Offene Ehe - Ehe einseitig Öffnen
Hallo,
ich bin 44 Jahre alt, bin 24 Jahre glücklich verheiratet und wir haben zwei Kinder.
Unsre Ehe ist sehr stark, wir sind auf Augenhöhe , Würde und Respekt Zeichen uns aus.
Leider hat mein Mann einen schweren Bandscheibenvorfall und leidet somit oft an sexuelle Dysfunktion. Mein mann hat vorgeschlagen , das wir unsere Ehe einseitig öffnen.
Wie steht ihr dazu?
Für Meinungen bin ich dankbar .
Vielen Dank 🙂
Veröffentlicht von: @schmetterling80Ein Mensch kann Sex von Liebe nur dann trennen, wenn er keine Anbindung an seine eigene Gefühlswelt hat. Ansonsten geht es nicht. Sexualität greift zu tief ein ins "System Mensch". Es greift zu tief ins Herz ein und somit ins Wesen.
Kann man das so verallgemeinern? Ich denke, daß Menschen sehr verschieden zueinander passen. Auf der Gefühlsebene, klar. Aber auf der sexuellen Ebene auch. Da könnte (oder ist) es super , aber auf der Gefühlsebene eher so mäßig. Und umgekehrt geht es genauso.
Ich hab jetzt alle Antworten gelesen - und zu aller erst mal:
Ich denke nicht, dass eine offene Ehe gut mit christlichen Werten zusammen passt. Da würde ich noch eher eine Ehe zu dritt als christliche ansehen (was ich nicht tue, aber das könnte ich zumindest mal theoretisch Begründungen für finden).
Eure Idee einen Mann (auch noch einen sehr jungen) einfach zu benutzen sehe ich sehr kritisch, weil mir da - wie sovielen anderen - irgendwo der Respekt gegenüber dem Mann fehlt. Also, wenn es nur darum geht Befriedigung zu bekommen, dann gibt es heute auch Möglichkeiten, dass Frauen dafür bezahlen. Dann wärst du Kundin und die Sache wäre eine klare Geschäftsbeziehung. Verlieben ist auch da nicht ausgeschlossen, aber die Bedingungen sind doch klarer.
Mein Vorschlag wäre, dass ihr noch mehr mit Sextoys und Petting rumprobiert und ausprobiert, ob da was dabei ist. Und es gibt ja auch immernoch die Möglichkeit, dass du dich mit einem Vibrator selbstbefriedigst und die körperliche Zweisamkeit weiter exklusiv mit deinem Mann teilst.
@channuschka warum denkst du, das eine offene Ehe zu dritt nicht mit christlichen Werten zusammen passen?
Du hast geschrieben, das der Respekt , gegenüber dem jungen Mann fehlen würde?
Er hat sexuelle Bedürfnisse und ich auch. Er würde nicht zum Sex gezwungen werden. Es wäre eine freiwillige Entscheidung.
warum denkst du, das eine offene Ehe zu dritt nicht mit christlichen Werten zusammen passen?
Du kennst doch die 10 Gebote? Ich finde, das Gebot "Du sollst nicht ehebrechen" ist schon recht eindeutig, oder? Und im NT findet sich auch so einiges zu dem Thema.
@alescha Nun Ehebruch ist nach der Definition außerehelichen Geschlechtsverkehr mit einem anderen Partner und mit fehlendem Einverständnis des Ehepartners.
Mein Mann hat dies Vorgeschlagen und Zugestimmt, somit betrüge ich meinen Mann nicht und findet kein Ehebruch statt.
@snowwhite80 Du würdest also (nur) ein neues Hobby pflegen? Dann möchte ich dich auch dazu ermutigen, da (unverkrampft) dazu zu stehen - ein Termin wie jeder andere.
Dass ich deinen Ansatz grundsätzlich nicht teile, dazu hatte mich bereits geäußert. Wie du das siehst - es ist deine Sache. Empfehlenswert halte ich dann wiederum, dass man dazu steht. Was entsteht schon Gutes aus Geheimnistuerei?
Nun Ehebruch ist nach der Definition außerehelichen Geschlechtsverkehr mit einem anderen Partner und mit fehlendem Einverständnis des Ehepartners.
Das sagt Wikipedia und nicht "die" einzige wahre Definition.
Biblisch sieht es etwas anders aus.
@goldapfel Das mag sein.
Für mich ist die Bibel aber nicht das absolute Gesetz.
@snowwhite80 Ich könnte auch fragen, das, was deinen Wünschen am nächsten kommt, dir persönlich nicht zu viel abverlangt, das übernimmst du?
