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Kommen Nicht-christen in die Hölle - für immer?

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Studierzimmer
Themenstarter
Beiträge : 227

Hallo,
mich plagen seit gestern riesige Glaubenszweifel. Anlass ist die Erkenntnis dass alle meine Familie und Freude nicht an Jesus glauben, auch wenn sie von ihm gehört haben. Und somit laut Bibel in die gerichtet werden. Ich kenne die Bibel. Ich weiß es gibt keine Werksgerechtigkeit. Ich weiß nur aus Gnade sind wir gerettet. Ich weiß dass diese Gnade ein Geschenk ist. Und ich weiß dass wir sie auch annehmen müssen. Aber sagt die Bibel streng genommen, dass die Hölle für Nicht-Gläubige für immer ist?
Mich beklemmen Zweifel. Eine ewige Strafe weil man ein Geschenk nicht angenommen hat? Dann ist es doch kein Geschenk? Dann ist es eine Notwendigkeit zur Frieden. Es gibt nur ein richtig und falsch. Alle anderen machen einen Fehler. Sind sie alle verloren. Ich weiß keine verdiente Gnade...aber ein Mensch voller Nächstenliebe ohne Jesus. Und ein Verbrecher der eine Partnerschaft mit Jesus pflegt...der letztere wird errettet? Denn das ist das Ende der Kreuzigung. Der Verbrecher wird von Jesus erlöst. Nur durch sein Bekenntnis. Also sind meine Familie und Freunde alle verloren laut Bibel? Ist es nicht so?

Antwort
921 Antworten
St-Detlef
Beiträge : 1

@studierzimmer 

Also hat Gott die Welt geliebt, so dass er seinen eingeborenen Sohn dahingab, damit alle, die an ihn glauben nicht verloren gehen sondern ewiges Leben haben.

Ich setze mal voraus das jeder Christ diesen Vers kennt, wer glaubt hat das ewige Leben, wer nicht glaubt hat das ewige Leben nicht!

Nicht alle unserer Kinder haben ihr Leben Jesus gegeben, doch wissen wir als Eltern das Gottes Plan für unsere Kinder aufgehen wird und sind somit nicht ängstlich oder zweifelnd. Alles zu seiner Zeit, Gottes Uhren laufen anders als unsere, die Entscheidung für Jesus muss allerdings im hier und heute geschehen, nach unserem Ableben werden wir die Konsequenz für unsere Entscheidung tragen müssen. 

Wenn wir darauf vertrauen das Gott in Kontrolle ist, können wir in seiner Ruhe sein und einfach darauf warten was ER als nächstes tut.

st-detlef antworten


Senfkorn
Beiträge : 12

@studierzimmer Hallo!

Du solltest dich erst mal etwas beruhigen so schlimm sieht die Sache nicht aus. Die Hölle gibt es zuallererst nicht bis in alle Ewigkeit, sondern nur so viel man verdient hat. Das bedeutet, wenn in der Bibel Strafandrohungen stehen solltest du auf den Kontext achten und nicht gleich traurig werden. Wir lesen auch bei Paulus (demnach das Evangelium Jesu):

Röm 2,14 Denn wenn Heiden, die das Gesetz nicht haben, von Natur aus das tun, was im Gesetz gefordert ist, so sind sie, die das Gesetz nicht haben, sich selbst Gesetz.

Es ist also nicht Weltuntergang angesagt wenn man nicht an die Bibel glaubt. Selbstverständlich gibt es wohl aber Regeln die einzuhalten sind und wenn man nicht an die Bibel glaubt hat man nicht die besten Karten. Gott weiß aber um alle Rahmenbedingungen aber Er weiß auch, dass die meisten Menschen leider nicht vernünftig sein wollen. Deswegen, sind deine Nächsten gutmütig ist das schon viel wert, aber einfach über dem Berg ist man nicht. Es steht:

Mt 7,13 Geht hinein durch die enge Pforte! Denn weit ist die Pforte und breit der Weg, der zum Verderben führt, und viele sind, die auf ihm hineingehen.

 

Es ist zwar nicht einfach ins Paradies zu kommen, doch letzten Endes wird man es doch tun. Nur muss man vorher vor den Richter.

