Benachrichtigungen
Alles löschen

Theologie

Von ganz schön schwierig bis ganz schön praktisch
Seite 11 / 12
Hallo zusammen, In meinem Thread zum historisch-kritischen Umgang mit Pfingsten/Ostern wurde folgendes zur historisch-kritischen Bibelforschung geschrieben:
Wenn man als Ergebnis solcher Forschung zur Kenntnis nehmen muss, dass z. B. keiner der Evangelisten den historischen Jesus persönlich kennengelernt hat und keiner davon Zeuge der Auferstehung war, ebensowenig Paulus, dann ändert das etwas.
*Etwas ändern* würde sich zweifellos dadurch. Aber *muss* man das wirklich nur *zur Kenntnis nehmen* als methodisch-wissenschaftlich nachvollziehbares Ergebnis theologisch-historisch objektiver Forschung? Oder handelt es sich nicht eher um Meinungen die auf der Grundlage einer bestimmten Weltanschauung entstanden sind? Diesen und anderen Fragen rund um die Augenzeugen Jesu ist dieser Thread gewidmet, von dem ich hoffe, dass er zu einer sachlichen und fruchtbaren die Diskussion on Topic führt. Gliederung Die Augenzeugen Jesu 1. Bibelstellen: Augenzeugen und Inspiration a. Augenzeugen b. Inspiration 2. Die Evangelien als Biographien a. Genre b. Die Gedächtnisleitung der Jünger Jesu 3. Jakobus und Paulus a. Jakobus b. Paulus 4. Verschwinden und Rückkehr der Augenzeugen Fazit 1. Bibelstellen: Augenzeugen und Inspiration a. Augenzeugen Die direkten und indirekten Aussagen darüber, dass die neutestamentlichen Schriften von Augenzeugen verfasst wurden oder auf Augenzeugen-Berichten beruhen sind zahlreich. Unvollständige Beispiele:
Lukas 1:1Nachdem bekanntlich viele es unternommen haben, eine Erzählung über die unter uns zum Abschluss gekommen Ereignisse wiederzugeben, 2 wie uns das überliefert haben, diejenigen welche von Anfang an Augenzeugen und Diener des Wortes gewesen sind. 3 So habe auch ich's für gut gehalten, nachdem ich alles von Anfang an sorgfältig erforscht habe, es für dich, hochgeehrter Theophilus, in zeitlich richtiger Reihenfolge aufzuschreiben, 4 damit du das sichere Fundament der Lehre erfahrest, in der du unterrichtet bist.
Kommentar: Lukas ist nicht der erste der ein Interesse an einem zuverlässigen historischen Bericht über das Leben Jesu hat. Schon viele andere haben solche Berichte verfasst und Lukas kennt diese Sekundärquellen. Leider kennen wir diese Berichte heute nicht mehr ( kanonische Evangelien waren es nicht) , aber sie zeigen ein frühzeitiges Interesse am Leben, Wirken und der Lehre Jesu. Lukas verwendet diese Sekundärquellen aber nicht für seine evangelische Geschichtsschreibung (er kennt sie nur), sondern er befragt Augenzeugen und Diener des Wortes (vermutlich insbesondere die 12 Apostel), also Primärquellen die von Anfang an Jesus begleitet haben. Dabei handelt es sich um unter uns zum Abschluss gekommen Ereignisse, also um Geschichte, nicht um theologisch-philosophische Gerüchte vom Hören-Sagen. Lukas hat als antiker Historiker sein Doppelwerk akribisch-sorgfältig recherchiert. Auch in der Apostelgeschichte des Lukas wird die Bedeutung der Augenzeugen an vielen Stellen deutlich:
Acts 1:8 Ihr werdet aber Kraft empfangen, wenn der heilige Geist über euch kommt, und ihr werdet meine Zeugen sein, in Jerusalem, in ganz Judäa, in Samaria und bis an die Enden der Erde. Acts 1:21 Es muss also einer von den Männern, die uns begleitet haben die ganze Zeit, da Jesus, der Herr, bei uns ein und aus ging, 22 vom Tag der Taufe durch Johannes bis zu dem Tag, da er von uns weg in den Himmel aufgenommen wurde, mit uns Zeugnis von seiner Auferstehung ablegen - einer von diesen hier. Acts 2:29 Ihr Männer und Brüder, lasst mich frei heraus vom Erzvater David zu euch reden. Er ist gestorben und begraben, und sein Grab ist bei uns bis zum heutigen Tag. 30 Weil er aber ein Prophet war und wusste, dass ihm Gott mit einem Eid verheißen hatte, dass er aus seinen Nachkommen nach dem Fleisch den Christus erwecken werde, um auf seinem Thron zu sitzen, 31 hat er voraussehend von der Auferstehung Christi geredet, dass seine Seele nicht dem Tod überlassen blieb und sein Leib die Verwesung nicht gesehen hat. 32 Diesen Jesus hat Gott auferweckt; davon sind wir alle Zeugen. Acts 4:33 Und mit grosser Kraft legten die Apostel Zeugnis ab von der Auferstehung des Herrn Jesus, und grosse Gnade ruhte auf ihnen allen.
Kommentar: Zeuge sein, Zeugnis geben ist geradezu ein Schlüsselwort für die Apostelgeschichte und Apg. 1,8 daher auch traditionell ihr Schlüssel-Vers. Verwurzelt ist dies im juristischen Zeugenrecht des Alten Testamentes, bedeutet darüber hinaus aber im Rahmen des Neuen Bundes auch Augenzeugen Jesu und besonders des leiblich Auferstandenen zu sein. (vgl. auch Apg. 13,32ff.) Auch die "Wir-Stellen" in der Apostelgeschichte lassen sich sehr gut als autobiographische Angaben des Paulus-Begleiters und Arztes Lukas deuten, dem in der Alten Kirche früh und einhellig das Doppelwerk (Lk.-Ev. & Apg.) zugeschrieben wurde. Aber es ist nicht nur Lukas dem die Aufgenzeugen Jesu wichtig sind. Der Apostel Johannes schreibt in der Einleitung seines ersten Briefes:
1 John 1:1 Was von Anfang war, was wir gehört haben, was wir mit unseren Augen gesehen haben, was wir angeschaut und was unsere Hände betastet haben vom Wort des Lebens 2 - und das Leben ist erschienen, und wir haben gesehen und bezeugen und verkündigen euch das ewige Leben, das bei dem Vater war und uns erschienen ist -, 3 was wir gesehen und gehört haben, das verkündigen wir euch, damit auch ihr Gemeinschaft mit uns habt; und unsere Gemeinschaft ist mit dem Vater und mit seinem Sohn Jesus Christus. 4 Und dies schreiben wir euch, damit eure Freude vollkommen sei.
Kommentar: Hier stapeln sich gewissermaßen die Aussagen über die Augenzeugenschaft des Johannes: 2x gehört, 2x gesehen, angeschaut, betastet. Und bei Petrus ist das nicht anders in seinem zweiten Brief:
2 Peter 1:16 Denn wir sind nicht irgendwelchen klug ausgedachten Geschichten gefolgt, als wir euch die machtvolle Ankunft Jesu Christi, unseres Herrn, verkündeten, sondern wir waren Augenzeugen seiner Macht und Größe. 17 Er hat von Gott, dem Vater, Ehre und Herrlichkeit empfangen; denn er hörte die Stimme der erhabenen Herrlichkeit, die zu ihm sprach: Das ist mein geliebter Sohn, an dem ich Gefallen gefunden habe. 18 Diese Stimme, die vom Himmel kam, haben wir gehört, als wir mit ihm auf dem heiligen Berg waren.
Kommentar: Die Apostel sind nicht „klug ausgedachten Geschichten“ (gr. Mythoi = Mythen) gefolgt, sondern waren Augenzeugen auch auf dem Berg der Verklärung. (vgl. Lk. 9, 28ff.) Diese (unvollständigen) Beispiele haben schon gezeigt, dass die Infragestellung oder Leugnung der Augenzeugen Jesu als wichtigste Quellen des Neuen Testamentes nur in Form massiver Sachkritik an den Selbstaussagen des NT möglich ist. Damit ist die Axt die Grundlagen des christlichen Glaubens gelegt, denn Johannes, der ja in seinem Brief die Augenzeugenschaft so betont hat, beschreibt auch den Sinn seines Evangeliums:
John 20:29 Jesus spricht zu ihm: Thomas, du glaubst, weil du mich gesehen hast; glückselig sind, die nicht sehen und doch glauben! 30 Noch viele andere Zeichen tat Jesus nun vor seinen Jüngern, die in diesem Buch nicht geschrieben sind. 31 Diese aber sind geschrieben, damit ihr glaubt, daß Jesus der Christus, der Sohn Gottes ist, und damit ihr durch den Glauben Leben habt in seinem Namen.
Heutige Christen sind nicht mehr Augenzeugen wie Thomas, Petrus und Johannes, aber wir glauben, weil zuverlässige Berichte über Jesus direkt oder indirekt von Augenzeugen im NT überliefert wurden. Zu Verfasserschaft der Briefe/Evangeliums durch Johannes und Petrus siehe: Cason/Moo, Einleitung in das NT (TVG) Robert W. Yarbrough, 1-3 John (BECNT) Gene L. Green, Jude & 2 Peter, (BECNT) A.D. Baum, Einleitung in das NT. Evangelien und Apg. (TVG) Craig L. Blomberg, The Historical Reliability of John's Gospel (IVP) b. Inspiration Nur kurz möchte ich auf dieses Thema eingehen und damit die rein historische Argumentation für einen Moment verlassen. Als theologischen(!) Beitrag (z.B. zur Synoptischen-Frage) halte ich das aber mindestens für ebenso berechtigt/legitim wie erfundenen, rein hypothetische „Quellen“ wie [url= https://community.jesus.de/forum/ansicht/thread.html?tx_scmforum_pi1[post_uid]=7686811] Q, Proto Q1, Q1, Proto Q2, Q-Mk, Q-Lk etc. [/url]
Matthew 24:35 Himmel und Erde werden vergehen, aber meine Worte werden nicht vergehen.
Um unseren die Bedeutung unseres dieses Verses richtig zu verstehen müssen wir kurz zurückblicken auf zwei Verse Jesu aus dem Johannesevangelium:
John 14:25 Das habe ich zu euch geredet, solange ich bei euch gewesen bin. 26 Aber der Tröster, der Heilige Geist, den mein Vater senden wird in meinem Namen, der wird euch alles lehren und euch an alles erinnern, was ich euch gesagt habe.
Hier erklärt Jesus in Form einer Verheißung wie er sichergestellt hat, dass seine Worte nicht vergehen werden. Das Pfingstfest spielt eine entscheidende Rolle. Der Heilige Geist hat die Evangelisten/Augenzeugen/Apostel an alles erinnert was Jesus gesagt und gelehrt hat. Das hat den menschlichen Aufwand den beispielsweise Lukas als Historiker betrieben hat nicht unnötig gemacht. Aber es hat Irrtümer ausgeschlossen und menschliche Grenzen des Wissens durchlässig gemacht. Schon bei der Entstehung des Alten Testamentes war das so. Denn das bekannte Paulus Wort über die vom Geist ausgehauchte Schrift aus 2. Tim 3 bezieht sich ja zunächst auf das Alte Testament. Und auch Petrus schreibt in 2. Petrus 1Vers 21:
2 Peter 1:21 Denn es ist noch nie eine Weissagung aus menschlichem Willen hervorgebracht worden, sondern getrieben von dem heiligen Geist haben Menschen im Namen Gottes geredet.
