Benachrichtigungen
Alles löschen

Peter X *

Seite 2 / 6

Geo
 Geo
Themenstarter
Beiträge : 259

Peter* X kommt ins Pfarramt und will Geld. Der Pfarrer schenkt ihm 20€ und gut ist. Peter X kommt wieder und will diesmal 150€ weil sein Handy kaputt ist. Aber diesesmal wird er abgewimmelt. Zurecht? Oder nicht? Was meint ihr zu der Geschicht'? 

 

*Name geändert, da es nicht um rassistischen Ressentiments gehen soll. Gruß, Channuschka-Mod

Antwort
169 Antworten
Gelöschtes Profil
Beiträge : 17053

Da wir hier nicht im Smalltalk sind und die Entgleisungen in Richtung "Clankriminalität arabischer Großfamilien" nicht passend ist, habe ich den Strang gelöscht. Ich bitte darum mit etwas Ernsthaftigkeit und vor allem ohne rassistische Sentiments vorzugehen.

Viele Grüße, Channuschka-Mod

 

deleted_profile antworten


Deborah71
Beiträge : 22282

also irgendwie wirkt das hier drollig....oder schreibt man das trollig?  es gibt ja beides bei google..... ach, immer wieder diese Entscheidungen.... *soifz*

deborah71 antworten
6 Antworten
Gelöschtes Profil
(@deleted_profile)
Beigetreten : Vor 2 Jahren

Beiträge : 17053

@deborah71 Das ist drollig…äh Trollig

 

Ein verstorbener Christ schuldet mir immer noch 60 Euro. 🥸

 

deleted_profile antworten
Channuschka-Mod
Moderator
(@channuschka-mod)
Beigetreten : Vor 4 Jahren

Beiträge : 641

@meriadoc Auch trolliges Trollen ist hier unerwünscht 😉

channuschka-mod antworten
Gelöschtes Profil
(@deleted_profile)
Beigetreten : Vor 2 Jahren

Beiträge : 17053

@meriadoc

theoretisch könntest du seine Erben ansprechen,
aber vermutlich scheitert es an fehlenden Belegen...

Mach dir nichts draus, mir schuldet ein Christ (Unternehmer mit Visionen) schon seit Jahren einen 5-stelligen Betrag.

Aber das gehört nun mal zum Dasein als Unternehmer dazu. 
Und wie sagte Stepi Stepannovic so richtig: "Lebbe geht weider"

deleted_profile antworten
BeLu
 BeLu
(@belu)
Beigetreten : Vor 21 Jahren

Beiträge : 5036

@bepe0905 

theoretisch könntest du seine Erben ansprechen,
aber vermutlich scheitert es an fehlenden Belegen...

Rein rechtlich verjährt eine Forderung auch nach ein paar Jahren. Die könnte also auch längst verjährt sein.

belu antworten
Gelöschtes Profil
(@deleted_profile)
Beigetreten : Vor 2 Jahren

Beiträge : 17053

@belu 
ist auch schon längst abgeschrieben. 

Ich finde es nur betrüblich, dass er es als bekennender Christ nie für nötig hielt, mal ein offenes Gespräch mit mir zu suchen oder mir einfach zu erklären, dass er das Projekt "in den Sand gesetzt hat" und leider nicht zahlen kann. Schließlich geht es dabei nicht nur um Geld, sondern ich hatte auch viel Zeit für ihn investiert (mehr als für manchen anderen Auftraggeber) und für ihn einige Kontakte geknüpft. Und damit stand ich letztlich auch mit meinem guten Namen bei anderen Menschen in einer gewissen Verpflichtung. 

deleted_profile antworten
BeLu
 BeLu
(@belu)
Beigetreten : Vor 21 Jahren

Beiträge : 5036

@bepe0905 Das ist in der Tat betrüblich, eine ähnliche Erfahrung durfte ich auch schon machen (in meinem Fall ging es aber "nur" um einen vierstelligen Betrag). Der Betreffende war zwar kein Christ, aber immerhin jemand, den ich schon Jahre kannte und dem ich in der Angelegenheit vertraute.

 

belu antworten
lhoovpee
Beiträge : 2756

@geo

Was meint ihr zu der Geschicht'?

Sie ist ziemlich kurz. Mir fehlt der Spannungsbogen. Eine überraschende Wendung wäre auch Wünschenswert. So ist sie echt Langweilig.

Auf einer Skala von 1 bis 10 gebe ich eine 0.

lhoovpee antworten
1 Antwort
Geo
 Geo
(@geo)
Beigetreten : Vor 2 Jahren

Beiträge : 259

@lhoovpee Also ich selber hätte mir eine 3 gegeben. Begründung: Denn aller guten Dinge sind 3. Z.B. die dreifaltichkeit.

geo antworten


Geo
 Geo
Themenstarter
Beiträge : 259
Veröffentlicht von: @gorch-fock

Peter* X kann ja für sein neues Handy ja auch Arbeiten gehen. 

Arbeiten gehen? Ne, er hat 20€ für nix bekommen und probiert es als nächstes mit 150€. So ist der Peter* X. Fragen kostet ja bekanntlich nix.

 

*Name geändert, da es nicht um rassistischen Ressentiments gehen soll. Gruß, Channuschka-Mod

geo antworten
7 Antworten
Deborah71
(@deborah71)
Beigetreten : Vor 19 Jahren

Beiträge : 22282

@geo 

Zum Beitrag

Ach...du kennst den Peter* X persönlich und lässt dich hier über ihn aus?

 

*Name geändert, da es nicht um rassistischen Ressentiments gehen soll. Gruß, Channuschka-Mod

 

 

deborah71 antworten
Amalia
 Amalia
(@amalia)
Beigetreten : Vor 7 Monaten

Beiträge : 157

@geo 

Arbeiten gehen? Ne, er hat 20€ für nix bekommen und probiert es als nächstes mit 150€. So ist der Peter* X. Fragen kostet ja bekanntlich nix.

Aber Wut oder sogar Haß kosten bekanntlich den eigenen Seelenfrieden und vor allem viel Lebensenergie.

Lese das jetzt erst, was du hier nun schreibst. Da hätte ich mir meine ernsthafte Antwort unten ja sparen können 🙄 Guck dir mal die ganzen "niederen" Arbeiten an, die, die körperlich richtig schwierig sind und von vielen auch als Drecksarbeit in Deutschland angesehen werden, wen du da sehr häufig antriffst. 

 

*Name geändert, da es nicht um rassistischen Ressentiments gehen soll. Gruß, Channuschka-Mod

amalia antworten
Channuschka-Mod
Moderator
(@channuschka-mod)
Beigetreten : Vor 4 Jahren

Beiträge : 641

@geo Was ist deine eigentliche Intension? Hast du etwas dagegen, wenn ich in allen Beiträgen Ali in Peter umbenenne? 

LG, Channuschka-Mod

channuschka-mod antworten
Geo
 Geo
(@geo)
Beigetreten : Vor 2 Jahren

Beiträge : 259

@channuschka-mod Hab nix dagegen.

geo antworten
Channuschka-Mod
Moderator
(@channuschka-mod)
Beigetreten : Vor 4 Jahren

Beiträge : 641

@geo Dann mach ich mich mal ans Werk.

channuschka-mod antworten
Lucan-7
(@lucan-7)
Beigetreten : Vor 13 Jahren

Beiträge : 20972

@geo 

Arbeiten gehen? Ne, er hat 20€ für nix bekommen und probiert es als nächstes mit 150€. So ist der Peter* X. Fragen kostet ja bekanntlich nix.

Soll's ja geben.

Aber vermutlich meinst du nicht "So ist DER Peter*", sondern "So sind DIE Peter*".

Warum sonst der ganze Thread? Trollerei oder Provokation, vermute ich mal.

 

*Name geändert, da es nicht um rassistischen Ressentiments gehen soll. Gruß, Channuschka-Mod

lucan-7 antworten
lhoovpee
(@lhoovpee)
Beigetreten : Vor 8 Jahren

Beiträge : 2756

@geo

Und wo ist jetzt das Problem? 

lhoovpee antworten
Amalia
 Amalia
Beiträge : 157

@geo 

Peter* X kommt wieder und will diesmal 150€ weil sein Handy kaputt ist. Aber diesesmal wird er abgewimmelt. Zurecht? Oder nicht? Was meint ihr zu der Geschicht'?

Das sind wirklich wenig Infos, um da eine sinnvolle Einschätzung der Situation abzugeben. Aber der Pastor kann ja nicht über die Spendengelder der Gemeinde frei verfügen. Und dass ein Pastor in der heutigen Zeit mal eben 150 Euro locker machen kann, halte ich auch für unwahrscheinlich und daher für mich verständlich, wie der Pastor reagiert.

Wenn Peter* allerdings nicht nur ein Luxusproblem hat sondern ein Flüchtling ist, der sich z.b. ein neues Handy wünscht, damit er mit seiner Familie im Heimatland in Kontakt bleiben kann, wäre es schön gewesen, wenn der Pastor sich in der Gemeinde umhören würde, ob jemand ein noch funktionierendes, aber ungenutztes Handy zu Hause rumliegen hat und bereit wäre das zu verschenken.

