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Theologie

Von ganz schön schwierig bis ganz schön praktisch
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Hallo zusammen, durch diverse Beiträge des adventistischen TV-Senders "Hope TV" bin ich mit der Frage nach dem "richtigen" Ruhetag für Christen konfrontiert worden. Adventisten glauben ja, dass dies der Samstag ist, weil dieser dem 7. Tag des jüdischen Kalenders entspricht und Gott diesen seinem Volk in den "10 Geboten" als Ruhetag "verordnet" hat. Im Folgenden zitiere ich aus einer E-Mail-Anfrage an Home TV und würde gerne Eure Ansicht dazu erfahren. Aus der E-Mail (meine Anfrage wurde mit F: gekennzeichnet und die Antworten mit A:):
F: Womit ich nicht mit den Adventisten übereinstimme, ist die Festlegung des Ruhetags auf den Samstag, nur weil das nach jüdischer Zählung der "7. Tag" sein soll, und zwar aus folgenden Gründen: - In Deutschland (und anderen christlichen Ländern) gilt nicht der jüdische Kalender und auch nicht die jüdische Wochentagszählung. Bei uns ist der Sonntag der "7. Tag" der Woche. Auch heißen unsere Wochentage ganz anders als die jüdischen. Unsere Wochentage sind sogar nach heidnischen Götzen benannt...
A: Der Sabbat der Bibel ist der siebte Tag der Woche, nämlich der Samstag. Bei uns steht auf den Kalender meistens der Sonntag am Ende der Woche. Das kam aber erst durch die Kalenderreform 1975. Früher war es der Samstag, wie wir auch aus unseren Wochentagsnamen ersehen können. Sonntag, Montag, Dienstag, – Mittwoch (er steht genau in der Mitte der Woche) – Donnerstag, Freitag, Samstag. Jesus und die Apostel feierten den Ruhetag am Samstag und auch die heutigen Juden bezeichnen den Samstag als Sabbat. Der Auferstehungstag, der von allen Christen als Sonntag bezeichnet wird, war der erste Tag der Woche (Mt 28,1; Mk 16,9). Die Gründe für diese Reform waren – soweit mir bekannt – dass man die Arbeitstage der Woche (Montag - Freitag) bei Kalendern in einem Block haben wollte und das Wochenende extra als Einheit absetzt. Damit kommt auch der traditionelle (nicht der biblische!) Ruhetag der Woche, der Sonntag, zum Schluss der Woche. Das soll bei Planungen eine bessere Übersichtlichkeit bewirken. Aber diese Überlegungen spielen letztlich keine Rolle bei der Frage, was der Wille Gottes in Bezug auf seinen Ruhetag ist und wie wir herausfinden, welcher das heute konkret ist.
F: - Selbst wenn man (wie z.B. in den USA) den Samstag als den 7. Tag festlegen würde (wobei das nur die Zählung betrofft, nicht aber die Tatsache, dass auch dort der Sonntag als Ruhgetag gilt): Weiß man denn überhaupt, ob die heutigen Wochentage noch "synchron" sind zu denen vor x-tausend Jahren? Ich verweise nur auf die Kalenderreformen in der Vergangenheit (s. auch Wikipedia: https://de.wikipedia.org/wiki/Kalenderreform).
A: Die Kalenderreformen haben nicht die Reihenfolge der Wochentage verändert „Für den Übergang bestimmte Gregor XIII. weiterhin, dass auf Donnerstag, den 4. Oktober 1582 (julianisch) direkt Freitag, der 15. Oktober 1582 (gregorianisch) zu folgen hatte, womit 10 Tage übersprungen wurden (unter Beibehaltung der Wochentagfolge).“ https://de.wikipedia.org/wiki/Julianischer_Kalender „Bei der Suche nach einem geeigneten Zeitpunkt für die Reform war die Wahl auf den Oktober gefallen, da der Kalender für diesen Monat vergleichsweise wenige Heiligenfeste enthielt und die ausgelassenen Tage auf diese Weise nur eine geringe Störung des Heiligenkalenders verursachten. Wegen der hohen Bedeutung des Sonntags im Christentum unterbrach die Reform nicht die Abfolge der Wochentage. Auf Donnerstag, den 4. Oktober, folgte Freitag, der 15. Oktober. Alle Sonntage im julianischen Kalender sind auch Sonntage im gregorianischen.“ https://de.wikipedia.org/wiki/Gregorianischer_Kalender#Zuordnung_zwischen_Kalenderdaten_und_Wochentagen_(Sonnenzirkel) „Es gibt keine Hinweise, dass die Abfolge der sieben Wochentage seit ihrer Einführung jemals unterbrochen worden wäre, auch nicht durch die Kalenderreform des gregorianischen Kalenders. Damit stellt sie den regelmäßigsten Bestandteil des julianischen sowie des gregorianischen Kalenders dar.“ https://de.wikipedia.org/wiki/Woche
F: - Das gesamte gesellschaftliche Leben ist auf den Sonntag als Ruhetag ausgerichtet. Wann, wenn nicht am Samstag, sollen vollzeitlich Berufstätige Erledigungen machen? Sonntags sind die Geschäfte, Wertstoffhöfe usw. geschlossen. Sonntags soll man keinen Krach machen (z.B. Renovierungsarbeiten etc.), um nicht die hierzulande geltende Sonntagsruhe zu stören (dies wäre auch egoistisch der übrigen Bevölkerung gegenüber).
A: Da gebe ich Ihnen völlig Recht: Die Umstellung des Ruhetages auf den Samstag bringt schon einige Herausforderungen und Opfer mit sich. Gar keine Frage. Das es aber auch (zur Zeit) relativ problemlos geht zeigen die vielen Christen auf der Welt und auch bei uns, die es genauso machen. Natürlich sollten sabbathaltende Christen auch Rücksicht auch ihr Mitmenschen nehmen und nicht deren Sonntagsruhe stören. Das gebietet schon die goldene Regel.
F: - Beim Apostelkonzil wurde beschlossen, dass den "Heidenchristen" (also uns) keine jüdischen Gesetze auferlegt werden sollen, die schon die Urväter nicht halten konnten, außer 4 Dinge (siehe Apostelgeschichte 15). Christen brauchen sich z.B. nicht beschneiden zu lassen und feiern auch kein Passah-Fest.
A: Dahinter steht die wichtige Frage: Welche Gesetze des Alten Testamentes gelten auch für Christen? Wenn wir die Gesetze in den fünf Büchern Mose näher betrachten, fallen uns zunächst vier Hauptgruppen auf: 1. Das Sittengesetz (Zehn Gebote) zeigt die Sünde und die erforderte Gerechtigkeit. Es ist unveränderlich gültig (Hebräer 10,16). 2. Das Zeremonialgesetz (Opfervorschriften, Regeln für den Gottesdienst usw.) zeigt den Weg zur Erlösung von der Sünde. Es fand seine Erfüllung im stellvertretenden Opfer Christi für uns. Deshalb gilt es heute nicht mehr (Hebräer 10,1.9). Doch sein Prinzip bleibt weiterhin gültig: Wer sündigt, muss sterben. Aber er kann leben, wenn ein Stellvertreter für ihn stirbt. Dieser Stellvertreter ist Christus. 3. Die Judizialgesetze (Staatsgesetze) gelten für die Staatsform der Israeliten (Theokratie). Sie haben für uns keine direkte Bedeutung mehr. 4. Die Gesundheitsgesetze sollten weiterhin (unter Ausschluss der zeremoniellen Anweisungen) beachtet werden, weil Gott nicht nur unser geistliches, sondern auch unser körperliches Wohlergehen möchte (1. Korinther 6,19.20). Manche Vorschriften für Hygiene und Ernährung müssen dabei in unsere Zeit übertragen und aktualisiert werden. Eine solche Differenzierung entspricht jedoch typisch unserem griechischen Denken, das alles klar gliedern und in seine einzelnen Elemente aufteilen möchte. Das ist aber – abgesehen von den Zehn Geboten – nicht immer möglich, weil manche Gebote in keiner der vier Gruppen untergebracht werden können. Es handelt sich hier einfach um Anweisungen für ein Volk, dass in enger Gemeinschaft mit Gott leben sollte, das glücklicher und gesünder sein und in Frieden und Sicherheit leben sollte und zahlreiche heidnische Einflüsse abwehren musste. Manche dieser Gebote sind deshalb auch für Christen beachtenswert. Wenn sie ein Segen für die Menschen damals waren, können wir sie jedenfalls nicht einfach als „alttestamentlich“ ablegen. Wir sollten uns vielmehr fragen, welche Grundsätze dahinterstehen und welche Bedeutung diese Grundsätze für uns heute haben. Dafür ein paar Beispiele: 5. Mose 23,13-14: Gott wünscht Hygiene und Sauberkeit. Hat Jesus dieses Gebot wirklich aufgehoben? 5. Mose 22,1: Ein weggelaufenes Tier sollte zum Besitzer zurückgebracht werden. Nur ein jüdisches Gebot, für Christen nicht verbindlich? 5. Mose 18,9-11: Gott verbietet Spiritismus und okkulte Praktiken. Brauchen sich Christen nicht daran halten, weil es ein alttestamentliches Gebot ist? 3. Mose 18,22.23: Gott verbietet geschlechtliche Verirrungen wie Homosexualität und Sodomie (Geschlechtsverkehr mit Tieren). Ein mosaisches Gebot, das für Christen nicht mehr gilt? Diese Beispiele zeigen, dass die alttestamentlichen Gebote sinnvoll waren. Die dahinter stehenden Grundsätze vieler dieser Gebote sind sicherlich auch für Christen hilfreich. Deswegen sprechen Jesus und die Apostel nicht nur von den Zehn Geboten, sondern greifen auch Aussagen anderer mosaischer Gesetze auf und aktualisieren sie für die christliche Gemeinde (z. B. Apostelgeschichte 15,20; 1. Korinther 9,9-11). Das ist nur eine kurze Einführung zu diesem Thema. Wenn Sie das näher interessiert, können Sie das auch in unseren kostenlosen Grundkursen zur Bibel weiter studieren.
F: - Interessant fand ich aber den in der Folge "Der Ruhe-Tag" der Sendung "die BIBEL. das LEBEN." genannten Aspekt, dass Gott für einen sorgt, wenn man sich dafür entscheidet, entgegen aller Widerstände den Samstag als Ruhetag zu halten. Allerdings bin ich nicht der Meinung, dass davon der Segen Gottes oder gar die Errettung abhängt, wie man das aus dem Wikipedia-Artikel über die Siebenten-Tags-Adventisten herauslesen könnte. Ein wöchentlicher Ruhetag ist gut und sinnvoll, aber Jesus selbst sagte, dass der Sabbat dem Menschen dienen soll und nicht umgekehrt (Markus 2,27).