Und derselbe Heilige Geist, der schon durch die Propheten und andere Männer Gottes die Schriften des alten Bundes ausgehaucht hatte, sorgt nun auch dafür, dass Jesus Worte wahrheitsgetreu übermittelt werden Und die Form die der Heilige Geist gewählt hat waren vier voneinander unabhängige Zeugen, die vier sich ergänzende Evangelien geschrieben haben. Jesu Worte haben Ewigkeits-Bedeutung und der Heilige Geist hat dafür gesorgt, dass sie auch über die Lebenszeit der Augen und Ohrenzeugen hinaus bewahrt wurden. In der Kirchengeschichte hat das von Anfang an eine wichtige Rolle für die Christen gespielt. 2. Die Evangelien als Biographien a. Genre Wenn man einen Text liest ist die Frage des Genre sehr wichtig. Wird ein Text mit „Es war einmal…“ eingeleitet und endet mit „…und wenn sie nicht gestorben sind“ dann haben wir es natürlich mit einem Märchen zu tun. Durch das Genre wissen wir auch wie viel darüber wie ein Text verstanden werden will. In der neutestamentlichen Bibelwissenschaft gibt es da seit einiger Zeit eine neue Entwicklung: Die Evangelien gelten nicht mehr als Werke eigener Art (sui generis), sondern als antike Biographien. Gemäß S. Gustavsson ist das mittlerweile sogar ein wissenschaftlicher Konsens. (Wenn auch nicht in jedem Detail Kein Grund zur Skepsis S. 106.) Die Zeiten jedenfalls in denen den Evangelien (und der Apostelgeschichte) als reine Glaubensdokumenten die historische Zuverlässigkeit abgesprochen wurde ist (insbesondere international) weitgehend vorbei. Bei den Evangelien gehört beides untrennbar zusammen: Historische Fakten sind das Fundament für den Glauben. A. D. Baum hat die Evangelien mit griechisch-römischen und alttestamentlich-jüdischen Biographien verglichen. Sein Fazit:
Die neutestamentlichen Evangelien sind Biographien Jesu im alttestamentlich-rabbinischen Stil mit leichten griechisch-römischen Einschlägen Es war und ist offensichtlich, dass die neutestamentlichen Erzähler inhaltlich an die alttestamentlichen Geschichtsbücher anknüpfen wollten: Im Wirken Jesu setzt sich Gottes bisherige Geschichte mit seinem Volk Israel (und den anderen Völkern) fort, die mit Abraham begonnen hat und über Mose und David bis weit in die nachexilische Zeit reicht. Diese Überzeugung haben die Evangelisten durch die Form ihrer Jesusbiographien zum Ausdruck gebracht: Sie berichten im alttestamentlich-rabbinischen Stil von der neutestamentlichen Fortsetzung der alttestamentlichen Geschichte. „Form follows function“. Die Gattungsmerkmale der Evangelien passten zu ihrem Zweck. A.D. Baum, „Einleitung in das Neue Testament“ (TVG Brunnen) S. 145
Dieser Forschungszweig neutestamentlicher Wissenschaft ist hochaktuell und sehr dynamisch. Sehr gespannt bin ich schon auf das nächste Buch von Craig S. Keener:
Craig S. Keener, “Christobiography. Memory, History, and the Reliability of the Gospels” (Wm. B. Eerdmans Publishing) (Keener) zeigt die Zuverlässigkeit der kanonischen Evangelien durch die Erforschung des Genres der antiken Biographie. Die kanonischen Evangelien sind antike Biographien, Erzählungen über das Leben Jesu. Die Autoren dieser Evangelien waren bewusst im Umgang mit historischen Informationen und Quellen. Aufbauend auf den jüngsten Arbeiten zum Studium antiker Biographien argumentiert Craig Keener, dass die Autoren der kanonischen Evangelien den literarischen Praktiken anderer Biographen zu ihrer Zeit gefolgt sind. In der Christobiographie erforscht er den Charakter der antiken Biographie und fordert Studenten und Wissenschaftler auf, die Methode und den Grad der Genauigkeit der Autoren der Evangelien bei der Erzählung des Dienstes Jesu zu schätzen. Keener's Christobiographie hat weitreichende Auswirkungen auf das Studium der kanonischen Evangelien und die historische Jesusforschung. Verlags-Link (Übersetz mit DeepL)
b. Die Gedächtnisleitung der Jünger Jesu Sind die Beobachtungen, dass die Evangelien zu einem sehr großen Teil auf (direkten oder indirekten) Augenzeugenberichten beruhen, richtig, stellt sich die Frage, ob es möglich war, dass die Jünger/Apostel/Augenzeugen Jesu sich wirklich daran erinnern konnten? Die Datierungen der Evangelien bieten keinerlei Grund zur Skepsis. Einiges spricht dafür, dass die synoptischen Evangelien Mitte der 50iger Jahre unabhängig voneinander (im Sinne einer Traditionshypothese) entstanden sind und in den 60er Jahren des 1. Jahrhunderts herausgegeben wurden. Aber selbst wenn man später datiert (auf um 70 n.Chr.) ist das immer noch eine Zeit in der Augenzeugen Jesu gelebt haben. In dieser Zeit wechselte die Generation der Augenzeugen Jesu zu jenen Christen die Jesus nicht mehr erlebt/gehört/gesehen hatten (30-35 Jahre nach Kreuzigung und Auferstehung) und daher bestand die Notwendigkeit bisher mündliche Berichte schriftlich festzuhalten. Eine Kirche, die bald noch lebende Augenzeugen Jesu auskommen musste, brauchte deren authentischen Berichte eben in schriftlicher Form. Und die Gedächtnisleitung der Jünger/Apostel/Augenzeugen Jesu war dazu durchaus in der Lage:
Man wird den (direkten oder indirekten) Schülern Jesu (einschließlich der Evangelisten) nicht zutrauen dürfen das ganze Alte Testament (mit seinen nahezu 270.000 Wörtern) auswendig beherrscht zu haben. Dafür gibt es keine ausreichende Evidenz. Erst recht werden sie sich, als theologisch ungebildete Leute (vgl. Act 4,13), nicht den exakten Wortlaut umfangreicher rabbinischer Überlieferungen (mit einem Umfang von 1.000.000 oder mehr Wörter) eingeprägt haben. Mit zeitgenössischen Rabbinenschülern hatte sie wenig gemeinsam. Als Angehörige der frühjüdischen Kultur werden Jesu Schüler (und deren Schüler) jedoch höchst wahrscheinlich zentrale Teile ihrer heiligen Schriften auswendig gekannt haben. Der Redestoff der synoptischen Evangelien umfasst rund 15.000 Wörter. (…) Den neutestamentlichen Angaben zufolge hat Jesus seinen Schülerkreis zwei bis drei Jahre geschult. In diesen Jahren bestand ausreichend Zeit, um ihnen den gesamten Redestoff der synoptischen Evangelien einzuprägen. Die mt-lk Doppeltration umfasst nur rund 4000 Wörter, die synoptische Tripletradition 8000 Wörter und das Markusevangelium 11.000 Wörter. Die gesamte synoptische Tradition ist (ohne Parallelstoff) nur rund 30.000 Wörter lang. (….) Diese Stoffmenge war für das Gedächtnis eines durchschnittlichen Juden um die Mitte des 1. Jahrhunderts gut zu bewältigen. Angesichts der enormen Stoffmassen, die in den antiken Gedächtniskulturen auswendig gelernt wurden, ist die Annahme, die synoptische Tradition sei für eine mündliche Überlieferung zu umfangreich gewesen, unbegründet. A. D. Baum, „Einleitung in das Neue Testament. Evangelien und Apostelgeschichte“ (TVG Brunnen). S. 585
Damit konnten die -- bis dahin weitgehend mündlichen -- Augenzeugen-Berichte über Jesu authentisch schriftlich fixiert werden. Dabei handelte es sich nicht um ein jahrzehnte-langes Stille-Post-Spiel (wie einer meiner Religionslehre mal behauptet hat) sondern um Jesus-Information aus erster Hand von noch lebenden Personen. (vgl. u.a. Lk. 1,1-4 ; 1. Kor. 15). Es war also auch überprüfbar ob sich jemand bloß Jesus-Geschichten ausgedacht hat. Matthäus und Johannes waren selber Augenzeugen. Lukas hat Augenzeugen befragt (Lk. 1,1-4) und Markus erhielt seine Informationen von Petrus, dessen Dolmetscher er war. 3. Jakobus und Paulus a. Jakobus der Halbbruder Jesu Das Maria und Joseph nach Jesus noch weitere Kinder (Halb-Geschwister Jesu) hatte, ist nach dem neutestamentlichen Zeugnis eindeutig. Die römisch-katholische Kirche leugnet dies lediglich aus (für mich nicht nachvollziehbaren) dogmatisch-theologischen Gründen. (Es ist auch nicht meine Absicht dies in diesem Thread zu diskutieren!) Leider fristet der Jakobus-Brief auch noch aus mindestens zwei anderen Gründen ein Schattendasein im Kanon: Der eine Grund ist Luthers unbegründete und völlig falsche Titulierung als „stroherne Epistel“. Eine genau historisch-theologische Exegese zeigt nämlich, dass Paulus und Jakobus sich keineswegs widersprechen. (vgl. G. Maier, Jakobus, HTA) Der andere Grund ist, dass diverse historisch-kritische Theologen den Brief Jakobus absprechen und spät datieren. Dass dies weitgehend unbegründet und nicht überzeugend ist hat in jüngster Zeit (2017) Roland Deines in seinem Buch „Jakobus. Im Schatten des Größeren“ (Biblische Gestalten. EVA Leipzig) hervorragend dargelegt. (Sehr lesenswert!) Weder war Jakobus zu ungebildet um den Brief schreiben zu können, noch entsprechen fiktive Jakobus-Rekonstruktionen als judaisierender Gesetzlehrer dem Neuen Testament und dem Zeugnis der Kirchengeschichte. Mit Jakobus sind wir viel mehr sehr dran an Jesus und seiner Familie und sein Brief ist eine der ältesten NT-Schriften. (zwischen 45 und 50 n.Chr.). Interessant ist auch, dass einige neuere Kommentare wieder von Jakobus dem Halbbruder Jesus als Autor des NT-Briefes ausgehen. Gerhard Maier, Jakobus (HTA) 2009 Dan G. McCartney, James (BECNT) 2009 Douglas Moo, The Letter of James (Pillar New Testament Commentary) 2000 Darunter auch der Kommentar von L.T. Johnson, „The Letter of James“ in der historisch-kritischen Reihe „Anchor Yale Bible Commentaries.“ (2005) Es ist wirklich wichtig und wertvoll, dass mit Jakobus und seinem Brief ein bedeutender Augenzeugen (und Verwandter) Jesu wieder mehr ins Blickfeld gerät. Insbesondere R. Deines hat dazu einen wichtigen (und sehr lesenswerten) Beitrag geleistet. b. Paulus Ob Paulus Jesus je vor dessen Tod und Auferstehung begegnet ist wissen wir nicht. Denkbar wäre es, aber in Blickfeld gerät Paulus bzw. Saulus erst in der Apostelgeschichte als Feind und Verfolger der Christen. Ein Zeuge des Auferstandenen Jesus ist er dann aber durchaus als der ihn vor Damaskus zum Apostel beruft. (vgl. Apg. 9) In 1. Kor. 15 zählt Paulus die (damals noch lebenden) Augenzeugen des Auferstandenen auf. Sich selbst nennt er zuletzt:
1 Corinthians 15:1 Ich erinnere euch aber, ihr Brüder, an das Evangelium, das ich euch verkündigt habe, das ihr auch angenommen habt, in dem ihr auch fest steht, 2 durch das ihr auch gerettet werdet, wenn ihr an dem Wort festhaltet, das ich euch verkündigt habe - es sei denn, daß ihr vergeblich geglaubt hättet. 3 Denn ich habe euch zu allererst das überliefert, was ich auch empfangen habe, nämlich daß Christus für unsere Sünden gestorben ist, nach den Schriften, 4 und daß er begraben worden ist und daß er auferstanden ist am dritten Tag, nach den Schriften, 5 und daß er dem Kephas erschienen ist, danach den Zwölfen. 6 Danach ist er mehr als 500 Brüdern auf einmal erschienen, von denen die meisten noch leben, etliche aber auch entschlafen sind. 7 Danach erschien er dem Jakobus, hierauf sämtlichen Aposteln. 8 Zuletzt aber von allen erschien er auch mir, der ich gleichsam eine unzeitige Geburt bin.
Mit seinem (zeitweisen) Begleiter Lukas hatte Paulus auch einen der renommiertesten, antiken Experten für Jesus vor Ostern an seiner Seite. Aber auch die Nähe zu den anderen Aposteln, den Augenzeugen und Dienern des Wortes, hat er (wenn auch etwas später) gesucht:
Galatians 1:18 Dann erst, drei Jahre später, ging ich nach Jerusalem hinauf, um Kefas kennen zu lernen, und blieb fünfzehn Tage bei ihm; 19 einen andern aber aus dem Kreis der Apostel habe ich nicht gesehen ausser Jakobus, den Bruder des Herrn. 20 Was ich euch hier schreibe - Gott weiss, dass ich nicht lüge! 21 Danach ging ich in die Gebiete von Syrien und Kilikien. 22 Ich war aber den christlichen Gemeinden in Judäa persönlich nicht bekannt. 23 Sie hatten nur gehört: Der uns einst verfolgte, verkündigt jetzt den Glauben, den er einst ausrotten wollte. 24 Und sie priesen Gott um meinetwillen.
Paulus war also keineswegs „der Erfinder des Christentums“ wie einige meinen, sondern auch ein spezieller (Augen-)Zeuge (des auferstandenen) Jesus. Von denen, die vor ihm Apostel waren, hat er auch viel über die Lehren und Leben Jesu erfahren. David Wenham und Detlef Häuser bringen es auf den Punkt:
Paulus wäre entsetzt gewesen, wenn ihn jemand als den Begründer des Christentums bezeichnet hätte. Für ihn war Jesus die Quelle der Theologie: zuerste der Jesus, dem er auf der Straße nach Damaskus begegnet war, dann der Jesus der christlichen Tradition. Natürlich setzt er die beiden gleich. Sich selbst betrachtet er als „Knecht Jesu Christi“, nicht als Begründer des Christentums – und auch bei diesem Punkt hatte er Recht. David Wenham, „Paulus- Jünger Jesu oder Begründer des Christentums?“ (Schöningh) S. 369
Aufgrund der weitgehenden inhaltlichen Übereinstimmung zwischen Jesus, der urchristlichen Tradition und Paulus steht zugleich fest, dass am Anfang der Christologie das eine Evangelium von Christus stand und nicht eine unüberschaubare Vielfalt von sich widersprechenden Formeln und Bekenntnissen noch eine Tiefe, unüberbrückbare Kluft zwischen verschiedenen, von Aposteln geführten Gruppierungen. Das ist auch der Tenor von 1Kor. 15,11 wo die gemeinsame Traditionsbasis betont wird. Selbst zwischen Paulus und den Judenchristen war die Christusverkündigung kein Konfliktthema. Die These das zwischen Paulus und Jesus eine Traditionsgeschichtliche Kontinuität und Sachübereinstimmung besteht, kann sich außer auf die (ethische) Paränese, wo die Nähe von Paulus zu Jesus deutlicher sichtbar ist, auf einen zweiten Pfeiler stützen: die Christologie. (...) Die Paulus vorgegebenen Traditionen, die ihm sowohl in Form urchristlicher Bekenntnisse als auch Jesusüberlieferungen vorlagen (...) haben der Christologie des Apostels entscheidende Impulse gegeben. Zentrale Aspekte der paulinischen Christologie sind in diesen Traditionen verankert und von ihnen geprägt. Damit wird die von D. Wenham und P. Stuhlmacher vertretene Position gestützt, dass zwischen Paulus und Jesus eine Traditionskontinuität besteht und eine weitreichende Sachkongruenz zu konstatieren ist. Detlef Häusser, „Christusbekenntnis und Jesusüberlieferung bei Paulus“ (Wissenschaftliche Untersuchungen zum Neuen Testament) S. 363
4. Verschwinden und Rückkehr der Augenzeugen Wie konnte es nun dazu kommen, dass, trotzt der überragenden historischen Evidenz für die Augenzeugen Jesu im NT und der Kirchengeschichte, die Augenzeugen in der historisch-kritischen Theologie lange weitgehend verschwunden waren? Der Hauptgrund dafür waren dogmatisch-weltanschauliche Gründe! Durch die Aufklärung wurde in der Theologie ein kausalmechanisches Weltbild samt methodischer Atheismus und aufgeklärter Dogmatik etabliert:
(1) Dass Jesus ein besonderer Mensch, aber nicht Gott war; (2) Dass man seine Religion von der christlichen nicht nur unterscheiden, sondern trennen müsse und (3) Dass Wunder einfach unmöglich sind Marius Reiser, „Der unbequeme Jesus“ S. 10.
