Scheidung
Ich lebe von meinem Mann getrennt und will mich scheiden lassen. Der Grund ist massive körperliche Gewalt, die ich über 20 Jahre ertragen habe.
Mittlerweile hatte ich einen Freund, der auch Christ ist. Er gab mir das Gefuhl in seiner Gegenwart geborgen und sicher zu sein. Ohne Angst zu sein wer ich bin.
Vor einer Woche trennte er sich von mir. Er sagt die Bibel verbietet es, mit einer getrennt lebenden oder geschiedenen Frau zusammen zu sein. Er sagt es wäre Ehebruch.
Und weil er Gott respektiert hat er es beendet.
Gibt es Bibelstellen oder Argumente die ich ihm sagen kann?
Es belastet mich sehr und ich bin dankbar für jede hilfe
Herzliche Grüße und Gottes Segen
Veröffentlicht von: @simbaMagst/liebst du mich und möchtest bei mir bleiben?", aber das klingt ja gerade eher so, als würde er falsch verstandene Gesetze mehr lieben oder als Vorwand nehmen... Man kann in den Kopf und ins Herz ja nicht hineinschauen.
Wieso falsch verstandene Gesetze? Die Bibel ist nicht so gestrickt, dass sie einen dazu auffordert, seinen Gefühlen freien Lauf lassen zu lassen. Sie schränkt ein an bestimmten stellen…und zwar nicht im AT (keine Ehebruch begehen) sondern von Jesus selbst.
Ich aber sage euch: Jeder, der sich von seiner Frau scheidet – es sei denn, dass sie ihm untreu geworden ist –, treibt sie in den Ehebruch; und wer eine geschiedene Frau heiratet, begeht ebenfalls Ehebruch.« ( Math 5,32)
Da gibt es nicht viel falsch zu verstehen. Du kannst nur beschließen dich darüber hinwegzusetzen…
Der Stern (ich) ist genau in der gleichen Situation, nur eher verbale Gewalt. Und ohne Freund.
Und wenn ich Jesus als meinen Ratgeber haben möchte, dann sagt er mir das da:(1.Kor 7)
10 Für die Verheirateten habe ich ein Gebot, das nicht von mir kommt, sondern vom Herrn. Eine Frau soll sich nicht von ihrem Ehemann scheiden lassen. 11 Wenn sie sich aber doch von ihm trennt, soll sie allein bleiben oder zu ihm zurückkehren. Und ebenso soll ein Mann seine Frau nicht wegschicken.
Das das ein Ringen ist, kann ich bestätigen. Das ist alles andere als toll, es macht keinen Spass und ich mache es nur, weil ich darauf vertraue, dass es jemand (Jesus) besser weiss als ich.
Das hat dann auch nichts mit katholischer oder evangelischer Theologie zu tun oder Gemeinde-Gut.
@stern du zitierst es ja selbst von Jesus:
Jeder, der sich von seiner Frau scheidet, es sei denn wegen Ehebruch, treibt sie in den Ehebruch.
Gewalt in der Ehe ist Ehebruch. Man darf sich von sowas lösen. Das hat auch nichts mit "einfach seinen Gefühlen freien Lauf lassen" zu tun, denke ich.
Zudem spricht Jesus dort von der Scheidungskultur, auf die er ja angesprochen wird, um aufzuzeigen: Ihr produziert lauter Ehebrecherinnen und Ehebrecher mit eurem Umgang damit. - Das ist in der Tat heute wieder sehr aktuell.
Ich sehe dort nicht, dass Jesus einer Frau, die misshandelt wird, sagen würde: Musst du aushalten, und falls nicht, dann ist das Thema Ehe für dich vorbei.
Die unbarmherzige Gesetzlichkeit, die man auf das AT anwandte, kann man auch aufs NT anwenden, und da machen ja manche Kreise regen Gebrauch von.
Wenn ich irgendwie so rüberkomme, als wollte ich sagen, dass sie das aushalten soll, dann ist das ein Missverständnis.
Nirgends in der Bibel steht, dass eine Frau das aushalten muss. Sie hat ja laut Bibel die Option zu gehen. Ich selbst bin auch getrennt lebend. (Und viele Frauen haben die Möglichkeit reell leider nicht, ohne gleich obdachlos zu sein.)
Ich schaffe es nur nicht, mir das so zurechtzulegen, als könnte ich die nächste Beziehung starten. Das lese ich da nicht. Ich sehe da einfach keinen Spielraum dafür in der Auslegung (manche interpretieren „Ehebruch“ als Untreue, manche als Unzucht…keine Ahnung unter welchen Voraussetzungen die Kirche eine zweite Ehe erlaubt, damit habe ich mich nie beschäftigt.)