 

*Name geändert, da es nicht um rassistischen Ressentiments gehen soll. Gruß, Channuschka-Mod

amalia antworten
66 Antworten
Queequeg
(@queequeg)
Beigetreten : Vor 17 Jahren

Beiträge : 5504

@amalia 

Wenn das wirklich ein ernsthaftes Problem wäre, würde Deine Lösung sicher richtig sein - und wohl auch so gehandhabt werden.

In meiner Umgebung hatte vor Jahren ein Mann aus dem Kosovo vor dem Supermarkt, in dem wir immer einkaufen, Zeitungen für Arbeitslose angeboten, für die man dann einen kleinen Betrag stiften sollte.

Er zeichnete sich dann aber sehr schnell dadurch aus, dass er ungemein hilfsbereit war - beim Einladen schwerer Taschen, Sauberhalten der Einkaufswagen und des Parkplatzes  usw. Es hatte so gut wie nie jemand seine Zeitung abgenommen.

Wir haben ihm dann jedesmal, wenn er uns einen Einkaufswagen gab - während der Coronazeit hatte er die Griffe mit einem Desinfektionsspray abgewischt -, 1 Euro gegeben. Das haben einige Leute bemerkt und es dann ebenso gemacht. Inzwischen bekommt er fast von jedem 50 Cent oder 1 Euro. Die Zeitungen hat er immer noch da liegen, aber abnehmen tut ihm immer noch niemand eine.

Aber wenn er mal an einem Tag nicht da ist, merkt man sofort wie verdreckt der Parkplatz ist.

So kann es also auch gehen und ich gönne ihm jeden Euro.

queequeg antworten
Gelöschtes Profil
(@deleted_profile)
Beigetreten : Vor 2 Jahren

Beiträge : 17053

@queequeg 

Da kam ja ganz schön was zusammen. Steuerfrei. 

im Schnitt macht ein Obdachloser pro Tag 35 bis 50 Euro. Von 800 - 1000 Euro im Monat. Mehr als eine Alleinerziehende zur Verfügung hat.

 

Mittlerweile gibts von mir höchstens 20 Cent pro Kopf und Monat oder gar nichts. Oder nur was zu Essen. Wer tagtäglich besoffen ist und jahrelang am Bahnhof lebt, dem gehts nicht so als ob man am verhungern ist.

 

Da kümmere ich mir viel lieber um mein Patenkind in Malawi.

deleted_profile antworten
Lucan-7
(@lucan-7)
Beigetreten : Vor 13 Jahren

Beiträge : 20972

@meriadoc 

Mittlerweile gibts von mir höchstens 20 Cent pro Kopf und Monat oder gar nichts. Oder nur was zu Essen. Wer tagtäglich besoffen ist und jahrelang am Bahnhof lebt, dem gehts nicht so als ob man am verhungern ist.

Wer täglich besoffen ist ist in jedem Fall Alkoholiker.

Und weder 20 cent noch 2 Euro werden an dessen Leben irgendwas ändern. In dem Moment, in dem du etwas gibst, unterstützt du dieses Leben.

Und wenn du das nicht willst dann solltest du halt gar nichts geben.

lucan-7 antworten
Gelöschtes Profil
(@deleted_profile)
Beigetreten : Vor 2 Jahren

Beiträge : 17053

@lucan-7 

Man unterstützt nur seine Sucht. Von Leben ist da keine Rede mehr. 

deleted_profile antworten
Queequeg
(@queequeg)
Beigetreten : Vor 17 Jahren

Beiträge : 5504

@meriadoc 

"Da kam ja ganz schön was zusammen. Steuerfrei. "

Das ist wohl so. Aber er hats verdient. Er hatte u.a. während des Corona-Chaos in der ersten Woche die Einkaufswagen mit Desinfektionsspray von seinem eigenen Geld bezahlt, abgewischt. Erst danach stellte ihm der Supermarkt die Sache (Spray und Tücher) zur Verfügung.

queequeg antworten
Gelöschtes Profil
(@deleted_profile)
Beigetreten : Vor 2 Jahren

Beiträge : 17053

@queequeg 

Da habe ich Respekt. 

 

 

 

Trotzdem Steuerfrei. Eine Alleinerziehende hätte es auch verdient.

deleted_profile antworten
Queequeg
(@queequeg)
Beigetreten : Vor 17 Jahren

Beiträge : 5504

@meriadoc 

Ja, da sag ich auch nix gegen.

queequeg antworten
Queequeg
(@queequeg)
Beigetreten : Vor 17 Jahren

Beiträge : 5504

@meriadoc 

Aber es ist interessant dass er das so macht. Es gibt bei anderen Märkten andere "Ostarbeiter", die nur mit ihren Zeitungen vor dem Bauch rumstehen und gar nichts machen. Leider kann er nicht genug deutsch, um richtig mit ihm reden zu können. Aber bei den vielen berechtigten Klagen über Menschen, die nix sehen als sich selbst, ist dieser "Helfer" ein bemerkenswertes Beispiel, dass es eben auch andere Menschen gibt, wo man sie nicht erwartet.

queequeg antworten
Amalia
 Amalia
(@amalia)
Beigetreten : Vor 7 Monaten

Beiträge : 157

@meriadoc

Mittlerweile gibts von mir höchstens 20 Cent pro Kopf und Monat oder gar nichts. Oder nur was zu Essen. Wer tagtäglich besoffen ist und jahrelang am Bahnhof lebt, dem gehts nicht so als ob man am verhungern ist.

Ich habe früher auch so hart über solche Menschen gedacht. Habe sogar oft, wenn ich Geld gegeben habe darum gebeten, dass sie es nicht für Alkohol und Drogen ausgeben, sondern für Essen oder habe direkt was zu Essen gekauft. Du hast solche und solche. Manche waren sehr dankbar zu Essen zu bekommen und manche wollten unbedingt Geld.

Meine Meinung dazu hat sich geändert, seitdem ich mich einige male zu den Obdachlosen gesetzt habe und zugehört habe, was in ihrem Leben dazu geführt hat obdachlos und alkoholabhängig/ drogenabhängig zu werden. Hast du diesen Menschen schon mal zugehört? Es lohnt sich.

Ich erkannte, wie dumm es von mir war meine finanzielle Hilfe an Bedingungen zu knüpfen, wie dumm und naiv es war, diese Menschen belehren zu wollen ohne in ihren Schuhen zu stecken. Wie Alkohol und Drogen oft die einzige Hilfe für sie ist ihr unerträgliches Schicksal, Leben zu ertragen. Ich bin Raucherin und ich weiß, wie es sich anfühlt, wenn man mal nervlich am Ende ist und dringend mal eine Zigarette braucht, um runterzukommen. Ich kenne also dieses Gefühl der Sucht. Ich rede nur von Zigaretten, wie geht es dann einem Alkohol oder Drogenabhängigen?

Nein, ich habe aufgehört mich wie eine belehrende Mutti vor ihnen hinzustellen. Dazu habe ich kein Recht. Ich gebe aus freien Stücken ohne wenn und aber. Was sie draus machen und in dem Moment mehr brauchen ( ob Essen oder Alkohol, Drogen), das ist ihre Entscheidung. Der seelische Druck ist vermutlich meist stärker als der körperliche Hunger und muss vorher gestillt werden, dafür habe ich Verständnis und halte die Klappe. Bei Roma und Punkern gehe ich ehrlich gesagt konsequent vorbei ohne zu geben, aber nachdem ich einige Male Obdachlosen zugehört habe, hat es mir den Mund gestopft.

 

amalia antworten
Queequeg
(@queequeg)
Beigetreten : Vor 17 Jahren

Beiträge : 5504

@amalia 

Das hast Du sehr schön hier entwickelt. In der reinen Alltagsbegegnung sieht man nur die Oberfläche, aber was dahinter steckt, kann man nicht sehen und oft - vielleicht auch immer - wäre erst hinter der Oberfläche der Mensch erkennbar.

Es ist in gewisser Weise auch ein hilfreicher Mechanismus im Alltag, nur die Oberfläche zu sehen, weil es ja meist für das Zusammenleben auch ausreichend ist und wenn wir bei wirklich jeder Begegnung die Tiefen des anderen erkennen würden, wären wir wohl bald überfordert.

Aber manchmal sollten wir schon genauer hinschauen, um dem anderen gerecht zu werden. Dann sehen wir vielleicht auch wie Du, was uns mit diesem Menschen, den wir vor uns haben, verbindet. Aber vermutlich werden wir das manchmal auch gar nicht wollen. Dann werden wir weder diesem noch uns gerecht.

queequeg antworten
Amalia
 Amalia
(@amalia)
Beigetreten : Vor 7 Monaten

Beiträge : 157

@queequeg 

Es ist in gewisser Weise auch ein hilfreicher Mechanismus im Alltag, nur die Oberfläche zu sehen, weil es ja meist für das Zusammenleben auch ausreichend ist und wenn wir bei wirklich jeder Begegnung die Tiefen des anderen erkennen würden, wären wir wohl bald überfordert.