Mit diesen dogmatischen Voraussetzungen konnte man natürlich mit den biblischen Wundern wenig anfangen. Man glaubte einfach nicht mehr, dass Augenzeugen davon berichtet hatten, weil man nicht mehr an Wunder und die Gottheit Jesu glaubte:
Unsere Quellenlage für Jesus ist (…) verglichen mit der für andere historische Persönlichkeiten ausgezeichnet . Die Behauptung moderner Exegeten schließlich, dass die historische Forschung nichts anderes zulasse als einen rein menschlichen Jesus, über den nur wenig sicher verbürgt sei, beweist nur das merkwürdige Bild von historischer Forschung, das unter ihnen herrscht. Zuerst leugnet man, gegen alle historischen Befunde , dass Jesus Wunder getan habe ; dann behauptet man , es gäbe keine historischen Indizien für irgendetwas Übermenschliches an ihm. Das ist ein klassischer Zirkelschluss. „Jesus“ S. 12
So verschwanden die Augenzeugen Jesu aus der theologischen Betrachtung. Nicht durch seriöse historisch Untersuchungen der antiken Quellen, die dadurch als nicht glaubwürdig betrachtet wurden, sondern auf der Grundlage einer (atheistischen) Weltanschauung die dieser Quellen für nicht mehr glaubwürdig erklärte. Historisch ist das absurd, wie R. Riesner mit einem Vincent Taylor Zitat verdeutlicht:
Die „Frage nach den Augenzeugen trifft die Formgeschichte an einer sehr verwundbaren Seite. Wenn es nach ihren Vertretern ginge, dann müßten die Jünger unmittelbar nach der Auferstehung Jesu in den Himmel aufgefahren sein“. So schrieb 1933 mit in der deutschen Exegese unüblichem Humor der englische Neutestamentler Vincent Taylor. Dieser zu seiner Zeit sehr bekannte methodistische Exeget war ein Vertreter differenzierter Kritik an der klassischen Formgeschichte, wie sie Rudolf Bultmann und Martin Dibelius begründet hatten. Taylor ging mit den beiden deutschen Forschern davon aus, dass die synoptische Tradition für einen längeren Zeitraum in kleinen selbstständigen Einheiten wie Gleichnissen, gerahmten Jesus-Worten, Wundererzählungen usw. mündlich weitergegeben wurde. Taylor bestritt aber, dass bei der ersten Formung und Weitergabe der Überlieferung Augen- und Ohrenzeugen keine wesentliche Rolle gespielt hätten: „Nach Bultmann lebte die Urgemeinde in vacuo, von ihren Gründern abgeschnitten durch die Mauern einer unerklärlichen Unwissenheit. Wie Robinson Crusoe muß sie das Beste daraus machen. Nicht in der Lage, sich an irgend jemanden mit der Bitte um Information wenden zu können, muß sie Situationen für die Worte Jesu erfinden und ihm Aussprüche in den Mund legen, die eine persönliche Erinnerung nicht mehr überprüfen kann. All dies ist absurd; aber es gibt Gründe für diese mangelnde Bereitschaft, mit der Existenz von Führern und Augenzeugen zu rechnen“. Die Rückkehr der Augenzeugen
Die Gründe hatten wir schon genannt: Der methodische Atheismus. Jetzt versteht man auch was der historisch-kritische Theologe Udo Schnelle meint, wenn er schreibt: „Denn solange man die Verfasser der Evangelien für Augenzeugen des Lebens Jesu hielt und die altkirchliche Tradition unkritisch übernahm, waren die Unterschiede in den Evangelien nur für wenige ein Problem.“ ( Udo Schnelle Einleitung in das NT, S. 195) Kritisch= kausalmechanisches Weltbild/methodischer Atheismus/aufgeklärte Dogmatik/pauschal und weltanschaulich bedingte Abwertung der altkirchlichen Tradition/Quellen. Unkritisch= Echte Wunder sind möglich und geschehen. Die Evangelien zuverlässige historisch Quellen basierend auf Augenzeugen. Die altkirchliche Tradition ist weitgehend vertrauenswürdig. Unkritisch bedeutet damit eigentlich christliche Theologie auf solider historisch-theologischer Grundlage. So gesehen bin ich gerne unkritisch! M. Reiser fasst es gut zusammen:
So enden wir, wo wir begonnen haben: bei der Weltanschauung. Jörn Rüsen, der sich wie wenige mit den Fragen der historischen Hermeneutik befaßt hat, stellt fest: (Zitat) Letzte Prüfungsinstanz für die informative oder faktische Plausibilität einer Quellenaussage ist die dem Historiker aus seiner Lebenswelt zugewachsene Wirklichkeitsauffassung.“ Das zeigt sich nirgends deutlicher als in der Forschungsgeschichte zum historischen Jesus. Reimarus und Strauss waren ebenso wie Bultmann überzeugt, die christliche Wirklichkeitsauffassung sei angesichts der modernen Wissenschaft und des von ihr geschaffenen modernen Weltbildes unmöglich geworden. (…) Nirgend wird die Rolle der Weltanschauung in der Rekonstruktion des Historikers deutlicher als vor der Wunderfrage. Nichts hindert gebildete Menschen so sehr am Glauben an die historische Plausibilität der Erzählungen über Jesus von Nazaret wie der Anteil des Wunderbaren darin. (Zitat )„ Können Wunder geschehen? Wenn der Historiker seine Welt auf der Ansicht aufbaut, daß Wunder unmöglich sind, was fängt er dann mit Zeugen an, die Wunder als Tatsachen behaupten? Offenkundig gibt es nur zwei Möglichkeiten: Entweder er muss selbst noch einmal von vorne anfangen und seine Welt mit neuen Umrissen rekonstruieren oder er muss herausfinden, daß diese Zeugen entweder inkompetent oder unehrlich oder aber einer Selbsttäuschung erleben sind.“ (B. Lonergan, Method in Theology) Der 2013 verstorbene Philosoph Kurt Hübner meint: (Zitat) „Wer behauptet, die Wissenschaft habe die durchgängige und absolute Geltung von Naturgesetzen bewiesen, vertritt nicht die Wissenschaft, sondern eine dogmatische Metaphysik der Wissenschaft.“ Das war jedoch der Glaube des 19. Jahrhunderts und ist immer noch das Hauptargument gegen die Möglichkeit von Wundern. Die zitierte Feststellung steht in Hübner Buch „Die Wahrheit des Mythos“. Es erschien 1985 und gilt in der Philosophie als epochemachend. Es zeigt, daß die mythische Weltanschauung eine Weise der Welterfahrung ist und ein Erklärungsmodell, das dem wissenschaftlichen Erklärungsmodell nicht unterlegen ist, auch nicht im Hinblick auf die Rationalität. Mythen sind eben nicht bloße Ausgeburten der Phantasie, wie man im 18. und 19. Jahrhundert glaubte. Selbst dem modernen Bewußtsein ist mythisches Erfahren nicht gänzlich fremd. Deshalb gibt es (Zitat Hübner)„ keinen theoretisch zwingenden Grund, die mythischen Grundelemente des christlichen Glaubens abzulehnen, da Wissenschaft und Philosophie nur eine bestimmte, historisch vermittelte Wirklichkeitsdeutung darstellen, die nicht den Anspruch erheben kann, die einzig mögliche zu sein.“ Wer sich dieser Sicht der Dinge anschließt, kann in den philosophischen Voraussetzungen mit denen auch heute noch biblische Exegese betrieben wird, nur einen Anachronismus aus dem 18. und 19. Jahrhundert erkennen. Marius Reise, „Kritische Geschichte der Jesusforschung“ (Stuttgarter Bibelstudien 235) S. 199ff.
Mittlerweile hat die Bibelwissenschaft aber -- insbesondere international -- den Anachronismus aus dem 18. und 19. Jahrhundert oft überwunden. R. Riesner nennt in seinem Aufsatz Die Rückkehr der Augenzeugen neben dem bekannten Martin Hengel, zwei weitere wichtige Theologen in diesem Zusammenhang Samuel Byrskog (Story as History - History as Story: The Gospel Tradition in the Context of Ancient Oral History, WUNT) und Richard Bauckham. Bauckhams 2006 erschienene Opus Magnum “Jesus and the Eyewitnesses: The Gospels as Eyewitness Testimony” (William B Eerdmans Publishing) leitete für viele (auch gemäßigt kritische) Theologen einen Paradigmawechsel ein. Wiederum insbesondere international. Von historisch-kritischen Traditionalisten (wie z.B. U. Schnelle in seiner NT Einleitung) wird das Buch leider weithin verbissen ignoriert. (Obwohl Schnelle andere Bücher von Baukham häufiger zitiert/nennt. 17x insgesamt in der 9. Aufl. Dass er ihn grundsätzlich als wissenschaftlichen Theologen ablehnt kann man also nicht behaupten). Die konservative bis evangelikal/bibeltreue Jesus und NT-Forschung ist jedenfalls qualitativ und quantitativ ausgezeichnet aufgestellt. Theologen wie z.B. Darrell L. Bock (Jesus according to Scripture), Craig S. Keener (The Historical Jesus of the Gospels), Robert L. Webb (Key Events in the Life of the Historical Jesus), Craig L. Blomberg (Jesus und die Evanglien) und A. D. Baum (Einleitung ins Neue Testament) um nur einige zu nennen, waren und sind sehr produktiv in den letzten Jahren. International ist die Vorherrschaft der klassischen, historisch-kritischen Theologie (im Sinne von u.a. Bultmann/Troeltsch) schon lange gebrochen und das ist gut so! Bevor dieses Posting jetzt aber alle Grenzen sprengt kommen wir zum: Fazit Die historischen Hinweise/Belege für Augenzeugen Jesu sind imposant und das auch auf einer rein historischen Ebene. Und dabei waren die hier betrachteten Punkte nur knappe Zusammenfassungen und ein Ausschnitt einer viel größerer historischer Evidenz. Stefan Gustavsson (S. 150) fasst seine 8 Punkte so zusammen (kursiv Schrift und Links ergänzt durch Xangor)
1. Die Datierung der Evangelien als Quelle aus dem ersten Jahrhundert 2. Die Vorgeschichte mit einer ununterbrochenen Kontinuität bis zurück auf Jesus selbst. (vgl. A.D Baum , Der mündliche Faktor und seine Bedeutung für die synoptische Frage ) 3. Der Inhalt der Evangelien als Augenzeugenberichte. 4. Die Augenzeugen als namentlich genannte und öffentlich bekannte Vertreter der Botschaft. ( vgl. Baukham, Jesus and the Eyewitnesses) 5. Der Kontext der Evangelien, das historische Judäa, Samaria und Galiläa in den 30er-Jahren. 6. Die Präzision der Evangelien im Bezug auf die zeitgenössische Namensgebung. (vgl. Bauckhaum, Jesus and the Eyewitnesses) 7. Die Verfasser der Evangelien, zum Beispiel Markus, der seine Informationen von Petrus erhalten hat. 8. Die Ehrlichkeit der Evangelien auch in Punkten, die peinlich oder schwer verständlich wirken.
Es gibt also jede Menge gute Gründe dem Neuen Testament allgemein und den Evangelien im Speziellen zu vertrauen. Lukas und die anderen NT-Schreiber haben wirklich das sichere (historische) Fundament der Lehre für die Kirche und die Christen gelegt. Die Ausgangs-These zu den Behauptungen historisch-kritischer Bibelforschung:
Wenn man als Ergebnis solcher Forschung zur Kenntnis nehmen muss, dass z. B. keiner der Evangelisten den historischen Jesus persönlich kennengelernt hat und keiner davon Zeuge der Auferstehung war, ebensowenig Paulus, dann ändert das etwas.
Hat sich als unbegründet erwiesen. Zur Kenntnis nehmen sollte man viel mehr, dass diese angeblichen historisch-kritischen Ergebnisse bloße Meinungen sind die insbesondere durch einen methodischen Atheismus zustande kamen. Ändern sollte sich also in erster Linie die unkritische Übernahme von vermeintlichen Ergebnissen einer Theologie deren Fundament im Kern nicht-christlich ist. Schon rein historisch gesehen besteht überhaupt kein Grund zu einer Hermeneutik der Verdachts die den Bibeltexten mit einem grundsätzlichen Skeptizismus begegnet. Dabei haben NT-Autoren aber auch nicht verschwiegen, dass es ihnen nicht nur um Geschichte ging. Bei einer bloßen Kenntnis von (historischen) Fakten stehen zu bleiben wäre fatal. Das Ziel des NT ist viel mehr durch diese (historischen) Messias-Fakten den Glauben an Jesus als Messias zu schaffen:
John 20: 30 Noch viele andere Zeichen tat Jesus nun vor seinen Jüngern, die in diesem Buch nicht geschrieben sind. 31 Diese aber sind geschrieben, damit ihr glaubt, daß Jesus der Christus, der Sohn Gottes ist, und damit ihr durch den Glauben Leben habt in seinem Namen.