@stern Dann hat man aber eine Frau, die die gewaltsame Ehe zwar verlassen darf, aber nie wieder neu heiraten.
Diesen Sozialstatus wollte Paulus zwar auffangen durch die Versorgung der Witwen und Alleinstehenden durch die Gemeinde, aber die braucht man dann auch, sonst steht man alleine da.
Eine junge Frau möchte vielleicht doch nochmal die Liebe finden, heiraten und eine Familie gründen...
Das war damals bei Jesus und Paulus nicht so sehr das Thema, weil man dachte, es seien die letzten Tage vor dem Reich Gottes. Aber wir sind halt nunmal immernoch hier.
Daher sehe ich das anders.
Gut das eine KI auch gute Antwort geben kann
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Ehe als Bund:Die Bibel betont, dass die Ehe ein lebenslanger Bund zwischen Mann und Frau ist (1. Mose 2:24).
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Scheidung als Ausnahme:Jesus spricht von Scheidung als Ausnahme, insbesondere bei Unzucht (Ehebruch) (Matthäus 5:31-32).
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Häusliche Gewalt als Scheidungsgrund:Einige christliche Theologen argumentieren, dass häusliche Gewalt eine Ehe so sehr schädigt, dass eine Scheidung gerechtfertigt ist.
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Vergebung und Versöhnung:Die Bibel betont auch die Bedeutung von Vergebung und Versöhnung in der Ehe, aber es wird anerkannt, dass dies nicht immer möglich ist.
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Missbrauch ist nicht von Gott gewollt:Die Bibel lehrt, dass Gewalt und Missbrauch nicht mit Gottes Willen vereinbar sind (5. Mose 19:15, 17:6).
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Opfer von Gewalt schützen:Es wird empfohlen, dass Opfer von Gewalt sich in Sicherheit bringen und Hilfe suchen (EBTC).
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Behandlung von Tätern:Die Bibel fordert Täter auf, Buße zu tun und Gott um Vergebung zu bitten (EBTC).
Also, ich erwarte nicht von einem missbrauchten Kind dass es seine Eltern ehrt. Aber vielleicht wird es das trotzdem tun irgendwann…oder auch nicht, keine Ahnung. Ich weiss nicht, ob man das mit „breche die Ehe nicht“ so gleichsetzen kann, nur weil es auch ein Gebot ist.
Also, ich erwarte nicht von einem missbrauchten Kind dass es seine Eltern ehrt. Aber vielleicht wird es das trotzdem tun irgendwann…oder auch nicht, keine Ahnung.
Möglicherweise irgendwann....
Was kann Achten bei mißbrauchenden Eltern bedeuten? >
Sie nicht durch eine rosarote Brille schönreden; ihre Taten als das sehen, was sie sind; ihr so-Gewordensein bedenken d.h. den Einfluß ihrer Vergangenheit und ihre Notreaktionen darauf, aber nichts relativieren; sie aus der Forderung der Wiedergutmachung entlassen, denn sie können es nicht; sie als Erwachsene behandeln (verantwortlich für ihre Taten); sie als Lebensgeber akzeptieren
Was kann Ehren bei mißbrauchenden Eltern bedeuten? >
Die Wahrheit anerkennen, dass sie so sind, wie sie sind. Die Wahrheit anerkennen, dass man sie nicht ändern kann. Die Wahrheit anerkennen, dass Rache nichts bringt, sondern nur selbst vergiftet. Die Wahrheit anerkennen, dass Vergebung einen von den Tätern löst und die Täter von einem selbst. Die Wahrheit anerkennen, dass Vergebung (oft auch Traumabehandlung) einen wieder frei und handlungsfähig macht. Die Wahrheit anerkennen, dass man sich nicht versöhnen muss mit einem Uneinsichtigen. Die Wahrheit anerkennen, dass Gott heilt und einen wieder ganz machen kann.
Achten und Ehren richtig interpretiert ist einer der Heilungswege Gottes mit einem großartigen Versprechen in den 10 Geboten.
@deborah71 das "du sollst Vater und Mutter ehren" bezieht sich ja auch nicht auf kleine Kinder, die immer schön artig und gehorsam sein sollen, sondern auf Erwachsene, die ihre Alten versorgen sollen, wie die Alten uns auch versorgt haben, als wir unfähig waren.
Wenn man misshandelt wurde, muss man das nicht ehren und achten. Für Versorgung muss man erstmal dennoch sorgen von Rechtswegen her, oder sie abgeben an einen Betreuer (auch das ist Versorgung).