A: Ja, das ist eine wichtige Frage: Ist das Sabbat heilsnotwendig? Ich hänge Ihnen eine Ausarbeitung über die Sabbatfrage an, damit Sie sich ein umfassenderes Bild darüber machen können. Sie werden darin lesen, wie der Sonntag entstanden ist, und dass es immer Christen gab, die in dieser Frage sich nicht an die kirchliche Tradition, sondern an die Bibel gehalten haben. Weil inzwischen weltweit etwa 400 Konfessionen zur biblischen Sabbatfeier zurückgekehrt sind, steht die Adventgemeinde damit nicht allein da, wenn sie auch zahlenmäßig die größte Gruppe bildet. Wir machen die Heiligung des siebten Tags der Woche nicht zu einer Heilsfrage, weil der Mensch gemäß den Aussagen des Apostels Paulus nicht durch Werke gerettet wird, sondern auf Grund seines Glaubens an das Opfer Jesu für seine Schuld. Ewiges Leben erhalten wir also nicht durch Gehorsam Gottes Geboten gegenüber, sondern weil Gott es uns aus seiner Gnade und Liebe schenkt, und weil Jesus unsere Sünde auf sich genommen hat. Der Erlöste befolgt also Gottes Willen (den er z. B. in den Zehn Geboten niedergelegt hat) nicht, um gerettet zu werden, sondern weil er gerettet ist, d. h. aus Liebe und Dankbarkeit. Er betet also keine Götzen an oder tötet und stiehlt nicht oder bricht nicht die Ehe, weil er Christ geworden ist und nun Gottes Wünsche und seinen Willen erfüllen möchte. Genau in dieser Gesinnung möchten Adventisten auch den Sabbat verstanden wissen, der ja nur eines der Zehn Gebote ist. Wenn wir auch kein ewiges Leben verdienen können, wenn wir die Zehn Gebote (und damit auch das Sabbatgebot) befolgen, so ist es doch die Frage, ob wir es nicht wieder verlieren können, wenn wir auf Gottes Willen pfeifen und ihm ungehorsam sind. Wenn wir heidnische Götter und Bilder verehren, Gottes Namen missbrauchen, Eltern missachten, töten, stehlen, ehebrechen, lügen und neidisch auf das Eigentum anderer blicken. Wahrscheinlich wird niemand einen Menschen als erlösten Christen bezeichnen, der diese neun Gebote mit den Füßen tritt. Warum die Kirchen das vierte Gebot vom Sabbat dabei ausschließen, kann nicht mit der Bibel begründet werden. Obwohl in dieser Frage alle Gebote gleich sind (es ist egal, an welchem Punkt man sich gegen Gottes Willen stellt), ziehen Adventisten dabei in Betracht, dass hier bei den meisten Christen die Erkenntnis über die Sabbatheiligung fehlt. Deshalb stellen wir den Diebstahl oder den Ehebruch nicht auf eine Stufe mit der Missachtung des biblischen Ruhetages. Hätten Sie gefragt: „Ist das Halten des Gebotes ‚Du sollst nicht töten‘ heilsnotwendig?“, hätte ich genauso geantwortet: „Nein, wir werden nicht gerettet, weil wir niemanden umgebracht haben. Aber wir würden verloren gehen, wenn wir als Christen drauflos morden.“ Weil aber den meisten Christen nicht bewusst ist, welche Bedeutung die biblische Sabbatheiligung hat, und dass sie mit dem Sonntag nur einen heidnischen und kirchlich-traditionellen Feiertag begehen, eben deshalb kann ich das nicht ein zu eins auf das vierte Gebot übertragen. Weil wir die Wünsche Gottes auch in Bezug auf das Sabbatgebot befolgen wollen, fallen Adventisten in unserer Gesellschaft auf, so wie Christen in atheistischen Staaten durch ihren Glauben und ihren Gehorsam den anderen Geboten Gottes gegenüber auffallen. Wenn aber Jesaja schreibt, dass auf der neuen Erde alle Menschen an jeden Sabbat Gott anbeten werden, dann sollten wir doch schon heute damit beginnen. Hier ist deshalb noch eine Reformation des christlichen Glaubens notwendig.
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------------------------------------------------------------------------------------------------- Zweiter Teil ------------------------------------------------------------------------------------------------- Zwecks besseren Überblicks setze ich hier nochmal die Überschriften über alle Unterthemen, auch die aus dem 1. Teil, hinein: Man weiß heute, dass - der Platonismus als philosophische Strömung im 4. Jahrhundert v. Chr nach Platons Tod keine einheitliche Lehre mehr war (nur noch Teilbereiche, deshalb keine starke Strömung mehr) und früh im 3. Jahrhundert v. Chr Platons Philosophie zunächst untergegangen ist - Aristoteles in der damaligen Zeit nach seinem Tod wenig Bedeutung hatte - zur Zeit Alexanders des Großen die ethisch-materialistische Philosophie des Kynismus großen Einfluss hatte - danach, ab Anfang 3. Jahrhundert v. Chr, die ethisch-naturalistische Philosophie der Stoa die beherrschende Philosophie im Zeitalter des Hellenismus war. - für den unendlichen Ablauf von Zerstörung und Wiederentstehung des Alls, Bestandteil der Lehre der Stoa, ein anderes griechisches Wort als "aion" für die Unendlichkeit dieses Vorgangs benutzt wurde, nämlich "apeiron". - in den Schriften der Philosophie der Stoa bis ca 150 n. Chr. das Wort "aion" nicht vorzufinden ist, dafür aber "apeiron". Ende erster Teil - die Überlieferung der stoischen Schriften wenig stattgefunden hat, weil man aus christlichem Interesse seit Augustinus in Klöstern nach dem 4. Jahrhundert n. Chr. nur platonische Schriften übersetzt hat. - im 1. Jahrhundert n. Chr. der Mittelplatonismus (und etwa zeitgleich mit ihm der mit ihm verwandte Neupythagorismus) als Strömung entstand. - im 3. Jahrhundert n. Chr. der Neuplatonismus aus dem Mittelplatonismus hervorging. - Augustinus in einem Brief geschrieben hat, dass sehr viele seiner Zeitgenossen nicht an eine ewige Hölle geglaubt haben (aus einem seriösen und sehr anerkannten katholischen online-Portal, das neben der online-Übertragung der katholischen Enzyklopädie u.a. Briefe der Kirchenväter ins Englische übersetzt und öffentlich zugänglich gemacht hat). - eine richtige Textüberlieferung der Pseudigraphen nicht mehr angenommen wird und dass, besonders im Buch Henoch, viele Übersetzungsteile nachgewiesenermaßen nicht authentisch sind. - das Buch Henoch bei den Sadduzäern und den Pharisäern keinen Einfluss hatte ------------------------------------------------------------------------------------------------- zu: die Überlieferung der stoischen Schriften wenig stattgefunden hat, weil man aus christlichem Interesse seit Augustinus in Klöstern nach dem 4. Jahrhundert n. Chr. nur platonische Schriften übersetzt hat. https://www.researchgate.net/publication/334280686_Hellenistic_Philosophy_in_Greek_and_Roman_Times kann man runterscrollen, ganzer Text vorhanden unter: Introduction, 2. Abschnitt unten Zitat: The new philosophies that developed in Hellenistic Athens, especially Stoicism and Epicureanism, were not only non-original, second-class and minor, but they became the dominant philosophies of the next five centuries, and were extended from Greece to Rome and the distant provinces of the Roman Empire. The loss of most Hellenistic texts is not a criterion of their low quality, but a historical accident explained by the courses of the European and Byzantine monasteries that maintained the Rule of the Greek Secretariat, which is still in force today. Inhalt: Stoizismus und Epikureanismus wurden nach ihrer Entwicklung im hellenistischen Athen die dominanten Philosophien der nächsten 5 Jahrhunderte. Der Verlust der meisten hellenistischen Texte lag daran, dass europäische und byzantinische Klöster, die die Verfügungsmacht über diese Schriften innehatten, einen anderen philosophischen Kurs eingeschlagen hatten. (Zusatz von mir: den philosophischen Kurs des Platonismus, siehe weiter unten) ------------------------------------------------------------------------------------------------- zu: im 1. Jahrhundert n. Chr. der Mittelplatonismus (und etwa zeitgleich mit ihm der mit ihm verwandte Neupythagorismus) als Strömung entstand. https://www.britannica.com/topic/Platonism Zitat: Though the origins of Middle Platonism are obscure, its main direction became clear in the 1st century ce. It seems to have been linked from the beginning with the closely related revival of Pythagoreanism. Inhalt: Der Mittelplatonismus wurde nach unbeteutenden Anfängen im 1. Jahrhundert nach Christus zu einer philosophischen Strömung. Inhalt Ende Der Neupythogarismus, der sich ebenfalls im 1. Jahrhundert n.Chr in eine Strömung entwickelte, war, was die Transzendenzlehre betrifft, sehr dem Mittelplatonismus ähnlich. https://en.wikipedia.org/wiki/Neopythagoreanism#History Zitat: In the 1st century BCE Cicero's friend Nigidius Figulus made an attempt to revive Pythagorean doctrines, but the most important members of the school were Apollonius of Tyana and Moderatus of Gades in the 1st century CE. Inhalt: Auch hier, im 1. Jahrhundert n. Chr. entstand nach einem Versuch im 1. Jahrhundert v. Chr. philosophische Strömung Inhalt Ende Zurück zum Mittelplatonismus: https://de.wikipedia.org/wiki/Mittelplatonismus#Metaphysik_und_Kosmologie unter Methaphysik und Kosmologie, 3. Abschnitt Und mit dem Mittelplatonismus kamen auch die Worte "aion, aionios" im platonischen Sinn wieder auf. https://de.wikipedia.org/wiki/Mittelplatonismus#Rezeption 1. Abschnitt Zitat: Philosophisch interessierte jüdische und christliche Theologen erhielten vom Platonismus wichtige Anregungen, teils durch unmittelbares Studium von Platons Werken, teils durch Schriften