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Würden wir Estland gegen Russland verteidigen?

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Lucan-7
Themenstarter
Beiträge : 29398

Ich mache mir da gerade ein paar Gedanken über die Stimmung hier in Deutschland bezüglich des Krieges in der Ukraine.

Die Vorgabe heißt hier ja: "Niemals Kriegspartei werden!". Und das erscheint gegen eine Nuklearmacht, die ja auch künftig unser Nachbar sein wird, auch grundsätzlich vernünftig. Es ist auch vernünftig, den Krieg auf die Ukraine und Russland zu beschränken und nicht auf ganz Europa auszuweiten. Denn unsere Armee und ihre Luftabwehr ist mehr als bescheiden, und das ist nur ein Grund von vielen.

Aber angenommen, Russland würde - so wie es manche befürchten - das Baltikum angreifen. Plötzlich würden in der Grenzregion eine Menge Soldaten aufmarschieren, ohne Hoheitsabzeichen, so wie es auf der Krim war. Oder ein anderes Szenario, je nachdem wie gut die Grenzbefestigungen dann aufgestellt wären.

Das wäre dann der Nato-Verteidigungsfall. Da bestehen dann Verträge. Allerdings sehen diese Verträge nicht vor, dass alle Mitglieder sofort in den Kriegszustand wechseln. Es geht lediglich um eine angemessene gemeinsame Reaktion... wie auch immer die aussieht.

Und ich denke mir, dass Deutschland auch in diesem Fall wohl kaum eine Notwendigkeit sehen wird, in einen Krieg gegen Russland zu ziehen. Denn an der atomaren Bedrohung würde sich ja nichts ändern. Die Situation wäre immer noch die gleiche, weshalb wir nicht in den Krieg mit der Ukraine ziehen. Und daran würden auch irgendwelche Verträge nichts ändern.

Das Problem an der Sache ist: Das Nato-Bündnis funktioniert in erster Linie dadurch, dass eine glaubwürdige Abschreckung besteht. Denn der beste Krieg ist der, der erst gar nicht stattfindet. Darum geht es bei der ganzen Sache.

Allerdings macht Deutschland immer mehr klar, dass es auf keinen Fall in irgendeinen Krieg gehen würde. Und das wirkt sich natürlich auch auf eine mögliche Abschreckung aus. Wenn Putin irgendwann der Ansicht ist, dass Deutschland kneift, und andere Länder es gleichtun... dann könnte er sich Chancen ausrechnen, tatsächlich einen Krieg gegen einzelne Länder der Nato zu beginnen - und auch gewinnen zu können.

Und wenn klar ist, dass die USA auf gar keinen Fall Europa mit Atombomben verteidigen würden... denn warum sollten sie das tun, sie würden damit praktisch Selbstmord begehen - dann wird die Sache wirklich kritisch. Denn dann hätten Putins Atomdrohungen plötzlich eine ganz andere Qualität - in Europa könnte man zu recht fürchten, dass Putin einen Einsatz ernsthaft in Erwägung zieht.

Denn im Grunde ist das Ganze ein Pokerspiel. Und Deutschland sitzt da mit heruntergelassenen Hosen und offenen Karten... so jedenfalls mein Eindruck.

Oder wie seht ihr das...?

 

 

Antwort
216 Antworten
DerElch
Beiträge : 2120

@lucan-7 

Oder wie seht ihr das...?

Ich finde du solltest mal wieder in den Urlaub fahren. Deine Ausführungen sind an den Haaren herbeigezogen. Estland ist nicht die Ukraine. 

derelch antworten
29 Antworten
Lucan-7
(@lucan-7)
Beigetreten : Vor 16 Jahren

Beiträge : 29398

@derelch 

Deine Ausführungen sind an den Haaren herbeigezogen. Estland ist nicht die Ukraine.

Vielleicht verfolge ich die Nachrichten auch nur etwas aufmerksamer und ausführlicher als du...

 

lucan-7 antworten
DerElch
(@derelch)
Beigetreten : Vor 24 Jahren

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@lucan-7 

Vielleicht verfolge ich die Nachrichten auch nur etwas aufmerksamer und ausführlicher als du...

Einbildung ist keine Bildung. Deine ganze Argumentationskette basiert auf einer selbst inszenierten These ("Allerdings macht Deutschland immer mehr klar, dass es auf keinen Fall in irgendeinen Krieg gehen würde."), die du als Tatsache verkaufen willst.

derelch antworten
Lucan-7
(@lucan-7)
Beigetreten : Vor 16 Jahren

Beiträge : 29398

@derelch 

Einbildung ist keine Bildung. Deine ganze Argumentationskette basiert auf einer selbst inszenierten These ("Allerdings macht Deutschland immer mehr klar, dass es auf keinen Fall in irgendeinen Krieg gehen würde."), die du als Tatsache verkaufen willst.

Was soll ich dazu noch sagen? Dass Deutschland auf keinen Fall Kriegsbeteiligter werden soll ist DIE Argumentation der Bundesregierung praktisch seit Beginn der Waffenlieferungen... obwohl das völkerrechtlich Unsinn ist und Putin solche Dinge eh nicht interessieren, der macht so oder so was er will.

Wenn du das nicht mitbekommen hast, dann kann ich das auch nicht ändern.

lucan-7 antworten
DerElch
(@derelch)
Beigetreten : Vor 24 Jahren

Beiträge : 2120

@lucan-7 

Was soll ich dazu noch sagen?

Vielleicht solltest du mal deine eigenen Beiträge lesen. Vielleicht schreibst du ja auch was anderes, als du sagen willst und meinst zu schreiben.

Dass Deutschland auf keinen Fall Kriegsbeteiligter werden soll ist DIE Argumentation der Bundesregierung praktisch seit Beginn der Waffenlieferungen...

Es dürfte dir schwer fallen nachzuweisen, dass sich diese Aussagen auf einen Nato-Bündnisfall bezieht.

derelch antworten
Lucan-7
(@lucan-7)
Beigetreten : Vor 16 Jahren

Beiträge : 29398

@derelch 

Es dürfte dir schwer fallen nachzuweisen, dass sich diese Aussagen auf einen Nato-Bündnisfall bezieht.

Genau das ist aber doch der Anlass meines Threads: Dass die Äußerungen und die Angst sowohl der Bundesregierung als auch der deutschen Bevölkerung, auf gar keinen Fall und unter gar keinen Umständen Kriegspartei werden zu wollen eben diesen Nato-Bündnisfall in Frage zu stellen droht!

Genau darüber will ich hier diskutieren.

Und wenn du meinst, dass Deutschland zwar auf gar keinen Fall in der Ukraine, aber ganz selbstverständlich in Estland gegen Russland kämpfen wird, weil das ja Nato-Land ist... dann hätte ich dafür doch gerne mal eine Begründung.

Zumal ja keine Verpflichtung zur Entsendung von Truppen besteht...

lucan-7 antworten
DerElch
(@derelch)
Beigetreten : Vor 24 Jahren

Beiträge : 2120

@lucan-7 

Genau das ist aber doch der Anlass meines Threads: Dass die Äußerungen und die Angst sowohl der Bundesregierung als auch der deutschen Bevölkerung, auf gar keinen Fall und unter gar keinen Umständen Kriegspartei werden zu wollen eben diesen Nato-Bündnisfall in Frage zu stellen droht!

Und deine Grundvorrausetzung für die Diskussion stimmt eben nicht. Scholz will vermeiden, dass Deutschland als Kriegspartei im Ukraine-Krieg involviert wird. Das ist nachvollziehbar.
Von einer Passivhaltung in einem Krieg zwischen einem Nato-Staat und Russland war nicht die Rede.

Genau darüber will ich hier diskutieren.

Genau genommen fährst du jedem über den Mund, der dir nicht zustimmt.

Und wenn du meinst, dass Deutschland zwar auf gar keinen Fall in der Ukraine, aber ganz selbstverständlich in Estland gegen Russland kämpfen wird, weil das ja Nato-Land ist... dann hätte ich dafür doch gerne mal eine Begründung.

Die Begründung heisst Nordatlantikvertrag und der drohende Zusammenbruch des Bündnisses, wenn man ein Mitglied hinhängt. Das gesamte Sicherheitkonzept Deutschlands basiert auf der Natomitgliedschaft.

derelch antworten
Lucan-7
(@lucan-7)
Beigetreten : Vor 16 Jahren

Beiträge : 29398

@derelch 

Und deine Grundvorrausetzung für die Diskussion stimmt eben nicht. Scholz will vermeiden, dass Deutschland als Kriegspartei im Ukraine-Krieg involviert wird. Das ist nachvollziehbar.
Von einer Passivhaltung in einem Krieg zwischen einem Nato-Staat und Russland war nicht die Rede.

Natürlich nicht.

Aber vielleicht erklärst du mir jetzt den genauen Unterschied? Deutschland will nicht gegen Russland in den Krieg ziehen. Auf keinen Fall.

Der einzige Unterschied zwischen Estland und der Ukraine ist die Nato-Mitgliedschaft.

Und ich stelle jetzt die Frage, warum das ein ausreichender Grund sein sollte, gegen Russland in den Krieg zu ziehen. Denn: Eine Pflicht zur Kriegserklärung gegen Russland bestünde auch bei einem Angriff auf ein Nato Land nicht.

Warum sollte Deutschland das also trotzdem tun?

 

Die Begründung heisst Nordatlantikvertrag und der drohende Zusammenbruch des Bündnisses, wenn man ein Mitglied hinhängt. Das gesamte Sicherheitkonzept Deutschlands basiert auf der Natomitgliedschaft.

Ja, und das ganze Sicherheitskonzept beruht auf Abschreckung. Bei einem Angriff hätte das System also bereits versagt, und die Situation würde neu bewertet.

Das ist mein Punkt hier.

 

lucan-7 antworten
DerElch
(@derelch)
Beigetreten : Vor 24 Jahren

Beiträge : 2120

@lucan-7 

Aber vielleicht erklärst du mir jetzt den genauen Unterschied?