@goldapfel hab ich nicht gesagt
Nun Ehebruch ist nach der Definition außerehelichen Geschlechtsverkehr mit einem anderen Partner und mit fehlendem Einverständnis des Ehepartners.
Je nun, in der Bibel gibt es dazu auch andere Sichtweisen. So sagt Jesus:
Hier weiß der Ehepartner auch, dass die Frau mit einem anderen Sex hat bzw. haben wird - er hat ja sogar die Scheidung eingereicht. Ehebruch ist das laut Jesus aber trotzdem.
Ich gehöre nun nicht einmal zu jenen, die eine allzu rigide Sexualmoral vertreten, so von wegen vorehelicher Sex ist Hurerei, und auch nicht zu jenen die eine Wiederheirat nach einer Scheidung kategorisch ablehnen (ich bin selbst mit einem Geschiedenen verheiratet), aber Aussagen wie diese zeigen meiner Meinung nach, dass Du/Ihr es Dir/Euch da etwas zu einfach macht. Ich lese die Bibel so, dass eheliche Treue ein hohes Gut ist, das man nicht so einfach wegwerfen sollte, sobald es einen zwischen den Beinen zwickt.
Und ja, Dein Mann hat das vorgeschlagen, aber es gab ja schon Überlegungen, ob Dein Mann nicht doch hofft, dass Du verzichtest. Bist Du sicher, dass Du ihm nicht wehtust, wenn Du das Angebot annimmst?
Nun Ehebruch ist nach der Definition außerehelichen Geschlechtsverkehr mit einem anderen Partner und mit fehlendem Einverständnis des Ehepartners.
Für mich ist es auch Ehebruch mit Einverständnis des Ehepartners. Und das nicht nur über die Bibel begründet.
Was mir aber hier mehr "Bauchweh" macht, ist dass bei dir doch eine gewisse Heimlichkeit dabei ist. Dein Partner soll nicht wissen wann und mit wem du akitiv bist und ob du es wirklich lange vor deinen Kindern geheimhalten kannst. Kinder bekommen mehr mit als man denkt.
Wenn eine Konstellation wie die deine klappen soll, dann kann ich mir das nach allem was ich so gesehen habe, nur funktionieren, wenn zwischen dir und deinem Mann totale Offenheit herrscht und dein Mann mit einbezogen wird in dein Tun, so dass da möglichst wenig seiner Phantasie überlassen wird. Würde auch dir und ihm die Möglichkeit geben zu sehen wie es dem anderen geht, denn wenn es deinen Mann härter trifft als er und du sich vorstellt? Irgendwie sollte ja auch das immer wieder besprochen werden.
Interessanterweise habe ich gestern ein video gesehen von einem jungen fröhlichem Paar, wo er im Rollstuhl sitzt untenrum gelähmt. Sie sprechen sehr offen über Intimität und er meint auch, dass er einen Weg finden musste. Denn es ist für ihn immer noch frustrierend. Aber beide gemeinsam fanden und finden einen Weg. Und haben für sich die Sexualität neu definiert.
Vllt ist das die neue Herausforderung, der ihr euch stellen könnt um eure Ehe auf ein Neues Level zu bringen. Auf ein höheres, stärkeres und interessanteres Level.
Jede Kette ist nur so stark, wie ihr schwächstes Glied. Eure Ehe kann nur Bestand haben, wenn das schwächste Glied stark gemacht wird. So stark, dass es nicht entzwei bricht. Das ist Mühe, das ist Arbeit. Das kostet Einsatz.
Mit schwächstem Glied könnte gemeint sein, zb deine Libido oder seine Selbstzweifel. (Nicht falsch verstehen: Libido ist keine Schwäche, sondern das, was zerbrechlich/anfällig ist. Es gilt einen Weg zu finden, der tatsächlich gehbar für euch ist ohne die Ehe und den Respekt voreinander zu verlieren.)
Veröffentlicht von: @tristessedass man dort die Ehe bricht ist ziemlich groß, auch wenn es nicht die eigene
Könnte man als "Übernahme fremder Verantwortung" bezeichnen. Wenn, dann ist es ja so gewollt.
Könnte man als "Übernahme fremder Verantwortung" bezeichnen. Wenn, dann ist es ja so gewollt.
Dann ist es immer noch Sünde. Man bricht in die Ehe eines anderen ein.
@tristesse Es käme darauf an, wie man Ehebruch definiert, fiel mir dazu noch ein. Ob man ihn an bestimmten Handlungen festmacht oder an die Beweggründen (wird jemand hintergangen, oder sind alle einverstanden) in den Vordergrund stellt.