Zuerst bezieht sich Achten und Ehren auf die Versorgung im Alter aus den 10 Geboten heraus, das sehe ich wie du.
Es gibt aber auch den Bereich Umganges miteinander und den Bereich des Heilwerdens durch Gottes Hilfe.
Bitter bleiben, Nachtragen, Rachegedanken hegen und pflegen usw..... verhindern, dass man sich von Gott gesund lieben lässt, neu lieben kann und ein geheiltes Selbstbild und Gottesbild erhalten kann. Nicht mehr die Fehler der Eltern sollen das eigene Leben gefangenhalten, sondern die Freiheit und Angstfreiheit Gottes Liebe und Heilung zu empfangen sind Seine guten Gedanken über unser Lebensland, das ER uns gibt im Prozess der Aufarbeitung.
Jesus sagte nicht, das höchste Gebot sind die 10 Gebote, sondern es ist die agape-Liebe Gottes aufnehmen und weitergeben. Das hat in erster Linie nichts mit freundlichen Gefühlen zu tun, sondern mit Loyalität, sich von Gott geliebt zu erfahren und die zerbrochenen Gottesvorbilder nicht mehr zu übertragen, damit Heilung und Befreiung geschehen kann.
Da gibt es nicht viel falsch zu verstehen.
Da gibt es ziemlich viel, was man verschieden verstehen kann. Wer es nun "falsch" versteht, ist ebenso wie die Sache selbst Ansichtssache.
Paulus spricht verheiratete Frauen an, die sich von ihrem Mann trennen wollen. Dort ist keine Rede von einem Ehebruch. Eine Scheidung aufgrund eines Ehebruchs ist legitim. Die Aussage Jesu hast du ja bereits zitiert. Paulus geht es hier aber scheinbar nicht um diese Ausnahme; zumindest erwähnt er nirgends eine Ehebruch.
Den Unverheirateten und Witwen empfiehlt Paulus zu heiraten, wenn sie sich nicht enthalten können.
Und hier die für mich logische Zusammenführung: Für mich ist eine Frau, dessen Mann Ehebruch begangen hat (und körperlich Gewalt gehört für mich da 100% zu), gleichgestellt mit einer unverheirateten Frau. Die Ehe mit dem Ehebrecher ist nichtig.
Grundsätzlich hast du ja recht- die Ehe ist ein extrem hohes Gut und diese traurigen Fälle sollten eher die Ausnahme sein.
Es ist aber auch nur die katholische Theologie wo das ähnlich streng sieht, weniger die Evangelische.
Ok, es wird sicher einen Grund geben dafür, dass Menschen die Bibel so unterschiedlich verstehen können. Jedes Verständnis führt zu einer anderen Handlung und damit ist es wiederum beim Anfangspost: wenn Basias ehemaliger Freund die Bibel so versteht, dass er eben Ehebruch begeh wenn er sie datet, dann sollte man das so stehenlassen und ernst nehmen.
@stern wenn er das so sieht, ist ihm das unbenommen und Basia kann da letztlich auch nichts dran machen. Stehenlassen muss sie dieses Urteil darüber aber nicht. Man muss sowieso niemals irgendetwas "so stehenlassen".
Wenn er und die Beziehung zu ihm ihr am Herzen liegt, darf sie ja darum ringen. Letztlich, wenn er bei seiner Position bleibt, klar, dann muss sie das hinnehmen. Da kann man nichts machen.
Ok, es wird sicher einen Grund geben dafür, dass Menschen die Bibel so unterschiedlich verstehen können.
Es gibt verschiedene Gründe, z.B. gemeindliche Prägung unterschiedlicher Denominationen; Mißverständnisse in deutschen Übersetzungen, die die konkrete Bedeutung griechischer Worte nicht rüberbringen; eine Lehre und Verständnis auf einer Einzelstelle aufbauen; Konflikt durch eine Vermischung von aktuellen deutschen mit jüdischen, altrömischen und altgriechischen Ehe- und Scheidungsgesetzen (z.B. wer kann überhaupt eine Ehe brechen und wer nicht > biblisch-jüdisch, das Verlassen der Eltern und eine neue Einheit bilden > biblisch-jüdisch; die Frau bleibt Besitz des Vaters einschließlich ihres Vermögens unter bestimmten Bedingungen > biblisch-römisch........ ). Ein weiterer Fallstrick sind Einflüsse aus der Ersatztheologie, bei der man sich Bibelstellen anziehen kann, die gar nicht uns Heiden-Christen gelten.
Man muss schon genau schauen und etliche weiterführende Literatur lesen, um zu sehen, wann spricht Jesus wovon und worauf bezieht sich Paulus später ...
