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Theologie

Von ganz schön schwierig bis ganz schön praktisch
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Gerade wurde in einem Beitrag die Frage gestellt: "Welchen Sinn sollte ein Universum ohne Gott machen?"

Meine Frage ist, welchen Sinn das Universum mit Gott hat? Warum (Begründung) und wieso (Ziel) soll das riesige Universum da sein? MaW welches Interesse sollte Gott nach christlicher Auffassung haben, ein Universum zu errichten?

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Okt. 22
So ein Thema kann ja auch mal von einem Trinitarier eröffnet werden. Wobei nicht alles, was ich sage, den Standardantworten eines durchschnittlichen Trinitariers entspricht. Aber urteilt selbst ... Die Trinität ist ein notwendiges Übel Ein Übel ist sie, weil sie (in einem unter näher erläuterten Sinn) über die Bibel hinausgeht. Notwendig ist si e , weil sie entstand, um Irrlehren abzuwehren. Die Trinitätslehre ist eine Systematisierung biblischer Aussagen Das heißt einerseits, dass es keine Bibelstelle gibt, wo "die Trinitätslehre steht". Aber alle wichtigen Aussagen der Trinitätslehre sind in der Bibel zu finden. Wer da Beispiele für Bibelstellen braucht, der kann in die Trinitäts-FAQ schauen (aber es gibt natürlich auch jede Menge Webseiten, in der Regel mit mehr Bibelstellen). Aber da die Bibel die Aussagen selber nicht systematisiert, geht die Trinitätslehre über die Bibel hinaus. Außerdem ist sie nicht leicht zu verstehen, da sie Begriffe der antiken Philosophie aufnimmt, aber sviw auch mehr oder weniger neu definiert. Und so weiß ich z.B. nicht, was eine "Hypostase" genau ist - auf jeden Fall nicht einfach die griechische Übersetzung für "Person". Nicht alle Aussagen der Trinitätslehre sind gleich wichtig Die wohl wichtigste Aussage ist, dass Jesus Gott bzw. JHWH ist, da könnte man sehr viele Bibelstellen angeben. Außerdem wird in Rö 10,9-13 Das Bekenntnis "Jesus ist Herr" (=JHWH) als Voraussetzung zur Rettung genannt. Deutlich weniger wichtig ist die Aussagen, dass der Heilige Geist Gott ist. Wenn ich das auf "der Geist ist JHWH" zuspitze, dann gibt es nach meiner Kenntnis nur eine Bibelstelle, die das aussagt. Ich habe deshalb (und aus anderen Gründen) Verständnis für Leute, die eine Binität (nur Vater und Sohn) vertreten und alle Aussagen, die den Geist als Person darstellen, metaphorisch o.ä, deuten. Auch wenn ich denke, dass die falsch liegen. Die Grenzen der Trinitätslehre sind unscharf Je nach Konfession werden mehr oder weniger Konzile noch als maßgeblich betrachtet. Für Protestanten ist meist Chalcedon der letzte autoritative Beitrag zur Trinitätslehre. Helmut
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Okt. 22

Bitte hört Euch diesen Text an ...

Ich teile ihn mit Euch und er begleitet mich bis heute - ein frühes Bühnenstück des wunderbaren HERMAN VAN VEEN.

Bin gespannt auf Resonanzen:

https://www.youtube.com/watch?v=yraumkaF0NQ

L'Chaim

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Okt. 18, 25

Stellt euch vor, ihr würdet euch gedanklich auf ein mögliches MTh-Studium einlesen wollen und dürftet auf eine einsame Insel nur ein Buch zur Vorbereitung mitnehmen. Welches würdet ihr wählen?

Die Antwort darf nicht "Die Bibel" sein. 

Meine Insel ist zwar nur ein Urlaub, aber ich tendiere gerade zu "Dietrich Bonhoeffer – Nachfolge"

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Okt. 18, 25

Genesis gibt Weisheiten, wie wir geschaffen sind. Das AT zeigt eine gefallene Welt auf und Leid. Aber neben dem "wie"...beantwortet es nicht das "warum". Warum leben wir hier, warum eine (gefallene) Welt vor dem Jenseits. Anders als Muslime glauben wir nicht an Prüfungen und Tests. Also bleibt für mich die Frage...warum?

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Okt. 08, 25

Eine Sache hat mich immer wieder über Jahre beschäftigt, nämlich der Umgang mit Judas, der ja als der Erzverräter gilt, einer unverzeihlichen Sünde schuldig, mit einer speziellen Einzelzelle in der Hölle... aber war das, was er getan hat, denn wirklich so schlimm...?

Ganz provokativ könnte man sagen: Ohne Judas Verrat hätte es keine Erlösung gegeben, die Menschheit wäre weiterhin verdammt... sollte man da also nicht eher dankbar sein...?

Denn Jesus war ja bereits klar, dass er sterben würde... er hätte sich, wäre er weiterhin nicht erkannt worden, vermutlich nicht aus Jersusalem geschlichen, um seinem Schicksal zu entgehen. Er hätte sich vermutlich am nächsten Tag selbst dem Gericht gestellt, weil er ja bereit war, sein Schicksal zu erfüllen. Was schadet es dann also, wenn Judas mal schnell noch die Gelegenheit wahrnimmt, ein paar Silberstücke zu verdienen... wenn Jesus doch eh in den Fängen der Häscher landen wird...?

Sicher, moralisch ganz bestimmt nicht die feine Art. Andererseits, unter Berücksichtigung aller Umstände - war dies denn tatsächlich der schlimmste Verrat der Geschichte, also so verdorben, dass es quasi zum Synonym des Verrats wurde?

Es gibt ja auch andere Geschichten... dass Jesus etwa Judas selbst beauftragt hat, bis hin zur Behauptung, in Wahrheit sei sogar Judas für ihn ans Kreuz gegangen... allerdings ohne Belege, und daher nichts als Spekulation.

Dennoch - dass Jesus vor Gericht gestellt werden musste war Teil des Plans, und das ist aus christlicher Sicht nicht zu bestreiten.

Und Judas wusste ja auch, dass Jesus hier sein Schicksal erwartete - warum also ist sein Handeln als so verwerflich dargestellt worden? Gut, sich mal eben schnell bereichern zu wollen ist nicht gerade nett... aber ist das derartig schlimm, dass es als die verdammenswerteste Tat überhaupt dargestellt werden muss, wo es doch letztlich zur Erlösung führte...?

Da ist mir die Begründung nicht ganz klar... wie seht ihr das...?

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Sep. 22, 25

Paulus bleibt für viele ein übersehener Protagonist des Neuen Testaments; - nicht, weil er im Schatten stünde, sondern weil der Blick aufmerksamer Objektivität oft vom Licht eigener Prioritäten geblendet ist.

Manche Leser einer Bibelübersetzung scheinen fest davon überzeugt zu sein, daß ausschließlich Jesus als erwarteter Messias (Christus) der Protagonist des sogenannten Neuen Testaments ist, aber Paulus (als Gesandter) jedoch auffallend oft von „seiner“ und nicht von „Seiner“ Botschaft spricht, wird dabei knapp trampelhaft übersehen. Diese sprachliche Eigenständigkeit macht Paulus (seine Botschaft) zu einem Protagonisten eigener Prägung und innerhalb der vermeintlich nahtlos zusammenhängenden Bibelbücher bleibt seine Andersartigkeit nur am Rande sichtbar, so dezent, daß sie dem flüchtigen Leser leicht entgeht.

Wer allerdings genauer hinsieht wird nachdenklich gestimmt und zu Fragen angeregt, wie:

• Paulus war ein Gesandter, doch wer hat ihn eigentlich gesandt?

• Warum spricht Paulus von seiner und nicht von Seiner Botschaft?

• Was sind Inhalt, Schwerpunkt und Ziel der Christus zentrierten Verkündigung von Paulus?