Ich tät nicht danach schauen, was "man" sagt, sondern was Jesus sagt. Und er sagt Folgendes:
Matth 5,27 Ihr habt gehört, dass gesagt ist: »Du sollst nicht ehebrechen.« 28 Ich aber sage euch: Wer eine Frau ansieht, sie zu begehren, der hat schon mit ihr die Ehe gebrochen in seinem Herzen.
Die Frage wäre aber hier, ob Jesus damit eine dogmatische Verschärfung eines bestehenden Gesetzes im Sinn hatte, oder vielleicht eher eine übertreibende "Spitze" an diejenigen, die meinen, wenn sie eine Ehe nicht faktisch brechen, wäre ja alles in Ordnung.
Ob man ihn an bestimmten Handlungen festmacht oder an die Beweggründen (wird jemand hintergangen, oder sind alle einverstanden) in den Vordergrund stellt.
Seit wann ist es relevant für eine Sünde, warum man sie begeht oder ob alle einverstanden sind?
Was die "bestimmten Handlungen" anbelangt: alles, was ich mit meinem Partner beim Austausch von Intimitäten mache, ist bei anderen Tabu, da zähle ich auch Zangenküsse zu. Spätestens wenn es um das berühren erogener Körperregionen geht ist bei mir die Grenze. Und ja, ich umarme auch verheiratete Freunde 😉 Aber ich küsse sie nicht und halte auch kein Händchen oder anderes.
Neubaugöre hat ja schon Matthäus zitiert. Meinem Bibelverständnis nach gibt es da sehr wenig Spielraum.
Sich im Swingerclub zu verlustieren, nen Callboy zu bestellen oder unverbindlich mit nem 18jährigen rumzumachen zählt für mich als Unzucht und man kann das in meinen Augen auch nicht irgendwie hinbiegen, dass es biblisch passt.
Klar haben es die Gründerväter und Könige im AT mit der Moral auch nicht sehr ernst genommen, was Sex mit Mägden, Polygamie, Nebenfrauen etc. anbelangt, ist aber keine Entschuldigung, es ist selten was Gutes bei raus gekommen.
Paulus positioniert sich da auch sehr klar. Ich denke nicht, dass Gott sich dazu stellt, wenn man mit wildfremden Menschen schläft und dann auseinander geht zum nächsten, weder verheiratet, noch Single.
Um Ehebruch zu definieren, fange ich jetzt einmal an, die Ehe zu definieren. Und da steht bereits ganz vorne, im 1. Mose 2,24 ein sehr beschreibender Vers:
Erinnert euch an das Wort: »Ein Mann verlässt seine Eltern und verbindet sich so eng mit seiner Frau, dass die beiden eins sind mit Leib und Seele.«
Andere Übersetzungen verwenden hier das Wort "Ein Fleisch", "ein Leib werden", oder "eine Einheit bilden".
Für mich bedeutet Ehe, dass ich meiner Frau (und wenn hier jemand meint, ich müsste Genderkorrekt sprechen: Irrtum, ich rede von meinem Ehepartner, der definitiv weiblich ist. Basta und Pasta!) mein ganzes Herz schenke, und jeden Teil meines Körpers. Im Gegenzug schenkt sie mir das Ihre. Ohne wenn und aber.
Wenn ich jetzt hergehe und sage: Aber meinen Penis schenke ich der Rothaarigen da drüben - bin ich dann noch voll in der Einheit zwischen Mann und Frau? Unabhängig davon, ob der Partner es weiß oder es genehmigt würde ich behaupten: Nein. Ein Teil von mir hat diese Einheit dann verlassen. Die Verbindung ist gekappt, es ist dann nicht mehr ein Leib oder ein Fleisch oder welches Wort wir hernehmen. Der Körper der Ehe ist dann bereits korrumpiert. Die Hintergründe sind vollkommen egal, es spielt keine Rolle, ob - wie @tristesse es so schön formuliert - man im Swingerclub sich verlustiert, sich mit nem Callboy (oder -girl) verlustiert oder unverbindlich mit einem/einer 18-jährigen rummacht. Die Einheit ist kaputt, egal ob es einmalig oder mehrmalig passiert.
Was sagt es aus, wenn man das tut? Es sagt aus: Du, Ehepartner, bist es nicht wert, dass ich Dir voll und ganz gehöre. Ich will nicht eins mit Dir sein. Ich will unseren gemeinsamen Ehe-Leib verlassen, weil Du mir nicht genügst. Und was macht diese Geringschätzung mit dem Partner?