Die Kirchengeschichte zeigt bis in die Gegenwart hinein, dass dies in großem Ausmaß geschehen ist und noch geschieht. Lob, Preis, Ehre und Dank sei dafür dem dreieinigen Gott! sdg Marc
76
1,507
Aug. 04, 19
Hallo, liebe Forumler, ich möchte gleich mit der Tür ins Haus fallen und mit einer Frage kommen, welche mir sehr am Herzen liegt: Wie wahrscheinlich ist (ein) Gott? Diese Frage berührt nicht nur die christliche Religion, sie kann und muss gestellt werden, weil weder pro noch kontra beweisbar sind - Wahrscheinlichkeitsbetrachtungen werden im großen Umfang in vielen Bereichen eingesetzt und bieten sich für unser Thema gerade zu an. Meine ganz persönliche Meinung ist - die Wahrscheinlichkeit für einen allwissenden, allmächtigen und (auch darum) unsterblichen Gott geht gegen Null. Zumal die Aussagen der verschiedenen Religionen zum Thema "Weltengrund" teilweise unterschiedlich sind. Ein evolutionärer Ansatz in der jeweiligen Lokalität scheint mir wesentlich plausibler. Nun freue ich mich über eine lebhafte Diskussion! Lieben Gruß Sebastian
128
2,799
Aug. 04, 19
Hi, Es könnte vielleicht eine blöde Frage sein. Okay, ich versuche es mal. Die Bibel ist ja in vielen Bereichen sehr speziell. Überhaupt spricht sie ja auch nur den Erwachsenen an. Hat Gott, wenn er Kinder liebt, auch eine Theologie für die Kinder. Verständlich und deutlich...... Kinderbibel sind ja oft so eine Sache. Hat Gott das den Menschen überlassen? VG Max
56
1,004
Aug. 02, 19
Ich habe mir eine Predigt von Jonathan Edwards angehört. Sie wird als die bedeutenste seiner Predigten vorgestellt. Er selbst wird als Mann Gottes beschrieben, der für Amerika war, was Martin Luther für den alten Kontinent gewesen sei. Und dann beginnt seine Predigt gleich mit Antijudaismus. Danach folgen ausführliche Schilderungen, wie es den Bösen ergehen wird und das Gott die Bösen am liebsten sofort von der Erde tilgen und sie in das Maul der teuflischen Hölle werfen würde. Offensichtlich hat Jonathan Edwards dabei nicht im Sinn, dass Antijudaismus etwas Böses sei. Und er scheint auch nicht das Gefühl zu haben, dass Gott ihn in den Schlund der Hölle werfen wolle, als jemand, der Teilnehmer des Sklavenhandels war und diesen sogar rechtfertigte. Wieso werden solche Menschen nicht einhellig geächtet? Wenn Menschen in die Hölle kommen, weil sie nicht an Gott glauben, aber durchaus etwas Gutes im Leben getan haben. Wieso sollen dann Menschen, die aktive Teilhaber menschlichen Grauens sind, von der Hölle verschont bleiben, nur weil sie an Gott glauben und ihre Taten vor aller Welt im Namen Gottes rechtfertigen. Teufel oder Heiliger Geist? Was spricht aus solchen Menschen? Nachtrag vom 04.07.2019 19:16:57 Falls sich sich jemand für die Predigt interessiert: https://www.youtube.com/watch?v=mHEQHsvTKjU
249
1,893
Juli 30, 19
Jesus ist vollständig Mensch und vollständig Gott. Er kam zu uns als Botschafter des Reiches Gottes und seiner Liebe. Er starb am Kreuz um uns mit Gott zu vereinen und den Tod zu besiegen und hat den Tod mit seiner Auferstehung schliesslich auch besiegt. Ich bin mir bewusst, dass Gottes Wege grösser sind als die unseren und unser Verstand hier an Grenzen stossen muss und wir dies wohl nie vollständig beantworten können. Aber ich möchte trotzdem darüber nachdenken und habe mich gefragt, was für eine Erklärung es gibt, dass Gott den Weg des Kreuzes gewählt hat, um uns von der Sünde zu befreien. Besonders sehr konservative Christen betonen hier häufig eine Satisfaktionslehre, wonach Gott zur Beruhigung seines Zornes quasi ein Ersatzopfer bräuchte damit er den Menschen vergeben könne, weil ansonsten seiner Ehre und Gerechtigkeit nicht genüge getan würde. Dieses Bild von Gott scheint mir aber nicht vereinbar mit dem unbedingt liebenden und gnädigen (wenngleich auch manchmal zornigen) Gott, wie ich ihn persönlich in der Bibel und im Gebet begegnet bin. Sehr liberale Christen tendieren manchmal etwas dazu, den Wert des Kreuzes wegzureden, was ich biblisch gesehen natürlich auch problematisch finde. Einige Überlegungen von mir. Was denkt ihr dazu? - Gott bräuchte ja eigentlich in seiner Liebe und Souverenität keine Gegenleistung in Form eines kultischen Opfers, um unsere Sünden zu vergeben. Bereits im alten Testament sind ja die Opfer nicht eigentlich dazu da, um Gott zu besänftigen, sondern als Zeichen der Verbindung des Menschen zu Gott, ähnlich wie ein Gebet (so gab es auch ein Dankopfer/Lobopfer, Sündopfer, Gedenkopfer und viele mehr). Das Opfern scheint wichtiger für die ausführenden Menschen gewesen zu sein als Ausdruck ihres Glaubens an Gott und nicht für Gott selber, damit er die Menschen erhört oder Sünden vergeben hätte können. Für Gott scheint nicht wirklich das Opfer an sich sondern die Umkehr des Herzens im Vordergrund gestanden zu haben. So war Sündenvergebung durchaus möglich ohne Opfer, aber nicht ohne aufrichtige Reue und Umkehr - umgekehrt war dies jedoch nie möglich. Analog scheint es mir naheliegend, dass nicht wirklich Gott den Kreuzestod bräuchte um die Sünden vergeben zu können sondern vielmehr der Mensch zur Gewissheit seiner Sündenvernichtung und Beziehung zu Gott in Jesus Christus. So kann das Kreuz vielleicht eher als Signal und Angebot Gottes an den Menschen verstanden werden und als Zeichen seiner Versöhnung mit Gott. Anders gesagt: der Mensch braucht das Kreuz und nicht Gott. - Analog hat ja Jesus mehrfach bereits zu seinen Lebzeiten die Sünden vieler Menschen vergeben, der Kreuzestod scheint also keine Bedingung dafür gewesen zu sein, dass Sünden prinzipiell vergeben werden können ( was ja die Satisfaktionslehre an sich widerlegt) - das zeigt mir: Das Heilshandeln Jesus darf nicht auf seinen Tod reduziert werden, sondern beginnt mit seiner Geburt, seinem Handeln (Krankenheilung, Sündenvergebung, Wundertaten etc), seiner Verkündigung des Reiches Gottes und nicht zuletzt auch mit der Überwindung des Todes in seiner Auferstehung. Was also selig macht ist eigemtlich der Glaube an Jesus von A-Z und und das Vertrauen auf sein Handeln und nicht nur der Glaube an seinen Kreuzestod, wie manchmal von Christen scheinbar vertreten wird. - Es ist etwas irreführend wenn man sagt, Gott habe Jesus am Kreuz geopfert ( was Gott wie ein Sadist aussehen lassen könte). Eigentlich ist ja Jesus selber Gott und Gott hat sich in ihm eigentlich selbst dem schlimmsten Leid ausgesetzt. Das hat für mich eine tröstende Komponente. Gott ist eben nicht nur der mächtige Gott, der über das Universum herrscht. Sondern auch der Gott, der die Menschen dermassen liebt, dass er selber menschlich wurde um in unserer Welt zu wandeln, uns den richtigen Weg zu weisen und menschliches Leid zu erfahren. Denn nur ein Gott, der unsere Probleme aus "eigener Erfahrung" kennt kann uns wirklich naher Gott sein. Ein wortwörtlich "mitleidender" Gott. - Wenn man von Jesus als Opfer spricht dann sollte man nicht an ein kultisches Opfer wie im alten Testament denken, sondern eher als Opfer im Sinne seiner Hingebung für die Menschen und auch als Opfer der Sünde sowie menschlicher Intrigen und Boshaftigkeit. Wie gesagt braucht Gott ja nicht kultische Opfer und hat sie eigentlich nie gebraucht, damit er den Menschen vergeben könnte. Wenn man Jesus in dem Sinne als kultisches Opfer analog dem AT sehen wollte, dann müsste man auch hier unbedingt anfügen, dass dieses ja für die Vergewisserung und Ausdruck der Menschen der Beziehung zu Gott notwendig war und nicht eigentlich für Gott. - Die Terminologie des Sühneopfers wird heute noch von vielen meist sehr konservativen Christen verwendet, meist äussern sie es im Zusammenhang mit einer Art Satisfaktionsvorstellung, was mir aber völlig falsch verstanden erscheint. Der Begriff "Sühneopfer" ist zwar biblisch, aber theologisch komplex und kann von den meisten Menschen kaum mehr richtig verstanden werden. Deswegen sollte man heute als Christ eher darauf verzichten. Man darf nicht vergessen, dass der Apostel Paulus zu Judenchristen sprach, die das tierische Sühneopfer noch aus ihrer ummittelbaren Lebenspraxis kannten. Für diese war der Begriff der Begriff gleichbedeutend mit dem erneuten Verbundensein mit Gott nach einer begangenen Sünde. Dieses tierische Sühneopfer wurde für die Judenchristen durch Jesus ersetzt, welcher quasi dann der alleinige Garant bot für die Verbindung mit Gott. Da diese Erfahrung den meisten nicht-jüdischen Menschen heutzutage fehlt sollte der Begriff heute also eher vermieden werden. Mitnichten darf auch hier der Begriff "Sühneopfer" nicht so verstanden werden, dass Gott dieses bräuchte um Sünden vergeben zu können oder damit eine gewisse Anzahl Schuld ausgeglichen werden könnte. Auch im AT war das Sühneopfer niemals Voraussetzung für die Sündenvergebung sondern in erster Linie die Reue und der Kontakt mit der Heiligkeit Gottes, für welches das Sühneopfer (auch mit seinem Blut) stand. Der Begriff "Sühneopfer"ist eigentlich eine unkorrekte Übersetzung aus dem hebräischen ( es wurde ja damals nichts gesühnt im heutigen Sinn des Wortes) und sollte deswegen auf Jesus erst recht nicht angewendet werden. Habt ihr noch andere Gedankengänge? Einige Quellen https://de.m.wikipedia.org/wiki/S%C3%BChne https://www.bibelwissenschaft.de/wibilex/das-bibellexikon/lexikon/sachwort/anzeigen/details/opfer-at/ch/65856f9e669583b01dccb66d4f140690/ https://www.ekd.de/Fur-uns-gestorben-Fragen-und-Anstosse-485.htm https://de.m.wikipedia.org/wiki/S%C3%BChnopfertheologie
479
5,632
Juli 29, 19
Hallo zusammen, Wenn man in Internetdiskussionen allgemein und spezielle auf Jesus.de gelegentlich behauptet die historisch-kritische Theologie/Exegese/Methode/Tradition würde/könnte u.a. bedeuten an der Bibel Sachkritik zu üben d.h. nicht mehr zu glauben was die Bibel berichtet, wird einem schnell Polemik und/oder Unkenntnis unterstellt. Dass an diesem (Vor)Urteil durchaus doch etwas dran sein könnte hat jüngst der landeskirchliche Bischof Markus Dröge in der WDR-Dokumentation „Die Kirche und die Rechten“ eindrucksvoll belegt. Mit dem Verweis aus eine 100jährige (historisch-kritische) Tradition wies er ein wörtliches Verständnis der Jungfrauenzeugung als „unhistorisch“ und „fundamentalistisch“ zurück. „Historisch“ bedeutet für Bischof Dröge offensichtlich „naturalistisch“ im Sinne eines kausal-mechanischen Weltbildes, welches echte Wunder nicht zulässt. ( Analogie- und Korrelations-Kriterien ) Es ist schon erschreckend: Ein landeskirchlicher Bischof verlässt nicht nur den Boden ökumenischen Christentums, sondern diffamiert Christen die sich darauf befinden als „fundamentalistisch“ ähnlich wie fundamentalistische Muslime. Dass es sich dabei nicht um einen exotisch-exklusiven Einzelfall Dröge handelt zeigte die Doku auch: Alle (!) landeskirchlichen Pastoren werden im Sinne der historisch-kritischen Tradition(en) an den Universitäten ausgebildet. Und schon vor den Aussagen Dröge gab es diesem Jahr zu Pfingsten einen sehr aufschlussreichen Beitrag des evangelischen Magazin „chrismon“ in der Form eines Blog Textes seines Chefredakteurs und geschäftsführender Herausgebers Arnd Brummer den ich hier kommentieren und zur Diskussion stellen möchte: „Pfingsten - alles erfunden?“ „chrismon“ (genau wie evangelisch.de) sind offizielle Medien der EKD. Herausgeber sind die Synodenpräses Irmgard Schwaetzer, die Präses der Evangelischen Kirche von Westfalen, Annette Kurschus und der EKD-Ratsvorsitzende Heinrich Bedford-Strohm. Auszüge:
„Pfingsten!“ Wolfgang, mein Kumpel aus uralten Zeiten, war richtig in Fahrt. „Das ist doch alles erfunden. Dieses Apostel­treffen in Jerusalem hat sich dieser Grieche ausgedacht, dieser Evangelist Lukas. Der war nie in Jerusalem, hab ich gelesen.“ Ich gab ihm recht, was Wolfgang verwirrte. (…) „Du gibst tatsächlich zu, dass sich dieser Lukas die Pfingststory nur ausgedacht hat?“ Ja, das halte ich für wahrscheinlich, ließ ich Wolfgang wissen. Ich würde lediglich das „nur“ vor „ausgedacht“ streichen. „Das sagst du. Und du behauptest, Christ zu sein. Ihr Christen, gerade die evangelischen, müsst doch die Bibel Wort für Wort glauben.“ Ja, stimmt, war meine Antwort. „Aber du hast doch gerade bestätigt, dass die Geschichte nicht wahr ist, genauso wenig wie vermutlich die von Weihnachten – übrigens auch ­Lukas.“ Nein, das habe ich nicht bestätigt. „Komm, fang jetzt nicht an, spitzfindig zu werden! Kirchengeschichtler – Kirchen­geschichtler! – sagen, dieser Lukas habe seine Geschichten vermutlich so um 90 nach Christi Geburt aufgeschrieben, 50 bis 60 Jahre nach diesem sogenannten Pfingsten und zwar irgendwo in Griechenland, in Theben oder so.“ Ich nickte. Lukas hat sich die Pfingstszene in der Apostelgeschichte ausgedacht und die Bethlehemgeschichte am Beginn seines Evangeliums ebenso. Beide sind historisch nicht belegt. Und dennoch sind sie wahr.