• Wie verhält sich diese Botschaft zur Botschaft des von Israel erwarteten Messias?

• usw., etc., etc., …

Solche Fragen öffnen den Blick für ein differenzierteres Verständnis der Bibel, für die Vielstimmigkeit seiner Protagonisten und für die eigentümliche Andersartigkeit seiner Substanz in den unterschiedlichen Botschaften zueinander.

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Sep. 05, 25

Simple Frage: Welche Auswirkungen hätte es gehabt, wenn Gott den Sündenfall verhindert hätte? Also, nichts Spektakuläres... Gott hätte Nebel gesendet, Adam und Eva hätten den Baum der Erkenntnis nicht gefunden, die Schlange verkrümelt sich frustriert, und nichts wäre geschehen.

Hätten Adam und Eva dann trotzdem einen freien Willen... und alles wäre in bester Ordnung?

Oder hatte der Sündenfall einen Sinn?

Was denkt ihr?

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Sep. 02, 25

5.Mose 24, 1 Wenn ein Mann eine Frau geheiratet hat und ihr Ehemann geworden ist, sie ihm dann aber nicht gefällt, weil er an ihr etwas Anstößiges entdeckt, wenn er ihr dann eine Scheidungsurkunde ausstellt, sie ihr übergibt und sie aus seinem Haus fortschickt,
2 sie sein Haus verlässt, die Frau eines anderen Mannes wird,
3 wenn dann der zweite Mann sie nicht mehr liebt, ihr eine Scheidungsurkunde ausstellt, sie ihr übergibt und sie aus seinem Haus fortschickt oder wenn der andere Mann, der sie geheiratet hat, stirbt,
4 dann darf sie ihr erster Mann, der sie fortgeschickt hat, nicht wieder heiraten, sodass sie wieder seine Frau würde, nachdem sie für ihn unberührbar geworden ist. Das wäre dem HERRN ein Gräuel.

 

Jermia 3,6 Als König Joschija regierte, sagte Jahwe zu mir: „Hast du gesehen, was Israel, diese treulose Frau, getan hat? Sie ist auf jede Anhöhe gestiegen, hat sich unter jeden grünen Baum gelegt und sich dort mit anderen eingelassen.
7 Ich dachte: 'Wenn sie genug davon hat, wird sie wieder zu mir zurückkehren.' Aber sie kam nicht zurück. Und ihre treulose Schwester Juda sah zu.
8 Ich gab Israel, dieser treulosen Frau, deshalb den Scheidebrief und schickte sie weg. Doch ihre treulose Schwester Juda schreckte das nicht ab. Sie ließ sich selbst mit anderen ein. ... spricht Jahwe. 

 

Gott hat sich von Israel geschieden, weil diese treulos war. Hat dies für euch einen Einfluss darauf, wie ihr mit dem Thema umgeht?

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Aug. 25, 25

Wenn von irgendwoher die Frage nach der Theodizee gestellt wird, ist so gut wie immer damit gemeint, wie ein gütiger Gott die Menschen so in ihrem Elend belassen kann , dem sie durch Krieg, Krankheit und Böswilligkeit anderer verharren müssen.

Am Wochenende ist mir eine interessant Variante begegnet, bei der es darum ging, warum dann die irdische Wirklichkeit so gestaltet wurde, dass auch bei den Tieren das eine des anderen Wolf ist und sie auf schlimme Weise als Nahrung für andere dienen.

Das hat mich dann wieder zu der Frage geführt, die sich mir immer wieder mal stellt: Wieso geht man davon aus, dass es bei Pflanzen keine Schmerzen und auch Empfindungen wie Gefühle gibt? 

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3,721
Aug. 22, 25

Hallo zusammen,

kurz & knapp: Denkt ihr, es gibt Menschen, die zwei oder mehrere Religionen praktizieren?

Beispielsweise - kann jemand Christ & gleichzeitig Buddhist sein? 

Freue mich auf eure Meinungen 

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Aug. 19, 25

Hallo zusammen, 

bei drei Fragen komme ich nicht weiter und wäre hier über die ein oder andere Meinung/Info dankbar. 

1. Gemäß der Bibel ist die Errettung nur durch den Glaube an Jesus Christus möglich (Joh 14,6; Gal 2,16; Röm 5, 9-11). Bedeutet dass, dass ein Mensch, der zu Gott betet und bekennt, dass er ein Sünder ist und nur durch die Gnade Gottes errettet werden kann (weil er glaubt, dass Gott befähigt ist Gnade walten zu lassen), nicht aber explizit den Namen Jeus Christus aufruft und und auch nicht fest daran glaubt, dass er Gottes Sohn und von den Toten auferstanden ist, nicht errettet wird?

2. Jeder Christ ist phasenweise von Zweifeln geplagt. Wenn er in einer Phase des Zweifels stirbt, ist er dann verdammt, weil er zu dem Zeitpunkt nicht aus vollstem Herzen geglaubt hat?

3. Wenn Kinder - die ja nur bedingt in der Lage sind, moralische Bewertungen vorzunehmen - sterben, geht man wenn ich das richtig nachvollzogen habe in der herrschenden Meinung davon aus, dass sie errettet werden, in den Himmel kommen. Allerdings gibt es hier wohl auch unterschiedliche Meinungen, zumindest ist hier wohl eine Auslegung/Interpretation erforderlich (vgl. Kommen Kinder in den Himmel? | Bibelbund). Ist es nicht irgendwie befremdlich, dass man diesbezüglich so in die Tiefe gehen muss, um zu einer Antwort für sich zu kommen (und selbst diese ist dann wohl angreifbar)? Jeder möchte doch an einen Gott glauben, der auch Kinder errettet und nicht verdammt. 

 

Vorab danke für Eure Antworten und Bemühungen. 

Turtle

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Aug. 19, 25


(oder, Vom Grenzland zur warnenden Rede)

Am südwestlichen Rand des alten Jerusalem zieht sich ein tief eingeschnittenes Tal entlang, dessen Hänge seit alters her eine markante Grenze zwischen Siedlungsgebieten bildeten. Zum ersten Mal tritt es in den biblischen Texten auf, als Josua die Stämme Israels im Land verteilte. Die Grenze Judas verlief „vom Ende des Bergrückens … hinab ins Tal des Sohnes Hinnoms“ (Gê Ben-Hinnom; Josua 15,8). Auch bei der Abgrenzung des Stammes Benjamin wird es genannt (Josua 18,16). Hier erscheint es noch völlig nüchtern und als feste geographische Markierung im Land Israel.

1. Vom Grenzzeichen zum Kultort

Über Generationen blieb das Tal ein unscheinbarer Teil der Stadtrandlandschaft Jerusalems. Doch in der Königszeit nahm seine Geschichte eine düstere Wendung. Unter König Ahas wird berichtet, daß er „seine Söhne im Feuer opferte im Tal Ben-Hinnom“ (2. Chronika 28,3). Später tat König Manasse ebenso (2. Chronika 33,6). Der Ort erhielt dafür einen eigenen Namen: Tophet – ein Brandopferplatz, an dem Kinder „durchs Feuer gehen“ gelassen wurden (2. Könige 23,10).

Diese Praxis stand im scharfen Widerspruch zu den Geboten JHWHs und wird in den Schriften als abscheulicher Greuel verurteilt. Der ursprünglich neutrale Grenzort wurde zu einem Symbol für Götzendienst und Ungehorsam gegenüber Gott.

2. Die prophetische Umbenennung

Mit den Propheten, besonders Jeremia, tritt das Tal erneut in den Vordergrund. Jeremia kündigt im Auftrag JHWHs an:

„darum siehe, Tage kommen, spricht JHWH, da dieser Ort nicht mehr Tophet  (Brandstätte/Greuelstätte) und Tal des Sohnes Hinnoms, sondern Würgetal genannt werden wird (Jeremia 19,6).