Jesus hat auf dem Gerichtsplatz des Tempels nicht nur die herbeigeschleifte Ehebrecherin begnadigt, sondern auch die religöse Elite, die die Frau für ihre Herausforderung Jesu benutzt haben (religiöser Mißbrauch).
Jesus schrieb in den Staub des Steinbodens ein hebräisches Tav, das seit der protosemitischen Form eines Kreuzes des Buchstabens Tav als Zeichen für einen Freispruch verwendet wurde (zu finden im hebräischen NT, speziell die Übersetzung von Delitzsch) .
Jesus ist der Alpha und Omega (griechisch: Anfang und Ende), Hebräisch der Aleph und Tav.
Vielleicht findest du in meinem Text kleine Hinweise, die dir Schritte zu mehr Freiheit und Frieden geben.
Danke für deine Antwort. Das hört sich alles kompliziert und komplex an. Wie soll man das als „Normalsterblicher“ verstehen oder wissen? Dann könnten ja nur theologisch gebildete Menschen dem Bibelstudium etwas sinnvolles bzw. wahrheitsgetreues entnehmen… das wäre traurig, irgendwie.
@stern diesen Eindruck kann man manchmal bekommen und das ist sehr erdrückend. Aber dem ist nicht so. Eigentlich muss man Jesus und seinen Worten und seinem Vorbild folgen. Dann wird man solche Dinge (zB wie das Thema hier) angemessen betrachten, denke ich.
"Wenn ihr aber erkannt hättet, was es ist: Ich will Barmherzigkeit, nicht Schlachtopfer."
Ich bin auch nur eine Normalsterbliche und hab mich da langsam durch google und wiki gearbeitet und konnte auch einige informierte Menschen fragen.
Zur Rente hin habe ich mir dann Unterricht in Athebräisch gegönnt, weil ich damals schon gemerkt hatte, dass verschiedene Übersetzungen keinen Sinn ergaben. Jetzt kann ich andere teilhaben lassen und Anregungen geben.
Du musst nicht auf Anhieb soviel wissen. Nimm es als Anregung, Bibeltexte zu Ehe und Scheidung nochmal neu zu lesen und auch auf den Umgebungstext zu achten. Ich geb dir Beispiele:
Paulus wiederholt z.B. die jüdischen Grundlagen aus 1. Mose: "Darum wird ein Mann Vater und Mutter verlassen und seiner Frau anhangen und sie werden eine Einheit (ein Fleisch) sein."
Wenn diese Einheit verletzt oder zerstört wird durch Mißbrauch oder Tod, darin ist der Schmerz des Risses begründet.
An einer anderen Stelle schreibt er an die Epheser 5, 21 folgende (griechisch-römisch geprägt), dass die Frau den Mann achten soll (meine Ergänzung: mit ihm ist sie jetzt zusammengebracht und nicht mehr Besitz des Vaters)..und dass der Mann die Frau lieben soll (Freundlichkeit, Loyalität..... Paulus wusste, dass Männer meist mehr sexuell ansprechbar sind, aber auch oft wie unbehauene Granitblöcke im Umgang oder sehr verletzte Menschen aus der Kindheit und Jugend)
Unterordnen in Christus! Nicht ohne Übereinstimmung mit Christus. Und... auf Normaldeutsch heißt es: Dient einander, helft einander, zieht an einem Strang, wacht über eure Beziehung....
Paulus schreibt im Epheserbrief zunehmend in einer kriegerischen Sprache, die ihren Höhepunkt in Eph 6, der geistlichen Waffenrüstung hat. Unter diesem Aspekt bedeutet hypotasso besonders: stellt euch in dieselbe Kampfesreihe.... (wacht über eure Beziehung nach innen und nach aussen).
Warum wird der Mann nun speziell mit dem Wort zu lieben mit Gottes Liebe angesprochen? > weil seit dem Sündenfall der Feind in massiver Feindschaft gegen Frauen ist (1. Mose 3, 14 Da sprach Gott der HERR zu der Schlange: Weil du das getan hast, seist du verflucht vor allem Vieh und allen Tieren auf dem Felde. Auf deinem Bauche sollst du kriechen und Staub fressen dein Leben lang. 15 Und ich will Feindschaft setzen zwischen dir und der Frau .....) und dazu auch verletzte Partner benutzt, denn in der engsten Beziehung tut es besonders weh und kann heftig zerstören. Vergebung heilt und lässt wieder frei leben, auch wenn Versöhnung nicht möglich ist.
Das hört sich alles kompliziert und komplex an.
Natürlich ist es komplex. Die biblischen Texte sind über mehrere Jahrhunderte entstanden. Und seit dem sind mehrere Jahrhunderte vergangen. Sprache, Kultur, Logik, ... alles hat sich weiterentwickelt.