Neubaugoere zitiert den Passus Matth. 5,27-28, in dem gesagt wird, dass allein schon das begehrende Ansehen einer Frau im Herzen schon einem Ehebruch gleichkommt, und das ist auch richtig. Denn allein schon das Begehren einer anderen Frau, noch ohne den Akt, führt dazu, dass wir den Wert des Partners und damit auch den Wert unserer Ehe in Frage stellen. Auch hier stellt sich die Frage: Was macht diese Geringschätzung mit dem Partner?
Im Fall der TE hat der Ehemann vorgeschlagen, dass man die Ehe einseitig öffnet. Aber was genau sagt er da über sich aus? Er sagt: "Ich kann Dir aufgrund meiner verletzungsbedingten Unfähigkeit nicht mehr genug sein. Verlasse unseren Leib". Er hat unterbewusst Angst davor, dass er der TE nicht mehr genügt, und die TE sollte dieses Gefühl des durch den Bandscheibenvorfall verursachten mangelndem Selbstwertgefühls nicht dadurch bestätigen, dass Sie ihren Vorschlag annimmt. Aber ich habe schon an anderer Stelle betont, warum ich so felsenfest davon überzeugt bin, dass nichts gutes davon kommen kann.
Unsere Ehepartner, wenn wir sie bekommen, sind ein Geschenk Gottes. Auch meine Frau ist ein Geschenk Gottes, einem, dem ich nicht gerecht werde. In Matthäus 19,6 steht der Vers, der zu den biblischen Evergreens eines Hochzeitgottesdienstes gehört: Was Gott zusammenfügt soll der Mensch nicht trennen. Das bedeutet auch, dass man sich selbst nicht von dem Trennen sollte, was Gott zusammengefügt hat. Und ich glaube nicht, dass irgend ein Weg an dieser m.E. ultimativen Tatsache vorbeifügt.
Du hast ein sehr klar abgegrenztes Bild der Welt, in der Du lebst. Ich will gar nicht darauf eingehen, weil ich dann jeden Satz von Dir aufgreifen müsste. Deshalb hier nur folgendes:
"Was sagt es aus, wenn man das tut? Es sagt aus: Du, Ehepartner, bist es nicht wert, dass ich Dir voll und ganz gehöre. Ich will nicht eins mit Dir sein. Ich will unseren gemeinsamen Ehe-Leib verlassen, weil Du mir nicht genügst. Und was macht diese Geringschätzung mit dem Partner?"
Solche Einschätzungen "liebe" ich so an der christlichen Argumentation, dass ohne jede Berücksichtigung der Lebengegebenheiten der Menschen vom hohem gläubigen Ross aus völlig klar ist, was geschehen soll und was nicht.
Ich hatte es schon einmal berichtet, erzähle es hier aber nochmal. Der Pfarrer hatte mich an einem Gespräch mit einem Gemeindemitglied, das sich mit einer anderen Frau eingelassen hatte, tzeilnehmen lassen, um mir die Überlegenheit der Seelsorge gegenüber einer Therapie zu demonstrieren. Vor dem Gespräch mit dem Mann, sagte er mir, "es ist ja klar, die Frau muss weg". Im Gespräch mit dem Mann säuselte er dann ganz freundlich, er habe gehört, dass er (der Mann) in Schwierigkeiten sei und er gerne wüsste, wie er ihm helfen kann.
So was von Verlogenheiit und Arroganz habe ich vorher und nachher nicht mehr erlebt.
Vor dem Gespräch mit dem Mann, sagte er mir, "es ist ja klar, die Frau muss weg". Im Gespräch mit dem Mann säuselte er dann ganz freundlich, er habe gehört, dass er (der Mann) in Schwierigkeiten sei und er gerne wüsste, wie er ihm helfen kann.
Ich möchte an dieser Stelle aber betonen, dass so ein "seelsorgerliches" Vorgehen in der kirchlichen Landschaft nicht üblich ist. Jedenfalls nicht in den Gemeinden, die ich kenne und ich kenne nicht wenige.
Genauso wenig hab ich noch nie von einem Seelsorger gehört, der ein Gespräch dazu benutzt, irgendwem irgendwas zu "demonstrieren". Diese Situation ist wirklich übel für alle Beteiligten, ist aber mit Sicherheit keine gängige Praxis
"Ich möchte an dieser Stelle aber betonen, dass so ein "seelsorgerliches" Vorgehen in der kirchlichen Landschaft nicht üblich ist."