Hier wird die Zukunft des Ortes gezeichnet: Er werde Schauplatz eines Massakers werden. „Und ich werde den Rat von Juda und Jerusalem vereiteln an diesem Ort und werde sie durchs Schwert fallen lassen vor ihren Feinden und durch die Hand derer, die nach ihrem Leben trachten; und ich werde ihre Leichname den Vögeln des Himmels und den Tieren der Erde zum Fraß geben. (Jeremia 19,7).

Die prophetische Rede ist ausdrücklich örtlich verankert: Sie spricht nicht von einem jenseitigen, zeitlosen Strafraum, sondern von einem realen Tal vor den Toren Jerusalems, in dem künftig Gerichtshandlungen stattfinden sollten. Die Zeitform „es werden Tage kommen“ projiziert diese Ereignisse in ein künftiges Zeitalter (aiṓn im späteren Griechisch), das durch göttliches Gericht gekennzeichnet ist.

3. Zwischen Rückkehr und Erinnerung

Nach dem Exil taucht das Tal in Nehemia 11,30 wieder auf, nüchtern als geographische Begrenzung. Die Kultpraktiken waren verschwunden, doch die Erinnerung an seine dunkle Vergangenheit blieb lebendig. In den Schriften Jeremias und Jesajas (z. B. Jesaja 30,33) hatte es sich bereits als Ort des Gerichts außerhalb Jerusalems eingebrannt.

Vom so bezeichneten Alten ins Neue Testament: Gehenna als realer Ortsname

Mit der Übersetzung der hebräischen Schriften ins Griechische, der sogenannten Septuaginta, fand auch der Name des Tals seinen Weg in die Sprache der hellenistischen Welt. Wo im Hebräischen vom Gê Ben-Hinnom die Rede war, stand nun im Griechischen der lautnahe Ausdruck Γαιεννά (Gaienná) oder in späterer Schreibung Γέεννα (Gehenna). Damit war der Name nicht nur für aramäisch und hebräisch Sprechende verständlich, sondern auch für jene Juden in der Diaspora, die die Schrift in der Sprache der Griechen lasen.

In der Zeit des Zweiten Tempels, jener Epoche zwischen dem Wiederaufbau des Tempels nach dem babylonischen Exil und seiner Zerstörung im Jahr 70 n. Chr., war der Ort nicht nur Teil der topographischen Realität Jerusalems, sondern auch tief in das kollektive Bewusstsein eingebettet. Die steilen, kahlen Hänge südlich der Stadtmauer waren von vielen Stellen aus sichtbar. Wer sie betrachtete, erinnerte sich an die Schilderungen der Propheten: an die Opferfeuer des Tophet, an die Gerichtsworte Jeremias, an den neuen Namen „Würgetal“.

Für die damaligen Gläubigen aus Israel und Proselyten, die aus allen Teilen des Landes und der Diaspora zum Tempel (oder in die Nähe) hinaufzogen, war der Name Gehenna kein fernes, rätselhaftes Wort. Er war Teil der Geschichte des Landes das an Jerusalem angrenzt, ein Stück Erde, das zugleich Mahnmal und Warnung war. So konnte er im Sprachgebrauch dieser Zeit nahtlos sowohl als geographische Bezeichnung dienen als auch als Erinnerung für göttliches und zukünftiges Gericht in einem kommenden Zeitalter (aiṓn), wie es die Schriften ankündigten.

4. Jesus und die Gehenna

Jesus, der für das Volk Israel verheißene Messias (Christus) und erwartete König, benutzte den Begriff Gehenna im Kontext der Proklamation des kommenden messianischen Königreiches auf der Erde

Jesus von Nazareth verkündigte den Anbruch der Königsherrschaft Gottes (Matthäus 4,17) und warnte zugleich eindringlich vor den Konsequenzen verfehlten Handelns. Dabei griff er immer wieder auf den Namen des Tals zurück:

- „Ich aber sage euch: Jeder, der seinem Bruder zürnt, soll dem Gericht verfallen sein. Wer aber 'Raka' zu seinem Bruder sagt, soll dem Synedrium verfallen sein. Wer aber 'Tor' zu ihm sagt., soll der Gehenna des Feuers verfallen sein." (Matthäus 5,22)

- „Ich aber sage euch: Jeder, der eine Frau anblickt, um sie zu begehren, treibt mit ihr schon Ehebruch in seinem Herzen. Wenn dein rechtes Auge dir zum Fallstrick wird, so reiß es heraus und wirf es von dir; denn förderlicher wäre es für dich, daß eines deiner Glieder umkomme und nicht dein ganzer Körper in die Gehenna geworfen werde."(Matthäus 5,29-30) Hier verleiht die historische Belastung des Ortes der ethischen Mahnung besonderes Gewicht.

- Jüngersendung: „Fürchtet vielmehr den, der sowohl Seele als auch Leib zu vernichten vermag in Gehenna“ (Matthäus 10,28; Lukas 12,5). Der reale Ort dient als warnender Bezugspunkt für das kommende Zeitalter des Gerichts.

- Mahnung gegen Verführung und Aussicht auf das zukünftige Leben im neuen und schon im Alten Testament prophezeiten Zeitalter auf der Erde: „… besser, einäugig in das Leben einzugehen, als mit zwei Augen in Gehenna geworfen zu werden“ (Matthäus 18,9; Markus 9,43.45.47). Der Ausdruck „τὸ πῦρ τὸ αἰώνιον“ (to pyr to aiṓnion) bedeutet wörtlich „das Feuer des Zeitalters“ – also das Feuer, das zum künftigen, gottbestimmten Zeitalter gehört, nicht ein philosophisch ewiges Feuer.

- Weherufe in Jerusalem: „… wie wollt ihr dem Gericht der Gehenna entfliehen?“ (Matthäus 23,15.33). Gesprochen innerhalb der Stadt, direkt neben dem Tal, wird die topographische Nähe maximal spürbar.

5. Bedeutung von αἰών und αἰώνιος

In der griechischen Sprache des NT bezeichnet αἰών (aiṓn) ein „Zeitalter“, einen begrenzten, von Gott gesetzten Abschnitt der Geschichte. αἰώνιος (aiṓnios) bedeutet „zum Zeitalter gehörig“. Wenn Jesus von „ζωὴ αἰώνιος“ (zōē aiṓnios) spricht, meint er „Leben des kommenden Zeitalters“, nicht „endloses Leben“ im modernen, philosophischen Sinn.

Ebenso bezeichnet „πῦρ αἰώνιον“ (pyr aiṓnion) ein Feuer, das für das Zeitalter des Gerichts bestimmt ist. Diese zeitalterliche Perspektive ist konsistent mit der prophetischen Ankündigung Jeremias, der Gericht und Zerstörung an diesem konkreten Ort in einer kommenden geschichtlichen Phase erwartete (Jeremia 19,6-7).

6. Jakobus und der Ort als bleibendes Warnsymbol

Im Brief des Jakobus erscheint der alte Ortsname ein letztes Mal im Grundtext der Bibel, diesmal tatsächlich nicht als Landbeschreibung, sondern als scharfes Bild. Jakobus schreibt:

„Auch die Zunge ist ein Feuer, eine Welt der Ungerechtigkeit. Die Zunge ist unter unseren Gliedern als diejenige eingesetzt, die den ganzen Körper beflecken kann und das Rad des uns Angestammten entflammt wie auch von der Gehenna entflammt wird“ (Jakobus 3,6).

Hier entfaltet sich eine Bildsprache wie eine gezielte Erinnerung an das Tal Ben-Hinnom. Wer den Namen hörte, sah vor dem inneren Auge die Abhänge südlich Jerusalems, deren Geschichte von lodernden Opferfeuern und Jeremias Gerichtsworten durchdrungen war. Jakobus nimmt diesen belasteten Ort und stellt ihn neben das Bild einer ungebändigten Zunge: ein kleines Glied, das jedoch in der Lage ist, den ganzen Menschen zu beflecken und einen zerstörerischen Kreislauf in Brand zu setzen.