Dann könnten ja nur theologisch gebildete Menschen dem Bibelstudium etwas sinnvolles bzw. wahrheitsgetreues entnehmen…
Nö. Das kann theoretisch jeder. Man sollte sich nur immer seiner Grenzen bewusst sein; egal ob Studiert oder Laie.
Ich bin auch nur Laie.
wenn Basias ehemaliger Freund die Bibel so versteht, dass er eben Ehebruch begeh wenn er sie datet, dann sollte man das so stehenlassen und ernst nehmen.
Ja, das ist logisch. Den Freund jetzt zu versuchen mit biblischen Argumenten zu überzeugen, ist kein guter Startstuss für eine Beziehung.
Veröffentlicht von: @simbaEigentlich muss man Jesus und seinen Worten und seinem Vorbild folgen
Nichts anderes versuche ich, ganz einfach, völlig untheologisch. Wenn ich ein Problem habe, frage ich mich : hat er was dazu gesagt, wenn ja, was heißt das und was bedeutet es konkret für mein Handeln?
Und da sehe ich wenig Spielraum in diesem Themenfeld „Scheidung“, sagte ich ja bereits.
Das was ich lese, ist dass der einzige Scheidungsgrund „porneia“ ist und Gewalt in der Ehe ist damit in meinem Übersetzungsverständnis nicht gemeint. (Ich betone hier nochmals kurz, dass ich deshalb aber nicht denke, dass eine Frau das aushalten muss/soll. )
Und in meinem Verständnis spricht er an der Stelle nur Männer an. Trotzdem würde ich das auch für Frauen so sehen.
@stern da ist nicht sämtlich alles aufgezählt, was Ehebruch ist. Das ist keine Liste zum Abhaken.
Richtig, als "Sachgegenstand/Tatbestand" wird die sexuelle Untreue aufgeführt. Und richtig: es richtet sich an Männer. Die biblischen Texte richten sich durchweg an Männer. "Frauen und Töchter" lesen wir heute mit hinein.
Das ist der Text, der Buchstabe. Der Rest wird unserem Denken und Verstehen anheimgegeben. Es gibt viele Sachen, die nicht wörtlich in der Bibel stehen, die wir aber aus dem Geiste Christi begreifen können.
Porneia ist ein Tatbestand: es ist sexuelles Vergehen außerhalb der Ehe. Die Frage ist: Warum ist das überhaupt ein Problem?
Weil die Ehe etwas Heiliges ist im biblischen Denken. Es ist ein Ebenbild Gottes auf Erden. Und von diesem Verständnis her halte ich Gewalt und Misshandlung in der Ehe für eine Art von Ehebruch (übrigens auch umgekehrt: nicht nur Männer gegen Frauen, sondern auch Frauen können gegenüber Männern eine Art von Gewalt ausüben, die die Heiligkeit der Ehe beschädigt).
Das steht nicht wörtlich in der Bibel erklärt, wie ich das jetzt hier tue, sondern ist ein Verständnis aus dem Geist der Sache heraus, so möchte ich behaupten.
Man kann meinetwegen auch in anderer Weise konsequent sein und sagen: "Ja, ich breche hiermit die Ehe, aber in dieser Verbindung kann ich nicht mehr bleiben." Kann man auch so machen.
Wir sind, gemessen an Jesu Maßstab aus der Bergpredigt, ohnehin allesamt Ehebrecher. Das mal ganz grundsätzlich.
LG
da ist nicht sämtlich alles aufgezählt, was Ehebruch ist. Das ist keine Liste zum Abhaken.
Das hast du gut angemerkt. Viele Dinge sind in dem Wort "Herzenshärtigkeit" enthalten: Gewalt jeder Art, Sturheit, spitze Bemerkungen, Demütigungen, Entwürdigungen, Willkür, Vernachlässigung, Unvergebenheit, Unversöhnlichkeit, Egoismus, sich einmauern. Diese Dinge stehen auch in der Bibel und da ist etliches, was den Männern gesagt ist (es gibt auch Frauen, die die Loyalität und Liebe verletzen, gewalttätig sind....)
Mt 19,8 Er spricht zu ihnen: Mose hat wegen eurer Herzenshärtigkeit euch gestattet, eure Frauen zu entlassen; von Anfang an aber ist es nicht so gewesen.
