uns tun. Sag lieber nicht mehr, dass der Heilige Geist nicht helfen kann… das ist aus meiner Sicht eine Nummer zu gross.
Der Heilige Geist aber kann alles für uns tun. Sag lieber nicht mehr, dass der Heilige Geist nicht helfen kann… das ist aus meiner Sicht eine Nummer zu gross.
Nein, das lässt sich objektiv begründen. Wenn Christen zu einem Thema um die Führung des Heiligen Geistes bitten, dann kommen sie trotzdem zu unterschiedlichen Ansichten.
Ich erinnere mich an einen Bericht über eine Gemeinde, die an der Frage zu homosexuellen Beziehungen zerbrochen ist, weil es zwei Lager gab, die natürlich beide um den Heiligen Geist gebetet haben, sich aber dennoch nicht einigen konnten - beide Seiten mit Berufung auf eben den Heiligen Geist.
Darauf bezog sich meine Aussage.
Dein Beispiel vorher, wo Jesus betrübt davon lief, als ihn die Jünger nicht verstanden, ist hilfreich.
Warum lief er betrübt davon? Oder gab zumindest vor, dies zu tun? Weil die Jünger offenbar aus welchen Gründen auch (Sturheit, Faulheit, Engstirnigkeit, fehlender Nächstenliebe, Bequemlichkeit, Stolz etc.) einfach nicht verstehen wollten, was Jesus meinte.
So kommt man nicht weiter, wenn man die Augen verschliesst für eine ungewohnte, unbequeme Denkart.
Dieses Unvermögen ist menschlich, und kommt vor allem auch in Konfliktsituationen zum Ausdruck. Auch innerhalb von der Kirche, sogar schon zwischen Paulus und Petrus. Letzteren fanden nach ekligen und heftigen Diskussionen durch Gebet und vor allem gemeinsames Gebet, einen Weg, die Lösung des Problemes der Heidenchristen zu finden. Sie waren am Schluss immer noch nicht ganz gleicher Meinung, aber zumindest teilten sie die so wichtige, versöhnende Ansicht, dass Heidenchristen in Gottes Augen genau den gleichen Wert hatten wie jüdische Christen.
Das eröffnete den Weg für unser heutiges Christsein. Ein Geistreicher Weg!
Ich behaupte, die von dir, Lucan, genannten, gespaltenen „Lager“, waren beide nicht imstande, den Geist wirken zu lassen, und haben Ihn in ihren Herzen quasi ausgelöscht.
Ob sie inständig um den Beistand des Heiligen Geistes gebetet haben (du sagst „natürlich haben sie das“) kann ich nicht beurteilen.
Wie ich verstanden haben, kann man den Heiligen Geist „betrüben“, wie auch Jesus von den Jüngern „rhetorisch betrübt“ war. Ich stelle mir vor, dass der Heilige Geist sich dann vorübergehend entfernt, kurz zurückblickt, sagt: „Ihr wisst ja eigentlich, um was es wirklich geht. Sobald ihr eure Herzen geöffnet habt, meldet euch wieder und ich bin da. Ihr habt meine Nummer, I‘m only one call away“.
Ich fand folgenden Ausschnitt über „Streiten im Heiligen Geist“ hilfreich:
Die Bibel warnt dringend davor, den Heiligen Geist zu betrüben (Eph 4,30 ELB) und den Geist auszulöschen (1 Thess 5,19). In Konfliktsituationen erfolgt genau das durch eine unkritische Solidarität oder durch eine unsolidarische Kritik. Ersteres geschieht in einem geistlosen Streiten, in dem man sich auf den Gegner und das an ihm wahrgenommene Schlechte fixiert und den Blick auf den einen und einigenden Christus verliert. Betrübt und ausgelöscht wird der Heilige Geist dabei konkret dadurch, dass „Anteile von Wahrem und Heiligem“ 90 beim Gegner niedergehalten und entwertet werden. 91 So etwas passiert sehr leicht, wenn sich eine Gemeinschaft spaltet.
Der andere Straßengraben, in dem ein christlicher Umgang mit Konflikten scheitert, ist eine unsolidarische Kritik. Zu ihr kommt es, wenn sich Gemeinschaften an dominierende Großgruppen anbiedern, indem sie die ihnen aufgetragene (prophetische) Kritik vernachlässigen und auf diese Weise Wahrhaftigkeit und Gerechtigkeit unterdrücken. Von diesem Punkt her dürfte es Anfragen an großkirchlich integrierte Strömungen der charismatischen Erneuerung geben.