An dieser Stelle lohnt es sich bereits einiges zu kommentieren: 1. Lukas als Historiker Es steht Herrn Brummer natürlich frei nicht glauben zu wollen wovon die Bibel berichtet. Die Unterstellung Lukas habe sich Weihnachten und Pfingsten „ausgedacht“ widerspricht allerdings fundamental dem Selbstanspruch des Lukas. Wir finden diesen im Lukasprolog (Lk. 1,1-4) und er gilt für Evangelium und Apostelgeschichte. Lukas hat demnach als antiker Historiker wirklichkeitstreu berichtet. A.D. Baum schreibt dazu:
Lukas kann, nachdem er gründliche Nachforschungen angestellt hatte (1,3a), die auch die Befragung von Augenzeugen (1,2) einschlossen, nun in seinem Evangelienprolog (1,3b) dem Theophilus ankündigen, daß er ihm im folgenden eine wirklichkeitsgetreue Darstellung des Lebens Jesu geben wird, die mit der von ihm beschriebenen historischen Wirklichkeit kongruent bzw. deckungsgleich ist. Lukas hat seinen eigenen Angaben nach Jesu Erdenleben ausdrücklich so beschrieben, „wie es eigentlich gewesen“ ist (Ranke). Und nach dem, was wir oben in den Abschnitten 2 und 3 festgestellt haben, darf sein Streben nach Tatsachentreue oder Wirklichkeitskongruenz nicht von vornherein als schwächer oder unschärfer als das eines modernen Historikers eingestuft werden. Sein historischer Wahrheitsbegriff und seine historiographische Methode waren mit unserer neuzeitlichen im Prinzip durchaus kompatibel. Es besteht kein Anlaß zu der Annahme, daß Lukas bei der Abfassung seines Evangeliums aufgrund seiner Zeitgebundenheit weniger exakte Ergebnisse erzielt hat, als wir es heute von einem Historiker erwarten würden. Lukas als antiker Historiker
2. Die Datierung der Apostelgeschichte Das Kirchengeschichtlicher sagen „Lukas habe seine Geschichten vermutlich so um 90 nach Christi Geburt aufgeschrieben“ ist durchaus möglich. Aber die Datierung der neutestamentlichen Schriften ist traditionell keine Frage der Kirchengeschichte, sondern der Einleitungswissenschaften. Und die sind ebenso traditionell umstritten zwischen historisch-kritischer und evangelikaler Theologie. Diese Diskussionen hier zu führen würde den Rahmen sprengen. Hinweisen möchte ich aber auf die Dissertation von Alexander Mittelstaed „Lukas als Historiker“ (francke) die zu anderen Ergebnissen kommt als Brummer sie vertritt. Seine gründliche Analyse aller Quellentext zeigt, dass sowohl die Autorenschaft des Arztes Lukas für das zu Recht so genannte lukanische Doppelwerk als auch die frühe Entstehungszeit fundiert sind. Ein Großteil der Arbeit am Doppelwerk wurde gemäß Mittelstaedt ca. 57-59 n.Chr. geleistet und seine Fertigstellung ist ca. auf 62-64. n.Chr. zu datieren. 3. Die Glaubwürdigkeit der Apostelgeschichte Die Behauptung die biblischen Berichte über Weihnachten und Pfingsten seinen „historisch nicht belegt“ entlarven Brummer als radikalen Bibelkritiker. Die Bibeltexte selber sind ja historische Belege und sie beanspruchen historische Glaubwürdigkeit. (Lukas 1,1-4) Ob man diesem Anspruch zustimmt oder nicht ist (auch) eine Frage von Glaube und Unglaube. Es ist die typisch postmoderne "Hermeneutik des Verdachts" (Willam Dever) mit der hier Bibeltexte betrachtet werden. Nicht-biblische Texte nimmt man gerne für bare Münze, aber die Bibel scheint automatisch für schuldig befunden wird, wenn nicht ihre Unschuld bewiesen wurde. Die Althistorikerin Helga Botermann hat das mal sehr schön beschrieben:
Seit Jahren bin ich schockiert über die Art, wie die Neutestamentler mit ihren Quellen umgehen. Sie haben es geschafft, alles so in Frage zu stellen, daß sowohl der historische Jesus wie der historische Paulus kaum noch fassbar sind. Wenn die Althistoriker diese Maßstäbe übernähmen, könnten sie sich gleich verabschieden. Es gäbe nicht mehr viel zu bearbeiten....Wenn die Althistoriker ihre Quellen so kritisch *bearbeiten* wie die meisten Theologen das Neue Testament, müssten sie die Akten über Herodot und Tacitus schließen (...) In meinem ersten Proseminar im Sommersemester 1958 - und dies wiederholt sich in jedem Semester in den von mir geleiteten Seminaren - wurde von Hermann Heimpel die Frage aufgeworfen, wie der Historiker mit seinen Quellen umzugehen habe. Natürlich sagten alle: kritisch. Ja, aber was heißt das? Ich war sehr erstaunt und habe es deshalb nie vergessen: die Quelle hat zunächst grundsätzlich Anspruch auf Glaubwürdigkeit. Der Kritiker trägt die Beweislast. (...) Aus den vorstehenden Erörterungen sind drei Punkte festzuhalten: 1. Lukas will einen wahrheitsgemäßen Bericht geben. 2. Seine Darstellung schöpft weitgehend aus Augenzeugenberichten. Teilweise sind eigene Erinnerungen verwendet. 3. Er schrieb für eine zeitgenössische Leserschaft, die aus Erzählungen oder aus eigener Kenntnis ein Urteil von den Dingen besaß. Es besteht also keine Veranlassung, seiner Geschichtserzählung von vornherein mit einem pauschalem Skeptizismus zu begegnen und Lukas die Beweislast zuzuschieben. (...) Der Heidenapostel und sein Historiker
Es gibt also auch gute Gründe vor der historischen Zuverlässigkeit der Apostelgeschichte auszugehen. 4. Glaube oder Unglaube Nun möchte Herr Brummer ja aber ausdrücklich nicht als „ungläubig“ gelten. Schauen wir uns also einen weiteren Auszug seines Text an:
„Ich bin Jurist“, konterte Wolfgang, „ich glaube, was sich belegen lässt. Was sich nicht belegen lässt, kann ich für möglich halten, für wahrscheinlich, für unwahrscheinlich. Glauben kann ich es nicht.“ Nein, ich frage nicht nach Beweisen Das unterscheidet uns. Ich kann glauben, was ich für wahr halte. Und den Wahrheitsgehalt einer Geschichte erkenne ich an ihrer Wirkung, an dem, was sie mir vermittelt – daran, ob sie mich erreicht. „Da kann dir also jemand das Blaue vom Himmel runtererzählen und du sagst: schön. Du fragst nicht nach Beweisen?“ Nein, tue ich nicht. (…) Glaube ist eine Sache der Offenbarung. Wenn sich einem ­Menschen in einem Gedicht, in einer Sinfonie, in einem Bild oder in einer biblischen Geschichte etwas offenbart, was ihn bewegt, beeindruckt, rührt oder ins Zweifeln stürzt, dann wird es nicht dadurch falsch, dass es weder „historisch“ noch „wissenschaftlich“ beweisbar oder belegbar ist. (…) Und was ist wahr an Pfingsten?“ (…) Na ja: Ein paar Wochen nach Kreuzigung und Auferstehung ließ Jesus seine Freunde allein zurück – mitten in einer Umgebung von misstrauischen, kritischen oder gar feindlich gesinnten Menschen. Sie trafen sich. Sie hatten Muffe. Sie sahen einander an, sie bestärkten einander. Und da spürten sie, wie stark das macht: ­einander zu lieben, miteinander neue Hoffnung zu schöpfen, an ein gutes Ende der Geschichte zu glauben. Sie wurden fröhlich, sie sangen und begannnen, die Botschaft von der Liebe allen zu er­zählen. Sie waren plötzlich so gut drauf, dass die Passanten meinten, sie seien betrunken. „Das ist wahr“, unterbrach mich Wolfgang, „und wenn sie nicht gestorben sind, erzählen das die Christen noch heute.“ Dem war nichts mehr hinzuzufügen.
Wolfgang hätte kritisch bleiben sollen…. Was Herr Brummer uns hier präsentiert sind völlig andere Definitionen von „Offenbarung“ und „Glauben“ als wir sie in der Bibel finden. Biblischen Glauben gibt es nicht losgelöst von den historischen, großen Taten Gottes. (Apg. 2,11) Das macht neben Lukas beispielsweise auch Paulus in 1. Korinther 15 sehr deutlich: Ohne die historisch, leibliche Auferstehung Jesu ist der christliche Glaube hinfällig. (1. Kor. 15,19) Gott handelt in der Geschichte. Das ist die Grundüberzeugung aller biblischen Autoren. „Offenbarung“ im biblischen Sinne bedeutet nicht nur, dass mich irgendein Text irgendwie bewegt, sondern, dass Gott sich mitteilt „vielfach und auf vielerlei Weise“ (Heb. 1,1ff.) Ja, er wird sogar Mensch in Raum und Zeit, in Jesus Christus. (Joh.1,1ff) Dafür liefern die neutestamentlichen Evangelien die zuverlässigen historischen Fakten. (Lk. 1,1ff.) Diese sollen natürlich nicht nur zur Kenntnis genommen werden, sondern zum Glauben an Jesus als Messias führen.
John 20:30 Noch viele andere Zeichen tat Jesus vor seinen Jüngern, die nicht geschrieben sind in diesem Buch. 31 Diese aber sind geschrieben, damit ihr glaubt, daß Jesus der Christus ist, der Sohn Gottes, und damit ihr durch den Glauben das Leben habt in seinem Namen.