mittelplatonischer Autoren. Ein herausragendes Zentrum dieser Rezeption war Alexandria. Dort verband im 1. Jahrhundert n. Chr. der jüdische Gelehrte Philon von Alexandria mittelplatonische Philosophie mit jüdischer Theologie. https://de.wikipedia.org/wiki/Philon_von_Alexandria Zitat: Seine Lebensdaten werden daher auf etwa 20–10 v. Chr. bis 40–50 n. Chr. geschätzt. Zitat Ende Philon lebte also zur Zeit Jesu. Die Pharisäer wirkten dem Hellenismus entgegen, indem sie bezüglich des Priestertums und auch des Volkes streng auf die Einhaltung des Gesetzes achteten (wobei gewisse Machtinteressen sicherlich auch eine Rolle spielten). Quelle: Evangelien Einige Kernbereiche von Philos Lehre dürften ihnen nicht zugesagt haben: der Glaube an vorgeschöpfliche Materie, eine extrem allegorische Bibelauslegung und das Weglassen der mündlichen (damals noch, später ab nach 70 n. Chr. bis ca. 220 n.Chr aufgeschriebenen, Mischna) Überlieferungen: https://en.wikipedia.org/wiki/Philo#Influence_and_interpretations Zitat: ... belief in primordial matter rather than creatio ex nihilo; unbelief in the Lord as evidenced by excessively allegorical interpretation of scripture; and neglect of the Jewish oral tradition. Wenn Philos Schriften zur Zeit von Jesu öffentlichem Wirken bereits bekannt waren, aber auch grundsätzlich, wird die Pharisäer eine Sache beschäftigt haben, nämlich die Frage nach dem ewigen Leben nach dem Tod. Johannes 5 39 Ihr sucht in den Schriften, denn ihr meint, ihr habt das ewige Leben darin; und sie sind's, die von mir zeugen; 40 aber ihr wollt nicht zu mir kommen, dass ihr das Leben hättet. Sie suchten und forschten immer noch danach. Trotz Aufnahme bei Gott nach dem Tod (Psalmen) und Auferstehung nach dem Tod (mehrere Stellen im AT) wussten sie nicht, wie lange sie nach der Auferstehung leben würden, denn Jesaja 65, 17-25, neuer Himmel, neue Erde und direkt danach die Schilderungen vom (neuer Himmel, neue Erde vorbereitenden) Leben im tausendjährigen Reich (mit Tod) kann man nur vom NT her, Offb. 20 u. 21, richtig einordnen. Ich denke, dass im AT keine eindeutige Lehre vom ewigen Leben gegeben ist, weil der alte Bund ohne Jesus nicht der Weg ins ewige Leben war, siehe dazu Hebr 11, 39. Die Lehre von "olam haba", dem ewigen Leben in der zukünftigen neuen Welt, kam erst im Rabbinertum nach der Zerstörung Jerusalems (70 n. Chr) auf: https://de.wikipedia.org/wiki/Olam_Haba 2. u. 3. Abschnitt Zitat: In dem Mischna-Traktat Awod 4,16 wurde die jetzige Welt (hebräisch עולם הזה Olam HaSzeh „diese Welt“) nur wie eine Vorhalle der knftigen Welt beschrieben. Die Mischna bildet die Basis des Talmud, sie entstammte den Umkreis des Rabbi Jehuda ha-Nasi Anfang des 3. Jahrhunderts aus Galilהa. Schon im antiken jüdischen Glauben gab es große Differenzen zwischen den Peruschim (Pharisäer), den Zadokim (Sadduzäer) und den Jachad (Essenern). So dass der Glaube an das Jenseits des Olam HaBah erst spät in der jüdischen Geschichte entwickelt worden war. Zitat Ende https://www.bibelwissenschaft.de/wibilex/das-bibellexikon/lexikon/sachwort/anzeigen/details/philo-von-alexandrien/ch/fac236199f7f6b10b9033885db2f78cd/ unter: Punkt 5. Nachwirkung, am Ende des Artikels, letzter Abschnitt Zitat: Im Judentum ist dagegen Philo nach dem Untergang der hellenistischen Kultur in der Diaspora durch die Verbreitung der rabbinischen Lehre aus Palästina und Babylonien in Vergessenheit geraten. ------------------------------------------------------------------------------------------------- zu: im 3. Jahrhundert n. Chr. der Neuplatonismus aus dem Mittelplatonismus hervorging https://de.wikipedia.org/wiki/Neuplatonismus 1. Abschnitt Zitat: Neuplatonismus ist eine moderne Bezeichnung für die jüngste Schulrichtung im antiken Platonismus, der eine der bedeutendsten Strömungen der griechischen Philosophie war. Der Neuplatonismus entstand vor der Mitte des 3. Jahrhunderts n. Chr. aus dem Mittelplatonismus. Von Rom aus, wo der Philosoph Plotin († 270) eine neuplatonische Philosophenschule gegründet hatte, breitete sich die neuplatonische Bewegung über das Römische Reich aus. In der Spätantike war der Neuplatonismus die einzige übriggebliebene Variante des Platonismus. Er dominierte das gesamte philosophische Denken dieser Epoche. Die anderen traditionsreichen Schulen der antiken Philosophie waren weitgehend erloschen. Zitat Ende Augustinus, 354 - 430 n. Chr, nahm als einer der ersten christlichen Geistlichen und als erster Kirchenvater den Platonismus in seine Lehre auf: https://de.wikipedia.org/wiki/Neuplatonismus#Kirchenv%C3%A4ter Unter: Rezeption Kirchenväter, 1. Absatz Zitat: Die Einstellung der Kirchenväter zum Platonismus war zwiespältig. ... Das ausgeprägte Erlösungsbedürfnis war Neuplatonikern und Christen gemeinsam. Im 4. Jahrhundert trug der zum Christentum konvertierte Neuplatoniker Marius Victorinus, der Schriften Plotins ins Lateinische übersetzte, zur Annäherung bei.[55] Zu den Benutzern seiner Plotin-Übersetzung gehörte der sehr einflussreiche Kirchenvater Augustinus († 430), der in seinen theologischen Werken intensiv auf neuplatonische Gedankengänge und Denkschemata zurückgriff. ------------------------------------------------------------------------------------------------- zu: Augustinus in einem Brief geschrieben hat, dass sehr viele seiner Zeitgenossen nicht an eine ewige Hölle geglaubt haben https://en.wikipedia.org/wiki/New_Advent https://en.wikipedia.org/wiki/New_Advent#History https://en.wikipedia.org/wiki/New_Advent#Contents Inhalt: Der "New Advent" ist eine 1993 gegründete katholische Organisation, die es sich zunächst zur Aufgabe gemacht hatte, die katholische Enzyklopädie online zu verschriftlichen. Danach fügten sie viele antike Schriften hinzu, unter anderem 421 englische Übersetzungen von Schriften der Kirchenväter. Inhalt Ende Eine Schrift von Augustinus: https://www.newadvent.org/fathers/1302.htm ziemlich weit unten, Chapter 112 Zitat: Chapter 112. There is No Ground in Scripture for the Opinion of Those Who Deny the Eternity of Future Punishments. It is in vain, then, that some, indeed very many, make moan over the eternal punishment, and perpetual, unintermitted torments of the lost, and say they do not believe it shall be so; ... For "Hath God" they say, forgotten to be gracious? Has He in anger shut up His tender mercies? Übersetzung: Es ist vergeblich, dass einige, tatsächlich sehr viele, über die ewige Strafe und ununterbrochene Folter der Verlorenen lamentieren und sagen, sie glauben nicht, dass es so sein wird. ... Denn hat Gott, sagen sie, vergessen gnädig zu sein? Hat er in seinem Zorn seine zärtlichen Gnaden verschlossen? Übersetzung Ende Wären diejenigen, über die er hier schrieb, vom einfachen Volk gewesen, hätte er das mit Sicherheit erwähnt. Auch das Zitat von den Personen, das er gab, zeigt, dass es theologisch gebildete Menschen waren. Es handelte sich also um Geistliche und Theologen. Augustinus (er hieß auch Augustinus von Hippo) wurde in seiner Lehre von der ewigen Hölle von den Schriften des frühen Kirchenlehrers Tertullian beeinflusst: https://de.wikipedia.org/wiki/Tertullian#Theologie 3. u. 4. Abschnitt Zitate: Gegenüber dieser Auffassung betont Tertullian, dass das Feuer der Hölle ewig und ausdrücklich als eine ewig andauernde Strafe angekündigt sei. Als solche stelle die Strafe ein „nie endendes Töten“ dar – ein Töten, dessen Wirkungen furchterregender seien als die eines nur von Menschen begangenen Mordes, womit er weit über die Aussagen der Bibel hinausging. So beeinflusste Tertullian nachhaltig einige Kirchenväter, vor allem Cyprian von Karthago und Augustinus von Hippo, die ebenfalls im Gebiet des heutigen Tunesien und Algerien wirkten, und somit die gesamte westliche Kirche. https://de.wikipedia.org/wiki/Montanismus#Historischer_%C3%9Cberblick 2. u. 5. Abschnitt Zitate: Montanus forderte eine strenge Askese, verschärftes Fasten mit Schlafentzug, die Auflösung der Ehe bzw. des Geschlechtsverkehrs überhaupt (Virginität) und die Bereitschaft zum Martyrium Der Kirchenvater Tertullian trat möglicherweise um 207 zum Montanismus über; jedenfalls setzte er sich in seinen letzten Schriften Gegen Praxeas, Über das Fasten, Über die Einehe und Über die Keuschheit (ca. 211–217) für die strenge montanistische Ethik ein und schrieb positiv über Montanus selbst. Der Montanismus in Nordafrika dürfte nach dem Tod Tertullians erloschen sein ------------------------------------------------------------------------------------------------- zu: eine richtige Textüberlieferung der Pseudigraphen nicht mehr angenommen wird und dass, besonders im Buch Henoch, viele Übersetzungsteile nachgewiesenermaßen nicht authentisch sind. Über Pseudigraphen: https://www.bibelwissenschaft.de/wibilex/das-bibellexikon/lexikon/sachwort/anzeigen/details/pseudepigraphen-at/ch/42686228b927117f1758eea9d05f172d/#h4 unter: 3.2. Jüdisches und christliches Erbe (kann man bereits in der vorangestellten Inhaltsangabe anklicken) auch Abschnitt direkt über "3.2. Jüdisches und christliches Erbe" wichtig, gehört zum Thema zum Buch Henoch: https://larryhurtado.wordpress.com/2019/10/06/1-enoch-an-update-on-manuscripts-and-cautionary-notes-on-usage/ Inhalt: Die äthiopische Übersetzung vom Buch Henoch, die einzige heute akzeptierte bestehende Grundlage für Übersetzungen, ist an vielen Stellen falsch und grundsätzlich nicht gesichert. Über Larry Hurtado: https://larryhurtado.wordpress.com/ https://en.wikipedia.org/wiki/Larry_Hurtado Über das Buch der Bilderrede aus dem Buch Henoch: https://en.wikipedia.org/wiki/Book_of_Enoch#Book_of_Parables 2. Absatz Inhalt: Da das Buch der Bilderrede (Book of Parables) im Henochbuch weder in Qumran noch in griechischen Fragmenten gefunden wurde und auch wegen des Inhalts und Stils, wird es heute größtententeils als spätere christliche Einfügung betrachtet. Inhalt Ende Auch Josephustexte weichen sehr von einem gefundenen Teil einer sehr frühen Abschrift des Ursprungstextes ab: https://de.wikipedia.org/wiki/Flavius_Josephus#Textforschung 1. Abschnitt ------------------------------------------------------------------------------------------------- zu: das Buch Henoch bei den Sadduzäern und den Pharisäern keinen Einfluss hatte Tempel und Tempeldienst wurden bei den Essenern und im Buch Henoch für unrein erklärt und abgelehnt: https://www.deutschlandfunk.de/als-sich-das-judentum-und-das-christentum-voneinander.886.de.html?dram:article_id=252674 6. Abschnitt Zitat: Es gab aber auch Gruppen, die hielten die Tempelaristokratie für korrupt, wie die Verfasser der Rollen vom Toten Meer. Diese Essener lehnten den Tempel als korrupt ab. Zitat Ende http://byustudies.byu.edu/article/the-temple-according-to-1-enoch/ unter: Summary and Conclusion (am Schluss des Artikels), drittletzter Absatz, Mitte Inhalt: Im Buch Henoch werden der Tempel und der Tempeldienst für unrein erklärt. Inhalt Ende Die Essener hatten einen anderen Kalender, und im Buch Henoch wird er beschrieben: https://www.bibelwissenschaft.de/wibilex/das-bibellexikon/lexikon/sachwort/anzeigen/details/henoch-henochliteratur/ch/26077eb453e883031f4bc2f9994b45f6/ unter: 2.1. Das äthiopische Henochbuch, dort 8. Absatz, c) Das Astronomische Buch http://www.jewishmag.com/14mag/essenes/essenes.htm 7. Abschnitt Inhalt: Die Essener folgtem einen anderen Kalender. Inhalt Ende Judas hat nicht unbedingt aus dem Henochbuch zitiert: https://en.wikipedia.org/wiki/Book_of_Enoch#References_in_the_New_Testament 7. Abschnitt Inhalt: Der Vers in Judas 1, 14 über Henoch kann auf eine sehr alte mündliche Überlieferung zurückgehen oder auf eine mündliche Midrash von 5. Mose 33, 2-3. ____________________________________________________________________________ Wir können also davon ausgehen, dass - durch die Philosophie im Zeitalter des Hellenismus keine neue Bedeutung für "aion", (Zeitalter) in die Bibel hineinkam. - Die Überlieferungen von Texten (auch Buch Henoch) über die Bibel aus der damaligen Zeit sehr ungesichert sind. - Das Buch Henoch ein Buch der Essener war und ihre Ablehnung des Tempels und des Tempeldienstes widergespiegelt hat, was auch einigen extremen Christen der ersten Jahrhunderte gefallen haben dürfte. - Im von Qumran gut überlieferten (dort aber an vielen Stellen abweichenden und wesentlich längeren) astronomischen Buch des Henochbuches ein anderer Kalender dargestellt wurde als der damals im Judentum gültige. Der Kalender war wichtig für die Einteilung der jüdischen Feste. - Zur Zeit des Augustinus sehr viele Geistliche nicht an eine ewige Hölle geglaubt haben. Wir haben das sehr zuverlässig überlieferte Neue Testament und das Alte Testament in einander fast vollständig gleichender doppelter Ausführung (hebräischer Urtext und Septuaginta). Und wir glauben, dass die Bibel Gottes Wort ist. Wir können uns also ganz getrost nur der Bibel widmen, wenn es um die Frage der Bedeutung der Worte "aion, aionios" im jeweiligen Kontext und im Gesamtkontext geht. Mal sind alle Zeitalter, also ewig, Ewigkeit gemeint, mal viele Zeitalter, mal nur zwei oder nur eines und manchmal nur ein Menschenleben, bzw. der Rest davon bis zum Tod. Ob Gott uns auch einmal mit in seine Dimension oberhalb von Raum und Zeit hineinnehmen wird, wissen wir nicht wirklich, vielleicht drückt folgender Vers das aus: 1. Johannes 3 2Meine Lieben, wir sind nun Gottes Kinder; und es ist noch nicht erschienen, was wir sein werden. Wir wissen aber, wenn es erscheinen wird, daß wir ihm gleich sein werden; denn wir werden ihn sehen, wie er ist. Dann könnten wir mit ihm in der Überzeitlichkeit sein und aus der Überzeitlichkeit mit ihm in die Äonen hineinleben, wie er es seit Beginn der Äonen tut. Wir wissen es nicht, und Gott ist es wohl erst einmal wichtig, uns in der Bibel die kommenden Äonen etwas zu zeigen. Nachtrag vom 13.08.2021 23:58:00 Ich schrieb: Das Buch Henoch ein Buch der Essener war und ihre Ablehnung des Tempels und des Tempeldienstes widergespiegelt hat, was auch einigen extremen Christen der ersten Jahrhunderte gefallen haben dürfte. Richtig ist: ... extremen Christen bis zum Mittelalter gefallen haben dürfte, dann auch da wurde das Buch noch übersetzt und bearbeitet.
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Aug 27
Die erste gedruckte deutsche Bibel war die sogenannte Mentelin-Bibel, die 1466, elf Jahre nach der lateinischen Gutenberg-Bibel, in Straßburg bei Johannes Mentelin erschien. Es war eine umständliche Wort-zu-Wort-Übertragung, die ängstlich am lateinischen Text klebte.29.10.2016 https://www.welt.de/kultur/article159129129/Schon-vor-Luther-gab-es-18-deutsche-Bibeldrucke.html Frühe Übersetzungen Schon vor Luther gab es 18 deutsche Bibeldrucke Veröffentlicht am 29.10.2016 | Lesedauer: 5 Minuten Von Matthias Heine Seite aus der Mentellin-Bibel von 1466 Eine Seite aus der Mentellin-Bibel von 1466 Quelle: Bayerische Staatsbibliothek Der Reformator war zwar der folgenreichste Bibelübersetzer, aber nicht der erste. Es gab etliche deutsche Bibeln vor Luther. Eine wurde zum Mega-Flop. Im September 1522 war ihr Schicksal besiegelt. 3 Kommentare Im Sommer 1522 schien es eine sehr gute Idee zu sein, eine deutsche Bibel auf den Markt zu bringen. Deutschland war in Unruhe. Die Weltsicht der alten kirchlichen Autoritäten wurde angezweifelt. Also wollten die Menschen selber verstehen, was in dem Buch stand, auf dem das ganze Christentum gründete. Obendrein hatte sich der Buchdruck rund 70 Jahre nach seiner Erfindung durch Gutenberg und sein Team erheblich verbilligt. Der Bibel-Flop aus Halberstadt Doch leider war die Bibel, die im Juli des genannten Jahres in Halberstadt herauskam, nicht von Martin Luther. Und zu diesem Zeitpunkt wollte ganz Deutschland eine Übersetzung der Heiligen Schrift nur noch von einem lesen: von dem Mann, der durch seine 95 Thesen und Schriften wie „Von der Freiheit eines Christenmenschen“ der religiösen Gärung eine Stimme gegeben hatte. Luther hatte zu jener Zeit schon mit seiner eigenen Übertragung des Neuen Testaments aus dem griechischen Originaltext begonnen. Er brauchte dafür nur elf Wochen. Im September 1522 erschien sein sogenanntes Septembertestament. Es war binnen weniger Wochen vergriffen. Bald legte der Reformator ein überarbeitetes Dezembertestament nach. Das weiß man vom geheimnisvollen Bibelübersetzer Professor Martin Schubert gehört zu den Forschern, die das Rätsel des österreichischen Bibelübersetzers lösen wollen. Hier erklärt er, was wir über Leben und Werk des Mannes aus dem Mittelalter wissen. Quelle: Matthias Heine Die Halberstädter Bibel vom Juli dagegen wurde der wohl größte Flop, den bis dahin ein Verleger auf dem noch recht jungen Buchmarkt verkraften musste. Wolfgang Schellmann, der eine Ausstellung über „Deutsche Bibeln vor Luther“ im Lüneburger Kloster Lüne kuratiert hat, schreibt: „Mit Büchern konnte man damals außerordentlich viel Geld verdienen, aber schlechter oder auch nur schleppender Verkauf führten leicht in die Katastrophe und hatten oft genug den totalen Ruin des Unternehmers zur Folge.“ Von der Übertragung ins Niederdeutsche aus dem Sommer 152 sind heute nur noch sieben Exemplare erhalten. Eins davon ist nun in der Ausstellung zu sehen. Ein Österreicher war der erste deutsche Bibelübersetzer Mittlerweile hat es sich ja herumgesprochen, dass Luther nicht der Erste war, der sich getraute, die Bibel ins Deutsche zu übersetzen. Bereits im frühen 14. Jahrhundert hatte ein anonymer Autor, den man heute nur den Österreichischen Bibelübersetzer nennt, große Teile der lateinischen Vulgata in ein schönes flüssiges Deutsch übertragen. Wolfgang Schellmann, der die Lüneburger Ausstellung kuratiert hat, vermutet, dass diese bis ins 15. Jahrhundert in vielen Handschriften kursierende Übersetzung „maßgeblich für die vorlutherischen deutschen Bibeln“ war. Austellung im Kloster Lüne Die Austellung "Deutsche Bibeln vor Luther" im Kloster Lüne Quelle: Wolfgang Schellmann Zwar hatte Kaiser Karl IV. das bestehende Verbot von Bibeln in einer Volkssprache 1369 noch einmal verschärft. Doch wie Wolfgang Schellmann im Ausstellungskatalog anmerkt, hielt sich nicht einmal Karls Sohn Wenzel daran. Um 1390 gab er für den eigenen Gebrauch die prächtigste Bibelhandschrift des späten Mittelalters in Auftrag. Die deutschsprachige Wenzelsbibel blieb allerdings unvollendet. Sie endet schon vor dem Beginn des Neuen Testaments.