Grundsätzlich wäre festzuhalten, dass der Heilige Geist wesentlich polyphon spricht. Wo immer bestimmte christliche Strömungen ausgeschlossen werden, fehlen Glieder im Leib Christi und es droht ein Balanceverlust im Urteil zu wichtigen Fragen. Wo hingegen das Gespräch mit allen Seiten gesucht wird, sind Konflikte vorprogrammiert. 92Aber durch diese Konflikte hindurch können Wahrheit und Gerechtigkeit gefunden werden, – wenn richtig, und das heißt, „im Heiligen Geist“ gestritten wird.
https://www.uibk.ac.at/de/theol/leseraum/texte/940/#toc-cmsplugin_13798825-9
Dein Beispiel vorher, wo Jesus betrübt davon lief, als ihn die Jünger nicht verstanden, ist hilfreich.
Ja, aber nicht so, wie du meinst. Deine Reaktion und Argumentation erscheint mir eine recht typische "Ja, aber... trotzdem!" Reaktion zu sein. Der Heilige Geist vermag nicht, eine Gemeinde zu einigen, Jesu Aussagen waren selbst für seine Jünger unklar... aber gerade das ist etwas Gutes. Warum auch immer, aber es muss ja so sein...
Für mich zeigt es etwas völlig Anderes, nämlich warum das Christentum so erfolgreich sein konnte.
Ich behaupte, die von dir, Lucan, genannten, gespaltenen „Lager“, waren beide nicht imstande, den Geist wirken zu lassen, und haben Ihn in ihren Herzen quasi ausgelöscht.
Warum behauptest du das? Es ging doch um eine einfache Ja/Nein Frage, nämlich wie die Gemeinde zu homosexuellen Paaren stehen soll. Ist so eine Verbindung nun im christlichen Sinne als problematisch zu betrachten - oder nicht?
Wäre es da nicht viel naheliegender zu sagen: Eine Gruppe hat recht, die andere hat unrecht?
Aber das würde das Dilemma ja zu offensichtlich machen: Niemand vermag eindeutig und objektiv zu begründen, welche der beiden Gruppen nun recht hat und welche nicht. Deshalb ja die Spaltung.
Aber das Gute ist: Beide Gruppen bleiben auch weiterhin Christen! Wäre der Heilige Geist wirklich eindeutig, so müsste eine der beiden Gruppen, nämlich jene, die Unrecht hat, womöglich empört austreten und sich eine andere Religion suchen, wenn sie damit nicht klar kommt.
Da aber jeder glauben und behaupten kann, was immer er will und sich praktisch alles mit dem Heiligen Geist begründen lässt, gibt es auch für niemanden einen Grund auszutreten oder sich abzuwenden.
Und aus demselben Grund ist es auch so praktisch, dass Jesus die Jünger einfach stehen lässt und nichts erklärt. Denn hätte er irgendwas erklärt, dann hätte sich womöglich Mancher im Anschluss vor den Kopf gestoßen gefühlt. So aber kann sich jeder denken, was immer er will... und dabei das gute Gefühl behalten, recht zu haben.
„So aber kann sich jeder denken, was immer er will... und dabei das gute Gefühl behalten, recht zu haben.“
Genau, Lucan. Der Heilige Geist denkt wo möglich nicht so schwarz-weiss wie du es vielleicht gerne hättest (wirklich?). Und ermöglicht gerade dadurch heilsame Entwicklung.
Aber nun bin ich hier mal raus und gönne dir das gute Gefühl, recht zu haben.
Schönes Weekend!
Genau, Lucan. Der Heilige Geist denkt wo möglich nicht so schwarz-weiss wie du es vielleicht gerne hättest (wirklich?). Und ermöglicht gerade dadurch heilsame Entwicklung.
Jesus sagte aber: "Deine Rede sei ja, ja und nein, nein!".
Nun ist das sicher nicht wörtlich auf den Heiligen Geist übertragbar - aber dass hier klare und deutliche Antworten gemeint sind, das ist doch wohl eindeutig.
Ein Heiliger Geist, der mit seiner Antwort herumdruckst und irgendwie allen recht gibt, vielleicht aber auch nicht, passt da überhaupt nichts in Bild.