Den Taten entsprechend. 

senfkorn antworten
Kantor
 Kantor
Beiträge : 98

@studierzimmer 

 

Nehmt einem Christen die Furcht vor der Hölle, und ihr nehmt ihm seinen Glauben

 

(Denis Diderot, 1713 - 1784)

kantor antworten


Tatokala
Beiträge : 4684
Veröffentlicht von: @queequeg

Die religiösen Probleme, um die es ging, waren ganz überwiegend alle möglichen Schuldgefühle und vor allem die Angst davor, für das Himmelreich nicht würdig genug zu sein.

Die Schuldgefühle hingen u.a. damit zusammen, dass sie Wut auf ihre Eltern hatten, was angeblich nicht sein durfte ("Du sollst Vater und Mutter ehren").

Sehr interessantes Phänomen. Hätte nicht gedacht, daß das so verbreitet ist, weil man darüber noch nie was gehört hat, andererseits macht das Ganze kräftig Sinn. Das mit den Schuldgefühlen bei Christen hast du ja schon mal irgendwo erwähnt, aber der Zusammenhang mit den Eltern ist mir neu. Aber ist der normale durchschnitts-Psychologe denn mit solchen Glaubens-Dingen vertraut bzw. rechnet mit sowas?

tatokala antworten
4 Antworten
Queequeg
(@queequeg)
Beigetreten : Vor 19 Jahren

Beiträge : 7673

@tatokala 

Ob der Durchschnittspsychologe mit den religiösen Fragen vertraut ist, kann ich nicht sagen. Vielleicht eher nicht, weil für die Therapie selbst die Themen keine Rolle spielen. Bei mir ja auch nicht.

Ich hab natürlich bei der Anmeldung nach z.B. Religionszugehörigkeit gefragt und ob die aktiv ausgeführt wird. das war es aber auch dann.

Aber - es kamen dann im Laufe der Therapie immer wieder Aspekte ins Gespräch, die genau aus dem Erlebnisbereich stammten. Meine einzige Intervention war es dann, die Leute zu motivieren, selbst nachzudenken und nicht einfach nur nachzubeten, was ihnen andere vorgebetet hatten.

Ganz eklatant war das bei einer Frau, die eine Schweineangst vor Gott hatte, weil sie sich immer wieder mal selbst befriedigt hatte und "wusste", dass Gott das missbilligt. Als sie dann tatsächlich selbst in der Bibel nachschaute, fand sie nichts dergleichen. Da hatte sich aber dann auch gezeigt, dass gar nicht wirklich Angst vor Gott hatte, sondern vor ihrem Ehemann und hinter diesem vor ihrem Vater.

Falls die religiöse Problematik eine eigene Thematik darstellte, habe ich die Leute zu einem Pfarrer geschickt, meist zu einem Methodisten, weil der am sympathischsten und einfühlsamsten war.

queequeg antworten
Tatokala
(@tatokala)
Beigetreten : Vor 21 Jahren

Beiträge : 4684

@queequeg Bei dem von dir beschriebenen Beispiel geht es ja "nur" darum, bei sich einen Irrtum ("steht ja doch nicht in der Bibel") festzustellen. Aber wie ist es sonst: wenn es darum geht, aus den Schuldgefühlen (bzgl. "du sollst vater und mutter ehren) herauszukommen, würde das also bedeuten, daß die Person -ob bewusst oder unbewusst- auch ihren Glauben verändern müsste. Z.B. weg vom wortwörtlichen Verständnis der Bibel (Verbalinspiration) hin zu eher historisch-kritischer Sichtweise (ich hoffe, du verstehst, was ich meine, weil der Begriff meines Eindrucks nach manchmal uneinheitlich gebraucht wird) So verstehe ich das. 🤗

tatokala antworten
Queequeg
(@queequeg)
Beigetreten : Vor 19 Jahren

Beiträge : 7673

@tatokala 

"wie ist es sonst: wenn es darum geht, aus den Schuldgefühlen (bzgl. "du sollst vater und mutter ehren) herauszukommen"

Zunächst mal sind die Leute ja selten direkt wegen Schuldgefühlen gekommen, sondern wegen Depressione, Ängste, Zwängen u.ä. Erst im Verlauf der Behandlung haben sich dann die wirklichen Probleme hinter den Fassaden gezeigt. Und da waren die meisten höchst berstaunt darüber, dass es so etwas überhaupt in ihrem Leben gab und das nach vielen Jahrzehnten immer noch wirksam ist.