Herzenshärtigkeit - sklerokardian > versteinertes Herz , nicht weich in der Liebe durch den Heiligen Geist
Wer macht wie, dass eine entlassene Frau die Ehe bricht? : jemand, der sie ohne rechtsgültigen Scheidebrief entlässt, sie in den Status einer Agunah (angekettete Frau) versetzt, die nicht wieder heiraten kann. Das heißt also, dass eine rechtmäßig geschiedene Frau wieder heiraten kann, ohne dem Vorwurf des Ehebruchs ausgesetzt zu sein.
KI zu Agunah:
"Agunah" (עגונה) ist ein hebräischer Begriff, der im Kontext des jüdischen Rechts eine Frau bezeichnet, die an ihren Ehemann gebunden ist und nicht wieder heiraten kann, weil sie keine religiöse Scheidung (Get) von ihm erhalten hat. Dies kann verschiedene Ursachen haben, wie beispielsweise das Verschwinden des Ehemanns oder dessen Weigerung, die Scheidung zu vollziehen.
- Das Wort "Agunah" bedeutet wörtlich "angekettete" oder "gefangene" Frau.
- Im jüdischen Recht ist eine Agunah eine Frau, die nach traditioneller Halacha (religiösem Recht) in ihrer Ehe gefangen ist.
- Eine Agunah kann nicht wieder heiraten, solange sie nicht durch ein Get geschieden ist.
- Das häufigste Problem ist, dass der Ehemann sich weigert, einen Get zu geben, oft aus Rache, finanziellen Gründen oder um die Frau zu kontrollieren.
- Auch das Verschwinden des Ehemanns ohne Beweis seines Todes kann zur Agunah-Situation führen.
- In einigen Fällen ist es möglich, dass der Ehemann für tot erklärt wird, wenn er lange Zeit vermisst wird, aber dies ist oft schwierig zu erreichen.
- Die Situation der Agunah ist oft mit großem Leid verbunden, da sie in einer rechtlichen Grauzone gefangen ist und ihr Leben nicht nach ihren Vorstellungen gestalten kann.
- Sie kann nicht wieder heiraten und kann keine weiteren religiösen Schritte wie die Taufe ihrer Kinder oder die Teilnahme an religiösen Ritualen vornehmen.
- Es gibt verschiedene Ansätze, um das Agunah-Problem zu lösen, darunter das Bemühen um eine Scheidung, die Suche nach Beweisen für den Tod des Ehemanns und die Suche nach alternativen Interpretationen des religiösen Rechts.
- Es gibt auch Rabbiner und Organisationen, die sich für die Rechte von Agunot einsetzen und ihnen bei der Bewältigung ihrer Situation helfen
Zitatende
Was machen gesetzliche Bibelauslegungen, die diese Hintergründe nicht kennen? Sie nehmen einen Bibelvers und setzen oft eine rechtmäßig geschiedene Frau unwissend in den Status einer Agunah und ketten sie somit mißbräuchlich an den mißbräuchlichen Ehemann an und halten sie unter Einsamkeit, Doppelbelastung als Alleinerziehende und schlechtem Gewissen, wenn sie sich nach einer liebevollen Partnerschaft sehnt.
Veröffentlicht von: @deborah71... Viele Dinge sind in dem Wort "Herzenshärtigkeit" enthalten: Gewalt jeder Art, Sturheit, spitze Bemerkungen, Demütigungen, Entwürdigungen, Willkür, Vernachlässigung, Unvergebenheit, Unversöhnlichkeit, Egoismus, sich einmauern. Diese Dinge stehen auch in der Bibel und da ist etliches, was den Männern gesagt ist (es gibt auch Frauen, die die Loyalität und Liebe verletzen, gewalttätig sind....)
Mt 19,8 Er spricht zu ihnen: Mose hat wegen eurer Herzenshärtigkeit euch gestattet, eure Frauen zu entlassen; von Anfang an aber ist es nicht so gewesen.
Herzenshärtigkeit - sklerokardian > versteinertes Herz , nicht weich in der Liebe durch den Heiligen Geist
Wer macht wie, dass eine entlassene Frau die Ehe bricht? : jemand, der sie ohne rechtsgültigen Scheidebrief entlässt, sie in den Status einer Agunah (angekettete Frau) versetzt, die nicht wieder heiraten kann. Das heißt also, dass eine rechtmäßig geschiedene Frau wieder heiraten kann, ohne dem Vorwurf des Ehebruchs ausgesetzt zu sein.
...
Was machen gesetzliche Bibelauslegungen, die diese Hintergründe nicht kennen? Sie nehmen einen Bibelvers und setzen oft eine rechtmäßig geschiedene Frau unwissend in den Status einer Agunah und ketten sie somit mißbräuchlich an den mißbräuchlichen Ehemann an und halten sie unter Einsamkeit, Doppelbelastung als Alleinerziehende und schlechtem Gewissen, wenn sie sich nach einer liebevollen Partnerschaft sehnt.