Es wurde dir bereits mehrfach erklärt, von verschiedenen Leuten. Du möchtest es nicht hören, eine weitere Wiederholung macht wenig Sinn.

Deutschland will nicht gegen Russland in den Krieg ziehen. Auf keinen Fall.

Immer noch, es ist deine Legende. Kein Politiker hat sich je so geäussert, zumindestens wenn man links- und rechtsextreme ausklammert.

Der einzige Unterschied zwischen Estland und der Ukraine ist die Nato-Mitgliedschaft.

Es ist der entscheidende Unterschied. In der EU ist Estland ausserdem auch noch.

Denn: Eine Pflicht zur Kriegserklärung gegen Russland bestünde auch bei einem Angriff auf ein Nato Land nicht.

Kriegserklärungen macht man heutzutage eh nicht mehr. Aber davon mal ab und entgegen deiner fortgesetzten unwahren Behauptung hatte Scholz die Verteidigung des Bündnisgebiets bereits letztes Jahr zugesagt -> https://www.zeit.de/politik/2023-05/olaf-scholz-tallin-nato-baltische-staaten

In Litauen wird ein Kampfverband der Bundeswehr aufgebaut. Der Luftraum der Baltischen Staaten wird seit Jahren von Natopartnern geschützt, unter anderem der Bundeswehr.

Das macht man natürlich alles, um dann davon zu laufen, wenn der erste Russe um die Ecke kommt ...

Ja, und das ganze Sicherheitskonzept beruht auf Abschreckung.

Nö. Es basiert auf Zusammenhalt im Ernstfall.

 

derelch antworten
Lucan-7
(@lucan-7)
Beigetreten : Vor 16 Jahren

Beiträge : 29398

@derelch 

Es wurde dir bereits mehrfach erklärt, von verschiedenen Leuten. Du möchtest es nicht hören, eine weitere Wiederholung macht wenig Sinn.

Der Unterschied ist ein Vertrag, der nicht zum militärischen Beistand verpflichtet.

Du glaubst, dass das ausreicht, um Deutschland zu einem Krieg gegen Russland zu bewegen.

Ich glaube das nicht, aus den hier genannten Gründen.

 

Damit haben wir doch alle Ansichten darlegt und können das hier beenden.

 

lucan-7 antworten
Helmut-WK
(@hkmwk)
Beigetreten : Vor 22 Jahren

Beiträge : 10218

@derelch (zum Beitrag)

Deine Ausführungen sind an den Haaren herbeigezogen

Die Haare, an denen das herbeigezogen werden kann, bestehen aus Äußerungen von Politikern, Analysen bezüglich dessen, was zu erwarten ist, wenn Trump Präsident wird …

hkmwk antworten
DerElch
(@derelch)
Beigetreten : Vor 24 Jahren

Beiträge : 2120

@hkmwk 

Die Haare, an denen das herbeigezogen werden kann, bestehen aus Äußerungen von Politikern, Analysen bezüglich dessen, was zu erwarten ist, wenn Trump Präsident wird …

Achja? Welcher Politiker vertritt diese Ansichten? "Allerdings macht Deutschland immer mehr klar, dass es auf keinen Fall in irgendeinen Krieg gehen würde."

Name? Quelle?

Davon mal abgesehn, dass wir nächstes Jahr sehr wahrscheinlich eine neue Regierung haben werden .... die Nato ist tot, wenn sie Estland nicht verteidigt. Es ist mitnichten die gleiche Situation, wie in der Ukraine oder auch Taiwan.

derelch antworten
Lucan-7
(@lucan-7)
Beigetreten : Vor 16 Jahren

Beiträge : 29398

@derelch 

Achja? Welcher Politiker vertritt diese Ansichten? "Allerdings macht Deutschland immer mehr klar, dass es auf keinen Fall in irgendeinen Krieg gehen würde."

Name? Quelle?

Ich weiss, man übersieht ihn zwar leicht... aber von Scholz hast du schon mal gehört?

Und von seiner öffentlichen Argumentation bezüglich der "Taurus" Lieferungen, oder seine Reaktion auf die Äusserung Macrons, dass die Entsendung von Truppen möglich sei?

 

lucan-7 antworten
Jack-Black
(@jack-black)
Beigetreten : Vor 6 Jahren

Beiträge : 6191

@lucan-7 aber von Scholz hast du schon mal gehört?

Und von seiner öffentlichen Argumentation bezüglich der "Taurus" Lieferungen, oder seine Reaktion auf die Äusserung Macrons, dass die Entsendung von Truppen möglich sei?

Da geht es um das Nicht-Nato-Land Ukraine.

jack-black antworten
Lucan-7
(@lucan-7)
Beigetreten : Vor 16 Jahren

Beiträge : 29398

@jack-black 

Da geht es um das Nicht-Nato-Land Ukraine.

Schon klar.

Aber Scholz hat angedeutet, dass die Lieferung bestimmter Waffen oder der Einsatz von gelieferten Waffen auf russischem Boden bedeuten könnte, dass Deutschland "Kriegspartei" wird.

Und das ist Blödsinn. Wenn die Ukraine von Russland aus beschossen wird, dann hat sie gemäß Völkerrecht selbstverständlich das Recht, zurück zu schießen. Und das Land, in dem das Geschß hergestellt wurde, wird deshalb nicht automatisch "Kriegspartei"! Mal ganz abgesehen davon, dass Putin das Völkerrecht sowieso egal ist...

Was die Entsendung von Truppen betrifft: Selbstverständlich steht das in der momentanen Situation außer Frage. Wir wissen aber nicht, wie sich die Lage entwickelt. Und Putin einen Garantieschein auszustellen: "Wir werden keine Truppen schicken, egal was ihr tut!" ist so einer Situation schlicht eine Dummheit.

Es geht ja nicht um konkrete Drohungen. Es genügt ja völlig zu sagen: "In der jetzigen Situation gibt es keine Veranlassung Truppen zu schicken.". Damit hat man die Sache klargestellt - und hält sich dennoch Optionen offen, weil Putin sich fragen muss: "Was kann ich mir erlauben, bis die Nato möglicherweise trotzdem Truppen schickt?"

Aber Putin muss sich das nicht fragen, denn die Deutschen haben diese Frage schon beantwortet: "Du kannst dir einfach alles erlauben, wir schicken auf gar keinen Fall Truppen in die Ukraine!"

Abgesehen von der Tatsache, dass hier ein Bruch zwischen Frankreich und Deutschland deutlich wurde, der Putin ebenfalls ermutigt, ist so eine Ankündigung einfach mehr als ungeschickt...

lucan-7 antworten
Jack-Black
(@jack-black)
Beigetreten : Vor 6 Jahren

Beiträge : 6191

@lucan-7 Schon klar.

Dann kannst Du an @derelch gerichtet ja auch konzedieren, dass sein Argument stimmt.

jack-black antworten
tristesse
(@tristesse)
Beigetreten : Vor 2028 Jahren

Beiträge : 20559

@jack-black 

konzedieren

Man lernt beim Lesen Deiner Beiträge immer was neues 😉 

tristesse antworten
Jack-Black
(@jack-black)
Beigetreten : Vor 6 Jahren

Beiträge : 6191

@tristesse Schön. 🙂

jack-black antworten
Lucan-7
(@lucan-7)
Beigetreten : Vor 16 Jahren

Beiträge : 29398

@jack-black 

Dann kannst Du an @derelch gerichtet ja auch konzedieren, dass sein Argument stimmt.

Aus dem Eingangsposting geht klar hervor, wo ich hier den Zusammenhang sehe. Scholz macht klar, dass er Deutschland auf keinen Fall in einen Krieg gegen Russland führen will.

Eine Nato Beistandsverpflichtung erwähnt er nicht, und es gibt hier auch keinen Automatismus wie offenbar viele Leute vermuten.

Das heißt: Deutschland muss eben NICHT automatisch in den Krieg ziehen, wenn ein Nato Land angegriffen wird. Ebensowenig die USA. Wir sind zwar zur "Hilfe" verpflichtet, aber wie diese aussieht ist nicht konkretisiert.

Deshalb erscheint es fraglich, ob Deutschland einem angegriffenen Land gegen Russland wirklich beistehen würde. Denn wenn Deutschland sagt, dass ein Krieg gegen Russland unbedingt zu vermeiden sei - dann ist damit auch das Nato Bündnis in Frage gestellt.

Falls ihr das nicht so seht... dann bitte ich um eine Begründung, weshalb in so einem Fall russische Atombomben plötzlich keine Rolle mehr spielen und Deutschland selbstverständlich in den Krieg ziehen wird.

Das sehe ich nämlich nicht.

lucan-7 antworten
Helmut-WK
(@hkmwk)
Beigetreten : Vor 22 Jahren

Beiträge : 10218

@lucan-7 

Wir sind zwar zur "Hilfe" verpflichtet

Nö, wir sind nur verpflichtet, so zu reagieren, als ob wir selbst angegriffen wurden. Wenn Deutschland im Fall des Falls bereit wäre, einige Gebiete zu opfern, um schnell Frieden schließen zu können, kann es analog dazu auch Putin Estland überlassen, statt in den Krieg zu ziehen.

Ganz so extrem wird das zwar kein Politiker sehen (außer ggf. Trump), aber zwischen »Wir tun besser nix« und »Wir senden Truppen« gibts ja alles Mögliche dazwischen …

hkmwk antworten
DerElch
(@derelch)
Beigetreten : Vor 24 Jahren

Beiträge : 2120

@lucan-7 

Aus dem Eingangsposting geht klar hervor, wo ich hier den Zusammenhang sehe. Scholz macht klar, dass er Deutschland auf keinen Fall in einen Krieg gegen Russland führen will.

Das ist eine unwahre Behauptung.

derelch antworten
Lucan-7
(@lucan-7)
Beigetreten : Vor 16 Jahren

Beiträge : 29398

@derelch 

Das ist eine unwahre Behauptung.