Aber nun bin ich hier mal raus und gönne dir das gute Gefühl, recht zu haben.
Davon bin ich nicht überrascht.
Schönes Weekend!
Danke, dir auch ein schönes Wochenende!
Jesus sagte aber: "Deine Rede sei ja, ja und nein, nein!".
Das war aber im Gegensatz zu »Ich schwöre, dass es so ist« oder so ähnlich, statt einem einfachen Ja.
Ein Heiliger Geist, der mit seiner Antwort herumdruckst und irgendwie allen recht gibt, vielleicht aber auch nicht, passt da überhaupt nichts in Bild.
Das stimmt.
Vielleicht hätten die Leute, statt nur subjektiv auf den inneren »Heilgen Geist« (oder was sie dafür halten) zu hören sich mit der Bibel auseinandersetzen sollen, die ja von diesem Geist inspiriert ist …
Vielleicht hätten die Leute, statt nur subjektiv auf den inneren »Heilgen Geist« (oder was sie dafür halten) zu hören sich mit der Bibel auseinandersetzen sollen, die ja von diesem Geist inspiriert ist …
In der Bibel kommen homosexuelle Lebensgemeinschaften, um die es konkret ging, aber überhaupt nicht vor.
Und da ist eben die Frage, was schwerer wiegt: Sexuelle Praktiken (die verboten waren) und von Paulus im Zusammenhang mit Ausschweifungen erwähnt werden (Aber eben nicht als Ehegemeinschaft) - oder die Nächstenliebe und die Regel, dass Gesetze für den Menschen da sein sollen und nicht der Mensch für das Gesetz?
Und da ist die Bibel halt nicht eindeutig, je nachdem wo man den Schwerpunkt legt.
Und da ist eben die Frage, was schwerer wiegt: Sexuelle Praktiken (die verboten waren) und von Paulus im Zusammenhang mit Ausschweifungen erwähnt werden
Der Zusammenhang mit Ausschweifungen ist doch dazuerfunden - wohl nicht von dir, du hast das sicher irgendwo übernommen.
oder die Nächstenliebe und die Regel, dass Gesetze für den Menschen da sein sollen und nicht der Mensch für das Gesetz?
Klar, Todesstrafe für schwulen Sex wär nicht im Sinn des NTs, und mit reuigen Sündern sollen wir Geduld haben.
Aber wenn etwas so eindeutig drin steht, und eben nicht im Gesetz, sondern im NT, kann man das doch nicht ignorieren!
Der Zusammenhang mit Ausschweifungen ist doch dazuerfunden - wohl nicht von dir, du hast das sicher irgendwo übernommen.
Nun, ich dachte da an diese Stelle:
"Weil die Menschen Gottes Wahrheit mit Füßen traten, gab Gott sie ihren Leidenschaften preis, durch die sie sich selbst entehren: Die Frauen haben die natürliche Sexualität aufgegeben und gehen gleichgeschlechtliche Beziehungen ein. Ebenso haben die Männer die natürliche Beziehung zur Frau mit einer unnatürlichen vertauscht: Männer treiben es mit Männern, ohne sich dafür zu schämen, und lassen ihrer Lust freien Lauf. So erfahren sie die gerechte Strafe für ihren Götzendienst am eigenen Leib." (Römer 1, 26-27)
Da geht es wohl kaum um eheähnliche Beziehungen - "die natürliche Sexualität aufgeben" und "der Lust freien Lauf lassen" bezieht sich doch wohl recht eindeutig auf Ausschweifungen, nicht auf liebevolle, treue Beziehungen unter Paaren.
Aber wenn etwas so eindeutig drin steht, und eben nicht im Gesetz, sondern im NT, kann man das doch nicht ignorieren!
Welche Stelle verbietet denn so eindeutig homosexuelle Ehen?
Und verstehe mich nicht falsch... ich halte Paulus für keinen sonderlich aufgeschlossenen Menschen, der für so etwas offen gewesen wäre - aber für ihn waren heutige Verhältnisse, wo gleichgeschlechtliche Paare Kinder aufziehen, auch völlig unvorstellbar.
Deshalb müsste man sich fragen, wie Paulus wohl geurteilt hätte, hätte er sich damit intensiver auseinandersetzen können, aus einer heutigen Perspektive, in der Homosexualität ganz natürlich auftritt und die Welt nicht zuletzt von Überbevölkerung bedroht ist.