So verstanden sind einige biblische Vorgaben eher als Schutz der Frau vor männlicher Willkür zu sehen als einer Einschränkung.
Speziell auch unter dem Aspekt, dass auch das Eheverständnis früherer Zeiten ein anderes war als heute.
Das ist interessant, das mit der Agunah. Mit einem Scheidebrief ging Heirat wieder, ohne nicht. das wusste ich nicht.
Das ist ja dann quasi aber eine rein formelle Angelegenheit und hat nichts damit zu tun, dass Gott das so möchte.
Und deshalb distanziert sich Jesus davon und sagt: ist eh nur wegen eurer Herzenshärte, ist aber eigentlich nicht so gedacht, gedacht seid ihr als eins.
Jetzt kann man sagen: Mann A hat halt verkackt, jetzt probiere es mit Mann B, ist ja rechtens, weil Mann A so doof ist.
Das lese ich bei Jesus nicht. Ich lese: wenn dein Bruder sich bei dir entschuldigt, dann vergib ihm, und zwar x mal. Wenn er zu unerträglich ist, trenn dich, aber bleib alleine (wohl damit eine Versöhnung zumindest nicht unmöglich wird durch eine neue Bindung)
Er will ja das alte Ehegesetz gar nicht weiterführen mit den Scheidebriefen.
Welche Möglichkeit hatte damals eine geschiedene Frau?
eigenes Geschäft; Wiederheirat; zurück zu den Eltern; Mitgift aufbrauchen; Schuldsklave als Jüdin; Prostitution
Bist du sicher, dass Jesus sich von der Barmherzigkeit des Vaters distanziert mit der er der Herzenshärtigkeit mancher Männer Rechnung trägt?
Also ich denke, dass er das Zugeständnis zum Scheidungsbrief macht, um die Frauen vor solchen Situationen zu bewahren und ihnen Rechnung zu tragen
Aber er sagt auch ganz klar: das gibts nur deswegen (also wegen den Umständen und der Herzenshärte) Gott will das nicht. Das meinte ich mit distanzieren.
Danke für die genauere Ausführung, denn das Wort distanzieren konnte in verschiedene Richtungen verstanden werden.
Da Jesus mit Gott-Vater und dem Heiligen Geist konform geht, dann ist also Herzenshärtigkeit der weitere Grund nach Ehebruch, der Scheidung erlaubt.
Wie geht Jesus mit der Frau am Brunnen des Erzvaters Jakob um, die 5 Männer hatte und nun mit jemandem zusammenlebte, mit dem sie nicht verheiratet war? Wir lesen keinen Grund, ob die Männer gestorben waren und der Letzte Muffe hatte, dass er auch vorzeitig sterben würde, wenn er heiratete? oder der Letzte hatte sie als Schuldsklavin liebgewonnen?
Die Auslegung, dass sie eine Prostituierte gewesen wäre, ist nicht wirklich haltbar, denn nehmen wir mal an es waren (ungewöhnliche) 5 Todesfälle, das wurde der Vorstellung, dass sie eine Prophetin war, zugeordnet. (Quelle z.B. Israel Bible Center)
Wenn eine rechtmäßig geschiedene Frau mit Scheidebrief nicht wieder hätte heiraten dürfen, wäre sie unrechtmäßig mit Einsamkeit bestraft worden. Gott sagt aber, dass es nicht gut sei, dass der Mensch allein sei.
Aber im Stand einer Agunah konnte sie nicht wieder heiraten. Übertragen auf heute findet sich das in unseren Gesetzen wieder. Getrennt leben würde sich heute an den Stand der Agunah anlehnen, denn weder er noch sie dürften heiraten, solange sie nicht geschieden sind. Bigamie ist bei uns nicht erlaubt.
P.S. damit keine Mißverständnisse entstehen: deine Meinung und Entscheidungen sind deine. Ich will dir nichts ausreden, sondern dir mehr Hintergrundwissen zum damaligen praktischen jüdischen Leben unter römischer Besatzung geben.
@deborah71 es mag Einzelfälle gegeben haben, aber "eigenes Geschäft" bezweifle ich als Erfolgsmodell in der damaligen, wahrscheinlich streng patriarchalischen Gesellschaft.
Dann bezweifelst du Sprüche 31 und Lydia die Purpurhändlerin oder die Kyria. Priscilla war eine Zeltmacherin mit ihrem Mann zusammen. Sie hätte dieses Geschäft ohne weiteres weiterführen können, falls Aquila verstorben wäre.