Geht das auch genauer? Welche Behauptung ist unwahr?

 

 

lucan-7 antworten
DerElch
(@derelch)
Beigetreten : Vor 24 Jahren

Beiträge : 2120

@lucan-7 

Geht das auch genauer? Welche Behauptung ist unwahr?

Ich habe deine unwahre Behauptung zitiert, genauer geht es nicht.

derelch antworten
Helmut-WK
(@hkmwk)
Beigetreten : Vor 22 Jahren

Beiträge : 10218

@derelch 

Da waren drei Aussagen drin, von denen man zwei als Behauptung bezeichnen könnte (theoretisch auch noch, dass Lucan einen Zusammenhang sieht, aber das meintest du doch sicher nicht).

hkmwk antworten
Lucan-7
(@lucan-7)
Beigetreten : Vor 16 Jahren

Beiträge : 29398

@derelch 

Ich habe deine unwahre Behauptung zitiert, genauer geht es nicht.

Da wird behauptet, dass etwas aus dem Eingangsposting hervorgeht, dass ich einen Zusammenhang sehe und dass Scholz klar macht, dass er auf keinen Fall einen Krieg gegen Russland führen will.

Auf welche dieser drei Behauptungen beziehst du dich?

 

lucan-7 antworten
DerElch
(@derelch)
Beigetreten : Vor 24 Jahren

Beiträge : 2120

@lucan-7 

Aber Scholz hat angedeutet, dass die Lieferung bestimmter Waffen oder der Einsatz von gelieferten Waffen auf russischem Boden bedeuten könnte, dass Deutschland "Kriegspartei" wird.

Und das ist Blödsinn. Wenn die Ukraine von Russland aus beschossen wird, dann hat sie gemäß Völkerrecht selbstverständlich das Recht, zurück zu schießen. Und das Land, in dem das Geschß hergestellt wurde, wird deshalb nicht automatisch "Kriegspartei"! Mal ganz abgesehen davon, dass Putin das Völkerrecht sowieso egal ist...

Und Scholz hat auch gesagt, weshalb er das meint. Weshalb du das unterschlägst, kann man nur vermuten.

Die Argumentation von Scholz beruht darauf, dass Bundeswehrsoldaten bei einem Einsatz der Taurus beteiligt sein müssten, im schlechtestesten Fall am Einsatzort. Ob das so stimmt, kann ich beurteilen. Ich weiss aber, dass du es auch nicht beurteilen kannst und so kann man nur vermuten ob das stimmt oder nicht.

Ich denke ja eher, Deutschland hat nicht genug einsatzfähige Taurus, um welche zu liefern und auch Frankreich und Grossbritannien liefern nur kastrierte Stomshadow/Scalp.

derelch antworten
Lucan-7
(@lucan-7)
Beigetreten : Vor 16 Jahren

Beiträge : 29398

@derelch 

Und Scholz hat auch gesagt, weshalb er das meint. Weshalb du das unterschlägst, kann man nur vermuten.

Scholz hat gar nichts genau erklärt. Die Behauptung, das System könne nur von Deutschen bedient werden ist unsinnig. Selbstverständlich können Ukrainer eine entsprechende Ausbildung absolvieren, die sind ja nicht doof.

Die einzige halbwegs brauchbare Erklärung nach monatelanger Herumdruckserei war die, dass für den Einsatz des Taurus-Systems eine Steuerungseinheit notwendig ist, über die Deutschland nicht in hinreichender Stückzahl verfügt.

Auch das ist allerdings Unsinn, da ja eine Lieferung nach GB erwogen wurde.

 

Die Argumentation von Scholz beruht darauf, dass Bundeswehrsoldaten bei einem Einsatz der Taurus beteiligt sein müssten, im schlechtestesten Fall am Einsatzort. Ob das so stimmt, kann ich beurteilen. Ich weiss aber, dass du es auch nicht beurteilen kannst und so kann man nur vermuten ob das stimmt oder nicht.

Ach, das können wir nicht beurteilen? Kannst du mir auch nur einen vernünftigen Grund nennen, warum Ukrainer nicht an einem deutschen Waffensystem ausgebildet werden und dieses einsetzen können? Meinst du, das Waffensystem fragt vor dem Einsatz die Staatsangehörigkeit ab?

 

Ich denke ja eher, Deutschland hat nicht genug einsatzfähige Taurus, um welche zu liefern und auch Frankreich und Grossbritannien liefern nur kastrierte Stomshadow/Scalp.

Deutschland hat angeboten, den Taurus nach GB zu liefern, wenn diese im Gegenzug ihre System in die Ukraine schicken.

Da stimmt also was hinten und vorne nicht.

Das Thema ist aber ohnehin durch. Nach der Frühjahrsoffensive hat Russland die Ukraine so weit zurückgedrängt, dass jetzt die Eisenbahn durch den Donbas für die Versorgung genutzt werden kann. Die Zerstörung der Krimbrücke ist damit nicht mehr entscheidend, damit wird auch Taurus nicht mehr in dem Maße gebraucht wie zuvor... denn genau dafür wäre das System gedacht gewesen.

Und genau das hat man in Deutschland zu verhindern versucht. Vermutlich aufgrund unmittelbarer russischer Drohungen, anders kann ich mir das nicht erklären.

lucan-7 antworten
DerElch
(@derelch)
Beigetreten : Vor 24 Jahren

Beiträge : 2120

@lucan-7 

Scholz hat gar nichts genau erklärt.

Klar hat er.

Die Behauptung, das System könne nur von Deutschen bedient werden ist unsinnig.

Selbstverständlich können Ukrainer eine entsprechende Ausbildung absolvieren, die sind ja nicht doof.

Das wiederum hat er nicht behauptet, die Aussage ist, dass deutsche Soldaten bei der Programmierung der Waffen mitwirken müssten. Und das liegt nicht an mangelnder Intelligenz der Ukrainer, sondern an der sensiblen Datenlage. Deutschland müsste den Ukrainern mehr geheime Daten überlassen, als es Scholz für gut befindet. Ein absolut verständlicher Grund. Die Ukraine ist kein Verbündeter. Wenn USA oder GB Daten an die Ukraine liefern oder tatsächlich wie man munklet bei der Programmierung der Staom Shadow mitwirken ist das deren Bier. D. h. aber noch lange nicht, dass es Deutschland auch so machen kann oder muss.

Deutschland hat angeboten, den Taurus nach GB zu liefern, wenn diese im Gegenzug ihre System in die Ukraine schicken.

Auch das ist unwahr. Taurus als Ringtauschobjekt mit Grossbritannien, war ein Vorschlag der Briten genaugenommen Camerons ode seiner Berater. Baerbock und ein paar andere Politiker fanden das eine gute Idee. Aber mal ehrlich GB kann mit ein paar einzelnen Taurus garnichts anfangen, das war lediglich ein politisches Manöver, Sinn macht das nicht. Wenn GB mehr Storm Shadows liefern will, dann können Sie diese jederzeit liefern. Ohne das Deutschland das "bezahlt".

 

Das Thema ist aber ohnehin durch. Nach der Frühjahrsoffensive hat Russland die Ukraine so weit zurückgedrängt, dass jetzt die Eisenbahn durch den Donbas für die Versorgung genutzt werden kann.

Das war schon vor der Offensive so.

Die Zerstörung der Krimbrücke ist damit nicht mehr entscheidend, damit wird auch Taurus nicht mehr in dem Maße gebraucht wie zuvor... denn genau dafür wäre das System gedacht gewesen.

Die Ukraine hätte neben der Zerstörung der Krim-Brücke auch einen Durchstoss bis zum Asowschen Meer machen müssen, um die Versorung der Krim zu unterbinden.

Die Zerstörung der Krimbrücke ist auch mit Taurus nicht trivial. Mit 2 oder 3 Taurus ist die Brücke kaum klein zu kriegen.

Und genau das hat man in Deutschland zu verhindern versucht. Vermutlich aufgrund unmittelbarer russischer Drohungen, anders kann ich mir das nicht erklären.

Ich sagte ja bereits, du solltest mal wieder vor die Türe gehn. So langsam wirst du noch zum Verschwörungstheoretiker.

 

derelch antworten
Lucan-7
(@lucan-7)
Beigetreten : Vor 16 Jahren

Beiträge : 29398

@derelch 

Das wiederum hat er nicht behauptet, die Aussage ist, dass deutsche Soldaten bei der Programmierung der Waffen mitwirken müssten. Und das liegt nicht an mangelnder Intelligenz der Ukrainer, sondern an der sensiblen Datenlage. Deutschland müsste den Ukrainern mehr geheime Daten überlassen, als es Scholz für gut befindet.

Das hat Scholz meines Wissens nie gesagt. Dafür hätte ich gerne eine Quelle. Das mit den Daten war eine Vermutung, keine Aussage des Kanzlers.

 

Das war schon vor der Offensive so.

Nein, war es nicht. Vor der Offensive war die einzige Eisenbahnverbindung über den Donbas von Russland an die südliche Front in Reichweite der urkrainischen Artillerie und damit unbrauchbar. Das ist erst seit der erfolgreichen Offensive der Russen bei Avdiivka nicht mehr der Fall (Und dürfte auch der Grund für die Offensive an dieser Stelle gewesen sein).

Ob die Eisenbahnlinie, die Russland weiter südlich bauen will inzwischen fertig gestellt ist ist mir hingegen nicht bekannt und spielt auch keine Rolle mehr...

 

Die Ukraine hätte neben der Zerstörung der Krim-Brücke auch einen Durchstoss bis zum Asowschen Meer machen müssen, um die Versorung der Krim zu unterbinden.

Die Zerstörung der Krimbrücke ist auch mit Taurus nicht trivial. Mit 2 oder 3 Taurus ist die Brücke kaum klein zu kriegen.