Indem er sagt, dass diese zerstörerische Flamme „von Gehenna“ entzündet werde, bindet er seine Mahnung fest an den historischen Boden Israels. Er greift nicht zu einem abstrakten, zeitlosen Strafraum, sondern zu einem konkreten Ort, dessen brennende Vergangenheit im kollektiven Gedächtnis lebendig geblieben war. So verbindet sich die Mahnung vor der zerstörerischen Macht der Worte mit der alttestamentlichen Wirklichkeit eines Ortes, an dem Feuer stets auch das Zeichen für Abkehr von Gott und drohendes Gericht gewesen war.

7. Ein Tal durch die Zeitalter

Vom Grenzzeichen in der Landverteilung (Josua 15,8; 18,16) über einen Ort des Götzendienstes (2. Könige 23,10; 2. Chronika 28,3; 33,6) bis hin zu einem prophetisch angekündigten Gerichtsschauplatz (Jeremia 7,31–32; 19,6–7) hat das Tal Ben-Hinnom seine Bedeutung stets aus der Verbindung von realer Geographie und geschichtlicher Phase bezogen.

Im sogenannten Neuen Testament erscheint es als Gehenna, ein Name, der für Jesu Zeitgenossen das Gelände südlich Jerusalems ebenso aufrief wie seine alttestamentliche Vorgeschichte. In Verbindung mit den Begriffen „Zeitalter“ (αἰών) und „zeitalterlich“ (αἰώνιος) wird deutlich: Die biblischen Autoren sahen Gericht, Leben und Strafe im Rahmen von Zeitaltern, nicht in einer philosophisch endlosen „Ewigkeit“.

So bleibt das Tal Ben-Hinnom ein biblisch verankerter, konkreter Ort, dessen Geschichte über Jahrhunderte hinweg zur Sprach- und Bildquelle für göttliches Gericht und moralische Warnung wurde, tatsächlich ein Stück Jerusalemer Boden, das die Schriften der Bibel im Zusammenhang miteinander verbindet.

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Aug. 16, 25

Ja, das frage ich mich ernsthaft. Die Bibel berichtet nicht von der Kundalini, also müssen Christen ihre Meinung durch irgend etwas anderes begründen.

Was das ist, mögen mir die bibeltreuen Christen hier im Forum einmal erläutern.

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Aug. 02, 25

Hallo ☺️

Darf man hier im Forum überhaupt so eine Frage stellen zwischen zwei Glaubensrichtungen zu stehen? Ich bin einfach ehrlich verwirrt und suche nach Antworten.

Ich bin mit dem Islam aufgewachsen, aber seit einiger Zeit beschäftigt mich Jesus, was ich mir bis vor 2 Wochen nicht hätte vorstellen können.

Ich weiß nicht genau, warum aber mein Herz zieht es immer mehr in diese Richtung. Gleichzeitig habe ich Angst, ob das überhaupt „erlaubt" ist gegenüber meinem Glauben.

Falls mein Thema hier nicht passend ist, bitte ich um Nachsicht es liegt mir fern, jemanden zu verletzen oder Grenzen zu überschreiten.

Ida

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Juli 28, 25

Hi, 

 

soeben fragte ich mich folgendes.

 

Gott wusste ja vor Anbeginn der Schöpfung, dass Jesus kommen musste. Er war ja auch schon da...vorher.

Gott wusste dann offensichtlich dann auch, das irgendein Engel (hier Satan) und seine Kumpane sein Unwesen treiben wird. 

Das blöde Opfer war ja dann der Mensch und somit auch die gesamte Menschheit. 

Jetzt, wo das Ende der Erde und die Herrlichkeit mit/ durch Jesus (die es ja eigentlich schon immer gab) kommen wird, frage ich mich folgendes. 

1. Wozu das alles? Hölle und Rettung für die und die. 

2.Wird das Böse danach im (Paradies) doch nicht nochmal sein Unwesen treiben und es eine Rebellion geben. 

Ich meine, so ganz ausmerzen konnte Gott (im Himmel) das Böse ja nie. Siehe die Geschichte des Teufels. Gibt es dann da doch nicht den freien Willen? Oder wird das  dann im Paradies  sofort ausgemerzt werden....so wie in einer Diktatur.

 

2. 

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Juli 25, 25

Ich mache mir gerade intensive Gedanken über die Natur Gottes, die Rolle der Menschheit und unsere Erlösung. Dabei bin ich auf eine These gestoßen, die ich gerne mit euch teilen und zur Diskussion stellen möchte – sie ist vielleicht ein bisschen unkonventionell, aber ich glaube, sie wirft spannende Fragen auf.

Meine Idee dreht sich um die Trinität (Vater, Sohn, Geist) und das Konzept des "Leibes Christi". Könnte es sein, dass Gott sich "multiplizieren" wollte, aber nicht, indem er eine vierte göttliche Person schafft? Sondern vielmehr, indem er einen "Leib" erschafft – also uns, die Menschheit – und diesem seinen Odem, seinen Geist, einhaucht?

Wenn ja, dann wäre dieser "Leib" ja ursprünglich von Gott gewollt und belebt worden. Doch dann kam die Sünde, die diesen Leib zersplitterte. Wir sehen die Folgen: Trennung, Leid, Individualismus, Bruchstücke und damit eine Welt, die weit entfernt ist von Gottes ursprünglicher Absicht.

Aber hier kommt die Hoffnung ins Spiel: Durch die Gnade und das Erlösungswerk Jesu Christi auf Erden wird dieser zersplitterte "Leib" nun wieder geheilt, geeint und geheiligt. Das würde erklären, warum jeder Einzelne von uns wichtig ist, aber eben auch nur ein Teil eines größeren Ganzen.

Und jetzt zum Kern meiner Überlegung: Wenn dieser Prozess der Heiligung durch Christus vollendet ist, und der "Leib" rein erlöst ist – könnte dann nicht dieser geheiligte Leib die "Einheit zu viert" herstellen? Nicht als vierte göttliche Person neben Vater, Sohn und Geist, sondern als die vollendete Schöpfung, die in perfekter, ewiger Gemeinschaft mit der Trinität steht?

Das würde auch eine Antwort darauf bieten, warum viele Menschen, auch vor Christus, sterben mussten, ohne dass wir ihre explizite Erlösung klar sehen. Oder warum unschuldige Kinder leiden und sterben. Wenn die Menschheit als Ganzes – als dieser "Leib" – geläutert wird, dann würde alles, was nicht dazu gehört, was nicht erlöst, nicht geheiligt werden kann (unabhängig von individueller Schuld), letztlich vergehen. Also nicht das Unschuldige (wie Kinder) oder Unwissende. Und alles erkannte, geheiligte und in Gott verwurzelte bleibt bestehen – als der vollendete Leib Christi - also "alle" im Sinne von 1. Tim 2 als gesamter (geheiligter) Leib. 

Was haltet ihr von dieser Perspektive? Seht ihr darin einen neuen Ansatz, um über Erlösung, Sünde und Gottes Plan nachzudenken? Oder gibt es theologische Fallstricke, die ich (was gut möglich ist!) übersehe?

Ich freue mich auf eure Gedanken!

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Juli 23, 25

Hat jemand mit diesem Studienanbieter Erfahrungen? Ziel wäre ein Zweitstudium der Theologie - wobei die akademische Anerkennung nicht im Fokus ist, mehr ein praxisnahes Studium um des Studiums Willen. 

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Juli 23, 25

Gibt es auf christlicher Basis noch andere Vorstellungen als die, dass man nach seinem irdischen Leben im Himmelreich dort den Menschen begegnet, die man auch früher kannte?