Da hast du auch recht. Wir müssen selektieren. Aber was mir aufgefallen ist im Umgang mit Menschen und dem sich tiefer auf ihr Sein, ihr Wesen einzulassen oder wie du es schön sagst "die Tiefen des anderen erkennen" hat meist zur Folge, dass selbst das größte Ar....loch zu einem liebenswerten Menschen (gefühlt in einem selbst) mutiert.

Dann sehen wir vielleicht auch wie Du, was uns mit diesem Menschen, den wir vor uns haben, verbindet.

Ich muss da besonders an zwei bestimmte Obdachlose denken. Der eine war auch krebskrank und der andere drogenabhängig. Das waren ganz besondere Begegnungen. Der Krebskranke hat mich innerlich sehr berührt. Er hat mich gesehen und ich habe ihn gesehen, in tiefere Bereiche gehend. Es war wie eine Verbindung da zu diesem wildfremden Menschen. Es ist Jahre her, aber den werde ich nie vergessen, der hat was in mir hinterlassen.

Aber vermutlich werden wir das manchmal auch gar nicht wollen. Dann werden wir weder diesem noch uns gerecht.

Ich denke, das liegt auch daran, dass eine mögliche Verbindung verletzlich macht, oder?

amalia antworten
Queequeg
(@queequeg)
Beigetreten : Vor 17 Jahren

Beiträge : 5504

@amalia 

Das hast Du sehr schön und sehr passend gesagt.

In dem Film "Dead Man Walking" ist dieser Zusammenhang ungemein eindrücklich dargestellt.

Ein absolut unsympathischer Doppelmörder wird einige Tage vor seiner Hinrichtung von einer Nonne betreut. Während dieser Zeit wird er um keinen Deut sympathischer -  aber wird dabei immer sympathischer. Das ist ein krasser Widerspruch, aber so ist es. Die beiden Eltern der ermordeten Teenager sind gegenüber dieser Nonne völlig gegnerisch eingestellt. Am Ende ist der Vater - ich glaube des Jungen - sehr versöhnlich und geht auch tatsächlich mit zur Beerdigung des Mörders seines Kindes. Ein Wahnsinnsfilm, der echt mitnimmt, aber ein großer Gewinn ist.

queequeg antworten
Amalia
 Amalia
(@amalia)
Beigetreten : Vor 7 Monaten

Beiträge : 157

@queequeg 

In dem Film "Dead Man Walking"

Den Titel habe ich schon oft gehört. Aber ich dachte immer, das sei ein reiner Horrorfilm und da ich nie Horrorfilme gucke, habe ich den noch nicht geschaut.

Das ist ein krasser Widerspruch, aber so ist es. Die beiden Eltern der ermordeten Teenager sind gegenüber dieser Nonne völlig gegnerisch eingestellt. Am Ende ist der Vater - ich glaube des Jungen - sehr versöhnlich und geht auch tatsächlich mit zur Beerdigung des Mörders seines Kindes. Ein Wahnsinnsfilm, der echt mitnimmt, aber ein großer Gewinn is

Oh heftig, dass der Vater sogar zur Beerdigung des Möders geht. Krass. Ich finde diese Beobachtung teilweise etwas beängstigend, dass beim tiefer Blicken bei einem Menschen und sich auf ihn einlassen, auch die, die man vielleicht eher meiden würde, die Liebenswürdigkeit und das Verständnis für sie durchkommen. Ich meine, wo endet das? Es gibt dann, wenn man das so weiterspinnt, niemanden mehr, denn man "verurteilen" kann. Weißt du, wie ich das meine? 

Versteh mich nicht falsch, nicht, weil man verurteilen will, aber man kann dann nur noch schweigen und nichts mehr sagen. Zwar schon, dass das Verhalten definitiv falsch ist, aber am Ende sagt man " ich verstehe dich trotzdem".

Und wenn man dann soweit ist den anderen wirklich zu verstehen und die Umstände, die dazu geführt haben, so kann man mit etwas Selbstreflektion schnell zu dem Entschluß kommen, dass man nicht 100 % tig sagen kann " ich hätte definitiv anders reagiert". Das funktioniert dann nicht mehr. Das ist etwas beängstigend.

amalia antworten
Queequeg
(@queequeg)
Beigetreten : Vor 17 Jahren

Beiträge : 5504

@amalia 

Du hast das schon sehr richtig erfasst - es ist beängstigend, weshalb sich die meisten Menschen auch gar nicht erst darauf einlassen wollen.

Es ist genau, wie Du sagst: "so kann man mit etwas Selbstreflektion schnell zu dem Entschluß kommen, dass man nicht 100 % tig sagen kann " ich hätte definitiv anders reagiert".

Oder mit anderen Worten: Der Mörder ist genauso wie ich, aber dann bin ich auch genauso wie der Mörder. Wir haben zwar anderes in unserem Leben getan, aber wir sind einer wie der andere gleicherart Mensch.

Ja, man kann eigentlich nur schweigen und verurteilen kann man schon gar nicht mehr. Aber man wird natürlich dem Schutz der Menschen vor weiteren Straftaten Rechnung tragen müssen. Das ist auch ganz klar.

Was hat diesen wirklichen Fiesling bis zum Ende immer liebenswerter - ja genau wortwörtlich das - gemacht? Eben das. Diese Nonne war anfangs überhaupt nicht begeistert, für diese Aufgabe ausgesucht worden zu sein, und auch echt geschockt von ihm. Aber es hat sich bei ihr schrittweise eine tiefe menschliche Liebe zu ihm entwickelt.

Eine Nonne spielt in diesem Film eine Hauptrolle. Aber er ist absolut kein christlicher Film. Aber ich kenne keinen Film, der christlicher als der. Und von vielem, was er sonst noch nicht ist, ist er ein Horrorfilm am allerwenigsten.

Ich habe ihn mit einer bosnischen Flüchtlingsfrau gesehen, die ungemein hart in ihren Urteilen war und meinte, dass sie kein serbisches Kind, das ins Wasser gefallen ist, vor dem Ertrinken retten würde. Sie kam heulend mit mir aus dem Film raus und meinte nach einer langen, schweigsamen halben Stunde wieder heulend so etwa: "so kann man nicht sein, so darf man nicht sein, ich hol das Kind aus dem Wasser".

"Ich meine, wo endet das?" -

fragst Du.

Bei Jesus, wo denn sonst? Das, was sonst ist doch gemeint, wenn er sagt, dass wir in der Welt keine Angst haben sollen.

queequeg antworten
Amalia
 Amalia
(@amalia)
Beigetreten : Vor 7 Monaten

Beiträge : 157

@queequeg 

es ist beängstigend, weshalb sich die meisten Menschen auch gar nicht erst darauf einlassen wollen.

Ja, das denke ich auch. Nehmen wir mal den Peter hier als Bsp.. Ich scheue mich zwar etwas davor, das zu schreiben, weil es so rüberkommen könnte, als würde ich etwas, ein unrechtes Verhalten, entschuldigen oder verteidigen wollen, aber so meine ich es nicht. Es geht mir da ums besser verstehen.

Es kam ja die Kritik, die Geschichte von Geo sei zu kurz. Ich schmücke sie mal etwas aus. Und zwar so, wie ich so manche Peters im echten Leben kennengelernt habe.

Peter kommt aus harten Lebensverhältnissen, wurde sehr streng erzogen. Es geht nicht darum die eigenen Bedürfnisse zu erkennen und sich auszuleben, es geht darum sich für die eigene Gemeinschaft und Familie zurück zu nehmen. Immer das Wohl der anderen im Blick und nicht das eigene. Dazu kommen strenge Vorgaben, wie man sein Leben zu gestalten hat, voller Erwartungen seitens der Familie und Gemeinde, Verstöße dagegen werden sehr streng bestraft. Sogar mit Morddrohungen oder Verstoß aus der Gemeinschaft. Vielleicht hat Peter sogar jeden Tag von der Hand in den Mund leben müssen. Kurz zusammengefasst: Das Leben von Peter ist sehr hart und genau das hat ihn hart werden lassen, damit er überhaupt körperlich und psychisch überleben kann.

Nun kommt Peter nach Deutschland, ohne die gesamte Sippschaft. Es trifft ihn wie ein Schlag. Hier macht für ihn gefühlt jeder, was er will, hat die Freiheit auf sich selbst zu schauen, sich frei zu entfalten und es steht nicht direkt die ganze Sippschaft vor der Tür, wenn man mal feiern geht und einen übern Durst trinkt und etwas mit einem hübschen Mädchen angebandlt hat, was in seiner Heimat so nicht möglich war. Und es steht auch nicht der Vater und der Bruder des Mädels am nächsten Tag vor der Tür, der einen deshalb umbringen will. Und das nicht sprichwörtlich, sondern ernsthaft.