Eben. Dieser Vorstoß wäre wesentlich wahrscheinlicher gewesen, wenn die russischen Truppen nicht mehr über die Brücke hätten versorgt werden können. Denn die Logistik des russischen Militärs bedient sich fast ausschliesslich der Bahn.

Und der Taurus hat eine bunkerbrechende Variante. Natürlich bekommst du damit so eine Brücke zerstört.

 

Ich sagte ja bereits, du solltest mal wieder vor die Türe gehn. So langsam wirst du noch zum Verschwörungstheoretiker.

Ich beziehe mich konkret auf die Aussage eines Politikers (Leider habe ich den Namen nicht mehr parat), der sagte, dass bei einer Lieferung von "Taurus" die Gefahr droht, dass die Krim Brücke zerstört würde und das deshalb abzulehnen sei.

Das heisst, Deutschland wollte der Ukraine nicht erlauben, das militärisch Notwendige zu tun. Und da muss man sich schon fragen, warum...

lucan-7 antworten
DerElch
(@derelch)
Beigetreten : Vor 24 Jahren

Beiträge : 2120

@lucan-7 

 

Ich weiss, man übersieht ihn zwar leicht... aber von Scholz hast du schon mal gehört?

Ja hab ich, und ich weiss auch, dass das Scholz das, was du ihm hier nachsagst, nie gesagt hast.

derelch antworten


lhoovpee
Beiträge : 3547

@lucan-7 

Sollte ein Nato-Land angegriffen werden, ist viel relevanter wie USA, Frankreich und GB reagieren. Denn das sind die Atommächte, die Russland abschrecken können. Deutschland wird sicherlich Waffen/Material liefern. Bodentruppen aber wohl erst, wenn ein Angriff auf Polen absehbar ist. 

lhoovpee antworten
31 Antworten
Lucan-7
(@lucan-7)
Beigetreten : Vor 16 Jahren

Beiträge : 29398

@lhoovpee 

Sollte ein Nato-Land angegriffen werden, ist viel relevanter wie USA, Frankreich und GB reagieren. Denn das sind die Atommächte, die Russland abschrecken können.

Ich glaube gar nicht mal, dass Atombomben so abschreckend wirken wie viele Leute denken. Die Ukraine wehrt sich erfolgreich seit mehr als 2 Jahren gegen eine Atommacht ohne dabei eingeschüchtert zu sein. Eine Atombombe ist immer das letzte Mittel, und im Fall von Russland wäre es auch das letzte Mittel, bevor die betreffenden Staaten selbst vernichtet werden.

Es gibt für die USA, Frankreich oder GB keinen vernünftigen Grund, jemals eine Atombombe einzusetzen... und Putin weiß das natürlich.

Bei Ländern wie Nordkorea oder dem Iran sieht das etwas anders aus... die gelten im Zweifel als unberechenbar. Den Machthabern traut man durchaus zu, die Bombe einzusetzen bevor sie selbst dran sind, deshalb wird man da vorsichtiger agieren.

lucan-7 antworten
lhoovpee
(@lhoovpee)
Beigetreten : Vor 10 Jahren

Beiträge : 3547

@lucan-7 

Es geht auch nicht um die Atombombe, sondern die Unterstützung der dahinter stehenden Länder. Wenn die Nato Angegriffen wird, wird die USA, GB und Frankreich ggf. mehr machen als nur Waffen liefern. 

lhoovpee antworten
Lucan-7
(@lucan-7)
Beigetreten : Vor 16 Jahren

Beiträge : 29398

@lhoovpee 

Wenn die Nato Angegriffen wird, wird die USA, GB und Frankreich ggf. mehr machen als nur Waffen liefern. 

Die Frage ist halt, ob dabei auch die Bevölkerung mitspielt. In Deutschland habe ich da meine Zweifel. Der Gedanke, gegen Russland in den Krieg zu ziehen dürfte hier sehr viel Unbehagen auslösen... so sehr, dass Deutschland auch im Rahmen der Nato möglicherweise davor zurückschreckt. Und das hätte natürlich auch Auswirkungen auf andere Länder.

Und das ist eben das, was Putin niemals glauben darf... wir müssen Putin davon überzeugen, dass Deutschland selbstverständlich eingreifen wird, genau wie die übrigen Nato-Länder auch.

Diese Signale sehe ich aber nicht so recht... eher im Gegenteil.

 

 

lucan-7 antworten
lhoovpee
(@lhoovpee)
Beigetreten : Vor 10 Jahren

Beiträge : 3547

@lucan-7 

Und das ist eben das, was Putin niemals glauben darf... wir müssen Putin davon überzeugen, dass Deutschland selbstverständlich eingreifen wird, genau wie die übrigen Nato-Länder auch.

Ich finde es schwer zu mutmaßen, wie wir auf Putin wirken und ob unsere "Signale" auch so bei Putin ankommen. Da wird es auch viele Geheimdienstinformationen geben, die wir überhaupt nicht kennen.

lhoovpee antworten
Jack-Black
(@jack-black)
Beigetreten : Vor 6 Jahren

Beiträge : 6191

@lucan-7 Die Ukraine wehrt sich erfolgreich seit mehr als 2 Jahren gegen eine Atommacht ohne dabei eingeschüchtert zu sein.

Naja, wenn die Ukraine noch über Atomwaffen verfügen würde, wäre sie vermutlich gar nicht angegriffen werden. Dass Russland im Rahmen der Landnahme genau das Land, dass man einnehmen will, mit Atombomben verwüstet - das ist ein ziemlich geringes Risiko. Das Sonderoperations-Märchen wäre dann nicht mehr haltbar und vermutlich würde dann auch China seine schützende Hand über Putin wegziehen. Die Ukraine muss nicht ernsthaft damit rechnen, dass Putin Atomwaffen gegen sie einsetzt, in der Hinsicht braucht sie nicht eingeschüchtert zu sein.

 

Es gibt für die USA, Frankreich oder GB keinen vernünftigen Grund, jemals eine Atombombe einzusetzen... und Putin weiß das natürlich.

Jemals? Sorry, aber lediglich das Beispiel der Ukraine heranzuziehen, deckt nicht diese gewagte Behauptung.

jack-black antworten
Lucan-7
(@lucan-7)
Beigetreten : Vor 16 Jahren

Beiträge : 29398

@jack-black 

Dass Russland im Rahmen der Landnahme genau das Land, dass man einnehmen will, mit Atombomben verwüstet - das ist ein ziemlich geringes Risiko.

Zu Beginn war ich auch sicher, dass Putin niemals die Infrastruktur der Ukraine zerstören würde... schliesslich müsste er das alles nach seinem Sieg ja wieder aufbauen.

Scheint ihm aber recht egal zu sein...

Im Moment halte ich den Einsatz von Atomwaffen auch für ausgeschlossen. Aber das kann sich ändern... und so ein wenig radioaktive Verseuchung würde Putin wohl nicht stören. Wäre ja nicht das erste Gebiet dort...

 

Jemals? Sorry, aber lediglich das Beispiel der Ukraine heranzuziehen, deckt nicht diese gewagte Behauptung.

Gemeint war der Einsatz von Atombomben gegen Russland.

 

lucan-7 antworten
Jack-Black
(@jack-black)
Beigetreten : Vor 6 Jahren

Beiträge : 6191

@lucan-7 Gemeint war der Einsatz von Atombomben gegen Russland.

Das hatte ich auch so verstanden. Und ich teile Deine Einschätzung nicht. Je nach Szenario wird die Nato bei einem russischen Angriffskrieg gegen einen Natostaat auch Atomwaffen einsetzen. Dazu wurden die schließlich gebaut. Ob da dann die deutsche Bevölkerung "mitgeht", ist eine eher nachrangige Frage. Als wenn die Nato-Kommandeure im Ernstfall erstmal in Deutschland rumfragen, ob's genehm sei...

jack-black antworten
Lucan-7
(@lucan-7)
Beigetreten : Vor 16 Jahren

Beiträge : 29398

@jack-black 

Das hatte ich auch so verstanden. Und ich teile Deine Einschätzung nicht. Je nach Szenario wird die Nato bei einem russischen Angriffskrieg gegen einen Natostaat auch Atomwaffen einsetzen. Dazu wurden die schließlich gebaut.

Nein. Atombomben wurden nicht dafür gebaut, tatsächlich eingesetzt zu werden, zumindest seit einigen Jahrzehnten nicht mehr. Entscheidend ist nur die glaubwürdige Drohung.

Militärisch muss immer die Frage nach dem Nutzen gestellt werden. Also konkret: Was verbessert sich für eine Kriegspartei konkret, wenn eine bestimmte Waffe eingesetzt wird?

Wenn die Antwort lautet: "Nichts" oder "die Lage verbessert sich nicht für uns, die Lage wird schlimmer" - dann wird die Waffe auch nicht eingesetzt.

Alles andere wäre ja auch absurd.

Damit ist allerdings auch die glaubwürdige Drohung dahin. Und das sehe ich als das Problem hier.

lucan-7 antworten
DerElch
(@derelch)
Beigetreten : Vor 24 Jahren

Beiträge : 2120

@lucan-7 

Alles andere wäre ja auch absurd.

Absurdes Handeln ist weltweit Alltag.

derelch antworten
Lucan-7
(@lucan-7)
Beigetreten : Vor 16 Jahren

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@derelch 

Absurdes Handeln ist weltweit Alltag.

Dem Gegner absurdes Handeln zu unterstellen bedeutet in den meisten Fällen, ihn nicht verstanden zu haben und ist der sicherste Weg in die Niederlage.

lucan-7 antworten
DerElch
(@derelch)
Beigetreten : Vor 24 Jahren

Beiträge : 2120

@lucan-7 

Dem Gegner absurdes Handeln zu unterstellen bedeutet in den meisten Fällen, ihn nicht verstanden zu haben und ist der sicherste Weg in die Niederlage.