Da geht es wohl kaum um eheähnliche Beziehungen - "die natürliche Sexualität aufgeben" und "der Lust freien Lauf lassen" bezieht sich doch wohl recht eindeutig auf Ausschweifungen
Natürliche Sexualität aufgeben bezieht sich darauf, dass eben nicht Mann mit Frau Verkehr hat, sondern Mann mit Mann.
»Der Lust freien Lauf lassen« ist eine Formulierung der HfA. Andere Übersetzunegn wie z.B. GNÜ schreiben so was wie:
Rö 1,27 (GNÜ) und genauso machten es die Männer. Statt mit Frauen zu verkehren, wie es der natürlichen Ordnung entspricht, wurden sie von wildem Verlangen zueinander gepackt; Männer ließen sich in schamlosem Treiben mit anderen Männern ein. So rächte sich, wie es nicht anders sein konnte, ihr Abirren von der Wahrheit an ihnen selbst.
Ob dieses »schamlos sich einlassen« nun in One-Nights-Stands bestand oder in einer längeren Beziehung, wird nicht thematisiert. Eine Orgie kannst du da jedenfalls nicht rauslesen. Aber natürlich muss ich dir zugute halten, dass du durch die Freiheiten der HfA dazu verführt wurdest 😉
Ob dieses »schamlos sich einlassen« nun in One-Nights-Stands bestand oder in einer längeren Beziehung, wird nicht thematisiert. Eine Orgie kannst du da jedenfalls nicht rauslesen. Aber natürlich muss ich dir zugute halten, dass du durch die Freiheiten der HfA dazu verführt wurdest
Tja...
Allerdings sollte man an dieser Stelle auch berücksichtigen, auf welche Weise - im historischen Zusammenhang - Paulus denn derartige "Beziehungen" überhaupt hätte begegnet sein können.
Waren damals denn überhaupt eheähnliche Beziehungen üblich, wo man "in wildem Verlangen" zueinander "gepackt" werden konnte?
Und hätte Paulus auch bei heterosexuellen Beziehungen von einem "wilden Verlangen" gesprochen?
Paulus spricht hier ausschliesslich von Sexualität - und nichts anderem. Hätte er homosexuelle Beziehungen kritisiert, dann hätte er wohl eher davon gesprochen, dass Menschen in gleichgeschlechtlichen Beziehungen versuchen, auf lästerliche Weise die Ehe zu imitieren. Aber davon ist hier keine Rede, es geht allein um ungehemmte Lust.
Dass es hier also nicht um eheähnliche Beziehungen geht - die es in dieser Konstellation damals auch gar nicht gab - scheint mir dann doch sehr offensichtlich zu sein.
Waren damals denn überhaupt eheähnliche Beziehungen üblich
»Üblich« wär das falsche Wort. Sie waren bekannt - und verachtet, im Gegensatz zu Beziehungen, in denen der passive teil vom anderen Dominiert wurde (Erwachsener/Jugendlicher Schüler, oder Herer/Sklave). Paulus mach diesen Unterschied nicht mit.
Und hätte Paulus auch bei heterosexuellen Beziehungen von einem "wilden Verlangen" gesprochen?
Wie verstehst du 1.Kor 7,9?
Wie verstehst du 1.Kor 7,9?
Nun, das könnte man in der Tat als Gegenargument anführen: Wenn Leute schon in sexueller Lust entbrennen, dann sollen sie zumindest heiraten, damit das ganze dann in geregeltem Rahmen stattfindet.
Dergleichen gesteht Paulus homosexuellen Paaren nicht zu. Gleichwohl sieht er hierin ausschliesslich Lust und Ausschweifung, und keine mögliche Bindung in Form einer Ehe - denn dergleichen war damals undenkbar.
Die Frage bleibt also: Hätte Paulus von homosexuellen Beziehungen gewusst, und auch davon, dass es dafür eine Veranlagung gibt (und keine Entscheidung wie er glaubte) - hätte er dann genau so gesprochen, unter Berücksichtigung der Nächstenliebe?
Oder geschah sein Urteil schlicht aus Unkenntnis?
Denn dann müsste man das völlig neu bewerten.