Aber ohne dieses historische Fundament wäre das Evangelium gegenstandslos. Es *verdampft* zu einer hohlen Botschaft ohne Relevanz für die Realität. Es ist kein Zufall, dass der Text von Herrn Brummer auch mit einer Märchen-Formulierung endet: „und wenn sie nicht gestorben sind“ Er „glaubt“ an die Bibel wie an (natürlich erfundene) Märchen die ihn auch „bewegen, beeindrucken“ etc. können. Mit dem biblischen Glaubensbegriff des einen, rettenden Evangeliums (Gal. 1,1ff.) hat das – wie schon gesagt – nichts zu tun. A.D. Baum beschreibt es richtig:
Zum Abschluß möchte ich noch kurz auf die Bedeutung eingehen, die Lukas der Wirklichkeitstreue seines Evangelienbuches im Blick auf seine Leser beimißt. Im letzten Vers seines Prologs nennt er als dessen Zwecke: „damit du die Sicherheit der Worte, über die du informiert worden bist, erkennst“. Mit den „Worten“ dürften die christlichen Lehrsätze, „die spezifisch christlichen Lehrstücke“ gemeint sein. Theophilus soll erkennen, daß das, was er über das Leben und Heilswirken Jesu erfahren hat, zuverlässig verbürgt ist und ein festes historisches Fundament hat. Die theologischen Lehraussagen der urchristlichen Gemeinde können nur darum einen plausiblen Wahrheitsanspruch erheben, weil sie fest in der Historie verankert sind. In dieser Überzeugung schreibt Lukas sein Evangelium. Glauben ohne Fakten? Der Widerspruch gegen diesen lukanischen Standpunkt hat in der deutschen Geistes- und Theologiegeschichte einen festen Platz. (…) Für denjenigen aber, der die biblischen Aussagen grundsätzlich als maßgebend für sein Leben als Christ anerkennt, stellt die Verankerung der von ihm geglaubten Inhalte in der Historie die unverzichtbare Basis seines Glaubens dar. Und daher ist es nicht ohne Bedeutung, daß Lukas in einer Weise historische Forschung betrieben hat, die auch dem Wahrheitsanspruch des heutigen, kritisch denkenden Menschen gerecht wird. Um es abschließend mit einem prägnanten Wort Luthers zu sagen: „Aus der Historie muß der Glaube aufgebaut werden“ Lukas als antiker Historiker
Damit sind die Diskussionen eröffnet 😊 sdg Marc
1,002
4,575
Juli 27, 19
(a)"Ohne Anfang und ohne Ende" --- Dies kann vom Schöpfergott gesagt werden. (b)"Ein Anfang und kein Ende" --- Dies dürfte auf die klassischen Götter zutreffen. (c)"Ein Anfang und ein Ende" --- Dies dürfte auf die Menschen zutreffen. Nun sagte Jesus "Ich bin das Alpha (Anfang) und das Omega (Ende)". Wäre Jesus nun dem "c" zuzuordnen, oder paßt er zum "a"? "a" und "c" unterscheiden sich doch und können wohl schwer zusammen gedacht werden. chubzi
12
1,243
Juli 26, 19
Wir laden ein zum Gespräch: https://www.jesus.de/karl-barth-ein-leben-im-widerspruch/
18
1,089
Juli 25, 19
Nun, Jesus.de ist scheinbar mit meinem letzten Beitrag überfordert gewesen. Bis auf weitere Klärung. Ich hätte gerne Statement gegeben. Und ja, ich meinte es ernst: Ich bin Jesus Christus, sowie in jedem der Jesus Christus steckt. Die spirituellen Erfahrungen um ein Jesus Christus zu werden sind einfach: Intuition trainieren, in die Natur gehen und seinen Glauben von falschen Meinungen und Glaubenssätzen zu befreien. Sich selbst zu befreien so gut es geht. Alles loslassen und warten was zurückkommt. Die Wahrheit zu erkennen und zu akzeptieren, denn sie ist der Schlüssel zur Liebe. Unwahrheit zu leben ist wie Wahrheit nicht annehmen. Damit verweigert man den Zugang zur klaren Liebe und wird krank. Meine Worte sind hart und nicht blumig. Direkt und nicht verdreht. Für einige stellen sich die Nackenhaare auf, weil es sich keiner mehr zu sagen traut. Wahnsinn - ich hatte es angesprochen. Ich bin noch immer am herausfinden neuer Facetten der Liebe: Leichtigkeit kam mir gerade. Leichtigkeit ist die Essenz, die Philosophie des Lebens. Nicht alles kompliziert zu machen, sehen oder versuchen es zu erklären. Es ist einfach wie es ist. Bis auf weiteres: ob ich hierher passe oder ob meine Wahrheit zu gefährlich ist, wir werden sehen 😉 Alles Liebe - ihr Lieben 😊 ❤ Man sieht sich! Patric Hochreiter
222
1,616
Juli 23, 19
Heute sind nach Bibelleseplan die Seligpreisungen dran (Mt 5, 1-12). Ich bin gleich bei der ersten Seligpreisung ins Nachdenken gekommen: "Selig sind, die da geistlich arm sind; denn ihrer ist das Himmelreich. " Wer ist eigentlich geistlich arm? Die Menschen z. B., die zu Pfingsten direkt den Heiligen Geist empfangen haben, waren bestimmt nicht geistlich arm. Aber warum preist Jesus hier die anderen selig? Was sagen andere Übersetzungen? "Glückselig die Armen im Geist" (ELB) "Selig, die arm sind vor Gott" (EU) "Glücklich sind, die erkennen, wie arm sie vor Gott sind" (HfA) "Selig die Armen im Geist" (ZB), hier kommt noch als Erläuterung "Im Unterschied zu Lk 6,20 enthält Mt 5,3 die komplexere Wendung "die Armen im Geist". Die Erweiterung 'im Geist' bezeichnet die Beziehung des Menschen zu Gott. Der Gesamtausdruck bezieht sich auf Menschen, die arm sind an göttlichem Geist und die vor Gott mit leeren Händen dastehen." "Freuen dürfen sich alle, die nur noch von Gott etwas erwarten"(GNB) Diese letzte Übersetzung bzw. Übertragung erscheint mir doch sehr frei, nimmt dieser Seligpreisung meiner Meinung nach auch irgendwie die Pointe, verweist aber immerhin per Fußnote auf eine wörtlichere Übersetzung. Also wer ist nun geistlich arm? Und warum werden eigentlich nicht die geistlich Reichen selig gepriesen? Ist das nicht eigentlich paradox? Gerade in Zeiten, wo ich glaubensmäßig skeptischer als heute unterwegs war, habe ich persönlich dieses Wort immer als Chance gesehen. Aber paradox ist es doch in jedem Falle, oder? Was meint ihr? Was bedeutet für euch diese erste Seligpreisung?
6
838
Juli 18, 19
Immerwieder begegnet mir die Idee und das Argument, dass Jesus das "moralische Gesetz" nicht aufgehoben hat. Letztens zitiert jemand aus seiner Studienbibel folgendes:
"Die moralischen Gesetze sind ein direktes Gebot Gottes und sollen streng befolgt werden. Sie offenbaren das Wesen und den Willen Gottes und haben auch heute Gültigkeit."
Für mich ergeben sich da folgende Fragen: - Woran erkenne ich, dass ein Gebot des mosaischen Gesetzes zu diesem moralischen Gesetz dazugehört und welches nicht? Woran wird das konkret festgemacht? - Wenn Moral eine Bedingung ist, ist dann die Moral zur Zeit des Mose gemeint oder heutige? (zB ist Sklavenhaltung bei Mose Besitzrecht, heute finde ich den Besitz eines Menschen moralisch verwerflich) - Welchen Umfang hat dieses moralische Gesetz? Gibt es eine Liste? - Wenn wir Christen nicht unter dem Gesetz des Mose stehen (Röm 6,14 uvm), warum soll dieses moralische Gesetz dann auch heute noch Gültigkeit haben? Ich freue mich auf eure Gedanken.
18
1,373
Juli 16, 19
Ich habe einen interessanten Artikel auf katholisch.de gefunden, von dem Historiker Israel Yuval Natürlich war mir schon immer klar, dass das heutige Judentum nicht das Judentum zur Zeit Jesus sein kann (das gilt ja wohl für alle Religionen) aber das die Einflüsse des Christentums auf das Judentum derart groß waren wusste ich nicht. So behauptet Israel Yuval das der Talmud eine Reaktion auf das Zweite Testament ist. https://www.katholisch.de/aktuelles/aktuelle-artikel/das-christentum-ist-die-mutter-das-judentum-die-tochter Ein Zitat aus der Wikipedia: „Wo immer Ähnlichkeiten zwischen Judentum und Christentum zu beobachten sind, dürfte es sich um christlichen Einfluss auf das Judentum handeln und nicht umgekehrt, es sei denn, die jüdischen Wurzeln des betreffenden Phänomens liegen nachweislich früher als die christlichen.“ https://de.wikipedia.org/wiki/Israel_Yuval
32
1,162
Juli 14, 19


Ich hätte vielleicht treffender Sagen können "der Landschaftsarchitekt --- die Gärtner". Nun ein Architekt ist jemand der großartige Dinge entwirft, nur mit der Realisierung hapert es immer wieder mal (er ist halt kein Ingenieur 😉 ). Wir Menschen sind die Gärtner welche die Schöpfung hegen und pflegen sollen. Manchmal fragen wir uns was hat dieser Architekt da wieder verzapft. Da wurden wir in eine (Um)Welt versetzt die nicht gerade als ein sicherer Hort bezeichnet werden kann. Wir erleben Mitgeschöpfe die besser an ihre Umwelt angepaßt sind als wir. Wir erleben Kollateralschäden bei sogenannten Katastrophen und wundern uns warum es sie gibt. chubzi
5
755
Juli 12, 19
Liebe Freunde! In einem anderen Thread wurde geschrieben: Alle Menschen sind wertvoll! Stimmt das wirklich? (Zunächst eine Vorbemerkung: ich bin kein Anhänger der Eugenik, verabscheue die Vernichtung des "unwerten Lebens" durch die Nationalsozialisten.) Sind wirklich alle Menschen wertvoll? Ich lange darüber nachgedacht und meine: nein, nicht alle Menschen sind wertvoll. Zu Beginn der Disk. gleich ein Extrembeispiel: was ist an einem IS-Kämpfer, der gerade einen Gefangenen einen Kopf kürzer macht, wertvoll? Was soll an einem solchen Menschen wert-voll sein? Wie seht ihr das? servus kahei2
428
3,851
Juni 23, 19
Ich finde leider gar nichts zu dem Thema, was mich wundert, oder mir fehlt das richtige Vokabular. Jesus ist für unsere Sünden gestorben und nahm die Schuld auf sich. Was ist aber dann passiert? Wo ist Jesus mit der Schuld hin? Ich glaube, dass Jesus tatsächlich 3h vor seinem Tod am Kreuz von Gott getrennt war - und sich der Zorn Gottes/Kelch über ihn ergossen hat. Jesus spricht in dieser Zeit seinen Vater mit "Gott" an - das ist der geistliche Tod. Kurz vor seinem physischen Tod, spricht er ihn wieder mit Vater an und: "es ist vollbracht". Was ist aber vollbracht? Wo ist die Sünde hin? Wenn Jesus anstelle von uns gestorben ist (physisch oder geistlich? oder beides?) warum ist er dann nicht tot? Freue mich über Antworten oder auch nur Hinweise in welches Theologische Kapitel meine Fragen gehen.
114
1,843
Juni 17, 19
Ich erlebe immer wieder, dass Christen - vor irgendein Problem, einen Sachverhalt oder auch nur eine Frage gestellt - sofort reflexartig eine biblische Antwort auf die damit verbundene Frage haben. Dabei wird das, was dem zugrunde liegt, überhaupt nicht reflektiert. Es reicht, wenn bestimmte Signalworte gesprochen worden sind und schon ist alles klar. Ein Beispiel aus einem der anderen Threads. „…aus dem Verhalten Kains nach diesem Ereignis kann ich zumindest schlußfolgern, daß es ein Problem mit seiner Herzenshaltung gab. Immerhin war er willens und fähig, seinen Bruder Abel zu töten und das, wie mir der Kontext sagt, aus Eifersucht über dessen Gunst bei Gott“. Da wird aus gerade mal 12 holzschnittartigen Sätzen eine komplette Charakteranalyse geschnitzt, ohne sich auch nur im mindesten vor Augen zu halten, in welcher grundlegend menschlichen Situation sich dieser Kain überhaupt befunden hat, und unter Missachtung aller Kenntnisse von menschlichen Reaktionen auf eine lebensbedrohlich empfundene Situation. Mein Einwand hier, dass Kain aus einem Gefühl unendlicher Verlassenheit so gehandelt hat, wie er es tat, wurde dann elegant damit abgebügelt, dass das schließlich nicht in der Bibel steht. Wie ernst soll man christliche Argumentation solcher Art nehmen, wenn sie nicht einmal daran interessiert ist, auf was sie sich bezieht, sondern nur etwas Christliche unter Beweis stellen will?
290
2,439
Juni 16, 19
Hallo zusammen, ich habe grad in der NZZ Zeitung einen Artiel mit dem Titel: Judentum und Abendland: Das westliche Denken ist von Athen geprägt. Wo ist das Vermächtnis Jerusalems geblieben? gelesen. Hier der Link: https://www.nzz.ch/feuilleton/westliche-philosophie-wo-ist-das-juedische-denken-geblieben-ld.1479950?utm_source=pocket-newtab Der Artikel setzt sich mit einem Dialog des Philosophen Jürgen Habermas und dem Theologen Johann Baptist Metz auseinander. Es wird darin der Verlust der Erinnerungskultur als Träger und Instrument der Vernunft beklagt, die weitestgehend von der girechischen Logik verdrängt wurde. Metz sprach in dem Zusammenhang 1989 von einer "Halbierung der Vernunft". Wir haben bei Jesus.de ja immer mal wieder Threads, in denen versucht wird, Jesus uns seiner Nachricht (dem Evangelium) unter Berücksichtigung der jüdischen Kulutur, der jüdischen Vernunft und des Denkens dem Evangelium gerecht zu werden und es so zu verstehen, wie es seinerzeit gemeint war. Dazu müssen wir dann die bei uns gebäuchliche griechische Logik einfach mal zur Seite legen und uns dem Evangelium im Sinne der Kulutur hingeben, der es entsprungen ist. Das bedeutet auch, dass wir all die im Sinne griechischer Logik entwickelte Theologie zur Seite legen müssen. Nun meine Fragen an Euch: Seid Ihr Euch dieser Problematik bewußt oder ist das ein neuer Ansatz für Euch? Was ändert sich, wenn wir bereit sind, das Evangelium aus der anamnetischen Perspektive zu sehen und ihm zu begegnen? Ist unsere derzeit verbreitete Theologie eventuell sogar in die Irre führend, weil sie das Evangelium mit dem falschen geisteswissenschaftlichen Methodenbesteck analysiert und so zu falschen Rückschluüssen kommt - bzw. durch die girechische Art des Denkens zentrale Botschaften des Evangeliums und des Weges in die Nachfolge Christi übersieht? Mir sind schon lange Kritik an unseren Kirchen und unserem Weg, den Glauben zu leben bekannt, die darauf hinzielt, dass vielfältige fremde kulturelle Einflüsse und Deutungen von dem Evangelium und einer Nachfloge im Sinne Christi wegführt. Zu nennen ist hier u.a. der große Einfluss Kaiser Konstantins, für den Jesus Christus und Sol invictus identisch waren und der viele Elemente unserer kirchlichen Kultur geprägt hat incl. einer Gottesdienstordnung im Stile einer römischen Krönungsmesse, Kirchen im Stile heidnischer Tempel der Zeit Konstantins, Taläre als die klassische Bekleidung römischer Beamter und vieles mehr. Das mögen jetzt alles Äußerlichkeiten sein - aber geht nicht auch unser ganzes Denken und die Art und Weise, wie wir die Bibel lesen, in starkem Maße von einem girechische geprägten Denken aus incl. der starken Fixierung auf naturwissenschaftliche logische Mechanismen und Limitierungen? Was müsste geschehen, damit wir die Bibel im Sinne Jesu verstehen können? In welchen Bereichen würden sich die stärksten Veränderungen und Rücbesinnungen auf die originalen Inhalte ergeben? Was hält uns davon ab, biblische Wunder und die Annahme geistlicher Gaben, von denen in der Apostelgeschichte die Rede ist, anzunehmen? In wie weit blockiert uns griechisch geprägtes Denken von einem Leben im Sinne des Evangeliums und von geistlichen Erweckungen, die im Lichte der in der Apostelgeschichte berichteten Ereignisse jederzeit möglich sein sollten? In wie weit waren die Entgleisungen der Gemeinde in Korinth erste Belege der Problematik zwischen Evangelium und griechischem Logikverständnis? Viele Grüße Euer Ecc
19
621
Juni 12, 19
Hansjörg Hemminger war wissenschaftlicher Referent bei der Evangelischen Zentralstelle für Weltanschauungsfragen (EZW). Als dieser hat er unter anderem sehr viel Zeit in die Auseinandersetzung mit dem Kreationismus und der ID Bewegung investiert. https://de.wikipedia.org/wiki/Hansj%C3%B6rg_Hemminger und ein Buch dazu veröffentlicht: https://www.amazon.de/Gott-schuf-Darwins-Welt-Kreationismus/dp/3765514292 Weil in einer anderen Diskussion einer Kreationistin vorgeworfen einen Keil in das Christentum zu treiben frage ich mich ob das nicht umgekehrt auch gilt. Der Kreationismus steht ganz sicher nicht im Widerspruch zum Schöpfungsgedanken des Christentums (ID schon eher, das könnte man theologisch kritisieren) , der Kreationismus steht natürlich im Widerspruch zur Naturwissenschaft aber ist es Aufgabe einer kirchlichen Institution die Naturwissenschaftliche Sicht zu verteidigen oder durchzusetzen? Und warum bekämpft die EKD den Kreationismus. Würde es nicht reichen zu sagen: Kreationismus und die theistische Evolution sind mit dem Schöpfungsgedanken und dem Christentum vereinbar und gut ist?