Sicher.
Die ganze Geschichte hatte ihren Ausgangspunkt, bei dem er Monate zuvor gefragt hatte, ob ich jemandem aus seiner Gemeinde eine Einweisung in eine bestimmte christliche Klinik machen könnte. Ich hatte das verweigert, weil ich von dieser Klinik nichts Gutes gehört hatte und stattdessen die "Hohe Mark" vorgeschlagen, was er nicht akzeptieren wollte.
Aus dieser Situation haben sich dann einige Gespräche entwickelt, die letztlich immer darauf hinausliefen, dass nichts Gutes im Karton sein kann, wenn nicht weithin sichtbar "christlich" darauf steht.
Der Mann, um den es ging, war natürlich verwundert, dass ich dabei war, hatte aber nichts dagegen, weil ihm erklärt wurde, dass der Pfarrer mir eben zeigen wollte, wie so ein seelsorgerisches Gespräch abläuft. Wie ich dann viel später erfahren habe, hat sich das paar voneinander und von der Gemeinde getrennt.
So, wie das bei diesem Pfarrer war, war es sicher einmalig. Aber der "Geist", in dem er das zelebrierte, den kenne ich einer ganzen Reihe von Ereignissen. Und der heißt eben: Es ist völlig gleichgültig, warum, wieso, unter welchen Umständen, zu welchen Zielen oder wie auch immer es zustande kam, dass ein Mensch sich nicht so verhalten hat, wie man es moralisch und/oder christlich erwarten kann, es gibt in jedem Fall so gut wie immer nur eine Konsequenz.
Das kenne ich aus besstimt 20 oder 30 Fällen, wo es um ähnliche Proble wie dieses ging. Un einer Reihe anderer, z.B. Konflikte mit den Eltern.
Es ist völlig gleichgültig, warum, wieso, unter welchen Umständen, zu welchen Zielen oder wie auch immer es zustande kam, dass ein Mensch sich nicht so verhalten hat, wie man es moralisch und/oder christlich erwarten kann, es gibt in jedem Fall so gut wie immer nur eine Konsequenz.
Das erlebe ich inzwischen, Gott sei dank schon länger anders. Da hat sich in den letzten 10-15 Jahren einiges in der Seelsorge getan. Vor allem werden solche Gespräche tatsächlich ohne Wissen der Gemeinde diskret geführt und da steht dann in seltensten Fällen eine Leitung dahinter, die Sanktionen aussprechen muß. Das klären dann die Parteien unter sich.
Weiß ja nicht, aus welchem Zeitraum deine 30 Erfahrungen her stammen und was für Gemeinden das waren. Ich kann mir vorstellen, dass es in konservativen noch mal anders zugeht als bei uns.
Allerdings wird bei uns offenes Fremdgehen auch nicht "übersehen", aber die fliegen dann nicht einfach so raus. Vor allem wird das Verhalten von Männern und Frauen nicht unterschiedlich bewertet, soweit kommt's noch
Es geht bei meinen Erfahrungen um einen Zeitraum von bis vor etwa 10 Jahren.
Die Sache mit dem "Demonstrationspfarrer" ist in einer ganz normalen evangelischen Gemeinde gelaufen. Die anderen überwiegend in verschiedenen freikirchlichen Gemeinden.
In einem Fall musste beide ihre gemeindlichen Ämter aufgeben, weil es zu deren Vorbildfunktion für die Gemeinde nicht passte, dass sie ernsthafte eheliche Probleme hatten. Nach deren Trennung musste der mann dann den "Ältestenrat"(?) verlassen, weil er dazu verheiratet sein musste.
Dass sich im Laufe der Zeit etwas verändert hat, habe ich auch mitbekommen. Und das ist gut so.
Dass sich im Laufe der Zeit etwas verändert hat, habe ich auch mitbekommen. Und das ist gut so.
Es mag durchaus noch konservative Gemeinden geben, wo ohne Gespräch und Seelsorge sofort rausgeschmissen wird, ich persönlich kenne keine mehr. Früher ja, aber das ist auch schon 30 Jahre her 😉
In einem Fall musste beide ihre gemeindlichen Ämter aufgeben, weil es zu deren Vorbildfunktion für die Gemeinde nicht passte, dass sie ernsthafte eheliche Probleme hatten.
Wenn bei uns ein*e Leiter*in fremdgehen würde (oder Steuern hinterziehen, stehlen, Drogen konsumieren, etc. geht ja nicht immer nur um Sex!) würden wir ihn auch vorerst aus dem Dienst nehmen, damit er / sie sich um die Angelegenheit kümmern kann. So ein wenig passen wir da auch untereinander auf.