Wobei ich ja so weit gehe zu sagen: Wenn Paulus nichts über Homosexualität wusste - dann konnte er auch gar nicht über derartiges urteilen, und dann sind eh seine Aussagen höchst zweifelhaft... denn was wusste er dann überhaupt, dass er glaubte gesellschaftliche Regeln aufstellen zu können...?
Hätte Paulus von homosexuellen Beziehungen gewusst, und auch davon, dass es dafür eine Veranlagung gibt (und keine Entscheidung wie er glaubte)
Wie kommst du darauf, dass Paulus das glaubte? In Rö 1 redet er von einem Dahingegebensein - keine Entscheidung.
Wie kommst du darauf, dass Paulus das glaubte? In Rö 1 redet er von einem Dahingegebensein - keine Entscheidung.
Wäre es keine "Entscheidung" - wie hätte er dann einen Vorwurf machen können?
Auf irgend eine Weise waren diese Leute seiner Ansicht nach für ihr Tun selbst verantwortlich. Und zwar auf eine Weise, in der das auch hätte vermieden werden können.
Andernfalls würde seine Aussage keinen Sinn ergeben.
Hast du Rö 1 gelesen?
Rö 1 gehörte für mich seinerzeit zu den wichtigsten Texten, mit denen ich mein Bibelstudium begonnen habe... auch wenn das jetzt schon eine Weile her ist.
Wie wäre es, wenn du stattdessen einfach mal schreibst, was du meinst?
Rö 1,26 Darum lieferte er sie schändlichen Leidenschaften aus. Ihre Frauen vertauschten den natürlichen Geschlechtsverkehr mit dem widernatürlichen. 27 Ebenso gaben die Männer den natürlichen Verkehr mit Frauen auf und entbrannten in Begierde zueinander. Männer treiben es schamlos mit Männern. So empfangen sie am eigenen Leib den gebührenden Lohn für die Verirrung ihres Denkens.
Das Dahingegebensein ist eine Reaktion Gottes auf das, was die Menschen vorher taten.
Wobei ich das nicht individuell verstehe, sondern kollektiv.
Das Dahingegebensein ist eine Reaktion Gottes auf das, was die Menschen vorher taten.
Wobei ich das nicht individuell verstehe, sondern kollektiv.
Das ist ja im Grunde zweitrangig, ob nun die sexuelle Beziehung die Verfehlung darstellt oder nur das Ergebnis einer solchen Verfehlung ist - letztlich ist es seiner Ansicht nach auf falsches Verhalten der Betroffenen zurück zu führen, also etwas, das sich vermeiden lässt und einem anständigen Christen nicht passieren wird. Was eindeutig zeigt, dass Paulus die Ursache von Homosexualität gar nicht bekannt war und er über etwas urteilt, von dem er nichts versteht.
Und was meinst du mit "kollektiv"? Dass dabei auch Unbeteiligte betroffen werden können, die sich eigentlich nichts zu Schulden kommen ließen, so wie im AT?
Das lese ich da eigentlich nicht...
Und was meinst du mit "kollektiv"? Dass dabei auch Unbeteiligte betroffen werden können, die sich eigentlich nichts zu Schulden kommen ließen, so wie im AT?
Würde ich anders ausdrücken, aber im Prinzip: Ja.
Würde ich anders ausdrücken, aber im Prinzip: Ja.
Und wie kommst du darauf? Im NT wird ja eigentlich die persönliche Verantwortung betont, und ich wüsste nicht, warum es da anders sein sollte... also jene, die keinen guten Lebenswandel haben, werden diesen Begierden hingegeben, als Konsequenz ihrer Abweichungen.
Dass weitere Leute da quasi mit hineingezogen werden lese ich da jetzt nicht.
Veröffentlicht von: @lucan-7Dein Beispiel vorher, wo Jesus betrübt davon lief, als ihn die Jünger nicht verstanden, ist hilfreich.
Für mich zeigt es etwas völlig Anderes, nämlich warum das Christentum so erfolgreich sein konnte.
Niemand vermag eindeutig und objektiv zu begründen, welche der beiden Gruppen nun recht hat und welche nicht. Deshalb ja die Spaltung.
Aber das Gute ist: Beide Gruppen bleiben auch weiterhin Christen! Wäre der Heilige Geist wirklich eindeutig, so müsste eine der beiden Gruppen, nämlich jene, die Unrecht hat, womöglich empört austreten und sich eine andere Religion suchen, wenn sie damit nicht klar kommt.
