Hey zusammen!
Ich habe diesen Sachverhalt auch schon im "Mann-sein"-Forum gestellt, um die Männseite zu verstehen. Hier die Frage noch mal, mit der Bitte um Ratschläge/Verhaltensideen aus Frauensicht 😊
ich habe im vergangenen Jahr online einen Mann kennengelernt (Partnerbörse). Wir haben uns sehr intensiv per Mail ausgetauscht, dann getroffen und verbindlich beschlossen, dass wir miteinander eine Beziehung eingehen wollen. Im Vorfeld haben wir auch darüber gesprochen, was Verbindlichkeit für uns bedeutet und auch, dass Sex für uns ausschließlich in eine Beziehung gehört, die Bestand vor Jesus hat und auf "lebenslang" ausgelegt ist (aber nicht zwangsläufig erst in der Ehe stattfinden darf - da gehen die Meinungen ja auseinander und soll hier nicht der Diskussionspunkt sein).
Nach ca. 3 Monaten (Fern-)Beziehung, die zusammengenommen mit der Kennenlernphase wunderschön war, bekommt er Zweifel und sagt, er spürt in sich ein "Stopp" und weiß nicht, woher das kommt. Dazu muss man wissen, dass es eine Vorgeschichte gibt, die ihn - sehr kurz gefasst - ziemlich mitgenommen hat: eine Ehe mit einer Frau, die bereits vier Kinder hat, die er finanziell stark unterstützt hat, für ihre Kinder Vater war, und die ihn dann, als die Kinder aus dem Gröbsten raus waren, verlassen hat. Das alles ist noch nicht allzu lang her und geschah traurigerweise ebenfalls im christlichen Kontext.
Meine "Diagnose": er hat Angst, nochmal verlassen zu werden, sich nochmal in eine Familie einzubringen und wieder enttäuscht zu werden, von den finanziellen Aspekten mal ganz abgesehen.
Nun zu meinen Fragen: ich habe ihm gesagt, dass ich meine Zusage zu einer verbindlichen Beziehung ernst nehme, ernst gemeint habe und eigentlich nicht vorhabe, diese Zusage zurückzuziehen. Er versteht sich eigentlich selbst nicht mehr, da er eigentlich ein sehr zuverlässiger Mensch ist, der seine Versprechen hält, aber gerade keinen Weg sieht, dieses Versprechen an mich/uns/Gott einzulösen. Ich sehe allerdings für uns beide eine Verantwortung vor Gott als auch vor uns selbst und auch gegenseitig und weiß gerade nicht, wie ich damit umgehen soll. Warten? Ihm Zeit geben? Kontakt halten? Im Moment einfach "nur" eine Freundin sein?
Ich will ihn auf der einen Seite nicht unter Druck setzen, auf der anderen Seite aber auch nicht hinnehmen, dass man "mal eben" seine Meinung wechselt. Da hilft auch kein "es tut mir wirklich leid", zumal er sagt, dass es gar nicht an mir liegt, sondern dass ihn die Umstände überfordern. Ich glaube, dass er wirklich auch darunter leidet, bin aber auch enttäuscht, dass er Gott nicht die Gelegenheit gibt, ihm die Kraft zu schenken, die er braucht.
Ach, es ist kompliziert....
Bin für Gedanken in jede Richtung dankbar!