Veröffentlicht von: @queequegDu hast ein sehr klar abgegrenztes Bild der Welt, in der Du lebst.
Ja, und ich bin sehr dankbar für den Luxus, mir dieses Bild leisten zu können. 😉
Veröffentlicht von: @queequegSolche Einschätzungen "liebe" ich so an der christlichen Argumentation, dass ohne jede Berücksichtigung der Lebengegebenheiten der Menschen vom hohem gläubigen Ross aus völlig klar ist, was geschehen soll und was nicht.
Das hat jetzt nichts mit dem hohen Ross zu tun, sondern eher mit dem, dass manche Dinge in der Bibel glasklar und unmissverständlich formuliert sind. Und ja, für einen Christen ist die Bibel und das darin beschriebene Wort Gottes eben der Maßstab, mit dem gemessen wird.
Und in den entsprechenden Bibelstellen in Mose, Matthäus, und alle anderen steht eben nicht
"... es sei denn, einer von Euch beiden erleidet Umstand X, Y oder Z."
Und tatsächlich sind manche Dinge so niedergeschrieben, dass es niemandem wirklich gelingt, da ohne Missetat durchs Leben zu gehen.
Nehmen wir mal den von @neubaugoere zitierten Passus:
Veröffentlicht von: @neubaugoere28 Ich aber sage euch: Wer eine Frau ansieht, sie zu begehren, der hat schon mit ihr die Ehe gebrochen in seinem Herzen.
Welcher Mann, egal ob Single oder Verheiratet, hat nicht schonmal einer gutaussehenden Frau hinterhergeschaut und gedacht: Boah, was für eine schöne Frau, wenn ich könnt dann würd ich schon..." Welche Frau hat nicht manchmal beim Anblick von Männern wie z.B. Dwayne "The Rock" Johnson, Patrick Demsey oder Chris Evans irgendwelche expliziten Gedanken, die diesem Vers nicht auch widersprechen?
Und hier greift ein - für mich höheres - Prinzip ein: Nämlich, dass wir alle, Christen und Nichtchristen, ohne Gnade sündig und verloren sind. Tatsächlich unterscheidet sich ein Christ von seinen Mitmenschen nur durch eine einzige Entscheidung, nämlich die Annahme der von Gott angebotenen Gnade. Es ist diese Gnade, die Vergebung ermöglicht.
Und obschon alles dieser Gnade unterliegt ist diese Gnade definitiv kein Freifahrtschein. Vor allem sind die Folgen, die ich anspreche und die aus meiner Sicht eintreffen können nicht als Folge des Göttlichen, sondern als Folge des Menschlichen, welches dem Göttlichen grundsätzlich ignorant gegenübersteht, zu sehen.
Und sorry, wenn es Deinen Ansichten als Therapeut widerspricht - ich kann nicht anders als dabei zu bleiben, dass aus solchen Geschichten nichts Gutes rauskommt. Das entwertet weder Deine Erfahrungen noch Deine Ansichten, sondern ist für mich einfach so.
Und ich bedaure Deine Erfahrung mit dem verlogenen, arroganten Pfarrer (diese Art von Scheingeistlichkeit habe ich leider viel zu oft selbst erlebt - zum Glück gibt es aber noch Pastoren und Pfarrer, die diese Charaktereigenschaften nicht besitzen). Es ändert aber nicht, wie ich zu der Sache stehe.
Du missverstehst maches:
"wenn es Deinen Ansichten als Therapeut widerspricht"
Es geht nicht um meine Ansichtenb. Die wären in einer Therapie völlig fehl am Platz. Da geht es darum, dass die Menschen, die Hilfe suchen, selbst einen Weg finden und nichjt von irgendeinem Experten gewiesen bekommen.
@queequeg Gut, das ist eine Motivation die ich tatsächlich verstehen kann.
Jedoch wurde im Eröffnungsposting nach der eigenen Meinung und dem eigenen Standpunkt gefragt - und diesen habe ich kundgetan.
Ohne jetzt sagen zu wollen, dass Du irgendeine Veranlassung für die folgende Klarstellung gegeben zu haben möchte ich betonen, dass wir letzten Endes alle keine Experten sind. 😉
"dass wir letzten Endes alle keine Experten sind."
Das ist in gewisser Weise nur bedingt richtig. Tatsächlich sind wir alle Experten - für uns selbst.