Da aber jeder glauben und behaupten kann, was immer er will und sich praktisch alles mit dem Heiligen Geist begründen lässt, gibt es auch für niemanden einen Grund auszutreten oder sich abzuwenden.
Und aus demselben Grund ist es auch so praktisch, dass Jesus die Jünger einfach stehen lässt und nichts erklärt. Denn hätte er irgendwas erklärt, dann hätte sich womöglich Mancher im Anschluss vor den Kopf gestoßen gefühlt. So aber kann sich jeder denken, was immer er will... und dabei das gute Gefühl behalten, recht zu haben.
Ich stimme du: Der große Lehrer ist der, der keiner ist. 🤣
@van-hagen und @lucan
🤣 Dieses Deppen-emoji wird von der jüngeren Generation ja vor allem verwendet, um etwas/jemanden/Jemanden (Jesus 😬?) ins Lächerliche zu ziehen.
Ob du, van Hagen, jünger oder älter bist, interessiert mich jetzt nicht, aber um Humor kann es sich wohl kaum handeln.
Man kriegt hier den Eindruck, dass ihr euch unbewusst sehnt nach einem Gott der euch schwarz auf weiss und unmissverständlich vorgibt, wie das richtige Denken und handeln in jeder Situation auszusehen hat. Ein autokratischer Gott, der seinen Geschöpfen wie ein Filmregisseur vorgibt, was du sagen darfst, was du tun musst, wie du schauen musst, damit der Film für Ihn schliesslich passt. Nicht gerade interessant…. wenn man sich bedenkt, dass er uns mit einem wahren Wunderwerk an Hirnzellen, Sinnen und einen eigenen Willen ausgestattet hat.
Jesus‘ Jünger hatten es als erste Menschen in der ganzen nachparadiesischen Schöpfungsgeschichte direkt mit für uns Menschen total neuen Denkweisen, Perspektiven und Gefühlen zu tun. Mit Prinzipien wie „Liebe deine Feinde“, also wie bitte? Sie brauchten viel Zeit… sie hörten viel zu, fragten, wunderten sich, fragten nochmals, glaubten mal nicht so richtig, beobachteten, liessen sich begeistern….
Und Jesus hatte Geduld. Immer wieder. Liess die Klasse auch mal ein Moment mit ihren eigenen Gedanken alleine. Als Schüler braucht man diese Pause und diese Ruhe, um das gelernte Mal zu sortieren, für sich selbst zu spüren, was das alles eigentlich soll.
Offenbar akzeptiert (oder erträgt ?) ihr ein solches „modernes“ Lernen nicht…
Veröffentlicht von: @rosanne@van-hagen und @lucan
🤣 Dieses Deppen-emoji wird von der jüngeren Generation ja vor allem verwendet, um etwas/jemanden/Jemanden (Jesus 😬?) ins Lächerliche zu ziehen.
Ob du, van Hagen, jünger oder älter bist, interessiert mich jetzt nicht, aber um Humor kann es sich wohl kaum handeln.
Nun ja, 'Humor' muss ja nicht immer lustig sein.
Man kriegt hier den Eindruck, dass ihr euch unbewusst sehnt nach einem Gott der euch schwarz auf weiss und unmissverständlich vorgibt, wie das richtige Denken und handeln in jeder Situation auszusehen hat. Ein autokratischer Gott, der seinen Geschöpfen wie ein Filmregisseur vorgibt, was du sagen darfst, was du tun musst, wie du schauen musst, damit der Film für Ihn schliesslich passt.
Vielleicht auch ein Gott, gegen den man dann meckern kann, wenn man seine Vorgaben blöd findet.
Und zwar vollkommen egal, ob diese zu eng sind (Diktator) oder zu weit (sagt ja gar nicht genau, was er will).
Man kriegt hier den Eindruck, dass ihr euch unbewusst sehnt nach einem Gott der euch schwarz auf weiss und unmissverständlich vorgibt, wie das richtige Denken und handeln in jeder Situation auszusehen hat.
Wenn es dir hilft, mich in dieser Schublade zu sehen, bitte sehr. Jeder dreht sich sich seine Realität so zurecht, wie er am besten damit fertig wird.