799
3,770
Juni 04, 19
„What a wonderful word“ war ein Song von Louis Armstrong 1968 gesungen. Sicher, es gibt Sekunden und Minuten - ganz zu schweigen von Stunden und Tagen und noch längeren Zeiträumen -, in denen die Welt und das Leben alles andere als wundervoll erscheinen. Aber das widerlegt die Schönheit des Lebens nicht. Mein Gott, was habe ich auf der jeweils 6-stündigen Fahrt nach Hamburg und zurück alles an Farben und Formen und Dingen gesehen, an Geräuschen gehört und Gerüchen und Geschmäckern wahrnehmen können. Das hat nicht mal der mittel-ekelhafte Döner widerlegen können. Das ist das Leben - und nicht, wie mancher hier zu erklären versucht, die Sorge schon beim Neugeborenen, dass es voller Sünde ist. Wenn man dem Bild des „Garten Eden“ Glauben schenken will, dann hat Gott den Menschen genau da hineingesetzt, damit er sein Leben darin genießen soll. „Leben, du umarmendes, reiches, warmes gesegnetes Wort“ - Dag Hammarskjöld.
7
892
Juni 03, 19
„What a wonderful word“ war ein Song von Louis Armstrong 1968 gesungen. Sicher, es gibt Sekunden und Minuten - ganz zu schweigen von Stunden und Tagen und noch längeren Zeiträumen -, in denen die Welt und das Leben alles andere als wundervoll erscheinen. Aber das widerlegt die Schönheit des Lebens nicht. Mein Gott, was habe ich auf der jeweils 6-stündigen Fahrt nach Hamburg und zurück alles an Farben und Formen und Dingen gesehen, an Geräuschen gehört und Gerüchen und Geschmäckern wahrnehmen können. Das hat nicht mal der mittel-ekelhafte Döner widerlegen können. Das ist das Leben - und nicht, wie mancher hier zu erklären versucht, die Sorge schon beim Neugeborenen, dass es voller Sünde ist. Wenn man dem Bild des „Garten Eden“ Glauben schenken will, dann hat Gott den Menschen genau da hineingesetzt, damit er sein Leben darin genießen soll. „Leben, du umarmendes, reiches, warmes gesegnetes Wort“ - Dag Hammarskjöld.
5
636
Juni 02, 19
Wer an Jesus glaubt, HAT das ewige Leben. Wer nicht an Jesus glaubt, HAT die ewige Verdammnis. Mit der einzigen Einschränkung, dass die Liebe (Jesus) noch anwesend ist, was einmal nicht mehr sein wird.
Schrieb jemand in einem Thread. Im Prinzip heißt das, man sollte unbedingt glauben, auch wenn man nicht überzeugt ist, damit man sicher gehen kann, nicht in die ewige Verdammnis zu geraten? Ist das wirklich ein Gott der Liebe, der einen vor eine solche Wahl stellt und über den es so viele Fragen gibt - weltweit gesehen bei all den Religionen, die es gibt? Nachtrag vom 18.04.2019 18:33:28 Ich glaube, weil ich Angst habe, in die ewige Verdammnis sonst zu geraten. - Wäre das nicht die richtige Konsequenz dieser Aussage? Ist eine ewige Verdammnis eine angemessene Strafe für Nicht-Glauben und auch für Straftaten, wenn man bedingt, dass wir selbst für Straftäter oft eine Höchststrafe aussetzen. Gott mag nicht unsere Moral haben - aber ein Gott mit dieser Moral: Ist der angstmachend?
1,736
5,344
Juni 02, 19
Warum soll das tote Fleisch, die alte Natur, die vergangen ist. noch bearbeitet werden,, wenn die Erlösung am Kreuz "ich bin mit Christus gekreuzigt" schon vollbracht ist? Ich habe nur eine Erklärung. Mensch sieht an sich selbst nicht das Neue! Ein junges Paar ist frisch verheiratet. Zum Weihnachtsfest wollen die beiden ein Kaninchen braten. Bevor sie das Kaninchen in den Schmortopf legt, schneidet die Frau die beiden Hinterläufe ab und legt sie extra in den Topf. „Warum machst du das?“, fragt ihr Mann interes-siert. „Das muss so sein, meine Mutter macht das auch immer so.“ Daraufhin fragt der Mann seine Schwiegermutter, warum sie das tut. „Ich weiß nicht“, antwortet die, „aber meine Mutter macht das auch so.“ Also fragt der Mann die Großmutter: „Warum legst du die Hinterbeine extra in den Topf?“ „Ganz einfach“, antwortet sie, „mein Schmortopf ist so klein, dass der ganze Braten nicht hineinpasst.“
17 Daher, wenn jemand in Christus ist, so ist er eine neue Schöpfung; das Alte ist vergangen, siehe, Neues ist geworden. 2 kor 5,17
Warum reißen sich die Christen noch die Beine ab, wenn der Topf doch groß genug ist? Warum soll das tote Fleisch, die alte Natur, die vergangen ist. noch bearbeitet werden,, wenn die Erlösung am Kreuz "ich bin mit Christus gekreuzigt" schon vollbracht ist? Ich habe nur eine Erklärung. Mensch sieht an sich selbst nicht das Neue!
30
733
Mai 29, 19
Ich habe einen interessanten Artikel auf feinschwarz.net gefunden, eine Übersetzung aus dem Englischen. In dem Artikel geht es darum ob Jesus bei der Passion auch sexuelle Gewalt angetan wurde da dies in der Antike zur Folter einfach dazu gehörte. Hier der Artikel: https://www.feinschwarz.net/wurde-jesus-sexuell-missbraucht/
130
2,069
Mai 28, 19
Ich hänge gerade an dem Ausspruch von Thomas von Aquin fest: gratia supponit naturam (et perficit eam) „Die Gnade (Gottes) setzt die Natur voraus (und vollendet sie)“ Und zwar ist mir die inhaltliche Füllung des Begriffs „Natur“ nicht klar. Bedeutet es, dass der Mensch ein Geschöpf Gottes ist? Bedeutet es, dass der Mensch seiner Natur nach zwar gut geschaffen, aber nun ein Sünder ist und deswegen der Gnade bedarf? Inwiefern ist die Natur die Voraussetzung der Gnade? Vielleicht kennt sich jemand damit aus und kann es mir erklären, das wäre toll! Danke.
8
781
Mai 24, 19


Liebe Freunde! Gott liebt uns?? Gott = Liebe?? Immer wieder kann man hier auf j. de lesen, Gott ist die Liebe, Gott liebt uns Menschen. Mich würde interessieren, wie die, die das hier schreiben, zu dieser Ansicht kommen. Ich weiß natürlich , dass in der Bibel oft von einen liebenden Gott zu lesen ist, (und auch das Gegenteil davon). Leitet ihr die Ansicht, dass Gott die Liebe sei, nur von der Bibel ab, oder gibt es praktische Erfahrungen in eurem Leben dazu? Letzteres würde mich besonders interessieren. Ich kann das, wenn ich mich so umschau' in der Welt, nämlich nicht erkennen. Also: wie begründet ihr die Ansicht: Gott liebt uns, Gott = Liebe. servus kahei2
740
3,311
Mai 23, 19
Heute vor 147 Jahren, am 18. Mai 1872 wurde Bertrand Russell geboren. Russell war Mathematiker, Philosoph, Pazifist und Literatur-Nobelpreisträger. Sein Buch "Warum ich kein Christ bin" habe ich mit 17 gelesen und fand es überzeugend. Seitdem hat bei mir Theologie einen schweren Stand. Was haltet Ihr davon? Habt Ihr es gelesen? Sollte man es als Christ überhaupt lesen? Bin gespannt auf Eure Meinungen. Thomas P.S.: Kurze Zusammenfassung von Kerngedanken aus Wikipedia
Russell analysiert in einem ersten Teil zunächst eine Reihe von Gottesbeweisen, so z. B. das Argument der ersten Ursache, den teleologischen Gottesbeweis und mehrere moralische Existenzargumente. Er beurteilt diese Begründungen als logisch nicht zwingend und sogar als der Vorstellung von Gottes Allmacht oder Allwissenheit widersprechend. In einem zweiten Teil untersucht er die christliche Theologie und kommentiert die Praxis der christlichen Kirchen. Jesus nennt er zwar einen guten, doch nicht sehr guten Menschen, da er denjenigen, die ihm nicht folgten, mehrfach mit Hölle und ewiger Verdammnis gedroht habe. Auch sein Glaube an das unmittelbar bevorstehende Ende der bisherigen Welt sei mit Weisheit bzw. Allwissenheit wohl nicht vereinbar.
71
1,315
Mai 23, 19
Wir laden ein zum Gespräch: https://www.jesus.de/gott-legt-keine-hinterhalte/
3
588
Mai 23, 19
von mir als Allversöhner sicher eine ungewöhnliche Überschrift aber es bezieht sich auf folgenden Artikel. https://www.katholisch.de/aktuelles/aktuelle-artikel/gott-sei-dank-gibt-es-die-holle Das Fazit ist interessant und bringt es auf den Punkt:
"Der Mensch kann sich nicht selbst erlösen
Weder Hölle noch Fegefeuer haben also ausgedient. Das Fegefeuer erinnert uns: Der Mensch kann sich nicht selbst erlösen. Aber er kann sich frei entscheiden, das Angebot der Erlösung anzunehmen. Das Fegefeuer zeugt so auch von der wunderbaren Hoffnung, dass die Hölle leer bleibt, weil niemand das überwältigende Angebot der Liebe Gottes ausschlägt. Die Hölle hingegen erinnert uns: Wir sind frei geschaffen. Wir können auch das Böse wählen, und sei's auf ewig. Niemand zwingt uns dazu, in Ewigkeit bei Gott zu verweilen."
715
2,883
Mai 21, 19
Ich beziehe mich auf folgenden Artikel. https://www.welt.de/geschichte/zweiter-weltkrieg/article193005435/Deutsche-Christen-Jesus-sollte-zum-arischen-Galilaeer-gemacht-werden.html Birkenmeier wurde gefragt, wie ein Herr Grundmann nach dem Krieg, Theologen ausbilden konnte.
Die Landeskirche hatte einen Mangel an fähigen Theologen,
Diese Antwort fand ich schon ein bisschen merkwürdig. Es war ja nicht nur in der Kirche so. Nach dem Krieg, konnten Nazis in Deutschland wieder Karriere machen. Sei es bedingt in der Politik, oder die Wirtschaft. Die Gründe, die dafür angegeben werden, sind verschieden. Man braucht deren Qualifikation zum Aufbau. Wir wollen sie nicht ausgrenzen, denn sie sollen sich in die Demokratie einfinden. Bei Grundmann könnte oberflächlich betrachtet, die Qualifikation als Ursache sehen. Ist aber Theologie eine Frage der Qualifikation, oder auch eine Frage des Glauben. Ich erinnere daran. Grundmann wollte die Bibel, um das jüdische aus der Bibel zu entfernen, fälschen. Eine neu Bibel musste her, also ein Jesus, der kein Jude war, sondern ein Opfer der Juden, usw. Vor längerer Zeit, vermutlich ist es über zehn Jahre her, da habe ich nachgeschaut, was aus prominente Vertreter der DC wurde. Wenn ich so manchen Kommentar aus der Zeit höre, könnte man ja denken, die die evangelische Kirche bestand fast nur aus der bekennenden Kirche. Viel kamen irgendwie in der Kirche wieder unter. Dozenten publizierten für die Kirche. Pfarrer wurden in der Verwaltung eingesetzt usw. Nur ist es so, dass es in der Kirche nicht um einen Philosophie geht, sondern um einen Glauben. Genau darüber habe ich nichts gelesen. Kein Wandel, oder ähnliches bei den betreffenden Personen. Man hat einen großen Teil nur irgendwie wieder untergebracht. Nun höre ich zum ersten Mal eine Rechtfertigung. Man brauchte einen fähigen Theologen. Wäre der angegebene Grund gewesen, er habe zu den Säulen der Kirche zurückgefunden und sich geändert, dann wäre es kein, oder kaum ein Thema für mich. So stelle ich mir die Frage, was waren das für fähige Theologen, ober auch, was braucht eine Kirche für Theologen und was wäre für einen Theologen, der für die Kirche arbeitet eine zwingende Grundfeste?