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Juli 13, 25

Hallo, auch wenn es mich nicht betrifft (bin der EKD nicht zugehörig):

Die EKD lehnt meines Wissens die Judenmission ab geht aber nicht die Taufe von Juden vor, d.h. wenn ein Pastor/Pastorin jemand aus dem Judentum tauft hat das keine Folgen für den/die Pastorin m.W. Warum? Erscheint mir inkonsistent.

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1,120
Juni 24, 25

In einem anderen Unterforum wurde gefragt wieso so viele das nicht glauben und eine Antwort war: "dass diese Wahrheit nicht gewollt wird".

Was religionspolitisch damit verknüpft ist, soll hier keine Rolle spielen. Was aber einzelne Menschen betrifft, die das nicht glauben, ist es eine gewagte Behauptung, dass sie das nicht wollen. Ich gehe davon aus, dass die meisten von ihnen das schlicht und einfach nicht für möglich halten und theologisch für nicht relevant.

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Juni 24, 25

Gestern erzählte mir die Tochter einer Frau, die gestorben ist, dass deren letzte Worte waren, "wer steht denn da hinter dir?". Ihr sei es eiskalt den Rücken heruntergelaufen, weil sie wusste, das da keiner war. Aber als sie sich umgedreht hat, habe sie einen Engel gesehen, der ihre Mutter abgeholt hat.

Meine Frage: Wer und was sind Engel?

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1,319
Juni 14, 25

Hallo zusammen,

J.D. Vance hat ein mittelalterliches theologisches rausgekramt, um die Ausweisung von Migranten noch christlich rechtfertigen zu können.

Es ist da Konzept der Ordo amoris, was in etwa besagt, dass es eine Rangfolge der Liebe geben müsse, mit den nächsten Verwandten an erster Stelle, dann den Geschwistern in der Gemeinde, dann den Menschen in der Region etc.

Ich denke das Konzept ist deutlich.

Ist es das, was Jesus von uns fordert? Funktioniert so das Evangelium und der Bau des Himmelreiches?

Ich habe bedenken, dass hier das Christentum an ganz entscheidender Stelle ruiniert wird - hin zu einem Konzept, wie es viele andere Religionen und Gemeinschaften auch haben mögen.

Jesus spricht diese Konzepte an: 

Mt. 5, 43 Ihr habt gehört, dass gesagt ist: »Du sollst deinen Nächsten lieben« und deinen Feind hassen.[5]
44 Ich aber sage euch: Liebt eure Feinde und bittet für die, die euch verfolgen,[6]
45 auf dass ihr Kinder seid eures Vaters im Himmel. Denn er lässt seine Sonne aufgehen über Böse und Gute und lässt regnen über Gerechte und Ungerechte.
46 Denn wenn ihr liebt, die euch lieben, was werdet ihr für Lohn haben? Tun nicht dasselbe auch die Zöllner?
47 Und wenn ihr nur zu euren Brüdern freundlich seid, was tut ihr Besonderes? Tun nicht dasselbe auch die Heiden?
48 Darum sollt ihr vollkommen sein, wie euer himmlischer Vater vollkommen ist. 

Wenn ich also eine "Ordnung der Liebe" aufmache - verzichte ich dann nicht darauf, jene Vollkommenheit anzustreben, die Jesus von uns fordert?

Eine Ordnung der Liebe kann ich nur in der Weise erkennen und nachvollziehen, wenn es darum geht, dass wir Gott noch einmal viel mehr lieben sollen als uns und unseren Nächsten.

Ein Bibelvers, der das anspricht, wäre dieser hier:

Mt 10,37 Wer Vater oder Mutter mehr liebt als mich, der ist meiner nicht wert; und wer Sohn oder Tochter mehr liebt als mich, der ist meiner nicht wert.

Die Vertreter der Ordo Amoris bemühen diesen Bibelvers:

Gal. 6, 10 Darum, solange wir noch Zeit haben, lasst uns Gutes tun an jedermann, allermeist aber an des Glaubens Genossen.

Das schreibt Paulus in eine Gemeinde hinein, die offenbar in sich zerstritten ist und wo es Spaltungen gibt.

Was meint Ihr? Wird hier das Evangelium ruiniert, von seinen Möglichkeiten her reduziert bzw. sogar komplett zerstört - oder ist das eine Auffassung, die man haben kann, ohne Jesus zu betrüben?

 

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Juni 13, 25

Durch die vielen Berichte über die Gedenkfeiern zum Kriesgsende und den Befreiung der Juden und anderer KZ-Insassen finde ich die Frage der Theodizee wieder aktuell. Die einen sagen, Hilterfaschismus und KZ´s sind ein Beweis dafür, dass es kein Gott gibt oder das er sich nicht um die Menschen kümmert. Andere sagen, dass Gott das zugelassen hat muss einen tieferen Sinn haben und widerspricht nicht der LIebe Gottes. Denjenigen die Argumente für die letzte Gedanken vorbringen, wird dann Zynismus vorgeworfen. 

Innerhalb der jüdischen Gemeinschaft gibt es ebenfalls ganz unterschiedliche und teils ähnliche Überlegungen der Rechtfertigung. Mich spricht der Gedanken besonders an: Wenn man nach Auschwitz den Glauben an Gott verliert, dann erst hat der Faschismus wirklich gesiegt.

Der Gedanke, dass Gott diese Greul zugelassen hat wird aus meiner Sicht auch dadruch gestützt, dass die zahlreichen Hitlerattentate schief gelaufen sind. Manche Nazis sehen das wiederum als eine Bestätigung der göttliche Sendung von A.H.

Ihr seht, es hängen da viele Fragen dran, die ich nicht einfach finde zu beantworten. 

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Mai 23, 25


Die Frage, ob Jesus der einzige Weg zu Gott ist, ist eine zentrale theologische Frage, die in verschiedenen religiösen Traditionen unterschiedlich beantwortet wird.

Im christlichen Glauben wird oft gelehrt, dass Jesus Christus der einzige Weg zu Gott ist. Dies basiert auf Aussagen von Jesus in den Evangelien des Neuen Testaments, wie zum Beispiel Johannes 14,6, wo Jesus sagt: „Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater außer durch mich.“

Für viele Christen bedeutet dies, dass die Erlösung und die Beziehung zu Gott nur durch den Glauben an Jesus Christus möglich sind. Diese Überzeugung gründet sich auf die Lehren der Kirche und die Interpretationen der Bibel.

In anderen religiösen Traditionen gibt es jedoch unterschiedliche Vorstellungen darüber, wie man zu Gott gelangen kann. Zum Beispiel lehrt der Islam, dass der Glaube an den einen Gott und das Befolgen seiner Gebote den Weg zur Erlösung ebnet. Im Judentum wird die Beziehung zu Gott durch das Befolgen des jüdischen Gesetzes und die Einhaltung des Bundes mit Gott betont.

Man kann diesen Satz „Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zu Vater außer durch mich“ auch so verstehen, dass Jesus damit meint, dass ein Mensch einen erleuchteten Meister braucht. Jesus lehrte den Weg des Guru-Yoga. Jesus wollte damit aber nicht sagen, dass er der einzige Guru und der einzige Weg zu Gott. Jesus verehrte Abraham, Moses und Elias und sah sie als Vermittler Gottes. Er beschrieb in der Bergpredigt viele Wege zu Gott. Gott ist durch den Weg der inneren Reinigung, den Weg der Liebe, den Weg der Ruhe, den Weg der Meditation, den Weg der Energieübertragung (Johannes der Täufer), den Weg der Gedankenarbeit (des Gebetes) und den Weg der Egoopferung (Dein Wille geschehe) zu erreichen.