Dass du allerdings versuchst, uns beide in die gleiche Schublade zu stopfen schmerzt dann allerdings doch etwas... und ich frage mich, wie weit man eigentlich daneben liegen kann.
Aber egal, da mag ich jetzt auch keine Gedanken mehr aufwenden. Das lohnt nicht...
@kappa Na klar, es gibt immer andere, die es anders sehen als du. Natürlich gibt es auch andere, die es anders sehen als ich. Wenn man schlicht meint, dass die Mehrheit Recht hat, ist man ganz sicher auf dem Holzweg. Zeigt die Geschichte. Und nun?
Der Punkt ist, dass du für dich entscheiden musst, wie du es siehst. Und da würde ich mich nicht auf andere verlassen, sondern anfangen, selbst zu prüfen. Also verschiedene Auslegungen vergleichen. Geht heutzutage durch das Internet sogar auf dem heimischen Sofa ohne eine Bücherei zu besuchen. Es lohnt sich. Viel Spaß!
Viel Spaß? Ich habe das Jahrelang getan, Spaß machte das nicht wirklich wenn es um Heilsrelevantes geht.
Ich bin auf keinen Grünen Zweig gekommen vollen Herzens alle Bibelstellen und die Realität in Einklang zu bekommen, das muss ich zugeben.
Das bedeutet, dass keinerlei Vorleistung des Menschen erforderlich ist, auch nicht die sog. freie Entscheidung für Gott
Trotzdem gibt es auch Bibelstellen, die klar machen, dass man sich gegen Gott entscheiden kann, und dass wir für unsere Taten zur Verantwortung gezogen werden (und ohne Gnade dann verloren sind). Nicht umsonst warnte Jesus vor der Hölle und ihrer ewigen Qual, der Finsternis mit Heulen und Zähneknirschen.
Da einfach eine Seite herausgreifen und die andere ausblenden heißt, nur die »halbe Bibel« zu benutzen.
Und eigentlich weiß die Christenheit seit über 1500 Jahren, dass es Aussagen in der Bibel gibt, die sich nur schwer unter einen Hut bringen lassen. Die biblische Grundlage für die Trinitätslehre ist so, dass Menschen mit »halber Bibel« zu einem Tritheismus kommen (Vater, Sohn und Geist sind drei Götter), oder zu einem Modalismus (Jesus ist nur eine Erscheinungsform des Vaters), oder zu einer Leugnung der Gottheit Jesu (der ja dem Vater untergeordnet ist).
Gnadenwahl und der Aufruf, sich Gott zuzuwenden (Tut Buße, lasst euch mit Gott versöhnen etc.) sind zwei Seiten einer Medaille, und unser Verstand schafft es nicht, beide Seiten gleichzeitig zu sehen. Auch meiner nicht. 😉
Ja zum einen, Jesus hat gelehrt, das der Vater zieht. Aber ; Ablehnen kann man Gott trotzdem noch, wir sind ja auch keine Roboter. Wir sind Gottes Ebenbilder und dadurch eben in einer Verantwortung.
Kennst du irgendwen, auf den das zutreffen könnte? Also, nicht unbedingt persönlich... aber hast du jemals von irgendeinem Menschen gehört, der Gott bewusst ablehnt? Also jemand, der Gott als real erkannt hat, auch an ihn glaubt - aber trotzdem nichts mit ihm zu tun haben will?
"Ach ja, übrigens... gestern ist mir Gott erschienen!"
"Echt? Du hast doch nie an Gott geglaubt! Und jetzt bist du ihm begegnet?"
"Ja... also nicht direkt persönlich begegnet, aber jetzt weiß ich, dass es ihn gibt. Die Bibel ist tatsächlich wahr."
"Ja, und jetzt?"
"Na ja, Gott hat mir ein Angebot gemacht. Vergebung der Sünden, Erlösung und ewiges Leben."
"Ist ja toll! Und was hast du gemacht?"
"Tja, ich habe darüber nachgedacht... und weißt du, irgendwie ist das nichts für mich. Ich habe ihm gesagt, es ist ja ganz nett, ihn mal kennen zu lernen... aber Vergebung und ewiges Leben, nee, brauche ich nicht."
"Was, echt? Und was hat Gott gemacht?"
"Der meinte, ich sollte mir das nochmal überlegen. Aber ganz ehrlich... ich will mit dem eigentlich nichts zu tun haben. Ich bin lieber mein eigener Gott, verstehst du was ich meine?"