Alles (auch Materielles) scheint plötzlich im Überfluss direkt vor den Füßen gelegt ohne dass das Zugreifen wirklich schwerwiegende Folgen mit sich bringt. Selbst das unrechte Zugreifen hat nicht so harte Konsequenzen, wie er es von zu Hause kennt. Die Verlockung ist daher groß. Und ich will behaupten, viele (nicht alle) sind anfangs total überfordert mit dieser neuen Welt voller Freiheiten und schlagen über die Stränge. Was natürlich bei den anderen auf Unverständnis stößt. Da prallen zwei Welten aufeinander.

Oder mit anderen Worten: Der Mörder ist genauso wie ich, aber dann bin ich auch genauso wie der Mörder. Wir haben zwar anderes in unserem Leben getan, aber wir sind einer wie der andere gleicherart Mensch.

Wunderbar Queequeg! Ja, erschreckend, aber so sehe ich das auch. Keiner ist besser wie der andere. Nur die Umstände sind anders, anders gewesen und deshalb stehen wir nicht dort, wo der andere steht, auf den wir dann herabblicken. Ich denke, das Herabblicken auf andere ist ein Ausdruck mangelnder Selbsterkenntnis.

Ich habe ihn mit einer bosnischen Flüchtlingsfrau gesehen, die ungemein hart in ihren Urteilen war und meinte, dass sie kein serbisches Kind, das ins Wasser gefallen ist, vor dem Ertrinken retten würde.

Furchtbar. 😴 Aber sowas ähnliches habe ich in der Vergangenheit ( besonders in meiner Kindheit) auch schon von anderen gehört. Von Menschen, die selbst aus der Erfahrung Verfolgung und Ermordung inkl. Frauen und Kinder kamen. Die schlimmen, eigenen Erlebnisse haben diese Menschen hart gemacht. Aber das hat sich Gott sei dank, nach Jahren in Frieden hier in Deutschland leben können, in ihnen gewandelt.

Bei Jesus, wo denn sonst?

Wie schön!!! Dieser Name ist wie Musik in meinen Ohren. Danke dir für diese Antwort. Eine bessere hättest du (für mich) nicht geben können. 😍 

 

 

amalia antworten
Queequeg
(@queequeg)
Beigetreten : Vor 17 Jahren

Beiträge : 5504

@amalia 

Ich habe ihn mit einer bosnischen Flüchtlingsfrau gesehen, die ungemein hart in ihren Urteilen war und meinte, dass sie kein serbisches Kind, das ins Wasser gefallen ist, vor dem Ertrinken retten würde.

"Furchtbar."

Ja, aber viel bedeutender ist letztlich, dass sie sich durch diesen Film hat anstoßen lassen, sich zu öffnen. Und das war schon gewaltig.

Ihre Erfahrung war: Sie ist mit ihren Eltern von einem vor dem Krieg mit der Familie befreundeten serbischen Offizier vor dessen Kameraden gerettet und in eine andere Stadt gebracht worden. Wie sie noch in Bosnien erfahren hat, hatte dieser Mann, der sie und die Eltern gerettet hatte, nach seiner Rückkehr in ihren Heimatort ihre Großmutter erschossen.

Was sie völlig umgehauen hatte war nicht nur die schreckliche Tat an sich, sondern die unbegreifliche Widersprüchlichkeit dieses Menschen, der gleichzeitig rettet und vernichtet. Sie wollte niemandem und nichts mehr glauben und sich nur noch gegen jede Verletzung dicht machen.

Dass der Film sie so beeindruckt hat, war nicht vorherzusehen. Aber es war ganz erstaunlich, wie er die verrammelte Tür zu ihrer eigenen Menschlichkeit wieder geöffnet hat. 

queequeg antworten
Amalia
 Amalia
(@amalia)
Beigetreten : Vor 7 Monaten

Beiträge : 157

@queequeg 

Dass der Film sie so beeindruckt hat, war nicht vorherzusehen. Aber es war ganz erstaunlich, wie er die verrammelte Tür zu ihrer eigenen Menschlichkeit wieder geöffnet hat.

Dann muss der Film auch die andere Seite gut dargestellt haben, denke ich. Sie gut emotional abgeholt haben.

Was sie völlig umgehauen hatte war nicht nur die schreckliche Tat an sich, sondern die unbegreifliche Widersprüchlichkeit dieses Menschen, der gleichzeitig rettet und vernichtet.

Nachvollziehbar. Davon hört man immer wieder mal, dass solche Mörder auch z.b. liebevolle Väter sind und auf der anderen Seite trotzdem grausam morden können.

amalia antworten
Queequeg
(@queequeg)
Beigetreten : Vor 17 Jahren

Beiträge : 5504

@amalia 

Icherinnere mich gerade an noch einen anderen Film, der diese Problematik sehr eindrücklich zeigt - "Das Leben ist schön" von Roberto Benigni -, aber auch sehr heftig ist. Es ist die Geschichte eines jüdischen Vaters in Italien, der mit seinem Sohn in ein KZ kommt.

Die erste Hälfte des Films ist einfach nur schön und stellenweise richtig lustig, die zweite Hälfte traurig ohne Grenzen. Und am Ende ist er wieder richtig schön.

Ja, das Leben ist schön - dem KZ zum Trotz.

Eine Szenenfolge ist da besonders eindrücklich. Der Vater trifft im KZ auf den Arzt, der inzwischen Offizier da ist, mit dem er zuvor in seinem Restaurant immer spannende Rätselgeschichten ausgetauscht hatte. Man hatte den Eindruck, dass sie richtig befreundet waren. Nun im KZ bitte er ihn um Hilfe und der zeigt sich völlig entgeistert, wie er ihn darum bitten kann, verhält sich so, als würde er ihn nicht kennen und lehnt jede Hilfe ab.

Es passiert in dieser Szene nichts Brutales - im ganzen Film übrigens nicht - aber sie ist in ihrer Aussage ungemein brutal. Der einzige Mensch, der einen retten oder wenigstens etwas helfen könnte, weist einen ab und sagt, "ich kenne dich nicht". Das ist, abgesehen von dem Tod, den man erleiden kann, völlig vernichtend.

Von da aus ist es dann nach meinem Gefühl nicht mehr weit zu Kain und Abel. Wie fühlt sich Kain, nachdem er von Gott abgelehnt wurde und im KZ seines Lebens bleiben musste.

queequeg antworten
Channuschka-Mod
Moderator
(@channuschka-mod)
Beigetreten : Vor 4 Jahren

Beiträge : 641

@queequeg 

Von da aus ist es dann nach meinem Gefühl nicht mehr weit zu Kain und Abel. Wie fühlt sich Kain, nachdem er von Gott abgelehnt wurde und im KZ seines Lebens bleiben musste.

Ich weiß, was deine Aussage sein soll, trotzdem bitte ich dich mit Begriffen wie KZ umsichtiger umzugehen.

Denn Kain ging es gut. Er fühlte sich nur von Gott abgelehnt, weil er in dem Moment nicht beachtet wurde. Gott hat ihn immer noch gesehen. Hat mit ihm gesprochen. Hat ihn gewarnt nichts dummes zu tun. - Und selbst nach dem er seinen Bruder umgebracht hat, bekam Kain von Gott noch Schutzmahl. "Wer dich tötet soll siebenmal bestraft werden." 

Das war definitiv eine andere Situation wie der Vater im Film, der mit seinem Sohn in der Hölle des KZ ist, der er nicht entkommen kann und wo er von niemandem gesehen wird. Länger als einen Moment. Wo für ihn keine Hilfe kommt.

LG, Channuschka-Mod

channuschka-mod antworten
Queequeg
(@queequeg)
Beigetreten : Vor 17 Jahren

Beiträge : 5504

@channuschka-mod 

Ich habe nicht von faktischen Sachverhalten geredet, sondern davon, dass Kain sich so ähnlich gefühlt haben muss wie der Vater im Film. 

queequeg antworten
Channuschka-Mod
Moderator
(@channuschka-mod)
Beigetreten : Vor 4 Jahren

Beiträge : 641

@queequeg 

Den Halbsatz "KZ seines Lebens" hätte es aber dazu nicht gebraucht.

channuschka-mod antworten
Queequeg
(@queequeg)
Beigetreten : Vor 17 Jahren

Beiträge : 5504

@channuschka-mod 

Dann streich doch das Wort in Deinem Verständnis. Die Buchstabenfolge ist mir doch völlig gleichgültig. Aber das, was sie zum Ausdruck bringen nicht. Und dabei bleibe ich: So wie ich christlichen Glauben verstehe, ist nach ihm ein Leben ohne Gott eine Existenz in einem selbst gewählten KZ, aus dem es keinen Ausweg gibt und man geistig-seelisch immer mehr zugrunde gerichtet wird. Nur machen es hier keine Schergen, sondern man selbst. Dabei spielt es auch keine Rolle, wie "gut" es einem nach bürgerlichem Verständnis geht. Am Ende ist man tot, nicht nur ad exitum, sondern wirklich ganz und gar mausetot, genichtet in Sinnlosigkeit. Und das noch während man biologisch existiert.