Das Problem ist nur, dass wir 1. die bei weitem meisten Dinge von uns selbst überhaupt nicht kennen, weil sie tief in unseren seelischen Schichten vergraben sind - oder wenn Dir das lieber ist in den neuronalen Netzwerken unseres Gehirns, und wir 2. mit dem puren Wissen über Sachverhalte nichts anfangen können, jedenfalls nichts, was unsere Situation verändert.
@queequeg So wie du das beschreibst, sind "wir" allerdings keine Experten. Ich schreibe wir in "", da ich mich (unüberheblich, so hoffe ich) tatsächlich für eine Expertin meines Lebens halte und dafür auch sehr viel investiert habe.
Und was ich uns allen attestieren möchte, dass wir Erfahrungs-Experten sind.
wenn hier jemand meint, ich müsste Genderkorrekt sprechen: Irrtum, ich rede von meinem Ehepartner, der definitiv weiblich ist. Basta und Pasta!)
Nee, "der Partner" ist korrekterweise nicht weiblich, sondern "die Partnerin" 😉
So viel Zeit muss sein.
Mein mann hat vorgeschlagen , das wir unsere Ehe einseitig öffnen.
Wie steht ihr dazu?
Ich denke, Dein Mann hat das gleiche Recht wie wir alle: Nach Glück zu streben und gegebenenfalls nach seiner Facon unglücklich zu werden.
Vielleicht gelingt bei Euch zwei ja etwas, was ich in meinem (allerdings überschaubaren) Bekanntenkreis noch nicht mitgekriegt habe, eine Art Quadratur des emotionalen Kreises.
Was die Wahrscheinlichkeit eines solchen Gelingens angeht, so würde ich persönlich die gering einschätzen, allerdings bei unterschiedlichen Varianten nochmal unterschiedlich gering. Vermutlich wäre es erfolgsversprechender, wenn Du, statt Dir ausserhalb der Ehe einen (jüngeren oder nicht) Sex-Liebhaber zu suchen, zu einem Prostituierten gingest. Bei bezahltem Sex wären die Bedingungen klar: Du bekommst Penetration, der bekommt Geld. Keine "Gefahr" des Verliebens. Wenn ich versuchen sollte, mich in Deinen Mann hineinzuversetzen, könnte ich an seiner Stelle damit auch besser umgehen. Wie viele Männer, so denke auch ich, dass es sehr wohl Sex ohne Liebe geben kann (wenn man sich die Aufrufzahlen von Porno-Seiten anschaut, darf man davon ausgehen, dass täglich Milliarden von Menschen, vorwiegend Männer, Sex haben, ohne dass Liebe involviert wäre). Wenn Dein Mann so ähnlich ticken würde wie ich, dann könnte er, wenn auch vermutlich mit Magengrimmen, akzeptieren, dass sich seine Frau den Sex, den sie braucht, woanders holt.
Aber eben nur den. Nicht auch noch andere Beziehungs-Inhalte, derentwegen man ja eigentlich geheiratet hatte, um sie exklusiv mit einer einzigen anderen Person zu teilen.
Also: Ich halte es für unwahrscheinlich, aber nicht für unmöglich, dass Ihr damit, dass Du Dir Sex bei Prostituierten "holst", Euer Problem löst.
Ich vermute aber - ohne einen von Euch beiden zu kennen - stark, dass der Vorschlag Deines Mannes zuerst durch Verlust-Angst motiviert ist, er also damit die Flucht nach vorn antritt angesichts der für ihn vermutlich katastrophalen Vorstellung, Du könnest ihn wegen seiner Unfähigkeit, Dir den "richtigen" Sex zu geben, verlassen. Ich vermute dies, weil ich in der Vergangenheit gegenüber meinen damaligen Partnerinnen "großzügige" Angebote machte, die weniger dadurch motiviert waren, dass ich ihnen was Gutes tun wollte, sondern eher dadurch, dass ich Angst hatte, sie könnten mich sonst verlassen. Im Nachhinein, bereue ich mein damaliges Verhalten, was ich heute als ein kriecherisches, verzweifelt flehendes, mich klein machendes und völlig blödsinniges Verhalten betrachte. Kurz: Du solltest in Betracht ziehen, dass Dein Mann Dir das Angebot einer "einseitig offenen" Ehe nur in der stillen Hoffnung macht, Du würdest es nicht annehmen.
Wäre ich Du, und hätte das sichere Gefühl, ohne "echten" penetrativen Sex unglücklich zu werden, würde ich vermutlich "heimlich" zu Prostituierten gehen, darauf vertrauend, dass Dein Mann nach dem Motto "was ich nicht weiß, macht mich nicht heiß", nicht allzu hellhörig forschend in dieser Hinsicht aktiv würde.