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Aug 14
So ein Thema kann ja auch mal von einem Trinitarier eröffnet werden. Wobei nicht alles, was ich sage, den Standardantworten eines durchschnittlichen Trinitariers entspricht. Aber urteilt selbst ... Die Trinität ist ein notwendiges Übel Ein Übel ist sie, weil sie (in einem unter näher erläuterten Sinn) über die Bibel hinausgeht. Notwendig ist si e , weil sie entstand, um Irrlehren abzuwehren. Die Trinitätslehre ist eine Systematisierung biblischer Aussagen Das heißt einerseits, dass es keine Bibelstelle gibt, wo "die Trinitätslehre steht". Aber alle wichtigen Aussagen der Trinitätslehre sind in der Bibel zu finden. Wer da Beispiele für Bibelstellen braucht, der kann in die Trinitäts-FAQ schauen (aber es gibt natürlich auch jede Menge Webseiten, in der Regel mit mehr Bibelstellen). Aber da die Bibel die Aussagen selber nicht systematisiert, geht die Trinitätslehre über die Bibel hinaus. Außerdem ist sie nicht leicht zu verstehen, da sie Begriffe der antiken Philosophie aufnimmt, aber sviw auch mehr oder weniger neu definiert. Und so weiß ich z.B. nicht, was eine "Hypostase" genau ist - auf jeden Fall nicht einfach die griechische Übersetzung für "Person". Nicht alle Aussagen der Trinitätslehre sind gleich wichtig Die wohl wichtigste Aussage ist, dass Jesus Gott bzw. JHWH ist, da könnte man sehr viele Bibelstellen angeben. Außerdem wird in Rö 10,9-13 Das Bekenntnis "Jesus ist Herr" (=JHWH) als Voraussetzung zur Rettung genannt. Deutlich weniger wichtig ist die Aussagen, dass der Heilige Geist Gott ist. Wenn ich das auf "der Geist ist JHWH" zuspitze, dann gibt es nach meiner Kenntnis nur eine Bibelstelle, die das aussagt. Ich habe deshalb (und aus anderen Gründen) Verständnis für Leute, die eine Binität (nur Vater und Sohn) vertreten und alle Aussagen, die den Geist als Person darstellen, metaphorisch o.ä, deuten. Auch wenn ich denke, dass die falsch liegen. Die Grenzen der Trinitätslehre sind unscharf Je nach Konfession werden mehr oder weniger Konzile noch als maßgeblich betrachtet. Für Protestanten ist meist Chalcedon der letzte autoritative Beitrag zur Trinitätslehre. Helmut
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Aug 10
Gestern habe ich den Vortrag "Himmel oder Hirngespinst" von Johannes Hartel gehört. (Link siehe unten) Mir gefällt der Vortrag. Es geht um christliche Auferstehungserwartung versus der Lehre von Wiedergeburt oder gänzlich Ablehnung einer Auferstehung. Nun habe ich beruflich hauptsächlich mit Muslimen zu tun, für die das Leben nach dem Tod im Paradies eine klare, unbestrittene Tatsache ist. Im muslimischen Paradies fließen Flüsse mit Honig, Milch, Wein und klarem Wasser. Überall laufen großäugige Jungfrauen rum und hübsche Knaben servieren Speisen. Das muslimische Paradies ist sone Kombi aus Schlaraffenland und Flatrate-Puff im Garten Eden. Ich wurde von Muslimen gefragt, ob Christen nach dem Tod auch ins Paradies kommen. Tja - wohin kommen wir? In den Himmel, als Engel auf ne Wolke, Harfe spielen? Keine attraktive Alternative zum muslimischen Paradies. Nach Hartl in eine Art andere Dimension. Sehr abstrakt. Er bietet uns dafür Bibelstellen zum Himmelreich an. Allerdings sagt Jesus in Lukas 23,42.43 dem neben ihm gekreuzigten Mann: „Wahrlich, ich sage dir: Heute wirst du mit mir im Paradies sein." Also hat Jesus an ein Leben im Paradies geglaubt? Und wie sah des Paradies von Jesus aus? War es ein jüdisches Paradies? Wer weiß theologisch was zu Himmelreich und Paradies im Christentum und bei den Juden? Damit ich Muslimen antworten kann, wohin die Christen kommen. Hier der Vortrag: https://www.youtube.com/watch?v=6b7jeOrBOoA
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Aug 08
Jesus sagte dass sein Vater der allein wahre Gott ist. Er sagte nicht, dass er auch dieser allein wahre Gott ist, sondern dass er von ihm gesandt ist: Johannes 17,3 Dies aber ist das ewige Leben, dass sie dich den allein wahren Gott und den du gesandt hast Jesus Christus erkennen.
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Aug 06
Eine alte Frau, die schon gebrechlich ist lebt alleine in ihrem Haus, ihr Enkel kommt praktisch jeden Tag vorbei, Putzt, macht den Garten, Kauft für sie ein, Kocht ihr mehrmals in der Woche essen, und verbringt zeit mit ihr. Eines Tages hört sie in den Nachrichten das eine Bombe in der Innenstadt dutzende von Menschen getötet und hunderte verletzt hat. Am gleichen Abend taucht die Polizei bei der alten Dame auf und informiert sie das ihr Enkel als Attentäter identifiziert und verhaftet worden sei. Die alte Dame weigert sich aber dies zu glauben, selbst als während des Gerichtsprozessen beweise um beweise gegen ihren Enkel vorgebracht werden, bleibt sie dabei das es niemals ihr Liebender Enkel gewesen sein könne, der diese Schrecklichen Taten zu verantworten hat. Warum ist die Welt so wie sie ist, wenn Gott liebe ist. Gott kann doch nicht ernsthaft, Krankheiten, Parasiten, Erdbeben, Vulkane uvm geschaffen haben. Ein liebender Vater kann doch unmöglich das Töten von ungeborenen Kindern und Kleinkindern befehlen. Der Gott an du glaubst existiert nicht. Der Liebende Vater von dem nur Gutes kommt existiert nicht. (5. Mose 32,35): »Die Rache ist mein; ich will vergelten, spricht der Herr.« (5. Mose 32,39) Sehet nun, dass ich's allein bin und ist kein Gott neben mir! Ich kann töten und lebendig machen, ich kann schlagen und kann heilen, und niemand kann aus meiner Hand reißen. (5. Mose 30,15-20) Siehe, ich lege dir heute das Leben und das Gute vor, den Tod und das Böse. Dies ist's, was ich dir heute gebiete: dass du den HERRN, deinen Gott, liebst und wandelst in seinen Wegen und seine Gebote, Gesetze und Rechte hältst, so wirst du leben und dich mehren, und der HERR, dein Gott, wird dich segnen in dem Lande, in das du ziehst, es einzunehmen. Wendet sich aber dein Herz und du gehorchst nicht, sondern lässt dich verführen, dass du andere Götter anbetest und ihnen dienst, so verkünde ich euch heute, dass ihr umkommen und nicht lange in dem Lande bleiben werdet, in das du über den Jordan ziehst, es einzunehmen. Ich nehme Himmel und Erde heute über euch zu Zeugen: Ich habe euch Leben und Tod, Segen und Fluch vorgelegt, dass du das Leben erwählst und am Leben bleibst, du und deine Nachkommen, dass du den HERRN, deinen Gott, liebst und seiner Stimme gehorchst und ihm anhangest. Denn das bedeutet für dich, dass du lebst und alt wirst und wohnen bleibst in dem Lande, das der HERR deinen Vätern Abraham, Isaak und Jakob geschworen hat, ihnen zu geben. (Kolosser 1,16-17) Denn in ihm ist alles geschaffen, was im Himmel und auf Erden ist, das Sichtbare und das Unsichtbare, es seien Throne oder Herrschaften oder Mächte oder Gewalten; es ist alles durch ihn und zu ihm geschaffen. Und er ist vor allem, und es besteht alles in ihm. Ich habe es in meiner eigenen Biografie erlebt, wie ich die Bibel unter der Prämisse des guten Vaters von dem nur Segen kommt gelesen habe, und in Konflikt mit dem gekommen bin was Gott über sich selbst durch die Bibel sagt. Ich schreibe diesen Beitrag weil der Gott meiner Vorstellungen so nicht existiert, Gott ist grösser anderes, liebender und schrecklicher, gütiger und gewalttätiger, vergebender und nachtragender(?!), sanfter und brutaler,…. Ich kann an meinen Vorstellungen festhalten, weil dies in mir ein Gutes Gefühl bewirkt und eher in mein Rosarotes Gottesbild passt und meine Welt einfach und überschaubar macht. Oder ich lasse die Bibel mein Gottesbild verändern, und erkenne das mit Gottesfurcht auch wirklich furcht gemeint ist.
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Jul 11
Der heutige Gottesdienst stand unter dem Thema "Ich brauche Segen, warum eigentlich?" Die Frag, die sich dabei ergab, was eigentlich substanziell Segen ist. Und in der Tat, wofür er gut ist. Schafft der Segen eine Wirklichkeit, die anders ist als ohne? Oder ist Segen eine Art Selbstversicherung oder schlicht eine psychologische Hilfestellung für den, den man segnet?
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Jun 28, 21
Sind Lernenden. Auch Jesus ist ein lernender. Die Wahrheit ist, Gott rächt nicht, straft nicht und richtet nicht! Alles was geschieht ist Gottes Wille, damit gibt es keine Sünde gegen Gott! Es gibt keine bösen Menschen, es gibt keinen Teufel. Alles ist so schön, alles ist Gottes liebe, die Ästhetik der Liebe. Diese zu genießen ist der sinn des lebens.
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Jun 21, 21
Eine Zwangspause von fast einer Woche hat mir jetzt wieder einmal die Gelegenheit gegeben, mich Karl May zuzuwenden (Bei den Trümmern von Babylon, Im Reiche des silbernen Löwen, Das versteinerte Gebet). Er ist immer wieder faszinierend. Er begibt sich in seinen Auseinandersetzungen mit Anhängern anderer Religionen nicht in die üblichen dogmatischen Streitigkeiten, welche Religion wahrer ist als die andere. Sehr verkürzt sagt er, dass es überhaupt nicht auf einen „Wahrheitsgehalt“ eines Glaubenssatzes ankommt, sondern auf die Wahrheit der Lebensführung. Da ist dann ein Christ, der an die Liebe Gottes glaubt und sie tatsächlich weiterträgt an genau dem gleichen Punkt wie der Mohammedaner, der sich in nämlicher Weise seinem Allah gegenüber verhält. Und - was auch bemerkenswert ist, dass es für einen Menschen, der sich als Kind Gottes oder Allahs begreift, keine offenen existenziellen Fragen mehr gibt.
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Jun 05, 21
Aus einem anderen Thread:
Veröffentlicht von: @hkmwk
Veröffentlicht von: @hkmwk
Veröffentlicht von: @hkmwk
Es gibt keine Reinkarnation.
Was sind Deine Belege dafür?