Der einzige Unterschied zu einem physischen KZ ist der, dass man darin hineingezwungen wurde und einem dort tatsächliche Schergen den Sinn der Existenz und das Leben nehmen wollten. Letzteres haben sie ja auch bei Juden, Roma, Christen, Kommunisten und noch vielen anderen geschafft. Ersteres konnten sie nicht schaffen, weil einem die Würde, Mensch zu sein, niemand nehmen kann, als man selbst - s.o. 

queequeg antworten
Gorch-Fock
(@gorch-fock)
Beigetreten : Vor 8 Jahren

Beiträge : 1348

Hallo @queequeg 

Irgendwie scheinst du Deprihaft drauf zu sein. 

gorch-fock antworten
Queequeg
(@queequeg)
Beigetreten : Vor 17 Jahren

Beiträge : 5504

@gorch-fock 

Wie kommst Du auf die Idee?

queequeg antworten
Gorch-Fock
(@gorch-fock)
Beigetreten : Vor 8 Jahren

Beiträge : 1348

@queequeg 

Wegen deines Schreibens vom

11. August 2023 23:20

gorch-fock antworten
Queequeg
(@queequeg)
Beigetreten : Vor 17 Jahren

Beiträge : 5504

@gorch-fock 

Versteh ich trotzdem nicht. Erklär das doch mal genauer.

queequeg antworten
Channuschka-Mod
Moderator
(@channuschka-mod)
Beigetreten : Vor 4 Jahren

Beiträge : 641

@queequeg 

Es geht nicht um mein Verständnis, sondern darum, dass du hier in einem öffentlichen Forum schreibst und ich dich daher bitte mit Holocaustvergleichen vorsichtiger umzugehen.

Weiter werde ich das hier nicht mehr kommentieren, behalte mir aber vor, weitere Kommentare dazu zu löschen (Keine öffentliche Diskussion über Mod-Entscheidungen, vgl. Nutzungsbedingungen).

VG,

Channuschka-Mod

channuschka-mod antworten
Amalia
 Amalia
(@amalia)
Beigetreten : Vor 7 Monaten

Beiträge : 157

@queequeg 

Von da aus ist es dann nach meinem Gefühl nicht mehr weit zu Kain und Abel. Wie fühlt sich Kain, nachdem er von Gott abgelehnt wurde

Wobei hier ja die Opfer Kains Gott nicht so wohlgefällig waren wie die von Abel. Ich sehe da schon einen Unterschied, ob die Werke- Taten einer Person abgelehnt werden oder der Mensch als Ganzes.

In dem Fall hätte Kain sich als Ganzes doch gar nicht von Gott abgelehnt fühlen müssen oder?

amalia antworten
Queequeg
(@queequeg)
Beigetreten : Vor 17 Jahren

Beiträge : 5504

@amalia 

Na ja, das Nicht-Annehmen des Opfers war aber doch gleichbedeutend mit ihn selbst nicht annehmen. Stell Dir vor, Du bastelt etwas lange und mühsam für jemanden zu Geburtstag oder Weihnachten und der lehnt das dann brüsk ab und will es nicht haben.

Ich kann schon verstehen, dass er sich da völlig abgelehnt fühlt. Und sich von Gott abgelehnt fühlen, ist gleichbedeutend mit Nicht-sein, Nichtig-sein.

Da ist dann die Logik "wenn es den anderen nicht mehr gibt, hat Gott ja nur noch mich und dann kann er mich nicht mehr wegschicken" nachvollziehbar, wenn auch falsch.

queequeg antworten
Amalia
 Amalia
(@amalia)
Beigetreten : Vor 7 Monaten

Beiträge : 157

@queequeg 

Stell Dir vor, Du bastelt etwas lange und mühsam für jemanden zu Geburtstag oder Weihnachten und der lehnt das dann brüsk ab und will es nicht haben.

Sowas habe ich tatsächlich mal erlebt bei jemandem, der wegen seinem Glauben niemals lügte. Als ich ihm sein Geschenk übergab, schaute er es entgeistert an und fragte anschließend, ob ich es wieder mitnehmen möchte. 🤣 🤣 🤣

Ich war erschrocken und auch etwas beleidigt, gekränkt, da ich ihn aber kannte und wusste, ich bin nicht die erste, die ein Problem damit hat, dass der Junge immer knallhart die Wahrheit sagt, konnte ich mich schnell fassen und es war wieder alles gut. Ich packte das Geschenk wieder ein und fertig.

Wenn man den anderen einigermassen kennt, so hängt man nicht mit Leib und Seele an einer Reaktion des Gegenübers fest sondern sieht, dass dies ( nur) ein Teil des anderen ist, doch diese Reaktion sagt nicht viel darüber aus, wie dein Gegenüber insgesamt zu dir steht.

Hab ich das jetzt zu kompliziert erklärt oder ist das verständlich?

amalia antworten
Queequeg
(@queequeg)
Beigetreten : Vor 17 Jahren

Beiträge : 5504

@amalia 

Nein, das war schon deutlich. Und auf der - zwischenmenschlichen - Ebene ist auch Deine Reaktion nachvollziehbar - wenngleich das sicher nicht jeder so handhaben könnte.

Aber in der Geschichte von Kain und Abel liegt ja eine ungemein existenziellere Situation vor. Und Kain konnte sich durchaus nicht einfach sagen, "ja, so ist Gott nun mal, hat er ja nicht böse gemeint, sondern nur ehrlich".

queequeg antworten
Amalia
 Amalia
(@amalia)
Beigetreten : Vor 7 Monaten

Beiträge : 157

@queequeg 

Aber in der Geschichte von Kain und Abel liegt ja eine ungemein existenziellere Situation vor. Und Kain konnte sich durchaus nicht einfach sagen, "ja, so ist Gott nun mal, hat er ja nicht böse gemeint, sondern nur ehrlich".

Das kann ich überhaupt nicht beurteilen bzw. nicht viel zu sagen, weil meiner Meinung nach, viel zu wenig Infos zu dieser Geschichte vorliegen. Das, was ich aber noch in Erinnerung habe ist, dass es nicht um Kain selbst ging, der als Ganzes abgelehnt wurde von Gott.

Ich verstehe schon, in welche Richtung deine Überlegung geht, doch vom Verhältnis von Kain und Gott ( vor dem Brudermord) wird nicht ausreichend genug berichtet. Und diese Situation von Kain ist ja auch nicht ungewöhnlich und betrifft auch heute noch viele Christen, die sich vielleicht der Annahme Gottes nicht sicher sind oder nicht wissen, ob Gott Wohlgefallen an ihren Werken hat. Gott sei dank hat das nicht als Konsequenz, dass alle Kain gleichtun und ihre Geschwister ( Glaubensgeschwister) umbringen auf die sie neidisch sind.

Ich kann mir da einfach kein Urteil drüber bilden, weil diese ganze Sache zu unverständlich für mich ist. Genauso wie der Sündenfall ansich. Es will mir einfach nicht in den Kopf, wie die ersten Menschen aus Gottes Hand entstanden, so verfehlen können. Wäre der Sündenfall und der Brüdermord erst X Generationen später erfolgt, könnte man noch sagen, die Menschheit hat sich von Gott entfernt und ist böse geworden. Aber direkt zu Anfang? Direkt die 1. und 2. Gerneration ? Das geht mir nicht in den Schädel und deshalb kann und will ich hier keine Vermutungen über Kains psychischen oder seelischen Zustand anstellen. Ich verstehe es einfach nicht.

amalia antworten
Queequeg
(@queequeg)
Beigetreten : Vor 17 Jahren

Beiträge : 5504

@amalia 

Ja, genau solche Überlegungen kenne ich auch. Und sie sind ein Grund dafür, dass ich den Sündenfall - wie die ganze Genesis - nicht für ein real stattgefundenes Ereignis halte, sondern für einen Mythos, der grundlegendste Zusammenhänge des Daseins beleuchten soll.

queequeg antworten
Amalia
 Amalia
(@amalia)
Beigetreten : Vor 7 Monaten

Beiträge : 157

@queequeg 

Ja, genau solche Überlegungen kenne ich auch. Und sie sind ein Grund dafür, dass ich den Sündenfall - wie die ganze Genesis - nicht für ein real stattgefundenes Ereignis halte, sondern für einen Mythos, der grundlegendste Zusammenhänge des Daseins beleuchten soll.

Diese Herangehensweise käme für mich nicht in Frage. Ich würde es für unwahrscheinlich halten richtig zu liegen bzw. die Wahrheit herausgefunden zu haben, wenn ich alles, was ich (noch) nicht verstanden habe für unreal zu erklären.

amalia antworten
Queequeg
(@queequeg)
Beigetreten : Vor 17 Jahren

Beiträge : 5504

@amalia 

"Diese Herangehensweise käme für mich nicht in Frage."

Muss es ja auch nicht.

"alles, was ich (noch) nicht verstanden habe für unreal zu erklären"

Wenn es nicht historisch ist, also nicht tatsächlich als Ereignis stattgefunden hat, ist es deshalb ja nicht unreal. Ein Mythos beschreibt ja nicht etwas, was es überhaupt nicht gibt, sondern den tieferen Sinn von etwas.