Bei der Bearbeitung wurden dann die Zusammenhänge klar: frühe Verletzung-Schmerz-Wut-Rachegefühle-Schuldgefühle. Ich habe kaum Patienten gehabt, bei denen es nicht irgendwann mal im den ersten Lebensjahren so Gedanken gegeben hatte wie, "hoffentlich geht Mama oder Pappa tot". Manchmal wurde das etwas weniger drastisch formuliert, war aber so gemeint. Wobei man natürlich sagen muss, dass ein Kind von 0-4 oder 5 Jahren nicht einen "exitus letalis" meint, sondern nur, dass sie jetzt weg sein sollen. Aber es gibt auch in dem Alter schon ein Empfinden dafür, dass solche Gedanken oder Gefühle nicht sein sollen. Klar, wenn aus solch einem Wunsch Wirklichkeit würde, hätte das Kind niemanden mehr, der es versorgt.

Wenn man an dem Punkt in der Therapie angekommen ist, dann ergibt sich die Frage nach biblischer Begründung automatisch. Und ja, der verändert sich dann. Entweder, wie bei nicht wenigen, dass sie sich ganz vom Glauben abwenden, oder indem sie ihn sehr viel freier von dogmatischen Forderungen verstehen.

Dass sie dann ausgesprochen historisch-kritisch denken, könnte ich nicht sagen, weil die meisten überhaupt nicht so theologisch unterwegs waren, sondern ganz einfach bibelchristlich, wie man es von altersher kennt.

 

queequeg antworten
Helmut-WK
(@hkmwk)
Beigetreten : Vor 22 Jahren

Beiträge : 10264

@tatokala (zum Beitrag)

Z.B. weg vom wortwörtlichen Verständnis der Bibel (Verbalinspiration)

Das Eine hat mit dem Anderen Nichts zu tun. Gott kann einen Text verbalinspirieren, der nicht wortwörtlich, sondern rein symbolisch zu verstehen ist.

Oder man sieht die Bibel alle einen Text, der wörtlich verstanden werden muss, und meint, dass Gott diesen wortwörtlichen Sinn ohne Verbalinspiration hineingelegt hat.

hin zu eher historisch-kritischer Sichtweise

Das ist ein Fachausdruck für eine Methodenmix, der von sauberer Wissenschaft bis zu Pseudowissenschaft reicht - je nachdem, welche Methode der HKM man anschaut. Ich vermute, du meinst etwas Anderes.

wenn es darum geht, aus den Schuldgefühlen (bzgl. "du sollst vater und mutter ehren) herauszukommen, würde das also bedeuten, daß die Person -ob bewusst oder unbewusst- auch ihren Glauben verändern müsste

Etwa indem auch Bibeltexte in den Blick kommen, die die Verantwortung der Eltern betonen und so deutlich machen, dass manche Gefühle denen gegenüber durchaus berechtigt sind. Dass also das Thema weniger »jetzt ehre sie, auch wenn es dir schwerfällt« ist, sondern eher »vergib ihnen« (und das ist auch nicht einfach mit einem Imperativ gelöst).

Aber natürlich kann man es sich auch leicht machen und die Bibel nicht für voll nehmen …

hkmwk antworten
Gelöschtes Profil
Beiträge : 30188

ich bewundere eure Ausdauer. Jetzt habt ihr in nur 7 Tagen schon 5 Seiten zusammen diskutiert.  Das Thema scheint wirklich unerschöpflich zu sein.
Kein Wunder, dass die  "Allversöhner" das Thema gern abkürzen wollen....

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1 Antwort
Tatokala
(@tatokala)
Beigetreten : Vor 21 Jahren

Beiträge : 4684

@fizzibitz Das bewundere ich manchmal auch. Wirklich.

tatokala antworten


Tatokala
Beiträge : 4684
Veröffentlicht von: @queequeg

Dass sie dann ausgesprochen historisch-kritisch denken, könnte ich nicht sagen, weil die meisten überhaupt nicht so theologisch unterwegs waren, sondern ganz einfach bibelchristlich, wie man es von altersher kennt.

Ich musste gerade etwas lachen (über mich). Ja, eigentlich meinte ich das mit dem "freier von dogmatischen Forderungen", kam aber nicht von selbst drauf.

tatokala antworten
Seite 5 / 11
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