So wie jeder Mensch nur einmal sterben muss, danach kommt er vor Gottes Gericht, (28) ...
Nun, Juden sagen, es gibt Reinkarnation. Asiaten sagen es gibt Reinkarnation. Debora71 und hkmwk sagen es gibt keine Reinkarnation. Meiner Erfahrung nach ist es sehr sicher, dass ich schon einmal inkarniert war. Wenn es dass also nicht gibt, dann sind die Alternativen zu suchen. Gibt es eine deutsche Übersetzung mit Widerlegung der einzelnen Sätze des Buches "Shaar Ha Gilgulim"? Hier englisch etwas dazu: https://www.chabad.org/kabbalah/article_cdo/aid/380302/jewish/Gate-of-Reincarnations-Introduction.htm Hier auf Sefaria.org. Ich kann es nicht lesen, ist hebräisch. https://www.sefaria.org/Sha'ar_HaGilgulim.1?lang=bi Amazon: https://www.amazon.de/-/en/Isaac-Luria/dp/0972792406
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Jun 05, 21
oder wie heißt eine weibliche junge evangelische Präses auf deutsch? Anna-Nicole Heinrich, 25 J, "ist die jüngste Präses in der Geschichte der EKD-Synode. Sie wurde von der bayerischen Landeskirche in das Kirchenparlament gewählt, dem sie zuvor als Jugenddelegierte angehörte. Nach Abschluss ihres Philosophiestudiums belegt Heinrich seit 2019 die Masterstudiengänge Digital Humanities und Menschenbild und Werte in Regensburg. Sie arbeitet als wissenschaftliche Hilfskraft an der Universität und ist stellvertretende Vorsitzende der evangelischen Jugend in Deutschland." https://www.spiegel.de/panorama/gesellschaft/anna-nicole-heinrich-evangelische-kirche-waehlt-philosophiestudentin-zur-neuen-praeses-a-77de1129-58b1-473b-baf3-b580df3dc735 Eine höchst überraschende Wahl, wie ich finde. Ob sie wohl jugendliche Frische in die Kirche einbringen und Menschen wieder für Gott begeistern kann? Was meint ihr?
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Jun 04, 21


Der Begriff Islam bedeutet im Arabischen >>Hingabe (an Gott), Ergebung (in Gott)<<; Erlebt ihr auf Eurem Weg mit Gott Hingabe? Welche Bibelstellen fallen Euch hierzu ein und was bedeuten sie für Euch persönlich in puncto Hingabe. Was erlebt ihr im Prozess des Hingebens?
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Jun 01, 21
Diese Frage kristallisierte sich in der Diskussion in einem anderen Thread heraus. Augustinus sagte: Liebe und tue was du willst. Wie beantwortet ihr die Frage des Threadtitels?
1,386
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Jun 01, 21
Hallo, Yogmann42 ... Du schriebst folgendes in dem anderen Thread "DER Islam und DER Yogmann": "Ich stehe auf einer Seite, die einem nicht nur Sympathien entgegenbringt: Ich glaube an die Allaussöhnung durch Jesus. Denn Seine Gnade reicht, soweit der Himmel ist. Das wäre aber einen extra Thread wert. Jedes Knie wird sich mal beugen vor Ihm." Setzt Du bei diesem Glauben an die Allaussöhnung voraus, dass ein Mensch erst an Jesus glauben muss, um die Allaussöhnung zubekommen? Oder glaubst Du, dass das ein Automatismus ist?
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Mai 30, 21
Hallo liebes Forum! Bei vielen verschiedenen Threads zu den unterschiedlichsten Themen hatte ich irgendwann den Eindruck, der jeweilige Meinungsunterschied ist nur die Oberfläche von etwas Anderem, nämlich dem unterschiedlichen Verständnis von: Was ist eigentlich Sünde? Auch die Bibel redet über Sünde auf unterschiedliche Weise. Das, was den meisten, auch Nichtchristen, zuerst einfällt, ist wohl, dass Sünde im Plural benutzt wird, es also mehrere Sünden gibt, und dass Sünden etwas sind, was man begeht, durch Handeln, Denken und Unterlassen. Auch durch Fühlen? Daher kommt dann auch das Verb „sündigen“. Solche Sünden stellen ein Problem dar, und dessen Lösung nennt sich „Vergebung.“ Daneben, oder eher darunter, kennt die Bibel aber eine andere Redeweise von Sünde, meist im Singular, hin und wieder auch im Plural. Die Sünde ist hier vorgestellt als eine Macht, manchmal sogar eine personale Macht. Sie ist eine Macht, unter deren Gesetz Menschen gefangen sind, deren Knechte, besser Sklaven, sie sind:
Römer 6,20 Denn als ihr Knechte der Sünde wart, da wart ihr frei von der Gerechtigkeit.
Römer 7,14 Denn wir wissen, dass das Gesetz geistlich ist; ich aber bin fleischlich, unter die Sünde verkauft.
Sie ist es, die den Tod über die ganze Schöpfung bringt.
Römer 5,17 Denn wenn wegen der Sünde des Einen der Tod geherrscht hat durch den Einen, um wieviel mehr werden die, welche die Fülle der Gnade und der Gabe der Gerechtigkeit empfangen, herrschen im Leben durch den Einen, Jesus Christus. 18 Wie nun durch die Sünde des Einen die Verdammnis über alle Menschen gekommen ist, so ist auch durch die Gerechtigkeit des Einen für alle Menschen die Rechtfertigung gekommen, die zum Leben führt. 19 Denn wie durch den Ungehorsam des einen Menschen die Vielen zu Sündern geworden sind, so werden auch durch den Gehorsam des Einen die Vielen zu Gerechten. 20 Das Gesetz aber ist dazwischen hineingekommen, damit die Sünde mächtiger würde. Wo aber die Sünde mächtig geworden ist, da ist doch die Gnade noch viel mächtiger geworden, 21 damit, wie die Sünde geherrscht hat zum Tode, so auch die Gnade herrsche durch die Gerechtigkeit zum ewigen Leben durch Jesus Christus, unsern Herrn.
Dies kam zwar durch die Sünde des einen, hatte dann aber zur Folge, dass alle gesündigt haben.
Römer 5,12 Deshalb, wie durch einen Menschen die Sünde in die Welt gekommen ist und der Tod durch die Sünde, so ist der Tod zu allen Menschen durchgedrungen, weil sie alle gesündigt haben.
Wir können aber weder aus der Bibel noch aus der Natur bestreiten, dass der Tod nicht erst Menschen betrifft, die mehr oder weniger bewusst sündigen, sondern die ganze Schöpfung. Ganz passend dazu kann David im Alten Testament schon schreiben:
Psalm 51,7 Siehe, ich bin als Sünder geboren.
Die Sünde ist also eine Macht, die über die Menschen und die ganze Schöpfung herrscht. Durch sie, so stellt es sich die Bibel vor, ist erst der Tod in die Welt gekommen. Der Mensch wird, biblisch gesehen, nicht dadurch zum Sünder, dass er sündigt. Sondern er sündigt, weil er schon immer ein Sünder ist. David und Paulus stellen hier keine Theorie auf, wie es denn kommt, dass ein Mensch als Sünder geboren wird. Sie stellen einfach nur fest, dass es seit dem Sündenfall so ist. Die so vorgestellte Sünde ist ein weitaus größeres Problem. Seine Lösung heißt „Errettung“ oder „Erlösung“.
Psalm 39,9 Errette mich aus aller meiner Sünde
Die Sünde in diesem biblischen Sinn ist also eine Macht, die alles und alle gefangenhält und durchdringt, schon bevor sie denken können. Bedürftig, von ihr erlöst zu werden, sind nicht nur Menschen, die bewusst sündigen, sondern die ganze Schöpfung. Oder auch, die Sünde wird als eine personale Macht vorgestellt, die vernichtet werden muss. Und weil das nicht geht, ohne alle, die in ihr gefangen sind, mit zu vernichten, wird einer „zur Sünde gemacht“ und stirbt.
2. Korinther 5,21 Denn er hat den, der von keiner Sünde wusste, für uns zur Sünde gemacht, damit wir in ihm die Gerechtigkeit würden, die vor Gott gilt.
Der Zusammenhang von Tod und Sünde wird aber auch noch anders dargestellt. So werden die, die noch nicht erlöst sind, als „tot“ bezeichnet:
Römer 6,13 Auch gebt nicht der Sünde eure Glieder hin als Waffen der Ungerechtigkeit, sondern gebt euch selbst Gott hin, als solche, die tot waren und nun lebendig sind, und eure Glieder Gott als Waffen der Gerechtigkeit.
Epheser 2, 4 Aber Gott, der reich ist an Barmherzigkeit, hat in seiner großen Liebe, mit der er uns geliebt hat, 5 auch uns, die wir tot waren in den Sünden, mit Christus lebendig gemacht - aus Gnade seid ihr selig geworden -;
Kolosser 2,13 Und er hat euch mit ihm lebendig gemacht, die ihr tot wart in den Sünden und in der Unbeschnittenheit eures Fleisches, und hat uns vergeben alle Sünden.
Ein drastisches Bild, wenn man es ernstnimmt. Und andersherum sind die, die in Christus hinein getauft wurden, nun für die Sünde tot. Diese Macht der Sünde hat daher, in rechtlichen Kategorien auch keinen Anspruch mehr an sie.
Römer 6,2 Das sei ferne! Wie sollten wir in der Sünde leben wollen, der wir doch gestorben sind? 3 Oder wisst ihr nicht, dass alle, die wir auf Christus Jesus getauft sind, die sind in seinen Tod getauft? 4 So sind wir ja mit ihm begraben durch die Taufe in den Tod, damit, wie Christus auferweckt ist von den Toten durch die Herrlichkeit des Vaters, auch wir in einem neuen Leben wandeln. 5 Denn wenn wir mit ihm verbunden und ihm gleichgeworden sind in seinem Tod, so werden wir ihm auch in der Auferstehung gleich sein. 6 Wir wissen ja, dass unser alter Mensch mit ihm gekreuzigt ist, damit der Leib der Sünde vernichtet werde, so dass wir hinfort der Sünde nicht dienen. 7 Denn wer gestorben ist, der ist frei geworden von der Sünde.