Z.B. will der Mythos von Ikaros ja nicht beschreiben, wie jemand, der buchstäblich fliegen wollte, abgestürzt ist, sondern wie jemand, der maßlos überheblich ist "abstürzt". Im Verständnis dieses Zusammenhanges ist die Geschichte als Mythos sehr viel wahrer als eine Dokumentation.

queequeg antworten
Amalia
 Amalia
(@amalia)
Beigetreten : Vor 7 Monaten

Beiträge : 157

@queequeg 

Wenn es nicht historisch ist, also nicht tatsächlich als Ereignis stattgefunden hat, ist es deshalb ja nicht unreal. Ein Mythos beschreibt ja nicht etwas, was es überhaupt nicht gibt, sondern den tieferen Sinn von etwas.

Das stimmt und ich finde das sehr beeindruckend, wie du aus biblischen Texten eine tiefere, immer auf den Menschen basierende oder bezogene, Botschaft erkennst. Ich glaube, die Bibel bedient mehrere Ebenen.

Z.B. will der Mythos von Ikaros ja nicht beschreiben, wie jemand, der buchstäblich fliegen wollte, abgestürzt ist, sondern wie jemand, der maßlos überheblich ist "abstürzt". Im Verständnis dieses Zusammenhanges ist die Geschichte als Mythos sehr viel wahrer als eine Dokumentation.

Auf die biblischen Geschichten bezogen braucht es aus meiner Sicht kein entweder- oder. Bei mir kann beides gut nebeneinander bestehen bleiben. Habe auch kein Störgefühl dabei, wenn es um ungewöhnliche Berichte geht, die unserer Logik oder unserem Verständnis von Begebenheiten widersprechen. Ich weiß nicht, mich stört sowas überhaupt nicht. Dafür habe ich selbst schon viel zu viel gesehen und erlebt und halte bei Gott für alles möglich. Deshalb macht mir das überhaupt kein Stress beides anzunehmen.

amalia antworten
Queequeg
(@queequeg)
Beigetreten : Vor 17 Jahren

Beiträge : 5504

@amalia 

"braucht es aus meiner Sicht kein entweder- oder."

Das ist sicher oft der Fall. Es kann nur schwierig werden, wenn etwas mit einem Mythos begründet werden soll, so als wäre es Realität gewesen.

Wenn also z.B. jemand sagt, "Wie die Geschichte von Ikarus ja erwiesen hat, kann ein Mensch nicht fliegen", liegt er voll daneben. Erstens, weil er einen Mythos als historisches Ereignis missverstanden hat und zweitens weil er deswegen die wirkliche Aussage der Geschichte gar nicht sieht.

queequeg antworten
Amalia
 Amalia
(@amalia)
Beigetreten : Vor 7 Monaten

Beiträge : 157

@queequeg 

Wenn also z.B. jemand sagt, "Wie die Geschichte von Ikarus ja erwiesen hat, kann ein Mensch nicht fliegen", liegt er voll daneben. Erstens, weil er einen Mythos als historisches Ereignis missverstanden hat und zweitens weil er deswegen die wirkliche Aussage der Geschichte gar nicht sieht.

Also vom Mythos Ikarus habe ich noch nicht gehört. Möchtest du hier auch auf das Christentum hindeuten, dass es für dich dann schwierig ist zu diskutieren, wenn Christen Erzählungen aus der Bibel als historisch ansehen? Oder wo liegt jetzt das Problem? 

amalia antworten
Queequeg
(@queequeg)
Beigetreten : Vor 17 Jahren

Beiträge : 5504

@amalia 

"Ikarus und Dädalus wurden – als Strafe, weil Dädalus dem Theseus hilfreiche Hinweise zur Verwendung des Ariadnefadens gegeben hatte – von König Minos im Labyrinth des Minotauros auf Kreta gefangen gehalten. Da Minos die Seefahrt und das Land kontrollierte, erfand Dädalus Flügel für sich und seinen Sohn. Dazu befestigte er Federn mit Wachs an einem Gestänge. Vor dem Start schärfte er Ikarus ein, nicht zu hoch und nicht zu tief zu fliegen, da sonst die Hitze der Sonne beziehungsweise die Feuchte des Meeres zum Absturz führen würde." Wikipädia

Ikarus wurde aber übermütig und flog zu hoch hinauf zur Sonne, die den Wachs seiner Flügle schmelzen ließ, so dass er abstürzte.

-----------------------------------------------------------------------------------------------------

Nein, es ist nicht schwierig, mythologische Sachverhalte von verschiedenen Standorten aus zu diskutieren - solange man sich darüber klar ist, von welchem Boden aus man argumentiert.

 

queequeg antworten
Amalia
 Amalia
(@amalia)
Beigetreten : Vor 7 Monaten

Beiträge : 157

@queequeg 

... Wikipädia

Danke.

Nein, es ist nicht schwierig, mythologische Sachverhalte von verschiedenen Standorten aus zu diskutieren - solange man sich darüber klar ist, von welchem Boden aus man argumentiert.

Und wer bestimmt, welchen Boden man nutzt? Doch jeder selbst oder?

amalia antworten
Queequeg
(@queequeg)
Beigetreten : Vor 17 Jahren

Beiträge : 5504

@amalia 

Ja sicher, wer sonst?

queequeg antworten
Queequeg
(@queequeg)
Beigetreten : Vor 17 Jahren

Beiträge : 5504

@amalia 

Das hast Du wirklich gut entwickelt.

queequeg antworten
Amalia
 Amalia
(@amalia)
Beigetreten : Vor 7 Monaten

Beiträge : 157

@queequeg 

Danke für deine Rückmeldung.

amalia antworten
Queequeg
(@queequeg)
Beigetreten : Vor 17 Jahren

Beiträge : 5504

@amalia 

Ja, Du hast hier etwas getan, was ich oft in christlichen Kreisen - gelegentlich auch hier - anders erlebt habe: Du hast Dich, nachdem Dir das Problem bekannt wurde, in den Menschen hineinversetzt und nicht sofort nach einem Stichwort gewusst, was es mit diesem Menschen auf sich hat und was der Himmel zu ihm sagt.

Das hat mir sehr gefallen und entspricht auch genau der Haltung der Nonne im Film, die ja auch nicht mit seinen Handlungen einverstanden war, aber immer mehr begreifen konnte, was ihm sein Menschsein selbst war. Von da aus konnte sie ihn dann auch immer menschlicher wahrnehmen und auch selbst ihm gegenüber immer menschlicher sein.

Das ist auch das, was ich an Drewermann so schätze, dass er die Menschen, um die es geht, nicht an irgendwelchen Maßstäben misst, sondern an ihrem realen Leben und dann fragt, was sie damit machen können anstatt ihnen eine Vorgabe zu machen, nach der sie sich richten müssen.

Sehr eindrücklich hat er das an dem Theaterstück "Geschichten aus dem Wienerwald" von Ödön von Horvath entwickelt, in dem sich die Protagonistin immer tiefer in den Stricken ihrer Lebensbedingungen verfängt und nie eine Chance hatte, da rauszukommen.

Da kann nur hilfreich sein, sich neben ihn zu setzen und notfalls mit zu heulen, aber nicht gute Ratschläge zu verteilen oder gar Wohlverhalten zu fordern.

 

queequeg antworten
neubaugoere
(@neubaugoere)
Beigetreten : Vor 12 Jahren

Beiträge : 15056

@queequeg

(zum Beitrag)

Veröffentlicht von: @queequeg

Da kann nur hilfreich sein, sich neben ihn zu setzen und notfalls mit zu heulen, aber nicht gute Ratschläge zu verteilen oder gar Wohlverhalten zu fordern.

Das erinnert mich an etwas, was Heidi Baker mal sagte in einer Veranstaltung, auf der ich war. Sie erzählte, sie sah jemanden am Straßenrand sitzen, der traurig aussah, niedergeschlagen (auch von den Familien Ausgestoßende sitzen oft an den Straßen herum). Sie setzte sich einfach zu ihm und sagte: "Tell me your story!", was - für alle Nichtenglischsprachigen - so viel bedeutet wie: Erzähl mir aus deinem Leben, erzähl mir deine Geschichte, sag mir, wer du bist ...

Ich freu mich grad, dass du mich durch deine Worte dran erinnert hast. Denn genau darum soll es gehen: sich die Geschichte des anderen anzuhören, um zu wissen, wie er zu der Person wurde, die gerade vor mir sitzt. 🙂

neubaugoere antworten
Queequeg
(@queequeg)
Beigetreten : Vor 17 Jahren

Beiträge : 5504

@neubaugoere 

"Denn genau darum soll es gehen: sich die Geschichte des anderen anzuhören, um zu wissen, wie er zu der Person wurde, die gerade vor mir sitzt."

Ja, so ist es.

Aber manchmal ist das Reden und Zuhören auch wunderlich.

Eines der stärksten Erlebnisse dieser Art, das ich hatte, war während des Nachtdienstes in der Klinik. Es war vor meinem Dienstantritt eine junge Frau aufgenommen worden, die offenbar depressiv war und nichts sagte.