Wissenschaftlich gesehen ist es völlig unsinnig, wenn man annimmt, dass Jesus der einzige Weg zu Gott ist. Wenn man Gott als erleuchtetes Sein begreift, dann gibt es in allen Religionen Wege zu Gott. Bereits Moses weist den Weg ins erleuchtete Sein. Das Judentum ist also auch ein Weg zu Gott. Der Hinduismus und der Buddhismus haben die Erleuchtung zum Ziel. Sie bieten viele Wege zum Ziel an, insbesondere den Kundalini-Yoga, den Gottheiten-Yoga, den Yoga der Weisheit (Jana-Yoga, Gedankenarbeit), den Weg der Meditation (Raja-Yoga) und den Guru-Yoga. Viele Menschen aus vielen Religionen sind erfolgreich den Weg der Erleuchtung gegangen und haben Gott erfahren.

Wenn man Gott persönlich begreift, dann gibt es durch den Islam, das Judentum und überwiegend auch den Hinduismus viele Wege zu Gott. In allen diesen Religionen wird zu Gott gebet. Richtigerweise ist Gott ein höheres Bewusstsein hinter dem ganzen Kosmos. Es umfasst alles und auch alle Religionen. Der Guru-Yoga ist ein guter Weg zu Gott, auch wenn es viele falsche Gurus gibt.

Man kann aber auch allein durch sich selbst, durch konsequente Gedankenarbeit, Meditation und den Kundalini-Yoga zu Gott kommen. Ich habe das selbst erfahren. Insofern müsste man entweder sagen, dass Jesus (oder der Apostel Johannes, der diese Worte Jesus unterstellt hat) lügt oder Jesus verwies damit auf den Weg des Guru-Yoga. Jeder erleuchtete Guru ist ein Weg zu Gott, wobei die Wege möglicherweise etwas anderes sind, wie wir bereits durch das Alte und Neue Testament sehen.

Ein drittes Argument gegen das Alleinstellungsmerkmal des Christentums ist es, dass von allen Evangelien diese Aussage nur im Johannes-Evangelium vorkommt. Es ist das jüngste und spekulativste Evangelium. Wenn Jesus diesen Satz wirklich gesagt hätte, dann wäre er auch im Markus und Lukas-Evangelium aufgeführt worden.

Das vierte Argument ist, dass die katholische Kirche selbst auf ihrem Konzil erklärt hat, dass Gott durch alle Religionen wirkt. Dann kann Jesus nicht der einzige Weg zu Gott sein. Jesus verkörpert vielmehr einen besonderen Weg, den Weg der Liebe zu Gott und zu allen Menschen. Jesus ist ein besonderes spirituelles Vorbild, dass für viele Menschen ein guter Weg zu Gott ist.

Wenn man glaubt, dass nur man selbst den einzigen Weg der Wahrheit kennt, dann führt das zu ewigen Religionskriegen und Streitigkeiten. Die Menschen sollten vielmehr darin wetteifern persönlich heilig zu werden und die Erleuchtung zu erreichen. Sie sollten zusammenarbeiten und gemeinsam das Paradies auf der Erde errichten.

Ich persönlich glaube nicht, dass Jesus diesen Satz gesagt hat. Er wollte keine eigene Religion gründen. Er wollte nur das Judentum reformieren. Er erklärte klar und deutlich: „Ich bin nicht gekommen, um die Lehren von Moses oder anderen Propheten aufzulösen, ich bin hier, um ihre Lehren zu erfüllen.“

Persönlich kann ich akzeptieren, dass jede Religion ihren Gründer für den einzig wahren Erleuchteten hält. Aus wissenschaftlicher Sicht und im Hinblick auf Toleranz und Religionsfreiheit sollten wir alle positiven Religionen als Wege zu Gott anerkennen.

Eine neue Religion gründete erst Paulus nach dem Tod von Jesus. Dabei hat er viele neue Elemente ins Christentum hinzugefügt. Ein weiteres Element war später der Alleinvertretungsanspruch im Johannes-Evangelium, der in den ersten Evangelien fehlte. Dieser Ausspruch diente der Abgrenzung von Juden. Damals gab es einen heftigen Kampf zwischen den Christen und den Juden. Dieser Kampf ist heute vorbei. Die katholischen und evangelischen Christen haben beschlossen die Juden als Religion anzuerkennen und ihren Missionierungsanspruch aufzugeben. Genau das war aber der tiefere Sinn des Satzes, dass man nur durch Jesus zu Gott kommen kann. Im Zeitalter der Toleranz, der Religionsfreiheit und des interreligiösen Dialogs müssen wir den Satz im Johannes-Evangelium im Sinne des positiven Miteinanders auslegen.

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Mai 07, 25

Im Thread zur Evolutionstheorie wird gerade etwas abgeschweift... deshalb würde ich es gerne hierhin verlagern.

Es geht darum, wovon überhaupt die Rede ist, wenn man vom "Christentum" oder vom "christlichen Glauben" redet.

Konkret ging es hier um die Frage der Schuld des Menschen - also inwiefern die "Schuld" zentral im christlichen Glauben ist.

Ich selber habe daraus eine Art der "Manipulation" abgeleitet, in der Form, dass den Menschen zuerst eine "Schuld" eingeredet werden soll, um ihnen anschließend die "Erlösung" zu verkaufen und die Menschen auf diese Weise zu manipulieren und unter den Einfluss der Kirche zu bekommen. Was natürlich eine sehr distanzierte Sichtweise ist, wie sie etwa Atheisten haben.

Natürlich gibt es hier auch andere Sichtweisen, aber die Frage ist doch, was denn nun eigentlich Teil des christlichen Glaubens ist, wenn es um Schuld, Vergebung und Erlösung geht. Denn meiner Ansicht nach geht es nicht ohne diese Komponenten... und das hat natürlich auch eine Auswirkung darauf, wie man Menschen für den eigenen Glauben zu gewinnen sucht.

Was genau ist denn zentral für den christlichen Glauben... und was genau ist die Basis, um Menschen von der Richtigkeit dieses Glaubens zu überzeugen...?

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März 21, 25

Johannes 9

 

6Als er das gesagt hatte, spuckte er auf die Erde, machte daraus einen Brei und strich den Brei auf die Augen des Blinden 7und sprach zu ihm: Geh zu dem Teich Siloah – das heißt übersetzt: gesandt – und wasche dich! Da ging er hin und wusch sich und kam sehend wieder.

 

Ziemlich eklig aber hat, laut der Schrift, gewirkt.

 

Geistliche Bedeutung????

M.

 

 

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Feb. 25, 25

Ich habe lange Zeit für eine Begrifflichkeit gesucht, die mein Bibelverständnis beschreibt. Es scheint sich dabei um eine revidierte Sicht der Akkommodation zu handeln. "Kling geschwollen nicht" 🙂

Hier ein kurzer Einstieg in einen Artikel, der das ganze ein wenig umschreibt.

Heutzutage gibt es bei vielen, vor allem bei den Alttestamentlern, einen grossen Vorstoss in Richtung eines revisionistischen Verständnisses von Akkommodation, insbesondere in Bezug auf die Schöpfung und Adam und Eva. Befürworter dieser revidierten Sichtweise behaupten, Gott habe sich in seiner Offenbarung angepasst, aber er habe dies durch die kulturellen Konventionen der damaligen Zeit getan, auch wenn diese ungenau und fehlerhaft gewesen seien.
Ein Beispiel: Obwohl Mose die Schöpfung nicht richtig verstand oder erfasste, nutzte Gott dieses ungenaue Verständnis, um die Wahrheit zu offenbaren und zu vermitteln. Dies steht im Gegensatz zu der Art und Weise, wie die Akkommodation historisch verstanden wurde.

Übersetzt mit DeepL.com (kostenlose Version)

https://www.efca.org/

Oder in meinen Worten, Gott hat mit den Menschen so geredet, dass sie es verstanden haben. Gott war es dabei egal, ob ihr Verständnis der natürlichen Welt korrekt war, er hat seine Wahrheit auch durch diese fehlerhaften Konzepte hindurch vermittelt, ohne sich die Mühe zu machen, ihr Bild der Welt zu korrigieren.

Diese Sicht ist deshalb revidiert, weil die Reformatoren im Ansatz ebenfalls in diese Richtung gedacht haben. Wobei die Reformatoren keine einheitliche Sicht hatten, wie die Akkommodation zu verstehen sei.