"..."
Es mag wohl sein, dass man gelegentlich von Leuten liest, die sich bewusst "gegen Gott" stellen und sich beispielsweise als Satanisten oder dergleichen sehen... das sind dann aber in der Regel Menschen mit psychischen Problemen und/oder belastenden Erfahrungen.
Dass durchschnittliche, normale Menschen die Erfahrung machen, dass Gott tatsächlich existiert, und ihn dann trotzdem ablehnen - das habe ich noch nie gehört.
Deshalb ergibt diese Vorstellung für mich auch keinen Sinn. Wer an Gott glaubt, der ist auch gläubig. Und wer nicht an ihn glaubt, der kann auch nicht gläubig sein.
Von Jean-Paul Sartre gibt es einen Text (hab ihn mal vor Jahrzehnten gelesen, ich mein da war ich wohl noch Schüler), in dem er beschreibt, wie er mal als Kind den Heiligen Geist erlebt hat (keine Ahnung, was das konkret war), und sich gegen ihn entschied. Seitdem (so Sartre) hat ihn der Heilige Geist in Ruhe gelassen.
Psychische Probleme, belastende Erfahrungen?
Von Jean-Paul Sartre gibt es einen Text (hab ihn mal vor Jahrzehnten gelesen, ich mein da war ich wohl noch Schüler), in dem er beschreibt, wie er mal als Kind den Heiligen Geist erlebt hat (keine Ahnung, was das konkret war), und sich gegen ihn entschied. Seitdem (so Sartre) hat ihn der Heilige Geist in Ruhe gelassen.
Und wer sich als Kind "gegen Gott" entscheidet, dem gibt er auch keine zweite Chance mehr...?
Also ein Baby, das angesichts des Gekreuzigten schreit und sich fürchtet hat sich vermutlich auch willentlich "gegen Gott" entschieden... da braucht es dann keine weitere Befragung...?
Menschen ändern sich. Habe ich mal gehört.
Und wer sich als Kind "gegen Gott" entscheidet, dem gibt er auch keine zweite Chance mehr...?
Das würde ich daraus nicht folgern wollen.
Ich hatte nur ein Gegenbeispiel zu dem genannt, was du geschrieben hast.
Menschen ändern sich. Habe ich mal gehört.
Sarte hat sich in der Beziehung offenbar nicht verändert. Welche Chancen er später noch hatte, weiß ich nicht …
Ich hatte nur ein Gegenbeispiel zu dem genannt, was du geschrieben hast.
Ich bezweifle, dass Sartre hier von einem real existierenden Heiligem Geist im biblischen Sinn spricht, gegen den er sich bewusst entschieden hätte.
Ich kenne das Zitat nicht im Zusammenhang, aber jemand wie Sartre dürfte hier wohl eher bildlich gesprochen haben, also etwa sinngemäß: "Ich weiß, was das Gerede vom Heiligen Geist in den Kirchen wert ist, ich habe schon als Kind erlebt, wie verlogen das ist und mich seitdem ferngehalten!"
Sarte hat sich in der Beziehung offenbar nicht verändert. Welche Chancen er später noch hatte, weiß ich nicht …
Wenn Gott nicht wollte, dass Sartre gläubig wird, dann wurde er es auch nicht... wenn er es gewollt hätte, dann wäre er es auch geworden.
Ich kenne das Zitat nicht im Zusammenhang, aber jemand wie Sartre dürfte hier wohl eher bildlich gesprochen haben, also etwa sinngemäß: "Ich weiß, was das Gerede vom Heiligen Geist in den Kirchen wert ist, ich habe schon als Kind erlebt, wie verlogen das ist und mich seitdem ferngehalten!"
Nach meiner Erinnerung war das nicht bildlich. Aber ich habe den Text nicht mehr vorliegen …
Wenn Gott nicht wollte, dass Sartre gläubig wird, dann wurde er es auch nicht...
Das ist ein anderer Gott als
Lk 13,34 »Jerusalem, Jerusalem, du tötest die Propheten und steinigst die Boten, die Gott zu dir schickt! Wie oft wollte ich deine Bewohner um mich scharen, wie eine Henne ihre Küken unter die Flügel nimmt! Aber ihr habt nicht gewollt.