Sünde ist, wenn ich es hier recht verstehe, deutlich mehr als ein Schönheitsfehler oder eine schuldhafte Handlung. Sie ist etwas, was den Menschen vollständig korrumpiert, gefangennimmt, kaputtmacht, tot hält. Sie bewirkt, dass der Mensch gar nicht anders kann, als dann auch zu sündigen. Sie ist nicht nur etwas, was vergeben werden muss (das auch!), sondern etwas, wovon wir erlöst werden müssen. Das mal als sehr langen Einstiegsimpuls. Wenn der nicht schon genug Gesprächsstoff bietet, hätte ich ein paar Fragen: - Würdet ihr es auch so sehen, dass wir laut der Bibel sündigen, weil wir Sünder sind? Oder werden wir erst durchs Sündigen zu Sündern? Wäre es im letzteren Fall theoretisch denkbar, dass noch einmal ein Mensch lebt, ohne zu sündigen, so wie Jesus? - Ist das Bild vom „tot sein“ in Sünden angemessen, oder findet Ihr es übertrieben? Immerhin: Wer tot ist, kann sich auch auf den engagiertesten Zuruf hin nicht fürs Leben entscheiden. Wer tot ist, merkt nicht mal, dass er tot ist. Zum Glauben an Jesus zu kommen und frei von der Sünde zu werden, würde also einer Totenauferweckung entsprechen. Und wer dann erstmal lebt, kann im Regelfall nicht anders wollen als sich für das Leben zu entscheiden. Oder ist „tot in Sünden“ nicht ganz so „tot“ zu verstehen? - Ist es auch Eurer Meinung nach so, dass die Sünde den ganzen Menschen durchdringt, also auch der ganze Mensch erlöst werden muss? Oder gibt es Aspekte, Teile, Bereiche im Menschen, die auch ohne Gottes Wirken in der Lage sind, die Sünde zu erkennen und sich von ihr abwenden zu wollen? Nach meinem Verständnis dessen, wie die Bibel über Sünde redet, ist "tot" durchaus das angemessene Bild. Die Sünde und mit ihr der Tod herrscht von Anfang an in unserem Leben. Darum kann niemand anders, als zu sündigen. Darum ist jede Abwendung von der Sünde zu Jesus hin mit einer Totenauferweckung zu vergleichen, zu der der Mensch nichts beitragen konnte, da er ja tot war. Darum ist der ganze Mensch erlösungsbedürftig. Aber vielleicht entdeckt Ihr ja doch irgendwo Ausnahmen.
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Mai 13, 21
Es wird uns immer wieder mal angeraten "Vertrau auf Gott". In der Schrift wird gezeigt das Menschen auf Gott vertrauen. Abram vertraut Gott. Ebenso Moses,David, Josef und Josef, Maria usw. Wird aber in der Schrift erzählt das Gott einem Menschen vertraut? Mir ist Nichts bekannt, oder übersehe ich etwas?Sollte nicht von gegenseitigem Vertrauen gesprochen / berichtet werden? chubzi
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Mai 05, 21
Bisher war ich gegenüber der Allversöhnungslehre - oder der Lehre vom universellen Heilswillen Gottes, wie sie jetzt genannt wird - eher skeptisch. Ich hielt sie für eine vage Möglichkeit, die wohl vom Charakter Gottes abgeleitet wird, für die es aber kaum Schriftstellen gibt, aus denen sie eindeutig und zwingend folgt. Jetzt ist mir da aber etwas aufgefallen:
[…] wie ⟨auch⟩ Sodom und Gomorra und die umliegenden Städte […] als ein Beispiel vorliegen, indem sie die Strafe des ewigen Feuers erleiden.
Und ich wende ihr Geschick, das Geschick Sodoms und ihrer Töchter […] Und deine Schwestern, Sodom und ihre Töchter, werden in ihren früheren Zustand zurückkehren
Wenn nun Sodom, das Beispiel für das 'ewige' Feuer, am Ende das Geschick gewendet bekommt und sie wieder in ihren früheren Stand zurückkehrt, dann könnte man daraus durchaus folgern, dass die Höllenstrafe endlich ist. Das folgt natürlich nur dann, wenn beide Schriftstellen gleichermaßen gültig sind. Setzt man das nicht voraus, so könnte man argumentieren, dass Judas' Aussage die des Hesekiel ablöst. Das würde allerdings bedeuten, dass Gott seine Meinung geändert habe, und das wäre dann doch eine recht problematische Theologie. Von daher betrachte ich diese beiden Stellen als das bisher beste mir bekannte Argument dafür, dass die Höllenstrafe endlich sei.
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Mai 03, 21
In einer anderen Diskussion begegnet mir immer wieder Verwunderung, wenn ich mich als Suchenden bezeichne, oder aber mir werden diverse Lösungsvorschläge gemacht, wo etwas zu finden wäre. In Martin Schleske's "Der Klang", das die Lebensbetrachtungen eines Geigenbauers beschreibt, findet sich folgende Stelle: IN einem Psalmwort heisst es "Denen, die Gott suchen, wird das Herz aufleben" (69,33). Es ist bemerkenswert, dass dieses Wort nicht vom Finden, sondern vom Suchen spricht! und weiter: Es ist eine subtile Form des Unglaubens, wenn man sich an das, was man glaubt, gewöhnt hat. Es ist kraftlos. Ein wacher Glaube kann sich weder an Gott noch an die Welt gewöhnen. Denn in der Gewöhnung ist die Seele ohne Hoffnung, und der Geist ist ohne Fragen. Das Leben ist reizlos, wenn man die Dinge hinnimmt und darum auf nichts mehr reagiert. Anpassung (biologisch: Adaption) bedeutet, dass die Reize ausgeblendet werden. Die Antwortrate der Zellen nimmt ab. Es kommt dann zu keiner Reaktion mehr. So ist es auch im Glauben: Antworten des eigenen geistigen Milieus beruhigen. Doch manchmal tun sie das so sehr, dass man über ihnen schläfrig wird. Es findet keine Reaktion mehr stat. Das Ende der Adaption ist ein reizloses Leben. Wo seht Ihr Euch? Bei den Suchenden oder jenen, die gefunden haben?
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Apr 09, 21
Liebe Geschwister, nein, ich stelle die Trinität nicht grundsätzlich in Frage, allerdings habe ich eine Verständnisfrage: Trinität: 1 Person - 3 Wesensarten: Gott Vater, Jesus Sohn, Hl. Geist. So richtig? Frage: wenn es eigentlich eine (1) Person ist, warum wird berichtet, das Jesus im Himmel neben Gott auf dem Thron sitzt? Jesus Gericht halten wird und Gott Jesus alles unter die Füße ordnen wird?.. Dann aber Gott Alles in Allem sein wird? Danke für Eure Antworten. Segen Euch!
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Apr 06, 21
Mir stößt immer wieder mal auf das hl. Familie als ganzzz arme Leut kolportiert (dargestellt) wird. Auf mich wirkt es zwanghaft. Gibt es einen Grund dafür? Josef der Zimmermann der später als Jochmann gearbeitet hat, war meiner Meinung kein Armer Schlucker. Er war sicherlich nicht ein reicher Krösus, aber echt Arm wahr er nicht. Warum wird auf dieses Armsein gepocht? chubzi Nachtrag vom 29.03.2021 22:18:22 "Gibt es einen Grund dafür?" für die Darstellung als Arme Familie.
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Apr 02, 21
Hallo Ein in christlichen Kreisen vorsichtig behandeltes Thema .... Mir kommt da eine Szene aus einem Film Matrix , in dem Neo gefragt wird ( wenn ich mich richtig erinnere ) , ob er denkt , das ihn ( sinngemäß ) die Prophetie - er war gerade bei einer "Prophetin" - dazu " gezwungen" hätte die Vase um zu werfen ? Ist also Prophetie ein Blick in die Zukunft der unabänderlich ist ? Ich denke es gibt verschiedene Prophetien . Die , die mein Leben tangieren , sehen eher so aus , das es heißt : "Wenn ich so und so auf Gott reagiere reagiert auch Gott entsprechend seines Planes oder auch nicht , falls ich mich nicht den Anforderungen stelle .." Wenn ich an die armen Propheten im AT denke , Jeremia z. B. , hat der den anderen immer zwei Alternativen "vorgesetzt" mit den entsprechenden Konsequenzen . In gewisser Form haben die , die Jeremia angesprochen hat , ihre Zukunft in der Form selbst gewählt in dem sie die ein oder andere von Jeremia vorgesetzte Alternative durch ihr handeln selbst "gewählt" haben . Es war offensichtlich das Gott dann die Zukunft so oder so beeinflußt hat , je nachdem wie sich "die Angesprochenen" reagierten . Habt ihr selbst Erfahrungen mit Prophetien - gute oder schlechte - die euer Leben "beeinflußen" ? Gruß Magnus
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Mrz 21, 21
Nachdem in einem anderem Forum hier zum Thema Taufe und Gemeindezugehörigkeit keiner sich mehr recht zu äußern wusste, um ja nicht seinen Gesprächspartner in seinem Taufverständnis zu verletzten - ihn gar den Glauben abzusprechen beim Ausbreiten des eigenen Taufverständnisses möchte ich hier einen zweiten Versuch (auf Anraten der Moderation) starten. Was bedeutet Taufe für euch. Ab wann bin ich getauft und wie wirkt sich das aus in eurem Leben (vorher und nachher) - was meint ihr?