Ich hatte dann 4 Stunden ihr gegenüber im Tagesraum gesessen - die ganze Zeit über hatte keiner was gesagt. 

Als sie schließlich aufgestanden war und an mir vorbei ging, bedankte sie sich und sagte, dass sie noch nie so gut mit jemandem geredet hätte wie in den letzten Stunden.

So hatte ich es auch empfunden. Aber Worte hätte es dafür nicht gegeben.

queequeg antworten
neubaugoere
(@neubaugoere)
Beigetreten : Vor 12 Jahren

Beiträge : 15056

@queequeg 

zum Beitrag

Das kann es auch geben. Mein erster Gedanke dazu ist: Entspannung. Vielleicht konnte sie endlich mal ent-spannen und fühlte sich angenommen.

Gut, dass du "automatisch" das Richtige getan hast.

neubaugoere antworten
Queequeg
(@queequeg)
Beigetreten : Vor 17 Jahren

Beiträge : 5504

@neubaugoere 

" Vielleicht konnte sie endlich mal ent-spannen und fühlte sich angenommen."

Ich denke, das war es. Es bedeutete ja auch, sich nicht rechtfertigen zu müssen und einfach da sein zu können.

queequeg antworten
Amalia
 Amalia
(@amalia)
Beigetreten : Vor 7 Monaten

Beiträge : 157

@queequeg 

Ja, Du hast hier etwas getan, was ich oft in christlichen Kreisen - gelegentlich auch hier - anders erlebt habe:

Das habe ich leider selbst auch oft genug so erlebt in christlichen Kreisen. Mit Verurteilungen und dem Vorwurf vom rechten Weg abgekommen zu sein. Das zerschmettert einem zusätzlich das Herz, wenn man es eh schon schwer genug hat. Echte Annahme in schwierigen Lebenssituationen fand ich meist eher bei atheisten Freunden oder bei Mitmenschen, die zwar gläubig waren, aber ihr Glaube nicht so eng gesteckt war. Und so lag man mit seinem Erleben ihrer Einschätzung nach nicht direkt ausserhalb Gottes wie bei denen, die sich für besonders fromm und gesetzestreu hielten und meinten, man wäre schon ausserhalb Gottes.

Das ist auch das, was ich an Drewermann so schätze, dass er die Menschen, um die es geht, nicht an irgendwelchen Maßstäben misst, sondern an ihrem realen Leben und dann fragt, was sie damit machen können anstatt ihnen eine Vorgabe zu machen, nach der sie sich richten müssen.

Diese Vorgehensweise halte ich auch für sehr wertvoll.

amalia antworten
Queequeg
(@queequeg)
Beigetreten : Vor 17 Jahren

Beiträge : 5504

@amalia 

Genau so, wie Du es hier nochmal geschrieben hast, meine ich es.

queequeg antworten
Gorch-Fock
(@gorch-fock)
Beigetreten : Vor 8 Jahren

Beiträge : 1348

Guten Morgen @queequeg 

"Ich habe ihn mit einer bosnischen Flüchtlingsfrau gesehen, die ungemein hart in ihren Urteilen war und meinte, dass sie kein serbisches Kind, das ins Wasser gefallen ist, vor dem Ertrinken retten würde." 

 

Ich betreue hier mit im Ort von der Gemeinde aus Flüchtlinge.

Am Anfang dachte ich immer die ganzen Flüchtlinge müssten Solidarisch untereinander sein, vor allem ja wie sie behaupten Gläubig gewordene Christen zu sein.

Pustekuchen, die Iraner können bis zum Tod hinaus die Afghanischen Flüchtlinge nicht ausstehen, sowie auch die Arabische Christen.

Das beruht auf die Gegeseitikeit

😞

gorch-fock antworten
Queequeg
(@queequeg)
Beigetreten : Vor 17 Jahren

Beiträge : 5504

@amalia 

Das habe ich zum Thema noch gefunden:

"Viel richtiger wäre es, sich um die Angst zu kümmern, die uns Menschen daran hindert, selber zu sein. Statt johanneisch von Finsternis zu sprechen, müßte man deutlicher reden von Verzweiflung, und augenblicklich würde man begreifen, daß man sehr leise reden muß zum Herzen von Menschen, die man aus der Dunkelheit ihres Lebens herausholen will. Eines jedenfalls darf man dabei nie: statt ihrer Not nichts weiter zu sehen als das Böse, das sie, rein moral­isch bewertet, tun.

Freilich mag man sich fragen, ob das, was Jesus meinte, nicht vielleicht doch utopisch ist, - die Menschen scheinbar sind nicht so. Und überhaupt: Kann man die ganze Welt ändern wollen? Ist es nicht genug, für sich selber das Richtige zu tun, und dann einfach basta? - Offenbar nicht; weil es nicht genügt, zu sagen: es gibt das Gute, und es gibt das Böse, es gibt das Richtige, und es gibt das Falsche, und nun strengen wir uns an mit dem guten Willen, richtig zu handeln. Die ganze Schwierigkeit liegt darin, zu merken, daß kein Mensch etwas wirklich Böses will. Wann nur begreifen wir, wieviel an Seelenumdüsterung auch und gerade in einem Verbrecher wohnt! Vorher wird niemals Frieden sein auf Erden, ehe wir diese Innen­ansicht der menschlichen Tragödie uns nicht erarbeitet haben. Wie hebt das Dunkel sich auf, daß es das Licht nicht mehr als Bedrohung spürt? Das ist die Frage auch an das Johannes-Evangelium.

Dieses aber fährt fort: Worthafter Geist, der ist das Licht, das einzig wahrhaftige, das jeden Menschen erleuchtet, indem es eingeht in diese Welt. - In der Tat, darauf käme es an, auf ein Wort, das den Menschen von innen her ergreift und ihm zu einer eigenen Überzeugung wird. Erst wenn man einen Menschen lehrt, das heißt, nicht von außen an ihn heranträgt, sondern in ihm das Gefühl, das Empfinden reifen läßt, wieviel er wert ist, welch eine Kostbarkeit in ihm lebt, was mit ihm in seiner Person gemeint ist, gewinnt er den Mut, wirklich und richtig zu leben."

Eugen Drewermann, "Das Johannes Evangelium - Bilder einer neuen Welt", 1. Teil, Joh 1,1-18

queequeg antworten
Amalia
 Amalia
(@amalia)
Beigetreten : Vor 7 Monaten

Beiträge : 157

@queequeg 

Das habe ich zum Thema noch gefunden:

"Viel richtiger wäre es, sich um die Angst zu kümmern, die uns Menschen daran hindert, selber zu sein.

Was für eine wunderbare Aussage!! Danke für den Text, der mir gut gefällt. Wobei ich zwei Aussagen in dem Text noch hinterfrage bzw. anders sehe. Folgende:

Statt johanneisch von Finsternis zu sprechen, müßte man deutlicher reden von Verzweiflung,

und:

Die ganze Schwierigkeit liegt darin, zu merken, daß kein Mensch etwas wirklich Böses will.

Da frage ich mich, ist das tatsächlich eine tiefere Erkenntnis oder steckt da auch etwas Naivität hinter so einer Denkweise?

Was die Finsternis angeht, so sehe ich praktisch klare Hinweise, dass das gut und richtig in der Bibel wiedergegeben wurde.

Und ich finde zwar diese Sichtweise, die menschliche Hilfsbedürftigkeit hinter den uns unmoralischen, bösen Taten zu sehen, grundsätzlich sehr gut. Und doch, so schwingt für mich empfunden mit, auch meist ein Stück den Mensch nicht als erwachsen genug ansehen, ihn ein Stück entmündigen in seiner Handlungsweise und seinen Entscheidungen im Leben, ein Stück den anderen nicht ernst nehmen. Kannst du nachvollziehen, was ich meine?

Wie siehst du das?

Übrigens, bitte nicht wundern, wenn ich irgendwann nicht mehr antworte. Mein Laptop gibt grad langsam seinen Geist auf. Weiß nicht, wie lange der hier noch durchhält. Muss mir wohl mal einen neuen zulegen.

amalia antworten
Amalia
 Amalia
(@amalia)
Beigetreten : Vor 7 Monaten

Beiträge : 157

@queequeg 

So kann es also auch gehen und ich gönne ihm jeden Euro.

Sehe ich auch so. Sowas motiviert Menschen auch weiterzumachen, weiter zu arbeiten.

amalia antworten
Geo
 Geo
(@geo)
Beigetreten : Vor 2 Jahren

Beiträge : 259

@amalia Es geht da in aller erster Linie nicht um Handys, sondern um Geld, wie ich meine. X hat nicht preisgegeben, dass es ausschließlich nur um sein Handy geht. Wahrscheinlich hat 3 oder 4 davon.

geo antworten
Gelöschtes Profil
(@deleted_profile)
Beigetreten : Vor 2 Jahren

Beiträge : 17053

@geo 

 

Wahrscheinlich? Also weißt Du nichts…..oder nur Mutmaßungen? Rede mit „Peter*“.