32
1,324
Mai 17, 19
Vor einiger Zeit bin ich auf sehr interressante Youtubevideos gestoßen. Da mich das Thema der Endzeit aus der Sicht des Christentums sehr beschäftigt hat (Theorien von 3 tägiger Finsternis,Entrückung,etc.) Die Videos wurden mit der Zeit leider immer wirrer (dazu muss man sagen,dass jeden Tag ein Video online kommt). Als aber die Person aus dem Video anfing, Menschen als Antichristen zu bezeichnen,etc. und sich auf Onlineberechnungsprogramme berief "Gott schickt einen Kometen", "XY ist der Antichrist" so stellten mir sich doch einige Fragen. Daher habe ich einen Kommentar dort verfasst. Es lies nicht lange warten und mir wurde so einiges vorgeworfen, was mich letzendlich nur zum weinen brachte. Diese Leute beziehen sich immer mehr auf Onlineprogramme die etwas berechnen und sagen, dass die Eingebung von Gott käme. Dabei sollen wir doch nur auf Gott allein und die Bibel vertrauen. Ich glaube fest daran, dass Gott die pure Liebe ist, genauso wie ich daran glaube, dass das Doppelgebot der Liebe sehr wichtig ist. Wenn wir danach leben finden wir zu innerem Frieden. Wer bin ich Mensch, um über einen Menschen wie zum Beispiel Politiker,etc. zu urteilen, dass er/sie der Antichrist sei. Das überlasse ich alleine Gott im Himmel. Außerdem hat Jesus seleber gesagt, dass wir unsere Feinde lieben sollen. Dies bedeutet keines Falls, dass ich alles akzeptieren muss, was jemand sagt oder tut. Aber jemanden als Antichristen zu bezeichnen finde ich persönlich böse. So ca. habe ich das unter dem Video erwähnt ohne jemanden anzugreifen oder zu beleidugen. Ich hatte keinerlei böse Intentionen, es ist einfach mein Standpunkt und ich hatte viele Zweifel an dem Video. Es handelt sich dabei um viel Angstmachereri meiner Meinung nach und die Theorien werden von Video zu Video wirrer. Außerdem hat mich der Umgang zwischen diesen Christen sehr mitgenommen. Ich glaube daran, dass Gott uns Visionen schicken kann, aber nicht jeder Traum ist beispielsweise von Gott. Es wird richtige Propheten geben und falsche...ich glaube so sagt es die Bibel. Was haltet ihr von dieser ganzen Angstmachereri? Ich persönlich war schockiert über den Umgang zwischen Christen in den Kommentaren. Deshalb musste ich meinen Kommentar auch löschen Dazu muss man sagen,dass ich erst 21 geworden bin und erst vor einem Jahr wirklich zum Glauben gefunden habe. Shalom Gott segne euch
6
1,300
Mai 15, 19
Aber auf dem Kreuz von Golgatha ist dieser Feind besiegt worden. Damit werden wir ... Wodurch hat der Herr Jesus den Satan zunichte gemacht? https://www.bibleserver.com/text/LUT/Hebräer2,14-15 14 Weil nun die Kinder von Fleisch und Blut sind, hatte er gleichermaßen daran Anteil, auf dass er durch den Tod die Macht nähme dem, der Gewalt über den Tod hatte, nämlich dem Teufel, 15 und die erlöste, die durch Furcht vor dem Tod im ganzen Leben Knechte sein mussten. Warum wollen noch Christenmenschen durch Denk- Verhaltens- und Vergebungsregeln gegen den Teufel angehen, oder gegen das, was Jesus Christus am Kreuz längst vollbracht hat?
171
2,284
Mai 13, 19
Immer wieder mal lese ich hier den Satz:
Gott will sich mit den Menschen versöhnen.
Da kommt mir das Fragezeichen warum. Welche schlimmen Verletzungen hat Gott den Menschen zugefügt und welche schlimmen Verletzungen hat der Mensch Gott zugefügt? Was gehört zu einer Versöhnung? (mein Verständnis) An einer Versöhnung sind doch [del]mindestens[/del] zwei Parteien beteiligt. Beide Parteien haben der jeweils anderen Partei (mehrfach) Schäden zugefügt und die Intensität der Schäden haben sich gegeneinander aufgeschauckelt. Vielleicht sogar soweit das Beide am Rande des Unterganges stehen. Bevor mindestens eine der Parteien sich dazu entschließt Versöhung anzubieten oder um Versöhnung zu bitten, muß doch viel Schlimmes passiert sein (oder?). Mindestens eine der Parteien bittet um Vergebung und bietet vielleicht Vergebung an. Wo liegt der Streit zwischen Gott und Mensch? Ist mein Verständnis von Versöhnung zu Einfach gedacht? chubzi
337
1,211
Mai 09, 19
Denn die Gnade Gottes ist jetzt sichtbar geworden, um allen Menschen die Rettung zu bringen. Sie erzieht uns dazu, die Gottlosigkeit und die weltlichen Begierden abzuweisen und besonnen, gerecht und mit Ehrfurcht vor Gott in der heutigen Welt zu leben
Als dann aber die Güte und Menschenliebe von Gott, unserem Retter, sichtbar wurde, hat er uns aus reinem Erbarmen gerettet und nicht, weil wir gute und gerechte Taten vorweisen konnten. Durch die Wiedergeburt hat er uns gewaschen und durch den Heiligen Geist uns erneuert.
Hier umreist Paulus innerhalb weniger Sätze zwei Positionen vermeintlich zwei Positionen in die sich das christliche Lager zu spalten scheint. 1.) Die Gnade befähigt uns dazu das wir uns ändern. 2.) Es gibt keine gute Taten, die wir tun können. In vielen Diskussionen geraten diese Frömmigkeitsformen aneinander. Da gibt es die, die behaupten, dass jedes Engagement sich zu bessern, fleischlich und nicht geistlich sei, das alles bemühen umsonst ist, und zu behaupten man könne sich durch eigene Taten ändern ist eine gefährliche Irrlehre. Dann gibt es die Anderen, die Behaupten, dass die Aufforderung nach der persönlichen Charakteränderung und gehorsam, der rote Faden ist, der sich durch die ganze Bibel zieht und das sich im Neuen Testament lediglich die Vorzeichen verändert haben. Wie steht ihr dazu
46
1,144
Mai 08, 19
Homosexualität doch nicht unbiblisch? Warum wird Homosexualität von vielen Christen so verdammt? z.B. lesbische Liebe kommt im Alten Testament gar nicht vor. Im Neuen Testament an einer Stelle: „denn ihre Frauen haben den natürlichen Verkehr vertauscht mit dem widernatürlichen.“ (Römer1:26) Ein halber Vers befasst sich in der Bibel mit lesbischer Liebe!! Und wer sind „ihre Frauen? (Vers 26b) Wessen Frauen? Steht in Vers 22: „Da sie sich für Weise hielten, sind sie zu Narren geworden und haben die Herrlichkeit des unvergänglichen Gottes vertauscht mit einem Bild gleich dem eines vergänglichen Menschen und der Vögel und der vierfüßigen und der kriechenden Tiere.“ Aha, ich verstehe: Götzenanbeter, Tieranbeter u.s.w. Meint Paulus hier lesbische Frauen? Tun das alle lesbischen Frauen oder homosexuellen Männer? Was sagt die Bibel? [Werbung gestrichen; mfG kueken-mod] Aber dieser halbe Vers genügt vielen, um lesbische Frauen in manchen Gemeinden vom Chorsingen auszuschließen, ihnen Ämter wie Sonntagsschulmitarbeit, Leitungsfunktionen etc. zu verweigern. Unglaublich. Oder nicht?
59
909
Mai 02, 19
zu wem beten? Vater,Jesus,hlg. Geist? stellte jemand heute in der Abendkirche die Frage. Gebe ich gerne weiter, einfach, um für mich wieder unterschiedliche Spreche dazu zu finden. Wird ja in der Bibel nicht Thematisiert, wie ich bisher Meine. Und,... warum ist es doch wichtig, dies klar zu haben? Kristian Ch.
112
2,439
Apr. 19, 19
Das Jüngste Gericht bildet die ultimative Drohkulisse, denn immerhin werden dort Menschen durch Gott endgültig und unwiderruflich abgelehnt. Es lohnt sich aber, genauer hinzusehen, denn das Jüngste Gericht ist nicht nur das letzte, sondern auch das außergewöhnlichste Gericht aller Zeiten. Das fällt auf, wenn man es mit weltlichen Gerichten und deren Rollenverteilung vergleicht. In einem Gericht gibt es in aller Regel, einen Ankläger, einen Verteidiger, den oder die Angeklagten sowie einen Richter, der auf der Grundlage des Gesetzes ein Urteil verkündet. Die Bibel verteilt diese Rollen wie folgt: Richter: Gott (Ps 7,12; Ps 50,6; Ps 75,8; Jer 17,10) Ankläger: Satan (Hi 1,9-11; Offb 12,10) Verteidiger: Jesus (1. Joh 2,1) Angeklagte: die Menschheit (Mat 25,32; Offb 20,12) Gesetz: der mosaische Bund bzw. der noachitische Bund. Für das Jüngste Gericht jedoch wird das radikal geändert. Zuerst wird der Ankläger entsorgt (Offb 20,10); Dann weigert sich der Richter, ein Urteil zu fällen und überlässt das dem Verteidiger (Joh 5,22). Das gibt es in keinem Gericht der Welt, aber in jenem Gericht, in dem es um das endgültige Urteil über Menschen geht, wird das Urteil von dem gesprochen, der selbst für die Schuld der Angeklagten bezahlt und sich seither immer nur als Verteidiger betätigt hat. Da lohnt es sich, den Verteidiger genauer zu betrachten. Die Bibel sagt über Jesus, dass: - er selbst ohne Sünde war (2. Kor 5,21; Heb 4,15); - er Mensch wurde, um barmherzig zu werden (Heb 2,17-18) Ohne Sünde zu sein qualifiziert ihn dazu, über Menschen zu richten (Joh 8,7). Gott zeigt damit seine Fairness. Denn er hätte aus seiner Machtposition dieses Gericht abhalten und das Urteil fällen können. Stattdessen aber lässt er seinen Sohn sich erst mühsam dafür qualifizieren. Und offensichtlich ist Barmherzigkeit ebenfalls eine notwendige Eigenschaft, um über Menschen Gericht zu halten. Es fällt zunächst schwer sich vorzustellen, dass ein barmherziger Verteidiger, der selbst die Schuld aller angetragen bereits bezahlt hat, überhaupt jemanden verurteilt. Gott zeigt damit, dass das Jüngste Gericht überaus fair sein wird. Der Umstand, dass Gott der Vater nicht dabei ist zeigt uns einmal mehr, dass er das Verurteilen von Menschen verabscheut (Hes 18,23). Jetzt lehrt die Bibel aber, dass im Jüngsten Gericht Menschen tatsächlich verurteilt werden. Wen aber wird ein barmherziger Verteidiger verurteilen?
Denn das Gericht wird ohne Barmherzigkeit sein gegen den, der nicht Barmherzigkeit geübt hat. Die Barmherzigkeit triumphiert über das Gericht.
Das ist schon bestechend logisch. Das Kriterium, an dem der barmherzige Verteidiger die Menschen misst ist deren Barmherzigkeit. Das hat er auch selber so gelehrt (Mat 7,2; Luk 6,36-38; Mat 25,35-36). Das erstaunliche ist hier, dass das Gesetz Gottes überhaupt keine Rolle spielt, abgesehen davon, dass Gott durchaus Barmherzigkeit geboten hat. Aber all die anderen Ge- und Verbote, gegen die wir verstoßen haben und wegen derer wir sterben müssen fallen im Jüngsten Gericht nicht ins Gewicht. Die Barmherzigkeit ist das einzige Kriterium. Damit haben wir jetzt den Ankläger, den Richter, den Verteidiger und das Gesetz betrachtet und gezeigt, inwiefern sie im Jüngsten Gericht eine - oder keine - Rolle spielen. Bleiben die Angeklagten. Und auch hier gibt es eine Überraschung: Denn es sind nicht alle Menschen angeklagt. Jesus sagt:
Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wer mein Wort hört und glaubt dem, der mich gesandt hat, der hat ewiges Leben und kommt nicht ins Gericht, sondern er ist aus dem Tod in das Leben übergegangen.
Christen kommen nicht ins Gericht. Nur Nichtchristen werden im Jüngsten Gericht angeklagt. Und nicht alle werden verurteilt, sondern einige werden freigesprochen. Man muss also gar nicht Christ sein, um in den Himmel zu kommen. Trotzdem unterscheidet sich die Zukunft von Christen und Nichtchristen: - Christen nehmen entweder an der Entrückung oder an der ersten Auferstehung teil und haben eine Aufgabe im Tausendjährigen Reich; - Nichtchristen nehmen erst an der zweiten Auferstehung teil und müssen sich dann dem Gericht stellen. Bei allen Überraschungen, die diese Betrachtungen gebracht haben gibt es also auch Dinge, die bleiben: - niemand kommt zum Vater, es sei denn durch Christus. Es gibt aber zwei Wege, auf denen das geschehen kann; - niemand kann sich den Himmel verdienen. Aber wer sich von Demut, Liebe, Gnade und Barmherzigkeit leiten lässt wird am Ende auch Gnade vor Recht erlangen.
98
2,706
Apr. 18, 19


Seite 11 / 12
Teilen:

Hey du!

Dieses Forum ist für dich kostenlos.
Das funktioniert nur, weil uns treue Menschen regelmäßig mit ihrer Spende unterstützen.
Bist du dabei?