Ein guter Artikel dazu findet man hier, der Artikel liefert auch eine Definition. 

 

Wie bereits erwähnt, spielt “Akkom­mo­da­ti­on” auch in der Theo­lo­gie eine Rol­le. In die­sem Kon­text geht es um die Anpas­sung bestimm­ter theo­lo­gi­scher Kon­zep­te an die Spra­che, Denk­wei­se oder Kul­tur einer bestimm­ten Zeit oder einer bestimm­ten Grup­pe von Men­schen. Die­se Anpas­sung dient dazu, kom­ple­xe Ideen oder Leh­ren ver­ständ­li­cher und zugäng­li­cher zu machen.

https://deutsch.logos.com/akkommodation-in-der-bibel/

Wie bereits erwähnt, spielt “Akkommodation” auch in der Theologie eine Rolle. In diesem Kontext geht es um die Anpassung bestimmter theologischer Konzepte an die Sprache, Denkweise oder Kultur einer bestimmten Zeit oder einer bestimmten Gruppe von Menschen. Diese Anpassung dient dazu, komplexe Ideen oder Lehren verständlicher und zugänglicher zu machen.
Wie bereits erwähnt, spielt “Akkommodation” auch in der Theologie eine Rolle. In diesem Kontext geht es um die Anpassung bestimmter theologischer Konzepte an die Sprache, Denkweise oder Kultur einer bestimmten Zeit oder einer bestimmten Gruppe von Menschen. Diese Anpassung dient dazu, komplexe Ideen oder Lehren verständlicher und zugänglicher zu machen.
Wie bereits erwähnt, spielt “Akkommodation” auch in der Theologie eine Rolle. In diesem Kontext geht es um die Anpassung bestimmter theologischer Konzepte an die Sprache, Denkweise oder Kultur einer bestimmten Zeit oder einer bestimmten Gruppe von Menschen. Diese Anpassung dient dazu, komplexe Ideen oder Lehren verständlicher und zugänglicher zu machen.
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Jan. 31, 25

Wie steht ihr  zur Waldorfpädagogik und den anthroposophischen Lehren Rudolf Steiners? Seht ihr darin Konflikte mit dem  Glauben, oder könnt ihr positive Aspekte erkennen? Liebe Grüße🫶🏼

 

 

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Jan. 27, 25

Wir sind aufgerufen, das Böse zu überwinden.

Christus hat das Böse überwunden.

Im Blick auf Gott, als den Drei-Einigen - wie sieht es da (Vater/ Heiligen Geist) mit Überwindung des Bösen aus? Fallen euch da (biblische) Beispiele ein?

LG Seidenlaubenvogel 

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Jan. 12, 25

Hallo zusammen,

ich befinde mich derzeit auf dem Weg zum christlichen Glauben. Ich lese die Bibel und bete regelmäßig, würde mich aber noch nicht als Christ bezeichnen, da ich merke, dass ich viele Zweifel habe. Ich bin ein sehr kopflastiger Mensch, der vieles zerdenkt und hinterfragt.

Wenn ich Christen frage, wie sie zu einem lebendigen Glauben an Jesus Christus gefunden haben, höre ich oft, dass sie ihn „spüren“. Sie erzählen von einer persönlichen Beziehung zu ihm, von erhörten Gebeten und Wundern, durch die er sich offenbart.

Aber ich frage mich: Muslime berichten Ähnliches über ihren Glauben an Allah. Auch sie erzählen von Wundern, erhörten Gebeten und einer Gewissheit, dass Allah real ist. Wie ist das zu beurteilen? Schließlich gibt es gemäß beiden theologischen Vorstellungen nur einen Gott. Wie können dann beide Religionen Gott „spüren“?

Man könnte als Christ zu dem Schluss kommen, dass Muslime sich die Wunder einbilden. Doch dann höre ich manchmal das Argument: „Gott ist groß und wirkt auch unter Andersgläubigen, um sie zum Glauben zu führen.“ Aber macht das Sinn, wenn ein Muslim durch Gebete zu Allah bestärkt wird? Wenn Jesus Christus das Gebot erfüllt und erhöht, wie kann es dann sein, dass ein Muslim durch seinen Glauben an Allah zu einer scheinbaren Gewissheit gelangt?

Wie kann ich Andersgläubigen sagen, dass ihr Gefühl nur Einbildung ist, und gleichzeitig sicher sein, dass mein eigenes Gefühl real ist?

Wie seht ihr das? Ich würde mich sehr über eure Gedanken dazu freuen.

15
563
Jan. 02, 25

Es gibt immer wieder Menschen, die - oft schon in jungen Jahren - einen starken Ruf in ihrem Herzen verspüren, und diesem Ruf auch folgen. Manche sagen auch, dass sie gar nicht anders können als dem Ruf zu folgen, oder dass sie gestorben wären, wenn sie ab einem bestimmten Punkt ihres Lebens nicht endlich dem Ruf gefolgt wären. Dieser Ruf führt aber nun offensichtlich nicht jeden Menschen zu einem Leben als Christ, zur Kirche oder gar zur Missionierung. Aber meiner Beobachtung nach führt der Ruf in allen Fällen zu einem sinnerfüllten und segensreichen Leben, zu einem Leben, das von Mitgefühl und Nächstenliebe geprägt ist, und im besten Sinne gute Frucht bringt. (Um ein paar Namen als Beispiele für solche Menschen zu nennen: Jürgen Wagner, Wolf-Dieter Stohrl, Hinnerk Polenski; bei Bedarf googeln)

Nun wäre es ein sehr seltsames Gottesbild, das davon ausgeht, dass diese Menschen - sofern sie nicht explizit an Jesus glauben - fehlgeleitet sind. Denn was wäre das für ein Gott, der eine solche Täuschung zulassen würde.

Folgt daraus (aus gott-gläubiger Perspektive) nicht unmittelbar, dass der Weg, den Gott für jeden einzelnen Menschen vorgesehen hat, sehr individuell ist und überhaupt nicht darin bestehen muss, ein nach außen hin "christliches Leben" zu führen?

Mich interessiert Eure Meinung dazu. Ich würde mir wünschen, wenn keine "Querulanten" die Diskussion übernehmen, denen es gar nicht um das Thema geht, oder die hier gar nicht (weil nicht gläubig) angesprochen sind.

30
941
Jan. 01, 25

Hallo Community!

In der Regel sprechen wir vom Judentum, vom Christentum oder auch vom Islam als monotheistischen Religionen. Das heißt, dass nicht davon ausgegangen wird, dass es neben dem Gott dieser Religion noch andere Götter gibt oder überhaupt geben könnte. Wenn wir etwas, haben, was auf Erden bemüht ist, Gott gleich zu kommen, ist es der gefallene Lichtengel Satan, der sich durch Betrug, Lüge oder sogar Mord den Platz Gottes aneignen will. Dabei kann er aber nur versuchen, Gott zu imitieren - er kommt Gott niemals gleich.

In einer henotheistischen Religion achtet man seinen Gott besonders und geht davon aus, dass der eigene Gott ungleich größer ist als andere Götter, aber es wird die Existenz anderer Götter nicht geleugnet.

Ich habe Chat-GPT mal gefragt, welche Bibelverse für eine henotheistische Weltsicht und welche für eine monotheistische Weltsicht sprechen. Hier das Ergebnis:

Für eine henotheistische Sicht spricht z.B.:

2. Mose 20,3 (Erstes Gebot):

„Du sollst keine anderen Götter neben mir haben.“

Dies impliziert, dass andere Götter existieren, diese aber nicht verehrt werden sollen.


5. Mose 6,14:

„Ihr sollt nicht anderen Göttern nachfolgen, den Göttern der Völker, die um euch her sind.“

Auch hier wird die Existenz anderer Götter nicht bestritten, aber ihre Verehrung wird untersagt.