Wäre ich Du, und hätte das sichere Gefühl, ohne "echten" penetrativen Sex unglücklich zu werden, würde ich vermutlich "heimlich" zu Prostituierten gehen, darauf vertrauend, dass Dein Mann nach dem Motto "was ich nicht weiß, macht mich nicht heiß", nicht allzu hellhörig forschend in dieser Hinsicht aktiv würde.
Naja, ich glaub heimliches Fremdgehen und die Augen vor der Realität zuhalten werden nicht zu einer stabilen Ehe beitragen.
Bei dem Rest bin ich bei dir.
@tristesse Naja, ich glaub heimliches Fremdgehen und die Augen vor der Realität zuhalten werden nicht zu einer stabilen Ehe beitragen.
Ich versuchte ja, dies aus Perspektive eines "typischen" Mannes zu sehen, der eben im Gang zur Prostituierten kein Fremdgehen sieht. Die Augen vor der Realität zuhalten - damit meinst Du das "nicht allzu hellhörig forschend"? Wenn wir davon ausgehen, dass der Mann die "offene Ehe" selbst vorgeschlagen hat - wenn auch womöglich nur, weil er hofft, das Angebot werde abgelehnt - dann dürfte es ihn, auf einer rein "offiziellen" Ebene, nicht verletzten, wenn seine Frau danach dann das Angebot, obwohl "offiziell" abgelehnt, dennoch annimmt. Aber für ihn selbst, sein Selbstbild aber auch das Bild, das er von seiner Frau hat, wäre es es womöglich einfacher, es zu ignorieren. Ich gehe da wieder ganz allein davon aus, wie ich in so einer Situation handeln würde: Wenn ich ein nicht ganz ehrlich gemachtes Angebot unterbreite, dann muss ich damit rechnen, dass es nicht ganz ehrlich abgelehnt wird. In beiden Fällen weiß ich aber, das die Motivation der Unehrlichkeit die Liebe ist: ich liebe die Frau so sehr, dass ich ihr das, was mir weh tun würde, anbiete. Während umgekehrt sie das Angebot unehrlich ausschlägt, weil sie mich, gewissermaßen meine Würde nicht verletzten will - was ihre Liebe zu mir beweist.
Ich würde dann an seiner Stelle nicht weiter nachforschen, oder, falls ich es doch irgendwie "mitbekomme", nicht thematisieren, falls sie dann sich den Sex, den ich ihr nicht geben kann, als käufliche Dienstleistung woanders holt. Vollkommene Ehrlichkeit in diesen Dingen ist aus meiner Sicht nicht immer die beste Lösung, es gibt auch sowas wie Wahrheitsterror, der nicht nach Verletzungen und Ruhe fragt.
Bei Problemlagen wie der hier in Rede stehenden, gibt es m.A.n. keine "sauberen" Lösungen. Die Lösung, dass sie auf "richtigen" Sex verzichtet, ist zumindest keine, falls sie sich diesen nun mal stark wünscht.
Ich habe noch von keiner offenen Ehe gehört, die auf Dauer funktioniert und nicht letztendlich ins Unglück führte.
Dafür hätte ich zuerst an etwas Naheliegendes gedacht: Die Segnungen der Pharmaindustrie mit den blauen Pillen.
"Ich habe noch von keiner offenen Ehe gehört, die auf Dauer funktioniert und nicht letztendlich ins Unglück führte."
Nicht in rauhen Mengen, aber in Einzelfällen habe ich durchaus davon gehört.
In rauhen Mengen habe ich allerdings von nicht funktionierenden und ins Unglück führenden Ehen gehört, die auf Dauer nicht offen waren.
rauhen Mengen habe ich allerdings von nicht funktionierenden und ins Unglück führenden Ehen gehört, die auf Dauer nicht offen waren.
Es geht ja nicht um ausspielen, sondern zu zeigen, wie absurd verallgemeinernde Behauptungen sind.
Nochmal. Es ging nicht um eine inhaltiche Auseinandersetzung mit einer Behauptung, sondern rein formal um den vermittelten Eindruck, dass es so, wie es gesagt wurde, immer ist.
"Ich habe noch von keiner offenen Ehe gehört, die auf Dauer funktioniert und nicht letztendlich ins Unglück führte."
Dagegen habe ich dann rein formal eine unsinnige Gegenbehauptung gesetzt.