An Sprüchen mangelt es dir jedenfalls nicht ...

derelch antworten
Jack-Black
(@jack-black)
Beigetreten : Vor 6 Jahren

Beiträge : 6191

@lucan-7 Atombomben wurden nicht dafür gebaut, tatsächlich eingesetzt zu werden, zumindest seit einigen Jahrzehnten nicht mehr. Entscheidend ist nur die glaubwürdige Drohung.

Naja, eine glaubwürdige Drohung ist nur dann glaubwürdig, wenn zu erwarten ist, dass im Falle eines Falles die Atombomben halt eingesetzt werden. ^^

Militärisch muss immer die Frage nach dem Nutzen gestellt werden. Also konkret: Was verbessert sich für eine Kriegspartei konkret, wenn eine bestimmte Waffe eingesetzt wird?

Ja. Und?

Wenn die Antwort lautet: "Nichts" oder "die Lage verbessert sich nicht für uns, die Lage wird schlimmer" - dann wird die Waffe auch nicht eingesetzt.

Ja. Und?

Damit ist allerdings auch die glaubwürdige Drohung dahin.

Non sequitur.

jack-black antworten
Lucan-7
(@lucan-7)
Beigetreten : Vor 16 Jahren

Beiträge : 29398

@jack-black 

Naja, eine glaubwürdige Drohung ist nur dann glaubwürdig, wenn zu erwarten ist, dass im Falle eines Falles die Atombomben halt eingesetzt werden.

Und eben das ist ja nicht mehr gegeben. In den 80ern standen sich geschlossene Blöcke mit klaren Grenzen gegenüber. Jetzt gibt es nur noch Bündnisse zwischen uneinigen Partnern.

Und eine einzelne Atombombe würde eben nicht einen totalen Vernichtungsschlag auslösen... warum auch? Niemand will das.

Die ursprüngliche Abschreckung beruht auf Rache. "Wenn ihr uns vernichtet, dann werdet ihr auch vernichtet, und dann sind wir alle tot!"

Aber warum sollte das für ein oder zwei Atombomben in der Ukraine oder in Litauen Geltung haben? Warum sollten die USA dafür die eigene Vernichtung riskieren? Weil man der Ukraine Beistand versprochen hat und Litauen in der Nato ist?

Dann wird sich der Präsident an die US-Bürger wenden und sagen: "Tja Leute, tut uns leid... Lettland ist angegriffen worden, wir werden jetzt Russland vernichten und ihr werdet deshalb leider alle sterben! Kann man aber nichts machen, wir haben ja einen Vertrag!"

Es bestehen wohl erhebliche Zweifel, dass Derartiges passieren könnte... und deshalb wird die Abschreckung jetzt auch löcherig.

 

 

lucan-7 antworten
Jack-Black
(@jack-black)
Beigetreten : Vor 6 Jahren

Beiträge : 6191

@lucan-7 Aber warum sollte das für ein oder zwei Atombomben in der Ukraine oder in Litauen Geltung haben? Warum sollten die USA dafür die eigene Vernichtung riskieren?

Ich zitiere mal mich selbst und fette die wesentlichen Worte.

Je nach Szenario wird die Nato bei einem russischen Angriffskrieg gegen einen Natostaat auch Atomwaffen einsetzen.

 

Welche Szenarien den Einsatz von Atomwaffen erfordern, weiß ich nicht. Ich bin kein Militär und Glaskugeln für die Zukunft habe ich auch nicht. Auch habe ich nicht behauptet, der Angriff auf einen der baltischen Natostaaten hätte sofort eine Eskalation inklusive Atombombeneinsatz zur Folge. Welche Mittel in welcher Situation eines Verteidigungsfalles eingesetzt werden - das werden diejenigen entscheiden, die dafür bezahlt werden.

Dass man Estland oder anderen Verbündeten überhaupt nicht militärisch beistehen, also Verträge brechen werde, ist bisher eine Behauptung/Vermutung, für die ich noch kein auch nur ansatzweise überzeugendes Argument hier gelesen habe. Bis ein solches kommt, wage ich mal eine kurze Antwort auf die Threadfrage*: Ja.

 

 

 

 

 

 

 

*wir meint hier freilich: die von der deutschen Bundesregierung damit beauftragte Bundeswehr.

jack-black antworten
Lucan-7
(@lucan-7)
Beigetreten : Vor 16 Jahren

Beiträge : 29398

@jack-black 

Welche Szenarien den Einsatz von Atomwaffen erfordern, weiß ich nicht. Ich bin kein Militär und Glaskugeln für die Zukunft habe ich auch nicht.

Wer hat das schon... ich würde mir auch nicht anmaßen, mich als Militärexperten zu bezeichnen, aber ich beschäftige mich schon seit vielen Jahren mit Militärgeschichte, und in den letzten Jahren aus gegebenen Anlaß eben auch mit der aktuellen Weltlage. Und da fällt eben auf, dass es zum einen eine klare Entwicklung zur asymetrischen Kriegsführung gibt, auf die die modernen Militärs kaum eingerichtet sind (wie in Afghanistan oder aktuell in Gaza), und zum anderen eine Verschiebung innerhalb der ehemaligen Blöcke während des kalten Krieges.

Der Ukraine Krieg war für mich ein Anlass, mich etwas intensiver auch mit militärischen Hintergründen zu befassen. Denn wie hier die Weichenstellung für die Zukunft gesetzt wird ist ja nicht ganz unwesentlich. Da möchte ich schon wissen, wie die Lage einzuschätzen ist... und was ich antworte, wenn Freunde von mir einen neuen Atomkrieg befürchten.

 

Welche Mittel in welcher Situation eines Verteidigungsfalles eingesetzt werden - das werden diejenigen entscheiden, die dafür bezahlt werden.

Das entscheiden die aber nicht spontan, dafür fehlt in der Regel die Zeit. Das Militär entwickelt verschiedene Szenarien im Voraus, um vorbereitet zu sein. Natürlich geben die das nicht alles weiter, aber jedes Militär folgt in der Regel einer bestimmten Doktrin, auf welche Weise welche Teilkräfte einzusetzen sind und wie die Zusammenarbeit aussieht. Und diese Doktrin ist mehr oder weniger bekannt. Und weil das Militär seine eigene Logik hat lassen sich da auch bestimmte Szenarien nachvollziehen.

 

Dass man Estland oder anderen Verbündeten überhaupt nicht militärisch beistehen, also Verträge brechen werde, ist bisher eine Behauptung/Vermutung, für die ich noch kein auch nur ansatzweise überzeugendes Argument hier gelesen habe.

Der Vertrag wäre auch dann erfüllt, wenn man Konserven und Verbandsmaterial nach Estland schickt und Russland mit neuen Sanktionen belegt. Meine Aussage war lediglich, das Deutschland nicht in einen Krieg gegen Russland ziehen wird.

Diese Gefahr besteht meiner Ansicht nach dann, wenn man Russland entweder den Krieg in der Ukraine gewinnen lässt oder den Konflikt "einfriert", wie es manche Leute fordern.

Ich stimme in so einem Fall den Analysten zu, die dann in wenigen Jahren einen Angriff Russlands auf das Baltikum befürchten. Das muss nicht zwangsläufig passieren, ist aber eine realistische Möglichkeit.

 

lucan-7 antworten
Seidenlaubenvogel
(@seidenlaubenvogel)
Beigetreten : Vor 14 Jahren

Beiträge : 2325

@lucan-7 

Diese Gefahr besteht meiner Ansicht nach dann, wenn man Russland entweder den Krieg in der Ukraine gewinnen lässt oder den Konflikt "einfriert", wie es manche Leute fordern.

Also ist es ansich total „simpel“? Wir brauchen „nur“ einen Rückzug Russlands? Friedensverhandlungen, die nicht zu Lasten der Ukraine gehen? Und das alles so, dass Putin keinen Gesichtsverlust erleidet. … warum „braucht es“ dazwischen nur so viel Leid, Zerstörung und Tod? Und bis es soweit ist braucht es noch und noch mehr Waffen - seltsame Welt. Ich hatte das schon mal wo geschrieben, ohne mir das das selbst konkret vorstellen zu können: Wie hätte gewaltloser Widerstand aussehen können?

Ich sollte mich bei solchen Themen zurückhalten, da ich zu wenig informiert bin. An eines kann und will ich gerne erinnern und mich selbst dazu ermutigen: Gebet ❤️

Wenn etwas gefordert ist, uns in Verbindung bringt und Veränderung schaffen kann, dann ist es Gebet.

seidenlaubenvogel antworten
Lucan-7
(@lucan-7)
Beigetreten : Vor 16 Jahren

Beiträge : 29398

@seidenlaubenvogel 

Also ist es ansich total „simpel“? Wir brauchen „nur“ einen Rückzug Russlands? Friedensverhandlungen, die nicht zu Lasten der Ukraine gehen? Und das alles so, dass Putin keinen Gesichtsverlust erleidet. … warum „braucht es“ dazwischen nur so viel Leid, Zerstörung und Tod?

Ich kann dazu auch nur Vermutungen anstellen, aus dem was in der Politik einerseits gesagt wird und aus dem, was andererseits getan wird.

Der Krieg hätte im Grunde schon vorbei sein können, wenn die Ukraine rechtzeitig und sehr massiv mit Waffen beliefert worden wäre. Russland war über eine lange Zeit geschwächt, die Ukraine hatte die Vorteile auf ihrer Seite... konnte sie aber nicht nutzen, weil man zu zögerlich mit den Waffenlieferungen war.

Dafür mag es viele Gründe geben. Einer könnte tatsächlich die Furcht sein, dass Putin den Krieg "eskaliert". Das hätte in diesem Fall den Einsatz der Atombombe bedeutet, denn etwas Anderes wäre ihm nicht mehr geblieben. Militärisch wäre das unsinnig gewesen, aber das Einschüchterungspotential wäre natürlich ganz enorm. Politisch wäre es aber für Russland eine Katastrophe gewesen.