2. Mose 15,11:

„Wer ist dir gleich unter den Göttern, Herr?“

Dieser Vers anerkennt die Existenz anderer Götter, hebt aber die Überlegenheit Jahwes hervor.


Psalm 82,1:

„Gott steht in der Gottesversammlung, mitten unter den Göttern hält er Gericht.“

Der Text zeigt eine göttliche Versammlung, in der Jahwe über andere göttliche Wesen richtet.

 

Für eine monotheistische Sicht sprechen folgende Verse:

5. Mose 6,4 (Sch'ma Jisrael):

„Höre, Israel, der Herr ist unser Gott, der Herr allein.“

Dies ist eine klare monotheistische Aussage und ein zentraler Vers des Judentums.


Jesaja 45,5-6:

„Ich bin der Herr, und sonst ist keiner; außer mir gibt es keinen Gott.“

Dieser Text bekräftigt, dass es keine anderen Götter gibt.


Jesaja 44,6:

„So spricht der Herr, der König Israels und sein Erlöser, der Herr Zebaoth: Ich bin der Erste, und ich bin der Letzte, und außer mir gibt es keinen Gott.“

Ein weiterer eindeutiger Beleg für Monotheismus.


Psalm 86,10:

„Denn du bist groß und tust Wunder; du allein bist Gott.“

Die Einzigartigkeit Gottes wird betont.

 

ChatGPT macht folgende Beobachtung:

Theologische Entwicklung
Frühere Texte: Frühere Texte wie Teile der Thora und einige Psalmen zeigen häufig henotheistische Tendenzen. Das reflektiert die religiöse Landschaft des alten Nahen Ostens, in der polytheistische Religionen üblich waren.

Spätere Texte: Die Prophetenbücher, insbesondere Jesaja, drücken einen streng monotheistischen Glauben aus. Diese Entwicklung könnte eine Reaktion auf das Exil in Babylon gewesen sein, wo sich das Judentum von anderen Religionen abgrenzen musste.

 

Was meint Ihr:

Gibt es andere Götter neben dem Gott der Bibel?

Oder ist Gott alleine Gott und es gibt keine anderen Götter neben ihm (was es auch unmöglich machen würde, effektiv andere Götter neben dem Gott der Bibel zu haben und zu verehren).

Letzteres würde bedeuten, dass die gesamte geistige Welt nur aus Geschöpfen bestehen würde, die von Gott ausgingen - seien es Egel, die Gott dienen oder gefallene Engel/Dämonen, die gegen Gott kämpfen und ihren Pseudogott an erste Stelle setzen wollen?

Ich bin gespannt auf Eure Beiträge!

GoodFruit

8
1,158
Jan. 01, 25
Gleich mal vorneweg ich stehe voll und ganz hinter die Originale Version des Nicäaums, aber ohne das Anathema. Ich möchte in diesem Thread die Idee, dass der Vater der Sohn und der Geist, irgendwie aller gleiche Gott sind, und sich nur in ihrer Rolle unterscheiden zur Disposition stellen. Dabei möchte ich mit diesem Abschnitt aus dem Glaubensbekenntnis anfangen
Und an den einen Herrn Jesus Christus, den Sohn Gottes, der als Einziggeborener aus dem Vater gezeugt ist, das heißt: aus dem Wesen des Vaters, Gott aus Gott, Licht aus Licht, wahrer Gott aus wahrem Gott, gezeugt, nicht geschaffen, eines Wesens mit dem Vater
- Erste Frage; ist Jesus der aus Gott stammt (Hebräer 1,5) ohne Anfang oder ist Jesus der Anfang (Joh 1,1; Off 21,6; Off 22,13)? Auf Grund welcher Argumentation kommt man zur Meinung Jesus sei ohne Anfang und hat schon immer existiert, wenn Jesus von sich selbst sagt er sei der Anfang. - Zweite Frage; ist Jesus in allem Gott gleich? Wenn ja, warum ist Jesus dem Vater gehorsam, (Phil 2,8; Heb 5,9)? Warum wird Jesus vom Vater erhöht und erhält sogar den Heiligen Geist vom Vater (Apg 2,33)? Warum hat Jesus alles vom Vater erhalten, macht, ehre und selbst das Leben, erhielt derjenige der das Leben ist, vom Vater (Mt 28,18; Joh 3,35; Joh 5,26; Joh 13,3; Joh 17,2+7)? Wenn nein, wie wirkt sich das auf unser Trinitäts- respektive Gottesverständnis aus? Gruss Lars
139
2,176
Dez. 31, 24

Moin,

der Papst ruft erneut ein heiliges Jahr aus und Menschen werden ermutigt zu beichten, Rom zu besuchen oder durch heilige Türen zu treten, um in Summe dann einen vollkommenen Ablass zu gewinnen. Wow.

Wenn ich den Katalog erfülle, gewährt mir die Kirche (Menschen) den vollkommenen Ablass und meine zeitlichen Sündenstrafen sind getilgt.  Fertig. Wie praktisch. 

Wie viel Raum lasse ich bei so einem Vorgehen noch Gott selbst? Für mich grenzt das an eine gewisse "Selbsterlösung". Aber vielleicht habe ich das auch schlicht nicht verstanden.🤷‍♀️

Mit welcher Macht sollte eine Institution, die Jesus  selbst nicht eingesetzt hat, diese Art der Vergebung (Ablass) vergeben können?

Oder noch anders: wenn Gott mir verziehen hat und ich Wiedergutmachung geleistet habe, wem schulde ich dann noch etwas (Sündenstrafen). Mein erster Richter  ist Gott ALLEIN.

Wofür braucht  man dann überhaupt noch Ablässe?

Ich verstehe es einfach nicht. Vielleicht kannst mit wer erklären. Danke.

109
2,197
Dez. 25, 24

Ich war lange Zeit der Meinung, dass der 25. Dezember ein heidnisches kultisches Datum sei, welches von den Christen gekapert wurde. Diese Idee geht auf zwei Autoren aus dem frühen 18 Jhr zurück, Ernst Jablonski ein deutscher Protestant, der zeigen wollte, wie korrupt und synkretistisch die Katholische Kirche war und Dom Jean Hardouin ein Benediktiner der zeigen wollte, wie die Katholische heidnische Kulte für ihre Zwecke umgedeutet hat, ohne dabei die Reinheit des Evangeliums aufzugeben.

Allerdings musste ich nun lernen, dass dem nicht so ist. Es ist zwar wahr, dass die Christen die Geburt Jesu am 25. Dezember erst spät angefangen haben zu feiern, aber es ist wohl eher so, dass Aurelian, das Datum für die Geburt der unbezwungen Sonne auf den 25. Dezember gesetzt hat, um den von den Christen besetzten Datum etwas entgegenzuhalten. 

Denn das Datum stand schon lange vorher fest, und zwar als Nebenprodukt des Osterstreites fast 100 Jahre zuvor. Damals ging es darum, festzulegen, auf welches Datum Ostern fällt. Die westliche Kirche wollte nicht länger vom jüdischen Kalender abhängig sein. Weshalb angefangen wurde, das Datum für Ostern zu berechnen. Als Nebenprodukt dieser Berechnungen wurde auch das Geburtsdatum von Jesus, mitbestimmt. Am Ende des Osterstreites stand also nicht nur das Datum von Ostern fest, sondern eben auch Christi Geburt. Nur gefeiert wurde das Datum vorerst nicht. Epiphanie war lange Zeit das wichtigere Datum und ist es für viele Christen auch heute noch.

Also wenn dieses Jahr wie alle Jahre wieder einmal ein Artikel erscheint oder ein Gespräch auf das Thema kommt, dürft ihr wissen, dass die Argumentation auf zwei historisch wenig bewanderten Männern aus dem 18Jhr beruht, welche sich als falsch herausgestellt hat.

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Dez. 17, 24


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