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Mrz 20, 21
Moin zusammen! Die Frage, um die es hier gehen soll, steht im Großen und Ganzen im Betreff. Der Begriff der "Lehre", den ich hier verwende, soll sowohl das Nachdenken und Reflektieren beinhalten, das wir Theologie nennen, als auch jene Aussagen, die mit dem Anspruch versehen werden, allgemeine christliche Wahrheiten zu formulieren. Im Idealfall geht m.E. letzterem immer ersteres zuvor und ist ersteres nie selbstbezüglich, sondern immer auf die Bibel bezogen. Aber auch die Nichtidealfälle sind hier mitgemeint, denn: Es soll hier nicht um einzelne Lehrfragen gehen, auch wenn die möglicherweise zur Veranschaulichung herangezogen werden können. Sondern darum, wie das mit dem Verhältnis von Glaube und Lehre überhaupt aussieht. Wenn Euch also zur Eingangsfrage gleich eine Antwort einfällt, haut sie raus. Sonst würde ich zur Einstimmung gern zwei drei Anekdoten und Beobachtungen mit Euch teilen: Zum einen wird immer wieder festgestellt, dass keine andere Religion überhaupt so viel an Lehre entwickelt hat wie das Christentum. Wissenschaft und Philosophie gibt es auch im islamischen Bereich oder im alten und neuen Ostasien. Da wird also insgesamt nicht weniger gedacht. Aber dass über den Glauben selber nachgedacht und reflektiert wird, dass der Verstand in den Glauben mit einbezogen wird und sich das entwickelt, was wir heute "Theologie" nennen, das gibt es, zumindest der Quellenlage nach, nur im Christentum. Diese Entwicklung sehen manche als essentiell für das Christentum an ("Glaube betrifft den ganzen Menschen, also auch den Verstand"), andere eher als eine Art Betriebsunfall ("Es steht der Vernunft nicht zu, Gottes Wort zu beurteilen oder zu sortieren." "Es geht um Beziehung, nicht ums Begreifen.") Und viele von uns werden wohl den Argumenten für beide Seiten nicht ganz ihren Wahrheitsgehalt absprechen können. Ich muss in dem Zusammenhang an ein Gespräch denken, dass ich vor gut 20 Jahren in einer Hochburg des Pietismus mit einem orthodoxen Mitstudenten hatte. Er fragte "Wie klingt für dich die orthodoxe These, dass am wichtigsten die Liturgie ist, dann erst die Lehre und an dritter Stelle die christliche Ethik?" Ich antwortete: "Wenn wir Liturgie als das verstehen, was sie sein will, nämlich gelebte Beziehung zu Jesus Christus, klingt es für mich sehr pietistisch." - "Oh nein!" - "Und dann würde ich sagen, die Aussage 'Liturgie ist wichtiger als Lehre' ist selbst eine Lehraussage." - "Schei***!" Aber er sah ein, dass es stimmte. Will sagen: Auch wer Theologie und dem Stellenwert von Lehre skeptisch gegenübersteht, wird in dem Moment, wo er das formuliert, Lehre betreiben. Und dies im besten Fall auch wissen. Wenn der Glaube für mich mehr ist als mein ganz individuelles Erleben ohne Anspruch auf Allgemeingültigkeit, kann ich gar nicht darüber reden, ohne zu lehren. Lehre wäre in diesem Sinne allerdings nicht Selbstzweck, sondern dient der Beziehung. Auch wenn sie das mal mehr und mal eher weniger erkennbar und gut macht. Und damit ahnt Ihr, wohin ich selbst tendiere. 😊 Dies aber nur als mein erstes Brainstorming. Ich weiß, Metaebenen-Threads sind meist nicht so die Kassenschlager hier. Aber vielleicht finden sich ja ein paar unterschiedliche Ansichten dazu.
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Mrz 14, 21


Hallo Ich hatte Bio und Physik LK . Ich weis , das ich mich mit dem folgendem Ansatz auf dünnem Eis bewege . In der Bibel wird von einer negativen Salbung ( ich übersetze das als eine zerstörende Kraft ) geredet . In erster Linie betrifft das Personen . Aber ich denke auch Dinge . Als Versuchsballon - und jeder darf darüber lachen - starte ich folgenden Versuch . Gesetz den Fall die Corona Viren habe eine solche negative Salbung was könnte man dagegen tuen ? Da Gott eher für so was "eingerichtet" ist werde ich ihn darum bitten , diese negative Salbung zu neutralisieren . Auf eine Versuch kommt es an . Lächerlich mache ich mich hier sowieso . Gott , bitte nimm diese negative Salbung von den Corona Viren in Deutschland . Amen Gruß Magnus
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Mrz 01, 21
Mir geht es jetzt nicht um die Unterschiede der Aufzähkungen. Mir geht es um die unterschiedlichen Wurzeln der beiden Stammbäume. Im Matthäus-Stammbaum liegt die Wurzel bei Abraham, nicht bei Abram. Abram hatte sich ja von seinen Vorvorfahren gelöst. Entsprecheend der aufforderung des Herrn. Im Lukas-Stammbaum liegt die Wurzel bei Adam, bei Gott. Der Ausgangspunkt ist somit ein Unterschiedlicher. Im Matthäus wird Stammbaum als rein jüdischer dargestellt. Im Lukas wird die gesammte Menschheit einbezogen, und sogar Gott noch hinzugenommen. Der Bezug zu David ist in beiden Stammbäumen schwach, und als Königsanspruch nicht unbedingt zwingend. chubzi
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Feb 18, 21
Hallo In einem anderen aktuellen Thread wurde über die "korrekte Lehre" diskutiert . Wann ist eine Lehre korrekt ? Der Praktiker würde sagen , wenn man sie anwenden kann und sie "funktioniert" . Der Theoretiker würde sagen , erörtern wir sie theoretisch und versuchen wir daraus einen Konsenz zu finden . Ein Problem mit dieser Lehre von Gott ist das es keine Lehre von Gott ist sondern mit Gott ist . Wenn man sich also nicht mit Gott einläßt kann er einen auch nicht in alle Wahrheit führen ( Joh. 16 ; 13 ) . Gruß Magnus
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Feb 04, 21
Hallo, ich hoffe, das Forum passt. Mir fiel auf, dass wir Christen Begriffe verwenden, die wir aber, wenn man genauer hinschaut, unterschiedlich inhaltlich füllen. Ich würde gerne in nächster Zeit Threads über verschiedene Begriffe eröffnen, mit der Frage: wie definiert ihr das? Was versteht ihr darunter? Worauf bezieht ihr euch dabei (gerne mit Bibelstellen). Ich wünsche mir einen fruchtbaren Austausch. Dabei geht es mir nicht darum, dass Fronten errichtet werden. Im optimalen Fall erweitert die Sicht des Anderen ja unser eigenes Verständnis. Oder wir verstehen wenigstens besser, was der Andere meint, wenn er bestimmte Begriffe verwendet. Ich fange an mit "Gerechtigkeit Gottes". Was ist das?
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Feb 03, 21
Hallo, ich habe ja eine Themenreihe "wie definiert ihr..." gestartet. Heute soll es um Einheit gehen. Jesus hat dafür gebetet, dass wir eins sind. Wenn ich mich hier so umgucke, habe ich das Gefühl: sind wir aber nicht. Was versteht ihr unter dem Begriff Einheit oder Eins sein in Christus? Die Anregung für diese Frage kam übrigens von Deborah (entschuldige bitte, ich bin so schlecht darin mir die Nicks zu merken, du hast noch eine Zahl dran hängen). Also: was versteht ihr unter Einheit? Was versteht ihr unter Eins sein in Christus? Gibt es noch andere Aspekte, die mir gerade nicht einfallen oder von denen ich nicht weiß, ob sie in den Themenkomplex gehören? Also z.B. hat Einheit unter Christen sprachlich was mit Einheit zwischen Jesus und Gott Vater zu tun? Ihr seid da alle gefragt, aber natürlich freue ich mich wieder besonders über die Theologen, bzw Menschen, die auch altgriechisch können (ob da hebräisch auch eine Rolle spielt, weiß ich gerade gar nicht). Wie auch schon im vorigen Thread: es geht nicht um ein Gegeneinander, aber um mehr Verständnis untereinander.
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Jan 30, 21
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Jan 21, 21
Ein frohes neues gesegnetes Jahr wünsche ich euch. Ich denke gerade über den Begriff: "Opfer" nach. Es kommt ja in der Bibel sehr häufig vor und auch in anderen Religionen. Daher stelle ich mir die Fragen: Was ist eigentlich ein Opfer? Was bewirkt ein Opfer? Warum gibt es Opferkulte? Wann ist etwas für mich ein Opfer? Wer gab wann das wertvollste Opfer? usw. denke, dass da noch einiges mehr an Fragen kommt, je tiefer wir in dieses Thema eintauchen wollen, können etc. Bin mal gespannt, was hier alles zusammen kommt an Gedanken und wie sich dieser Thread entwickelt. Liebe Grüße Ulrike
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Jan 13, 21
Aus einem anderen thread: Wobei ich noch nie verstanden habe, warum es für die Dreieinigkeit so wichtig ist, dass Vater nicht Sohn und Sohn nicht HG etc. ist. Bezieht sich hier drauf: https://de.wikipedia.org/wiki/Trinit%C3%A4t#/media/Datei:Schild-Dreieinheit-Scutum-Fidei-Deutsch.svg Würde mich auch interessieren. Weiß jemand die theologische Begründung?
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Dez 30, 20
geliebt werden und er will sich mit uns austauschen. Also eine lebendige Beziehung zwischen Du - Gott - und ich - Mensch. Ein Austausch über das, was uns beiden bewegt. Also eine zweigleisige Kommunikation auf Augenhöhe.
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Dez 20, 20
Hallo, ich habe eine Frage und zwar eine theologische . Vorab möchte ich aber sagen, dass ich das Thema Schwangerschaftsabbruch nicht leicht finde. Eine Frau, die eine Schwangerschaft abbrecht, möchte ich generell nicht verurteilen. Das das Thema aber moralisch nicht leicht zu lösen, zeigt sich bspw. daran, dass eine ich eine Frau, laufend Kinder zeugt und abtreibt moralisch nicht unwerfverlich finde. Das ist aber alles für die Frage nebensächlich. Was mich interessiert Folgendes. Ein Kind, das abgetrieben wird, kommt sofort in den Himmel, richtig? Aber ein Kind, das auf die Welt kommt, kann sich zu Lebzeiten, wenn es älter gegen das Erlösungsangebot Gottes entscheiden. Was genau ist der Vorteil, wenn ein Mensch zunächst auf diese (sündige) Welt kommt, statt direkt in den Himmel? Dies würde mich interessieren. Nachtrag vom 17.11.2020 18:34:58 PS: Die Frage hat zur Voraussetzung die Annahme, dass es eine ewige Höllenqual / Verdamnis gibt und ist auch vorwiegend an die Personen gerichtet, die daran glauben.
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Dez 14, 20
Wie ist eure Theologie von Jesus als er noch kein Mensch war.
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Dez 12, 20
Bei einer Diskussion hier viel mir dieser Aspekt der Trinität wieder ein den ich schon aus dem Film "die Hütte" so beeindruckend fand. Der christliche Gott ruht sozusagen in sich:
Gott ist Liebe (vgl. 1Joh 4,7–8) und das, weil er ein dreieiniger Gott ist. Denn wäre er kein dreieiniger Gott, dann hätte er, bevor er die Welt geschaffen hatte, nichts zu lieben gehabt. Er hätte erst mit der Schöpfung seiner Geschöpfe überhaupt anfangen können zu lieben. Aber so wie er sich uns in der Bibel offenbart hat, existiert er seit Ewigkeit her in drei Personen, die sich von Ewigkeit her untereinander geliebt haben. Somit liebt Gott nicht nur — Er ist nicht nur lediglich in der Lage Liebe zu zeigen—sondern er ist die Liebe. Er kann niemals nicht lieben! Von Ewigkeit her ist Liebe das, was ihn auszeichnet.
https://www.evangelium21.net/media/1859/welche-bedeutung-hat-die-trinitaet-gottes
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Dez 08, 20


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