Es ist zu vermuten, dass vor allem Deutschland diese Befürchtung hatte.

Ein anderer Grund ist etwas zynischer. Je länger der Krieg dauert, desto mehr wird Russlands Militär und Wirtschaft geschwächt. Die Ukraine würde nach dieser Kalkulation gerade so viel Ausrüstung erhalten, dass der Krieg möglichst lange andauert und Russland möglichst viel Material und Menschen verliert.

Das wäre durchaus im Sinne der USA und der Nato. Ob das tatsächlich der Grund ist, darüber kann man spekulieren.

Auf Dauer muss der Krieg so beendet werden, dass Russland danach keine weiteren Angriffe mehr führen wird. Und das bedeutet, dass die Ukraine sehr viel mehr militärisches Material benötigt als jetzt. Damit dieser Krieg endlich endet.

Dafür ist die Bereitschaft des Westens aber wohl nicht groß genug...

 

lucan-7 antworten
DerElch
(@derelch)
Beigetreten : Vor 24 Jahren

Beiträge : 2120

@lhoovpee 

Deutschland wird sicherlich Waffen/Material liefern. Bodentruppen aber wohl erst, wenn ein Angriff auf Polen absehbar ist. 

Deutschland hat künftig dauerhaft 5000 Mann in Litauen stehen, was denkst du wozu die dort sind? Zum Skatspielen?
Estland ist beschissen zu verteidigen und Bodentruppen sind dann kaum die erste Massnahme, aber Deutschland wird sich dem Einsatz nicht entziehen (können).

derelch antworten
Lucan-7
(@lucan-7)
Beigetreten : Vor 16 Jahren

Beiträge : 29398

@derelch 

Deutschland hat künftig dauerhaft 5000 Mann in Litauen stehen, was denkst du wozu die dort sind? Zum Skatspielen?
Estland ist beschissen zu verteidigen und Bodentruppen sind dann kaum die erste Massnahme, aber Deutschland wird sich dem Einsatz nicht entziehen (können).

Die 5000 Mann sind für Litauen, nicht dafür, nach Estland zu marschieren. Selbstverständlich würde sich Deutschland einem solchen Einsatz ohne weiteres entziehen können.

lucan-7 antworten
DerElch
(@derelch)
Beigetreten : Vor 24 Jahren

Beiträge : 2120

@lucan-7 

Die 5000 Mann sind für Litauen, nicht dafür, nach Estland zu marschieren.

Selbstverständlich sind zuerst Grossbritanien, Frankreich und Dänemark am Drücker. Allerdings liegen Estland und Litauen nicht auf verschiedenen Kontinenten und zum zweiten sind die eFP-Battlegroups nicht die einzigen Natosoldaten die dann zum Einsatz kommen. Die NRF hat derzeit einen relativ grossen Anteil deutscher Soldaten.

Selbstverständlich würde sich Deutschland einem solchen Einsatz ohne weiteres entziehen können.

Das ist substanzlos.

derelch antworten
Lucan-7
(@lucan-7)
Beigetreten : Vor 16 Jahren

Beiträge : 29398

@derelch 

Das ist substanzlos.

Inwiefern könnte sich Deutschland einem solchen Einsatz denn nicht entziehen...?

Wer will uns denn zwingen, gegen Russland in den Krieg zu ziehen?

Und was könnte das deutsche Volk dazu bewegen, da mitzumachen, wenn jetzt schon die Angst vor Atombomben die Runde macht...?

lucan-7 antworten
Jack-Black
(@jack-black)
Beigetreten : Vor 6 Jahren

Beiträge : 6191

@lucan-7 Und was könnte das deutsche Volk dazu bewegen, da mitzumachen, wenn jetzt schon die Angst vor Atombomben die Runde macht...?

Du meinst, im Bündnisfall gibt's dann eine Volksbefragung hierzulande? 🤪 

jack-black antworten
Lucan-7
(@lucan-7)
Beigetreten : Vor 16 Jahren

Beiträge : 29398

@jack-black 

Du meinst, im Bündnisfall gibt's dann eine Volksbefragung hierzulande?

Im Bündnisfall hieße die nächste Kanzlerin dann wohl Sarah Wagenknecht...

 

lucan-7 antworten
Jack-Black
(@jack-black)
Beigetreten : Vor 6 Jahren

Beiträge : 6191

@lucan-7 Im Bündnisfall hieße die nächste Kanzlerin dann wohl Sarah Wagenknecht...

Falls unsere Regierung derart handeln, also mal eben die Natoverträge brechen würde, nur aus Angst davor, an den Wahlurnen abgestraft zu werden - dann könnte eine Sarah Wagenknecht auch nicht die schlechtere Alternative sein.

Aber man zeihe mich der Naivität - ich denke nicht, dass die Bundesrepublik im Bündnisfall "kneifen" würde.

jack-black antworten
Lucan-7
(@lucan-7)
Beigetreten : Vor 16 Jahren

Beiträge : 29398

@jack-black 

Aber man zeihe mich der Naivität - ich denke nicht, dass die Bundesrepublik im Bündnisfall "kneifen" würde.

Nochmal: Auch der "Bündnisfall" sieht nicht zwingend einen Militäreinsatz vor. Deutschland entscheidet souverän darüber, was es in so einem Fall für angemessen hält.

Und wenn das die Entsendung von 200 Helmen und 20 Zelten sowie Sanktionen gegen Russlands Matrjoschka-Industrie ist... dann ist das halt so, und der Vertrag wäre erfüllt.

 

lucan-7 antworten
Helmut-WK
(@hkmwk)
Beigetreten : Vor 22 Jahren

Beiträge : 10218

@jack-black 

Du meinst, im Bündnisfall gibt's dann eine Volksbefragung hierzulande?

Das ist nicht nötig, eine Umfrage und ein* Kanzler*, d*e* nicht wagt, gegen die Umfrageergebnisse zu handeln, tuts auch.

Je nachdem wie sich die Situation entwickelt, könnte die Umfrage ja auch schon durchgeführt sein, bevor der Bündnisfall eintritt.

* ist natürlich Gendersternchen 😉

hkmwk antworten
Jack-Black
(@jack-black)
Beigetreten : Vor 6 Jahren

Beiträge : 6191

@hkmwk eine Umfrage und ein* Kanzler*, d*e* nicht wagt, gegen die Umfrageergebnisse zu handeln, tuts auch.

Schätzt Du den derzeitigen Kanzler so ein? Oder den absehbaren nächsten?

jack-black antworten
Helmut-WK
(@hkmwk)
Beigetreten : Vor 22 Jahren

Beiträge : 10218

@jack-black 

Scholz kann ich schwer einschätzen, und was der nächste Kanzler tut - keine Ahnung (wer wirds denn?).

Die Zögerlichkeit von Scholz lässt es zumindest denkbar erscheinen, dass er »kneift«.

hkmwk antworten
DerElch
(@derelch)
Beigetreten : Vor 24 Jahren

Beiträge : 2120

@lucan-7

 

Inwiefern könnte sich Deutschland einem solchen Einsatz denn nicht entziehen...?

Die Alternative zum Kämpfen ist davonlaufen, nur gibt es irgendwann nichts mehr wo man hin laufen kann, wenn alle weglaufen. Wenn Putin das Baltikum angreift, sind deutsche Soldaten schneller in Kampfhandlungen verstrickt, als sie abziehn können.

Wer will uns denn zwingen, gegen Russland in den Krieg zu ziehen?

Der eigene Überlebenswille.

Und was könnte das deutsche Volk dazu bewegen, da mitzumachen, wenn jetzt schon die Angst vor Atombomben die Runde macht...?

Das deutsche Volk wurde dazu noch nie befragt.

derelch antworten
Lucan-7
(@lucan-7)
Beigetreten : Vor 16 Jahren

Beiträge : 29398

@derelch 

Die Alternative zum Kämpfen ist davonlaufen, nur gibt es irgendwann nichts mehr wo man hin laufen kann, wenn alle weglaufen. Wenn Putin das Baltikum angreift, sind deutsche Soldaten schneller in Kampfhandlungen verstrickt, als sie abziehn können.

Von Estland ist es noch weit bis Deutschland. Und es bliebe die Hoffnung, dass Putin dann irgendwann zufrieden ist. Das kann man sich prima schönreden.

Das deutsche Volk wurde dazu noch nie befragt.

Wir sind immer noch eine Demokratie. Hier entscheidet das Volk, von welchen Leuten es regiert werden will. Und wenn die Regierung Deutschland in den Krieg führt, dann ist es gut möglich dass sie nicht wieder gewählt wird.

 

lucan-7 antworten
lhoovpee
(@lhoovpee)
Beigetreten : Vor 10 Jahren

Beiträge : 3547

@derelch 

Oh, das hatte ich tatsächlich nicht auf dem Schirm, dass dort derzeit eine Brigade aufgebaut wird. 2027 soll sie voll einsatzbereit sein. Mal schauen ob der Zeitplan eingehalten wird. 

lhoovpee antworten
Orangsaya
Beiträge : 3018
Veröffentlicht von: @kappa

Estland verteidigen - damit aus Lauter Dankbarkeit unsere Industrie weiter in Richtung Osten abwandert?

Jetzt mal unter uns und Hand aufs Herz. Die Probleme der wirtschaftlichen Abwanderung sind doch in den meisten Fällen politisch selbstgemacht. Wenn man der Industrie den Nährboden entzieht, macht sie nicht anderes als eine Pflanze im Garten. Sie richtet ihre Wurzeln in die Richtung, damit sie weiter existieren kann und notfalls siedelt sie um, damit ihre Art erhalten bleibt. Das nicht nur Richtung Osten, sondern international, aber auch national.

Veröffentlicht von: rt@kappa

Ich habe es schon einmal offen gesagt, im Zweifel lieber Flüchten.