 

*Name geändert, da es nicht um rassistischen Ressentiments gehen soll. Gruß, Channuschka-Mod

deleted_profile antworten
Amalia
 Amalia
(@amalia)
Beigetreten : Vor 7 Monaten

Beiträge : 157

@geo 

Es geht da in aller erster Linie nicht um Handys, sondern um Geld, wie ich meine. X hat nicht preisgegeben, dass es ausschließlich nur um sein Handy geht. Wahrscheinlich hat 3 oder 4 davon.

O.k., aber es sind nur Mutmaßungen von dir, sicher bist du dir nicht. Und selbst wenn Peter 3 oder 4 Handys zu Hause hat und es ihm nur ums schnelle Geld geht, na und? Was willst du denn machen? Solche Menschen gab es schon immer und wird es immer geben und durch deinen Groll auf sie wirst du diese Menschen nicht ändern können. Du schadest nur dir selbst.

Es wird auch immer Sozialschmarotzer geben, auch Menschen die auf kriminelle Art versuchen das schnelle Geld zu machen. So ist das leider nun mal auf dieser Welt. Die Frage ist doch, wie gehen wir damit um?

Ich kann es manchmal auch nicht fassen, wenn ich höre, Diäten wurden erhöht oder wie manche Politiker sich für den Naturschutz einsetzen und dann in ihren Jet steigen zum nächsten Treffen.

Es gibt viele, die den Hals nicht voll genug kriegen mit Geld während andere ums Überleben kämpfen. Vielleicht können das viele nicht nachvollziehen, aber mir ist das Treiben der Geldgierigen- Materialsüchtigen echt wumpe. Sollen sie doch ihre ganze Wohnung mit Luxus und Geld füllen und darin baden, wenn es ihnen Freude bereitet. Ich finde es nur traurig, dass anderen dadurch oft Schaden entsteht.

Bei dir habe ich nur den Eindruck, korriere mich, wenn mein Eindruck falsch ist, dass sowas wie Neid in dir herrscht? Neid und Groll auf diejenigen, die sich das Leben deiner Meinung nach zu einfach machen?

 

amalia antworten
Channuschka-Mod
Moderator
(@channuschka-mod)
Beigetreten : Vor 4 Jahren

Beiträge : 641

@amalia 

Aus meiner Praktikumsgemeinde weiß ich, dass zumindest in "meiner" Landeskirche die Pfarrer:in einen gewissen Betrag an Bargeld hat um ihn genau in solchen Fällen an Bedürftige weiterzugeben. Bei welchem Betrag das gedeckelt ist weiß ich nicht mehr. Daneben gibt es für Menschen mit einem Berechtigungsschein die Möglichkeit im Pfarramt Gutscheine für soziale Supermärkte (bei uns heißt der Brot&Salz) abzuholen. Diese Gutscheine sind aber an den Empfang von staatlichen Sozialleistungen gekoppelt soweit ich das weiß. Das kann auch lokal unterschiedlich sein, welche Gutscheinmöglichkeiten es gibt. Daher ist das Bargeld noch "notwendig".

LG, Channuschka

channuschka-mod antworten
neubaugoere
(@neubaugoere)
Beigetreten : Vor 12 Jahren

Beiträge : 15056

@channuschka

Meine Frage wäre: Ist jemand "bedürftig", wenn er kommt und "will"?

neubaugoere antworten
Channuschka
(@channuschka)
Beigetreten : Vor 17 Jahren

Beiträge : 4179

@neubaugoere 

Naja, bevor es Bargeld gab hat schon ein Gespräch statt gefunden. Einfach so gab es nichts. Mancher war bekannt. Da gab es wohl auch welche, die nichts mehr bekommen haben. In den sechs Wochen des Praktikums kam es auch nur zwei mal vor, dass jemand Geld wollte. Da geht es um Soforthilfe, wenn mehr Monat als Geld übrig ist und so. Und nicht monatlich, sondern in Ausnahmefällen. Manche bringen das Geld dann sogar zurück, wenn sie wieder welches haben. Kam dann in die Kollekte. Hat vermutlich buchhalterische Gründe.

Die Bedürftigkeit bei den Gutscheinen musste nachgewiesen sein. Hartz IV - Bescheid, Wohnungslos, etc. Das hat auch nicht das Pfarramt gemacht. Die haben nur die Gutscheine ausgegeben.

channuschka antworten
neubaugoere
(@neubaugoere)
Beigetreten : Vor 12 Jahren

Beiträge : 15056

@channuschka 

In des TE "hingeworfenen Brocken", ich will dies nicht "Geschichte" nennen?

neubaugoere antworten
Channuschka-Mod
Moderator
(@channuschka-mod)
Beigetreten : Vor 4 Jahren

Beiträge : 641

@neubaugoere Naja - ich vermute, da gab es ein kurzes Gespräch mit dem Pfarrer bevor er die 20€ bekam

channuschka-mod antworten
neubaugoere
(@neubaugoere)
Beigetreten : Vor 12 Jahren

Beiträge : 15056

@channuschka

Vermuten ist nicht Wissen. Ich kann mir über Vermutungen kein Bild der Situation machen, und will dies auch gar nicht. 

neubaugoere antworten
Amalia
 Amalia
(@amalia)
Beigetreten : Vor 7 Monaten

Beiträge : 157

@channuschka-mod 

Aus meiner Praktikumsgemeinde weiß ich, dass zumindest in "meiner" Landeskirche die Pfarrer:in einen gewissen Betrag an Bargeld hat um ihn genau in solchen Fällen an Bedürftige weiterzugeben

Ja, jetzt wo du das sagst, fällt mir ein, dass ich vor vielen Jahren auch mal bei meinem damaligen Pastor angefragt hatte, ob eine Spende an eine bestimmte Organisation gehen könnte. Und das ging. Soweit ich mich erinnere, musste das nur vom Kirchenvorstand genehmigt werden.

Daneben gibt es für Menschen mit einem Berechtigungsschein die Möglichkeit im Pfarramt Gutscheine für soziale Supermärkte (bei uns heißt der Brot&Salz) abzuholen.

Das wusste ich noch nicht. Finde ich sehr gut. 😊 

amalia antworten
Channuschka
(@channuschka)
Beigetreten : Vor 17 Jahren

Beiträge : 4179

@amalia 

Ich denke, eine Spende an eine Organisation ist dann nochmal was anderes, aber ich weiß aus meiner Heimatgemeinde, dass das tatsächlich auch geht. Bei uns war es immer mit einer Spendensammlung verbunden. Der Kindergottesdienst z.B. hat ein "Patenkind" auf den Philippinen gehabt. Der Mann hat inzwischen sein Studium beendet, wird daher nicht mehr unterstützt. Da hat auch die Gemeinde die Differenz zwischen PAtenschaftsbeitrag und Spenden ausgeglichen. Dafür gab es damals einen Entschluss im Gemeinderat, sonst wäre das nicht gegangen.

Ich hab jetzt nochmal in meinem damaligen Praktikumsbericht geschaut, ob ich damals was zu den Geldern, die an privat Personen rausgegeben werden geschrieben habe. Stand aber nichts dabei - nur dass es z.B. um Geld für Windeln oder eine Zugfahrkarte ging.

channuschka antworten
Amalia
 Amalia
(@amalia)
Beigetreten : Vor 7 Monaten

Beiträge : 157

@channuschka 

Ich hab jetzt nochmal in meinem damaligen Praktikumsbericht geschaut, ob ich damals was zu den Geldern, die an privat Personen rausgegeben werden geschrieben habe. Stand aber nichts dabei - nur dass es z.B. um Geld für Windeln oder eine Zugfahrkarte ging.

Macht nichts, danke für deine Mühe. Man kann sich ja bei Bedarf selbst erkundigen. Aber gut zu wissen, dass dies überhaupt möglich ist. 

amalia antworten


Geo
 Geo
Themenstarter
Beiträge : 259
Veröffentlicht von: @lhoovpee

Und wo ist jetzt das Problem? 

Welches Problem? Er hat 20 bekommen und dachte sich er kriegt auch 150. Die er aber dann nicht bekommen hat. Weiteres weis ich noch nicht.

geo antworten
3 Antworten
lhoovpee
(@lhoovpee)
Beigetreten : Vor 8 Jahren

Beiträge : 2756

@geo 

Was soll es denn da weiteres geben? 

Du gibst keine Details. Du beantwortest keine Fragen.

Diese Thread ist Sinnlos. 

lhoovpee antworten
neubaugoere
(@neubaugoere)
Beigetreten : Vor 12 Jahren

Beiträge : 15056

@lhoovpee 

Für ihn mag der schon Sinn ergeben, je nachdem, welches Ziel er verfolgt.
Für uns sicher nicht. 😉

neubaugoere antworten
Geo
 Geo
(@geo)
Beigetreten : Vor 2 Jahren

Beiträge : 259

@lhoovpee Es gibt noch keine weiteren Evidenzien, weil X noch nicht wiedergekommen ist.

geo antworten
Seite 2 / 6
Teilen:

Hey du!

Dieses Forum ist für dich kostenlos.
Das funktioniert nur, weil uns treue Menschen regelmäßig mit ihrer Spende unterstützen.
Bist du dabei?