Wir erfahren ja nur geistlich wichtige selbständige Frauen. Es gab sicher mehr als diese 4 erwähnten Beispielpersonen.
@simba Ich denke, es ist menschlich, nach genauen Definitionen zu suchen. Und so ist es halt ganz praktisch, außerehelichen Sex als Ehebruch anzusehen (was auch sicher nicht verkehrt ist).
Aber es ist eben nicht nur außerehelicher Sex - eine Ehe kann auch an ganz anderen Dingen zerbrechen.
Veröffentlicht von: @meriadocach, das eine Gesetz muss nicht, aber das andere muss hart treffen. Wow
Ich messe nicht mit zweierlei Maßstäben, beides sind Gebote und damit gleichwertig. Aber ich würde nie zu einem missbrauchten Kind sagen: du musst aber trotzdem deine Eltern ehren. Ich fände das unangemessen, das von ihm einzufordern, auch wenn es grundsätzlich stimmt. Aber ich würde mich nicht trauen, das aus - oder anzusprechen.
Das sehe ich in Basias Fall anders. Sie hat sicher Schlimmes erlebt. Aber sie ist erwachsen und hat danach gefragt.
Veröffentlicht von: @deborah71P.S. damit keine Mißverständnisse entstehen: deine Meinung und Entscheidungen sind deine. Ich will dir nichts ausreden, sondern dir mehr Hintergrundwissen zum damaligen praktischen jüdischen Leben unter römischer Besatzung geben.
Das weiss ich, aber danke fürs Bestätigen! 😌
Veröffentlicht von: @sternDa gibt es nicht viel falsch zu verstehen.
Ich finde, da wird sehr viel falsch verstanden.
Geht man davon aus, dass die Hauptaussage der Offenbarung die Liebe Gottes beschreibt und wie man als Menschen dieser im Leben macheifern sollte, kann man festhalten, dass keine Aussage über die Ehe so zu interpretieren ist, dass sie eine Gefangenschaft rechtfertigt – es sei denn, um eben des Glauben willens. Damit ist nicht gemeint, das Aushalten, weil es vermeintlich so in der Bibel steht und von der Kirche so behauptet wird. Sondern solange wie Hoffnung besteht, dass eine gemeinsame Ehe mit gleichen Zielen bezogen auf Gott besteht. Wenn es dazu keinen Hinweise, keinen Grund gibt (und Gewalt spricht eine eindeutige Sprache), besteht aus meiner Sicht sogar die Pflicht zur Scheidung, weil damit Ehebruch gegen Gott besteht. Denn der will sicher nicht, dass man sein Leben wie die Perlen vor die Säue wirft.
Ehe und Ehebruch ist ein geistiger Akt. Dies würde aber bedeuten, dass die Ehe wirklich eine Glaubensgemeinschaft ist, egal ob kirchliche gesegnet oder nicht. Konkret heißt dass, vor Gott kann eine Ehe auch bestehen, wenn man formell gar nicht verheiratet ist.
Aus meiner Sicht leidet die ganz Debatte daran, dass mit >Ehe< in der Bibel das verstanden wird, was wir heute als Ehe praktiziert wird und was die Kirchen meinen, was eine Ehe sei. Die Ehe in biblischer Sicht ist in erster Linie eine geistige Gemeinschaft. So die erste Schöpfungsversion in 1Mos., in der Mann und Frau als Mensch durch das Wort geschaffen wurde. In zweiter Linie ein Gemeinschaft, die durch die Einheit der Gegensätze charakterisiert ist (2. Schöpfungsbericht). Alles andere ist sekundär.
Im Übrigen argumentiert die kath. Kirche mit (Mt.18,18), Bindegewalt der Apostel: "Wahrlich, ich sage euch: Alles, was ihr auf Erden bindet, soll auch im Himmel gebunden sein, und alles, was ihr auf Erden löst, soll auch im Himmel gelöst sein".
Diese Ermächtigung bezieht sich allenfalls indirekt auf die Ehe. Wer soll auf der Erde gebunden werden? Doch Satan. Und wer soll gelöst werden? Die, die glauben in Wort und Tat. Die Aufgabe der Apostel war, in den Gemeinden für entsprechende Klarheit zu sorgen. Binden ist also keineswegs positiv im Sinne von eine Ehe stiften. Sondern meint Irrlehrer und Leugner Gottes in die Schranken weisen.
Übertrag auf den gewalttätigen Ehemann würde das heißen, ihn des Feldes verweisen (also an den Geist binden, von dem er sich beherrschen lässt). Die Frau aber wäre zu lösen, dass frei zu machen für ihren Weg, den sie als den richtigen ansieht. Der Freud sollte sich also prüfen, was er will.