Davon abgesehen, dass es mich an die alte Parole "Lieber rot als tot" erinnert, sehe ich kaum einen Anlass bei dir, warum du dich deswegen beschweren solltest. Die Industrie macht für den Fall der Fälle doch nichts anderes, als dass, was du machen willst, nämlich fliehen. 

Warum ist den Miele nach Polen "geflohen"? Zu hohe Arbeitskosten, zu teure Energie, zu unsichere Perspektive bei dem Energie und Rohstoffe nur noch teurer werden, die Drohungen der hohen Steuern stehen im Raum, usw. Die Firma würde im Aus enden, wenn sie da nur zuschauen würde. Natürlich ist es nicht gut und richtig, wenn die Industrie abwandert, die Ursachen sind zum größten Teil politisch selbst gemacht. 

orangsaya antworten


JohnnyD
Beiträge : 1778

@lucan-7 

Deutschland würde hinter Molotov-Ribbentrop sofort alles aufgeben. Ich glaube keine Sekunde, dass Deutschland da irgendwas verteidigen würde. Das imperialistische Denken (Verhandlungen über die Köpfe der Staaten zwischen DE und Kreml hinweg) hat die entsprechenden Politiker noch voll im Griff.

Der Schutz für diese Länder kommt von Großbritannien, USA und den nordischen Nachbarn an der Ostsee, Polen bis hinunter zur Ukraine - nicht von Deutschland.

johnnyd antworten
4 Antworten
tristesse
(@tristesse)
Beigetreten : Vor 2028 Jahren

Beiträge : 20559

@johnnyd 

Deutschland würde hinter Molotov-Ribbentrop sofort alles aufgeben

Den Pakt gibt es nicht mehr, der ist 1939 geschlossen worden. 

Das imperialistische Denken (Verhandlungen über die Köpfe der Staaten zwischen DE und Kreml hinweg) hat die entsprechenden Politiker noch voll im Griff.

Gibt es für Deine These auch eine Begründung?

tristesse antworten
JohnnyD
(@johnnyd)
Beigetreten : Vor 25 Jahren

Beiträge : 1778

@tristesse 

 🙄 Erstaunlich, dass du anzunehmen scheinst, dass mir das neu ist.

johnnyd antworten
Helmut-WK
(@hkmwk)
Beigetreten : Vor 22 Jahren

Beiträge : 10218

@johnnyd 

Wenn du so schreibst, als wüsstest du das nicht, kannst du dich nicht beklagen, dass jemand das was du schreibst ernster nimmt als du es gemeint hast.

Und warum antwortest du nicht auf:

Gibt es für Deine These auch eine Begründung?

hkmwk antworten
tristesse
(@tristesse)
Beigetreten : Vor 2028 Jahren

Beiträge : 20559

@johnnyd 

Erstaunlich, dass du anzunehmen scheinst, dass mir das neu ist.

Dann klatsch halt nicht kryptisch diese Begriffe einfach so rein, ohne zu erklären was Du meinst. Dann kommt es auch nicht zu solchen Rückmeldungen.
 
Gibt es für Deine These auch eine Begründung?
 
Da Du diese Frage umgangen hast, gehe ich davon aus, dass es keine gibt?
tristesse antworten
Orangsaya
Beiträge : 3018
Veröffentlicht von: @lucan-7

Ich mache mir da gerade ein paar Gedanken über die Stimmung hier in Deutschland bezüglich des Krieges in der Ukraine.

Ich mache mir gerade Gedanken: "Stell dir vor es ist Krieg und Scholz ist Bundeskanzler." 

Bei dem Gedanken bekäme ich weiche Eier, weil die Gefahr besteht, dass er auch in diesem Fall sich für zaudern statt schützen entscheiden würde. Pistorius ist der beste Verteidigungsminister seit langem, aber geraten wir, warum auch immer in einen Krieg, geht automatisch, die  Befehls- und Kommandogewalt über die Bundeswehr vom  Verteidigungsminister auf den Bundeskanzler über. Scholz könnte vielleicht ein guter Bundeskanzler sein, wenn Deutschland wirtschaftlich stabil wäre, sich die Koalition nicht streitet Arbeit und Geld wie Manna vom Himmel fällt, aber diesen Kanzler in einem Kriegszustand würde mir Angst machen.

Veröffentlicht von: @lucan-7

Die Vorgabe heißt hier ja: "Niemals Kriegspartei werden!". Und das erscheint gegen eine Nuklearmacht, die ja auch künftig unser Nachbar sein wird, auch grundsätzlich vernünftig. Es ist auch vernünftig, den Krieg auf die Ukraine und Russland zu beschränken und nicht auf ganz Europa auszuweiten. Denn unsere Armee und ihre Luftabwehr ist mehr als bescheiden, und das ist nur ein Grund von vielen.

Wann wir Kriegspartei werden ist eine theoretische Überlegung. Im Worst Case entscheiden nicht Scholz über die Frage, sondern Putin. Natürlich ist es vernünftig den Krieg auf die Ukraine zu beschränken. Auch in der Ukraine ist es vernünftig, wenn man die Kriegshandlungen beschränkt bleiben und die halbwegs sicheren Gebiete vom Krieg ferngehalten werden. 

Auch der Zivilschutz hat nicht nur Defizite, sondern erscheint mir eher als ein Defizit im Ganzen. Die Bürger des Landes scheinen bei der Gefahr weniger wert zu sein, als zu Friedenszeiten. 

Eine Luftabwehr könnte sich beschleunigt aufbauen, denn wir sind schon vor dem Ukrainekrieg mit Israel ein Waffenbündnis eingegangen und hier haben wir einen Partner, der in Fragen der Luftabwehr an der Weltspitze ist, wenn dieses Land nicht in der Forschung und der praktischen Umsetzung die Weltspitze ist. 

Erinnerst du dich? Vor ungefähr zwanzig Jahren war ein Ausbau der Lufthabwehr ins Auge gefasst. Präsident Bush hätte uns unterstützt. Der Hintergrund war, die Absicht des Irans Atombomben zu bauen und Raketen mit einer Reichweite bis zu uns. Doch die Pläne wurden im Keim von der damalige rot-grünen erstickt. Einmal aus Rücksicht Schröders gegen seinen Kumpel Putin und auch sonst ist man in Deutschland, obwohl er selbst gegenüber Deutschland freundlich gesonnen war, mit Bush umgegangen, als würde er nach Schwefel stinken. Jetzt haben wir das Dilemma und unsere Luftabwehr ist ungenügend. Ich kann zwar sehr gut nachvollziehen, warum "Si vis pacem para bellum" einem emotional nicht gefällt, es ist auch keine Garantie für Frieden, aber in den meisten Fällen hat sich seit tausenden von Jahren erwiesen,  das als bester Schutz gegen Krieg war. Die falsche Politik fing schon unter Kohl statt. Damals wollte man aus der Bundeswehr eine international Armee machen, die möglichst in Zusammenarbeit mit der UNO den Frieden sichert und der eigene Schutz wurde vernachlässigt. Diese Vorgehensweise wurde von Jahrzehnt zu Jahrzehnt perfektioniert. 

Jetzt stehen wir vor einem ähnlichen Dilemma wie Groß Britannien. Sie waren vor über achtzig Jahren eine reiche Weltmacht, doch ihren Focus haben sie auf die See reduziert. Es war eine Armee, die für einen Krieg in Europa viel zu schwach war. Was haben sie gemacht? Zuerst eine Appeasement-Politik und Parallel wurde im Aufbau der Armee kräftig investiert. Das führte nach Hitlers überfall auf Polen dazu, dass GB Schutzmacht als politisch Hitler den Krieg erklären konnte, militärisch standen sie aber mit leeren Händen da. 

Nicht genauso, aber ähnlich ist unsere Situation. Wir halten den Krieg, was auch richtig ist,  so weit möglich von uns weg, aber im Hintergrund schmieden wir so schnell, wie möglich Pflugscharen zu Schwerter, damit wir uns vor Krieg schützen können. Die Zeitenwende ist, früher glaubten wir, wir brauchen Russland für den Frieden, heute erkennen wir, dass Russland eine Gefahr für den Frieden ist. 

Veröffentlicht von: @lucan-7

Aber angenommen, Russland würde - so wie es manche befürchten - das Baltikum angreifen. Plötzlich würden in der Grenzregion eine Menge Soldaten aufmarschieren, ohne Hoheitsabzeichen, so wie es auf der Krim war. Oder ein anderes Szenario, je nachdem wie gut die Grenzbefestigungen dann aufgestellt wären.

Ich glaub nicht, dass Russland kurzfristig ein Interesse daran hat, denn der Krieg würde nicht nur irgendwo im Baltikum stattfinden, sondern die Verbindung zur Enklave Königsberg wäre noch weiter von Russland abgeschnitten. Die Alliierten würden versuchen so schnell wie möglich Weißrussland von Russland abzuschneiden, um ein tieferes Eindringen in Europa zu verhindern und Russland hätte ein lange Front zu verteidigen. Meine Meinung dazu. Es gibt auch andere Gründe, wie wir in einen Krieg schlittern können. Das Baltikum und Polen könnten zu einem Punkt kommen, dass sie zur Verteidigung präventiv Russland Angreifen. Die polnische Lufthoheit wird häufig gebrochen, weil Russland seine Drohnen nach Polen fliegen lässt, um von da aus die Ukraine anzugreifen. Das wäre auch ein Kriegsgrund aber niemand hat daran ein Interesse. 

Nehmen wir mal an, Estland würde massiv angegriffen. Dann wären wir ohne Frage im "Welt"krieg, wie ein Angriff auf Deutschland während des kalten Krieges genauso automatisch einen neuen Weltkrieg bedeutet hätte. Genauso wie damals an den Deutschen Grenzen als Sperrsitze die Amerikaner, Franzosen, Belgier, Briten usw. stationiert waren, ist es jetzt an der Grenze zu Russland. So wie damals bei einem klaren Angriff die Armen sofort gehandelt hätten, würde heute in die deutschen Brigaden ihrem Bündnis gerecht. Das Oberkommando hat, glaube ich, noch immer Amerika. Ich glaube nicht das sie Scholz erst um Erlaubnis für eine Sache Fragen, die längst beschlossen ist. Die Sperrspitze auch deutsche Soldaten wären der erste Block um Russland aufzuhalten, und es käme eine Generalmobilmachung in Gange, die innerhalb von 72 Stunden an der Front stehen soll. Wir würden in Deutschland den Himmel nicht mehr erkennen, so voll wäre der. Wir in Deutschland haben unsere Militärflughäfen abgebaut. Wir hätten gar keinen Platz für die Flugzeuge. Der ungefähre Plan wäre, die Kampfflugzeuge starten in England um Russland ggf. anzugreifen. Das Problem, die Flugzeuge könnte zwar Russland angreifen, aber der Tank reicht nicht für den Rückflug, also wird Deutschland als Zwischenstation zum Tanken dienen. Das sagte mal ein Militärexperte im Interview. Deutschland ist bei einem Angriff ungefragt mitten im Krieg. Es ist schon als mögliches Szenario beschlossen. Es wird nicht sein, wie beim einzigen Bündnisfall, bei dem die NATO Länder sich erst trifft und den Bündnissfall ausruft. Russland ist zu stark dafür und die Zeit ist knapp. Da wäre schrecklich und will keiner, auch nicht Putin. Deswegen gehe ich davon aus, dass Russland scheibchenweise die Kriegsziele erreichen will. 

Würde ein EU-Land angegriffen, wären wir sowieso im Krieg, denn die EU hat eine gegenseitige Beistandspflicht vereinbart. Wie schlecht die EU darauf vorbereitet ist, wissen wir alle.

Veröffentlicht von: @lucan-7

Und ich denke mir, dass Deutschland auch in diesem Fall wohl kaum eine Notwendigkeit sehen wird, in einen Krieg gegen Russland zu ziehen.

Deutschland wäre dem Zwang an der Verteidigung teilzunehmen ausgesetzt. Auch, wenn der Gedanke nicht schön ist. Deutschland wäre unten durch, wenn es die Rolle des Drückeberger übernehmen würde.

Veröffentlicht von: @lucan-7

Denn an der atomaren Bedrohung würde sich ja nichts ändern.

Würde Russland in ein NATO-Land marschieren würde die atomare Gefahr heiß. Egal ob es sich um taktische, oder strategische Atombomben handelt. Sogar die Erstschlagstrategie ist leider nicht in der Mottenkiste. Wir müssen der Wahrheit ins Auge schauen. Ich denke, dass Putin nicht so weit gehen würde, aber er wird seine Grenzen ausloten und schauen, wie weit er gehen kann. 

orangsaya antworten
2 Antworten
Lucan-7
(@lucan-7)
Beigetreten : Vor 16 Jahren

Beiträge : 29398

@orangsaya 

Deutschland wäre dem Zwang an der Verteidigung teilzunehmen ausgesetzt. Auch, wenn der Gedanke nicht schön ist. Deutschland wäre unten durch, wenn es die Rolle des Drückeberger übernehmen würde.

Die meisten Menschen wären wohl lieber "Drückeberger" als das Risko eines Nuklearschlags einzugehen.

Ich denke, ein nicht unerheblicher Teil der Deutschen würde sogar eine Herrschaft Putins akzeptieren, wenn das die Alternative zum Krieg bedeuten würde.

 

lucan-7 antworten
Helmut-WK
(@hkmwk)
Beigetreten : Vor 22 Jahren

Beiträge : 10218

@orangsaya (zum Beitrag)

Erinnerst du dich? Vor ungefähr zwanzig Jahren war ein Ausbau der Lufthabwehr ins Auge gefasst. Präsident Bush hätte uns unterstützt.

Das war nicht das, was normalerweise mit Luftabwehr gemeint war, das war die Abwehr von Langstreckenraketen (aus dem Iran, wie du ja selber schriebst). Und das Problem: NATO und Warschauer Pakt hatten in der Entspannungspolitik vereinbart, auf solche Raketenabwehr zu verzichten. Deshalb gab es viele Diskussionen, u.a. ein Angebot an Russland, eine gemeinsame Raketenabwehr gegen den Iran aufzubauen. Aber da zuminest für teile der NATO eine Abwehr iranischer oder russischer Raketen technisch (was dazu aufgebaut werden muss) identisch ist, hakte es - an wem es genau scheiterte weiß ich jetzt nicht.

Die falsche Politik fing schon unter Kohl statt. Damals wollte man aus der Bundeswehr eine international Armee machen

Das war ja anfangs eine realistische Position. Mir war zwar schon bei der Euphorie um 1990 klar, dass es kein »Ende der Geschichte« geben wird, aber eine Zeitlang sah es so aus, als ob der Westen gegen Islam(ismus) der wichtigste Konflikt auf der Welt werden würde. Irgendwann wurde klar, dass Russland wieder aufrüstet und wir darauf reagieren sollten - hat man in D aber nicht. Ich denke nicht dass man Kohl allzu sehr darum tadeln sollte, um 2005 rum wäre ja noch reichlich Zeit zum allmählichen Umsteuern gewesen …

Meine Meinung dazu. Es gibt auch andere Gründe, wie wir in einen Krieg schlittern können. Das Baltikum und Polen könnten zu einem Punkt kommen, dass sie zur Verteidigung präventiv Russland Angreifen.

Das werden sie nicht tun. Schon weil dann bei einem russischen Gegenangriff kein Bündnisfall gegeben wäre …

Wahrscheinlicher ist, dass Putin zunächst andere Felder bearbeitet. Im Kaukasus seine Macht ausbaut (aktuell wirds in Georgien spannend), Moldawien bedroht (was voraussetzt, dass die russische Armee in der Ukraine bis nach Transnistrien kommt) und mit Serbien zusammenarbeitet - da gibts ja so einige Konfliktherde, die man anheizen könnte. Und mit Ungarn ein inzwischen wackliges NATO-Mitglied …

Aber wenn Trump Präsident wird, ist noch Anderes denkbar - bis hin zu einem Angriff im Baltikum.

Ich denke, dass Putin nicht so weit gehen würde, aber er wird seine Grenzen ausloten und schauen, wie weit er gehen kann.

Tja, und wo die Grenzen sind, bis zu denen Putin relativ gefahrlos gehen kann, hängt von verschiedenen Faktoren ab: Wird Trump US-Präsident? Bleibt Orban in Ungarn an der Macht? Wie wird Erdoğan reagieren, wenn Russland Georgien und Armenien unter seine Kontrolle bringt? Was sagt China zu entsprechenden Aktionen? Und sicher auch noch Einiges, was ich nicht auf dem Schirm habe …

hkmwk antworten


Orangsaya
Beiträge : 3018
Veröffentlicht von: @lucan-7

Die meisten Menschen wären wohl lieber "Drückeberger" als das Risko eines Nuklearschlags einzugehen.

Ich würde eher sagen es ist von der Stimmung abhängig, aber rückblickend kann man sage, dass die meisten Menschen bereit waren einen Atomschlag zu riskieren. Der NATO-Doppelbeschluss hat auch die Gefahr eines Nuklearschlags verschärft. Trotzdem gab es dafür eine Mehrheit, weil die Absicht darin lag einen Nuklearschlag zu verhindern. Im Nachhinein sahen es noch mehr Menschen so. Ich sage aus meiner Sicht, hätte die Neutronenbombe noch mehr geholfen. 

 

Bisher haben die Drohungen Putins und Gefolge die German Angst nicht gefruchtet Nach Eröffnung dieses Threads hat ein russisches Regierungsdokument veröffentlicht, dass Russland plant die Grenzen zu verschieben. Zeitnah veröffentlicht das russische Fernsehen aktuelle Bilder der Atombombe. Der Westen regierte politisch entschlossen und Putin ruderte zurück. So funktioniert es leider mit dem Unhold. Je mehr wir schwach wirken, desto mutiger wird Russland. 

Veröffentlicht von: @lucan-7

Ich denke, ein nicht unerheblicher Teil der Deutschen würde sogar eine Herrschaft Putins akzeptieren, wenn das die Alternative zum Krieg bedeuten würde.

Das erscheint mir auch äußerst plausibel 😉 , deswegen sind knapp zwei Drittel für die Wiedereinführung einer Wehrpflicht und deswegen gilt seit seinem Amtsantritt Boris Pistorius  im Politbarometer als wichtigster Politiker. Es ist der erste Nachkriegsminister der davon spricht, dass Deutschland wieder kriegstüchtig machen will. 

 

orangsaya antworten
1 Antwort
Lucan-7
(@lucan-7)
Beigetreten : Vor 16 Jahren

Beiträge : 29398

@orangsaya 

Das erscheint mir auch äußerst plausibel 😉 , deswegen sind knapp zwei Drittel für die Wiedereinführung einer Wehrpflicht und deswegen gilt seit seinem Amtsantritt Boris Pistorius  im Politbarometer als wichtigster Politiker. Es ist der erste Nachkriegsminister der davon spricht, dass Deutschland wieder kriegstüchtig machen will. 

Ich schrieb bewusst von einem "nicht unerheblichen Teil"... was nicht zwangsläufig eine Mehrheit bedeutet.

"Nicht unerheblich" bedeutet für mich konkret: Es gäbe genügend Leute in Deutschland, die sich zu willigen Schergen Putins aufschwingen würden, um hier eine DDR 2.0 zu errichten und deren Funktion zu garantieren.

Das mag jetzt nach übertriebener Panikmache klingen. Aber wenn die Geschichte eines gezeigt hat, dann dass Diktaturen möglich sind und sich dafür auch immer willige Helfer gefunden haben.

Dass viele Menschen jetzt eine Abschreckung befürworten ist eine Sache. Ein realer Krieg gegen Russland ist dann nochmal etwas völlig anderes...

 

lucan-7 antworten
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